Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 2. Juni 2016

„Die Ehe ist vorteilhafter für Männer als für Frauen“

Ein Beitrag stellt einige Studien dar, die überprüft haben sollen, wie sich die Ehe auswirkt:

Landmark research by University College London, the London School of Economics and The London School of Hygiene and Tropical Medicine found that single women do not suffer the same negative health effects as unmarried men.

In fact, middle aged women who had never married had virtually the same chance of developing metabolic syndrome – a combination of diabetes, high blood pressure and obesity – as married women.

And although they showed slightly higher levels of a biomarker which signifies an increased risk of breathing problems, it was far lower than the risk of illness for unmarried men. The same was true of a biomarker for heart problems which was raised 14 per cent in men but was barely noticeable in women.

“Not marrying or cohabiting is less detrimental among woman than men,” said Dr George Ploubidis, a population health scientist at the UCL Institute of Education.

“Being married appears to be more beneficial for men.”

Ich finde diese Wertung ganz erstaunlich. Man scheint hier gar nicht auf die Idee zu kommen, dass die Kausalität auch ganz anders verlaufen könnte:

Krankere oder ungesünder lebende Frauen als Männer finden eher einen Partner.

Oder auch:

Dicke Frauen finden eher einen Partner als dicke Männer.

Oder auch:

Männer am unteren Ende der Gesellschaft fallen Tiefer als Frauen und leben daher ungesunder und ohne Partnerschaft

Es sind also eine Vielzahl von Interpretationen möglich, die keineswegs darauf zurück zu führen sein müssen, dass sie Vorteile aus der Partnerschaft rausholen, sondern eher, dass sie diese mit hineinbringen.

The research also showed that getting divorced did not have a harmful impact on future health for either men or women as long as they found a new long-term partner. And women who divorced in mid to late 20s had 31 per cent lower odds of metabolic syndrome, compared to those who stayed married.

Also eine junge Single Frau von 25-30 ist mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit dick als eine verheiratete Frau. Das verwundert mich jetzt wenig, sie ist ja auch „auf dem Markt“. Sie kann es sich weit weniger erlauben, dick zu sein.

However, our research shows that people who experience separation, divorce and remarriage, have very similar levels of health in middle age to those who are married.

“Previous research has also shown that men experience an initial decline after divorce, but we found that in the long term they tend to revert back to their pre-divorce health status.

Also es geht ihnen nach der Scheidung schlechter, dann irgendwann wieder besser. Es wäre interessant das mit Unterhaltszahlungen abzugleichen.

“Surprisingly, those men who divorced in their late 30s and did not subsequently remarry, were less likely to suffer from conditions related to diabetes in early middle age compared to those who were married.“

Und auch die relativ jungen Männer auf den Partnermarkt, wer hätte es gedacht, lassen sich weniger gehen als die in festen Partnerschaften.

Marriage was thought to benefit people because of a myriad of physical and psychological reasons. It was thought that wives encouraged married me to keep physically fit, eat properly and visit their doctor.

Women in contrast were thought to benefit emotionally because they value being in a relationship.

But the new study showed that while there was a small health impact for men who never married, it appeared that a long-term relationship was enough to keep people happy and healthy.

Eine interessante Schlußfolgerung, die die Folgen nur auf diese Beziehung zurückführt und nicht auf intrasexuelle Konkurrenz um neue Partner.

However Harry Benson, of the Marriage Foundation said there was more to marriage than health benefits.

„The whole point of marriage is to affirm commitment that couples make for their own stability and for the benefit of their children,“ he said.

„The bottom line is that married parents are far more likely to stay together, independent of age or education. Whether marriage makes couples healthier is neither here nor there.

„The only thing that matters is that having married parents means that children are far more likely to grow up with both of them under the same roof.“

Auch das scheint mir klar zu sein: Paare, die sich entschieden haben zu heiraten, scheinen mehr Potential in der Beziehung gesehen zu haben als Paare, die ein Kind bekommen haben, aber lieber nicht geheiratet haben.

