Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 23. Juni 2016

#Brexit oder #Remain: Bleibt Großbritanien in der EU

Heute findet die Abstimmung statt ob Großbritanien in der EU bleibt.

Was meint ihr, wie es ausgehen wird?

 

Und was meint ihr werden die Auswirkungen von Ausstieg oder Verbleib sein?

Und Zusatzfrage: Sollte Deutschland in der EU bleiben?

 

Und natürlich: Was würde die EU besser machen bzw. was läuft falsch?

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Responses

  1. Ich muss bei der EU Kritik immer daran denken:

    Ist genau das gleiche!

    • Wir hatten vor der EU schon Wein und es war vorher sicherer, auf die Straße zu gehen als heute und friedlicher ists heute auch nicht.

      Inwiefern ist das genau das gleiche?


    • kennst?

    • Grossbritannien ist also nicht Erfinderin der Menschenrechte (Magna Charta), inklusive „Habeas Corpus“ (also der Unschuldsvermutung), Abschafferin der Sklaverei, Begründerin der freien Wirtschaft und des technischen Fortschritts, die letzte Bastion der Freiheit in einem Meer der faschistischen Barbarei in Europa und siegreich noch dazu gewesen?

      Da musste also erst die EU kommen, wie Cäsar, um den barbarischen Briten die Zivilisaton zu bringen?

  2. Ich hoffe die Briten verlassen diese undemokratische EU.

  3. Insbesondere Deutschland hat es versäumt, die einmalige historische Chance der Euro-Krise für eine weitere Integration der EU zu nutzen. Das hätte von Deutschland erfordert, die Rolle des „guten Hegemon“ zu übernehmen. Ich befürchte, die Chance ist ein für alle mal vorbei, weil niemand eine tiefere Integration mit Ländern eingehen wird, die (in Reaktion auf die mangelnde Integration und schlechte Krisenpolitik) sog. populistische Parteien außerhalb des Mainstream-Konsens wählen. Das Ergebnis dieses Versäumnisses dürfte jahrzehntelanges „Siechtum“ der EU sein und viele Länder (Deutschland nicht) wären wohl außerhalb besser dran.

    • „Wären besser dran“

      Inwiefern?

      • Der gemeinsame Markt nützt vor allem den stärksten Unternehmen in diesem Markt, welche schwächere verdrängen können. Die starken sind häufig Unternehmen aus Deutschland. Wenn man in Griechenland im Supermarkt Feta nicht aus lokaler Produktion, sondern von Südmilch bekommt, dann ist das nicht zum Vorteil der griechischen Wirtschaft.

        • „Wenn man in Griechenland im Supermarkt Feta nicht aus lokaler Produktion, sondern von Südmilch bekommt, dann ist das nicht zum Vorteil der griechischen Wirtschaft.“

          Möglicherweise aber zum Vorteil der griechischen Verbraucher. Grundsätzlich sollte dieser Zustand den Griechen zu denken geben; ich vermute aber, dass sie im Grunde wissen, dass bei ihnen so einiges schief läuft. Man hat sich eben gut in der Misere eingrichtet. Die anderen zahlen´s ja.

        • In den letzten Jahren ist die Forschung bezüglich der Vorteile und des Werts freien Handels erheblich weiter gekommen. Inzwischen weiß man, dass insbesondere schwache Wirtschaften solange Schutzmaßnahmen brauchen, bis es dort selbst eine Industrie gibt, die stark genug ist. China zum Beispiel hat nichts anderes gemacht. Der gemeinsame Markt in der EU macht das aber unmöglich.

        • „In den letzten Jahren ist die Forschung bezüglich der Vorteile und des Werts freien Handels erheblich weiter gekommen. Inzwischen weiß man, dass insbesondere schwache Wirtschaften solange Schutzmaßnahmen brauchen, bis es dort selbst eine Industrie gibt, die stark genug ist.“

          Dieses Argument ist schon ziemlich alt.
          https://en.wikipedia.org/wiki/Infant_industry_argument

          Protektionismus geht immer mit Wohlstandseinbußen der Konsumenten einher. Ein Land kann sich dafür entscheiden, um in bestimmten Sektoren (Lebensmittel- und Energieversorgung, Rüstung) nicht zu sehr vom Ausland abhängig zu sein; empfehlenswert als allgemeine Entwicklungsstrategie ist er aber nicht.

          „China zum Beispiel hat nichts anderes gemacht.“

          China hat etwas sehr schlaues gemacht, nämlich auf Technologietransfer bestanden.

    • @Ih

      „Insbesondere Deutschland hat es versäumt, die einmalige historische Chance der Euro-Krise für eine weitere Integration der EU zu nutzen.“

      Die wollten das nicht. Und zwar genau weil sie die Hegemonie über die EU haben wollten und kein faires System des Ausgleichs. Jeder Staat hat das, einen finanziellen Ausgleich, nur Europa *sollte* keinen haben. Das hat die Sache mit Griechenland überdeutlich gezeigt.

      Noch dazu die Tatsache, dass der Euro Fremdwährungscharakter hat und die systematische Verarmung der schwächsten Glieder damit so sicher macht wie das Amen in der Kirche.
      Das heisst: manche sind dabei gleiche als andere und manchen nationalen Zentralbanken wird einfach mal das Recht eingeräumt, eben doch eine pseudo-souveräne Geldpolitik zu machen, wie Irland. Andere aber nicht. Die EU misst mit den unterschiedlichsten Massen, anscheinend je nach Lust und Laune oder wie es den bestimmenden Mächten wie Deutschland eben gefällt.

      • Ja. Die deutsche Politik (und die Öffentlichkeit auch) war zu blöd zu verstehen, wie ein Imperium funktioniert.

    • @Ih

      „und viele Länder (Deutschland nicht) wären wohl außerhalb besser dran.“

      Auch „Deutschland“ wird, allerdings mit Verzögerung, unter der EU leiden und jene Verhältnisse erleben, die in der „Südperipherie“ heute normal sind. Der relative Vorteil heute mag noch drüber hinwegtäuschen.

  4. Die Briten sollen raus. Ich möchte die in meiner EU nicht drinhaben. Die blockieren alle Entwicklungen, machen nirgendswo mit und haben schon seit 50 Jahren keinen Bock auf die immer näher werdende Union. Genau wie die Oststaaten. Die haben keinen EU „Geist“ und nachen nur solange mit, bis es wirtschaftlich nutzt. Weg mit denen. EU bedeutet viel mehr als nur Fördergelder. Es ist ein Gemeinsamer Geist von Werteordnungen und Solidarität. Das haben viele. Mitgliedsstaaten, insb. die neueren nicht gecheckt.

    • Was für ein populistisches gutmenschen geseier, @kamoze: eu-geist, werteordnung, solidarität, … Geht es auch etwas konkreter? Um harmoniebedürfnisse zu befriedigen, gibt es zeichentrickfilme und märchen. Bei politischen und wirtschaftlichen fragen hat das nichts verloren.

      • Er klingt ein wenig so, als läge die „wirkliche“ EU im Dreieck Ulm-Würzburg-Passau.

        • Jetzt habe ich doch tatsächlich gelesen: „… als läge die „wirkliche“ EU im Dreck …“

        • Freud, ick hör dir trappsen

      • @ Kamazoe

        Die Briten sind 973 in die EWG eingetreten….
        als 2016 -1973 = 43
        Also das mit den 50 Jahren passt rein Mathematisch schon mal nicht…

        Und wenn man es ganz genau nimmt ist die EU an und für sich auch keine 10 Jahre alt. (Vertrag von Lissabon 2007)

    • Der „gemeinsame Geist“ der EU scheint mir allerdings auch in erster Linie in Begünstigung der Großunternehmen und Subventionierung der Landwirtschaft zu bestehen.

    • Keine Ahnung, ob die Briten geistlos sind, aber auf jeden Fall sind sie mit 4.9 Mia € der drittgrösste Nettozahler.

      http://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/europa/70580/nettozahler-und-nettoempfaenger

      • Eine relativ nichtssagende Zahl, wie Du aus dem zugehörigen Text entnommen hast, vermute ich.

        Unter den Netto-Zahlern nehmen die Briten die geringsten Pro-Kopf-Belastungen auf sich.
        Alles andere hätte mich auch gewundert, hatte doch schon Maggie in den 80ern erfolgreich gefordert: „I want my Money back!“.

        Nichtsdestotrotz besagen die Zahlen sowieso wenig. Deutschland ist der größte Netto-Zahler, profitiert dennoch mit am meisten von der EU. Die EU-Gelder fließen zu einem großen Teil für Investitions- und Konsumgüter aus Deutschland zurück in unser Land.
        Dennoch gibt es einigen Reformbedarf, da viele der EU-Hilfen in dubiosen Kanälen versickern, oder in nutzlosen Projekten verbraten werden. Das ist den Menschen in den Zahler-Staaten nur schwer zu vermitteln.
        Aber das verbuche ich unter Geburtswehen auf dem Weg zu einer echten Föderation.
        Wer heute „Abtreibung“ schreit, der wird am Ende weit weniger haben, als zuvor.
        Heute morgen hörte ich ein Interview mit einem englischen Wirtschaftsprofessor im SWR. Er prognostizierte einen signifikanten Wirtschaftsverlust in GB, der auch D als größten Wirtschaftspartner empfindlich treffen könnte.

        Komischerweise konnte mir noch kein Befürworter des Brexit valide Vorteile nennen, außer dass sich die EU-Gegnern danach gebauchpinselt fühlen dürfen. Alle(!) rechnen mit wirtschaftlich negativen Folgen.

        Meine Prognose für die Abstimmung ist eine DEUTLICHE Ablehnung des Brexits. Ich denke, der kleine Mann auf der Insel hat mehr die Vorteile – trotz all ihrer Defizite – der EU verstanden, als viele Tory-Politiker. Denn er wird die Suppe zuvörderst auslöffeln dürfen.

