„Auswählfeminismus“ oder inwieweit man als Feministin stereotyp handeln darf

Die Frage, ob man sich im Feminismus verhalten kann, wie man will, oder nur so, wie es „feministisch richtig“ ist, ist eine Frage, die im Feminismus selten stimmig beantwortet wird. Viele Feministinnen geben zwar an, dass man sich natürlich so verhalten kann, wie man will, verweisen aber, wenn sich besonders viele Frauen zB dafür entscheiden, dass sie Hausfrauen sind, auf internalisierten Sexismus als Grund, was eigentlich eine freie Wahl ausschließt.

Es haben sich aber auch prominente Feministinnen wie Anita Sarkessian ganz gegen eine freie Wahl, also den sogenannten „Auswahlfeminismus“ bzw Choice Feminism ausgesprochen:

Im Feminismus geht es um die kollektive Befreiung der Frauen als soziale Klasse. Im Feminismus geht es nicht um die persönliche Verhaltenswahl der Frau“

Ein neuer Comic auf der Seite „Everydayfeminism“ stellt nun noch eine andere Variante dar:

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Hier kommt also erst einmal die Idee, dass „Choise Feminism“ etwas schlechtes ist, etwas, was man nicht vertreten sollte, was aus Sicht der Dogmatik ja auch verständlich ist. Es arbeitet eben allem zu. Aber natürlich wäre das eine Einschränkung und würde einen von etwas ausschließen. Also muss die Quadratur des Kreises her und sie erfolgt wie bei Sozialkonstruktivisten nicht anders zu erwarten, in dem man einfach der Handlung eine neue Bedeutung gibt.

Der Tipp ist dann einfach:

Stimme aus dem Off:

Es ist nicht falsch Makeup zu tragen, weil man eine bessere Chance im Leben haben möchte. Es ist aber wichtig, es anzuerkennen, wenn die Entscheidung zum Teil auf dem Einfluss des Patriarchats und nicht des Feminismus beruht.

Der größte Teil der Entscheidung Makeup zu tragen ist ein Resultat von systemischen und kulturellen Druck und von Marginalisierungen, nicht individueller Entscheidungen. Mit der Behauptung, dass individuelle Entscheidungen feministisch sind, statt zu verstehen, wie in diese Unterdrückung hineinspielt, bringen wir jede Erfahrung von Unterdrückung zum schweigen, welche nicht „offensichtlich“ für uns sind.

Mit diesem Schweigen bestätigen wird die Fortführung dieser Unterdrückung. Und wer würde eine solche Wahl treffen wollen?

Frau im Bild:

Also kann ich weiterhin Lippenstift tragen, aber ich sollte überprüfen, warum ich das mag und sicherstellen, dass ich Leute unterstütze, die das nicht wollen

Stimme aus dem Off:

Jetzt bist du auf dem richtigen Weg!

Wie das in der Praxis aussieht sieht man hier an dem Beispiel „Stricken“:

Aber man strickt natürlich nicht einfach nur:

Was bedeutet das alles letztlich für uns? Menschen wie wir, die sich politisch äussern und weiterbilden, ziehen sich aus den üblichen Handarbeitskreisen zurück. Wir haben das Bedürfnis, uns abzugrenzen und zu rechtfertigen dafür, dass wir stricken oder spinnen. Für uns als Feministinnen ist Handarbeit auch immer politisch. Es kostet uns vielfach immer noch Überwindung, aber wir setzen uns bewusst in der Öffentlichkeit oder gar auf politischen Veranstaltungen hin und stricken oder spinnen. Wir wollen zeigen, dass das keine Widersprüche sind und dass “trutschige Hausfrauenarbeit” Handwerk ist. Andersrum lassen auch wir uns an manchen Tagen von den vorherrschenden Geschlechterbildern einschränken und bringen nicht die Kraft auf, mit Stereotypen zu brechen. Das sind die Tage, an denen wir in der Bahn lieber das Sachbuch als das Strickzeug auspacken, damit wir nicht wieder erklären müssen: “Ich stricke, aber…”

Ein schöner Absatz! Es kostet sie Überwindung zu stricken, weil es eben Geschlechterstereotypen bestätigt. Und diese Überwindung kostet es eben, weil andere Aktivistinnen das dann hinterfragen, weil es ein Geschlechterstereotyp ist. Und dann muss man denen erklären, dass man das auch als Widerstand dagegen macht, dass einem Geschlechterstereotype verbieten bestimmte Handlungen durchzuführen, weil sie stereotyp sind und man sie nicht bestätigen will. Die Einschränkung durch die Geschlechterrollen ist hier also nur indirekt. Den die eigentliche Einschränkung ist ja, dass man sie nicht durchführen kann, weil man eigentlich im Widerstand gegen die Geschlechterollen lebt und ihnen keinen Raum geben darf. Natürlich liest man dann lieber ein Sachbuch. Das durchbricht immerhin Geschlechterrollenklischees von der Kitschromane lesenden Frau.

Hier wird deutlich, wie man im Feminismus geschlechterrollenkonform leben darf: Man muss es eben beständig erklären. Man muss es als Befreiungskampf darstellen oder als Anerkennungskampf, der deutlich machen soll, dass diese von Frauen betriebenen Arbeiten hartes Handwerk sind und nicht belanglos.

Es ist schon deswegen ein glorreiches Modell, weil es eben im wesentlichen der Selbstentlastung dient. „Ich trage kein Makeup/stricke nicht, weil es das Patriarchat will, sondern weil ich es will“. Nimm das Unterdrückung, meine Umwidmung entwertet alles! Außer das sie eben keiner wahrnimmt, wenn man sie nicht unaufgefordert beständig erzählt.

Und natürlich kann man auch sein Weltbild aufrechterhalten, dass sich die anderen Frauen nicht etwa schminken, um schöner zu sein und sich Vorteile in der intrasexuellen Konkurrenz zu verschaffen und weil sie gerne schön sind, sondern schlicht, weil sie vom Patriarchat unterdrückt werden. Nicht wie man selbst, die das gründlich hinterfragt hat und es keineswegs aus diesen Gründen macht, sondern aus ganz anderen. Also wirklich nur, weil es einem eben Spass macht. Auf keinen Fall, weil es besser aussieht.

Kurzum: Mit der Vorgabe, dass man hinterfragen soll, wird zumeist sich selbst ein Freischein ausgestellt, ein tatsächliches Hinterfragen der Praktiken an sich unterbleibt dabei vollkommen, da bereits klar ist, dass sie durch Unterdrückung und Patriarchat erzeugt werden.

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130 Gedanken zu “„Auswählfeminismus“ oder inwieweit man als Feministin stereotyp handeln darf

  1. Unsicherheit führt zu Angst, Angst führt zu Hass und Hass findet man zu Hauf unter Feministinnen.

    Persönliche Wahrnehmungen zählen nicht, ich weiß, aber Kommentare zu einer bestimmten Äußerlichkeit von Frauen kenne ich fast nur vom anderen Frauen, „finde ich ganz mutig von dir dieses Kleid zu diesen Schuhen zu tragen, anderen hätten da wohl Bedenken“ 😉. Bei Männer kommt eher etwas allgemeines und das auch nur wenn es als Kompliment gemeint ist.

    But who cares? Let’s blame the patriarchy!

    • „Persönliche Wahrnehmungen zählen nicht“

      Falsch – es zählt NUR die eigene Wahrnehmung, das ist das Prinzip von echter Kritik, echter Reife, wenn DU derjenige bist, der kritisiert, der denkt, der fühlt und atmet – und nicht Schrott aus Büchern wiederholst.