A major study in 2011 found that being married lowered the risk of premature death by 15 per cent. The previous year research by the World Health Organisation found marriage could reduce the risk of anxiety and depression and those who tied the knot were much less likely to suffer the blues than those who stayed single.

Eine andere Möglichkeit wäre, dass stark depressive oder mit Ängsten behaftete Personen seltener geheiratet werden.

Ich will damit auch gar nicht ausschließen, dass die Ehe für viele Personen genau das richtige und sehr glücklich sein kann. Mir gefällt nur nicht, dass hier so simpel geschlussfolgert wird.

 

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Responses

  1. Für mich ist auch nachvollziehbar dass es Menschen nach einer Trennung erstmal schlechter und später wieder besser geht… könnte vielleicht dem Liebeskummer geschuldet sein.

  2. Irgendwie gilt das doch alles auch für eine (mehr oder weniger) feste Partnerschaft ohne Ehe, oder? Was ist das spezifische der Ehe? Das man sich nicht so leicht wieder trennt wie in einer nicht formalisierten Beziehung? Wenn ja warum? Eine Scheidung ist ja heutzutage nicht mehr ganz so schwierig wie früher, zumindest solange keine Kinder da sind.

    Ich z.B. habe nie die Absicht gehabt, zu heiraten und habe es nur getan, wei meine Frau als Südamerikanerin sonst keine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland bekommen hätte (und weil sie es als Katholikin gerne wollte, natürlich).

    • „Was ist das spezifische der Ehe? Das man sich nicht so leicht wieder trennt wie in einer nicht formalisierten Beziehung? Wenn ja warum?“

      Ich las, es läge wenn dann am gemeinsamen Eigentum, also am klassischen Häuschen, das bei einer Scheidung i.d.R. sonst wieder verkauft werden müsste. Nichts macht Beziehungen so stabil wie das.

      • Ich las, es läge wenn dann am gemeinsamen Eigentum, also am klassischen Häuschen, das bei einer Scheidung i.d.R. sonst wieder verkauft werden müsste. Nichts macht Beziehungen so stabil wie das.

        Genau. Aber die Folgerung daraus ist, dass Beziehungen/Ehen vor allem dann (zum Vorteil der Kinder) dauerhaft stabil sind, wenn ökonomische Abhängigkeiten bestehen. In unserer Gesellschaft bestehen diese für den Mann quasi immer, weil er (meistens) Unterhalt für Frau und Kinder zahlen muss, was einer Ressourcenverwendung entspricht, von der er selbst weniger hat, als innerhalb der Beziehung.
        Das Problem sind die Frauen, deren materielle Verluste dank Unterhalt regelmäßig weit geringer sind.

        • Ist jetzt die Frage, ob das den Kindern Vorteile bringen muss.
          Als Erwachsene, die eine vielleicht lieblose oder Konfliktbeladene Beziehung nicht mehr täglich miterleben müssen oder sich davon irgendwie distanzieren können, wahrscheinlich. Aber ich kann mich noch sehr gut erinnern an die Jahre in denen ich mir Nichts sehnlicher gewünscht hätte als dass meine Mutter die Scheidung einreicht (weil er nicht-trockener Alkoholiker war). Dahinter stand bei ihr allerdings auch das Prinzip von den sieben fetten und den sieben mageren Jahren… und was soll ich sagen? Die Geschichte gab ihr Recht. Da hat aber nicht jede/r die Ausdauer für, gerade in jungen Jahren.

        • Dass es besser für die Kinder sei, wenn die Frau den Bedürfnissen Ihrer Pussy nachgibt und sich lieber trennt, als „in einer unglücklichen Ehe zu bleiben“, ist so ein moderner Rechtfertigungsmythos dieser Frauen, die dabei vor allem ihre Bedürfnisse mit denen ihrer Kinder verwechseln.
          Die Zahlen sagen jedenfalls eindeutig, dass eine andauernde Beziehung der Eltern besser für die Kinder ist.

          Und mein Vater kommt auch aus einer sehr unglücklichen Ehe. In dem Fall haben beide Kinder die Eltern bekniet den Scheidungsantrag zurückzunehmen. Meine Großeltern waren darüber im Alter beide sehr froh.

