Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 7. Juni 2016

Sicht eines Transsexuellen auf den Feminismus: Warum der Sozialkonstruktivismus nicht die bessere Theorie ist

Dies ist ein Gastartikel von Philip. Vielen Dank für die Einsendung

Ich befand mich 2,5 Jahren in feministischen Kreisen. Anfangs glaubte ich noch der Feminismus ist für Gleichberechtigung. Je tiefer ich hinein geriet, desto ideologischer kam mir jedoch das alles vor. Es wurde selbstverständlichst vorausgesetzt, dass alle Personen sozialkontruktivistischen Theorie und weiteren feministischen Ansätzen unkritisch zustimmen. John Money wurde von Feminist/innen kein einziges Mal erwähnt.

Als Trans-Mann (sogenannter Frau-zu-Mann-Transsexueller), habe ich nie verstanden wieso ein purer Sozialkonstruktivismus die bessere Theorie sein soll – mal ganz abgesehen davon, dass er keine Beweise hat. Dass ich wegen meines Körpers Leidensdruck verspüre, viele Therapiestunden & Arztbesuche absitzen muss, dabei einen Haufen Geld für Gutachten ausgebe, soll nur daran legen, dass ich von der Gesellschaft manipuliert worden bin und daher glaube etwas(/ein Mann) zu sein, was gar nicht gibt? Ich sehe nicht, wie das das Ansehen von Transsexuellen verbessern soll. Zudem machte ich vermehrt die Beobachtung, dass diese Theorie negative Auswirkungen hat und in der Praxis nicht anwendbar sind. Auf diesem Grund wollte ich eine kurze Übersicht der verschiedenen Punkte erstellen.

Geschlecht als eine Rolle & Entstehung von Pseudo-Transsexuellen („Transtrender“)

Feminist/innen meinten oft, dass man sich Geschlecht aussuchen könne und/oder es bei Transsexualität nur um die gesellschaftliche Rolle und Erwartungen gibt. Genau das sind Vorurteile, die richtige Transsexuelle beseitigen wollen.

Leider entstehen dadurch „Pseudo-Transsexuelle“. Einige von ihnen sagten sogar selbst, sie haben ein Leben problemlos als Mann/Frau gelebt. Doch seitdem sie feministische Literatur gelesen haben, identifizieren sie sich als „Trans“, weil sie nicht in die typische Rolle passen.

Wegen diesen Ansätzen sind schon so manche Leute auf die Schnauze gefallen. Eine maskuline Frau war aufgrund der Rollenerwartung genervt davon eine Frau zu sein, mochte es aber als Drag King aufzutreten. Eine andere lesbische Frau erfüllte viele Männerklischees. Beide wollten deshalb transistionieren und schafften es sich Testosteron verschreiben zu lassen. Aus konstruktivistischer Sicht war das erstmal ein gutes Angebot: Man ist unzufrieden mit den Normen, die an dem Körper festgemacht. Daher verändert man den Körper, damit er zur „Performance“ besser passt und man gesellschaftlich besser zurecht kommt. Die Realität sah aber anders aus: Ihre Psyche reagierte negativ auf die körperlichen Veränderungen. Beide bekamen schweren Depressionen und mussten die Transistion abbrechen bzw. rückgänig machen. Sie sahen ein, dass Geschlecht nicht einfach eine Rolle ist und man es nicht einfach verändern kann. Schließlich lernten sie auf den harten Weg, dass sie einfach maskuline Frauen sind und es akzeptieren müssen.

(Nach reinen sozialen Theorien wäre es sowieso von vorne rein fragwürdig gewesen, warum sie nicht in ein feminines Verhalten rein erzogen werden konnten.)

Ich lernte noch eine weitere Person kennen, die sich aufgrund von vermeintlicher Transsexualität in Therapie befanden, aber noch rechtzeitig aufhörte. Heute lebt diese Person als femininer Mann und Drag Queen.

Menschen dazu zu bringen ihr Geschlecht als wandelbar oder nur eine „Performance“ zu sehen, bringt niemanden etwas und kann in manchen Fällen zu Schaden führen. Zwar gibt es durchschnittliche Verhaltensunterschiede zwischen Männern und Frauen, jedoch macht feminines Verhalten jemanden nicht automatisch zur Frau, sowieso maskulines Verhalten jemanden nicht zum Mann macht.

Meiner Erfahrung nach werden so Stereotypen sogar verstärkt. Zum Beispiel wollte mit mir eine Sozialkonstruktivistin darüber diskutieren, wie widersprüchlich es ist, wenn ich als Mann eine lange Haare habe. Schließlich sind lange Haare eine „eindeutlich weibliche Repräsentation“. Mein Verweis darauf, dass es heuchlerisch sei gegen Stereotypen zu kämpfen aber Personen ihre Geschlecht aufgrund von Stereotypen abzusprechen. Jedoch wiederholte sie nur ihre Ausgangsposition ließ sich nicht davon abbringen. Sobald wir uns wieder sahen, ging das Thema von vorne los. Ich kam mir vor wie im falschem Film.

Er rechtfertigt Umerziehung und Gruppenzwang

Bei der sexuellen Orienterung ging es schon los: Bisexuellen Frauen wurde im Feminismus unterstellt nicht lesbisch genug zu ein. Manche fühlten sich deswegen schlecht, wenn sie in einer heterosexuellen Beziehung waren. Schließlich waren sie ja jetzt in der priviligierten Position. Teilweise war es ein typischer Gruppenzwang. Besonders bei einer Identitäts-Politik hat es sich angeboten Leute für ihr/e Sexualität/Geschlecht abzuwerten.

Auch richtige Transsexuelle wurden teilweise nicht ernst genommen.

Eine Runde von Feministinnen gab vollkommen ernst schwulen Trans-Männern den Rat, sie können sich doch zu heterosexuellen Frau umkonstruieren, um den Leidensdruck zu entkommen. Ich machte sie darauf aufmerksam, dass ein anderer bekannter schwuler Trans-Mann dies bereits über einen Zeitraum von 20 Jahre versucht hat. Das Ergebnis waren mehrere psychische Krisen, eine gescheiterte Ehe und bis heute noch bestehende psychische Probleme. Dann erwähnte ich andere Fällen von Menschen, die ihre Sexualität ändern wollten und scheiterten. Trotzdem hielten sie weiter daran fest, man solle es sich nicht unnötig selber schwer machen und einfach umkonstruieren, ohne ein einziges gutes Argument oder Beispiel zu liefern. Das Gefahrenpotenzial wurde konsequent auszublendet.

Würde man dieser Logik folgen, bräuchten Krankenkasse auch keine Kosten mehr zu übernehmen. Stattdessen könnten Transsexuelle sich ja einfach sozial anpassen und das Problem ist gelöst.

Ex-Gay Therapien wären auch gerechtfertigt. Allerdings ist bekannt, dass diese sehr umstritten sind und Selbsthass, sowieso wie andere psychische Probleme verstärken können (vgl. http://www.livescience.com/50453-why-gay-conversion-therapy-harmful.html).

Ich persönlich habe in der Zeit noch weitere Transsexuelle kennen gelernt, die versucht haben als ihr äußeres Geschlecht zu leben und die Geschlechtsidentität entsprechend zu verändern. Die Gründe waren unterschiedlich: Man wollte es sich nicht eingestehen, die Eltern waren gegen die Transistion oder Wunsch nach leiblichen Kindern. Im Endeffekt hat sich ihr psychischer Zustand dadurch verschlechtert, sie wurden selbstmordgefährdet und sie sind doch in Therapie gegangen und haben die Transistion durchgezogen.

Es ist naiv zu glauben, dass die Ansicht „jeder kann alles sein“ zwangsläufig zur Toleranz führt. Menschen werden oft für Entscheidungen abgewertet oder verstoßen. Wie bereits in den Beispielen beschrieben, müssen Umschulungsversuche nicht unbedingt religös oder politisch motiviert sein.

Selbst wenn der Sozialkonstruktivismus stimmen würde und eines Tages alle Identitäten dekonstrukiert werden, kann man nicht davon ausgehen, dass alle Menschen gleich/ähnlich entwickeln werden. Unterschiedliche Umgebungen würden trotzdem zu unterschiedlichen Gruppen führen. Gruppendruck und Ausgrenzung würden somit weiterhin bestehen bleiben. Es gibt auch keine Garantie, dass niemand auf die Idee kommen würde seine Ideale der Masse auszuzwingen.

Umgang mit Intersexualität / Fehlbildung der Genitalien

Es ist garantiert kein neues Argument. John Moneys Theorie, dass Geschlecht durch die Erziehung entsteht, führte dazu, dass im Falle von Missbildungen und Intersexualität die Genitalien der betroffenen Kindern nach Machbarkeit operariert worden sind – meistens war es einfacher „ein Loch zu graben“ als „einen Stamm zu bauen“. Auch Jungen mit einem Mikropenis bekamen eine künstliche Vagina, damit sie ein erfülltes Sexualleben haben können.

In Norwegen bemerkte Trond Diseth, dass diese Methode viel Schaden anrichtet und Betroffene psychische Erkrankungen und Selbstmordgedanken bekommen können. Deswegen veränderte er die Behandlungsmaßnahmen. Bevor das Geschlecht festgelegt wird und eventuell angleichende medizinisches Maßnahmen erfolgen, vergeht in der Regel ein Jahr. In der Zeit soll herausgefunden werden, wie das Gehirn hormonell geprägt worden ist (vgl .http://www.vg.no/forbruker/helse/helse-og-medisin/finner-barnets-egentlige-kjoenn/a/529959/ und http://tidsskriftet.no/article/1661681).

Natürlich kann man sich darum streiten, ob und wann überhaupt eine Geschlechtszuweisung oder eine Operation durchgeführt werden sollte. Jedoch gibt es Fälle, wie zum Beispiel Kloakenekstrophie bei denen immer Operationen an den Genitalien durchgeführt werden, um die Funktion herzustellen oder zu verbessern (vgl. http://www.kloakenekstrophie.de/index.php?navi_main=was-ist-kloakenekstrophie&navi_sub1=kloakenekstrophie-ke).

Obwohl es noch unbekannt ist, wie genau die Geschlechtsidentität entsteht, lässt sich die Wirkung von biologischen Faktoren nicht abstreiten. Die Annahme man könne die Betroffenen in ein Geschlecht rein erziehen, konnte nicht bestätigt werden und hat eine falsche Behandlung von Kindern gerechtfertigt.

