Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 6. Juli 2016

Selbermach Mittwoch 68 (06.07.2016)

Bitte sehr.


Responses

  1. Die Studie der Bertelsmannstiftung zur Situation von Alleinerziehenden:

    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0ahUKEwjfoLHfod_NAhUEvRoKHWSnCeMQFggkMAE&url=https%3A%2F%2Fwww.bertelsmann-stiftung.de%2Ffileadmin%2Ffiles%2FBSt%2FPublikationen%2FGrauePublikationen%2FGP_Alleinerziehende_unter_Druck.pdf&usg=AFQjCNEyNSQBb7Ayo1A9h9_Kd4Lr52xJ1w&sig2=KSSyyU7N_-fYQW53UXaNTA&cad=rja

    Tenor: Alleinherrschaft über das Kind mit Vollsubvention der betreuenden Person (Mutter) ist optimal.
    Begründung: Mit Daten die die Autorin nicht versteht.

  2. Für diejenigen, die es noch nicht mitbekommen haben:
    Ich habe eine Blogparade gestartet zum Thema „Positive Bestimmung von Weiblichkeit“.
    https://auschfrei.wordpress.com/2016/07/06/aufruf-zur-blogparade-positive-bestimmung-von-weiblichkeit/

    Über eine rege Teilnahme würde ich mich freuen.

    • Gibt’s da ’ne Deadline? 🙂

      • Sie redet dort von August. Etwa.

      • Möglichst bis Ende August. Dann will ich nämlich eine Zusammenfassung schreiben.

        • Bei so etwas würde es mir voll Spaß machen da meinen Senf abzugeben 😀 Ich mache mit!

  3. Die „Argumente“ in den anschließenden Tweets warum man keine Vertretung für Männer braucht, sind die gleichen die auch diese englische Politikerin hatte.

    Sobald Männer Politik machen ist es für sie Männerpolitik.

    Also macht Ursula als Kriegsministerin gerade Frauenpolitik und die Nahles als Arbeitsministerin auch.

  4. Der Beitrag geht zwar allgemein über das, was am linken Aktivismus und der Politik dieser Kreise (jedenfalls, die sich selbst als das bezeichnen) in der aktuellen Zeit nicht stimmt, schneidet aber auch den Themenbereich dieses Blogs an, weil es zwangsläufig dabei vorkommt:

    http://matrixmann.livejournal.com/200107.html

  5. Die SPD mal wieder. Frau Schwesig will unterhaltssäumigen Vätern (und nur denen) den Führerschein abnehmen:

    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-07/alleinerziehende-unterhalt-manuela-schwesig-bertelsmann-studie

    Die Argumente, die SPD nie wieder zu wählen, werden jeden Tag mehr…..

    • Ich habe bei ZOn kommentiert. Dieser Vorschlag von Schwesig zeigt einmal mehr, dass sie eine lupenreine Sexistin ist. Warum?

      Strafen in Deutschland bemessen sich üblicherweise in Freiheits- oder Geldstrafen. Diese Form der Bestrafung wirkt geschlechtsneutral, persönliche freiheit oder Vermögen hat kein Geschlecht. Der Führerschein wird nur von Führerscheinbesitzenden eingezogen, wenn diese Strafvergehen im Straßenverkehr verüben. Klar. Erst der Führerschein macht die Tatbegehung wie zu schnelles fahren möglich.

      Was ist also die Motivation dieser sachfremden Bestrafung der Unterhaltsprellung?

      Nun es ist ein eindeutig sexistischer! Männer haben häufiger einen Führerschein als Frauen. Sie besitzen auch häufiger ein eigenes Auto. Sie können also tendenziell eine säumige Unterhaltspflichtige mit diesem Instrument seltener bestrafen. Wo Frau keinen Führerschein hat, da keine Bestrafung.

      Diese Bestrafung wurde also bewusst gewählt um vorwiegend Männer zu treffen. Es ist eine Bestrafung gedacht vom zu bestrafenden her gedacht und nicht vom zu bestrafenden Verhalten! Das ist nicht nur mittelalterlich:

      Anhänger eines solchen Konzepts sind schlich sexistisch!

      • Wo Frau keinen Führerschein hat, da keine Bestrafung

        Würde mich mal interessieren, wie das überhaupt umgesetzt werden kann. Bekommt derjenige ohne Führerschein eine Ersatzstrafe?

        Wurde nicht auch erwähnt, dass es in einem anderen Land bereits üblich ist?

    • Verstehe den Sinn nicht. Ohne Fphrerschein wird er es am Arbeitsmarkt nicht leichter haben. Also gibt es noch weniger Unterhalt.

      • Der Sinn besteht in der Bestrafung des Übels Mann.

        • Ja aber die Frau die Geld bekommt, kriegt so noch weniger. Klar der Nann hat neb Schaden, die Frau aber auch, da der Ex dann nicht wenig zahlt sondern nichts.

        • @ Truth
          Hier geht es doch aber nicht um rationales Denken, sondern um die Durchsetzung einer Ideologie.

        • Hinzu kommen natürlich soziale Gegensätze. Was weiß eine weibliche Bundesministerin denn bitte schön von Arbeit? Die kann sich doch nicht mal vorstellen, dass es da draußen Leuten gibt, die auf ihr Auto angewiesen sind. Man selbst fährt ja mit Dienstwagen. Außerdem sind Männer privilegiert und verdienen eh unberechtigt 23 Prozent zuviel.

        • Richtig. Man wählt irgendwas aus, was Männer häufiger tun/haben und entzieht ihnen das. Auch wenn es in keinem sachlichen Zusammenhang zum strafbewehrten Verhalten (hier Unterhaltsprellung) steht.

          Man könnte als Äquivalent sich auch spezielle Strafen für Frauen ausdenken. Wer z.B. einen Diebstahl begeht bekommt eine Glatze rasiert.

          Männer trifft diese Strafe weniger, einige haben selbst schon eine, andererseits ist die Glatze bei Männern eher sozial akzeptiert. Frauen haben aber überwiegend lange Haare. Die trifft es besonders.

          Wir sehen. Führerscheinentzug denkt vom zu bestrafenden Mann her und nicht vom strafwürdigen Verhalten. Mit sexistischen Feministinnen zurück ins Mittelalter…

        • Wobei ich ja im Greundeskreis auch einen Fall hab. Das Gericht erzählt auch immer von seiner erhöhten Erwerbsobliegenheit, da er zu wenig verdient. Er soll nen Nebenjob haben. Außerdem soll er kosten sparen, wenn er näher an der Arbeit wohnt. Er wohnt schon immer hier im Umkreis, daher auch in der Ehe. Durch den Umzug wäre auch die Miete höher. Das ist den Richtern u Ämtern aber egal. Er kann am Arbeitsort eohnend mehr zahlen. Da sieht man auch, es geht NICHT um den Vorteil der Ex. Der Kerl ist jetzt nämlich insolvent.

      • „Verstehe den Sinn nicht. Ohne Fphrerschein wird er es am Arbeitsmarkt nicht leichter haben. Also gibt es noch weniger Unterhalt.“

        Der Sinn ist nur selten im höheren Unterhalt zu suchen. Es geht um Rache und die Möglichkeit, die staatlichen Institutionen dafür einzuspannen.
        Einer meiner Vereinskollegen (Väterverein) war Banker, der im Zusammenhang mit der Bankenkrise seinen Job verlor.
        Als der geforderte Unterhalt nicht mehr in der nötigen Höhe floss, schickte seine Ex ihm den Gerichtsvollzieher ins Haus.
        Das war sein Edeka-Schein (EDK – „Ende der Karriere“), denn einem Banker, bei dem schon mal gepfändet wurde, würde man in der Branche nicht mal einen abgekauten Apfel anvertrauen.

        Damit hatte seine Ex immer noch keinen Cent mehr in der Tasche (im Gegenteil), aber sie hatte zumindest ihr Rachebedürfnis befriedigen können.

    • Mann darf sich bestimmt den Chauffeur von Schleswig leihen, wenn man Gefahr läuft seinen Arbeitsplatz aufgrund fehlenden Führerscheins zu verlieren. ^^

  6. da macht gerade eine Studie die Runde das jedes 2. Kind einer Alleinerziehenden keinen Unterhalt bekommt. Schleswig will denen dann den Führschein wegnehmen.

    https://www.google.de/search?client=opera&q=bertelsmann+studie+alleinerziehende+unterhalt&sourceid=opera&ie=utf-8&oe=utf-8&channel=suggest&gws_rd=ssl

    • Oben schon verlinkt, samt Kritik. 🙂

      • sry Jan

    • @matze

      Das viele Unterhaltsschuldner den UNterhalt nicht zahlen können ist auch nicht weiter verwunderlich. Man braucht dazu schon ein einigermaßen anständiges Gehalt

      https://allesevolution.wordpress.com/2015/02/26/frauen-sind-schlechtere-unterhaltszahler-als-die-manner/

      Laut Düsseldorfer Tabelle liegt der Selbstbehalt beim Kindesunterhalt (für minderjährige Kinder) in der folgenden Höhe:

      Existenzminimum des unterhaltsberechtigten Ehegatten einschließlich des trennungsbedingten
      Mehrbedarfs in der Regel:
      1. falls erwerbstätig: 1.080 EUR
      2. falls nicht erwerbstätig: 880 EUR

      Der gleichen Tabelle läßt sich auch der Kindesunterhalt entnehmen, für ein 7jähriges Kind wäre demnach eine Mindesunterhalt von 272 € (nach Abszug des hälftigen Kindergeldes) zu zahlen. Demnach müsste die unterhaltspflichtige Person ein Mindesteinkommen von 1080 € + 272 € = 1352 € haben.Das erfordert bei Steuerklasse I ein Einkommen von ca. 1970 € brutto. Was für eine ungelernte Kraft oder eine Kraft, die wenig Berufserfahrung hat oder in einem schlecht bezahlten Beruf arbeitet, schon eine ziemliche Hürde ist.

      Kommt noch ein zweites Kind hinzu, dann wird dies noch schwieriger. Dann würde man bei einem weiteren Kind in der Altersstufe bereits 1080 € + 272 € + 272 € = 1624 € netto, also ca. 2500 €.

      Strafandrohungen kann es natürlich auch nur geben, wenn bei Leistungsfähigkeit eine Unterhaltspflicht besteht
      Soweit scheint es Schleswig aber angesichts der Zahlen mit denen sie hantiert nicht durchdacht zu haben

  7. Dümmlicher misandrischer und rassistischer Artikel von einem politisch korrekten Volldepp:

    Der Mann steckt in der Krise? Schön wär’s!

    http://www.gwi-boell.de/de/2016/06/14/der-mann-steckt-der-krise-schoen-waers

    • Vor allem „Schön wär’s!“

      So ein Depp.

      Hab da schon kommentiert, wurde aber (noch) freigeschaltet.