        • „Nichtsdestotrotz besagen die Zahlen sowieso wenig. Deutschland ist der größte Netto-Zahler, profitiert dennoch mit am meisten von der EU. Die EU-Gelder fließen zu einem großen Teil für Investitions- und Konsumgüter aus Deutschland zurück in unser Land.“

          Deutschland zahlt 100 Euro an die EU und erhält 90 wieder zurück. Ganz klar ein Vorteil für Deutschland. 🙂

          „Heute morgen hörte ich ein Interview mit einem englischen Wirtschaftsprofessor im SWR. Er prognostizierte einen signifikanten Wirtschaftsverlust in GB, der auch D als größten Wirtschaftspartner empfindlich treffen könnte.“

          Die wirtschaftlichen Folgen müssen aber nicht sonderlich negativ sein. Mir ist auch nicht wirklich klar, welche Nachteile GB haben soll, wenn es Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes bleibt.
          http://think-beyondtheobvious.com/stelters-lektuere/jpmorgan-cio-crushes-camerons-scaremongery-brexit-hardly-the-stuff-of-economic-calamity/

          „Komischerweise konnte mir noch kein Befürworter des Brexit valide Vorteile nennen, außer dass sich die EU-Gegnern danach gebauchpinselt fühlen dürfen. Alle(!) rechnen mit wirtschaftlich negativen Folgen.“

          Vielleicht ist den Briten ihre Unabhängigkeit einfach wichtiger? Die darf dann ruhig ein bisschen kosten.

        • Ich finde, dass das mantra „die deutschen profitieren am meisten von der eu“ entbehrt jeder grundlage. Es wurden und werden hunderte milliarden verblasen, um europaweit abgehalfterte politiker zu alimentieren, pleite-staaten und pleite-banken zu retten, etc. pp.

          Man muss schon ein realitätsverleugnender gutmensch sein, der europäische wertegemeinschaften bemüht, damit dieser schuldenberg, der irgendwo abgefeiert wurde und wird, als vorteilhaft für deutsche zu sehen.

        • @Albert: Was meinst Du denn, wo der deutsche Exportüberschuss und die damit verbundenen Unternehmensgewinne und Arbeitsplätze herkommen? Der diesbezügliche Vorteil ist erheblich größer als die eher zu kleinen Zahlungen an die EU.

        • @ lh

          Er möchte gern beides haben. Nix zahlen UND alle anderen sollen unsere Produkte kaufen.

          Dass das volkswirtschaftlich schädlich ist, wird auf dem Boulevard ja nicht erzählt.

        • Es ist nicht nur schädlich, es ist dauerhaft schlicht nicht möglich.

          Der öffentliche wirtschaftspolitische Diskurs in Deutschland ist leider ungefähr so aufgeklärt wie eine Koranschule der Taliban.

        • So, so ihr glaubt also, dass europäer deutsche autos und waren nicht mehr kaufen würden, wenn es die eu nicht gäbe. Wie erklärt ihr euch dann den weltweiten exporterfolg deutschlands? Richtig, in afrika sind wir nicht ganz so erfolgreich. Gemäß eurer logik müsste man nun nur noch afrika in die eu aufnehmen und schwuppsdiwupps hätten wir ein wirtschaftswunder 2.0, aber das glaubt ja noch nicht mal ihr.

        • „Was meinst Du denn, wo der deutsche Exportüberschuss und die damit verbundenen Unternehmensgewinne und Arbeitsplätze herkommen? Der diesbezügliche Vorteil ist erheblich größer als die eher zu kleinen Zahlungen an die EU.“

          Man kann es gar nicht oft genug sagen: Die EU ist nicht identisch mit dem gemeinsamen Markt. Es geht auch ohne (siehe TTIP).

          https://de.wikipedia.org/wiki/Europ%C3%A4ischer_Wirtschaftsraum

        • @Albert:

          Auch der weltweite Erfolg der deutschen Industrie hängt mit dem Euro zusammen. Bei freien Wechselkursen wird ein Exportüberschuss dadurch ausgeglichen, dass die Währung steigt bis die eigenen Produkte im Ausland so teuer sind, dass dort andere Sachen gekauft werden. Das könnte man verhindern, indem man selbst mehr importiert. Dann wären aber die Löhne in Deutschland erheblich höher und die Exportunternehmen würden weniger Gewinne machen. Oder man verkauft entsprechend weniger weil es dem Ausland zu teuer ist. Das sind alles Kreisläufe, keine Einbahnstraßen.

          Und bevor Du sagst: „Aber Deutschland hatte immer einen Exportüberschuss“: Nein. Deutschland hatte nur dann nennenswerte Exportüberschüsse, wenn es in Systeme fixierter Wechselkurse eingebunden war und sich darin durch „Lohnzurückhaltung“ für einen Exportüberschuss positionieren konnte. Den Mechanismus dafür hatte schon Böhm-Bawerk (für den Goldstandard) beschrieben.

        • „Auch der weltweite Erfolg der deutschen Industrie hängt mit dem Euro zusammen“

          Deutschland war bereits einige Male vor dem Euro Exportweltmeister.

        • „Auch der weltweite Erfolg der deutschen Industrie hängt mit dem Euro zusammen.“

          Soweit ich weiß, war Deutschland schon vor der Euroeinführung Exportweltmeister, und das bei ordentlichen Löhnen. Deutsche Wertarbeit ist eben gefragt.

        • „Das könnte man verhindern, indem man selbst mehr importiert. Dann wären aber die Löhne in Deutschland erheblich höher und die Exportunternehmen würden weniger Gewinne machen.“

          „Mehr importieren“ bedeutet nicht „weniger exportieren“. In diesem Fall würden die für den Binnenmarkt produzierenden Unternehmen weniger Gewinne machen, und die Löhne wären dort niedriger.

        • Lest den Kommentar doch fertig bevor ihr kommentiert. Deutschland hat den größten Teil der Nachkriegszeit in fixierten Währungssystemen verbracht. Zuerst gab es Bretton-Woods und als es Anfang der 70er kaputt ging, war Krise. Ende der 70er wurde dann das EWS als europäischer Ersatz eingeführt. Anfang der 90er platze das dann (aus den selben Gründen, die jetzt zur Eurokrise geführt haben) und es gab Anpassungen der Fixierung. Was kam war die Krise der 90er, in denen Deutschland sogar Importüberschüsse hatte und alle über die fehlende Wettbewerbsfähigkeit geklagt haben. Dann kam der Euro und Hartz4 und ein paar Jahre später die Eurokrise.

          Natürlich könnte man das auch anders als mit dem Euro machen. Aber irgendein Regime fixiertes Wechselkurse braucht das deutsche Geschäftsmodell. Und es ist nicht leicht, so was stabil zu machen.

        • „Ende der 70er wurde dann das EWS als europäischer Ersatz eingeführt. Anfang der 90er platze das dann (aus den selben Gründen, die jetzt zur Eurokrise geführt haben) und es gab Anpassungen der Fixierung.“

          Am Wechselkursmechanismus des EWS nahmen nur ein paar europäische Länder teil.

          „Was kam war die Krise der 90er, in denen Deutschland sogar Importüberschüsse hatte und alle über die fehlende Wettbewerbsfähigkeit geklagt haben.“

          Vielleicht war das mit der Wiedervereinigung doch keine so gute Idee.

          „Natürlich könnte man das auch anders als mit dem Euro machen. Aber irgendein Regime fixiertes Wechselkurse braucht das deutsche Geschäftsmodell. Und es ist nicht leicht, so was stabil zu machen.“

          Vielleicht sollte Deutschland mal intensiv über das Geschäftsmodell nachdenken.

        • Vielleicht sollte Deutschland mal intensiv über das Geschäftsmodell nachdenken.

          Da bin ich durchaus Deiner Meinung.

        • @lh, du argumentierst mit dem euro, der noch schlimmer ist als die eu, aber der eigentlich nichts mit der eu zu tun hat. Deshalb geht deine argumentation am thema vorbei.

          Für die griechen wäre es beispielsweise super, wenn sie noch die drachme hätten und diese abwerten könnten. Es ist richtig, dass damit importe, auch deutsche, teurer würden und somit abnähmen, aber griechische waren wären billiger, auch der urlaub und es würde ihnen besser gehen, selbst wenn sie weniger porsches fahren könnten. Das mit dem euro verbundene eu-modell hätte vielleicht funktionieren können, tut es aber nicht, was mittlerweile jeder bei griechenland sehen kann. Auch für deutschland wird es nicht gut ausgehen, denn da sind ja die bürgschaften, die griechischen staatsanleihen bei der bad-bank of europe aka ezb, target-II salden, etc. Es ist nicht die von der eu betriebene gleichmacherei und bürokratisierung, die zu wohlstand führt, sondern ein fairer wettbewerb, viel gestaltungsspielraum und eigene initiative waren und sind die erfolgsfaktoren für wohlstand. All das ist das genaue gegenteil davon, wozu sich die eu entwickelt hat.

        • Das sind alles wichtige Faktoren. Aber der Saldenmechanik entkommt man damit nicht.

        • Was meinst du mit saldenmechanik, @lh? Etwa, dass dein gewinn, mein verlust ist? Sprich geld ist eine erhaltungsgröße. Wenn es so wäre, meinst du die saldenmechanik damit austricksen zu können, dass du den leuten vorher das geld schenkst, damit sie deine waren kaufen können?

        • Es geht um die „Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung“ um den gebräuchlichen Begriff zu benutzen. Dabei geht es in der Tat darum, dass Geld ein Schuldverhältnis ist und das Geld (oder dessen Wert) keine absoluten Größen sind, die „irgendwoher schon kommen“.

          Wenn man das verstanden hat, wird klar, dass es nicht um Geld geht. Das Ziel gesunden Wirtschaften ist nicht, möglichst viel Geld auf dem Konto zu haben, sondern mit dem Geld etwas zu bewegen, Umsatz zu machen.

          Wenn es so wäre, dass die Leute, denen man das Geld schenkt, nur bei einem selbst und bei niemandem anderen einkaufen könnten, dann würde das eigene Geschäft wachsen, wenn man den Leuten nur Geld schenkt. Selbst wenn man sich das Geld vorher selbst leihen muss.

          In der Praxis gibt es solche Modelle übrigens durchaus, z.B. in Form des „Vendor Financing“. Das ist etwa, wenn Dir die VW-Bank Dein Auto zu günstigen Konditionen finanziert.