 Er verleugnet, dass Kinder männliche und weibliche Rollenvorbilder brauchen

Viele Feministinnen, die ich kennen gelernt habe, wollten es nicht hören, dass Kinder auch einen Vater oder männliche Rollenvorbilder brauchen. Schließlich würde man ja so wieder Stereotypen und Geschlecht an sich reproduzieren.

Tatsächlich geht es Kindern besser, wenn sie sowohl männliche als auch weibliche Bezugspersonen und Rollenvorbilder haben. Ansonsten sind sie anfälliger für Drogenmissbrauch und negativen sozialen Verhalten. Selbst in Mäusen konnten Veränderungen im Gehirn durch Vaterlosigkeit nachgewiesen werden. Sie wurden passend zu den Beobachtungen bei Menschen aggressiver und asozialer. (vgl. http://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-2518247/Growing-father-permanently-alter-BRAIN-Fatherless-children-likely-grow-angry-turn-drugs.html). Man kann also ausschließen, dass es aufgrund des Stigmas, überforderten Müttern oder anderen Faktoren diesen Kinder schlechter geht.

Eine Studie über gleichgeschlechtliche Eltern hat ergeben, dass ihre Kinder gesund aufwachsen. Neben guten elterlichen Kompetenzen, hatten die Studienteilnehmer eine weitere Gemeinsamkeit: Die legten Wert darauf, dass die Kinder sowohl männliche als auch weibliche Bezugspersonen hatten (vgl. https://www.lsvd.de/fileadmin/pics/Dokumente/Adoption/LSVD_Essentiels-BMJ-Studie.pdf).

Geschlecht zu im Erziehungswesen zu „dekonstruieren“ ist schädlichen für den Nachwuchs. Es geht nicht darum jemanden Rollen aufzuzwingen, sondern Kinder verschiedene Rollenvorbilder und Stabilität zu geben. Dieser Punkt wurde nur kurz angeknackt, aber eigentlich kann man intensiv auf dieses Thema eingehen.

Das Ausbleden körperlicher Unterschiede führt zur Ausblendung unterschiedlicher gesundheitlicher Risiken

Besonders bei familiärer Vorbelastung sollte man sich mit mögliche Risiken auseinander setzen. Geschlecht ist bei einigen Krankheiten ein Faktor, der berücksichtigt werden sollte.

Frauen haben bei Herzinfarkten andere Symptome als Männer. Sie erkrankten aus hormonellen und genetischen Gründen häufiger an Autoimmunerkrankung (vgl. https://www.dmsg.de/multiple-sklerose-news/ms-forschung/multiple-sklerose-warum-leiden-frauen-haeufiger-an-autoimmunerkrankungen-als-maenner/). Zudem haben Frauen durch ihre XX-Chromosomen ein höhere Risiko an Alzheimer zu erkranken. (vgl. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/35010).

Auf der anderen Seite erben Männer eher die Bluterkrankheit, weil diese durch X-Chromosoemn vererbt wird.Selbst bei den Symptomen bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen gibt es Unterschiede (vgl. http://www.rcpsych.ac.uk/healthadvice/problemsdisorders/depressionmen.asp).

Teilweise reagieren Frauen und Männer auch aufgrund des unterschiedlichen Stoffwechsels auf Medikamente anders (vgl. https://www.hochdruckliga.de/frauen-leiden-haeufiger-unter-nebenwirkungen.html). Manche Erkankungen wie ADHS oder Autismus kommen bei Männern häufiger vor als bei Frauen.

Die Liste von Krankheiten, die vom Geschlecht beeinflusst werden, ist lang.

Bei der Erforschung und Behandlung von Krankheiten muss Geschlecht mitbedacht werden.

Es aus biologischer/medizinischer Perspektive zu „dekonstruieren“, geschlechtsspezifische Gene, Horme, Körperbau usw. zu ignorieren macht keinen Sinn und ist eher kontraproduktiv.

Er ist unvereinbar mit Sport

Es gibt Sozialkonstruktivisten, die der Meinung sind, dass Unterschiede in sportlichen Leistungen durch die Sozialisation entstehen. Demnach sollte es keine Trennung in Sportteams geben. Eigentlich kann jeder Transsexueller während der Transistion bestätigen, dass sich der Testosteronspiegel stark auf die Muskelkraft ausübt. Weitere Unterschiede entstehen aufgrund der Größe des Herzes, Knochenbau usw. (vgl. http://www.loges.de/prinzip-biologik/sportwissen/der-kleine-unterschied/). Würde man also der Forderung folgen, müssten viele Frauen ihre sportliche Karriere beenden. 2003 schaffte es die B-Jugend-Vizemeister die deutschen Fußball-Weltmeisterinnen mit 3:0 zu besiegen (vgl. http://www.shortnews.de/id/487126/b-jugend-vizemeister-besiegt-deutsche-fussball-weltmeisterinnen). Passend verloren kürzlich eine Frauenmannschaft gegen 0:7 gegen eine U15-Jungenmannschaft (vgl. http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-3609949/Matildas-lose-7-0-Newcastle-Jets-15s-Rio-Olympics-warm-up.html).

Er verhindert ein Verständnis von (durchschnittlichen) Unterschieden

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass biologische Erklärung den Menschen eher helfen, um sich selbst und andere besser zu verstehen. Sie verstanden ebenfalls warum sie Probleme in Beziehungen hatten. Feminine Frauen fingen an ihre Feminität besser zu schätzen und als wichtige Ergänzung zu Maskulinität zu verstehen. Atypische Frauen und Männern realisierten, dass ihr Andersein mit der prenatalen Testosteron-Dosis zu tun hat.

David Buss erwähnte ebenfalls in seinem Gespräch mit Gad Saad, dass sich durch seine Forschung Personen besser verstanden. Jeder, der sich intensiver mit Biologie auseinander setzt, weiß, dass viele Strohmänner (gegen die auch viele Feminist/innen kämpfen) nicht stimmen oder übertrieben sind.

Mit einem falschen Verständnis von Geschlecht hat auch ein Aktivismus wenig Sinn. Wenn zum Beispiel der Großteil der Frauen Pädagogik spannender findet als Informatik, ist eine unterschiedliche Verteilung in der Berufswelt nicht verwunderlich. Hätten wir überall eine 50/50 Verteilung, müssten Menschen gegen ihre eigenen Interessen handeln.

Personen mit einem hohen biologischen/medizinischen Verständnis konnte mich ebenfalls besser akzeptieren. Darunter waren auch viele Frauen mit naturwissenschaftlichen Berufen.

Zuerst war ich dann einfach „die sehr burschikose Tochter“ oder „Frau, die sich wie ein Mann verhält“. Sich dann als bi- oder transsexuell zu outen verlieft mit diesen Personen ebenfalls unkompliziert. Es wurde dann einfach als Eigenschaften gesehen, für die ich selbst nichts dafür kann und nicht veränderbar sind. Bloß weil sich bei mir etwas falsch entwickelt hat, heißt das nicht, dass ich selbst ein Fehler oder weniger Wert bin.

Auf der anderen Seite konnte ich dank der Beschäftigung mit (durchschnittlichen) Unterschieden viele klischeehafte Konflike zwischen mir und Frauen besser nachvollziehen und selbst ein paar Freundschaften funktionieren seitdem besser.

Persönlicher Abschied vom Feminimus

Inzwischen habe ich mich aus den feministischen Kreisen rausgezogen. Ich hatte eher das Gefühl, dass Transsexuelle für die eignen Theorien und politischen Postionen instrumentalisiert werden. Unsere eigentliche Situation wird nicht beachtet oder so verdreht, bis man sie verwenden kann..

Leider werden wir oft mit Feminusmus und Social-Justice-Warrios in Verbindung gebracht. Zwar gibt es welche, die mitmachen, aber ein großer Teil von uns wird davon eher abgeschreckt. Wir haben keine Lust als Opfer darstellen gewerden und „priviligierte“ heterosexuelle Cis-Männer zu verdammen. Viele Transsexuelle sind der Meinung, dass es sowohl Vor- als auch Nachteile hat als Frau (bzw. Mann) gesehen zu werden. Einmal musste ich mich sogar dafür rechtfertigen mit Männern über sexuelles Interesse an Frauen zu reden. Mein Gegenüber war erstaunt als ich betonte, dass in solchen Gesprächen niemand abgewertet wird.

Nur einmal war ein Konstruktivist bereit ein vernünftiges Gespräch zu führen. Sein Ausgangspunkt war, dass Transsexuelle sich nur eine andere soziale Rolle wünschen, weil einen Normendruck unterliegen. Zu dem Zeitpunkt befand ich mich nicht Therapie, also hatte ich auch keine zusätzliche Hormone genommen. Während der Diskusion erzählte ich ihm wie es wirklich ist transsexuell zu sein, wieso ich weiß, dass ich ein Mann bin und wie sich dies auf mein Leben auswirkte, um sein falsches Bild zu wiederlegen. Letzendlich konnte er es doch nachvollziehen. Obwohl ich kein einziges Mal auf mögliche Ursachen einging, fragte er am Ende, ob ich nicht doch eventuell ein Y-Chromosom habe und intersexuell bin. Ich antworte, dass mir zudem nichts bekannt ist, aber allein mein Äußeres auf viel Testosteron schließen lässt. Dem stimmte er problemlos zu. Spannend: Anscheinend hat er gemerkt, dass der Sozialkonstrukitivismus doch zu schwach sind, um meine Geschlechtsidentität erklären zu können. Er wirkte ziemlich verwirrt und nachdenklich.

Meiner Meinung nach reflektierte dieses Beispiel die Gesamtsituation des Sozialkonstruktivismus und Feminismus: Sie können nur durch Zensur und das Ignorieren von Tatsachen bestehen bleiben. Eine skeptische Betrachtung zeigt allerdings, dass die Theorien viele Schwächen haben. Während meiner Zeit im Feminimus bekam ich allerdings das Gefühl in einer Sekte gelandet zu sein. Transsexuelle werden oft als Beweis verwendet, dass man sein Geschlecht selbst bestimmen und verändern könne. Wir zeigen angeblich, dass es nicht angeboren sei und biologische Theorien somit nicht stimmen. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.

Die Forschung ist inzwischen weit genug, um aus biologischer Sicht die LGBT-Bewegung, nicht-traditionelle Lebensentwürfe und Gleichberechtigung befürworten zu können. Es geht also auch problemlos ohne den Sozialkonstruktivismus. Ein richtiger Aktivismus wäre für Verbesserungsvorschläge und verschiedene Meinungen offen.