      • @Almedin

        „Subjektivismus ist ein Sammelbegriff für verschiedene erkenntnistheoretische Positionen, nach denen alle Begriffe, Urteile und Erkenntnisse wesentlich durch das jeweilige Subjekt – in der Regel ist damit der einzelne Mensch gemeint – bestimmt und geprägt seien. Subjektivistische Positionen stehen im Gegensatz zu objektivistischen oder stark realistischen Positionen, führen aber nicht notwendigerweise zu einem Idealismus, Relativismus oder Skeptizismus. Dafür ist entscheidend, wie die Positionen Wahrheit und die Zugänglichkeit zur Wahrheit verstehen.“

        Deine Position ist so dermaßen alt, sie steht sogar schon in der Wikipedia und in vielen Büchern, die du noch nicht einmal gelesen haben musst.

        „wenn DU derjenige bist, der kritisiert, der denkt, der fühlt und atmet“ – gibt es irgendjemanden, der stellvertretend für mich atmen kann? 😉

        Gruß, crumar

        • Du beziehst dich wieder auf Worthülsen aus anderen Quellen als aus deiner eigenen Erkenntnis.

        • @Almedin

          Ich wollte dir zartfühlend aufzeigen, dass alles was du von dir gibst nicht Produkt deiner eigenen Erkenntnis ist, sondern bereits lange vor deiner Geburt in „Worthülsen“ gestanzt wurde.

          Du wiederholst diese Worthülsen lediglich.
          Ob dir das bewusst ist oder nicht, spielt keine Rolle.

          Gruß, crumar

        • fuck bin ich blöd! Wieso hör ich nur nicht auf dich! Danke, ich wusste doch, ich bin fehlerhaft. Du Heiler 😀

        • @Almedin

          Einsicht ist immer gut.
          Es ist der erste Weg zur Rechnung.
          In diesem Fall sind es € 122,64 (inkl. 19% Mwst.), die du mir schuldest.
          Ich folge vor allem Frauen in dem Anliegen, meine gut gemeinten Kommentare als soziale Arbeit zu verstehen, die sonst – insbesondere von Männern – kostenlos entgegen genommen werden.

          Wie du selbst sagst, war mein Heilerfolg durchschlagend.
          Alles andere als die Begleichung der Rechnung wäre natürlich patriarchale Ausbeutung.

          Und du bist doch keine patriarchaler Ausbeuter, oder?!

          Wie ist denn deine Rechnungsadresse?

          Gruß, crumar

      • @ Mudschaalmedin 🙂

        Was ist mir der ganz subjektiven „Wahrnehmung“ von Adolf Hitler?

        Der Mittelweg ist wohl richtiger. Subjektivität und Objektivität sind beide gleich wichtig und ergänzen sich. Gewissermaßen wie Regierung und Opposition.

        • Sogar meine Katze hat bessere Argumente auf Lager hinsichtlich Subjektivität und Objektivität. Beides gibt es nicht.

        • @almedin, 1+1 = 2 ist eine objektive tatsache. Du musst ein hard-core sozial-konstrukteure sein, wenn du dies in frage stellen möchtest. Subjektiv heißt übrigens lediglich „persönlich“. Persönliche meinungen die existenz abzusprechen, ist ja geradezu eine realitätsverweigeung, @almedin.

      • Vielleicht solltest du die Mütze gegen eine Helm tauschen und den auch im Haus tragen.

        Der eigenen Wahrnehmung eine zu hohe Bedeutung beizumessen, geht so gut wie immer in die Hose. Deswegen fordern SJWs ja auch Redeverbot und Safe Speces, weil sie nicht bereit sind ihre Wahrnehmung zu erweitern.

      • So, so „es zählt nur die eigene wahrnehmung“, @almedin. Bist du schon mal auf die idee gekommen, das die eigene wahrnehmung schlicht und ergreifend falsch sein könnte?

    • Das ist nicht nur persönliche Wahrnehmung. (Typische) Frauen beschäftigen sich ständig nur mit ihrem Äußeren, aber nicht nur weil sie Wissen, das sie damit Männer manipulieren können, sondern ebenso große Rolle spielt die von Dir angesprochene intrasexuelle Konkurrenz, gegenseitige Kontrolle, und auch schlicht das Bedürfnis sich selbst gut/geil zu fühlen bzw. zu finden.

  2. „Und natürlich kann man auch sein Weltbild aufrechterhalten, dass sich die anderen Frauen nicht etwa schminken, um schöner zu sein und sich Vorteile in der intrasexuellen Konkurrenz zu verschaffen und weil sie gerne schön sind, sondern schlicht, weil sie vom Patriarchat unterdrückt werden.“

    Aber genau das erste ist ja mit der Unterdrückung durch das Patriarchat gemeint (zumindest nach meinem Verständnis des Comic).
    Das Patriarchat zeigt sich ja eben dadurch, dass man sich schminken muss, um gewisser Vorteile zu erhalten.

    • Es wird eben intrasexuelle Konkurrenz als etwas darstellt was keine innere Motivation hat, sondern lediglich von außen vorgegeben wird.
      Es wird so getan als wäre Schönheit etwas, was zu unrecht Anlass zur Konkurrenz ist.
      Es wird so getan als wäre es ein Komplott der Männer Frauen im Bereich Schönheit konkurrieren zu lassen, weil die damit andere Wettbewerbe vernachlässigen und Frauen würden auf diesen Trick hereinfallen.

      Dabei kommen hier schlicht biologische Mechanismen zusammen.

      Natürlich konnten Frauen jederzeit aufhören sich zu schminken. Sie müssten nur einen gegenseitigen Nichtangriffspakt schließen und die Nachteile in Kauf nehmen bzw abweichlerinnen abstrafen durch soziale Ächtung (ich vermute „schlampe“ wäre die Beschimpfung der Wahl)

    • Das wird aber hauptsächlich von Frauen propagiert.
      Frauen müssten dann nicht nur aufhören sich zu schminken, sondern auch aufhören, ihren Töchtern niedliche Mädchensachen zu kaufen, Lifestyle-Magazine zu produzieren und zu konsumieren, an Topmodel-Shows teilnehmen, in Castingagenturen nach diesen Kriterien auswählen, als Bikini-Model zu arbeiten usw.

      Wenn es ein „Patriarchat“ gibt, dann ist das die Macht, die Frauen über andere Frauen haben – dann stimmt aber der Name nicht, der eine Männerdominanz über die Gesellschaft impliziert.

      • Da hast Du zwar recht, aber es ist sehr nützlich für die Frauen, die Schuld und Verantwortung für alles Ungemach den Männern oder von Männern gemachte abstrakte Strukturen in die Schuhe zu schieben.

        Zum einen schadet es den Frauen nicht, da die Männer schwanzfixiert sind und sich nicht daran stören von den Frauen zum Sündenbock gemacht zu werden (solange es Sex gibt)

        Zum anderen können Frauen dann miteinander eher auskommen (was eh schon schwer genug ist) wenn es ein gemeinsames „Feindbild“ gibt. Und sie müssen auch ihre eigene Partizipation und Reproduktion des ganzen nicht hinterfragen.

        Ein Dilemma, genial einfach gelöst…

      • „dann stimmt aber der Name nicht, der eine Männerdominanz über die Gesellschaft impliziert.“

        Die verdrehen einfach alles, also auch das hier, das Zentraldogma.

  3. Ich fühl mich an Luther erinnert. Seine These war auch, dass der Mensch nicht richtig sein und nichts richtig tun kann, es sei denn im Geiste der Buße und dem Glauben an Gott.

    Die Puritaner aßen Zwiebeln, weil ein Apfel schon zu sündhaft war. Viele Feministinnen sind Veganer.

    Stephen Fry fasste die Puritaner mal so zusammen: Die sind nicht nach Amerika ausgewandert, weil sie in England ihre Religion nicht ausüben durften – denn das durften sie-, sondern weil sie die anderen nicht zu ihrer Religion zwingen konnten.

    Vielleicht können wir Kanada als das gelobte Land ausrufen, so dass ein weltweiter feministischer Exodus dahin einsetzt?

    😉

    • Ich bin auch Veganer, du Tierquälender und Klimasünder!

      Wir sollten den gesamten Orient als feministisches gelobtes Land ausrufen. Ich glaube, der islamische Kulturkreis ist der einzige weltweit, der noch von Feministinnen profitieren könnte.