      Das hier fand ich gut:

      „7.000 Vergewaltigungen und Fälle sexueller Nötigungen werden jedes Jahr in Deutschland angezeigt. Die überwiegende Mehrzahl wird begannen von weißen Männern, ohne dass auch nur eine Talkshow das Phänomen weiß-männlicher sexualisierter Gewalt skandalisiert.“

      Nach

      http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61646/migrationshintergrund-i

      haben 79,7% der in Deutschland lebenden keinen Migrationshintergrund.

      Ich fordere das 50% der Vergewaltigungen von nicht Weißen begangen werden. Für die Gerechtigkeit!

      Hab ich schon gesagt das er eine Depp ist?

      Ob sich das die schwarzen Männer in Afrika auch immerzu anhören müssen? Das schwarze Männer ja auch so böse sind, weil sie da wo sind die Mehrheit bilden auch die Mehrheit der Verbrechen begehen.

      Ich denke der Typ ist ein klarer Fall für die Bildungsbenachteiligung der jüngeren Generation von Jungen. ^^

      • wurde aber (noch) nicht*

      • Echt jetzt. Ich hab mal gelesen, dass in China es vor allem Chinesen sind, die vergewaltigen! Diese Chinesen … tstsss..

    • Vom gleichen Autor; man könnte es sich nicht besser selber erfinden :

      Feministischer als ihr war Mohammed allemal : http://www.gwi-boell.de/de/2016/02/19/feministischer-als-ihr-war-mohammed-allemal

  8. Interessanter Artikel über eine liberale Muslimin, die die konservativ-islamische Geschlechterrollensozialisation kritisiert und dabei auch die Mitverantwortung konservativ-islamischer Mütter berücksichtigt.
    Zwar werden die Nachteile der traditionellen Geschlechterrolle für Jungen und Männer in der konservativ-islamischen Sozialisation leider zu wenig analysiert, trotzdem lesenswert, weil deutlich wird, dass es falsch ist muslimische Frauen nur in der Opferrolle zu sehen und zu ignorieren, dass konservativ-islamische Frauen durch ihre Rolle in der Erziehung einen großen Beitrag dazu leisten, dass die autoritären Werte und Normen des konservativ-orthodoxen Islams reproduziert werden:

    „Safeta Obhodjas ist Schriftstellerin und Muslimin. Sie ist keine Talkshow-Berühmtheit, dafür umso engagierter. Sie kritisiert bestimmte Tendenzen im zeitgenössischen Islam, ist aber keine typische Islamkritikerin. Safeta Obhodjas kritisiert das deutsche „Multi-Kulti“ – und sie kritisiert Frauen. Auch muslimische Frauen. Die nimmt sie in die Pflicht.“

    http://www.deutschlandfunk.de/muslimische-islamkritikerin-muetter-erziehen-ihre-soehne-zu.886.de.html?dram:article_id=358413

    • Guter Link.
      Bei „liberaler Muslimin“ dachte ich gerade eher an Agenten wie Mazyek oder Kaddor („Deutschsein heißt in Zukunft, Migrationshintergrund zu haben“).

      Die scheint ja wirklich eine zu sein.
      Man muß festhalten: Das Klima im Islam wird weltweit seit 50 Jahren immer radikaler, fundamentalistischer, repressiver. Früher hatte nur S-Arabien die Scharia, heute 50 von 57 isl. Staaten.

      Die Exil-Moslime hängen natürlich am Zeitgeist in den Heimatländern, so wie wir an den USA. Nüscht mit liberal im großen Stil.

      • *Die Exil-Moslime hängen natürlich am Zeitgeist in den Heimatländern, so wie wir an den USA.*

        Na, bist du jetzt Reichsbürger?

        • Ich kann alles sein, was Du gerne möchtest. Jedes Feindbild. Brauchst Du doch, oder?

        • Wie kann frau derart naiv dumm und einfältig sein?

  9. „Let me tell you something about feminism. Feminism ist for equality! But because I am a hetero white male I let it explain to you by woman.“

    http://www.youtube.com/watch?v=suGVpYZEBOs

    E-q-u-a-l-i-t-y by feminist!

    Wo die Meinung eines Mannes weniger Wert ist, wie die einer Frau.

  10. Bei mir geht es im letzten Beitrag auf meinem Blog um Humor. Haben Frauen und Männer einen unterschiedlichen Humor? Was ist mit sexistische Witzen?

    http://nur-miria.blogspot.it/2016/07/das-lachen-der-frauen.html?m

    Auslöser war für mich dieser Artikel :
    http://www.jetzt.de/gleichberechtigung/lachen-ueber-sexistische-witze

    Insgesamt finde ich das Thema Humor und wie diese funktioniert sehr interessant und denke, dass auch noch weitere Posts zu dem Schwerpunkt folgen werden.

  11. Anne Wizorek hat trotz Heterosexualität die Schnauze voll von Männerinnen:

    „Ihr letzter Freund hat sie wegen ihrem feministischen Gelalle ausgelacht, vor all ihren Freundinnen.

    Das ist freilich illoyal und erklärt, warum sie ihren Freund vor die Tür gesetzt hat.
    Es macht keinen Sinn, sich jeden Tag mit einem Ignoranten auseinanderzusetzen, der sich nicht die Mühe macht, ihre Gedankenwelt zu verstehen, der nur an Muschi und Titten denkt, obwohl Anne von Letzterem recht wenig hat.“

    http://www.das-maennermagazin.com/blog/anne-wizorek

    • Der Text ist zugegebenermaßen recht fäkal. Kennt jemand von Euch ne Quelle, wo sie was über ihren Machomacker sagt?

      • Leutnant Dino tut es offenbar nicht. ^^

      • Den Artikel hab ich auch gelesen. Dino schießt sich ja immer auf gewisse Leute ein. Vorher Maas, jetzt seit Wochen Wizorek. Ich mag ihn wohl, wprde aber nicht alles für ernst nehmen. Er sagt ja selber, vieles ist Satire.

  12. Will hier mal wieder was auf Christian abwälzen, da ich keinen Nerv habe, mich damit auseinander zu setzen:

    http://medienpranger.ch/

    Der „Medienpranger“ (treffend benannt, denn der Pranger war ja schon immer ein Werkzeug des Guten) ist laut Selbstbeschreibung „ein Blog gegen sexistische Berichterstattung“, an sich durchaus in Hinblick auf beide Geschlechter.
    Wie gesagt, ich habe keinen Bock, es zu beobachten, aber es wäre wohl nicht uninteressant, ob er hält, was er verspricht, oder aber an zwölf „Männer sind DES TEUFELS“-Artikeln vorbeigeht, um dann einen Minirock als Zeichen der allgegenwärtigen Frauenfeindlichkeit anzuprangern.

    Dann beklagt dieser Artikel, dass der deutsche Film angeblich momentan einen Höhepunkt habe, der aber nicht gewürdigt werde:

    http://www.zeit.de/kultur/film/2016-07/deutsches-kino-toni-erdmann-maren-ade-frauen-foerderung/komplettansicht

    In der Zusammenfassung beim BildBlog heißt es: „So wild und experimentierfreudig wie zurzeit hätte sich das deutsche Kino lange nicht mehr gezeigt. Und so weiblich überhaupt noch nie.“ – Und da habe ich geistig schon abgeschaltet. Denn das riecht für mich danach, als wenn wir wieder das alte Problem haben, politische Erwünschtheit und Korrektheit mit künstlerischer Qualität zu verwechseln. DARUM kommt der deutsche Film nie aus den Socken. Es ist ihm halt immer wichtiger, einen guten Ruf zu haben, als gut zu sein.

  13. Dann auch mal wieder mein üblicher Liana-Kerzner-Newsflash:

    In diesem Video erklärt sie die feministische Objektivierungstheorie. Nicht hysterisch, nicht einseitig, nicht anklagend und vor allem auch Männer einschließend, erläutert sie, was dieses, meist gedankenlos herumgeschleuderte Buzzword eigentlich bedeutet. Fand ich höchst interessant.

  14. Heut wird wohl wie bekannt sein dürfte neben „Nein heißt Nein“ eine zweite neue Sexualnorm beschlossen:

    „Was ändert sich für Prostituierte?

    Sie werden verpflichtet, sich anzumelden und ihre Anmeldung alle zwei Jahre zu erneuern. Bedingung ist eine Gesundheitsberatung, die jedes Jahr wiederholt werden muss. Frauen unter 21 müssen sich doppelt so häufig melden und beraten lassen. Die Sexarbeiterinnen können sich eine Alias-Bescheinigung ausstellen lassen, auf der ihr Name nicht erscheint. Die Länder haben bis zum nächsten Jahr Zeit, die lokalen Gesundheits- und Meldebehörden vorzubereiten.“

    Ich bin an sich nicht für den Weg der Reglementierung und finde aber wenn schon, dann sollten Freier ebenfalls gezwungen sein sich vor dem Erst-Pay-Sex und dann regelmäßig alle ein bzw. zwei Jahre bei den Behörden anmelden zu müssen mit aktuellem gesundheitlichem Nachweis. Auch sie müssten dann einen Freierausweis mit sich führen um sich nicht-strafbar zu machen.

    Begründung: von ihnen – nicht von den Prostituierten – geht die hauptsächliche Gefahr – nicht nur für die Prostituierten – aus.

    „Welche Auflagen bekommen Bordell-Betreiber?

    Ihre Geschäftsmodelle werden eingeschränkt. Flatrate-Angebote werden verboten, ebenso inszenierte Gruppenvergewaltigungen oder Werbung für Sex mit schwangeren Frauen.“

    Das mit den Flatrates versteh ich nicht, das war m.W.n. eins der wenigen für die Prostituierten (sicher kalkulierbar) profitablen Geschäftsmodelle innerhalb der Bordellprostitution. Die „regulären“, vom Gesetzgeber verschonten Großbordell-Systeme sind für mein Empfinden wesentlich sittenwidriger, da sie die Prostituierten mit Schulden trotz x bedienter Freier zurücklassen (können).

    Gegen das Verbot „inszenierter Gruppenvergewaltigungen“ habe ich nichts, das hätt ich nur nicht als Phänomen aufm Schirm gehabt bislang.

    Das „Sex mit schwangeren Frauen“-Werbungsverbot lehne ich tendenziell ab.

    „Bordell-Betreiber dürfen nicht einschlägig vorbestraft sein, müssen ein Betriebskonzept vorlegen und brauchen eine Genehmigung. Die Prostitutionsstätten sollen häufiger kontrolliert werden. Es werden hygienische, räumliche und sicherheitsrelevante Standards vorgeschrieben wie etwa getrennte Arbeits- und Schlafräume und Notrufknöpfe auf den Zimmern.“

    Maßnahmen zur Stärkung der Bordell-Prostitution so wie hier (aller Wahrscheinlichkeit nach) lehne ich ab vor dem Hintergrund, dass DER (Sexworker.at-)Einsteigerinnen-Tipp überhaupt lautet: such Dir ein kleines, frauengeführtes Bordell wo keine fixen Tagesmieten gezahlt werden müssen.
    Genau solche werden steigende Anforderungen an bauliche Maßnahmen nur leider als Erstes rausgekegeln.