          Und der Euro ist für die deutsche Industrie ein ganz ähnliches Modell: https://pro.creditwritedowns.com/2011/11/the-euro-zone-is-one-giant-vendor-financing-scheme.html

          Es geht nicht unbedingt darum, Leuten Geld zu schenken. Aber wenn man Stabilität haben und Schuldenkrisen vermeiden will, dann muss man solche Kapitalströme managen und nicht so tun, als könne es einem egal sein, wo die Schuldner das Geld verdienen, mit dem sie einen zahlen.

        • Dass der marshall-plan der usa für europa eine gute sache für beide seiten war, ist wohl unbestritten. Es geht mir nicht darum den griechen jede hilfe zu versagen, ganz im gegenteil, aber das ideologische und bürokratische korsett, dass mit der eu-hilfe verbunden ist, erstickt jede erholung im keim. Was übrig bleibt ist den griechen geld zu schenken und das bringt beiden seiten nicht mehr wohlstand. Genauso wenig wie die eu zum wohlstand deutschlands beigetragen hat.

        • Was stört Dich denn am Ideologischen der EU und was ist das? Mir scheint die destruktivsten ideologischen Einflüsse in Europa sind deutsch?

        • Ja, zur zeit ist es merkels willkommensideologie, die europa spaltet. Ich hoffe nicht, dass du dich nicht auf die deutschen „rechtspopulisten“ bezogen hast.

          Der konstruktionsfehler der eu ist, dass die staaten sich immer enger binden wollen, dies aber nicht demokratisch, sondern durch gutmenschen geschwafel legitimieren. Ob dieses diktatorische element nun absichtlich oder unabsichtlich eingeführt wurde, sei dahingestellt. Daraus speist sich die gutmenschen ideologie der eu-bürokraten, weil dies ihre einzige legitimation ist: wir meinen es nur gut! Sie sind nicht volkes wille verpflichtet, sondern ihrer europäischen gutmenschen utopie und genauso agieren sie auch. Gut meinen hört allerdings bei der wiedereinführung der drachme auf, denn dies widerspricht der ideologie, das thema ist tabu! Das ist ein denk- und sprechverbot wie es kennzeichnend für jede ideologie ist.

        • Ich halte das Zusammenwachsen Europas im Grundsatz für richtig. Man müsste nur endlich mal den Schritt machen, dieses Europa gleichzeitig demokratisch zu machen und seine Kompetenzen genau zu regeln.

          Der Nationalstaat kann heute nur noch sehr wenig autonom regeln, er ist immer eingebunden in internationale Systeme. Diese internationalen Systeme sind unter anderem deshalb beliebt, weil sie völlig undemokratisch sind. Wenn man die EU auflösen würde und stattdessen andere Verträge zwischen den Nationalstaaten schließen würde, es würde dadurch nicht mehr demokratische Entscheidungen geben. Ein vereintes Europa aber könnte mit entsprechenden demokratischen Institutionen dem Ideal einer Mitbestimmung deutlich näher kommen.

          Gescheitert ist das an nationalistischen Ideologien von Merkel, Schäuble, deutscher Presse und Lucke-AfD.

        • „Ein vereintes Europa aber könnte mit entsprechenden demokratischen Institutionen dem Ideal einer Mitbestimmung deutlich näher kommen.“

          Genau das ist der nötige Weg voran. Im Zeitalter der Globalisierung ist eine Rückkehr zum Nationalismus pure Träumerei.
          Die EU UND der Euro schützen die einzelnen Staaten auch vor immer mächtiger werdende Spekulanten, die schon in den 80ern bewiesen haben, dass sie mit ihrer wirtschaftlichen Macht in der Lage sind, ganze Volkswirtschaften zu manipulieren.
          Gerade GB sollte es daher besser wissen, waren sie seinerzeit schon mal Ziel eines Angriffs von Soros und Co. auf das Pfund.

          TTIPS ist eigentlich ein Beispiel, das es so in einem vereinigten Europa nicht geben dürfte. Aber, wenn wir einen genaueren Blick auf die Verhandlungspartner werfen, treffen wir wieder die alten nationalen Verdächtigen.
          Immerhin haben wir im europäischen Rahmen immer noch weit mehr Chancen eines Scheiterns dieses politischen Selbstmords, als auf nationaler Ebene.
          Ein Stöckchen zerbricht man – Lessing(?) – eben leichter, als ein Bündel Stöckchen.

        • „Genau das ist der nötige Weg voran. Im Zeitalter der Globalisierung ist eine Rückkehr zum Nationalismus pure Träumerei.“

          Es muss ja nicht gleich Nationalismus sein; auch hier in der Schweiz hat man sich nun sicherlich wirtschaftlich weiss Gott nicht abgeschottet, eher im Gegenteil und die Menge an Hauptsitzen von internationalen Orgainisationen spricht jetzt auch nicht gerade für eine schwer xenophobe Gesellschaft. Der Erfolg der Schweiz sollte eher dazu einladen, sich nach Alternativen umzuschauen, was man erreichen kann ohne blind politische Macht an Bürokraten und Lobbyisten abzugeben.

          Es ist unbestreitbar, dass aus dem ehemals schlanken beinahe föderalistischen Machwerk ein massiver kollektivistischer Moloch geworden ist, der durch eine Regulationsflut sondergleichen vor allem die Interessen eben genau jener Gruppen und Megacorporations vertritt, die du als erster Linie als Angreifer darstellst.

          TTIP ist ein gutes Beispiel, auch wenn es mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit von dem nächsten amerikanischen Präsidenten begraben wird; man darf nicht vergessen, dass die EU TTIP ohne die massive Proteste (wobei man nur sagen kann, dass diese eine Person zum Glück die Papers geleakt hat, sonst stünden wir bereits vor vollendeten Tatsachen) einfach von der EU angenommen worden. Der Nachfolger von TTIP wird von der EU wahrscheinlich ohne Umwege in einer Nacht-und-Nebel-Aktion übernommen werden, ganz egal, was das für die Bevölkerung bedeutet.

        • @carnofis
          „Die EU UND der Euro schützen die einzelnen Staaten auch vor immer mächtiger werdende Spekulanten, die schon in den 80ern bewiesen haben, dass sie mit ihrer wirtschaftlichen Macht in der Lage sind, ganze Volkswirtschaften zu manipulieren.“

          Das ist so verkehrt, ich weiss gar nicht wo anfangen.

          Vor allem: besagte Spekulanten „manipulieren“ keine Volkswirtschaften nach Gusto, sondern versuchen nur künstliche Ungleichgewichte auszunutzen, die ohnehin nicht stabil sind. Du kannst sie zB als Geier ansehen, die dafür sorgen, dass eine Leiche schnell verschwindet. Genauso wie im Gesamtökosystem die Geier vorteilhaft sind, dass das verrottende Fleisch keine hässlichen Keime als Gefahr für die anderen Tiere liefert, so räumt der Spekulant mit Schwindel, Betrug und staatlichen Anmassungen auf, so dass eine freie Wirtschaft besser funktionieren könnte (nicht kann, denn insbesondere die EU und das Eurosystem sorgt für keine freie Wirtschaft, sondern für einen höchst artifiziellen Zustand).

          Deine Ansicht wird natürlich in vielen Medien, Spiegel und Konsorten so ausgedrückt, allzuhäufig von „Experten“.

        • Zusammenarbeit ist ansich richtig, wenn das ziel stimmt, es allen beteiligten parteien nützt, sie wirklich zusammenarbeiten, also ein gemeinsames ziel verfolgen, etc. pp., aber nicht per se, denn man könnte ja auch am ästen sägen auf dem man sitzt. Um es mit churchill zu sagen: die demokratie ist nicht die beste regierungsform, aber die einzige in der ich leben möchte.“, oder so ähnlich, wiegt für mich das demokratie-defizit der eu schwerer, als die möglicherweise verpasste chance auf zusammenarbeit.

          Wieso wurde die eigentlich verpasst, wenn wir ja den rest der welt einladen mit uns zusammenzuarbeiten? Die unverhohlenen drohnungen der eu-apparatschicks vom schlage eines juncker, sind bezeichnend. Wie hat es der tschechoslowakische staat gelöst? Sie haben abgestimmt und sich getrennt. Meint juncker, dass das britische volk „bestrafft gehört“? Wieso genau will er, oder die eu, nicht mehr mit den briten zusammenarbeiten, wenn sie denn austräten? Ist das demokratisch legitimiert? Muss diese person sich jemals, irgendwem gegenüber für diese drohung verantworten oder rechtfertigen? Wer kritisiert diesen A…. und warum sollte er es tun, wenn eh nichts dabei rüber kommt.

        • @Toxic: Von der Schweiz und ihrer Demokratie kann man gewiss viel lernen, aber es macht einen Unterschied, ob man 8mio Einwohner oder 80mio hat, ob man 6Mrd BIP oder 36Mrd hat. Ein kleines Land kann sich immer einer gegebenen „wirtschaftlichen Umgebung“ anpassen, während ein großes Land durch seine Wirtschaftspolitik die „wirtschaftliche Umgebung“ bestimmt.

        • @carnofis, nochmal

          „Im Zeitalter der Globalisierung ist eine Rückkehr zum Nationalismus pure Träumerei.“

          Dein Spruch hätte aus der Lobhuldigung Schäubles für Friede Springer und Mario Monti (dieser Bürokrat, der den Italienern vor die Nase gesetzt wurde, so höcht demokratisch) kommen können:

          http://www.welt.de/debatte/kommentare/article156494750/Was-wir-brauchen-ist-eine-massvolle-Revolution.html

          Dieses Gerede von der „Globalisierung“ ist pure Heuchelei. Die EU schottet sich gegenüber der Peripherie handelsmässig ab und verfolgt Handel als Einbahnstrasse, fast könnte man das als imperialistische Handelspolitik bezeichnen, Vorbild vorletztes Jahrhundert.
          Von bemerkenswerter Unredlichkeit ist es auch, die Migration, die in einer freien Welt genauso selbstverständlich wie freier Warenverkehr sein sollte, könnte und wäre jetzt rauszulösen und so zu tun, als sei damit einem Ausgleich erfolgt. So lief das auch schon mit der DDR und der EU-Peripherie. Eine zutiefst zentristische Wirtschaftspolitik zum Vorteil weniger, aber gar nicht für Europa und noch weniger für die Peripherie Europas. Die EU hat hier rein negativen Effekt auf die Entwicklung.