Responses

  1. „Nach reinen sozialen Theorien wäre es sowieso von vorne rein fragwürdig gewesen, warum sie nicht in ein feminines Verhalten rein erzogen werden konnten.“

    Weil es eh nur selten klappt dass jemand zum wandelnden Stereotyp wird, würd ich jetzt sagen. Oder auch:

    „Zum Beispiel wollte mit mir eine Sozialkonstruktivistin darüber diskutieren, wie widersprüchlich es ist, wenn ich als Mann eine lange Haare habe. Schließlich sind lange Haare eine „eindeutlich weibliche Repräsentation“. Mein Verweis darauf, dass es heuchlerisch sei gegen Stereotypen zu kämpfen aber Personen ihre Geschlecht aufgrund von Stereotypen abzusprechen. Jedoch wiederholte sie nur ihre Ausgangsposition ließ sich nicht davon abbringen. Sobald wir uns wieder sahen, ging das Thema von vorne los.“

    In der Tat seltsam. Die allermeisten Männer besitzen ja eine Vorliebe für Kurzhaarfrisuren von der niemand wirklich weiß woher sie stammt… aber so stabil wie die nun ja doch ist, rund um die Welt – muss wer sich von Sozialkonstruktivismus abwendet hier nicht eine biologische Komponente für möglich halten?

    Und wenn jemandem, der Schwierigkeiten damit hat als das Wunsch-Geschlecht gelesen zu werden, das Passing dann wieder so unwichtig ist, dass er die einfachste, komplikationslose Maßnahme eines Haarschnitts scheut… also sagen wir mal so: Ihr machts einem auch nicht immer leicht, Euch zu verstehen.

    „Würde man dieser Logik folgen, bräuchten Krankenkasse auch keine Kosten mehr zu übernehmen.“

    Wann und weshalb haben sie damit denn überhaupt begonnen?
    Würd mich wirklich interessieren, war ja nicht immer so.

    Der Teil mit den männlichen Rollenvorbildern wirkt sehr irritierend. Man könnte die Ansicht bekommen, der/die Verfasser/in wolle über das eigene so wahrgenommene Defizit seiner/ihrer Kindheit sprechen.

    „Besonders bei familiärer Vorbelastung sollte man sich mit mögliche Risiken auseinander setzen. Geschlecht ist bei einigen Krankheiten ein Faktor, der berücksichtigt werden sollte.

    Frauen haben bei Herzinfarkten andere Symptome als Männer. usw.“

    Gut, jetzt die Frage lieber Transmann: Dich sollte man aus rein-biologischen Gründen für Deine Risikobewertung und die Forschung nun dann weiter als (FtM-)Frau einordnen?

    Oder ändern sich Deine medizinischen Risiken aufgrund der zugeführten, männlichen Hormone grundlegend, so dass eine Um-Gruppierung gerechtfertigt würde?

    Oder muss man erstmal eine Zeit abwarten und schauen, welche Effekte und Extra-Krankheiten sich bei die Geschlechtsrolle komplett wechselnden Transsexuellen feststellen lassen werden?

    Wahrscheinlich erschiene mir, wenns ein Mix wird, das Schlechteste aus beiden Welten quasi. Aber immerhin werdet ihr umfassend medizinisch begleitet, nehme ich an.

    „Während der Diskusion erzählte ich ihm wie es wirklich ist transsexuell zu sein, wieso ich weiß, dass ich ein Mann bin und wie sich dies auf mein Leben auswirkte, um sein falsches Bild zu wiederlegen.“

    Das hätte wenigstens angerissen werden können.

    Die meisten Menschen wissen zu welchem Geschlecht sie gehören, weil es nunmal das ist was sie sehen wenn sie nackt vorm Spiegel stehen z.B.

    Ein Transsexuelle/r macht das nun im Gegensatz dazu woran fest? Ein paar Hinweise wären schon hilfreich.

    • „n der Tat seltsam. Die allermeisten Männer besitzen ja eine Vorliebe für Kurzhaarfrisuren von der niemand wirklich weiß woher sie stammt… aber so stabil wie die nun ja doch ist, rund um die Welt “

      Blödsinn! Es gibt und gab einen Haufen Kulturen in denen Männer prinzipiell lange Haare hatten. Bsp: Lakota, Germanen, Mongolen, ….

      Es gibt sehr einfache Gründe warum man eher kurze Haare bevorzugt:
      1. in warmen Regionen sind lange Haare eher unangenehm während sie bei kalten Temperaturen nützlich sind
      2. Miltiärdienst: Krieger/Soldaten habens ich in Europa die Haare abgeschnitten, damit man sie nicht daran packen kann. => besonders „männliche“ Rollenvorbilder hatten kurze Haare

      „Gut, jetzt die Frage lieber Transmann: Dich sollte man aus rein-biologischen Gründen für Deine Risikobewertung und die Forschung nun dann weiter als (FtM-)Frau einordnen? “

      Da sie Hormone nimmt, und die natürlich einen massiven Einfluss haben, sollte man wahrscheinlich beide Geschlechtsymptomatiken beachten

      • Edit: Sorry, da sollte eigentlich: „Da er Hormone nimmt“ stehen und nicht „sie“.

      • Blödsinn! Es gibt und gab einen Haufen Kulturen in denen Männer prinzipiell lange Haare hatten. Bsp: Lakota, Germanen, Mongolen, ….

        genau. habe selbst längere Haare, viele meiner Kumpels auch.
        Warum haben wohl in unserer Gesellschaft so gegensätzliche verschiedene Sub- oder Randkulturen wie harte „Rocker“ und auf der anderen Seite eher weiche androgyne Typen, meinetwegen aus der Goth-Szene oft längere Haare ? vielleicht weil hier Männer eher ganzheitliche Selbstbestimmte Menschen sind, und nicht die zurechtdressierten, im buchstäblichen Sinne zurechtgestutzten „Nutzmenschen“

    • @Semikolon

      In der Tat seltsam. Die allermeisten Männer besitzen ja eine Vorliebe für Kurzhaarfrisuren von der niemand wirklich weiß woher sie stammt… aber so stabil wie die nun ja doch ist, rund um die Welt – muss wer sich von Sozialkonstruktivismus abwendet hier nicht eine biologische Komponente für möglich halten?

      Ich denke Kurzhaarfrisuren bei Männern haben eher was mit Pragmatismus zu tun. Lange Haare können eben schnell zum Störfaktor werden, wenn man in irgendeiner Weise körperliche Aktivität durchführen muss (kann da aus Erfahrung sprechen 😉 ). Kurzhaarfrisuren bei Männern werden daher unter anderem ein Nebenprodukt der relativ strikten Arbeitsteilung in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte gewesen sein.

      • @derdoktorant

        Ich vermute mal, dass sie deswegen, weil sie eben gerade bei Kämpfen unpraktisch waren, als Attraktivitätsmerkmal für Frauen eine weitaus geringere Bedeutung hatten.
        Generell sind Haare ein guter Speicher der Vergangenheit (weil längere Haare beispielsweise das letzte Jahr abbilden) und ähnlich wie ein Gefieder brauchen sei eine gewisse Pflege um gut auszusehen. Das macht sie für „Schönheit“ sehr interessant.

        Bei Männern sind Muskeln und Status da vielleicht interessanter als Haare.

        • @Christian

          Das ist durchaus eine nachvollziehbare Interpretation. Lange Haare können in dem Fall aber auch ein Status-Symbol sein, wenn man es sich leisten kann viel Zeit und Arbeit in deren Pflege zu investieren, weil man nicht mit „niederen“ Arbeiten beschäftigt ist. Wäre vielleicht vergleichbar mit dem Pfau und seinem Schwanzgefieder, dass letztendlich eigentlich sogar hinderlich ist,aber trotzdem ein Symbol von Stärke und Qualität ist, weil er sich diesen „Makel“ leisten kann.

        • @derdoktorant

          Haare können auf jedem fall ein gutes Signal sein, sowohl durch den Zustand an sich als auch durch den Zeiteinsatz. Das würde ich auch so sehen.

          Zu Haaren allgemein
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/06/30/haare-und-sexuelle-attraktivitat/

          zum handicap Prinzip
          https://allesevolution.wordpress.com/2010/09/10/signalling-theorie-und-handicap-prinzip/

        • Und man muss auch berücksichtigen, dass Haare ebenfalls ein Mode-Statement sein können und z.B. Gruppenzugehörigkeit oder politische Haltung symbolisieren. Gibt sehr viele Beispiele aus der Geschichte, bei denen Frisuren ein Zeichen von Protest waren. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe kann dann natürlich auch wieder ein Attraktivitätsmerkmal sein (Spielart des Tribalismus).

        • @Derdoktorant

          Mode ist häufig etwas, was festlegt, welche Attraktivitätsmerkmale auf welche Art wie stark gezeigt werdne dürfen.

          Signalling erfordert natürlich auch in gewisser Weise eine Absprache und die angemessenheit der Signale hängt stark davon ab.

          Der Bikini beispielsweise setzte körperlichkeit mit starker Betonung sexueller Reize um, man konnte zeigen, was man hat. Er stieß gleichzeitig an Absprachegrenzen, bei denen man zwar die Reize verstand, aber sie als zu starke betonung des Sexuellen, also der Kurzzeitstrategie, ansah.

    • Die allermeisten Männer besitzen ja eine Vorliebe für Kurzhaarfrisuren von der niemand wirklich weiß woher sie stammt

      Lange Haare (wie lange Fingernägel) stören beim Arbeiten.

      • Hm ist das denn so oder eher ein Modetrend? Die alten Germanen, Wikinger und Konsorten, wie auch manche radikale Moslems trugen/tragen das durchaus lang, jedenfalls sah man das ab und an mal auf ISIS Bildern. Und natürlich linke Sozialpädagogen.

  2. Heißt „Transgender“ nicht „„Transtrender“ Bitte korrigieren.

    Und ja, es ist auch meine Meinung, dass es nur eine psychische Notlage gibt, in der man sich im falschen Körper fühlt die als „Transsexuell“ bezeichnet wird. Und wenn jemand die Umwandlung von Frau zu Mann oder umgekehrt auf sich nimmt, aufgrund dieser Notlage ist das zu respektieren.