    „Womit müssen Freier rechnen?

    Es wird eine Kondompflicht eingeführt. Freier und Bordellbetreiber müssen Bußgelder zahlen, wenn sie dagegen verstoßen, die Prostituierten nicht. Ihnen soll das Gesetz helfen, die Verwendung von Kondomen durchzusetzen.“

    Besser als erwartet.

    „Freiern, die zu Zwangsprostituierten gehen, drohen Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu fünf Jahren, sofern sie keine Anzeige erstatten. Als Indizien nennt das Gesetz, wenn allein der Zuhälter Art und Entlohnung der Sexdienstleistung aushandelt, die Prostituierte eingeschüchtert ist oder Verletzungen hat.“

    Im Prinzip gut.

    Ähm, fiele Minderjährigkeit unter denn auch unter „Zwang“?

    „Was droht Menschenhändlern und Zuhältern?

    Menschenhändler, die ihre Opfer in die Prostitution zwingen, droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren, ebenso wie Zuhältern von Zwangsprostituierten. Menschenhändler sollen künftig auch dann bestraft werden können, wenn die Opfer nicht gegen sie aussagen. Bisher scheitern Verurteilungen häufig daran, dass die Opfer ihre Aussagen vor Gericht nicht wiederholen.“

    Im Prinzip vielleicht sogar phantastisch.
    Ich kann mir zwar ausmalen, wie das schief gehen könnte, aber…

    http://www.evangelisch.de/inhalte/136175/07-07-2016/kondompflicht-anmeldung-kontrollen

    Wenns das gewesen sein sollte, kann ich zu meiner Überraschung nun kein klares Pro-/Contra-Votum abgeben.

    • „Begründung: von ihnen – nicht von den Prostituierten – geht die hauptsächliche Gefahr – nicht nur für die Prostituierten – aus.“

      Ziel des Gesetzes ist, dass Zwangsprostitution unterbunden wird, nichts zwangsfreiertum. Die Gesundheitsgefahr geht von den Prostituierten aus, weil diese mit 1.000 Männern im Jahr Sex haben, die Freier werden nicht annährend auf diese Zahlen kommen. Zudem müssen eben die Freier auch keine Steuern auf Verdienste aus dem Gewerbe zahlen, weswegen es vermutlich den Staat auch weniger interessiert, ob sie ein solches ausüben

      • Zwangsfreiertum?
        Wat soll dat dann sein?

        Allgemeines Ziel ist auch die Eindämmung von Gewalt und Verbesserung der gesundheitlichen Lage der Prostituierten.

        Wenn Freier mit sexuell-übertragbaren Krankheiten kein Freierausweis ausgestellt würde – den die Prostituierte per Gesetz gezwungen wäre mit ihrem Handy zu fotographieren oder sowas, damit sie ihn später vielleicht informieren könnte im Falle einer eigenen Ansteckung -, reduzierte sich das Risiko für die Prostituierten dramatisch.

        Lässt sich nicht abstreiten.

        • „Zwangsfreiertum?
          Wat soll dat dann sein?“

          Eben.

          „Allgemeines Ziel ist auch die Eindämmung von Gewalt und Verbesserung der gesundheitlichen Lage der Prostituierten.“

          Das verbesserst du aber nicht, wenn du den Prostituierten ihre legalen Kunden nimmst.

          „Wenn Freier mit sexuell-übertragbaren Krankheiten kein Freierausweis ausgestellt würde – den die Prostituierte per Gesetz gezwungen wäre mit ihrem Handy zu fotographieren oder sowas, damit sie ihn später vielleicht informieren könnte im Falle einer eigenen Ansteckung -, reduzierte sich das Risiko für die Prostituierten dramatisch.“

          Das ist doch albern. Dann steh doch wenigstens dazu, dass du die Prostitution verbieten und in die Illegalität abgleiten lassen willst.

        • Ja wie, „eben“?

          Freier gehören in die Gruppe der Täter und Nutznießer in Sachen Zwangsprostitution, Prostituierte nicht.

          Daher muss die Gruppe der Freier auch unter stärkerer polizeilicher Beobachtung und Kontrolle stehen als die Gruppe der Prostituierten. Logik.

          Und albern? Findest Du das Revival des Bockscheins für die Prostituierten etwa auch „albern“?

        • @semikolon

          Es gibt in der freiwilligen Erwachsenenprostitution keine Täter. Und Zwangsprostitution ist sehr selten und dürfte üblicherweise auch für den Freier nicht erkennbar sein (woran auch?). Den freier zu kontrollieren bringt damit gar nichts. Wenn die Behörde, die ihr den Schein ausgestellt hat, die Zwangsprostitution nicht bemerkt, wie soll es dann der Freier merken?

          Der einzige Effekt wäre die Prostitution in das illegale zu treiben.

          Was du ja auch willst, da du sie als falsch ansiehst.

      • Ich finde nur _gewerbliche_ Prostitution falsch.
        Mir erscheint es zwingend sittenwidrig, wenn Menschen davon leben, dass sie die Sexualität eines Anderen ausbeuten.

        Ich habe Nichts gegen finanzielle Zuwendungen an Sexpartner.
        Ich habe aber was gegen die Sex-Industrie und den Zuhälter-Staat.

        „Wenn die Behörde, die ihr den Schein ausgestellt hat, die Zwangsprostitution nicht bemerkt, wie soll es dann der Freier merken?“

        Die Idee könnte auch Teil einer Einschüchterungs- bzw. Entlastungsstrategie sein.

        Wie isses denn jetzt mit den Minderjährigen, weißt Du da was Näheres?

        Und sollen auf dem Hurenausweis nun eigentlich die exakten Geburtsdaten draufstehen wie von der (im geheimen agierenden) Freier-Lobby gewünscht?

        • @semikolon

          „Ich finde nur _gewerbliche_ Prostitution falsch“

          also du meinst mit angestellten?
          Das gibt es ja quasi nicht, Prostituierte sind in der Regel selbständig und mieten nur Zimmer an, auch in Bordells

        • „Mir erscheint es zwingend sittenwidrig, wenn Menschen davon leben, dass sie die Sexualität eines Anderen ausbeuten.“

          Wie ? Freificks für Männer? … Weil ist doch ungerecht das Männer Höhren Sexdrive als Frauen haben …

          „Ich habe Nichts gegen finanzielle Zuwendungen an Sexpartner.
          Ich habe aber was gegen die Sex-Industrie und den Zuhälter-Staat.“

          aah… alle anderen haben Steuern auf Gewinne ( ESt, LSt, MWSt.etc.) zuzahlen , aber wenn ich mit „Körpereinsatz“ als meist Frau Gewinn macht ist das alles mein Geld…

          ich seh da ne fetten Doublestandard ….

          ob ich gegen Entgeld meine Hände, Hirn oder Pussy vermietet ist EGAL, arbeit ist Arbeit!! und der ROI und der Stundenlohn für „sexarbeit“ ist wohl der Höchste auf dem gesamten Arbeitsmarkt

        • Wir müssen unseren etwa 15 Jahre bereits andauernden, nationalen Sonderweg hier zeitnah beenden, meine ich.

          Wir sind die Einzige Nation weit und breit, die institutionalisiert Prostitution fördert und als „respektable Frauenkarriere“ versucht zu framen. Das geht nicht mehr lange gut.

          Und wieder haste nen Grund Dich dafür zu schämen, dass Du Deutscher Staatsbürger bist…

        • Du meinst nur in Deutschland ist die Prostitution legal?

          https://de.wikipedia.org/wiki/Prostitution_nach_L%C3%A4ndern

        • @Semikolon
          Prositution ist per Definition gewerblich.

    • Ok, ich habe meine Meinung nochmal überdacht: ich würd nicht für dieses Gesetz stimmen, die Benefits wären mir doch zu gering, die Handschrift der Großbordellindustrie ist noch zu deutlich

      • Hach, heute mit Peter Lustig (Rest in Peace) geduscht?

      • „Großbordellindustrie“

        Ich hätte jetzt gedacht, das wäre ausgesprochen kleingewerblich. Man lernt nie aus.

        • Semi meint wahrscheinlich sowas, wie das „Pascha“ in Köln-Lövenich und anderen Städten.
          Ein Hochhaus mit wahrscheinlich über 100 Zimmern.

          Was Semi aber nicht rafft (oder weiß) ist, dass dort Zimmer kurzfristig und kurzzeitig an freischaffende Huren vermietet und diese mitnichten wie Batteriehühner gehalten werden.
          Das unternehmerische Risiko ist also überschaubar.

          Vor einigen Monaten gab es im TV eine Talkshow mit Befürwortern und Gegnern der Prostitution – u.a. war als konsequente Gegnerin die Ministerpräsidentin des Saarlands Kramp-Karrenbauer dabei.
          Unter den Befürwortern war eine Prostituierte (diplomierte Physikerin) und der Betreiber des Pascha.
          Die Diskussion gab interessante Einsichten in die Szene.
          Auf jeden Fall entsprechen sie nicht den plumpen Stereotypen Semis.

        • @carnofis

          „Was Semi aber nicht rafft (oder weiß) ist, dass dort Zimmer kurzfristig und kurzzeitig an freischaffende Huren vermietet und diese mitnichten wie Batteriehühner gehalten werden.“

          https://allesevolution.wordpress.com/2012/03/22/prostitution-zwangsprostitution-und-zuhalterei/

          Kein Bordellbetreiber will Prostituierte als Arbeitnehmer, das ist viel zu riskant. Sie dürften immer freiberuflich sein (inwiefern er trotzdem einen gewissen Einfluss auf sie ausübt, der in Richtung einer Scheinselbstständigkeit gehen kann wäre wieder eine andere Sache). Ansonsten müsste er ja Kündigungen aussprechen, wenn sie schlecht arbeitet und sie hätte Anspruch auf bezahlten Urlaub und Ausfall bei Krankheit etc. Das lohnt sich absolut nicht. Und die Prostituierten werden es auch so sehen, ein festes Gehalt statt bares auf die Hand, von dem man das meiste an der Steuer vorbeiführt? Dann noch Sozialabgaben einzahlen, in einem Land, indem man vielleicht nur kurzfristig anschaffen will? Und dann muss man die Schreiben der Rentenkasse noch erklären zuhause?