          Besdonders widerlich ist es, als Schäuble die Französische Revolution in die Tradition des „arabischen Frühlings“ stellt, der im wesentlichen ein islamistischer Griff nach der Macht war. Da ahnt man doch gut, was Schäuble eigentlich von der Demokratie hält.

        • Ich muss nochmals den marschal-plan mit der griechenland-rettung vergleichen. Mir wurde gesagt, dass es anfang der 90er bei der kfw fördertöpfe gab, die noch vom marschal-plan stammen. Mag sein oder auch nicht, aber jeder weiß, dass das geld für die griechenland rettung jetzt schon weg ist und es in ein bis zwei jahren eines weiteren nachschlages bedarf und das ganze mit gelinde gesagt unsicheren aussichten. Nicht jede zusammenarbeit ist gut. Man kann es gut meinen und richtig schlecht machen. Davor ist niemand gefeit, weder die un, danke @alex oder eu, noch die gleichhheitsbewegten gutmenschen oder gar die kulturmarxisten, wie leszek sicher bestätigen kann 😉

    • Wenn Dein Kommentar Ausdruck dieser Wertordnung und dieses gemeinsamen Geistes ist, dann kann ich mich nur anschließen, und hoffe, dass wir eine Mehrheit für Leave zusammenbringen (und danach sieht es derzeit selbst in Wales aus). Mit diesem Geist und dieser Wertordnung wollen wir nämlich nichts zu tun haben.

    • *Die haben keinen EU „Geist“*

      Ja, insbesondere der hier nicht ^^

  5. Ich denke die Briten werden leider in der EU bleiben; wahrscheinlich wird der Zuspruch höher ausfallen als gedacht.

    Deutschland ist einer der Hauptprofiteure der EU (auf Kosten der anderen Mitgliedstaaten) und hat somit überhaupt kein Interesse auszutreten. Wahrscheinlich ist es nicht das Dümmste Frankreich und Deutschland in einer solchen Verbindung zu halten, auch wenn das wirtschaftliche und soziale Schäden in den Ländern verursachen wird.

    • EU führt in Diktatur, Gewalt und Krieg.

      • Wie wir ja täglich sehen und erleben.

        Oder wolltest Du nur trollen?

        • Ganz einfach, der gegenseitige Hass hat spätestens seit der Griechenlandkrise massiv zugenommen, die EU sorgt seit längerem zur Entfremdung der Europäer. Zu den vielen Gründen die Brexit-Anhänger genannt haben, dass innerhalb der EU die Briten immer niedergestimmt werden, weil britische Ansichten durch die Zusammensetzung der EU nicht mehr mehrheitsfähig sind. Damit begibt sich GB in eine Situation ohne politischen Einfluss. EU-Regularien sorgen dann dafür, dass britische Ideen nicht mehr umgesetzt werden können, da es EU-Recht bricht.

          Das ist der gleiche Grund, warum die von diktatorischen Regimen dominierte UN als Weltregierung eher ein Schreckgespenst wäre als ein Segen, nur durch die Veto-Mächte etwas abgedämpft.

        • „Ganz einfach, der gegenseitige Hass hat spätestens seit der Griechenlandkrise massiv zugenommen, die EU sorgt seit längerem zur Entfremdung der Europäer.“

          Gegenseitiger Hass? Sorry, aber der ist mir noch nicht aufgefallen. Nur ein brauner Bodensatz in allen Ländern hetzt diffus gegen „Ausländer“. In der breiten Bevölkerung erlebe ich wohlwollendes Interesse.
          Ausländer sind auch der vorrangige Beweggrund der Brexit-Befürworter. Sie treiben mit der Flüchtlingsdebatte eine Politik der Angst.

          Ich bin öfter in Frankreich gewesen, auch an Orten, wo man als Deutscher Beklemmungen hat, in Verdun und an der Somme. Überall wurde ich freundlich aufgenommen und selbst beim Thema „Weltkriege“ hatte ich nie auch nur eine Sekunde das Gefühl, dass man mich für das Treiben meiner Ahnen in Sippenhaft nimmt.
          Das habe ich noch bis in die 80er ganz anders erlebt. Da konnte es einem durchaus passieren, dass man z.B. in den NL an der Tankstelle oder im Restaurant nicht bedient wurde.
          Ich WILL diese Verhältnisse nicht wieder haben und werde mich deshalb gegen alle separatistischen Bestrebungen stemmen.

          „Zu den vielen Gründen die Brexit-Anhänger genannt haben, dass innerhalb der EU die Briten immer niedergestimmt werden, weil britische Ansichten durch die Zusammensetzung der EU nicht mehr mehrheitsfähig sind.“

          Das ist richtig – aber ein Phänomen, mit dem sich ALLE EU-Mitglieder auseinandersetzen müssen. Und in vielen Dingen haben sich die Briten durch ihr starrsinniges „No!“, ohne Alternativangebot, selbst ins Off manövriert. Die „Erbfeinde“ Deutschland und Frankreich haben sich da immer mehr durch ihren Pragmatismus zu Zugpferden der EU entwickelt.

          „EU-Regularien sorgen dann dafür, dass britische Ideen nicht mehr umgesetzt werden können, da es EU-Recht bricht.“

          Britische Ideen werden also aus ideologischen Gründen nicht umgesetzt?
          Quatsch!
          Vielmehr ist es anders herum. Viele Briten leben noch irgendwo im Viktorianischen Zeitalter, wo sie die Regeln der Welt gesetzt haben und sich niemandem beugten (außer der Queen).
          Nur GB hat faktisch das metrische System bis heute nicht umgesetzt. Schau mal auf Konserven oder Spirituosen aus GB. Die Mengen sind immer noch wie im Mittelalter in Unzen angegeben. Und tanken tust Du – wie die ebenso starrköpfigen Amis – Gallonen.

          „Das ist der gleiche Grund, warum die von diktatorischen Regimen dominierte UN als Weltregierung eher ein Schreckgespenst wäre als ein Segen, nur durch die Veto-Mächte etwas abgedämpft.“

          Noch ein wenig Weltverschwörungs-Geraune?

          Ich bin – wie bei der EU – in vielen Dingen nicht mit der UN einverstanden, finde aber die Idee uneingeschränkt gut.
          Und das Kriegsverbrechter-Tribunal in Den Haag zeigt, dass die UN durchaus kein zahnloser Tiger sein muss.
          Wer schert sich dagegen einen Scheißdreck um UN-Richtlinien?
          Unsere demokratischen Vorbilder überm großen Teich.
          Die UN findet ihre Grenzen nicht an den Diktaturen, sondern an Nationalstaaten, die sich auf Basis ihrer militärischen Stärke Sonderrechte herausnehmen.

          Oder zählst Du die USA zu den Diktaturen?

        • „Die UN findet ihre Grenzen nicht an den Diktaturen“

          Nein, die UN wird mittlerweile von Diktaturen und undemokratischen Staaten bestimmt. Sie ist schon heute vollkommen gescheitert, wie der Völkerbund vor ihr.

          Man kann nun mal keine Staatendemokratie mit nicht-demokratischen Staaten spielen.

        • @Carnofis

          Nein.

          Blubb und Alex haben’s ua deutlich gemacht was ich meinte.

          Dahinter verbirgt sich *das Problem* der offenbar nicht auszuweichenden Neuordnung.

          Schutz, Freiheit und Wohlstand hängt für die meisdten Menschen vom Grad der lokalen Mitbestimmung und Möglichkeit zur Abgrenzung ab.

          Subsidarität und Identität sind auch demokratisch unverzichtbar. Verwirklicht wird dies in souveräner Nationalstaatlichkeit.

          Und die ist heutzutage ganz anders als früher. Da zB und ua alle Länder regen (Handels-) Austausch betreiben.

  6. Boris Johnson’s closing speech was the defining moment of the campaign

    http://blogs.spectator.co.uk/2016/06/boris-johnsons-closing-speech-defining-moment-campaign/

    Boris Johnson: ‚Stand up for democracy and Vote Leave‘

    http://www.youtube.com/watch?v=wY3RznQSBfw

  7. Ich weiß jetzt nicht mehr, wo ich das gelesen habe aber es hieß, die Regierung sei durchaus nicht gezwungen, den Brexit durchzuziehen, wenn das Volk dafür stimmt.

    • Das ist allgemein bekannt. Und stand in der „Zeit“ Unter anderem.

    • Das ist kontinentaleuropäisches Pfeifen im Wald. Ich will den MP sehen, der sich traut, gegen den erklärten Willen der Mehrheit seiner Wähler im House of Commons eine andere Entscheidung zu treffen. Der braucht bei der nächste Wahl nicht mehr anzutreten, sofern er sich überhaupt noch in seiner Constituency sehen lassen kann. Britannien hat ein Mehrheitswahlsystem, d.h. ein MP ist seinen Wählern nicht der Partei, zu der er sich zuordnet, verantwortlich. Wer wissen will, was passiert, wenn Politiker nicht dem entsprechen, was Wähler von ihnen erwarten, der soll nach parliamentary expenses scandal googlen.

      • @michael

        „Das ist kontinentaleuropäisches Pfeifen im Wald. Ich will den MP sehen, der sich traut, gegen den erklärten Willen der Mehrheit seiner Wähler im House of Commons eine andere Entscheidung zu treffen.“

        ich glaube auch, dass das ein zu emotionales Thema ist um es bei einer Mehrheit nicht umzusetzen.

      • „kontinentaleuropäisches Pfeifen im Wald“

        Das Englische hat da einen viel cooleren Ausdruck für 🙂

        http://www.yourdictionary.com/whistle-past-the-graveyard

        ok, ist „amerikanisch“, aber trotzdem…

  8. Wenn GB austritt wird nichts Schlimmes passieren, da GB ein starkes westliches Land ist mit traditionsreicher Geschichte und einem liberalen Bewusstsein.
    Wenn Deutschland austritt wird es sich früher oder später vom Westen abwenden und russifiziert werden. Daher ist es wichtig, Deutschland weiterhin in westeuropäische Strukturen einzubinden.

    • Schlimm wird sein, dass es den briten besser gehen wird, wenn sie draußen sind. Schlimm werden auch die reaktionen der eu-apparatschicks sein, die dann ihr wahres gutnachbarschaftliches gesicht zeigen werden. Die „erklärungen“ der gutmenschen von schlage eines martin schulz et. al. dafür werden auch ganz schlimm werden.