    Zu behauten aber, dass man sich nur der falschen Geschlechterrolle zugehörig fühle, ist Blödsinn. Die meisten die das behaupten meinen damit dass sie sich so kleiden und verhalten wollen wie es das andere Geschlecht tut. Nicht aber nur kurzzeitig als Ausstieg, wie ein Transvestit, sondern auf Dauer. Kleider, Schuhe und Schminke ist aber kein Geschlecht, sondern eine soziale Konvention. Daher gibt es kein „Transgender“. Wer wirklich im falschen Körper ist, will einen anderen und nimmt alles dafür auf sich. Wer das nicht tut, ist lediglich mit seiner in der Gesellschaft in der er lebt vorhandenen Möglichkeiten als Frau oder Mann unzufrieden. Dem ist zu raten, auszuwandern in Kulturen wo das normal ist (z.B: Japan), statt alle anderen Menschen mit seinem Unsinn zu belästigen und Situationen zu schaffen in denen dann z.B: alle körperlichen Frauen tatsächlich benachteiligt sind (Transgender-Frau= [Mann der sich als Frau definiert] im Sport)

    • „Heißt „Transgender“ nicht „„Transtrender“ Bitte korrigieren“

      ich denke er meint damit die „Pseudo-Transsexuellen“

      • Wie stehst du zu „Transgender“? Gibt es das, deiner Meinung nach?

        • @gerks

          es gibt sicherlich sehr weibliche Männer und sehr männliche Frauen, oder sehr „neutrale“. Ich sehe nicht, dass man dazu zwingend den Wunsch haben muss das körperliche Geschlecht zu wechseln. Wenn Geschlechterrollen einen biologischen Ursprung haben würde es naheliegen, dass die Anlagen dafür nur unvollständig oder nicht ausgeführt werden, doppelt angelegt werden oder sonst andere Abweichungen zeigen, ähnlich wie es ja auch Asexualität gibt.
          Insofern halte ich das durchaus für möglich.

          In einer Diskussion hier war mal von einem „Bodyplan“ die rede, was so etwas ist wie die im Gehirn vorhandene Vorstellung, wie unser Körper gestaltet ist, wäre. Also zb die erkenntnis, wo unser Arm gerade ist ohne schauen zu müssen. Der Grund für Phantomschmerzen. Wenn dieser bei Transsexuellen mit Umgestaltungswunsch abweicht, bei Transgender aber nicht, dann würde ich das jetzt nicht für unlogisch halten. Ich kenne jetzt aber auch keine Studie, die das belegt.

          Hier was interessantes:
          https://allesevolution.wordpress.com/2012/05/03/alternating-gender-incongruity-agi/

          Es gibt leute, bei denen die Geschlechterzuordnung wechselt. Warum sollte es dann kein Transgender geben?

        • Christian – Alles Evolution: „Es gibt leute, bei denen die Geschlechterzuordnung wechselt. Warum sollte es dann kein Transgender geben?“

          Wie wechselt man die Geschlechterzuordnung ohne Körpertransformation? (dieser Drang, fast Zwang nach Körperwechsel ist Transsexuallität. Man sieht sich im falschen Körper geboren)

          Aber wie wird man „Transgender-Frau“? Rock statt Hose anziehen mit den Knöpfen auf der anderen Seite? Haare lang wachsen lassen und Mund rot bemalen? Trägt Handtaschen und liebt Romatikfilme? Oder wie?
          Und „Transgender-Mann“? Zieht man dann Hosen an, Hemden und trägt Krawatten? Trinkt Bier und geht zu Fußballspiele?

        • „Wie wechselt man die Geschlechterzuordnung ohne Körpertransformation?“

          Ich hatte ja einen Beitrag verlinkt, aus dem sich ergibt, was ich meine. Hattest du ihn gelesen?

        • Ja klar. Aber bezeichnet man Änderung des Verhalten aufgrund einer selbstgewählten Rolle als „Geschlechterwechsel“?`
          Wo ist da das Geschlecht? Ich kann mich auch ab morgen als „Trans-POC“ bezeichnen, weil ich finde dass ich eigentlich ein Schwarzer bin, der aber als Weisser aufwachsen musste. Ich lauf dann rum und sag so Sachen wie: „He, was geht ab, Bruder“, tanze zu Soulmusik und „hab den Groooove“.
          So richtig abnehmen würdest du mir das aber nicht als „Hautfarbenwechsel“ oder? Seltsamerweise finden Leute es aber völlig normal, wenn jemand sagt er ist Montags eine „Frau“ und Dienstags ein „Mann“.

        • @gerks

          der Kommentar war auf dem Smartphone nebenbei geschrieben, klammere dich doch nicht so an das Wort, wenn klar ist, was eigentlich gemeint war.

          Lass uns lieber über den inhalt reden; Geschlechterrollen haben eine deutliche biologische Komponente. Diese kann dazu führen, dass jemand sich „geistig“ im anderen Geschlecht wohler fühlt, aber mit seinem Körper zufrieden ist.

          Es gibt anscheinend Menschen, bei denen die Zentren durchmischt sind oder doppelt angelegt, so dass sie zwischen den biologischen Anlagen hin und her wechseln. Wenn das nicht etwas faszinierendes ist, was dann?

        • Das war der Punkt auf den ich hinkommen wollte. Es war mir klar, dass jemand der die Überzeugung (du sagst Wissen) hat, dass hauptsächlich Geschlechterrollen biologisch begründet sind, auch das Transgender Konzept beführworten muss, sofern er das Transkonzept überhaupt akzeptiert.

          Das Spannende dabei ist jetzt Christian, dass Transgender ein Konzept des Feminismus (einer Richtung darin) ist. Womit sich meine Aussage, dass du eigentlich ein großer Vordenker des (Differenz)Feminismus bist, klar bestätigt hat 😀
          http://www.trend.infopartisan.net/trd1011/t401011.html
          Es gibt in „deiner“;) Bewegung sogenannte TERF-Feministen (Trans-exclusionary radical feminism) die lehnen Trans-Leute komplett ab und LBGT-Feministen die Trans-Leute vollständig integrieren.

        • @Gerks

          Transgender als soziale Konstruktion mag ein Konzept des Feminismus sein, eine biologische Konstruktion ist es sicherlich nicht.

          Natürlich gibt es Übereinstimmungen, wir alle beobachten die Wirklichkeit und interpretieren sie. Wenn es entsprechende Konstellationen in der Realität gibt, werden sie auch immer inn bestehende Systeme eingebaut und nach ihnen erklärt werden.

          Es gibt auch im Feminismus Mann und Frau oder Transsexualität oder homosexuelle und Asexuelle.

          Mich würde auch verwundern, wenn du deren Existenz nicht erkennst.

          Wärst du dann auch ein „Vordenker“?

          In übrigen andere ich natürlich eine Meinung nicht, weil der Feminismus ein ähnliches Konzept hat. Ich andere sie, wenn Fakten dagegen sprechen

        • Wie ich schon ausgeführt habe. Transsexualität existiert für mich. Wer sich im falschen Körper fühlt und diesen zu dem transformieren möchte, den sier für sich als richtig fühlt, hat mein Verständnis.

          Transgender ist für mich eine reines Hirngespinst und Selbstbetrug. Wer Kleidung tragen will, welche auch immer oder anderes Verhalten an den Tag legen will, soll das tun. Für mich existiert kein „weibliches Verhalten“ und Kleidungsvorliebe oder „männliches Verhalten“ und Vorlieben, die man wechseln könnte, weil man im Kopf die für einen falsche Rolle gespeichert hätte. Transgender ist Genderquatsch. So wie das gesamte Konzept von „Gender“. Geschlecht ist etwas das man hat und es ist körperlich. Alles andere ist menschliche Kultur, die man darauf aufbauend entwickelt hat, weil der Mensch die Eigenschaft hat, sich voneinander unterscheiden zu können.
          Männer wachsen als Männer auf, Frauen als Frauen. Transgender existiert nicht. Es gibt kaum Frauen die sich als Transgender-Männer, die ihren Körper nicht ändern wollen, aber sich als Mann leben wollen. Warum wohl?
          Unglücklicherweise wird Transgender nicht nur hier Trangsexuell gleichgesetzt. Was die Diskussion sinnlos macht: http://www.brigitte.de/frauen/gesellschaft/von-der-frau-zum-mann-1258139/ Weil die Begrifflichkeiten nicht mehr klar gefasst werden.

        • „Es gibt kaum Frauen die sich als Transgender-Männer, die ihren Körper nicht ändern wollen, aber sich als Mann leben wollen. Warum wohl?“

          Ich kenne zwei. Allerdings bezeichnen die sich tatsächlich nicht als Transgender-Männer. Warum auch? Als Mann leben bedeutet autonom leben. Da ist mann nicht unbedingt darauf angewiesen, richtig gelesen zu werden.

          Umgekehrt ist es schon schwieriger. Frau ist immer auch Kollektivwesen, wesentlich mehr als Mann. Also bedeutet „Frau sein“ im Gender-Sinne halt eben als frau gelesen/wahrgenommen/behandelt werden.

          Aber es stimmt, dass die Begriffe nicht mehr sauber definiert sind. Kann man aber bei jeder Diskussion vorab machen um nicht aneinander vorbeizureden.

        • Ka warum auch. Wer als „Mann“ leben will (was soll das sein?) der hat als Frau kein Problem. Sie kann sowohl Männerkleidung tragen. Sie kann sich auch burschikos geben. Sie kann kurze Haare haben und auch sonst alles. Wieso sollte sich ein Frau als Transgender-Mann bezeichnen, wenn sie eigentlich nur leben will wie sie will. Sie hat keine Nachteile dadurch, dass sie sich wie ein Mann verhält, kleidet oder spricht (wie spricht ein Mann?)

          Dieses Beispiel zeigt ganz genau, warum Transgender Unsinn ist und eigentlich ein Problem der fixierten Männerrolle.

          Und um es nochmal zu sagen, dagegen Transsexualität ist real und es ist ein Leidensweg um den kein Mensch zu beneiden ist.

          Aber diese beiden Themen sind strikt auseinander zu halten und nicht ständig zu vermengen.

    • @gerks

      „Daher gibt es kein „Transgender“. Wer wirklich im falschen Körper ist, will einen anderen und nimmt alles dafür auf sich. Wer das nicht tut, ist lediglich mit seiner in der Gesellschaft in der er lebt vorhandenen Möglichkeiten als Frau oder Mann unzufrieden.“

      da fehlt etwas das Argument. Warum muss es so sein, dass man dann auch einen anderen Körper will und alles dafür tut?

      • „Warum muss es so sein, dass man dann auch einen anderen Körper will “
        Weil der Körper das einzige ist, dass eindeutig nachweisbar einen Unterschied macht. Wenn man nur in Kleidern und mit hochhackige Schuhe an den Füßen herumlaufen will, sich Blusen, bunte Leibchen und anderes „Frauliches“ anziehen will, dann ist das nur ein Wunsch zur Änderung der Rolle: Ein Indiz dafür ist, dass es zwar viele Transsexuelle jeden Geschlechts gibt, aber nur wenige Transgender Männer. Warum ist auch klar. Eine Frau die sich nicht umwandeln will und als Mann herumlaufen will (ohne Bart) mit Hosen, Hemden und kurzen Haaren, wird eher als androgyner Typ klassifizert, aber sicher nicht als Transgender. Während Männer schnell als Transvestiten eingestuft würden, da Männer kaum bis gar nicht Röcke und dazu langhaarige Frisuren tragen

        Transgender ist also etwas was rein auf die Rolle bezogen ist.