      Nur würden die Barbiepuppen dann vermutlich schleunigst wieder in den Westen zurückkehren wollen und möglicherweise vom Feminismus geheilt sein.

      Ganz nebenbei: Jährlich werden hunderte junger Frauen und Mädchen in Pakistan von der Familie ermordet, weil sie z.B. einen nicht arrangierten Mann heiraten, also eine Liebesheirat auf eigenen Willen vornehmen. In Pakistan gibt es da ganz rigide Ehrvorstellungen.

      Ein Fall davon ist gerade aktuell auf SPON, wo eine Mutter ihre Tochter verbrannt hatte.

      Deshalb: „Integration“ ist erste Bürgerpflicht! 🙂

      Uns werden so tolle Menschen geschenkt. Man muß sie halt ein bißle integrieren, sonst droht uns germanische Inzucht!

      • Sind schon peinlich solche Typen, denn garantiert ist das meiste, was er ißt, ebenfalls vegan, bis auf Fleisch, Eier und Milchprodukte.

        Er sollte konsequent sein und die Terror-Miliz „Al Carne“ gründen oder den Carnivorischen Staat. Alles Pflanzliche ist verboten, Kartoffeln, Reis, Bananen etc.

        Nur noch Fleisch, Eier und Milchprodukte. Das ist, glaube ich, der Geschmack des Lebensglücks pur.

        Ich bin übrigens Genußveganer. Offenbar glauben manche, daß man nur unter Einfluß linksalternativer Ideologie zum Veganer werden kann.

        Wären doch alle Menschen so intelligent wie ich.

        • „Wären doch alle Menschen so intelligent wie ich.“

          Aber dann wärst du ja gar nichts Besonderes mehr. Und das wäre doch auch schade, du bist ja schon sehr besonders.

  4. Lustig finde ich ja vor allem die Behauptung eine Frau würde keinen Job bekommen wenn sie kein Makeup trägt. Gibt es dafür irgendwelche Belege? Ausser dem generellen „schöne Menschen sind erfolgreicher“, was aber weniger schöne Menschen nicht gleich zur Arbeitslosigkeit verdammt?

    Makeup ist sowieso ein schönes Beispiel, hat es doch unter anderem die Funktion Männer zu täuschen. Und daran soll das Patriarchat Schuld sein?

    • @björn

      „Lustig finde ich ja vor allem die Behauptung eine Frau würde keinen Job bekommen wenn sie kein Makeup trägt.“

      Das dürfte auch sehr stark von der Branche abhängen, klar wird man von der Frontdesk-Frau einer großen hochwertig arbeitenden Firma eine gewisse Schminke verlangen und auch beim Geschäftslook wird es dazu gehören, aber bei genug Berufen ist es auch egal

      • „Das dürfte auch sehr stark von der Branche abhängen, klar wird man von der Frontdesk-Frau einer großen hochwertig arbeitenden Firma eine gewisse Schminke verlangen und auch beim Geschäftslook wird es dazu gehören, aber bei genug Berufen ist es auch egal“

        Warum? Es reicht doch auch, wenn sie von natur aus schön ist.

      • Was „Uniformen“ in der Geschäftswelt angeht, sind Frauen sicherlich freier als Männer. Gerade erst habe ich gelesen, dass von Männern auch im Hochsommer Anzug erwartet wird und kurze Hosen gar nicht gehen. Aber das versuchen Feministinnen ja wieder als Vorteil für die Männer zu verkaufen, weil sie sich im Gegensatz zu den armen Opfern der Gesellschaft über die Kleidung keine Gedanken machen müssten. Dass Frauen aber sogar die freie Wahl haben, es zu tun, wie sie es wollen und wie z.B. Angela Merkel auch immer die gleiche Art von Anzug tragen dürfen, ohne negativ aufzufallen und sogar von der Gesellschaft so geschätzt zu werden, dass man an die Spitze des Staates gewählt wird, wird mit Sicherheit von Feministinnen auch wieder als Nachteil ausgelegt werden.

        Solange die Frau gepflegt ist, habe ich auch noch keinen gesehen, der eine geschminkte Frau voraussetzt. Weder im Job, noch bei der Partnerauswahl, noch sonstwo im Leben. Frauen werden da kein bisschen schlechter als Männer von der Gesellschaft behandelt. Im Gegenteil haben auch hier Frauen wieder die freie Wahl, ob sie sich schminken wollen oder nicht. Die meisten Männer würde man schräg anschauen und hätten wirkliche gesellschaftliche Nachteile, wenn sie sich entsprechend schminken würden.

        Das Problem am Feminismus ist lediglich, dass Frauen inzwischen zu bepampert und bemitleidet wurden, dass sie glauben, dass Frauen ein Anspruch darauf hätten, in eine Wattewelt leben zu dürfen. Dabei ist einfach nur ein Teil von erwachsener Eigenverantwortung, dass jedes Tun in einer Gesellschaft Folgen hat. Wenn ich mit einem Metal-Tshirt ungewaschen und rülpsend mit der Hand krauelnd am Sack durch die Straßen gehe, dann hat das halt eine Wirkung. Bei anderen Metallern werde ich damit vielleicht als coole Socke betrachtet, die mich damit sympathisch finden. Und andere Menschen haben für sich halt entschieden, dass sie mit solchen Leuten weniger gute Erfahrungen gemacht haben, weil man sich von den Lebenseinstellungen zu wenig deckt und man sich daher lieber aus dem Weg gehen möchte.

        Und so muss halt jeder Mensch stets für sich selber entscheiden, was er bei anderen Menschen erreichen möchte und inwieweit man bereit ist, sich insoweit anzupassen. Wenn ich z.B. einen Lebenspartner finden möchte, ist es meistens ziemlich ratsam, sich dem massiven gesellschaftlichen Druck der Frauen zu beugen und sich regelmäßig zu waschen bzw. die Zähne zu putzen und auch nicht wichsend durch die Straßen zu laufen. Das kommt bei den allermeisten Frauen nämlich nicht nur nicht gut an, so dass man seine Chancen damit recht zielsicher auf limes Null bringt.

        Jetzt kann man natürlich mit der geistigen Intelligenz von Feministinnen herumplärren, was das für eine gesellschaftliche Unterdrückung durch die Frauen sei, aber wäre schlicht eine dreiste asoziale Inkompetenz, wenn ich den Frauen vorschreiben wollen würde, dass es eine Frechheit sei, dass sie im Rahmen ihrer Partnerwahl Vorlieben und Wünsche an die Sauberkeit des Partners haben, die mich in meiner freien Lebensgestaltung unterdrücken. Denn da die gesellschaft keine Einbahnstraße ist, wäre ja auch diese Forderung eine Einschränkung der anderen, da ich dann ja den Frauen vorschreiben bzw. einschränken möchte, dass diese doch gefälligst keine Vorlieben haben dürfen.

        Man muss daher schon ziemlich hirnbefreit sein, wenn man ständig Forderungen nach Verhaltensänderungen von anderen aufstellt, aber umgekehrt es sich verbittet, dessen Verhalten zu bewerten und Konsequenzn zu ziehen.