          Die Prostituierten haben etwas davon in einem Großbordell zu arbeiten, weil es eine bekannte Adresse ist, die freier anlockt. In der Tagesmiete ist sozusagen die Werbung schon enthalten. Das bedeutet sie haben relativ sichere einnahmen. Die Mietverträge dürften täglich kündbar sein, dass Unternehmerische Risiko ist, da man kaum sonstige Fixkosten hat, leicht zu überblicken.

          Natürlich kann auch jede kalkulieren, ob sie diese Fixkosten unter dieser Adresse eingeht und sich mit anderen Frauen dort vorher informieren. Und sich nach anderen Adressen

          Was ich auch nicht verstehe: Warum gründet keine Prostituiertenvereinigung ein eigenes Laufhaus? Dann könnten deren Mitglieder ihre Preise selbst bestimmen. Oder eine Frauenschutzorganisation, die das ausnehmerische dort heraus haben will. Es könnte dann sogar entsprechend beworben werden: „Prostitution mit so wenig Ausbeutung wie möglich, für Spass mit einem ruhigeren Gewissen“. Es wäre auch etwas für „sexpositive Feministinnen“ (wie ich hier schon einmal schrieb)

        • „Das bedeutet sie haben relativ sichere einnahmen.“

          Sie haben nichtmal ein sicheres Plus am Ende des Tages selbst wenn sie vier bis fünf Freier bedienen.

          Schau, das Pascha rühmt sich mit Laufkundschaft in der Höhe von ca. 800 Freiern täglich. Diese verteilen sich auf etwa 150 Prostituierte, was es bereits bei einer unrealistischen _Gleichverteilung_ auf die Prostituierten (bei Standardprogramm) schwer machte für die Frauen ihre täglich anfallenden Minimal-Kosten zu decken.

          Der „Service“ rundrum – also nicht die eigentliche Arbeit am Kunden – wird von ungefähr 90 festangestellten Personen (!) verrichtet, die eben auch bezahlt werden müssen von den ach so „selbstständigen“ Prostituierten dort auf den Zimmern (nicht Alles ist durch die Miete bereits abgedeckt).

          Mein Gedankengang ist:

          der Gesetzgeber hat offenbar erkannt, dass Flatrate-Bordelle und ihre Werbung (bspw.: „zahl 90 Euro und fick so viele so oft wie Du kannst“) verboten gehört, weil das gegen die Menschenwürde verstieße – eigentlich handelte es sich hier jedoch um das Einzige Geschäftsmodell, wo die Frauen VORHER wussten, mit wieviel Geld sie am Abend nach Hause gehen werden.

          Jetzt müsste man den Gesetzgeber noch soweit kriegen, dass er einsieht, dass jedes Konstrukt, welches die individuelle, by all means _nicht_ selbstständig agierende Großbordell-Prostituierte trotz Job-Erfüllung mit Schulden zurücklässt bzw. lassen kann, mindestens genauso gegen die Menschenwürde verstößt wie das bereits vom Verbot erfasste Modell, auch wenn man tausende Frauen seit 2002 genau in solche Etablissements „gelenkt“ hat.

          Argumente dagegen?

        • @semikolon

          „Sie haben nichtmal ein sicheres Plus am Ende des Tages selbst wenn sie vier bis fünf Freier bedienen.“

          5 a 50 sind 250 €

          „Schau, das Pascha rühmt sich mit Laufkundschaft in der Höhe von ca. 800 Freiern täglich. Diese verteilen sich auf etwa 150 Prostituierte, was es bereits bei einer unrealistischen _Gleichverteilung_ auf die Prostituierten (bei Standardprogramm) schwer machte für die Frauen ihre täglich anfallenden Minimal-Kosten zu decken.“

          Nur: Wieviele Kunden hat man an anderer Stelle? Und sind alle Zimmer immer voll belegt? und: Wie schnell merkt sie das dabei nichts rumkommt?
          Dazu kommt: Wenn du eine sehr hübsche Prostituierte bist hast du vielleicht schlicht die 10 Kunden sicher. Macht 500 €

          „der Gesetzgeber hat offenbar erkannt, dass Flatrate-Bordelle und ihre Werbung (bspw.: „zahl 90 Euro und fick so viele so oft wie Du kannst“) verboten gehört, weil das gegen die Menschenwürde verstieße – eigentlich handelte es sich hier jedoch um das Einzige Geschäftsmodell, wo die Frauen VORHER wussten, mit wieviel Geld sie am Abend nach Hause gehen werden.“

          Dir ist klar, dass die Prostituierten nach wie vor pro Sex bezahlt werden? Das Risiko eines „Zuviels“ trägt das Flatrate Bordell. Sie können also da sogar SICHERER planen.

          „Jetzt müsste man den Gesetzgeber noch soweit kriegen, dass er einsieht, dass jedes Konstrukt, welches die individuelle, by all means _nicht_ selbstständig agierende Großbordell-Prostituierte trotz Job-Erfüllung mit Schulden zurücklässt bzw. lassen kann, mindestens genauso gegen die Menschenwürde verstößt wie das bereits vom Verbot erfasste Modell, auch wenn man tausende Frauen seit 2002 genau in solche Etablissements „gelenkt“ hat. Argumente dagegen?“

          Für wie doof hältst du Prostituierte? Wenn sie da draufzahlen, dann gehen sie eben wieder. Das verschuldensrisiko ist minimal. Wenn jeder Unternehmer ein Risiko von sagen wir mal 1000 Euro auffangen würde, dann wäre das paradiesisch.
          Richte dir mal ne Kneipe ein. Geschweige denn einen richtigen Betrieb

        • „Natürlich kann auch jede kalkulieren, ob sie diese Fixkosten unter dieser Adresse eingeht und sich mit anderen Frauen dort vorher informieren.“

          Zumindest der Pascha-Betreiber bietet zu den Zimmern eine Menge weiterer Leistungen an, die da z.B. sind: Reinigung, Wachschutz u.ä. Außerdem arbeitet das Haus mit der Polizei zusammen.
          Das scheinen mir Dinge zu sein, auf die ich als Frau vermutlich schon wert legen würde.

          Eigentlich eine win-win-Situation für alle Beteiligten.

        • Nochmal für Dich, Carnofis:

          jeder Möchtegern-Prostituierten ist nur zu raten solche Häuser komplett zu meiden und ein Modell zu suchen, wo wenigstens nur der von ihr erwirtschaftete Umsatz 60:40 geteilt werden muss (Steuern und Sozialabgaben außen vor).

          Und das neue Gesetz schreibt leider ausdrücklich, dass es keinerlei Ausnahme (von den Bauvorschriften) für „Kleinstbetriebe“ (sprich 2 oder 3 Prostituierte, die sich zusammenschließen) geben soll … da steckt doch Absicht hinter.
          Eine perfide noch dazu.

        • „Jetzt müsste man den Gesetzgeber noch soweit kriegen, dass er einsieht, dass jedes Konstrukt, welches die individuelle, by all means _nicht_ selbstständig agierende Großbordell-Prostituierte trotz Job-Erfüllung mit Schulden zurücklässt bzw. lassen kann, mindestens genauso gegen die Menschenwürde verstößt wie das bereits vom Verbot erfasste Modell,…“

          Aber Semi (seufz), das mit der Selbständigkeit hat man Dir doch nun schon mehrfach detailliert erklärt.
          Wenn eine Frau beschließt, auf den Strich zu gehen und – aus Erwägungen der eigenen Sicherheit – ein Zimmer im Pascha zu diesem Zweck anmietet, dann weiß sie vorab, was sie tut. Auf Verrückte und Illegale wird der Bordellbetreiber sich gar nicht einlassen, weil er ein großes Interesse am guten Ruf seines Hauses hat.
          Wenn also besagte Freiberuflerin einen Mietvertrag unterschreibt und am Ende – vielleicht wegen Verkennung der eigenen sexuellen Attraktivität – mit Schulden aus dem Haus geht, dann ist das das ganz normale Berufsrisiko, das jeder Architekt, Arzt, Blumenladenbesitzer oder Nailstudio-Betreiber eingeht.
          Warum sollte eine Prostituierte dieses Risiko nicht tragen müssen, alle anderen aber schon?

          Dein Problem ist doch, dass es um ein Geschäft geht, bei dem Männer „profitieren“. Vermutlich würde es Dich schon ruhiger schlafen lassen, wenn die Freier bei jedem Stoß einen Stromschlag verpasst kriegten. Das aber mag Dich persönlich befriedigen, wäre aber mit Sicherheit nicht im Interesse der Huren und ihrer Freier.

        • „jeder Möchtegern-Prostituierten ist nur zu raten solche Häuser komplett zu meiden und ein Modell zu suchen, wo wenigstens nur der von ihr erwirtschaftete Umsatz 60:40 geteilt werden muss …“

          Bleibt jeder Hure unbenommen, dem Rat zu folgen.
          Keine Frau MUSS sich in ein Großbordell einmieten.
          Aber offensichtlich tun das eine ganze Menge.

          „Und das neue Gesetz schreibt leider ausdrücklich, dass es keinerlei Ausnahme (von den Bauvorschriften) für „Kleinstbetriebe“ (sprich 2 oder 3 Prostituierte, die sich zusammenschließen) geben soll … da steckt doch Absicht hinter.
          Eine perfide noch dazu.“

          Ich kenn die Bauvorschriften für Bordelle nicht.
          Aber ich habe einige Jahre in einer Baubehörde gearbeitet. Mir ist nicht in Erinnerung, dass es besondere Vorschriften für solche Etablissements gibt, die nicht für andere hotelartige Unterkünfte gleichermaßen gegolten hätten.
          Die einzige Besonderheit ist, dass eine Stadt/Gemeinde Teile des Gemeindegebiets für den Bordellbetrieb ausschließen darf.
          Aber selbst das gilt allgemein für Gewerbebetriebe.

          Vermutlich wird das horizontale Gewerbe prozentual weit häufiger in solchen von Dir geforderten Unterkünften betrieben, also in privaten Unterkünften einzelner Prostituierter.
          Aber das ist eben mit Risiken verbunden, weil Privatwohnungen rechtlich nicht gewerblich genutzt werden dürfen – auch hier wieder gleichgültig, ob Du dort der Hurerei oder einem anderen Kleingewerbe nachgehst – und Du relativ schutzlos bist, wenn Du an den falschen Kunden gerätst.

        • „Warum sollte eine Prostituierte dieses Risiko nicht tragen müssen, alle anderen aber schon?“

          Reden wir doch mal über die Risiken, die (weibliche) Prostituierte sonst noch so tragen müssen als da wären:

          ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen, sexuell übertragbare Krankheiten, Vergewaltigungen und sonstige körperliche Gewalt, Stigmatisierung…

          Diese „normalen Berufsrisiken“ wären D.M.n. vergleichbar mit denen welcher anderen Professionen?

          „Keine Frau MUSS sich in ein Großbordell einmieten.
          Aber offensichtlich tun das eine ganze Menge.“

          Die keine anderen Möglichkeiten haben, z.B. weil sie unsere Sprache nicht sprechen und oft auch keine Arbeitserlaubnis für qualifizierte Tätigkeiten haben.