        • Transgender sind die Karrierefrau oder der Hausmann, die MINTlerin oder der Pädagoge, Männer mit langen oder Frauen mit kurzen Haaren, der Tänzer oder die Kraftsportlerin.
          Eigentlich eben Alle, wenn wir genauer drüber nachdenken…

        • Korrekt

    • „Und wenn jemand die Umwandlung von Frau zu Mann oder umgekehrt auf sich nimmt, aufgrund dieser Notlage ist das zu respektieren.“

      Die Frage ist, ob wir als Gemeinschaft sowas _finanzieren_ müssen.
      Ich meine: nicht mehr als andere Schönheits-OPs, die Menschen anstreben um soziale (Rollen-)Vorteile genießen zu können (also nicht).

      Gerade weil die Leistungen für wirklich in echt und unbestreitbar vom Schicksal Benachteiligte so massiv zusammengestrichen wurden die letzten Jahrzehnte.

      Wenn wir als Gemeinschaft übereinkommen, dass wir das tun wollen – warum dann nicht unter den Bedingungen des Teilhabegesetzes (also: lebenslang maximal 2600 Euro Besitz möglich etc.)? Vielleicht würde diese Eingruppierung dem Protest dagegen sogar richtig Schwung verleihen? I bet.

      • @semikolon

        Dazu auch:
        https://allesevolution.wordpress.com/2011/12/02/geschlechtsumwandlung-und-die-finanzierung-uber-die-krankenkasse/

        • Schöner Thread.
          Tja. Ich bin da mehr bei Butler, finde was Du geschrieben hast aber auch gut und würde schlußendlich wohl deutlich weniger der bereits anfallenden Kosten als sie oder Du auf die Gemeinschaft umlegen wollen.
          😄
          Zu was macht mich das jetzt?

      • „Die Frage ist, ob wir als Gemeinschaft sowas _finanzieren_ müssen.“

        Ich finanziere lieber das, als die ganzen Frauenförderprogramme.

        • Amen

        • ohne all die Frauenförderung müsste man auch gar nicht mehr so viele davon finanzieren

        • Sick joke @only_me bzw. Anderenfalls müsste man Dich Vulgär-Sozialkonstruktivist schimpfen oder sowas.

      • Die Frage ist, ob wir als Gemeinschaft sowas _finanzieren_ müssen.

        „Wir“ bzw. DU finanzierst doch gar nichts. Und hast (wie die meisten Frauen) wahrscheinlich schon wesentlich mehr Gesundheitsbeiträge gekostet, als du je einzahlen wirst.

        • Unwahrscheinlich.
          Aber inwiefern sollte das auch ein Argument ersetzen?

  3. Kurz gesagt. Wenn jemand erklärt,, er hätte den Körper eines Mannes, aber die Psyche einer Frau oder den Körper einer Frau , aber die Psyche eines Mannes, dann sollen diese Menschen zuerst definieren, was denn eine „weibliche“ oder „männliche“ Psyche ist und wie sich diese weltweit eindeutig identifizierbar darstellt, damit so etwas wie „Transgender“ behauptet werden kann.

    Allerdings bin ich sehr erstaunt wenn gerade Evo-Biologisten dies ablehnen. Denn nur unter der Annahme dass es eindeutig „weibliches“ und „männliches“ Verhalten geben würde, ist „Transgender“ vorstellbar. Nur dann kann es eine mögliche verkehrte Anlage von Körper und „geschlechtsspezifischen Verhalten“ geben, analog zur vkörpervertauschten Transsexualität.

  4. @Philip

    wieso ich weiß, dass ich ein Mann bin

    Wieso „weißt“ du das? Das würde mich ernsthaft interessieren.

    • Die Frage könnten wir uns alle stellen. Woher weißt Du, dass Du eine Frau bist?
      Wenn ich mir diese Frage stelle (Mann), finde ich keine befriedigende Antwort.

      • Also, Adrian: Es gibt Menschen mit einem Penis und es gibt Menschen mit einer Vagina. Und sehr wenige, mit irgendwas komischem dazwischen.
        Jetzt schau mal in Deine Hose. Wenn da ein Penis ist, bist Du ein Mann. Wenn da eine Vagina ist, bist Du eine Frau. Und wenn da irgendwas komisches dazwischen ist, bist Du irgendwas komisches dazwischen.

        Warum sollte man diese Frage komplizierter als nötig machen?

        • „Jetzt schau mal in Deine Hose. Wenn da ein Penis ist, bist Du ein Mann. Wenn da eine Vagina ist, bist Du eine Frau.“

          Aber das alles hat mir aber nur die Gesellschaft gesagt, oder? Und sie hat mir noch mehr gesagt. Da ich einen Penis in der Hose habe, stehe ich auf Frauen , werde heiraten und Kinder haben. Das sei halt so. Stimmt aber alles bis heute nicht.

        • Es gibt bestimmte Phänomene, wie zum Beispiel die Zweigeschlechtlichkeit, die existieren zunächst mal. „Die Gesellschaft“ gibt den Dingen dann Namen um es leichter zu haben, Abstraktionen zu formulieren.

          Du bist dabei, was Du bist. Und Du kannst tun, was Du willst. Das kann den anderen gefallen, oder nicht und das hat jeweils Konsequenzen. Was Du daraus machst und wie Du damit umgehst, ist Deine Sache.

          Ist das nicht spannend und schön?

        • „Aber das alles hat mir aber nur die Gesellschaft gesagt, oder?“

          Nein, Teile der „Gesellschaft“ wollen dir heute weismachen, dass du daran zweifeln sollst.

          „Da ich einen Penis in der Hose habe, stehe ich auf Frauen , werde heiraten und Kinder haben.“

          Das wollen Teile der „Gesellschaft“ schon viel länger den Menschen weismachen.

          „Stimmt aber alles bis heute nicht.“

          Das wird auch in fernster Zukunft nicht „stimmen“.
          Das sind alles nur Meinungen, wie du zu sein hättest, wie man dich wünscht.
          Zum Glück aber kann man hoffen, dass die Menschen einsehen werden, was sie entscheiden können und was nicht. Die Entscheidung, welchem Geschlecht man angehörig wäre, zählt sicherlich nicht dazu.

        • „Nein, Teile der „Gesellschaft“ wollen dir heute weismachen, dass du daran zweifeln sollst.“

          Woher weiß ich denn, ob diese nicht recht haben? Denn alles andere höre ich ja auch nur von anderen Teilen der Gesellschaft.

        • „Du bist dabei, was Du bist.“

          Wer bestimmt denn, was ich bin?

        • Das bestimmt keiner, oder allenfalls Du, indem Du lebst. Du bist, wie Du bist. Die Frage ist allenfalls, wie Du oder andere das benennen oder kategorisieren wollen.

        • „Woher weiß ich denn, ob diese nicht recht haben?“

          Da gibt es leider kein Patentrezept. Die Auseinandersetzung mit allen möglichen Ideen bleibt einem nicht erspart und die schwierigste Disziplin ist immer noch das „erkenne dich selbst“.

          „Wer bestimmt denn, was ich bin?“

          Nur du selbst, letztendlich.

        • Okay. Sowohl Ih als auch Alex sagen, dass letztendlich der Einzelne bestimmt, was er ist. Gut, aber dann müsst Ihr zwangsläufig auch anerkennen, dass es soviele Geschlechter gibt, wie einzelne Menschen das selbst empfinden (also in jedem Fall mehr als zwei). Und dass es Otherkin gibt, die sich nicht für Menschen sondern für Drachen etc. halten.

        • Nein. Denn dabei geht es nur um die Benennung oder Kategorisierung. Und die nehmen im Zweifel sogar die anderen vor.

        • Und wer hat nun recht,

        • Ich formuliere es mal anders: Es ist Deine Freiheit, Dich so zu verhalten, wie Du meinst, dass ein „Otherkin“ sich verhält. Aber es ist die Freiheit der Anderen Dich deswegen wahlweise „Otherkin“ oder „geistig Verwirrter“ zu nennen.

        • Aber wer hat nun recht?

        • Keiner, es gibt keine absolute Wahrheit. Du darfst Dir aussuchen, wie Du es halten willst und ich darf das auch.

        • Wissenschaft ist also überflüssig?

        • Oh nein. Der Wissenschaftler ist nur ein Dritter, der sich das auch aussuchen kann. Und vermutlich wird er es sich so aussuchen, dass er Kategorien wählt, die für seine Erkenntnis- und Abstraktionszwecke sinnvoll sind.

        • @adrian

          „Gut, aber dann müsst Ihr zwangsläufig auch anerkennen, dass es soviele Geschlechter gibt…“

          Das ist ein non-seqitur. Natürlich kann sich jemand als neuen Messiah hinstellen, wie zB Judith Butler. Das ist natürlich die Freiheit, die jemand als Individdum hat. Daraus ergibt sich aber noch kein Anspruch, dass die anderen das auch so sehen… Mit anderen Worten, keine Idee kann Anerkennung beanspruchen.

          Die Idee der „vielen Geschlechter“ ist eine rein metaphysische Idee, die die Wissenschaft völlig unbeachtet lässt, diese sogar negiert. Kann man natürlich machen, aber andere fragen sich, was dieser Widersinn soll.

        • Also bestimmt dann doch die Wissenschaft, objektive Kriterien also, was jemand ist.

        • Dazu passt das:
          http://m-maenner.de/2016/06/norweger-duerfen-sein-was-sie-wollen/

        • „Also bestimmt dann doch die Wissenschaft, objektive Kriterien also, was jemand ist.“

          Aber nur für den, der die Wissenschaft anerkennt.
          Die Mehrheit der Menschheit tut dies bekanntlich ja nicht…
          Dementsprechend sind die verschiedenen Gesellschaftssysteme.

          Das ist Norwegen ist eine schwere Menschenrechtsverletzung im Namen der „Freiheit“:

          „Das neue Gesundheitsgesetz gestattet auch Kindern zwischen 6 und 15 Jahren, mit der Einwilligung ihrer Eltern, den Papierkram für eine solch offizielle Geschlechtsanpassung hinter sich zu bringen und so dafür zu sorgen, ihr wahres Geschlecht leben zu können.“

          Die Eltern werden also ermächtigt, über das Geschlecht ihrer Kinder zu bestimmen.
          Ich meine, dies sollte einzig und allein Sache der Kinder sein und muss daher nach Erreichen der Volljährigkeit zugebilligt werden, keinesfalls früher.

