Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 16. Juni 2016

Vater sein nach Trennung (Kai V)

In der Debatte bei Schoppe gab es einen weiteren interessanten Beitrag von Kai V:

Ein großer Grund, warum „der Feminismus“ ganz allgemein (und zu Recht) noch immer als sehr berechtigt gilt, ist die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie.“

Das ist ein Anliegen das auch unsere Gruppe zu 100 Prozent unterstützt. Doch leider scheint heute Feminismus irgendwie zu bedeuten das Frau Kinder, Unterhalt und 100 Prozent Beruf inklusive Karrie haben möchte. In Frankreich sagt man, man möchte die Butter, das Geld für die Butter und auch das Brot. Da sind wir nun absolut dagegen.

Zu Männern und verbindlich Zeit, das gibt es. Wir haben es aber auch umgekehrt, das Männer nach der Trennung endlich mal Zeit mit den Kindern verbringen könnne, oder so wie ich, das Handy dann weggeben weil Mama jede Stunde anruft… Und da ist in meinen Augen das Problem des Feminismus, er betrachtet nicht das Grosse und Ganze, sondern nur den Teil wo man benachteiligt ist, will aber alles andere nicht sehen oder verkauft es als Vorteil, wie z. B. auch den beruflichen Status. Was kann ich mir denn dafür kaufen das ich Informaitker bin? Meine Frau, nur weil sie das Kind einen Tag pro Woche mehr betreut (was ich übrigens gerne übernehmen würde, auch ohne auf das böse Geld zu schaun) hat alle Vorteile wie Steuerliche Absetzbarkeit, Hilfen für Alleinverziehende, Sozialwohnung und noch einen Fürstlichen Unterhalt etc. etc. etc. Ich habe bis auf ein Frühstück und Abendbrot exakt die gleichen Kosten und zeitlichen Aufwendungen, aber null Unterstützung, keine Hilfen, darf noch ein Kinderzimmer unterhalten und werde von dieser Schwachsinnsgesellschaft noch als Parasit hingestellt der die Frau machen lässt damit ich irgendeinen beruflichen Status habe. Das dieser berufliche Status aber wegen meiner Scheidung und den damit verbundenen Problemen auf dem Spiel stand, das heute in bestimmten Bereichen Männer während der Scheidungsphase von einem bis zwei Jahren einen Aufpasser zugeteilt bekommen, weil sie nicht arbeitsfähig sind (z. B. bei der EDF, dem Stromversorger), das interessiert nicht, wozu auch…

„Die männerrechtliche Kritik am Gender Pay Gap kenne ich, doch teile ich die damit oft verbundene Meinung, schließlich seien das alles rein persönliche Entscheidungen nicht. Denn: Würden sich alle gleichermaßen für die Karriere in finanziell sehr einträglichen “

Alle in meinem Bekanntenkreis wissen das ich in der Elternarbeit tätig bin. Einige Frauen meinen nun sich da irgendwie rechtfertigen zu müssen, meist ungefragt. Da kommen dann so Sprüche wie, 8h ohne meine Kinder, das kann ich nicht. Ob der Mann das kann interessiert nicht, wozu auch… Was muss denn da nach einer Scheidung passieren? Ist das keine persönliche Entscheidung der Frau die nur Teilzeit oder als Springeraushilfe arbeitet? Ist es im Sinne unserer Gesellschaft hier den Mann zwangsarbeiten zu schicken, oftmals noch mit Pendelzeiten jenseits von Gut und Böse?

Und nun mal zu mir, meine Ex wollte nicht umziehen (ich bin zu ihr nach Paris gezogen), ich habe drei Stunden Wegzeit jeden Tag. Meine Frau war aber trotzdem sooooo dermassen beschränkt in Ihrer Zeit… Sie ist Mitwochs Zuhause geblieben, ich bin arbeiten gegangen. Als ich Vorschlug das mal aufzuteilen weil sie einen angeblich so super Job deshalb nicht bekommen konnte war das von ihr nicht möglich, weil… keine Lust. Ich habe trotzdem am Wochenende meine Wäsche allein machen müssen, auf meinen Sohn aufgepasst und die ganze Wohnung geputzt während Madame zum Tennis ging. Mittwochs konnte Sie ja nicht putzen, da musste sie mit dem Jungen ja raus in den Parkt oder zur Freundin…