    • Eine „Russifizierung“ Deutschlands hat es historisch nie gegeben, auch wenn Deutschland nicht westlich eingebunden war. Wenn gab es dann immer eine Germanisierung Russlands.

    • Was ist eine Russifizierung? Wird Putin Gaucknachfolger … 🙂

      • Vielleicht so ne Art „Russifizierung“, wie Anno ’44, ’45?

        • Beitrittverhandlungen mit der Türkei UND Russland! Sind beide demokratischer als die EU selbst …

        • Die Türkei ist anscheinend alternativlos?

        • Da denkt man immer, schlimmer geht’s nimmer, aber eu-bürokraten fällt immer etwas ein 😨

  9. Ich denke es wird klar für den Brexit gewählt werden.

    Der Mord an Jo Cox wird das Wahlverhalten der Briten kaum beeinflussen.

    Der durchnittliche Angelsachse hat ein im besten Fall ambivalentes, im Normalfall aber ablehnendes Verhältnis zu Europa, schließlich kam vom Kontinent noch nie etwas gutes nach Britannien.

    Dieser Zustand zieht sich, anders als in Deutschland, viel weiter in die gebildeten Eliten, die alten Empire-Träumen nachtrauern.

    Ob das die beste oder schlechteste Entscheidung der Briten ist bleibt abzuwarten.

    Das EU Ökonomen zeter und Mordio schreien und apokalyptische Szenarien entwerfen ist ja kaum überraschend.

    Wenn die EU Krise überwunden wird, war es sicherlich ein Fehler der Briten, dann wird sich die EU erholen und sie stehen dumm da.

    Aber nicht vergessen, das da noch einige Schwelbrände unter der oberfläche lauern:

    brauchen Italien und Spanien demnächst Hilfe a la Griechenland?

    braucht Griechenland nochmal mehrere Milliarden und setzt kaum Reformen um?

    Wird der deutsche Michel das alles ertragen oder gibt es einen „Rechtsruck“ der innerhalb von 5 Jahren vieleicht zu einer AfD Regierung führt?

    • Der durchschnittliche Brite hat kein Problem mit Europa sondern mit der EU

      Die EU ist nicht Europa sonder ein Ergebnis des Lissabon Vertrags…

      Ohne EU und Euro (also mit EG und dem EWSII)
      Hätte es die meisten Kriesen der letzen 5 Jahre mit hoher wahrscheinlich nicht gegeben

  10. Ich möchte mal daran erinnern, dass die EU erst seit 1992/1993 existiert. Den gemeinsamen Markt gab es schon vorher und gibt es heute noch teilweise außerhalb der EU in Form der European Free Trade Association (EFTA) und des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). Die Reisefreiheit ist ebenfalls nicht auf die Existenz der EU angewiesen.

    • Danke.

    • Ach,so schnell konnten die undemokratische Strukturen aufbauen!?

      Ist a eine super Sache, diese EU … 🙂

    • Kommt darauf an wie man Rechnet.
      mit dem Maastricht Vertrag 1993 kam ja nicht die heutige EU.

      Es war 93 ja sozusagen das Zusammenlegen bzw Erweiterung der EG um die Bereiche GSAP und PJZS welche dann zusammen die 3 Säulen bildeten auf die das dach EU gelegt wurde. Die EU hatte aber nicht die Politische Macht die sie heute hat.

      Die Heutige „integrierte“ EU kam dann durch die Änderungen des Maastricht Vertrags (Amsterdam 1997, Nizza, 2001 und Lissabon 2007)

      Wenn man mal ehrlich ist geht seit 2001 die EU in eine Richtung in die viele Bürger nicht mitgehen wollen.

  11. „An diesem Schicksalstage also blicken wir verträumt auf die Leistungen dieses Volkes, wie wir auch gern in unseren Bädern den Marmor der Römer hätten.“

    „Man liest viel vom gemeinschaftlichen europäischen Haus: Wenn es das gäbe, stünde der Stalker und Schnüffler GCHQ längst mit seinen Erziehungsberechtigten vor einem Gericht.“

    http://blogs.faz.net/deus/2016/06/23/gchq-der-ueberwachungs-brexit-ist-laengst-da-3483/

    Seltsam, das heute…. keine echte Meinung dazu, ist ja alles so geheim. Aber wenn sich der vor allem auf Heise, auf den Guardian und auf Snowden beruft, ruft das Skepsis hervor. Vor allem kann ich auch nichts Negatives darin sehen, dass AI „infiltiert und überwacht“ werde, sorry:

    „Da könnte man noch sagen, dass es eine unschöne Sache unter Freunden war, und alle so etwas tun. Aber das GCHQ hat auch Amnesty International infiltriert und überwacht.“

  12. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sie drin bleiben.

    • Auf dlf habe ich gerade die aussage einer britinn gehört, die meinte, dass ihr bauchgefühl für den brexit ist, aber ihr verstand sage ihr, dass bremain das richtige sei. Wetten, dass es wieder die frauen sind, vorallem die mit verstand ;-), die die wahl versauen, @atacama? Der gender-poll-gap ist real 😉

  13. Meine Prognose ist: Die Briten bleiben drin und das Resultat wird klarer ausfallen als erwartet, d.h nicht äusserst knapp.

    • ja :/

      • Das ist meine Prognose, nicht mein Wunsch. Für die EU wäre der Austritt der Briten ein Segen.

        • „Für die EU wäre der Austritt der Briten ein Segen.“

          Ein Segen vielleicht nicht, aber mit Sicherheit von weit geringerem Schaden, als für die Briten.

          Die Schotten z.B. haben sich letztes Jahr(?) in einem Referendum ganz klar FÜR die EU ausgesprochen. Die Verhältnisse zwischen England und Schottland sind historisch bedingt – sagen wir mal – ’nicht die besten‘. Ich glaube nicht, dass die Schotten aus tiefempfundener Solidarität fröhlich die „splendid Isolation“ der Briten mitmachen. Die Nordiren haben auch schon ihren Unwillen über das Ergebnis bekundet.
          Dieser Brexit kann also im Extremfall am Ende sogar das Ende von Großbritannien bedeuten.

          Die EU wird aber einen notorischen Bremser weniger am Verhandlungstisch haben. Vielleicht begreifen die verbliebenen Mitglieder das britische Beispiel als Warnung und Chance.

        • „“…Die Nordiren haben auch schon ihren Unwillen über das Ergebnis bekundet…““

          Die Grenze zwischen der Republik Irland und Nordirland wird zur EU-Aussengrenze. 🙂
          Als ich das letzte mal in Grossbritannien zu Besuch war, musste ich mich als Nicht-EU-Mensch in einer langen Reihe anstellen. Tja, das blüht den Verrückten von der Insel jetzt auch. Als Schweizer sag ich: Willkommen im Club.

  14. „Something seismic is happening to the Labour vote, which is going to have serious effects whether or not Britain votes to leave. Labour MPs are wondering whether they have been totally ‘fucked’ by this referendum. …

    … Other Labour MPs representing core areas for their parties are confident that their seats are going to vote leave by a large margin.“ (1:28)

    „At the start of the night, all the talk was about what Remain’s margin of victory would be. But the first results have made that far less certain.“ (1:30)

    http://blogs.spectator.co.uk/2016/06/live-eu-referendum-results-night/

    Der Kommentar-Ticker dort. Spannend.

  15. Erste Ergebnisse stärker zugunsten von Brexit, Pfund stürzt ab

    News von Bloomberg

    „Pound Tumbles Most Since 2009 on EU Voting in Northeast England

    By Lucy Meakin and Lukanyo Mnyanda – 24.06.2016, 01:46:48

    The pound dropped the most since 2009 after results from Britain’s European Union referendum in two industrial cities in northeast England showed greater support for leaving the bloc than academics had forecast.

    Britain’s currency tumbled against all of its major counterparts after 61 percent voted in favor of an exit in Sunderland. The pro-EU camp won 51 percent of the vote in Newcastle, smaller than the forecast 12 percentage-point lead.

    Price swings in the currency accelerated as the first results from the referendum filtered through, with sterling trading in a range of more than 4 percent. It earlier climbed above $1.50 for the first time since December after a nationwide YouGov Plc survey conducted on the day of the vote showed a 52 percent share for the status quo, and also sank as much as 3.9 percent.“

  16. Knappes Ergebnis 52 zu 48% für Brexit. Mal sehen ob es umgesetzt wird.

    • Eigentlich müsste es Neuwahlen geben. Die ganzen Parteien waren meine ich eher remain.

      • Es wurde ja auch schon über einen Rücktritt von Cameron spekuliert. Man wird sehen.

        • Schon passiert: http://www.spiegel.de/politik/ausland/david-cameron-kuendigt-wegen-brexit-ruecktritt-an-a-1099511.html

        • Den soll er jetzt selbst angekündigt haben. So ein schlechter Verlierer. Immerhin verständlicher als der „schlechte Gewinner“ Farage, der kurz vor der Auszählung meinte prognostizieren zu müssen, dass Remain gewinnen würde.

        • Schlechter Verlierer ist gut.
          Das ist eine logische Konsequenz.

        • Ich glaube nicht, dass Merkel zurücktreten würde, wenn sie ein Abstimmung über ihre Flüchtlingspolitik verlieren würde. Sie würde einfach sagen, dass es keine Alternative gibt und weiter machen.

  17. This is democracy in all its beauty and glory

    http://blogs.spectator.co.uk/2016/06/democracy-beauty-glory/

    „Consider the magnitude of what has just happened. Against the warnings of experts, the pleas of the vast majority of MPs, the wishes of almost every capitalist, and overtures from Brussels, a majority of British people have said No to the EU. They’ve done the thing almost everyone with power and influence said they shouldn’t: taken a leap into the dark; chased after the devil they don’t know in preference for the one they do; taken a big, exciting risk with the very nature of their nation. They have — let’s just say it — rebelled, and rebelled against virtually every wing of the establishment. ….“

    „We hear a lot these days about how gullible the public is, how malleable are our putty-like minds, play-do in the hands of demagogues. And yet yesterday, the people thought for themselves; they weighed things up and they decided to reject the received wisdom and the Westminster / Washington / Brussels consensus. Such independence of spirit, such freedom of thought, is stirring, surely. ,,,,,“

    „Ordinary people, who might not have PhDs or read the Guardian or know absolutely everything about how the EU works (but then, who does?), have decided they don’t want to be tied to Brussels. That’s it. …..