      • Ich persönlich „weiß“ das, weil ich einen weiblichen Körper habe.
        Zwar falle ich in etlichen Punkten durch das Raster, was eine „typische“ Frau ausmacht. Dennoch hatte ich nie Zweifel an meiner Weiblichkeit.

        Deshalb war ja meine Frage an Philip, warum er sich, obwohl als Mädchen geboren, als Mann fühlt.

        • Ich hatte öfter Zweifel an meiner Männlichkeit. Weil wesentliche Punkte dessen, was eine Gesellschaft als männlich framed auf mich nicht zutrifft. Hauptpunkt natürlich Sexualität. Aber nicht nur.

        • Was die Gesellschaft als Geschlechterrollen erwartet, sehe ich als optionales Angebot.
          Man kann sich daran halten, was einem eine gewisse Sicherheit und Stabilität gibt. Oder man verhält sich eben anders.

        • Mich würde die Erklärung von Philip, warum er weiß dass er männlich ist, auch interessieren.

          Und ich könnte auch nicht so genau beantworten, warum ich mich als Mann fühle, außer halt, dass ich den entsprechenden Körper besitze. Aber es können auch genauso gut noch 1000 andere Kleinigkeiten sein, die mir einfach nie auffallen, weil ich es eben so gewohnt bin.

        • Gewohnheit dürfte eine große Rolle spielen.
          Aber es ist wohl schwierig, das genau von „sozialer Konstruktion“ abzugrenzen.

        • Das Gehirn weiß das.

          Die sexuelle Entwicklung eines Menschen verläuft pränatal von der Grundprogrammierung des chromosomalen Geschlechts ausgehend über die Ausbildung des gonadischen und somatischen Geschlechts bis hin zum „psychosexuellen“ Geschlecht, das in factu bloß der Effekt des fetalen endokrinologischen Status auf die Gehirnentwicklung ist. Die Hormonlage der Mutter und des Fetus beeinflussen viele verschiedene funktionelle Areale des Gehirns, sodaß von keiner zentralen Geschlechts(identitäts)steuerung im Gehirn ausgegangen werden kann, sondern die Gehirne von weiblichen und männlichen Föten sich in den verschiedensten Aspekten differenzieren, betreffend etwa Corpus Callosum, Hippocampus, Hypothalamuskerne und viele andere Regionen. Die Differenzierung erfolgt jedoch nicht immer eindeutig homogen über den Entwicklungsverlauf.

          In und zwischen jeder der o.a. Phasen kann es zu „Störungen“, ich sage lieber: endokrinen/hormonellen Ungleichgewichten, kommen, die den Entwicklungsverlauf in kritischen Phasen unterschiedlich beeinflussen können. Schon vor 30 Jahren haben Studien gezeigt (Erhardt, Reinish; 1987), dass Mädchen mit hoher Androgen-Exposition im spateren fetalen Stadium zwar über das somatische Geschlecht eindeutig weiblich waren, als Kinder und Jugendliche aber ausgeprägtes „bubenhaftes“ hypermotorisches, und aggressives Verhalten gezeigt haben. Entscheidend sind offensichtlich die pränatalen Spiegel von Testosteron, Estradiol und verschiedenen enzymatischen Katalysatoren.

          So kann es durchaus sein, dass jemand der phänotypisch im somatischen Geschlecht eindeutig weiblich/männlich ausgeprägt ist, vom Gehirn her bereits als gegenteiliges Geschlecht zur Welt kommt.

          Ich liebe Mansplaining-Exzesse.

        • Dass ein hormonelles Ungleichgewicht im Mutterleib das Gehirn beeinflussen kann, ist plausibel.

          Das beantwortet aber nicht die Frage, wie sich das anfühlt. Woher „weiß“ man, dass man sich anders fühlt, als es dem körperlichen Geschlecht entsprechen würde?
          Wie kommt man darauf, dass der Körper nicht dem wahren Wesen enspricht? Wie äußert sich das?
          Es kann schließlich niemand wissen, wie sich Angehörige des anderen Geschlechts tatsächlich fühlen. Also was kann diese Überzeugung ausmachen, im „falschen“ Körper zu sein?

          Untypische Interessen oder Verhaltensweisen mögen Hinweise sein, aber das alleine reicht bei weitem nicht aus.

        • Sorry, aber das geht an der Fragestellung von breakpoint und mir vorbei. Das erklärt lediglich „warum“ sich jemand dem anderen Geschlecht zugehörig fühlt.

          Mich interessiert aber WIE sich dieses Zugehörigkeitsgefühl äußert, bzw woran man das festmacht. Nicht weil ich es nicht glauben würde, dass es so ist, sondern einfach weil ich neugierig bin worin sich das äußert, da ich es mir einfach nicht vorstellen kann 😉

        • WIE: über implizites, somatisches Wissen. Und über das Verhalten.

          Ich mag den Ausdruck „organisches Wissen“, weil es tatsächlich aus Struktur und Physiologie von Organen (z.B. Gehirn) stammt.

        • „Mich interessiert aber WIE sich dieses Zugehörigkeitsgefühl äußert, bzw woran man das festmacht.“

          Am einfachsten dürfte man annehmen, dass die Freunde unter dem Geschlecht gesucht werden, dem man sich zugehörig empfindet, also über gemeinsame Vorlieben und Interessen. So wird das immer wieder berichtet…

        • @ Alex

          Yep. Wenn man Transsexuelle ätiologische erhebt, kommt man immer wieder auf biografische Erzählungen wie „schon als Kind habe ich lieber mit Jungs gespielt“, oder „schon als Kind hatte ich Freude an Puppen und Kleidern“ usw.

        • Nun kann man glauben oder auch nicht (es gibt ja zahllose Studien), dass gewisse Beschäftigungen oder Interessen geschlechtsspezifisch sind. Wie dem auch sei, so wird jedenfalls die Umwelt des Kindes dem Kind häufig signalisieren, dass es sich „untypisch“ verhält, muss ja auch nicht hintergründig gemeint sein. Was wieder eine Menge an Reaktionen auslösen kann, natürlich auch Trotz (jetzt will ich aber auch so sein, wie meine Neigungen das vorgeben).

        • „Schon vor 30 Jahren haben Studien gezeigt (Erhardt, Reinish; 1987), dass Mädchen mit hoher Androgen-Exposition im spateren fetalen Stadium zwar über das somatische Geschlecht eindeutig weiblich waren, als Kinder und Jugendliche aber ausgeprägtes „bubenhaftes“ hypermotorisches, und aggressives Verhalten gezeigt haben. Entscheidend sind offensichtlich die pränatalen Spiegel von Testosteron, Estradiol und verschiedenen enzymatischen Katalysatoren.“

          Die wollen da ernsthaft die Hormonstände des Kindes während der frühen Schwangerschaft gemessen haben?

          Meine Standardfrage: wann und wie (oder auch: welche Flüssigkeit wurde aus welchem eigentlichen Grunde wann zur Untersuchung entnommen)?

        • @ breakpoint

          Implizites somatisches Wissen

          Woher weisst du, dass du hungrig bist? Dieses Wissen erschließt sich dir nicht durch Reflexion, Nachdenken oder soziale Hinweise. Das enterische Nervensystem bildet einen fest verschalteten Regelkreis mit dem ZNS, das autonom, ohne dein Zutun, interpretieren kann, dass die Rückmeldung des Magen-Darm-Traktes „Hunger“ bedeutet.

          Woher weisst du, dass du hier und jetzt und am Leben bist? Propriozeptive und interozeptive Nervenbahnen geben alle Bruchteile von Sekunden Tausende von Informationen an dein Gehirn über deine Körperlage und die Stellung deiner Gliedmassen, die Tension deiner Muskeln, die Reaktion deines Körpers auf das Außenmilieu, die Reaktion auf das innere Milieu, Veränderungen im Außen oder in deinem Körper usw. usf. weiter und für einen Sekundenbruchteil landet das als Gewißheit in deinem Bewusstsein: „Ich sitze vor meinem Computer, bin ein bisschen verspannt, sonst keine Schmerzen, alles in Ordnung, keine Gefahren, bin am Leben“.

          Unsere Empfindungen, Einstellungen zur Welt, Identitätsgewissheiten gehen jeden Tag Millionen Mal diesen autonomen, automatisierten, nicht-bewussten Weg – außer, es ist etwas nicht in Ordnung, entspricht nicht der inneren Homöostase, dem „default mode network“ des Gehirns. Dann meldet das Gehrn „etwas nicht in Ordnung“ und Strukturen wie Thalamus und Amygdala scheinen dann ganz besonders aktiv zu sein und an der Pforte zum Bewusstsein -> „Dringlichkeit!“ anzumelden. Dann erfasst uns das Gefühl, dass „etwas nicht stimmt“, dass das nicht mit dem übereinstimmt, was wir als Ich-nahe und als „zu uns gehörig“ bezeichnen würden.

          Ich denke, dass Transsexuelle diese Erfahrung machen, wenn sie mit gesellschaftlich tradierten Angeboten konfrontiert werden, die zwar mit ihrem somatischen, nicht aber mit ihrem psychosexuellen Geschlecht (s.o.) übereinstimmen.

          @ muttersheera

          Einfache Blutabnahme bei der schwangeren Mutter genügt.

        • @zip
          Danke für die ausführliche Antwort.

          Ich zweifle aber, ob man das Gefühl von Hunger, Durst, Müdigkeit, Schmerzen, .. damit vergleichen kann.
          Diese Gefühle sind ja äußerst dynamisch, und ändern sich mehrmals täglich, während die Empfindungen für das eigene Geschlecht schon eine gewisse Konstanz aufweisen.

        • „Einfache Blutabnahme bei der schwangeren Mutter genügt.“

          Nein, einfach nein.
          So kannst Du den mütterlichen Testosteronwert zu dem Zeitpunkt bestimmen, aber niemals den des Fötus. Anhaltspunkte (!) hierfür können eine Fruchtwasseruntersuchung, die Nabelschnurblut-entnahme oder – für die, die dran glauben – die sogenannte digit ratio liefern.