Ich habe trotz der Wegzeit von 3h täglich zwei Abende die Woche auf meinen Sohn aufgepasst, damit Mme. auch mal was unternehmen konnte weil sie ja sooooo gestresst war vom Aufpassen auf den Sohnemann. Natürlich hat sie jegliche Rechte vor Gericht bekommen, natürlich bin ich ein total verantwortungsloser Vater. Was war noch das Thema? Vereinbarkeit von Arbeit und Beruf für die armen Frauen? Wie wäre es mal das ganzheitlich zu betrachten und mal über Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Männer nachzudenken, über Pendelzeiten, weswegen Männer weniger im Haushalt machen, die sie aber machen müssen damit die Familie ernährt wird und die Kinder nicht andauernd umziehen müssen, diese verantwortungslosen und auf beruflichen Status ausgelegten total verantwortungslosen Väter!!!

Aber ja, die armen Frauen, die sind ja so gestresst von Arbeit und Beruf, ich hab da soviel Mitleid, wenn es jetzt nicht so früh wäre würde ich da glatt einen Martini drauf schlürfen…

Liebe Caudia, das Problem ist doch, das Familie immer aus zwei Personen besteht. Ich kenne einen Lehrer, die Frau war Direktorin mit riesem Gehalt. Sie ist immer noch Direktorin, mit Kindern und er ein entsorgter unterhaltszahlender Vater… So sieht heute auch Vereinbarkeit von Familie und Beruf aus… Hier in Frankreich ist es absolut möglich beides zu verbinden, Familie und Beruf. Doch wo sind sie denn die Karrierefrauen? Ja, es gibt sie, doch die wenigsten sind dazu bereit, weil Frauen in dieser Gesellschaft und dank des Feminismus immer noch die Rolle der Mutter zu 100 Prozent leben können OHNE das irgendeiner da irgendetwas sagt…

Finde ich als Perspektive eines Vaters interessant und wichtig. Ich würde eh gern mehr solche Perspektiven bringen, wer also von den Lesern dazu einen Gastbeitrag oder einen Kommentar schreiben möchte, ich würde mich freuen

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Responses

  1. Frauen scheinen hier mit zweierlei Maß zu messen. Besonders witzig ist das, wenn irgendwo eine Frau, die nicht das Sorgerecht bekommen hat, sich darüber aufregt das es ja wohl eine Unverschämtheit ist das der Vater Unterhalt von ihr verlangt.

    • Das ist wohl nicht mehr als normaler weiblicher Solipsismus. Es ist gerecht, wenn ein Mann Unterhalt zahlen muss, weil es der Frau nützt und es ist ungerecht, wenn sie Unterhalt zahlen muss, weil das ihr schadet. Rechtlich gesehen ist genau das der Fall, weil Frauen (und nicht etwa nur Feministinnen, wie in der linken Männerrechtsbewegung gerne behauptet wird) diese Aufteilungen demokratisch so unterstützt haben und dies auch in Zukunft so tun werden. Die Idee, es gäbe Mehrheiten für eine gerechte Aufteilung bezüglich Unterhalt halte ich für illusorisch.

      Geschlechtsspezifische Unterhaltsregelungen werden genau dann angepasst werden, wenn Männer sie nicht mehr zahlen können und es für Frauen einfacher wird, diese vom Staat anstatt von ihrem früheren Partner einzufordern (Womit dann nicht mehr der einzelne Mann zahlen muss, sondern alle Männer.) Dies passiert z.B. gerade in Amerika.

  2. Traurige Geschichte. Mich würde interessieren, was der „linke Flügel der Männerrechtsbewegung“ für so was an konkreten Lösungen anzubieten hat. „Ungerechtigkeit!“ zu rufen ist eine Sache, hilft aber nicht. „Mehr Rechte für Trennungsväter“ ist eine schöne, hinreichend unkonkrete Idee, aber was müsste das ganz konkret hier bedeuten? Was ließe sich konkret an den gesetzlichen Regelungen ändern um solche Fälle zu verhindern?