          Und jetzt bitte ich auch nochmal um nen Kommentar zur „Geld-zurück-Garantie“ des Paschas. Der Manager (Sozialpädagoge!) sagt ja, das sei bloßes, nicht ernstzunehmendes Marketing.
          So wie damals die Femidom-Sache. Da hatte der Hausvorstand erklärt, _alle_ „Mädchen“ seiner Einrichtung hätten sich – freiwillig und selbstbestimmt natürlich – dafür entschieden, vom Gummi für den Mann auf das für die Frau umzusteigen.

          Wie sollten derartige Aussagen, die über Monate und Jahre auf der Homepage prangern, überhaupt möglich sein, wenn in dem Haus angeblich 150 wechselnde, nicht weisungsgebundene Freiberuflerinnen tätig wären?

        • Zitat Semikolon:“Und das neue Gesetz schreibt leider ausdrücklich, dass es keinerlei Ausnahme (von den Bauvorschriften) für „Kleinstbetriebe“ (sprich 2 oder 3 Prostituierte, die sich zusammenschließen) geben soll … da steckt doch Absicht hinter.
          Eine perfide noch dazu.“
          Auf welchen Entwurf des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) bezieht sich deine Aussage? Im Entwurf der Bundesregierung, veröffentlicht von bundestag.de werden die Anforderungen an die Prostitutionsstätte in § 18 geregelt. Absatz 3 läßt Ausnahmen für Kleinbetriebe zu (durch die zuständige Behörde, die auch die Erleubnis erteilt).

        • Schau mal,
          wenn Du ein Shopping-Center – sagen wir mal, so eines wie das Breuningerland in Ludwigsburg – betreibst, dann wirst Du NUR das Gebäude betreiben und den interessierten Mietern einen Vertrag vorlegen, in dem die Nutzungsbedingungen sehr detailliert festgelegt wurden. Ein sehr großer Kunde – sagen wir mal Saturn – wird da vielleicht bei den Bedingungen mitreden dürfen, der Blumenhändler neben dem Eingang aber nicht. Für ihn gilt „Take it, or leave it!“

          Ich bin sicher, solche Verträge müssen auch die Huren unterschreiben, die sich im Pascha einmieten wollen.
          Ebenso wie der Betreiber eines Shopping-Centers wird der Betreiber eines Großbordells ein extrem ausgeprägtes Interesse haben, seinen Laden „sauber“ zu halten. Das Sex-Geschäft lebt nämlich seit eh und je von und mit der Diskretion.
          Beschäftigt er Illegale in seinem Etablissement, wird er riesige Probleme kriegen, bis zum Verbot, das Gewerbe weiter zu betreiben.
          Welcher Teufel sollte ihn also reiten, ohne Not Illegale ins Haus zu lassen?

          „Reden wir doch mal über die Risiken, die (weibliche) Prostituierte sonst noch so tragen müssen als da wären:

          ungewollte Schwangerschaften und Abtreibungen, sexuell übertragbare Krankheiten, Vergewaltigungen und sonstige körperliche Gewalt, Stigmatisierung…“

          Berufsbedingte Risiken trägt – mehr oder weniger und in unterschiedlicher Form – nahezu jeder Mitarbeiter in einem Gewerbebetrieb. Ich z.B. arbeite mit Chemikalien unterschiedlicher Gefährlichkeit.
          Aber ich weiß darum und es ist meine Entscheidung, wenn ich es weiter tue, anstatt mich als feministischer Theologe zu versuchen.

          Vor Vergewaltigung und sonstiger körperlicher Gewalt kann man keine Frau 100%ig schützen, es sei denn, sie ließe sich in eine hermetisch abgeschirmte Zelle sperren und bewachen. Aber wenn sie der Prostitution nachgeht, ist sie wahrscheinlich in einem Großbordell sicherer, als in ihrer kleinen Privatwohnung.

          Ist eine Hure noch stigmatisiert? Ich kenne keine privat, aber die, die ich vom Sehen her kenne, treten außerhalb ihrer Arbeit wie jede andere „normale“ Frau auf.

          Semi, Du benimmst Dich wie jemand, der auf einer Kreuzfahrt ständig die Passagiere in die Boote treiben will, weil das Schiff sinken KÖNNTE.
          95% der Frauen, die Du retten willst, sind sich der Risiken bewusst und gehen sie angesichts der erwarteten Vorteile trotzdem ein.
          Dein Argument, dass man Schiffsreisen zur Gänze verbieten müsste, da es auch Sklavenschiffe gäbe, zieht einfach nicht.

        • „Welcher Teufel sollte ihn also reiten, ohne Not Illegale ins Haus zu lassen?“

          Im Pascha gabs vor einigen Jahren übrigens mal einen eher kleingehaltenen Skandal, weil rauskam, dass zwei 14- bzw. 15-jährige (m.W.n. nicht-deutsche und deutsch-sprechende) Prostituierte eingemietet waren. Das muss also so gewesen sein, dass – wie üblich – das Pascha die Anmeldung und Behördengänge für „die Selbstständigen“ übernommen hatte.
          Hat das irgendwen – außer den Mädchen – den Kopf gekostet?
          Nein. Bestimmt nicht.

        • U.a. über den „Skandal“ mit den Minderjährigen, die offenbar einfach behauptet haben 14 zu sein, um sich nicht ausweisen zu müssen.
          http://www.taz.de/1/archiv/?id=archivseite&dig=2007/05/07/a0148

        • nochmal zur Ergänzung: Prostituierte sind keine Freiberuflerinnen, sondern Gewerbetreibende.

        • oh bitte …

          „Die Beschäftigung von minderjährigen Mädchen hat für das Bordell „Pascha“ wohl kein strafrechtliches Nachspiel. Die Gewerbeabteilung der Stadt will bis Anfang kommender Woche den Sachverhalt prüfen und über Konsequenzen entscheiden. Die Ausländerbehörde hat nach der Befragung der vier 14-Jährigen aus Afrika ihren Bericht an die Gewerbeabteilung weitergeleitet. „Nun wird dort entschieden, ob die Beschäftigung Folgen hat“, sagte Dagmar Dahmen, Leiterin der Ausländerbehörde.

          Möglicherweise werde dem Betreiber dann eine Geldbuße aufgebrummt, weil viele Prostituierte sich nicht ordentlich ausweisen konnten. Strafrechtlich wird der Chef von Kölns größtem Freudenhaus aber wohl nicht belangt. „Es gibt kein Ermittlungsverfahren“, sagte Polizeisprecher Wolfgang Baldes. Weil die 14-Jährigen bei der Einmietung ins Bordell gefälschte Ausweise vorgelegt haben, könne man dem Pascha-Chef keinen Vorwurf machen. Selbst die Kripobeamten haben Schwierigkeiten, die Richtigkeit der Ausweise aus Togo, Ghana oder Nigeria zu erkennen. „Hinzu kommt, dass die Frauen von der Körperstatur erwachsen aussehen“, sagte ein Ermittler. Für die Razzia hatte die Polizei nun eigens einen Dokumentenprüfer mitgebracht – der Experte erkannte, dass die vorgelegten Ausweise der jungen Mädchen gefälscht waren.

          In den Befragungen bei der Ausländerbehörde gaben die Mädchen unterschiedliche Aussagen zu Protokoll. „Manche wussten, was sie tun“, sagte Dahmen. Wie die Minderjährigen nach Köln kamen, ist noch nicht abschließend geklärt. In den kommenden Tagen wird für die Mädchen ein Vormund gesucht; später sollen sie in ihre Heimat zurückgeschickt werden.

          Nicht zum ersten Mal wurden in Köln junge Frauen aus einem Bordell herausgeholt. Ende April 2004 trafen Ermittler bei einer Razzia im Etablissement „Das Bordell“ an der Hornstraße auf zwei 15 Jahre alte Mädchen. Auch sie hatten sich mit gefälschten Papieren eingemietet. Dennoch ist es für die Polizei kein Routinefall, dass 14-Jährige in Köln anschaffen müssen. „Dass wir Minderjährige aus einem Bordell herausholen, ist selten“, betonte Polizeisprecher Baldes.“

          http://www.rundschau-online.de/nur-geldbusse–fuer–pascha—11216806

    • Semikolon warum Gefahr durch Freier. Ohne Gummi wollen eig immer die Frauen. Und Geqalt kommt auch eher von den Damen, was ich von früher kenne.

      • Ohne Gummi wollen eig immer die Frauen.

        Prostituierte machen’s lieber ohne Gummi, ist das ernst gemeint?

        • Ja. Als ich immer da war, hatte ich das oft. Die konnten oft gerade dann kein Deutsch mehr, wenn ich nach Kondomen gefragt habe. Eine musste ich da mal total anschreien. Das kennst du doch auch.

        • Nein. Ich hab mich zwar schon mit einigen Sexworkerinnen unterhalten, aber bezahlen würde ich für Sex nicht.

    • Was lustig wäre:

      ein Freierausweis würde vermutlich mittelfristig zu einer Aufwertung des Freiertums führen (anders als der Hurenausweis).

      Denn Frauen, die auf unbezahlten Casual Sex auswären (deren Zahl sich mit steigender Akzeptanz der Prostitution selbstverständlich kontinuierlich reduzierte…), hätten es erstmalig auch leicht potentielle Sexualpartner um die Vorlegung eines Attests zu bitten.

      Mit anderen Worten: mann würde plötzlich suspekt, wenn mann keinen Freierausweis vorlegen könnte 😄

      • Blödsinn

        • Nichts davon ist Blödsinn.

        • @Semikolon
          Du hast Recht. Ist kein Blödsinn. Ist reine Spekulation.

    • die Prostituierte eingeschüchtert ist oder Verletzungen hat.

      Gute Idee, nur wird dadurch eine Haushaltsverletzung unter Umständen zum Existenzrisiko.

      Die „regulären“, vom Gesetzgeber verschonten Großbordell-Systeme sind für mein Empfinden wesentlich sittenwidriger, da sie die Prostituierten mit Schulden trotz x bedienter Freier zurücklassen (können).

      Dass Gewerbetreibende IMMER nicht nur Einnahmen, sondern auch Ausgaben haben, hast leider immer noch nicht begriffen.
      Ein freiberuflicher Masseur(in) wird auch „mit Schulden zurückgelassen“, wenn er/sie ihre Kosten nicht decken kann, z.B. weil er/sie einen zu geringen Satz verlangt oder nicht genug Kunden akquiriert, oder schlicht zu geringe Arbeitszeiten hat.

      Ist das wirklich zu hoch für dich?

      • Dann brauchen wir eben einfach Verdienst-Untergrenzen, also einen sicheren Mindestlohn – anstelle der Tagesmiete, Vorschuss-Lohnsteuer & Vergnügungssteuer, alles von der im Bordell eingemieteten Prostitutierten zu zahlen.