        Wenn die Frau sich nicht schminken möchte, weil sie es als einschränkend empfindet, dann hindert sie keiner daran, die Schminke einfach zu unterlassen und eigenverantwortlich die Folgen der eigenen Entscheidungen zu tragen. Sie mag dann vielleicht in der Pornobranche und im Rotlicht nicht mehr so begehrt sein. Und auch bei Männern, die eine optische Vorliebe für nuttenhaftes Aussehen haben, werden ihr vielleicht künftig weniger Aufmerksamkeit schenken. Da Frauen aber in der Gesellschaft viel weniger Zwängen als Männern unterliegen, wird sie auch ungeschminkt nicht erfolgloser auf dem Partnermarkt oder im Beruf sein. Im Gegenteil wird es auch eine Vielzahl von Männern geben, die auf unehrliche Schminktöpfe ohnehin nicht stehen. Frauen können Röcke tragen oder auch Hosen. Sie können flache Schuhe tragen oder auch hochhackige. Frauen können lange Haare tragen oder kurze. …. Frauen können sich ziemlich frei und individuell ausleben und sind garantiert gesellschaftlich von keinen engeren Zwängen als Männern eingeengt. Frauen mögen mit ihren Entscheidungen – wie in jeder Gesellschaft üblich – unterschiedliche Wirkungen haben, aber Frauen haben ein viel größeres Spektrum an Handlungsmöglichkeiten, die gesellschaftlich akzeptiert werden. Denn bei Männern hat es viel eher Folgen, wenn diese von den viel engeren Normen abweichen. Ein Mann kann sich viel weniger entscheiden, ob er sich schminkt oder nicht, ob er Heels trägt oder nicht, ob er Röcke trägt oder nicht, ob er kurze Haare trägt oder nicht, ob er im Sommer Anzug trägt oder nicht, …

        ich würde jedenfalls wetten, dass eine ungeschminkte kurzhaarige Frau mit Turnschuhen in Männerklamotten eine viel größere Auswahl an Partnern und Jobs hat, als ein gleich ausgebildeter Mann, der auch nur in einem einzigen Kriterium der von der Masse bevorzugten Normen abweicht (z.B. ein Mann in Heels).

        Aber letztlich wird nur immer wieder deutlich, dass der Feminismus im Endstadium der vollständigen Hirnamputation angelangt ist. Sie müssen sich schon verzweifelt den größten Schwachsinn als angebliche Unterdrückungen aus den Fingern saugen, um sich weiterhin als Opfer abfeiern zu können. Denn echte Diskriminierungen, die auch nur ansatzweise den Zwängen und Diskriminierungen der Männer entsprechen würden, lassen sich einfach nicht finden.

        Ja, wer nasepopelnd durch die Straßen geht und seine Pobel an der Kleidung verschmiert, wird von anderen Menschen in der Gesellschaft eher abgelehnt werden. Es ist wirklich hart und erschütternd, aber Feministinnen müssen sich dabei bewusst werden, dass dieses eine Unterdrückung durch das Patriarchat darstellt und man seinen Wunsch nach dem öffentlichen Pobelverschmieren nicht nach den Wünschen der Männer ausrichten sollte, sondern als traumatisiertes Opfer dafür kämpfen muss, dass Männer pobelverschmierende Frauen zu akzeptieren haben.

        Jeden Mann, der diesen geistigen Zustand auch nur ansatzweise offenbaren würde, würde man vermutlich entmündigen und zwangsweise in Therapie schicken (vgl. Molath). Aber Feministinnen dürfen ihren pathologischen Verfolgungswahn staatlich gefördert und aufhetztend frei ausleben. Wie gesagt, Frauen sind eben viel freier als Männer, die man sofort als plärrende Jammerlappen medial vernichten würde.

        • Dazu der neueste Stuss von der „Welt“:

          Weg mit dem sexistischen High-Heels-Zwang

          „Schuhe mit hohen Absätzen sind im Job eine Form der Diskriminierung, die abgeschafft werden muss. Auch weil viele Frauen mit dem falschen Hintergedanken zu High Heels greifen.“

          http://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article156091217/Weg-mit-dem-sexistischen-High-Heels-Zwang.html

          Hier wird behauptet: „In manchen Unternehmen sind Frauen noch immer verpflichtet, zum Kostüm auch hohe Schuhe zu tragen.“

          Natürlich aus GB: „Nicola Thorp, die von einer Leiharbeitsfirma an PricewaterhouseCoopers vermittelt worden war, hatte eine Petition gegen Vorschriften eingereicht, die sie zum Tragen hoher Absätze verpflichteten….“

          Ich wette doch, das war irgendein abseitiger Job, bei dem eben high heels als Berufskleidung obligatorisch waren. Sicher kaum zu verallgemeinnern. Aber diese arbeitslosen Feministinnen haben ja nichts anderes zu tun, als ihre bullshit-Ideologie zu pushen, und ein paar Tausend Twitter-Deppen für das shitstörmchen finden sich in diesem Metier ja leicht….

          Zur Autorin:

          „Simone Janson betreibt Berufebilder.de, eines der 500 wichtigsten deutschen Blogs, und den Newsdienst Best of HR.“

          Passt: Wie Scheintology schmuggeln sich die Feministen überall dort ein, wo es um Karriere, Beruf, „Coaching“ geht.

  5. „Es ist aber wichtig, es anzuerkennen, wenn die Entscheidung zum Teil auf dem Einfluss des Patriarchats und nicht des Feminismus beruht.
    Der größte Teil der Entscheidung Makeup zu tragen ist ein Resultat von systemischen und kulturellen Druck und von Marginalisierungen, nicht individueller Entscheidungen.“

    Ich vermisse schon wieder die Reflektion, dass Frauen diesen Druck auf andere Frauen aufbauen. Nein, es ist natürlich wieder „das Patriarchat“. Das Patriarchat also macht diese ganzen Frauenmagazine. Vogue, Amica, Vanity Fair, Brigitte, Bravo Girl usw sind alle Patriarchat. Heide Klum ist dann auch Patriarchat oder diese ganzen Tratschsendungen, Taff und co, was auch immer da heute aktuell ist und fast ausschließlich von Frauen (insbesondere Hausfrauen) konsumiert wird.
    Im Feminismus ist die Frau nie Täterin, immer nur Opfer. Täter ist eine ominöse, hinterhältige, männlich dominierte Macht, die es sich zum Ziel gesetzt hat, alle Frauen rücksichtslos zu unterdrücken. Eine Weltverschwörung.

  6. Also kann ich weiterhin Lippenstift tragen, aber ich sollte überprüfen, warum ich das mag

    Nämlich bloß nicht wegen der Männer, das wäre ja needy und könnte die Möglichkeiten bei diesen Männern schmälern.

    und sicherstellen, dass ich Leute unterstütze, die das nicht wollen

    Wie wir wissen ist das „Unterstützen von Schwächeren“ prosoziale Dominanz. Die Lippenstiftträgerin wird also als der Ungeschminkten überlegen angesehen.

    Da steckt ziemlich viel internalisiertes Patriarchat in dieser „feministischen Lösung“. Fangen die Feministinnen etwa an, sich in ihrer eigenen Irrationalität zu verheddern?

  7. @Christian

    Was mich an diesem Irrsinn am meisten anzickt ist nicht die Verleugnung der intrasexuellen Konkurrenz, nicht die aufgeblasene und zugleich unreflektierte Sprache, mit der die allerdümmsten Nichtigkeiten zu Akten des Widerstands werden, die keine sind.

    Sondern, „Der größte Teil der Entscheidung Makeup zu tragen ist ein Resultat von systemischen und kulturellen Druck und von Marginalisierungen“ wird einem imaginären Patriarchat zugeschlagen.
    Statt einer Industrie, in der die vor allem Frauen arbeiten, die sich über Massenmedien – mehr oder weniger traditionellen Frauenzeitschriften – an andere Frauen richten.
    Diese Zeitschriften sind die klassischen „von-für-über-Frauen“ Medien.

    Es gibt *käufliche* Objekte, die weibliche Attraktivität herstellen oder unterstützen und die Produktion von Attraktivität basiert auf dem Konsum. Attraktiv für die Frauen-Industrie sind ihre Kundinnen deshalb, weil ihnen Produkte verkauft werden können, die einem rein „moralischen Verschleiß“ unterliegen.
    Mode.
    Apple kann seinen Kunden *ein* neues Produkt einmal im Jahr als „neu“ und „in“ und das alte als „out“ aufzwingen, die Modeindustrie macht das vier mal im Jahr und das seit Jahrzehnten.

    Diese Industrie verkauft in erster Linie nicht Produkte, sondern eine Einstellung, diese Produkte zu wollen. Wer die Überzeugung tief inhaliert hat, mit einem neuen Lippenstift, make-up usw. gelänge es einem „sich neu zu erfinden“, ist erfolgreich zu einer Quartalsirren erzogen, auf der diese Industrie basiert.