    It is rare that politics makes me get a lump in my throat, but today it has, because generations of people fought and died for the right we have just exercised — the right to determine the destiny of our nation and to change the world.“

  18. 😀

    Heut würd ich nicht die Strassenseite wechseln, wenn mir die Queen entgegen kommt und ihr die Hand schütteln wollen ….

    Nee, hat gar nichts damit zu tun, dass sie eine Frau ist … 😀

  19. Jetzt sollte man das ganze auch von der Gender Seite her beleuchten. Waren wohl mehrheitlich Frauen die für den Brexit gestimmt haben. Daraus resultiert die Frage, inwieweit Frauen generell Europa tauglich sind, und ob man Frauen die Teilnahme an solchen Referenden nicht pauschal verbieten sollte.
    ____________________________________
    Ich wette mit euch, das irgendeine Feministin daraus eine Gendersache macht.
    Natürlich dann andersherum als wie meine kleine Satire hier. 😉

  20. Vielleicht sollten sie in jedem Land abstimmen. Dann sind nur noch die drin, die tatsächlich drin sein wollen.

    Jetzt könnten die Briten der EFTA wieder beitreten und sie zu alter Grösse führen, waren ja ein Gründungsmitglied.

  21. Ich vermute, die werden dieses Abstimmungsergebnis aushebeln. Entweder mit Shottland und Nordirland oder sie machen Zugeständnisse und lassen nochmal abstimmen.

    • Da Cameron zurücktritt, ist Deine Vermutung aberwitzig. Kein Politiker wird den Bürgerkrieg riskieren indem er das Votum ignoriert.

      • „Schottland will nach Ansicht seiner führenden Politiker in der EU bleiben. Das Ergebnis bei der Brexit-Abstimmung mache “klar, dass das Volk Schottlands seine Zukunft als Teil der Europäischen Union sieht”, sagte Regierungschefin Nicola Sturgeon am Freitag laut der britischen Presseagentur PA.“

        „Was die technische und juristische Seite betreffe, damit Schottland ein neues EU-Mitglied werden könnte, zeigte sich der frühere Regierungschef beruhigt: “Die EU hat immer technische Lösungen gefunden.” “

        http://www.vol.at/brexit-sturgeon-schottland-will-in-eu-bleiben/4763898

        • Allein, weil die sich schöne Pöstchen versprechen, werden die das versuchen … zB jedes neue Mitgliedsland bekommt einen EU Kommisar! 🙂

        • Was ist jetzt Deine Aussage? Eine mögliche Schottische Unabhängigkeit war ein bereits vorher bekanntes Szenario bei einem Brexit.

        • ??

          Nochmal, sie werden versuchen das Ergebnis auzuhebeln … so oder so. Das ist meine Aussage.

        • Wie?

        • „Ein Rücktritt Camerons im Falle einer Niederlage der Brexit-Gegner hätte aber noch andere schwerwiegende Implikationen, glaubt Worthy. Denn rechtlich sei das Referendum nicht bindend. Es habe jetzt nur den Anschein, weil Cameron öffentlich erklärt habe, dass er sich dem Willen des Volkes beugen werde. Wenn er jedoch nicht mehr im Amt sei, könne sein Nachfolger machen, was er wolle. Außerdem stehe vor einem wirklichen Austritt aus der EU immer noch die Entscheidung des Parlaments, und in Großbritannien sei das Parlament souverän und nicht das Volk.

          Die Abgeordneten, von denen die Mehrheit gegen den Austritt ist, könnten die entsprechenden Schritte über Monate, wenn nicht über Jahre verzögern. Dem Argument, sie würden damit den Willen des Volkes ignorieren, könnten sie leicht entgegnen, dass sie dafür demokratisch durch die Parlamentswahl legitimiert worden seien. Die Antwort auf die Frage, was nach einem Sieg der Brexit-Befürworter passieren könnte, könnte nach Worthys Ansicht also zumindest auf internationaler Ebene lauten: gar nichts.“

          http://www.faz.net/aktuell/politik/brexit/brexit-die-folgen-des-referendums-keine-14301920.html

        • Klar. Könnten sie machen. Dann heißt der nächste Wahlsieger UKIP.

      • „Da Cameron zurücktritt, ist Deine Vermutung aberwitzig.“

        Eher das Gegenteil. Denn Cameron ist ja jetzt schliesslich nicht mehr verantwortlich und muss nicht mehr zu seinem Wort stehen.

        Deshalb hatte ich ihn auch als „schlechten Verlierer“ bezeichnet. Hätte er Grösse, würde er jetzt souverän zum Ergebnis stehen. Aber er macht sich weg.

        Ob hier das Abstimmunsergebnis „ausgehebelt“ werden wird, steht natürlich völlig in den Sternen und ist rein spekulativ. GB ist ja nicht Griechenland, Irland, Portugal, Spanien oder Italien….

        • qalex

          „Deshalb hatte ich ihn auch als „schlechten Verlierer“ bezeichnet. Hätte er Grösse, würde er jetzt souverän zum Ergebnis stehen. Aber er macht sich weg.“

          Hat aus meiner sicht nichts mit schlechter Verlierer zu tun. Warum soll er einen Weg umsetzen, gegen den er wahr? Wenn das Volk anders entschieden hat als er ist es nur konsequent, dass diesen Weg jemand umsetzt, der so denkt wie die (wenn auch knappe) mehrheit.

          Es wäre auch abzusehen, dass man ihm ansonsten vorwerfen würde, dass er den Ausstiegsprozess verschleppt oder das man ihm vorwirft die Entscheidung über zusicherungen in den Länderabsprachen indirekt unwirksam zu machen

          Denn auch Länder, die nicht in der EU sind müssen sich üblicherweise vielen Regelungen unterwerfen und Zahlungen leisten, wenn sie die gleichen Vorteile wollen, die eine EU-Mitgliedschaft sonst bringt.

        • @chris

          Er sollte das machen, weil er Premier ist. Da sollte seine Meinung hintanstehen und seine Gegner müssten das auch fairerweise akzeptieren, dass er bleibt.

          „dass man ihm ansonsten vorwerfen würde, dass er den Ausstiegsprozess verschleppt“

          Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, das ist Politik. Und über diese Vorwürfe könnte er kraft seines Amtes auch stehen.

          Dass er die Bühne jetzt freimacht, ist zuerst ein demokratische Peinlichkeit, die nur er selbst zu verantworten hat. Natürlich werden da auch andere taktische parteipolitische Überlegungen (contra Labour) zu vermuten sein, aber die sind eher Nebensache. Seinem Amt jedenfalls schadet Cameron, indem er den Löffel wegwirft.

        • @alex

          sehe ich anders: Ich finde es vollkommen richtig, dass er dann zurücktritt und sich nicht an das Amt klammert. In einer wichtigen Frage weicht das Volk von seiner Meinung ab. Offensichtlich unterstützt die Mehrheit seine Politik nicht. Dann soll diese neue Richtung jemand umsetzen, den das Volk will

        • @alex

          sehe ich anders: Ich finde es vollkommen richtig, dass er dann zurücktritt und sich nicht an das Amt klammert. In einer wichtigen Frage weicht das Volk von seiner Meinung ab. Offensichtlich unterstützt die Mehrheit seine Politik nicht. Dann soll diese neue Richtung jemand umsetzen, den das Volk will

        • Zustimmung.
          Wie soll er denn der Vertreter seines Volkes sein, wenn dieses in einer dermaßen weitreichenden Geschichte völlig anders denkt als er?

        • Weil Cameron ein besonderes Amt hat, welches auch *unabhängig* von seinen Einstellungen und seiner Partei zu erfüllen wäre. Das ist eben auch Demokratie. Sein Job wäre es, das durchzuführen, was im Interesse der Briten ist. Und vor allem dann, wenn man sie auch noch direkt zur Entscheidung aufgerufen hat. Mit seinem Rücktritt sagt er doch, dass er die Briten gar nicht wirklich entscheiden lassen wollte und ein anderes als sein Ergebnis nicht akzeptieren kann.

          Und wie schon gesagt: dass er seine eigene höchst parteiische Meinung haben kann, sollte davon ganz unabhängig sein.

          Cameron ist halt kein grossartiger Politiker, das ist alles.

        • „Weil Cameron ein besonderes Amt hat, welches auch *unabhängig* von seinen Einstellungen und seiner Partei zu erfüllen wäre. Das ist eben auch Demokratie. Sein Job wäre es, das durchzuführen, was im Interesse der Briten ist.“

          Jein.
          Cameron hat vom Volk – über die Partei – sein Amt bekommen. Mit diesem Rückhalt kann er Politik betreiben, innerhalb der Legislaturperiode auch mal gegen die Mehrheit des Volkes – weil, die Mehrheit hat ihm ja mal das Vertrauen ausgesprochen.

          Jetzt hat Cameron aber zu einem Plebiszit über eine absolute Grundsatzfrage aufgerufen und – zugegebenermaßen leider sehr verspätet und halbherzig – seine eigene Position klargemacht.
          Die Mehrheit der Bevölkerung hat sie aber nicht mitgetragen, was er als Politiker als Misstrauenserklärung verstehen kann, ja, eigentlich MUSS.
          Er ist als Regierungschef also angezählt und kann nur noch als Interim bis zur Ernennung eines neuen – die Mehrheit des Volkes vertretenen – Regierungschef im Amt verbleiben.

  22. Wenn Länder Amok laufen
    Eine Kolumne von Michael Thumann

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-06/identitaet-grossbritannien-usa-brexit

    „Großbritannien und die USA waren Vorbilder demokratischer Coolness. Nun sind sie in die Falle der Identitätspolitik gegangen. Es siegt die schreiende Unvernunft.“

    Nein, sie vermeiden damit eben jene Identititätspolitik, die dieser Autor hier auf um den Kampfbegriff des „Nationalistischen“ verengen will. Das ist aber nur ein indirekter Effekt, es ging um Selbstbstimmung und Demokratie. Und die können Leute wie Thumann offenbar nicht ab …. und daher ist die EU ihr favorisiertes Herrschaftsgebilde.