        Und einen Höchstsatz bei der Anzahl täglich zumutbarer Freier.

        Da möcht ich mal einen „Expertenstreit“ zu sehen oder lesen, ehrlich gesagt…

        • Du verstehst das system selbständig nicht oder?
          Was meinst du: wenn die Steuer nicht rausbekommt, wieviele Kunden eine Prostituierte hat, kann man es dann über wachen?

        • Im Großbordell eingemietete Prostituierte sind nicht selbstständig.
          Sie werben nicht selbstständig und haben keinen Einfluss auf die Preisgestaltung.

          Independants sind selbstständige Prostituierte.

          Frauen mit eigenem Studio oder kleinem Wohnungsbordell sind selbstständige Prostituierte.

          Und Überraschung:

          diese winzige Untergruppe verdient auch tatsächlich etwas, im Gegensatz zu den 100 und mehr im Großbordell eingemieteten „Kolleginnen“.

        • Natürlich sind sie selbständig. Denkst du sie wollen Sozialabgaben zahlen?
          Natürlich können sie auch die Preise bestimmen, wenn es der Markt hergibt. Preisbrecherinnen werden aber ärger mit der Konkurrenz bekommen. Und natürlich können sie selbständig werben, warum nicht?

        • Semikolon was du sagst ist Mist. Sorry bei Huren kenne ich mich aus. Was du sagst ist FALSCH.

        • „Denkst du sie wollen Sozialabgaben zahlen?“

          Wat? Das müssen sie aber doch? Nur die Arbeitgeberseite zahlt hier nix für seine Pferdchen, die ihm seinen Profit garantieren (!).

          Ok, nein, stimmt so auch nicht.

          Das Pascha hat im Angebot:

          – dringend benötigte Dolmetscher für Behördenbesuche etc. oder auch für die

          – kostenlose(n) Ärzte im Haus (könnte man für die Damen nicht einfach Krankenkassenbeiträge zahlen? Ah, ich weiß, die würd keine Krankenkasse versichern…)

          Für die Ernährung, den Besuch beim Frisör, Mani- und Pediküre, Dessous, Schuhe und und und ist natürlich auch gesorgt in so nem Großbordell – zu Apothekerpreisen, versteht sich.

          Da nimmt Frau doch gern sowas wie die „Geld-zurück-Garantie“ bei Nichtgefallen in Kauf, mit der der Arbeitgeber die Freier anlockt… be-stimmt! Und fühlt sich so frei dabei. Und selbstständig, natürlich…

        • Natürlich kann ein Vermieter bestimmte Leistungen bereit stellen. Warum sollte er nicht? Das macht ihn nicht zum Arbeitgeber.

        • Ein „einfacher Wohnungsvermieter“, der die Freier anspricht mit:

          „hey, falls Du mit irgendeiner der „selbstständigen“ Sexworker hier aus irgendeinem Grund irgendwie unzufrieden sein solltest, dann garantieren wir Dir, dass Du Dein Geld zurückbekommst“

          ?

        • Zimmer natürlich, ne echte Wohnung zu dem Quadratmeterpreis wär ja erst recht unbezahlbar…

        • Dann brauchen wir eben einfach Verdienst-Untergrenzen, also einen sicheren Mindestlohn

          Mindestlohn für Gewerbetreibende? Wie bescheuert bist du?

          Wenn der Staat hier tatsächlich eine Gewinngarantie von nicht-profitablem Gewerbe subventionieren würde, hättest du mit deinem ansonsten absurden Vorwurf der „staatlichen Zuhälterei“ sogar recht.

          Dass einem Subunternehmer Infrastruktur zur Verfügung gestellt und im Gegenzug strukturelle Vorgaben auferlegt werden, ist vollkommen selbstverständlich (frag zum Beispiel mal einen McDonald’s-Franchisenehmer). Es gibt aber auch durchaus präzise gesetzliche Bestimmungen wie weit diese gehen dürfen, damit keine Scheinselbstständigkeit vorliegt.

          Da möcht ich mal einen „Expertenstreit“ zu sehen oder lesen, ehrlich gesagt…

          Ja, wäre generell besser als dein unqualifiziertes Laiengeblubber.

        • Jede Prostituierte trägt mehr als nur das unternehmerische Risiko für ihre i.d.R. aus der Verzweiflung geborene Tätigkeit.

          Einmal lizensierte/in die Lokalpolitik eingekaufte Großbordellbetreiber tragen im laufenden Betrieb hingegen kein unternehmerisches Risiko mehr. Ihr Geschäftsmodell würde nämlich nur dann nicht mehr funktionieren wenn die Mieterinnen wegblieben (dazu wird es aber nie kommen, der nächste Flüchtlingsstrom spätestens sorgte wieder für Frischfleisch).
          Ob, wieviele und welche Kunden vorbeischneien kann ihnen derzeit im Grunde egal sein.

          Woher kommt eigentlich die neue Radikalisierung?
          Ich meine mich zu erinnern, dass Du selbst schon soweit warst zuzugeben, dass die „Geld-zurück-Garantie“ einen krassen Verstoß gegen die Sitten (sogar des halbseidenen Gewerbes selbst!) darstellt?

        • Jede Prostituierte trägt mehr als nur das unternehmerische Risiko für ihre i.d.R. aus der Verzweiflung geborene Tätigkeit.

          Ja, das Berufsrisiko halt. Bei Polizisten hast du ja diesbezüglich auch explizit dein nicht vorhandenes Mitleid geäußert. Auch wenn du sie genau für die Gefahren brauchst, die du hier aufbläst.


          Einmal lizensierte/in die Lokalpolitik eingekaufte Großbordellbetreiber tragen im laufenden Betrieb hingegen kein unternehmerisches Risiko mehr.

          Unsinn, natürlich tragen sie das, so wie jedes andere Etablissement auch. Sicher ist es geringer als beim Subunternehmer, aber so ist das halt in der Wirtschaft.


          Ob, wieviele und welche Kunden vorbeischneien kann ihnen derzeit im Grunde egal sein.

          Warum machen sie dann Werbung, über die du dich wiederum aufregst? Selbstverständlich müssen die ihre Mietpreise auch an die Marktlage anpassen. Dir scheinen echt elementare ökomomische Zusammenhänge zu fehlen.

          Woher kommt eigentlich die neue Radikalisierung?
          Ich meine mich zu erinnern, dass Du selbst schon soweit warst zuzugeben, dass die „Geld-zurück-Garantie“ einen krassen Verstoß gegen die Sitten (sogar des halbseidenen Gewerbes selbst!) darstellt?

          Welche Radikalisierung? Ich bin kein Freund von Prostitution und finde die Reform tendenziell begrüßenswert, zumindest teile ich die Zielsetzungen.
          Allerdings ist es für mich schwer abzuschätzen, inwieweit diese erreicht werden und wo sie übers Ziel hinausschießen. Mir scheint es jedenfalls so, als hätte man ein wenig über den Kopf der Betroffenen hinweg deren Berufsrecht geregelt. Wobei es natürlich auch schwierig ist, wenn die Repräsentanten auch nur eingeschränkt repräsentativ sind.

        • @Semikolon:
          Das neue Gesetz schreibt vor, dass allein die Prostituierten entscheiden, WAS, WANN, FÜR WIEVIEL sie machen (und natürlich wie oft). Alles andere gilt als Zwangsprostitution und führt zum Entzug der Erlaubnis des Betreibers.
          Ebenso ist Wucher (was ja auch schon im StGB verboten ist) in § 26 Abs.4 verboten. Entgegen der Meinung der EMMA sind die Prostituierten den Bordellbetreibern auch nicht weisungsgebunden.
          So viel die Theorie. Ich sehe Probleme bei der tatsächlichen Umsetzung des Gesetztes, sprich: welche Behörde hat die Leute und die Kompetenz, als zuständige Behördezu agieren?

        • *hey, falls Du mit irgendeiner der „selbstständigen“ Sexworker hier aus irgendeinem Grund irgendwie unzufrieden sein solltest, dann garantieren wir Dir, dass Du Dein Geld zurückbekommst*

          Wird das auch von den Frauen genommen, oder macht das der Betreiber? Und da hätte ich ganz gerne dann auch eine entsprechende Quelle. 🙂

    • Hab mir mal den Entwurf zum Prostitutionsschutzgesetz angeschaut. Das Grundkonzept ist: Prostitution nur selbstständig und Prostitutionsstätten (=Bordelle) nur mit strengen Auflagen.
      Frage mich, welche Behörde für die Überwachung zuständig sein wird…

      • Es muss natürlich „Prostituiertenschutzgesetz“ heißen; es sollen ja die Sex-Arbeiter/Innen geschützt werden.

      • „Frage mich, welche Behörde für die Überwachung zuständig sein wird…“

        Gewerbeaufsichtsamt und Gesundheitsamt.

        Und wegen der Delikatesse wahrscheinlich auch die Polizei.

        Die ersteren beiden wird der Betreiber nicht vermeiden können, die letztere wird er sich aus Eigeninteresse warm halten.

    • Heut ist Semikilos Tag der Meinnungsstärke bei Ahnungslosigkeit.
      Ich kann helfen: Opfer des Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung bewegt sich in der Größenordnung von ca. 500 Opfern im Jahr. Die Anzahl der Prostituierten wird in D auf 400 000 geschätzt.
      Nur weibliche sind mit diesen Zahlen erfaßt.

  15. Sowas hier ist bestimmt nicht zum ersten oder letzten Mal passiert:

    „In Kiel hat ein Mann einer Muslimin mit Kopftuch auf offener Straße mitten ins Gesicht geschlagen. Ein Polizeisprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der Kieler Nachrichten. Der Vorfall ereignete sich bereits am Samstag. Derzeit werde gegen den 55-jährigen Mann ermittelt. Der Mann habe „Scheiß Muslime“ gerufen und der türkischstämmigen Deutschen darauf mit der Faust unvermittelt geschlagen. Die 35-Jährige habe Prellungen und einen Nasenbeinbruch erlitten.“

    http://www.migazin.de/2016/07/07/scheiss-muslime-mann-frau-kopftuch

    Es ist nur ein Stück Stoff.. zuviel.

    • Sollte er nicht machen.

      Aber weibliche Einfältigkeit richtet das Land zugrunde

    • Ähnliches Argument hört man ja von Frauen, wenn eine einem Mann ein Kind anhängt, obwohl er ihr klar gesagt hat das er keines will.

      „Dann hätte er eben keinen Sex haben sollen“

      Mann ist immer verantwortlich für das was mit ihm passiert. Frau sucht sich schlecht bezahlten Job: Diskriminierung!

      • „Ähnliches Argument hört man ja von Frauen, wenn eine einem Mann ein Kind anhängt, obwohl er ihr klar gesagt hat das er keines will.