    Frauen-Publikationen (Cosmopolitan, Brigitte usw.) bieten Feministinnen ein Sprachrohr und ein Einkommen in einem werbefinanzierten Umfeld.
    Das Umfeld wiederum modifiziert die Aussagen von Feministinnen zu einem akzeptablen Opportunismus, den sie anderen Frauen als „wellness-Widerstand“ und billige Pseudo-Kritik verkaufen können.

    Den *akzeptablen Opportunismus* findet man in im Comic in folgendem Satz: „Make-up can also be a method of self-expression“.
    Solch ein Satz lässt jubeln, wer ein solides Interesse daran hat, dass „sich selbst auszudrücken“ den Konsum eines Produktes *voraussetzt*.
    „Bücher lesen“ ist auch eine *Mittel* der Selbstdarstellung, jedoch hat „Bücher lesen“ die Selbstdarstellung nicht als unmittelbares *Ziel*.

    Genuin *weibliche* self expression hat als Ziel *bewusst produzierte* Außenwirkung und das „self“ hat das uneingestandene Ziel, weibliches self-marketing zu betreiben.
    Weshalb die „method“ ebenfalls auf keinen Fall inakzeptabel sein kann – siehe Quartalsirre.
    Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass *Selbst*-Objektifizierung (Frauen sind Objekte. Wen malt man sonst an?) kritiklos zu einem Mittel der Selbstdarstellung gemacht wird.

    Das Ausmaß, in dem dieser Comic Selbstbetrug feiert wird nur noch übertroffen durch die völlige Bedeutungslosigkeit der Entscheidungen, vor denen Frauen angeblich stehen:

    „Man muss es als Befreiungskampf darstellen oder als Anerkennungskampf, der deutlich machen soll, dass diese von Frauen betriebenen Arbeiten hartes Handwerk sind und nicht belanglos.“

    Wenn „stricken“ Teil eines Befreiungskampfes ist, dann hat eine Entscheidung für oder gegen „Befreiung“ keinerlei Bedeutung mehr.

    Der Marketing-Aspekt dieses idiotischen Satzes (der sich auch in der care-Debatte wiederfindet):
    Wenn das Spektrum aller Tätigkeiten zur „Arbeit“ aufgeblasen wird, nur weil Frauen sie verrichten; warum nicht auch kacken als Arbeit anerkennen, wenn insbesondere Frauen kacken?

    Ich glaube, das sollte der nächste „Anerkennungskampf“ werden.
    Denkt da mal drüber nach!

    Gruß, crumar

    • Es schaffen auch nur Frauen, die von den Männern finanzierte Lebensverwirklichung als Arbeit und Unterdrückung zu verkaufen. Frauen bekommen keine Kinder, weil sie es sich selber wünschen, sondern weil sie sich als unterdrückte Sklaven bzw. besser Nutten der Gesellschaft betrachten, die für die harte Arbeit der Kinderbetreuung bezahlt werden müssen.

      Männer sollten auch endlich anfangen, ihre Hobbies oder z.B. Besuche im Fußballstadion als schweres Networking und somit harte Arbeit an Wochenende darzustellen.

      • „Männer sollten auch endlich anfangen, ihre Hobbies oder z.B. Besuche im Fußballstadion als schweres Networking und somit harte Arbeit an Wochenende darzustellen.“

        Ja, warum nicht? Es dürfte so manchesmal durchaus zutreffend sein. So manches Hobby ist harte Arbeit und Anstrengung und mit den Kumpels abhängen ist definitiv Networking.

        Allerdings wäre es den Frauen völlig egal, als was Männer ihre Hobbies darstellen. Wenn Mann nicht in ihre Schablone passt, wird er passend gemacht (oder entsorgt)

        😉

  8. Der Druck sich zu schminken geht größtenteils von anderen Frauen aus.
    Was man z.B. daran erkennt, dass der Anteil geschminkter Frauen um so größer ist, je größer die Anzahl der Frauen innerhalb einer Gruppe überhaupt ist.

    Meiner – nicht unbedingt repräsentativen Erfahrung nach – mögen viele Männer gar keine Schminke, oder höchstens dezent.
    Ich habe auch noch nie mitgekriegt, dass Männer blaue Haare bei Frauen attraktiv finden würden (außer Homer bei seiner Marge).

    Tja, und offenbar gibt es tatsächlich Frauen, deren Selbstwertgefühl so stark davon abhängt, dass sie geschminkt sind, dass sie sogar bereit sind, die patriarchale Kosmetikindustrie durch ihren Konsum (einschl. pink tax) zu unterstützen.

        • Warum sollte es für einen Mann einen Unterschied machen, ob sich die Frau „für zu Hause“ oder „für draußen“ schminkt? Ich persönlich mag dezenten Farbeinsatz, bei dem die Illusion der Natürlichkeit noch funktioniert. Das mag ich dann aber drinnen wie draußen.

        • Der persönliche Geschmack spielt sicher eine Rolle.
          Statistische Daten, was Männer von [un-|dezent|mittel|stark] geschminkten Frauen halten, und unter Berücksichtigung des Anlasses und der Umgebung, wären sicher interessant.

      • Noch ein Aspekt:
        Es macht Spaß, mit Farben und Effekten zu experimentieren.
        Ich schminke mich gerne, ebenso wie andere, ob zu Halloween oder zum Rausgehen.

        Aber das lässt sich nicht auf Bitchigkeit unter Frauen runterbrechen und wird daher wahrscheinlich nie in Erwägung gezogen. ^^

        • Experimentieren setzt aber voraus, dass man etwas neues versucht. Von daher fällt diese Möglichkeit weg, wenn jemand meistens auf das Übliche setzt.

          Außerdem was meinst du mit „Bitchigkeit“? An der Stelle war doch nur die Rede von Druck und fehlendem Selbstwertgefühl.

    • „mögen viele Männer gar keine Schminke“

      Lippenstiftbeschmierte Lippen zu küssen, ist eklig.

      (Stark) geschminkte Frauen sind für mich wie Bilder: Hübsch anzuschauen (manchmal im Sinne von Francis Bacon) , aber nicht echt.

        • @breakpoint

          „(Übermäßige) Schminke schafft eine gewisse Distanz. Vielleicht wollen manche Frauen gerade das?“

          Was wäre der Hintergrund?

          Ich vermute eher, dass sie zuviel machen wollen und den „Naheffekt“ zugunsten des „Aus der Entfernung“-Effekt herunterspielen, zumal man damit eben großzügig hautunebenheiten etc abdecken kann. Aus der Nähe sieht man dann eben die Schminke, aus etwas Entfernung hingegen wirkt es noch natürlicher.

          Viele jüngere Mädchen schminken sich vielleicht auch zu selten sehr stark und übertreiben dann etwas aus fehlenden können?

        • Das war nur so eine spontane These von mir.
          Aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass insbesondere schüchterne Männer von deutlicher Schminke stärker abgeschreckt werden, als von natürlichem Look.

          Wenn das Schminken dazu dient, Hautunebenheiten oder andere Makel zu kaschieren, ist es doch gerade auch ein Signal, keine Schminke zu benutzen, wenn sie gar nicht nötig hat.

        • Schminke erhöht den systematischen Fehler der Messgröße „Schönheit“. Zum Vergleich von Frauen miteinander benutze ich daher immer den um die Fehlergrenze verringerten Messwert.

        • Das ist wie beim Heimwerken, leichte Risse und kleine Unebenheiten in der Wand kann man mit wenig Aufwand und Material ausbessern.
          Die 2kg Spachtelmasse braucht man nur bei tiefen rissen und großen Löchern im Mauerwerk.