    Ich sehe das nicht recht. Sich getrennt lebend um die Kinder zu kümmern ist fürchterlich ineffizient und verdoppelt nur die Belastung für den Vater.

    Und nun mal zu mir, meine Ex wollte nicht umziehen (ich bin zu ihr nach Paris gezogen), ich habe drei Stunden Wegzeit jeden Tag. Meine Frau war aber trotzdem sooooo dermassen beschränkt in Ihrer Zeit… Sie ist Mitwochs Zuhause geblieben, ich bin arbeiten gegangen. Als ich Vorschlug das mal aufzuteilen weil sie einen angeblich so super Job deshalb nicht bekommen konnte war das von ihr nicht möglich, weil… keine Lust. Ich habe trotzdem am Wochenende meine Wäsche allein machen müssen, auf meinen Sohn aufgepasst und die ganze Wohnung geputzt während Madame zum Tennis ging. Mittwochs konnte Sie ja nicht putzen, da musste sie mit dem Jungen ja raus in den Parkt oder zur Freundin…

    Das hier allerdings ist Betaisierung aus dem Lehrbuch. Es geht schon damit los, dass er zu ihr zieht. Das sollte ein Mann niemals machen. Die Frau richtet sich nach dem Mann oder sie kann gehen. Das ist die einzige gesunde und erfolgversprechende Haltung. Und wenn man das konsequent durchzieht, dann spart man sich den Rest mit Trennung etc.

    • „Oder sie kann gehen“

      Sie ist bereits gegangen.

      • Ich kann dem nicht entnehmen, ob der Umzug vor oder nach der Trennung war. So oder so wird die beschriebene Dynamik irgendwo angefangen haben. Mein Rat ist nur, schon ganz am Anfang zu schauen, ob das eine Frau ist, die bereit und in der Lage ist, nach den Regeln des Mannes zu spielen. Und wenn sie das nicht ist oder später dahin kommt, sich konsequent eine andere zu suchen weil mit der sowieso nichts Befriedigendes herauskommt. Der Fehler ist aus meiner Sicht, das zu spät (nämlich bei der Trennung mit Kindern) zu bemerken.

        • @lh,

          du wirst solche Verträge

          nicht verhindern können, egal wie oft du die entsprechenden Männer der Lächerlichkeit preis gibst.

        • Genau solche Verträge sind das Problem. Und natürlich kann man die nicht in jedem Fall verhindern. Aber man kann Männern sagen, dass sie solche Verträge nicht unterschreiben müssen und nicht sollten. Das ist nicht die einzige Möglichkeit (nicht mal die einfachste) um Beziehungen mit Frauen zu haben. Das Problem ist doch, dass die meisten Männer es gar nicht anders kennen und wenn sie nichts anderes ausprobieren auch ihre Erfahrung ihnen immer nur sagen wird, dass es so läuft. Ich versuche nur möglichst viele Männer zu ermutigen, es anders zu probieren und andere (bessere!) Erfahrungen zu machen.

        • Kennst du eigentlich den Channel AnEarForMen? Der müsste dir eigentlich gefallen.

          http://www.avoiceformen.com/feminism/mansplaining/

        • ups, ich hatte noch einen falsch Link in der Zwischenablage

          http://www.youtube.com/watch?v=VygKQV-hEpY

        • Videos sind nicht mein Ding, aber AVFM kenne ich natürlich. Ich bevorzuge allerdings die Fraktion, die nicht über das schlimme Leben der Männer jammert, sondern Männern beibringen will, wie sie ihr Schicksal selbst in die Hände nehmen, indem sie „echte, harte Kerle“ werden.

        • „Mein Rat ist nur, schon ganz am Anfang zu schauen, ob das eine Frau ist, die bereit und in der Lage ist, nach den Regeln des Mannes zu spielen.“

          Hä? Es sollte gemeinsame Regeln geben… Aber das Niveau von Dir ist leider nicht mein Ding. Und es gibt hier sehr wohl einfache Lösungen um solche Probleme zu lösen, eines ist Mediation…

      • Ich bin gegangen 😉

        • Immerhin. Es ging mir übrigens nicht darum, Dich und Deine Geschichte irgendwie schlecht zu machen. Aber die Probleme fangen meiner Ansicht nach immer im Umgang miteinander an und können nur da wirksam gelöst werden. Und „Gleichberechtigung“ oder „gemeinsame Regeln“ sind schon der erste Fehler. Das funktioniert einfach nicht mit Frauen.