        „Dann hätte er eben keinen Sex haben sollen““

        Angehängt im Sinne von z.B. absichtlich die Pille „vergessen“? Geht selbstverständlich gar nicht. Menschen die die Wünsche ihres Partners bewusst und absichtlich ignorieren, sind unterste Schublade, vor allem wenn es um derart lebensbestimmende Wünsche geht.

        Ansonsten: Wenn Mann und Frau miteinander schlafen und beide zeugungsfähig sind, besteht immer das Risiko einer Schwangerschaft. Wer also partout keine Schwangerschaft riskieren möchte, der sollte tatsächlich keinen Sex haben. Das ist die einzige wirklich 100%ig sichere Verhütungsmethode, die es gibt. Wer das nicht will, wird immer mit dem Risiko einer Schwangerschaft leben müssen.

        • „Angehängt im Sinne von z.B. absichtlich die Pille „vergessen“?“

          Das meine ich. Da gibt es sogar Frauen-Ratgeber zu nach dem Motto „man muss ihm zu seinen Glück zwingen“. „Nein heißt Nein“ und so…

          Wenn niemand sich bei Sex um Verhütung kümmert und es entsteht ein Kind, dann kann man die eigene Dummheit nicht als Entschuldigung hernehmen.

    • Oh man, die ist ja großartig:

      • Ist bestimmt auch eine potenttielle Männerhasserin, weil

        „In my own experiences, I can’t really do or say ANYTHING without being labeled as “crazy” by the men-folk.“

        ^^

        • Apropos „crazy“:

          Why Do People Hate #Feminism #9 – Feminists Say the Darndest Things

          http://www.youtube.com/watch?v=qf_mNiMKNlE

          „I’m not a feminist, I’m a human being who believes in equality…You can’t say that you’re not a feminist and then say you’re not sexist. That’s not a thing.“

          „What’s interesting and what not many people know is that Islam literally founded the principles of gender equality that we call feminism today,“

          usw.

          Things to Avoid:

          1. Feminism

          2. Drinking Bleach

  16. Weiß jemand, wo man den genauen Wortlaut der Gesetzesänderung zum Sexualstrafrecht findet, die der Bundestag heute einstimmig beschlossen hat?

    • Wen es interessiert, hier ist offenbar die beschlossene Version:
      http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/090/1809097.pdf

      Auszüge:

      §177 Abs. 1:
      Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder diese Person zur Vornahme oder Duldung sexueller Handlungen an oder von einem Dritten bestimmt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.

      Finde ich vom ersten Eindruck her grundsätzlich nicht verkehrt, aber es dürfte oft schwierig sein, rechtssicher zu bestimmen, ob der entgegenstehende Wille „erkennbar“ war. Dürfte das bereits jetzt beklagte Verhältnis zwischen anzeigen und Verurteilungen noch weiter verringern, zumal die Gesetzesänderung nach dem politischen Willen ja ausdrücklich fördern will, dass öfter angezeigt wird.

      §177 Abs. 2:
      Ebenso wird bestraft, […] wenn
      […]
      2.
      der Täter ausnutzt, dass die Person aufgrund ihres körperlichen oder psychischen Zustands in der Bildung oder Äußerung des Willens erheblich eingeschränkt ist, es sei denn, er hat sich der Zustimmung dieser Person versichert,

      Halte ich für ziemlich bedenklich, da diese Regelung laut Gesetzesbegründung ausdrücklich eine starke Alkoholisierung umfasst und „Ja heißt Ja“ bedeutet. Hier droht m.E. tatsächlich die Gefahr, dass ein Mann, der (unabhängig von seiner eigenen Alkoholisierung) mit einer betrunkenen Frau schläft, sich strafbar macht, wenn er nicht beweisen kann, dass er (und zwar laut Gesetzesbegründung für jede einzelne sexuelle Handlung!) sich vorher ihrer Zustimmung versichert hat. Eine nachträgliche Erklärung des Opfers, mit den Handlungen einverstanden gewesen zu sein, soll nicht genügen!

      § 184i:
      Wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft

      Meinem Verständnis nach (der Gesetzesbegründung lässt sich auch nichts Gegenteiliges entnehmen) hängt die Strafbarkeit damit allein davon ab, ob das Opfer erklärt, sich belästigt gefühlt zu haben. Sehr bedenklich.

      Was ich wirklich erschreckend finde, ist, dass diese Gesetzesänderung EINSTIMMIG beschlossen wurde, und zwar von einem fast vollen Haus. Ein Armutszeugnis für eine Demokratie und ein Bewies dafür, wie einflussreich der Feminismus ist, wenn sich trotz der vorab diskutierten Bedenken nicht ein einziger Abgeordneter traut, dagegen zu stimmen oder sich zumindest zu enthalten.

      • „der Täter ausnutzt, dass die Person aufgrund ihres körperlichen oder psychischen Zustands in der Bildung oder Äußerung des Willens erheblich eingeschränkt ist, es sei denn, er hat sich der Zustimmung dieser Person versichert,“
        Das bedeutet eigentlich: Ja heißt ja.
        Ansonsten fällt diese Formulierung hinter den tatsächlich bisher ausgeübten Schutz zurück.
        Bisher mußte das Opfer u.U. noch nicht einmal einen Willen äußern, um geschützt zu sein. Z.B. wenn die Person bedroht oder widerstandsunfähig war oder getäuscht. Jetzt steht dort eine explizite Bestimmung, wann der Willen einzuholen ist usw.
        Im Strafrecht gilt immer der unmittelbare Wortlaut des Gesetzes für die Beurteilung der Situation. Dieser ist jetzt viel konkreter gefaßt und läßt daher weniger Spielraum. Das ist im Strafrecht u. U. schlechter für Opfer.

        • @ Dummerjan: „Das bedeutet eigentlich: Ja heißt ja.“

          Wird in der Gesetzesbegründung sogar ausdrücklich so formuliert: „Anders als in Absatz 1 wird insoweit
          die sogenannte „Nur-Ja-heißt-Ja“-Lösung umgesetzt…“

          „Ansonsten fällt diese Formulierung hinter den tatsächlich bisher ausgeübten Schutz zurück.“

          Ich habe nur Auszüge des Gesetzestexts zitiert. Die anderen Eventualitäten werden durch weitere Regelungen abgedeckt.

        • Da ist sie also schon, die Beweislastumkehr bei betrunkenem Sex.

          Warum wissen wir das erst jetzt? War der Text davor nicht bekannt? Warum wurde eigentlich nur der erste Absatz öffentlich diskutiert, aber nicht der zweite und nahezu nicht der „Grabschparagraph“?

        • @david

          Es ist formell keine Beweislastumkehr. Es muss in dubio pro reo unterstellt werden, dass er sich der Zustimmung versichert hat, wenn das nicht bewiesen werden kann, auch wenn die Gesetzesformulierung an eine Beweislastumkehr erinnert. Das ist ja beim Fehlen von Rechtfertigungsgründen und der Schuldfähigkeit genauso.

        • @david
          Gute Frage. Weil unsere Presse aus Idioten besteht?

        • @david – „Da ist sie also schon, die Beweislastumkehr bei betrunkenem Sex.“

          Yep. Und, wie gesagt, EINSTIMMIG durchgewunken. Wird aber garantiert keine Feministin davon abhalten, weiterhin von Rape Culture und Patriarchat zu faseln…

        • Solange Frau ihre Zustimmung hinterher nicht zurückziehen kann und der Mann nicht auf Zuruf verhaftet wird, ist weiterhin Patriarchat und Rape Culture.

        • @Christian: “ Es muss in dubio pro reo unterstellt werden, dass er sich der Zustimmung versichert hat“

          Aber nur, wenn das Gericht eine solche Zustimmung zumindest für möglich hält. Es ist also keine echte Beweislastumkehr, aber der Beschuldigte muss die Einholung der Zustimmung glaubhaft darlegen (soweit sich entsprechende Umstände nicht bereits anderweitig aus den Ermittlungen ergeben). Je nach Richter kann da schnell mal eine vernachlässigbare Schutzbehauptung angenommen werden.

        • @hugor

          Theoretisch muss der Beschuldigte es nicht darlegen, die Staatsanwalt muss alles was FÜR ihn spricht ebenso ermitteln und mitteilen. Wenn sich also die Einholung der Zustimmung aus etwas in der Akte ergibt, dann müssen sie es verwerten. Da sind wir aber wieder bei der Situation, dass meist ja nur zwei Leute dort sind und einer davon die Anzeige gemacht haben muss. Also wird es wohl meist schon auf seine Aussage ankommen. Es reicht aber auch eine konkludente Zustimmung.

          Interessant wird der Fall der beiderseitigen Betrunkenheit. Wann ist man zu betrunken für die Zustimmung aber nicht betrunken genug für die Schuldunfähigkeit? Und der man hat als der üblicherweise penetrierende dann auch den Nachteil aktiver zu sein. Evtl wir der Einwand, dass sie zuerst oben war, interessant.

          Die nächsten Aufsätze, Doktorarbeiten und Habilitationsschriften in der Rechtswissenschaft scheinen mir durchaus gesichert. Das große Risiko wäre, dass man mit so etwas anfängt und sie aufgrund von Problemen in der Praxis schon nachbessern.

          Man darf gespannt sein. Es muss ja auch noch durch den Bundesrat und wird dort noch einmal besprochen werden.

      • Ich bin mal gespannt, was die Gerichte mit dem Grapsch-Paragraphen machen. Die Strafbarkeit am tatsächlichen Empfinden des Opfers festzumachen wäre meiner Ansicht nach verfassungswidrig, da die Straftat damit nicht hinreichend bestimmt ist. Aber wenn es eine verfassungsgemäße Auslegung gibt, dann wäre es nicht verfassungswidrig. Die Frage ist, wie die aussehen soll?

      • Ist das wirklich die beschlossene Fassung? Das wäre ja nochmal eine riesige Änderung im Vergleich zum Entwurf vom 1. Juli: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/18/053/1805384.pdf

        Ich muss mir das von Hugor verlinkte noch einmal gründlich durchlesen, aber so wie ich es jetzt verstehe, hat es speziell der §177 Abs. 2 wirklich in sich:

        (2) Ebenso wird bestraft, wer sexuelle
        Handlungen an einer anderen Person
        vornimmt oder von ihr vornehmen lässt oder
        diese Person zur Vornahme oder Duldung
        sexueller Handlungen an oder von einem
        Dritten bestimmt, wenn
        1. der Täter ausnutzt, dass die Person
        nicht in der Lage ist, einen entgegenstehenden
        Willen zu bilden oder zu
        äußern,
        2. der Täter ausnutzt, dass die Person
        aufgrund ihres körperlichen oder psychischen
        Zustands in der Bildung oder
        Äußerung des Willens erheblich eingeschränkt
        ist, es sei denn, er hat sich
        der Zustimmung dieser Person versichert,
        3. der Täter ein Überraschungsmoment
        ausnutzt,
        4. der Täter eine Lage ausnutzt, in der
        dem Opfer bei Widerstand ein empfindliches
        Übel droht, oder
        5. der Täter die Person zur Vornahme oder
        Duldung der sexuellen Handlung
        durch Drohung mit einem empfindlichen
        Übel genötigt hat.