    • Mir hat eine Freundin mal erklärt, dass Frauen sich nicht für Männer schminken, sondern für (man könnte auch sagen „gegen“) andere Frauen. Ich denke, da ist etwas dran. Männer können die verschiedenen Rottöne die es für Lippenstiffte gibt zum Beispiel gar nicht unterscheiden (das hat auch biologische Gründe, da Männer grüne Schattierungen etwas besser wahrnehmen, Frauen rote). Wäre der Lippenstift also was für Männer, dann würde es ein oder zwei Rottöne geben.
      Welcher Mann macht sich schon einen Kopf darüber, ob ein Rotton jetzt „subtil“, „knallig“ oder „anmutig“, ob nun „Kirsch“ oder „Melot“ ist, selbst wenn er die Töne noch gut unterscheiden kann wie in diesem Beispiel? http://www.artdeco.de/schminktipps/beratung/rote-lippen.html?gclid=CNqPlL_Gms0CFdRuGwodTP0J8Q
      Ich wette, wie ich meine Geschlechtsgenossen einschätze, so gut wie keiner (man beachte auch die Wortwahl in dem Artikel, der eindeutig Frauen ansprechen soll: „Aber Hallo, all eyes on me!“).
      Wie auch immer, in der Erklärung ging es darum, dass Frauen wohl eher eine innersexuelle Konkurrenz austragen, als jetzt mit einem bestimmten Farbton etwas bestimmtes bei einem potentiellen Mann bewirken zu wollen.

        • Andere Frauen übertrumpfen zu wollen, ist allerdings Teil des Patriatrchats, denn ohne Patriarch würden Frauen nicht miteinader konkurrieren, sondern zu Lesben werden und Katzen adoptieren, so wie es halt ihre wahre Natur ist.

        • Nö, ganz im Gegenteil.
          Das Patriarchat ist daran schuld, dass Frauen ihr ganzes Leben nur auf Männer ausrichten, und eine eventuelles Mit-, Neben- oder Gegeneinander zu anderen Frauen nur ein untergeordneter Nebeneffekt ist.

        • Ich Mann, Du Frau . Ich herrsche über Dich. Du wirst von mir unterdrückt. Bitte unterlasse es künftig also, mir zu erzählen, was Patriarchat ist. Klar soweit?

        • Natürlich existiert das Patriarchat. Es besteht aus schwulen Männern, denn nur die haben ein Interesse daran, Frauen zu unterdrücken und klein zu halten.

        • AFAIK wurde die Patriarchats-Hypothese von Feministinnen aufgestellt.
          Somit obliegt ihnen auch die Definitionshoheit darüber.

          Ich versuche ja immer, mich weiterzubilden und dazuzulernen.
          Beispielsweise:

          Aber bislang ohne Ergebnis.

        • Weil es im Wesen fast jedes Menschen liegt, von Aufmerksamkeit beflügelt zu werden. Menschen brauchen Aufmerksamkeit und haben meist Strategien, wie sie an Aufmerksamkeit gelangen. Make-up ist eine spezielle …

        • Nein, wir drehen uns um den Kern. Ich denke, Aufmerksamkeit ist ein extrem wichtiges und gleichzeitig limitiertes Gut. Und viele Frauen brauchen ein »großes« Make-up, um die gewünschte Aufmerksamkeit zu erzielen. So wie ja auch viele Männer ihren Körper und/oder ihre Stimme trainieren …

        • Ich weiß nicht, warum. Ich weiß nur, dass es so ist. Warum mögen die meisten Menschen denn behagliche Wärme im Winter und einen schönen schattigen Platz im Sommer? 😉

        • Indirekt geht es dabei schon um Männer, vorausgesetzt die Frau ist heterosexuell. Also innersexuelle Konkurrenz „wie feminin/attraktiv bin ich gegenüber den anderen Frauen“. Sich als Frau definieren und sein Frausein mit anderen vergleichen.

          Habe übrigens mir mal den Spaß gemacht, in der Öffentlichkeit, insbesondere Nahverkehr, Frauen zu beobachten, wie sie auf andere Frauen reagieren, insbesondere wenn eine Frau die Bahn betritt, die sich rausgeputzt hat. Da wird ziemlich oft auf Busen und Hintern geschaut. Ich glaube nicht, dass die meisten dieser Frauen bi- oder gar homosexuell sind. Nein, da geht es wohl eher um den Vergleich mit sich.

        • @adrian

          Natürlich ist schminken als Handlung nicht biologisch. Aber die Gründe dafür, dass man mit Schminken etwas verbesseren kann und das es sich gerade für Frauen lohnt, die können durchaus biologisch sein

        • Weiblicher Ästhetizismus ist in der Tat biologisch. Nur liegt es eben in der Wahl des Weibes, ob es meint, sich zwecks Verschönerung schminken und Stöckelschuhe anziehen zu müssen.

          Für echte Schönheit sollte man eine Psychotherapie machen und lächeln. Das reicht völlig aus, liebe Frauen.

          Hört auf, euch zu schminken. Lest ein paar Bücher von Alice Miller. Dadurch werdet ihr automatisch schöner.

          http://alice-miller.com

        • „Ich glaube nicht, dass die meisten dieser Frauen bi- oder gar homosexuell sind. Nein, da geht es wohl eher um den Vergleich mit sich.“

          Bezeichnenderweise gibt es „Forschungen“, die genau diese „Bi- usw Sexualität „nachweisen“, Gender Forschung, bzw Narrativ, natürlich. Sollte doch jeder selbst wissen, dss der Vergleich unter den Geschlechtsgenossinnen besonders kritisch ausfällt.

        • „Dass weibliche Sexualität fluider ist, ist allerdings durchaus belegt.“

          Das stimmt. Am Ende ist es aber eine Definitionsfrage. Je nachdem wo man Homoerotik enden und Homosexualität beginnen lässt, lassen sich hohe Anteile an Bi- oder Homosexualität bei Frauen „konstruieren“.

        • Es ist natürlich wahr, dass es unter Frauen mehr Homosexualität gibt. Aber das wird gerne übertrieben, indem zB von „Fliudität“ gesprochen wird. Natürlich von Männern 😉

        • Ich finde die Definitionsfrage wirklich spannend, weil sie hier das Schlüsselelement darstellt. Also, was ist der Unterschied zwischen Homoerotik und Homosexualität?

        • OK, auf der Basis definiere ich mal ganz unbedarft X_Erotik als Interaktion mit dem Ziel „sich wohlfühlen“ (z.B kuscheln) und X_Sex als Interaktion mit dem Ziel Orgasmus.

          Wie stellt sich die Verteilung wohl auf dieser Basis dar?

        • Es ist ja auch ein Tabuthema, dass die Frauen hierdrin wirklich viel besser sind als Männer: „den Orgasmus bekommen“.

          Ich bin mir ziemlich sicher, dass Frauen mehr Homosexualität unterhalten als Männer, eigene Anschauung. Ist also rein subjektiv. Auch darin wären Männer Frauen also unterlegen.

          Einen Heteromann allerdings stört das alles gar nicht 😀

        • Das wäre ja dann klassischer Fetischismus, also nicht Teil der Definition. Aber, stimmt, es wäre im Begriff der Fluidität enthalten. Also vielleicht doch eine schöne Umschreibung

          XD

  9. Ich hab mich gestern noch über eine australische Barbie lustig gemacht, die betonte, Frauen schicken sich nicht für Männer auf.

    Heute morgen kam mir eine Analogie in den Sinn:

    Sport zu treiben ist für Männer auch Ausdruck der intrasexuellen Konkurrenz. Sportlich und stark sein, gegen Andere zu gewinnen, sind erklärtermaßen – wie manche PUAs es ausdrücken würden – „pussy magnets“.

    Aber: Wenn ich beim Fußballspielen mich besonders anstrenge, ein Tor zu schießen… mache ich das, um einer Frau zu gefallen?

    Lächerlicher Gedanke.

    Ich habe mich schon beim Fußball angestrengt, als ich an Frauen/Mädchen noch nicht das geringste Interesse hatte.