        • „Und mein Vater kommt auch aus einer sehr unglücklichen Ehe. In dem Fall haben beide Kinder die Eltern bekniet den Scheidungsantrag zurückzunehmen.“

          Das kann ich ja nun gar nicht verstehen, dann kanns ja nicht so schlimm gewesen sein…

        • Für Dein mangelndes Verständnis kann meine Familie nichts. 😛

        • Zum ersten Satz noch: der klassische, männliche Weg sich die sexuellen Bedürfnisse außerhalb der Partnerschaft zu erfüllen und die Frau geht leer aus ist garantiert nicht besser. Es ist ja auch eine Frage von Respekt.

        • Was waren denn in der Rückschau die Probleme in der Großelternbeziehung, die im Rentenalter dann überwunden schienen?

        • Meine Großmutter war eine sehr temperamentvolle Frau mit großer Lust an Streit und Drama. Und außerdem ging sie fremd. Das Problem waren wahrscheinlich nur ein paar verpatzte Shit-Tests und die daraus folgende Eskalation. Wie meistens, wenn Ehen scheitern.

          Im Alter ist dann der Druck der weiblichen Sexualität nicht mehr da und dann verschwinden die Shit-Tests, die Streits und das Bedürfnis nach Drama. Und dann sind beide froh, wenn sie einen haben, der sich um sie kümmert.

        • „Im Alter ist dann der Druck der weiblichen Sexualität nicht mehr da“

          Sorry, aber ich will mich gerad nicht veräppeln lassen von Dir.

        • Das Du es nicht fertig bringst, den häßlichen Tatsachen ins Auge zu blicken, wundert mich nicht.

        • Zwei feine Antwortanläufe wurden irgendwo verschluckt, und jetzt hab ich keine Lust mehr. Meh.

        • Ist ja nicht schlimm, wir könnten eigentlich eh immer davon ausgehen, dass ich recht habe.

  3. Wenn die Ehe so eine tolle Sache wäre, bräuchte man sie nicht zu bewerben.
    Scheint ja grade so ein Hochzeitsmarketing in den Medien zu laufen, da ich grade vor ein paar Tagen über dasselbe Thema einen Eintrag verfasst habe: https://mgtowdeutsch.wordpress.com/2016/05/31/benimm-dich-wie-ein-mann-und-heirate/

    • Wenn die Ehe so eine tolle Sache wäre, „bräuchte man sie nicht zu bewerben.“

      Es gibt Werbung für Kuchen und Süßigkeiten etc

      • Nicht für generische Kuchen.
        „Esst mehr Kuchen“ gibt es nicht.
        Nur „Esst mehr von DIESEM Kuchen“.

        • @only me

          Wenn wir ein Kuchenmonopol geben würde hätten wir trotzdem Werbung für Kuchen.

          Aber ich habe auch noch nie großartige Werbung für die Ehe gesehen?

        • Doch, in dem Artikel oben.
          Und von der Kirche. Und hier:

        • „Aber ich habe auch noch nie großartige Werbung für die Ehe gesehen?“

          Na ja, Homo-Verbände haben das getan. Und von einigen Heten wurden die Exklusivität der Ehe für penil-vaginale Beziehungen beworben.

          Aber stimmt schon, so ne richtige Werbekampagne gibt es nicht. Dabei wette ich, dass das wirken würde.

      • Da bist Du unpräzise. Es gibt keine Werbung für Kuchen und Süßigkeiten, sondern nur für den Kuchen und die Süßigkeiten bestimmter Anbieter.

      • Gutes Argument – trotzdem gibt es mehrere Süßigkeiten/Kuchen, die Hersteller dieser Waren möchten sich differenzieren und möchten, dass man genau ihr Produkt kauft und nicht das der Konkurrenz. Die „Ehe“ gibt es aber nur in einer Variante.

  4. @Christian

    Deine Einwände gegenüber dem Text sind richtig und wenn man alle zusammenfasst, dann kann es kann sich hier unmöglich um eine wissenschaftliche Studie handeln.

    Ergo: Das ist Propaganda-SCHROTT.