          Alle Methoden haben aber ihre Schwächen, die beiden Flüssigkeitsmessungen erfolgen strenggenommen auch zu spät: die Amniozentese wird in der Regel in der 13. SSW, die Nabelschnurblutentnahme wenn dann meist jenseits der 40. SSW durchgeführt. Man hätte aber gern einen Ergebniswert aus dem ersten Schwangerschaftstrimester, idealerweise so um die 7. SSW rum. Kriegt man aber nicht. Niemand hat solche Daten je erhoben. Und das wird auf absehbare Zeit auch unmöglich bleiben. Muss man wissen.

      • Naja, Adrian, Du darfst Dich für was auch immer Du willst halten, für Naploeon beispielsweise, oder für eine 1.80 m grosse sprechende Sumpfdrossel. Ich aber darf dann zu Dir sagen: Du hast einen gewaltigen Sprung in der Schüssel. Was mich aber nicht weiter stört, solange Du friedlich bleibst!

  5. Diese Vorstellung „im falschen Körper“ zu sein setzt natürlich irgendwie ein vom Körper unterschiedenes „Ich“ voraus. Gibt es sowas denn?

    Ist man nicht normalerweise einfach eins mit seinem Körper? Denken oder fühlen findet zumindest bei mir immer in meinem Körper statt.

    Leiden nicht Leute, die sich im falschen Körper fühen, unter einer psychischen Störung, die eigentlich eine Psychotherapie verlangt, nicht eine operative Änderung der Geschlechts?

    • @El Mocho

      Aus dem Beitrag Phantomschmerzen bei der Wikipedia:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Phantomschmerz

      Bis vor nicht allzu langer Zeit nahm man in der gängigen Theorie zur Ursache von Phantomgliedern und Phantomschmerzen eine Irritation der durchtrennten Nervenendungen an (sog. „Neurome“). Nach einer Gliedmaßenamputation bleibe das amputierte Glied im bewussten Körperschema erhalten. Wird eine Gliedmaße amputiert, enden viele der dabei durchtrennten Nervenbahnen nun am verbleibenden Stumpf. Diese Nervenenden können sich entzünden, und man glaubte, sie würden nun anomale Signale an das Gehirn aussenden. Weiter dachte man, solche funktional unsinnigen Signale würden vom Gehirn nun als Schmerz interpretiert.[2]
      Therapien, die auf dieser Theorie basierten, waren durchweg Fehlschläge. In extremen Fällen amputierten die Chirurgen sogar ein zweites Mal und verkürzten den Stumpf in der Hoffnung, dadurch die entzündeten Nervenenden zu entfernen und den Patienten so wenigstens vorübergehend von den Phantomschmerzen zu befreien. Stattdessen verstärkten sich aber die Phantomschmerzen noch, und viele Patienten litten nun sowohl unter dem ursprünglichen Phantomglied wie auch unter dem neu erzeugten Phantomstumpf, der nun ein völlig eigenes Schmerzmuster ausprägte. In einigen Fällen durchtrennten Chirurgen sogar die zum Rückenmark führenden sensorischen Nervenbahnen und entfernten in ganz schweren Fällen selbst den Teil des Thalamus, der die sensorischen Signale aus dem Körper aufnimmt.
      In den frühen Neunzigern wies dann Tim Pons am National Institutes of Health (NIH) nach, dass das Gehirn sich reorganisieren kann, wenn ein sensorischer Input ausfällt. Als er von diesen Befunden hörte, begann V. S. Ramachandran zu vermuten, dass Phantomempfindungen auf einer Art „Kreuzverkabelung“ im somatosensorischen Kortex beruhen könnten, der im Gyrus postcentralis liegt, und der die entsprechenden Signale aus den Extremitäten und dem übrigen Körper aufnimmt. Signale der linken Körperhälfte werden von der rechten Hirnhemisphäre aufgenommen und umgekehrt. Der Input aus den Extremitäten erreicht den somatosensorischen Kortex auf normale Weise und wird innerhalb der im somatosensorischen Homunkulus dafür vorgesehenen Repräsentation verarbeitet. Der Input aus der Hand liegt neben dem Input aus dem Arm, der Input aus dem Fuß liegt neben dem Input aus dem Bein und so weiter. Eine Merkwürdigkeit besteht nun aber darin, dass der Input aus dem Gesicht neben dem der Hand liegt.
      Ramachandran stellte nun folgende Vermutung auf: Wenn jemand zum Beispiel bei einem Unfall seine rechte Hand verloren hat, wird er eventuell ein Phantomglied spüren, weil der normalerweise von dieser Hand ausgehende und in den linken somatosensorischen Kortex geleitete Signal-Input aufhört. Die der Hand (oder dem Arm und Gesicht) benachbarten Bereiche des somatosensorischen Kortex könnten jetzt diese nun signallose Region übernehmen („remap“). Ramachandran u. a. wiesen dieses „Remapping“ zunächst dadurch nach, dass sie zeigten, wie schon das Streicheln verschiedener Gesichtspartien solcher Patienten bei diesen zu der Empfindung führte, als würden verschiedene Teile der nun fehlenden Gliedmaße berührt. Mit Hilfe magnetenzephalographischer (MEG) Untersuchungen, durch die die Hirnaktivität beim Menschen sichtbar gemacht werden kann, konnte Ramachandran die Reorganisation innerhalb des somatosensorischen Kortex aufzeigen.
      Nicht alle Wissenschaftler stützen die These, dass die Phantomschmerzen durch fehlerhafte Anpassungen im Cortex ausgelöst werden. Schmerzforscher wie Tamar Makin (Oxford) und Marshall Devor (Hebrew University, Jerusalem) postulierten, dass Phantomschmerzen hauptsächlich durch fehlerhafte Reize aus dem peripheren Nervensystem verursacht werden.[3] Im Jahr 2013 führten Marshall Devor in Israel und Forscher in Albanien Experimente durch, in denen sie durch die Injektion von Lokalanästhetika in den Wirbelkanal, genauer in den Liquorraum (intrathekal) und in das Spinalganglion Phantomschmerzen reduzieren oder ganz ausschalten konnten. Diese Ergebnisse unterstützten die Theorie, dass Phantomschmerzen primär durch das periphere Nervensystem in einem „bottom-up“ Prozess verursacht werden.[4]

      Ich könnte mir vorstellen, dass so etwas ähnliches in der Transsexualität stattfindet.

      Diese Arbeit untersucht das zumindest:
      https://escholarship.org/uc/item/57s616tn#page-17

      interessanterweise gibt es nach geschlechtsanpassenden Operationen auch teilweise einen „Phantom-penis“
      http://cbc.ucsd.edu/pdf/occurence_phantom_genitalia.pdf

    • „Ist man nicht normalerweise einfach eins mit seinem Körper? Denken oder fühlen findet zumindest bei mir immer in meinem Körper statt.“

      Es geht hier ja um Menschen, deren Sexualentwicklung nicht nach Schema A oder B abgelaufen ist, sondern einem Mischmasch unterworfen wurden.
      Eigentlich sollte es kein prinzipielles Problem sein, dass diese Menschen ihre „von der Natur“ gegebene Identität akzeptieren und einfach nur Menschen sind wie alle anderen auch. Denn Mensch wird man nicht durch die Fähigkeit zur Fortpflanzung, sondern durch Menschlichkeit, die Fähigkeit zum Denken, zum Sozialen etc.

      Die Leiden an „psychischen Störungen“, werden die durch biologische Ursachen hervorgerufen, durch etwaige Hormonungleichgewichte etwa oder nur von der Umwelt, die diese Leute nicht akzeptiert?

      Aus dem Erfahrungsbericht von @Philip kommt klar raus, dass Probleme vor allem dann auftauchen, wenn man biochemisch, durch Hormongaben, eingreift, etwa um eine Geschlechtsumwandlung herbeizuführen.

      Warum lässt man diese Leute nicht einfach in Ruhe und bestärkt ihr Selbstwertgefühl, dass sie eben Menschen sind wie alle anderen und nicht weniger wert, weil sie sich etwa nicht fortpflanzen können?!

      Sie zum „trans“ zu machen ist sie in eine Rolle zu pressen, die sie nur überfordert und ihren eigene Menschenwürde abspricht (denn man soll ja einem Geschlecht zuzuordnen sein!).

      Der Feminismus gibt ja vor, dass er die Menschen so sein lassen will, wie sie sind. Hier lügt er allerdings ganz dreist, denn er will nur Geschlechteridentitäten schaffen, denen man sich zuordnen soll…..

      • „Warum lässt man diese Leute nicht einfach in Ruhe und bestärkt ihr Selbstwertgefühl, dass sie eben Menschen sind wie alle anderen und nicht weniger wert, weil sie sich etwa nicht fortpflanzen können?!“

        Das würde aber eben eine Abkehr vom konservativen Sozialkonstruktivismus voraussetzen, von der Vorstellung, was eine Mann und eine Frau zu sein habe. Geschlechterollen prägen aber unser aller Leben und alle Gesellschaften haben ein Ideal von Mann und Frau. Selbst die Homos hadern ja noch damit. Bei Trans ist das sicherlich noch gravierender.

        • Ist das wirklich ein „konservativer Sozialstruktivismus“? Natürlich ist allerhand um Ehe und so weiter rumgesponnen, aber die Vorstellung von Mann und Frau ist eine rein biologische, über allen Weltanschauungen stehende. Diese Leute, die das abstreiten, die „Sozialkonstrukteure“ sind ganz vergleichbar mit denen, die behaupten, die Erde sei flach, weil man das ja so täglich sehen würde.

          Und ebenso sind Homosexuelle und nicht nach dem Grundschema entwickelte Menschen genauso biologische Realität und nichts weiter.

          Ich sehe eigentlich nur die wissenschaftliche Sicht kongruent mit einer der allgemeinen Menschenwürde für alle, egal wie „die Natur“ sie gemacht hat. Denn es ist nicht die „Natur“, welche uns zu Menschen macht. Und noch weniger ist es die menschliche Willkür, die meint aller Natur und aller Menschenwürde entsagen zu können und die Menschen nach ihrem ideologischen Bilde formen meint zu dürfen.

          Und darum geht es doch in diesem „Gender“-„Narrativ“: der Mensch soll machen können was er wil, bzw was die Gender-Weltanschauung will. Und die will Wissenschaft abschaffen, die Geschlechtlichkeit des Menschen leugnen und offenbar eine utopische, totalitäre Gesellschaft schaffen, die wahlweise mehr an Orwells 1984 oder Huxleys Schöne Neue Welt erinnert.

          Dafür missbrauchen sie all die von ihnen so genannten „Queers“.

          Diese Leute können einem nur leid tun, wie sie hier verheizt werden, daher empfinde ich auch uneingeschränkte Sympathie mit Leuten wie @Philip.