    „Schön sein wollen“ liegt daher für Frauen vielleicht auf der gleichen Selbstzweck-Ebene wie „Gut sein wollen“ für Männer.
    Langfristig und mittelbar sicherlich auf das andere Geschlecht gerichtet, aber in dem Moment ein abstraktes, nicht zweckgebundenes biologisches Programm.

    Barbie hatte also recht.
    Sie will nicht „für Männer“ hübsch sein, sondern weil es ihr ein abstraktes Bedürfnis ist. Es fühlt sich einfach „richtig“ an, nicht hässlicher zu sein als die anderen.

    • Wirklich interessanter Gedanke!

      Da mag tatsächlich einiges Wahres dran sein. In der Tat war man schon als kleines Kind schon am gegenseitigen Kräftemessen bzw. Besser-als-Andere-sein wollen interessiert, als man sogar noch bloße Küsse als vollkommen eklig und abstoßend empfand und sich niemals auch nur in den kühnsten Alpträumen hätte vorstellen können, jemals an einem Mädchen interessiert sein zu können.

      Wenn ich mich recht erinnere, was auch in der Grundschule schon so, dass Mädchen eher vernünftiger waren, so dass insbesondere in den ersten Schuljahren sogar eher eine pauschale Abneigung zwischen den Geschlechtern bei uns in der Klasse bestand. Der Satz „Alle Jungen/Mädchen sind doof“ dürfte der Klassiker in den ersten Schuljahren sein, weil schlicht noch kein Interesse, sondern eher Abneigung untereinander bestand.

      Und trotzdem wollte man schon der Beste im Fußball sein, der Schnellste mit dem Fahrrad, am weitesten springen und am höchsten klettern. Und ich meine auch, dass die Mädchen da schon sich (jedenfalls mehr als wir Jungen) um ihre Haare bzw. Optik gekümmert haben, während uns Jungen die übelsten Topfschnitte an einem selber vollkommen Wurst waren. Ich glaube, irgendwann in der dritten oder vierten Klasse wollte ich dann eine bestimmte Frisur haben, aber nicht um Frauen zu gefallen, sondern weil ich wie mein Lieblingsfußballspieler aussehen wollte und diesem nacheiferte.

      Das „sich gut fühlen“, wenn man der Beste ist bzw. im Wettkampf gewinnt (Jungen) oder die Schönste ist (Mädchen) scheint somit tatsächlich seinen Ursprung in einem selber zu haben und erst zu einem späteren Zeitpunkt vom jeweils anderen Geschlecht zu einem Auswahlkriterium werden bzw. dann vielleicht durch das andere Geschlecht noch verstärkt werden.

      Aber man erkennt ja z.B. am Fußball, dass Männer selbst dann noch an Wettkämpfen (und sei es nur als Fan) Freunde empfinden, wenn man alt und gebrechlich wird und Frauen darüber eher genervt sind. Männer lieben den Wettkampf somit selbst dann noch, wenn sie sogar eher Nachteile dadurch beim anderen Geschlecht haben. Und auch Frauen scheinen den Hang zu Schönheitsoperationen selbst dann noch zu haben, obwohl ich nicht einen einzigen Mann kenne, der aufgespritzte Lippen oder Plastikbusen als schön (im Vergleich zum natürlichen Zustand davor) empfindet.

      Es scheint somit tatsächlich Vieles dafür zu sprechen, dass Männer und Frauen die geschlechtsinternen Kämpfe, der/die Beste sein zu wollen, genauso ohne eine Wirkung auf das andere Geschlecht betreiben würden, alleine um sich selber zu bestätigen und sich dadurch besser zu fühlen. Wirklich ein interessanter Gedanke!

    • „mache ich das, um einer Frau zu gefallen?“

      Ja und nein.
      Im Gegensatz zu Euch (only & xyz) bin ich der festen Überzeugung, dass *alles*, jede menschliche Tätigkeit auf das Imponieren des anderen Geschlechts ausgerichtet ist. Das steigt nur nicht ins Bewusstsein und wird selten reflektiert. Wir haben es hier schliesslich mit einem Trieb zu tun und zwar mit einem ganz fundamentalen, dem Sexualtrieb!
      Aus dem Grund kann ich auch nicht so recht was mit „intrasexueller Konkurrenz“ anfangen, denn dieser ist nur ein Nebenaspekt dieses Triebes und beschriebt nur Folgen.

      Allerdings sind wir diesem Trieb nicht absolut ausgeliefert, sondern dieser kann auch „umgebogen“ werden, derart, dass Tätigkeiten tätsächlich „zweckfrei“ werden. Das schreibe ich in „“, denn diese Zweckfreiheit würde ich als Negation des Sexualtriebs auffassen. Zweckfreiheit erscheint dann nicht als echte, abgelöste Zweckfreiheit, sondern als ebenfalls vom Sexualtrieb bestimmt, nur eben negativ.
      So lösen sich auch leicht die paradox erscheinenden Effekte, dass zB Schminken und übertriebene sexuelle Schlüsselreize als als Repellent eingesetzt zu werden scheinen (siehe Anne oben, der diesen Effekt nannte).
      Ein besonders schönes Beispiel ist die Katholische Kirche, die mit höchster Autorität und Prunk daherkommt, aber sich fundamental selbst beschränkt, mit dem Zölibat. Ein anderes herausragendes Beispiel ist die Eunuchenkultur unter den chinesischen Kaisern. Natürlich gibt es dazu auch eine ökonomisch sinnvolle Erklärung (brauch ich wohl nicht zu erwähnen), aber viel interessanter als das ist die bewusste Ablehnung der biologischen Natur des Menschen.

      Auch dahinter steht also doch wieder nur die Natur des Menschen. Man sieht: eigentlich kann man ihr nicht entkommen. Am besten wohl, wenn man nicht drüber nachdenkt und schlimm ist es ja auch nicht 😉

      • „dass *alles*, jede menschliche Tätigkeit auf das Imponieren des anderen Geschlechts ausgerichtet ist.“

        What!? Even taking a dump?

        Ansonsten ist dein Argument von der Art, dass es keinen Altruismus gibt, weil alles als egoistisch interpretiert werden kann. Das macht die Wörter sinnlos.

        Andererseits: Dieser Blog heißt schließlich „Alles ist Evolution“, also wird Christian dir womöglich zustimmen 🙂

        • Grins, natürlich. Hier wird wirklich mal „alles Evolution“.

          Sollte sich von selbst verstehen, dass Sexualität mit der Evolution eine besonders nahe Beziehung pflegt.

          Die primären Überlebensfunktionen („dump“ etc) unterstehen natürlich nicht der Sexualität, so wollte ich „jede menschliche Tätigkeit“ natürlich nicht verstanden wissen, füg ein „willkürlich“ ein.

          Es gibt tatsächlich auch einen Altruismus. Der ist ein Ideal und eine Idee. Viele meinen jetzt, darunter würde die „Realität“ von Altruismus leiden. Finde ich übrigens nicht. Das reine Zurückführen auf Egoismus missachtet den ideellen Charakter dieser Idee und die ist entscheidend. Siehe auch „freier Wille“ etc

        • @only me

          „Dieser Blog heißt schließlich „Alles ist Evolution“, also wird Christian dir womöglich zustimmen:)“

          Er heißt „Alles Evolution“, nicht „alles ist Evolution“. Tatsächlicher Altruismus ist aber in der Tat selten. Er ist zu leicht ausbeutbar. Meist ist er auf Erwiderung oder Signalling ausgerichtet und es ist durchaus vernünftig altruistisch zu sein, wenn man es in einer Ingroup praktiziert gerade wenn man sich häufiger über den Weg läuft und reine Nutznießer strafen kann.