    • Hä? War die USA in der EU?

      • Na klar doch, war eines der Gründungsländer. In der Schule nicht aufgepasst?

        • So kommt es einem tatsächlcih vor. Als gäbe es die EU schon immer und als sei sie die Ursache für den Aufstig des Westens.

      • „Hä? War die USA in der EU?“

        Hier wird die USA gleich mit abgestraft, weil sie ja Trump zum Präsi wählen könnten.

        … vielleicht meint der Autor tief in seinem Inneren aber auch nur, dass über GB noch ein Anspruch auf die alte Kolonie USA vorhanden wäre und wirft die deshalb in einen Topf 😀

        Im Ernst: ist halt Antiamerikanismus, wie er so üblich ist.

    • Wenn Kolumnisten Amok laufen

      Aus ihm sprechen Unsicherheit, Angst – und ein rabiater Kommunismus. Und natürlich Überheblichkeit und Angst vor zuviel Demokratie.

      • Vor der Berxit-Abstimmung gab es ja eine Flut von Kolumnen gegen den „bösen weissen Mann“, gegen die „Unterschicht“ etc. Wäre zu erwarten, dass jetzt davon noch mehr ins Haus steht …

  23. Augstein:

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/rechtspopulismus-eu-brexit-kolumne-von-jakob-augstein-a-1099330.html

    „Dieses Referendum war die Pest.“

    „Die EU … muss … auf den Trümmern des Kapitalismus neu errichtet werden. Das Versprechen der europäischen Gründung …. Heute muss …. lauten: Nie wieder Ungerechtigkeit! …. es ist das einzige Versprechen, mit dem sich die rechte Revolution noch aufhalten ließe.“

    Der „globalisierte Kapitalismus“ sei an allem Schuld … (huch, wird nicht derzeit immer geschrieben, dass sich darüber nur „die Rechtsextremen“ mokieren würden?!)

    Der „Zynismus der Massen“ werde von dem „Zynismus, den die Eliten selber vorleben“ „verursacht“, durch jenen „globalisierten Kapitalismus“. Und: „Die Rechten sind nicht die Krankheit. Sie sind das Symptom.“

    Das Rezept: mehr EU: „…. die Stärkung des Europäischen Parlaments und der Kommission.“

    Augstein scheint selbst zu dämmern, was für einen widersprüchlichen Unsinn er zusammenrüht:

    „Es gibt jetzt einen unlösbaren Zusammenhang: Europa muss sowohl stärker als auch sozialer werden.“

    War es nicht genau diese „Stärkung Europas“, die die beklagte Reaktion darauf massgeblich mit hervorbrachte?

    • Was man bei solchen kolumnistischen Deutungsversuchen nicht vergessen sollte:

      Es gibt eine Börsianerweisheit: Der Markt hat immer recht. Entsprechend gilt auch: Der Wähler hat immer recht. Vor hundert Jahren gab es den technologischen Machbarkeitswahn, heute gibt es den politischen Machbarkeitswahn, vor allem bei den Linksgrünsozialen. Damit fällt man aber regelmäßig auf die Schnauze. Ein ums andere mal machen die Wähler nicht, was die Guten herausgefunden haben, was das beste sei. Auf einmal wählen sie Pfui-Parteien, das undankbare Pack.

      Die Schweizer wissen schon, warum sie über alles mögliche abstimmen wollen.

      • „Es gibt eine Börsianerweisheit: Der Markt hat immer recht.“

        Na ja, sehr eingeschränkt:

        „9. When all the experts and forecasts agree – something else is going to happen.“

        http://stockcharts.com/school/doku.php?id=chart_school:trading_strategies:bob_farrell_10_rules

        😀

        • Die Experten und Prognosen sind nicht der Markt, sondern eben nur Experten und Prognosen. Es nützt nichts zu sagen, der Kurs hätte das gemäß Experten steigen müssen und jetzt ist der blöde Markt gesunken, er liegt falsch. Der Markt liegt aber nicht falsch, sondern die Experten, die ihn falsch vorausgesagt haben.

        • Entsprechend muss man auch nicht sagen, die Wähler hätten falsch gewählt. Sie haben schon ihre Gründe und die sind meistens nicht schlechter als die der Politiker — vor allem, wenn diese ein ideologisches Sendungsbewusstsein haben.

        • Stimmt natürlich, aber die „Experten“ halten sich im Aggregat typischerweise für den Markt und darauf zielt diese lustige Weisheit.
          Der Markt wird eben auch von irrationalen und unrealistischen Erwartungen getrieben und bestimmt, so gesehen hat er nie und immer recht.

        • „Entsprechend muss man auch nicht sagen, die Wähler hätten falsch gewählt.“

          Hier kommt es auf viel mehr Dinge an, als dass gewisse Güter fair oder eben nicht fair bepreist sind.
          Ideologisches Sendebewusstsein ist eher ein echter Kontraindikator, spricht immer für Überbewertung 😉

        • „… aber die „Experten“ halten sich im Aggregat typischerweise für den Markt und darauf zielt diese lustige Weisheit.“

          Eben nicht. Die Experten halten sich nicht für den Markt. Der Markt in diesem Sinne ist einfach der erzielte Preis und das wissen auch die Experten. Die lustige Weisheit zielt darauf, dass sich der Markt nicht an einen Preis halten muss und es auch nicht tut, den irgendjemand (vielleicht sogar zurecht) für den fairen, richtigen, korrekten Preis hält.

          Der Markt hat in dem Sinn immer recht, dass er letztlich das einzige ist, was zählt.

        • Ich wollte nur darauf hinaus, dass sich sowohl Käufer- als auch Verkäufer lange Zeit irren können. Sie haben zwar insofern immer recht, als dass ihre Preise auch bezahlt werden, was aber nichts daran ändert, dass der Markt irrig ist. Von dieser Erkenntnis hat man nur nichts, ausser man legt sich auf die Lauer und passt den richtigen Moment ab.
          Die Märkte sind ziemlich irrational oder schwer zu vestehen, bis unmöglich. Vor allem der Devisen-Markt. Manche halten das dann alles für pure Manipulation, was leider zunehmend vorkommt, Libor und sonstige Preisabsprachen. Oder fixe Wechselkurse.

          Wenn alle Experten einer Meinung sind, dann halten sie sich auch für den Markt und wissen typischerweise , er sei stabil. „Ein permanent hohes Plateau“ ist die bekannte Phrase. Das meinte die Regel 9 vor allem.

          „Der Markt hat in dem Sinn immer recht, dass er letztlich das einzige ist, was zählt.“

          Das ist die Beschreibung der Tatsache. Ein Markt könnte allerdings auch durch so hohe Preise illiquide werden, weil niemand zahlen will, niemand aber auch die Preise senken will oder kann. Dann bricht der Markt und kann auch nicht mehr recht haben, weil es keinen gibt.

          Heute morgen wurden die Märkte (jedenfalls für die Normalsterblichen) auch illiquide, als die Handelsplattformen einfach nicht zur Verfügung standen oder retardiert waren. Ist natürlich immer bei extremen Bewegungen der Fall, immer bei Tiefs.

  24. Hier lässt die „Zeit“ eine „PoC“ schreiben, der Text ist selbstverständlich rassistisch, wenn auch sehr zurückhaltend ausformuliert, die Leserschaft in Deutschland ist ja noch nicht so weit….

    Sie sind wütend und sie sind viele
    Ein Kommentar von Khuê Pham

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-06/grossbritannien-referendum-brexit-europa

    „Antipolitik gegen die Elite“, „Beginn einer neuen populistischen Ära“, „AfD“, „Borderline-Syndrom Großbritanniens“, „Triumph ihrer Lügen über seriöse Berechnungen“, „Wie passend, dass Donald Trump heute zur Wiedereröffnung eines Golfresorts in Schottland gelandet ist “ (gar nicht passend, die haben doch für Verbleiben gestimmt …, aber egal, hauptsache „Trump“) ….

    Vergleich von GB mit Nordkorea:

    „Das einzige Land, das sich dem entzieht und komplett „souverän“ ist (ein anderes Schlagwort der Kampagne), heißt Nordkorea.“

    „Pegida-Anhänger sind moderne Männer, weil Muslime alle ein Frauenproblem haben.“

    „Weiße Amerikaner sind „great“ (Trump), weil mexikanische Einwanderer Kriminelle sind.“

    Noch nicht auf Linie von Augstein (s.o.): „Gerade weil das 21. Jahrhundert von der Globalisierung bestimmt ist, ist die Nationalität ihr Anker.“

    Der darf natürlich auch nicht fehlen: „Nach Hitler …“

  25. Hier sind ja schon einige Beispiele gepostet.

    Es ist entlarvend wie grotesk die Medien aka Journalisten unterwegs sind. Die kognitive Dissonanz ist beeindruckend.