        Vor allem Nr. 2: Damit wird, wie ganz richtig schon festgestellt, Sex, bei denen mindestens eine Person stark betrunken ist, generell unter Strafe gestellt, wenn nicht die Zustimmung ohne vernünftigen Zweifel gegeben und auch nicht zurückgenommen wurde (verbal oder konkludent):

        Die Zustimmung muss Ausdruck eines natürlichen Willens der geschützten Person sein. Der natürliche Wille
        kann verbal oder konkludent (zum Beispiel durch sexualisierte Berührungen die die geschützte Person freiwillig
        an der handelnden Person vornimmt) erklärt werden. Er muss aus objektiver Sicht eindeutig sein. Ambivalente
        Erklärungen der geschützten Person sind nicht ausreichend. Dies ergibt sich bereits daraus, dass sich der Handelnde
        der Zustimmung versichern muss, dass also kein vernünftiger Zweifel an der Zustimmung bestehen darf.
        Die erforderliche Zustimmung fehlt auch dann, wenn sie zunächst erteilt wird, dann aber während der sexuellen
        Handlung von der geschützten Person ausdrücklich oder konkludent zurückgenommen wird

        Beachte: Auf einen entgegenstehenden Willen der anderen Person kommt es dabei überhaupt nicht an. Es reicht, wenn der zweifelsfreie Wille nicht eingeholt wurde. Das wird extrem spannend, wenn, wie so häufig, beide Seiten stark betrunken sind. Mal ein kleines Beispiel: A ist schwer betrunken, B auch, A vollzieht Oralverkehr an B, B stöhnt und streicht A durch die Haare. Zustimmung oder nicht? Stöhnen ist nicht eindeutig, durch-die-Haare-Streichen keine sexualisierte Berührung. Danach revanchiert sich B bei A, A liegt nur da und bewegt sich nicht, stöhnt nur leise. War jetzt der vorausgegangene Blowjob von A eine konkludente Zustimmung zum späteren Cunnilingus von B? Wo das doch eine komplett neue Handlung ist? Wohl eher nicht. Jetzt ist es übrigens auch noch egal, ob A und B das in dem Augenblick genießen, sie sind ja nur beschränkt fähig zur Willensbildung. Dieser Punkt macht künftig einen Großteil der (männlichen wie weiblichen) Bevölkerung zu Sexualstraftätern.

        Interessanterweise scheint eine der Befürworterinnen der Reform der gleichen Auffassung zu sein (sogar nur bezogen auf Abs. 1):
        https://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/rechtsprofessorin-tatjana-hoernle-erklaert-was-nein-heisst-nein-in-der-praxis-bedeutet–124418501.html

        BZ: Ein Paar liegt im Bett, sie will Sex. Er sagt, er sei zu müde. Sie gibt nicht auf und streichelt sein Geschlechtsteil, bis er doch Lust hat. Ist das künftig strafbar, weil sie sein Nein ignoriert hat?
        Hörnle: Das Verhalten der Frau mag zwar den Tatbestand des neuen Gesetzes erfüllen. Aber ich bitte Sie, welcher Mann zeigt seine Partnerin nach einer solchen Situation an?

        Also, ist zwar eine Straftat, aber es wäre ja lächerlich, sie zu verfolgen! (Würde sie das bei anderer Rollenzuordnung auch so sagen?) Die neuen Gesetze kriminalisieren also einen signifikanten Teil sexuellen Verhaltens, dass die Protagonisten sogar selbst als nicht strafwürdig ansehen. Ob es verfolgt wird, hängt allein von der Anzeigebereitschaft eines der Beteiligten (oder von Dritten) und dem Eifer der Staatsanwaltschaft ab. Das geht schon stark in Richtung Willkürrecht.

        Übrigens, Verjährung: Beträgt 5 Jahre, ab dem 30. Geburtstag der mutmaßlich geschädigten Person, übrigens auch im minderschweren Fall. Also, wer jetzt mit 20 besoffen mit seinem Partner/seiner Partnerin (gleichaltrig) Sex hat, ohne explizit die Zustimmung erfragt zu haben, kann noch in 15 Jahren dafür angeklagt werden. Und §177 ist auch noch Offizialdelikt, wird also nicht nur auf Antrag verfolgt.

        §177 Abs. 2 Nr. 4 ist auch interessant: „4. der Täter eine Lage ausnutzt, in der dem Opfer bei Widerstand ein empfindliches
        Übel droht“. Damit ist ja nicht die Androhung gemeint, sondern dem Opfer muss nur von irgend jemanden ein empfindliches Übel befürchten, und der Täter muss nur mindestens einen Eventualvorsatz besitzen, also das Eintreten dieses Übels für möglich (nicht unbedingt für wahrscheinlich!) halten und „billigend in Kauf nehmen“ (d.h. sich in seiner Handlung nicht davon abbringen lassen, er muss es weder wollen oder auch nur positiv bewerten). Beispiel: B will Sex mit A, A aber keinen Sex mit B, macht aber mit, weil seine Freunde ihn sonst für schwul halten und er gemobbt würde. B hält das für möglich, denkt aber „ist ein erwachsener Kerl, wenn er nicht will, wenn er nichts sagt ist er selber schuld“. Zack, Tatbestand erfüllt. Verjährung wie oben.

        Ich glaube zwar nicht, dass es zu einem starken Anstieg der Anzeigen und Ermittlungsverfahren kommen wird, aber über praktisch allen sexuellen Handlungen schwebt jetzt drohend der §177, gerade der Abs. 2 Nr 4, der keinerlei äußere Tathandlung erfordert. Böse gesagt, eine Staatsanwaltschaft, die jemanden verfolgen möchte, bekommt hier Munition kistenweise geliefert.

        • da fehlt ein blockquote-Tag… Christian, kannst Du das reparieren?

        • @krams

          Habe es korrigiert, sollte es so sein?

        • @Christian Ja, Vielen Dank!

        • Die Stelle aus dem Hörnle-Interview ist sehr aufschlussreich. Diese Änderung basiert nach Aussage einer der Verfasserinnen also wesentlich darauf, dass Männer im Gegensatz Frauen solche Dinge nicht anzeigen. Da wird sehr deutlich, wie hohl die Fiktion der Gleichbehandlung ist.

          Allerdings bin ich nicht sicher, ob Männer so was zukünftig nicht doch anzeigen werden. Spannend werden solche „schwebenden Strafbarkeiten“ aus der Beziehung ja immer, wenn die Beziehung zu Ende geht und plötzlich die Bereitschaft zur Anzeige auftaucht. Die Justiz muss dann tätig werden, wenn es im Prinzip eine Vergewaltigung war und nur das Opfer aufgrund der Beziehungssituation das nicht anzeigen wollte.

          Nehmen wir den Fall da oben und stellen uns weiter vor, dass sie sich vorher ein Stück Obst zurecht geschnitten hat und das ca. 10 cm lange, scharfe Messer noch auf dem Tisch liegt. Jetzt reden wir von mindestens 5 Jahren Freiheitsstrafe wegen Mitführens einer Waffe.
          Und jetzt stellen wir uns mal vor, die beiden trennen sich 8 Jahre später und streiten über die Kinder. In den Knast mitnehmen wird sie die kaum können…

          Mal im Ernst: wer will so was?

  17. http://www.danisch.de/blog/2016/07/07/frischfleisch-die-frau-die-man-krampfhaft-gesucht-hat/

  18. Lesenswert: Eine sehr detaillierte Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung über die Frage „Was junge Frauen wollen“

    Frauen zwischen 18 und 40 Jahren als Kollektiv sind ja DER Fetisch unserer Zeit und unserer Gesellschaft. Ihr Wohlergehen und „Happyness“ Kennzeichen für erfolgreiches politisches Handeln.*

    Umso interessanter ist es ja, mal zu ermitteln was diese Gruppe innerhalb ihrer speziellen Milleus denn so gerne möchten:

    http://library.fes.de/pdf-files/dialog/12633.pdf

    * Das ist jetzt nur in der Formulierung polemisch. Inhaltlich ist es tatsächlich so, dass diese Frauengruppe das zentrale staatstragende gesellschaftliche Element sind, da sie gleichzeitig auch die Männer mitziehen und die Herrschaft über die Kinder haben.

    • Das ist fast alles Projektion und Wunschvorstellung. Alle Erhebungen würde ich anzweifeln.

      Ergüsse linker Soziologen, die den Menschen ihren utopistischen Unfug aufzwingen.

      Ohne Social Engineering würde es allen besser gehen.

  19. „Hierin wird deutlich, welche Wirksamkeit die antifeministische Hetze entfaltet. Es handelt sich also nicht um ein randständiges Thema, sondern um eines, das unsere Gesellschaft in ihrer Vielfalt in Frage stellt. Damit ist nicht nur eine Vielfalt der Geschlechter, sondern auch ganz generell die multikulturelle gemeint. In den vorangegangen Beispielen zeigte sich die enge Verknüpfung zwischen demagogischer Gender-Kritik und völkischen Positionen.

    [*] Die Besinnung auf binäre Geschlechterkonstruktionen sowie klassische Familienkonstellationen und deren politische Förderung dienen nicht zuletzt der Sicherung nationaler Identität und staatlicher Souveränität. [*]

    Soll eine Gesellschaft jedoch Platz für Vielfalt bieten, ist es unerlässlich, solche Argumentationen wirksam zu bekämpfen. Wir müssen diesem Treiben sowohl politisch auf parlamentarischer Ebene, als auch auf der Straße, im Netz und vor allem durch weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung wirksam entgegentreten.“

    Gekennzeichnete ist Herzstück kulturmarxistischer identitärer Identitätshintertreibung.

    Gegnerschaft wird mit „Nazi“ verknüpft.

    Dieser Schläger wird jetzt auch von Globalisten genommen.

    Wer sich die „Lektüre“ gönnen möchte (auch Kutschera bekommt ua Erwähnung) …

    http://www.feministisches-institut.de/antifeminismus-in-bewegung/

    Antifeminismus als verbindendes Element zwischen extrem rechten, rechtspopulistischen und konservativen Parteien in Deutschland sowie dem reaktionärem Mob.

    13.06.2016, Alice Blum

  20. „blacks don’t get a career and awards handed to them for free…how is that not white supremacy?“

    http://www.youtube.com/watch?v=BvHQI7pTX2U

    Die MTV-Rassistin mal wieder…


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