Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 17. Juli 2016

Wie wird man radikalisiert?


Responses

  1. Saad meint niemand könne durch Darwins Werke radikalisiert werden. Dennoch gab es den Sozialdarwinismus als Übertragung der Darwin’schen Beobachtungen und Überlegungen auf die menschliche Gesellschaft.

    In Verbindung mit den Ende des 19. Jahrhunderts aufkommenden biologistischen Rassentheorien war der Sozialdarwinismus einer der Hauptpfeiler der späteren nationalsozialistischen Ideologie.

    Bestimmte (Um-)Interpretationen oder ein verqueres „Weiterdenken“ können ziemlich viele Ideen radikalisieren und entsprechende menschenfeindliche Ansichten hervorbringen.

    • Der Sozialdarwinismus baut auf einen falschen Verständnis der Prinzipien, die Darwin ermittelt hat, auf.

      Das ist insofern kaum zu vergleichen

      • Genausogut kann man argumentieren, die Spanische Inquisition baute auf einem falschen Verständnis der Prinzipien auf, die Jesus vermittelt hat.

        Kann man schon vergleichen. Geht aber am Punkt vorbei; mit hinreichend viel bösen Willen kann ich jede Idee ins radikale Extrem steigern.
        Also: „Ja, und?“ 😉

        • Das stimmt. Allerdings enthält Evolutionsbiologie erst einmal keine moral, keine Vorschriften, keine Richtlinien für das leben. Religionen etc schon

        • „Allerdings enthält Evolutionsbiologie erst einmal keine moral, keine Vorschriften, keine Richtlinien für das leben. Religionen etc schon“

          Das ist mir zu kurz gedacht.
          Selbst wenn die Evolutionsbiologie an sich unmoralisch (im wissenschaftlichen Sinne) ist, so lieferte sie doch die Grundlage für ihre Anwendung in der Gesellschaft.

          Meiner Ansicht nach sind alle Naturwissenschaften nicht wirklich unmoralisch. Als F&Eler sehe ich mich durchaus in der Pflicht, bestimmte Erkenntnisse nicht zu publizieren, und Entwicklungen nicht weiter zu betreiben, wenn für mich erkennbar ist, dass sie der Menschheit voraussichtlich weit mehr Schaden, als Nutzen bereiten würden.

          Dabei ist mir klar, dass ich mich auch hier auf dünnem Eis bewege.
          Beispiel: Ich bin z.B. der Meinung, dass der Individualverkehr eigentlich extrem verteuert gehört, um ihn auf das notwendige Maß zu reduzieren. Wenn ich nun aktiv an neuen Antriebskonzepten mitarbeite, die eine Fortsetzung dieses Verkehrs auch ohne Erdöl erlauben, dann bin ich ein stückweit auch für die Fortschreibung von jährlich 5.000 verstümmelten und getöteten Menschen (von Tieren wollen wir mal gar nicht reden) in Deutschland verantwortlich, von denen viele von Autos erlegt wurden, deren Fahrer im Suff noch schnell zum 500 m entfernten Zigarettenautomaten fahren mussten (schon in einer Mittelstadt ist die durchschnittliche Reiseentfernung der Hälfte der Verkehrsteilnehmer unter 3.000 m! Angabe einer amtlichen Verkehrsstudie).
          Meine moralische Einschätzung (kann sich irren) ist, dass dennoch die Vorteile überwiegen, also mach ich bei dem Projekt mit.

    • „“…Das stimmt. Allerdings enthält Evolutionsbiologie erst einmal keine moral, keine Vorschriften, keine Richtlinien für das leben…““

      Das sagst Du, der ständig mit dem PU-Trullala hausieren geht und die dort angewandten Strategien evolutionsbiologisch begründet.

      • Was haben denn die PU-Grundlagen mit Moral zu tun?

        Genauso könntest du die Moralität von IKEA-Bauanleitungen beklagen.

    • Die Uebertragung ist aber logisch falsch, Darwin sagt nirgendwo, was man tun soll. Anders als der Koran z.B.

      Aus Tatsachenfestellungen folgen keine Imperative.

      • „Das Haus brennt!“ – „Das sehe ich selber.“

        Auch, wenn Darwin nichts zur „Moral von der Geschicht'“ gesagt hat, könnte ich daraus die Moral ziehen, dass Menschenaffen mehr Rechte bekommen müssen. Oder Menschen halt weniger, je nach dem.

        Die Radikalisierung kommt fast von allein. Darwin sagt zwar nicht, dass Menschenaffen wählen dürfen sollten, aber wenn sich jemand unbedingt radikalisieren will, dann kommt das trotzdem.

  2. „Erst mal“, ganz genau. Jetzt kann man aber natürlich das eigene Welt- und vor allem Menschenbild anhand der Naturwissenschaft genauso gut formen von einer Religion, und dann kommen Moral, Richtlinien fürs Leben und generell Dinge, die man tut und lässt praktisch von alleine.

    Wenn nicht, wäre die Botschaft, dass die Biologie der Religion „moralisch überlegen“ sei, weil sie keine „Moral“ hat.

    Nach der Logik wäre Tennis auch musikalischer als eine Oper, weil beim Tennis normalerweise keine Musik gespielt wird. *g


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