  10. Why not both?
    Ich glaube, es ist ein Mix mit unterschiedlichen Gewichtungen. Rasiere ich mich morgens, hat das auch unterschiedlichste Gründe. Vom „Es juckt nu“ über „ich habe einen externen Termin“ über „heute rasieren, nachher kommt der Putzmensch, da muss ich das waschbecken nicht so penibel auber machen“ bis zu „ich will xy gefallen“. So wird das beim Schminken auch sein…

    • Rasur ist aber notwendig, um gepflegt auszusehen, auch oder gerade bei Vollbart. Stutzen, Konturen, Glätten. Man (bzw. Frau) kann aber auch ohne Lippenstift, Kajal, Lidschatten usw gepflegt aussehen. Weiter geht es dann mit Kleidung. Pumps? Warum machen sich Frauen zB die Füße mit Highheels kaputt?

        • Kommt auf die Situation an. Willst du die Wohnung, den Job? Siehst du besser wie jemand aus, der seine Miete selber bezahlen kann und es schafft, morgends aufzustehen und mit den Aufträgen klar zu kommen.

        • also.. ich rasiere mich nicht wirklich, um nen job zu bekommen und miete zahlen… nene.. 😉
          Ich glaube, alles, was wir an unserem Erscheinungsbild tun hat vielfältigste Gründe. Ich glaube, es pauschalisiert zu sehr, das auf „den“ Grund herunterzubrechen.

  11. Es zeigt sich mal wieder, dass das „Kritisch hinterfragen“ dem Beichten oder dem Ablass der Katholiken recht ähnlich ist…

  12. Mit der Einstellung wie sie im Comic vermittelt wird, kann man nie wirklich das tun was man möchte und es auch genießen. Man lebt in einer Welt in der man glaubt andere tun etwas nur, weil ein unsichtbarer Puppenspieler sie auf die ein oder andere Weise lenkt ohne es sie merken zu lassen. Dabei ist man selbst auch nicht wirklich frei, weil man ständig den Hintergedanken hat ob man selbst nicht auf wieder irgendwie davon betroffen ist. Wenn man noch einen Schritt weitergeht könnte man sich auch noch damit beschöftigen ob man nur etwas tut, weil man es nicht tun soll und ob dies dann in Ordnung ist immerhin ist dies auch eine Form von Fremdeinfluss.

    Dabei kann es eigentlich so leicht sein, solange es insbesondere nicht anderen schadet sind die meisten Dinge völlig OK. Wenn man befürchtet durch sein Verhalten direkt einen negativen Einfluss auf seine Mitmenschen zu haben, dann reicht es meistens dies nur vor Kinder zu unterlassen. Als Erwachsener sollte man selbstständig genug denken können um soetwas wegstecken zu können.

    • Selbstreflektion vermisst man häufig im Feminismus. Vielleicht ist das auch ein Grund für manche, egal welchen Geschlechts, Feminisums „gut“ zu finden, weil es einem so schön Selbstverantwortlichkeit abnimmt, weil an allem ist ja das ominöse „System“ schuld und was soll man denn machen, „das Patriarchat“ ist ja überall!

  13. Das drittletzte Panel ist im Prinzip:

    „Es ist egal, was du machst, solange du nur eingestehst, dass das Patriarchat schuld ist“

  14. Ich schminke mich mittlerweile häufiger als ich eigentlich würde wegen – haltet Euch fest – unseren Töchtern. Die kennen mich praktisch nur als ungeschminkte Brillenträgerin, und gerade die Große hat nun über die letzten Jahre hindurch ein paar Mal angemerkt, sie würde es begrüßen, wenn ich mich „weiblicher“ zurecht machte (und Kontaktlinsen nutzte). In Worten dann so z.B.: „Warum schminkst Du Dich nicht öfter? Dann siehst Du so hübsch aus!“ Was sagt man denn darauf? Danke?^^

    • Das zeigt doch, dass der optische Druck im Wesentlichen von den Frauen selber ausgeht. Sie schreiben doch, dass Sie es für die Töchter machen, weil diese es sind, die Sie bewerten und Sie bei diesen Bewertungen ein gutes Ergebnis erzielen wollen. Sie tun es nicht, weil es die Männer verlangen würden oder Sie der Ansicht wären, dass Ihr Partner oder Arbeitgeber ansonsten Konsequenzen zieht. Sie tun es, um den Bewertungen anderer Frauen stand zu halten bzw. von anderen Frauen nicht negativ bewertet zu werden.

      Männer haben für so marginale Unterschiede, die man durch Schminke erzielt, ohnehin kaum einen Blick. Da müsste man sich schon recht deutlich verändern, damit es zu einer Einstellungsänderung des Mannes führt (z.B. weil er eher natürliche künstliche Frauen mag). Die meisten nicht übertriebenen Veränderungen wird der Mann gar nicht bemerken oder sie sind ihm vollkommen gleichgültig, weil letztlich die menschliche Ausstrahlung, Charakter und Art viel entscheidender sind.

      • Also mein Mann reagiert schon auch positiv auf Make-Up.
        Beim ersten Mal nach Jahren ohne Brille (bin kurzsichtig) war er sogar regelrecht irritiert („Wow, hast Du große Augen“).
        Und erstaunlicherweise küsst er mich auch noch trotz Lippenstift, hätt ich gar nicht erwartet^^

        Nur stelle ich – erneut – fest, dass es insbesondere Frauen sind, die mir anders begegnen durch die Maskerade. Sie sind viel aufmerksamer, zugewandter, freundlicher. So erlebe ich das.

        • „Also mein Mann reagiert schon auch positiv auf Make-Up.“

          Möglicherweise ist das der Grund, warum er Dich im Schlaf vergewaltigt 🤔

        • 😀

          Nein nein, ins Bett geht Sheera ja ungeschminkt.
          Was uns nur zeigt, wie unwiderstehlich sie selbst ohne Schminke ist!

        • Der Grund für dieses Fehlverhalten war, dass er ein Mann ist. Schon vergessen, dass im Anschluß an meine Schilderung hier diverse Männer geschrieben haben, das sei ganz normal und eigentlich hätten Frauen ihrer Erfahrung nach damit auch nie Probleme (was mit relativer Sicherheit gelogen war)?

      • Oder sag Deiner Tochter, dass Du vergeben bist und für sowas keine Zeit hast.
        Das würde ich meiner Tochter sagen, wenn ich eine hätte und eine Frau wäre und außerdem vergeben.

        • Naja, also der derbe Zeitaufwand isses eigentlich ja nicht gerade wenn man auf den Liquid-Eyeliner-Einsatz bereit ist zu verzichten – meine Erfahrung:

          etwas Concealer, selten getönte Tagescreme, bisserl Puder wos glänzt und/oder Rouge = 1 Minute

          manchmal Lidschatten und/oder Kajal + die obligatorische Wimperntusche = max. 5 Minuten

          Lipliner+Lippenstift = 1-2 Minuten

          Tada… fertig.
          Und sofort sind Alle nen Ticken netter zu Dir.
          Schon komisch.

          Möglicherweise wirds bei mir doch nochmal wieder „weniger Aufwand“, ich werde nämlich die Tage erstmals meine Wimpern dauerwellen & färben. Und damit spätestens fühl ich mich voll wie ne Tussi 😀

          Vielleicht zupf ich sogar mal meine Augenbrauen in Form demnächst. Hab ich ewig nicht für nötig gehalten… aber Nachmalen mit Stiften oder Puder werde ich sie niemals in diesem Leben. Niemals!

    • Du sagst deiner Tochter einfach, Schminken ist haram, und läßt es bleiben.

      Oder es ist eine verschlüsselte Botschaft deiner Tochter, daß du endlich vom Feminismus ablassen sollst.

      Denn dann wirkst du auch ohne Schminke femininer.

      Mal abgesehen von all der arschgefickten Scheiße, die diese ganzen Kosmentikprodukte für unseren Planeten bringen, Klär deine Töchter mal auf, daß wir Männer natürliche Frauen geil finden.

  15. @Semikolon: Ich habe momentan einen Drei-Tage-Bart, weil ich nicht jeden Morgen wertvolle Sekunden mit Rasieren verbringen will, und Du kommst mir jetzt mit fünf Minuten plus an zusätzlicher Körperpflege?

    Okeeee, das Argument überzeugt mich trotzdem nicht.

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