        • Gemeinsame Ziele und Regeln waren der Schlüssel zu einer glücklichen Ehe meiner Eltern…

        • Eine glückliche Ehe ist ein komplexes Gebilde mit vielen Faktoren, die jeweils in Beziehung zu den bestehenden Umweltbedingungen stehen. Ich finde es ziemlich schwierig, das auf einen Faktor zu reduzieren. Wieso meinst Du das zu können?

          Die Ehe der Eltern ist aber auch noch aus einem anderen Grund ein problematisches Vorbild: Als Kind kennt man die Ehe bestenfalls ab einem Zeitpunkt einige Jahre nach der eigenen Geburt. Wie es überhaupt dazu kam, dass man gezeugt wurde, welche Dynamiken dahin geführt haben und welche Konflikte die Ehe überhaupt an den Punkt gebracht haben, dass sie hinterher so funktioniert, wie man sie dann sieht, weiß man als Kind nicht.

          Mein Vater zum Beispiel ist ein sehr seriöser, höflicher und freundlicher Mensch, dem man wenn man ihn heute kennt, Arroganz nicht recht zutrauen will. Irgendwann habe ich dann erfahren, dass als er meine Mutter (im Studium) kennenlernte, er sie zunächst für ein dummes, faules Blondchen gehalten und auch etwa so behandelt hat. Das ist nur ein punktuelles Beispiel, aber ich nehme stark an, dass den meisten glücklichen Ehen in den Generationen vor uns eine „Zähmung der Frau“ zugrunde lag, die wir als Kinder nur nie mitbekommen haben und über die meistens auch nie gesprochen wurde. Wir sehen dann nur das entspannte Hinterher, welches als Anleitung allerdings überhaupt nicht taugt.

        • @Ih/Kai

          „Gemeinsame Ziele und Regeln waren der Schlüssel zu einer glücklichen Ehe meiner Eltern…“

          Wozu immer ein echtes Verständis von Gleichberechtigung gehört, die ja etwas ganz Verschiedenes ist als „Gleichstellung“ und das damit verbundene….

        • @Alex: Ich glaube darum geht es nicht mal. Aber wenn ein Mann am Anfang (vor Kindern) sagt: „Das und das will ich im Leben und dazu eine Frau, die so und so ist. Du könntest das sein oder ich suche mir eine andere“ und die Frau sagt dazu dann ja, dann haben die beiden die nächsten 30 Jahre „gemeinsame Werte und Ziele“ und weniger werden ahnen, wie es dazu kam.

    • @Ih

      „was der „linke Flügel der Männerrechtsbewegung“ für so was an konkreten Lösungen anzubieten hat“

      Der wird auf das abzielen, was die Linke heute iA will: die Kinder werden zur Staatssache gemacht und den Eltern einfach entzogen. Damit auch die Väter Tennis spielen gehen können, um das mal polemisch auf Kais Schilderung zu beziehen. Allerdings fürchte ich, dass es in dieser Gesellschaft dann keine Tennisplätze mehr geben wird, für das Proletariat jedenfalls.

  3. Zitat: „Das hier allerdings ist Betaisierung aus dem Lehrbuch.“

    Eher das neue Schicksal der Alphas, die im Zuge dey Hypergamie-Paradoxons so richtig zum Abschuss freigegeben sind.
    Schön dass wir nun alle Verlierer sind, die Betas sowieso, und die Alphas, bei denen Frau die Scheidung von vorneherein kalkuliert, jetzt eben auch.

    • Auch für Dich nochmal: Der Begriff „Betaisierung“ hat mit einem Rang in einer intrasexuellen Hierarchie nichts zu tun, sondern es geht um das Verhältnis in der Beziehung. Ich bedauere es auch, dass diese Begrifflichkeiten nicht eindeutig genug sind.


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