    Es geht nicht darum, wer von einer Ehe mehr profitiert, sondern hier soll Männern nahegelegt werden, die Ehe böte *überhaupt* Vorteile für Männer.

    Hintergrund sind meines Erachtens die üblichen Trends: a. wachsendes Alter beim Antritt der ersten Ehe, b. Bevorzugung nicht-ehelicher Lebensgemeinschaften (gerade durch Männer) und c. wachsende Anzahl alleinerziehender Haushalte (davon die meisten Frauen).

    Mein Argument ist naheliegend: Gerade alleinerziehende Frauen bürden dem Staat zahlreiche Sozialleistungen auf, von denen eben dieser Staat früher sicher sein konnte, sie würden aus dem Einkommen des Mannes bezahlt werden.
    Ein Beispiel: Jeder weiß, das Kindergeld deckt nicht die realen Ausgaben für ein Kind – die Differenz zwischen *realen Kosten eines Kindes* und staatlichen Leistungen deckte in den meisten Fällen der Mann durch seine Erwerbsarbeit.

    D.h. ironischerweise konnte der Staat FRÜHER davon ausgehen, diese Kosten würden *privatisiert* und auf den Mann abgewälzt, während immer mehr alleinerziehende Eltern zwangsläufig zu immer mehr verallgemeinerten Kosten für die Kindererziehung führt.
    Welches dann auf durch Steuerzahler zu begleichen sein werden, die wiederum zum größten Teil Männer sind.

    Das darf aber keiner laut sagen.

    Deshalb: Husch, husch Männer, heiraten!!!

    Gruß, crumar

    • @crumar

      „Ergo: Das ist Propaganda-SCHROTT. Es geht nicht darum, wer von einer Ehe mehr profitiert, sondern hier soll Männern nahegelegt werden, die Ehe böte *überhaupt* Vorteile für Männer.“

      Oder es ist schlicht die fehlende Vorstellung, dass Frauen sich aktiv bessere und gesündere Männer suchen könnten und kranke, dickere Männer geringere Chancen auf dem Markt haben. Das Kausalitäten auch in eine ganz andere Richtung laufen können wird ja gerne übersehen

      • „wird ja gerne übersehen“

        Nicht von Wissenschaftlern.

        Jedenfalls nicht von jenen, die aus dem echten Schottland kommen.

        Aber im Ernst: Ein Wissenschaftler, der nicht automatisch verschiedene Kausalitätsrichtungen in Erwägung zieht, hat den Titel nicht verdient.

        • Lesenswert in dem Kontext:
          http://www.danisch.de/blog/2016/06/02/ein-ghostwriter-ueber-die-verbloedung-der-geisteswissenschaften/

        • „Nicht von Wissenschaftlern.“

          Klar, gerade auch dort gerne.

          Ein klassisches Beispiel sind die Gene: Sehr viele Studien bewerten Erziehung durch die Eltern oder Einfluss des Elternhauses ohne zu bedenken, dass die Kinder auch ihre Gene von den Eltern haben.

          Nehmen wir nur eine Aussage wie „Kinder, die ohne vater aufwachsen sind so und so“. Da müsste man den Effekt rausrechnen, dass ein bestimmter Typ Mann und Frau eben auch weniger für feste Beziehungen geeignet ist bzw. dessen Beziehungen häufiger scheitern, zB cholerische oder aggressive oder sehr abenteuerlustige. Und das deren Kinder mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch eher cholerisch, aggressive oder abenteuerlustig sind etc.

      • „Oder es ist schlicht die fehlende Vorstellung“

        Andere Erklärungsversuche fehlen wohl vor allem deshalb, weil man seine Agenda hat und die Heirat an den Mann bringen will. Artikel wie diese hier gibt es von der Stange und werden kontinuierlich produziert, Kategorie „where have all the good men gone“.

        Dieser hier scheint darauf hinauszulaufen, als seien die Frauen berechtigt Nachforderungen zu stellen. Man rät mal: 50/50 Aufteilung jeglicher Hausarbeit, das ist derzeit ja eine solche Kampagne.