  26. 1

    When Britain first, at Heaven’s command
    Arose from out the azure main;
    This was the charter of the land,
    And guardian angels sang this strain:
    „Rule, Britannia! rule the waves:
    „Britons never will be slaves.“
    2

    The nations, not so blest as thee,
    Must, in their turns, to tyrants fall;
    While thou shalt flourish great and free,
    The dread and envy of them all.
    „Rule, Britannia! rule the waves:
    „Britons never will be slaves.“
    3

    Still more majestic shalt thou rise,
    More dreadful, from each foreign stroke;
    As the loud blast that tears the skies,
    Serves but to root thy native oak.
    „Rule, Britannia! rule the waves:
    „Britons never will be slaves.“
    4

    Thee haughty tyrants ne’er shall tame:
    All their attempts to bend thee down,
    Will but arouse thy generous flame;
    But work their woe, and thy renown.
    „Rule, Britannia! rule the waves:
    „Britons never will be slaves.“
    5

    To thee belongs the rural reign;
    Thy cities shall with commerce shine:
    All thine shall be the subject main,
    And every shore it circles thine.
    „Rule, Britannia! rule the waves:
    „Britons never will be slaves.“
    6

    The Muses, still with freedom found,
    Shall to thy happy coast repair;
    Blest Isle! With matchless beauty crown’d,
    And manly hearts to guard the fair.
    „Rule, Britannia! rule the waves:
    „Britons never will be slaves.“

  27. Boris Johnson’s victory speech: ‘we can find our voice in the world again’

    http://blogs.spectator.co.uk/2016/06/boris/

    „I believe we now have a glorious opportunity. We can pass our laws and set our taxes entirely according to the needs of the UK economy. We can control our borders in a way that is not discriminatory but is fair and balanced.“

    So fing die Rede an:

    „I want to begin this morning by paying tribute to David Cameron …

    It was his bravery that gave this country the first referendum on the European Union for 43 years ….“

    • Die EU beweist wieder mal, dass sie gar kein Verständnis für demokratische Prozesse hat:

      „“Wir erwarten von der Regierung des Vereinigten Königreichs, dass sie der Entscheidung der britischen Bevölkerung so bald wie möglich Wirkung verleihen, so schmerzhaft dieser Prozess auch sein mag“, hieß es am Freitag in einer gemeinsamen schriftlichen Erklärung von EU-Ratspräsident Donald Tusk, EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und des niederländischen Regierungschef Mark Rutte, dessen Land die EU-Ratspräsidentschaft ausübt. „Jede Verzögerung würde die Unsicherheit unnötig verlängern“.“

      „Artikel 50 der EU-Verträge lege die Grundlage für das Prozedere fest, wenn ein Mitgliedsland entschieden habe, die EU zu verlassen. Ein Zeitpunkt, wann die Londoner Regierung Artikel 50 geltend machen soll, wird in der Erklärung nicht genannt.“

      http://www.welt.de/politik/ausland/article156524176/EU-fordert-Briten-zum-unverzueglichen-Handeln-auf.html

      vgl aus Johnsons Rede oben:

      „In voting to leave the EU it is vital to stress that there is no no need for haste, and indeed as the Prime Minister has just said, nothing will change over the short term except that work will have to begin on how to give effect to the will of the people and how to extricate this country from the supranational system. And as the Prime Minister has rightly said, there is no need to invoke Article 50.“

      • Bin mal gespannt, was die Eurokraten jetzt tun werden: Wenn sie schlau wären, würden sie nett zu den Briten sein, schnell einen Freihandelsvertrag mit Großbritannien abschließen, ein paar Reförmchen durchführen und dann darauf hoffen, dass es in ein paar Jahren zu einem erneuter Beitritt des Landes (bzw. von Teilen desselben) kommt.
        Für so schlau halte ich Schulz, Juncker und co. aber nicht. Das wahrscheinlichere Szenario sieht wohl so aus: Sie werden versuchen, die Briten durch den Ausschluss vom gemeinsamen Markt wirtschaftlich zu schaden, was deren bisherige Abneigung in Hass auf die EU verwandeln wird. Die Abspaltung von Schottland wird deshalb nicht zugelassen, weil dies als Überlaufen zum Feind während eines Wirtschaftskrieges gesehen wird. Der britische Nationalismus geht gestärkt aus dieser Konfrontation hervor.
        Im interessantesten wird sein, wie andere, insbesondere osteuropäische Länder darauf reagieren werden. Proben sie den Aufstand, oder unterwerfen sie sich dem Machtanspruch der Eurokraten? Sollte als Antwort auf den Brexit die weitere integration vorangetrieben werden, dann halte ich die Gründung einer Art Gegen-EU nicht für ausgeschlossen.

        • Eigentlich glänzen die EUler vor allem durch alles auf die lange Bank schieben und nichts tun. Die Tories haben ja schon angekündigt es nicht eilig zu haben, das dürfte ihnen sehr entgegenkommen. Sie tun aber so. als müsste das sofort erklärt werden, der Austritt.
          Ich kann gar nicht sehen, was sich daraus entwicklet, ich würde denken, es wird alles nur auf die lange Bank geschoben.
          Im Grunde hat aber GB jetzt einen guten Vorwand, kein Nettozahler mehr sein zu müssen. Vielleicht ging sogar die ganze Kampagne nur darum, wer weiss?

          Die EU wird mit oder ohne Grossbritannien sich auflösen, das ist völlig unabhängig davon. Das Scheitern der schwachen Randstaaten, für die der Euro ungünstig ist……

        • Ist es nicht absurd wie sie alle jammerten, wie wichtig GB für die EU sei, aber es jetzt nicht erwarten können, dass sie schnell austritt?

  28. Und da kann einem auch nur übel werden:

    „Griechische Banken können in Kürze wieder von der billigen Geldversorgung über die Europäische Zentralbank (EZB) profitieren. Eine dafür notwendige Ausnahmeregelung werde wieder in Kraft gesetzt, teilte die EZB am Mittwochabend in Frankfurt mit. Ab dem kommenden Mittwoch würden nun griechische Staatsanleihen trotz Ramschstatus wieder als Kreditsicherheiten von der Zentralbank akzeptiert.“

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-06/griechenland-ezb-kredite-entscheidung

    Das Eurosystem sollte gerade auf feste Regeln für alle basiert sein. Es ist längst zum politischen Schacher verkommen, wie man hier wieder sieht, und abhängig davon gemacht, wie der Wind gerade weht.

    • Finde ich eine feine Sache, am Tag von Brexit gleichmal mit dem Wahlkampf für die AfD anfangen … 🙂

  29. Philipps: As I see it: The UK referendum and the politics of hate

    „Contrary to the claims of Remain, it is uncontrolled migration that swells neo-Nazi support. The rise of extremist parties in Europe has been fueled by those who have turned a blind eye to mass migration and who deny the growing phenomenon of Muslim assaults on women.

    In Britain, neo-Nazi groups have been boosted by the denial of Islamization, Muslim rape gangs and the infiltration of schools by Islamic radicals.

    What’s more, those claiming that Remain meant an end to the politics of hate are themselves the principal hate-mongers. Those backing Brexit talked about “getting our country back” from the EU. Commentators backing Remain used the same term to mean getting their country back from their fellow British citizens who supported Brexit.

    Those who voted for UK self-government have thus been damned as pariahs who hijacked a nation to which they are deemed too horrible even to belong.

    Britain’s EU referendum turned into a culture war. The divisions are savage and won’t go away. British Jews are on both sides. But when a society turns on itself like this it will hurt them all too in the end. It always does.“

    http://www.jpost.com/Opinion/As-I-see-it-The-UK-referendum-and-the-politics-of-hate-457572

  30. Why Brexit is worse for Europe’s economy than it is for ours

    „The predictions were that the London market would go into meltdown if we voted to leave the EU. It would be Lehman Brothers all over again, except probably far worse. The index could lose 20 per cent or 30 per cent of its value we were told. In fact, by lunchtime the FTSE had lost 260 points, or 4.2%. That’s a nasty hit. But it’s only fallen back to its level of, er, last Friday. In effect , a week of gains have been lost. It is still up on the beginning of February. You need a very fevered imagination to describe that as a catastrophe.

    The really heavy losses are on the other side of the English Channel. Madrid’s IBEX 35 is down by 12.5 per cent. Milan’s MIB is down by 11 per cent. In Paris the CAC-40 is off by 8.4 per cent and even Germany’s mighty DAX is off by 7 per cent. In short, the losses across Europe are far worse than ours. That is, to say the least, a bit odd. After all, Brexit is meant to be an economic catastrophe for us, not for our neighbours, who have all been wise enough to stay in the EU, and will carry on enjoying all its wonderful economic benefits.“

    „…. Our trauma will be over quite quickly but the EU’s has just begun. The markets have worked that out – and investors are quite rightly getting out while they still can.“

    http://blogs.spectator.co.uk/2016/06/brexit-worse-europes-economy/

    • Er macht sich seine Rechnung deutlich zu einfach: Was die Währung schon verliert, muss der FTSE nicht mehr verlieren.

      • Er präsentiert die Rechnung, noch bevor das Mahl aufgetragen wurde.
        Zu früh.
        Nur ein simples Beispiel, wie Unternehmen ticken:
        wenn ein Konzern plant, in Europa ein Werk zu errichten, um dort eigene Produkte besser absetzen zu können, dann wird es das innerhalb der EU-Grenzen tun, um Grenzzölle und Einfuhrformalitäten zu vermeiden.
        Diese Überlegungen werden genau AB HEUTE in den Vorständen gemacht, auch wenn sie erst später wirksam werden.
        GB könnte bestenfalls mit der EU konkurrieren, wenn es dort billigere (bei vergleichbarer Qualität) Standortfaktoren liefern könnte.
        Billiger, als Südosteuropa.

        Sorry, liebe Briten, aber das sehe ich im Moment noch nicht.
        Kann allerdings als Folge des Brexit noch kommen 🙂

        • Der Absturz des Pfund hat die Wettbewerbsfähigkeit der britischen Wirtschaft buchstäblich über Nacht wieder hergestellt. Für die britische Industrie war das gut, nur für die Banken nicht.

      • @Ih

        Du hast vollkommen recht, die Währungsschwankungen müssen mitberücksichtigt werden. Habe ich wirklich nicht beachtet!

        Ohnehin ist das Ganze eher ein Sturm im Wasserglas und nur dem Umstand zu verdanken, dass seit letzter Woche munter auf das Remain gewettet worden ist. Die sind heute nur barbiert worden. Gerade wenn es sicher scheint, gibt es heftig auf die Mütze.

  31. Nun zeigen die apparatschicks ihr wahres gesicht

    http://www.n-tv.de/politik/Schulz-kritisiert-Camerons-Ruecktrittsplaene-article18040536.html

    auch im bild 😀 jetzt sind eh sommerferien, sitzungspause. Er muss ja in den vier monaten nicht däumchen drehen. Geht man so mit langjährigen, guten, freunden um, die lediglich ihr gutes recht wahrgenommen haben?

    Christian, der brexit geht vorbei. Du musst nur noch etwas geduld haben 😉 du könntest allerdings auch etwas toleranter sein, denn die diskurse/diskussionen über die themen post-strukturalismus, des vulgären und des französischen, feminismus, gender, flüchtlinge, islam, eu haben gemeinsam, dass von den befürwortern der sprache eine große bedeutung beigessen wird, die realität wird in teils grotesker weise verleugnet und es gelingt im großem maßstab. Wieso folgen dem so viele menschen bereitwillig?


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