        • „Denn es ist nicht die „Natur“, welche uns zu Menschen macht.“

          Die Spezies Mensch ist eine biologische Kategorie.

          „Und noch weniger ist es die menschliche Willkür, die meint aller Natur und aller Menschenwürde entsagen zu können und die Menschen nach ihrem ideologischen Bilde formen meint zu dürfen.“

          Die Möglichkeit sich von biologischen Zwängen befreien zu können, ist allerdings sehr befreiend. Unsere westliche Gesellschaft ist ja gerade lebenswert, weil der Mensch dort sich vielfach von Natur befreit hat: von Hungersnöten, tödlichen Krankheiten, dem evolutionären Kampf ums Dasein allgemein.

        • „Unsere westliche Gesellschaft ist ja gerade lebenswert, weil der Mensch dort sich vielfach von Natur befreit hat: von Hungersnöten, tödlichen Krankheiten, dem evolutionären Kampf ums Dasein allgemein.“

          Absolut recht hast du hier. Man könnte regelrecht stolz darauf sein, wenn das nicht so ein gefährliches Gefühl wäre.

          Aber wo sind die Grenzen der Naturbeherrschung? Macht es Sinn unsere eigenen biologischen Grundfunktionen in Frage zu stellen? Dann könnten wir auch bedauern, dass wir trinken, essen und atmen müssen. Und dass wir uns geschlechtlich fortpfanzen müssen, damit unsere Art erhalten bleibt, und den Sexualtrieb verfluchen. Macht das Sinn? Ich glaube, das ist einfach nur dumm. Vor allem, weil „die Natur“ eben nicht besiegt werden kann, insbesondere Infektionskrankheiten ruhen nur, hier herrscht trügerischer Burgfrieden. Der Kampf ums Dasein ist Realität und auch in unserer Welt nicht gewonnen. Er ist auch gar nicht zu gewinnen, sondern nur permanent zu sichern.

        • „Aber wo sind die Grenzen der Naturbeherrschung? Macht es Sinn unsere eigenen biologischen Grundfunktionen in Frage zu stellen? Dann könnten wir auch bedauern, dass wir trinken, essen und atmen müssen. Und dass wir uns geschlechtlich fortpfanzen müssen, damit unsere Art erhalten bleibt, und den Sexualtrieb verfluchen. Macht das Sinn? Ich glaube, das ist einfach nur dumm.“

          Ich glaube, die Überwindung unserer biologischen Grundbedürfnisse wäre der ultimative Sieg über die Natur. Ich fände es jedenfalls positiv, nicht mehr der „Sklave“ meines Hungers, Durstes oder Sauerstoffbedarfs zu sein. Das es sich dabei um eine Utopie handelt (wir sind immer irgendwie von unserer natürlichen Umwelt abhängig), macht diesen Zustand ja nicht weniger wünschenswert.

        • https://de.wikipedia.org/wiki/Transhumanismus

        • „Ich fände es jedenfalls positiv, nicht mehr der „Sklave“ meines Hungers, Durstes oder Sauerstoffbedarfs zu sein.“

          Fände ich auch nicht übel. Mir reicht es aber schon, wenn ich mich so unter Kontrolle habe, Hunger und Durst nicht gleich als Qual zu erleben. Das kann man ja immerhin ein wenig beeinflussen.

          Das mit dem „Transhumanismus“ ist aber nur die neue Verpackung politisch äusserst rechter Ideen, der heroische Nihilismus von einst, jetzt die Robotermanie.

        • @ Alex

          „Das mit dem „Transhumanismus“ ist aber nur die neue Verpackung politisch äusserst rechter Ideen, der heroische Nihilismus von einst, jetzt die Robotermanie.“

          Du siehst auch überall rechte Gespenster. 🙂

        • Es ist aber schon interessant, dass der Transhumanismus sowohl klassisch linke als auch rechte Ziele vereinigt: Emanzipation auf der einen und Schaffung einer überlegenen Menschensorte (Elite!) auf der andern Seite.

        • @jcd
          „rechte Gespenster“

          Das ist so eins 😉
          Dass dann mit neuem label fliessig im „linken Lager“ gefischt werden soll, ist auch typisch.

        • Hier als marxistisches Gespenst:

          „In spite of the fact that Marx expressed nothing but disdain for his Utopian socialist predecessors such as Henri Saint-Simon and Auguste Comte, variants of Utopian socialism evidently live on. The latest iteration of the socialist dream is firmly focused on the capabilities of one of the countless fruits of free market capitalism, namely robots.“
          http://www.acting-man.com/?p=45126
          Arrant Star Trek Socialism

    • @El_Mocho: „Leiden nicht Leute, die sich im falschen Körper fühen, unter einer psychischen Störung“
      Nein tun die allermeisten nicht. Es ist ein anders Körperbild dass sie in sich tragen. Sie haben den inneren Druck, dass sie ein anderen Geschlechtsteil als ihnen zugehörig sehen. Sie wollen wenn Transsexuelle Frau einen Busen haben und eine Vagina. Rundliche Formen und ein als weiblich erkennbares Aussehen. Es gibt sogar schon Feminisierung des Gesichts als Teil dieser Transformation.

      Und damit diejenigen die nur eine psychische Störung haben von denen die echte Transsexuelle sind unterschieden werden können, wird eine lange Prozedur durchgeführt mit Psychologen, Psychiatern und anderen Fachleuten. Zumindest derzeit noch.
      Einige Länder sind aber aus Gründen der Vermeidung von politischen Auseinandersetzungen dazu übergegangen, einfach jedem Menschen das Geschlecht zuzugestehen, dass er für sich als richtig empfindet. Egal wie der zugehörige Körper aussieht.

      Das führt dann dazu: http://dailycaller.com/2016/06/03/high-school-boy-wins-all-state-honors-in-girls-track-and-field/

      Hier traf Ideologie krachend auf Biologie.

      • „Hier traf Ideologie krachend auf Biologie.“

        Sagt Gender eigentlich etwas zum Doing mit Sexual- und anderen Hormonen? Die müssten das doch total gut finden….

        Wo bleiben die Kampagnen, dass die Sportinstitutionen wegen ihres Antidopings sexistisch wären?!

  6. @Semikolon „. Die allermeisten Männer besitzen ja eine Vorliebe für Kurzhaarfrisuren von der niemand wirklich weiß woher sie stammt…“

    Da würden dir aber viele amerikanische Ureinwohner, die männlichen Hippies , ein Großteil der Insulaner und viele andere auf der Erde jetzt und ganze Völker aus der Geschichte auf das HEFTIGSTE widersprechen.

    Was du meinst ist, das die allermeisten Männer in unserer Zeit in unseren stark westlich geprägten Gesellschaften eine Vorliebe für Kurzhaarfrisuren haben. Der Grund dafür ist vermutlich das wachsende Klischee, dass Rock und lange Frisur (siehe Ampelfrauen) oder plus roter Mund (siehe Legofiguren) automatisch Frau ist. Sexistischer geht es kaum.

    Biologisch ist nur eines. Frauenhaare wachsen durchschnittlich viel länger.

  7. Kommentar in Bearings aktuellem Video:

    I’m trans-trans-gender. I’m a man who was born as a man, but I identify as a man who was born as a woman. I’m saving up so I can have surgery to cut my dick off and put it back on again.

    😀

  8. Dass Transidenten (Definition: Menschen, die mit medizinischen Maßnahmen körpereigene Geschlechtsmerkmale des Gegengeschlechts erhalten möchten) mit dem Sozialkonstruktivismus hadern, ist leicht nachvollziehbar.

    Dies entspricht in der Logik der Ablehnung von M2F Transidenten durch Gyno-Feministas, weil die angeborenen Eierstöcke fehlen.

    Und ebenso naheliegend erscheint es mir, dass Gender-Feministas Transidenten gerne als Argument (be)nutzen, um sich von ungeliebten Rollenelementen bzw. den Ketten, die sie an Rollenelemente fesseln, zu befreien.

    So weit so gut. Was bleibt?

    Die Erkenntnis, dass „Geschlecht“ beim Menschen eigentlich auf drei Beinen steht:

    Das körperliche Geschlecht – Der Körper in der jeweiligen Ausprägung bezogen auf den Fortpflanzungsprozess

    Das Gehirn-Geschlecht (Geschlechtsidentität) – Das eigene (autonome und nicht von aussen dauerhaft beeinflussbares) Empfinden der geschlechtlichen Zugehörigkeit

    Die gelebte Geschlechterrolle – Bei der Interaktion in einem Kollektiv repräsentierende Geschlechtlichkeit unter Rückgriff auf Rollenmuster und Rollenmodelle.

  9. Ich bin übrigens eine lesbische Frau in einem Männerkörper. Eine Trasn-Lesbe. Daher lebe ich auch mit einer Frau zusammen. Am Montags. Dienstag bis Freitag bin ich aber Hetero-Mann, Am Samstag und Sonntag schwanke ich zwischen einer Trans-Trans-MannFrau das Frau als Partner gewählt hat und einem Genderneutral mit Präferenz zum weiblichen Partner.
    Ich finde es sehr diskriminierend, dass man mich nicht ernst nimmt in meiner Genderfluidät. Mein Partner aber steht zu mir. Sie sagt sie sei eine Frau, aber ganz sicher bin ich nicht welchen Gehirngeschlecht sie hat.

    • du bist also glücklich. Oder worauf kommt es an?

      • Auf gesellschaftliche Konventionen. Traditionen. Penisse und Vaginen.

      • Ich könnte glücklich sein. Nur die Menschen rundherum lassen mich nicht, Weil wenn ich sage ich möchte gern Montags als „Babsi“ und Samstag bzw. Sonstag als „321“ (als Genderneutrales lehne ich Namen ab) angesprochen werden, lachen sie.

        Ist das nicht gemein? Wieso darf ich nicht das sein, was ich in mir fühle?

        Meine Katze Muschi ist übrigens ein Transspecies. Sie sieht sich als Trans-Hund. Daher bezeichne ich ihn mit Er und Waldi damit er sich wohler fühlt als Transspecies-Hund. Er bellt zwar nicht, aber sie ist eindeutig ein Hund in ihrem Kopf. Weil sie folgt und macht „Sitz“ und rennt los wenn ich „Los“ sage. Eindeutig Hundeverhalten. Das er nicht bellt poder das Bein hebt beim Pinkeln, akzeptiere ich. Wer bin ich, dass ich von meinem Trans-Hund verlange, dass er sich so transformiert? Es kommt nur darauf an, ob er sich als Hund sieht. Braver Waldi. Platz.


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