        Die Schlussfolgerung, wenn man zwei vielleicht ganz verschiedene Gruppen von Männern vergleicht:

        „“Being married appears to be more beneficial for men.”

        …dass es die Heirat an sich ist, die den Unterschied macht, könnte unbegründeter nicht sein. Viel leichter ist es anzunehmen, dass Männer, die verantwortungsvoll sein wollen, auch dazu neigen verheiratet zu sein.
        Ob es ihnen aber tatsächlich „nützt“ ist eine ganz andere Frage und sicherlich nicht damit zu beantworten, wenn man diese Gruppe mit nicht-Verheirateten vergleicht. Das ist vollkommen unseriös.

        Das wäre wie wenn man zwei Tierarten vergleicht und feststellt, dass die eine, in Sozialverbänden lebend, gegenüber einer anderen, solitär lebend, einen evolutionären Vorteil hätte, weil die soziale Art eine längere Lebenserwartung hat.

        Man brauch sich also gar nicht erst die „landmark“ (natürlich!) Studie genauer anzusehen, der Äpfel und Birnen-Vergleich disqualifiziert sie von vorne herein.

    • Ich würde es auch als Propagandaschrott bezeichnen. Genauso wie dieses Video von PragerUniversity

      Eigentlich dürften Wissenschaftler nicht so dumm sein, Korrelation mit Kausalität zu verwechseln.

      • Der Staat hätte im Sinne von Bevölkerungs- und Wirtschaftspolitik in der Tat einen Nutzen, wenn Männer heiraten würden.

        Ich verstehe allerdings die Vorteile nicht, den das Video individuellen Männern verspricht:

        – Verheiratete Männer arbeiten mehr – wo ist der Vorteil?
        – Verheiratete Männer verdienen mehr – ja, aber sie müssen das meiste an Frauen und Kinder abgeben
        – Verheiratete Männer gehen seltener in Bars und öfter in Kirchen – Wer zur Hölle empfindet da als eine Vorteil?

        Letzlich ist der „Vorteil“, den die Ehe Männern bringe, laut diesem Video: mehr Arbeit, mehr Verantwortung, weniger Zeit für sich.

        • Jupp, das dachte ich auch, als ich den Film sah.

          Zwischen den Zeilen steht wohl, dass Mehr Arbeit, Mehr Geld, Mehr Verantwortung auch Mehr Respekt bedeuten würde, aber das glauben die, die der Film ansprechen soll, ja längst nicht mehr.

  5. Statistisch gesehen wird bei gleichbleibender oder stärkerer weiblicher Hypergamie aufgrund des steigenden Einkommensniveau der Frauen sowieso nur noch die oberen Schichten untereinander heiraten, die sowieso schon statistisch viel gesünder leben und über eine bessere Bildung und mehr Geld verfügen. Das ist in Amerika schon längstens relevant; dort ist die wahrscheinlichkeit einer Ehe direkt vom Einkommen abhängig.

    Daher handelt es sich hierbei um eine selbsterfüllenden Prophezeiung aufgrund von sozioökonomischen Faktoren. Da das Bildungsniveau von Männer in den nächstens 30 Jahren aufgrund von linken/feministischen Positionen stark absinken wird, werden sich diese Prozesse stark beschleunigen.

    http://www.spectator.co.uk/2014/11/marriage-is-becoming-a-preserve-of-the-rich/

    http://mobile.nytimes.com/2015/02/08/fashion/weddings/falling-marriage-rates-reveal-economic-fault-lines.html

  6. Wenn die Ehe so vorteilhaft ist für Männer, warum geht der Wunsch nach Ehe dann fast immer von Frauen aus?

    • Hypothese: Die Ehe ist für den Mann einerseits ein Zwang die viel kurzfristigen Zwang verbietet. Langfristig aber für ihn finanziell und gesundheitlich gut ist.
      Mensch sieht eher den kurzfristigen Nachteil?

      • Muss natürlich „kurzfristiger Spaß“ heißen 🙂

      • @tom

        Die Ehe bietet insbesondere eine hohe Absicherung für den, der nicht arbeitet wegen Kinderbetreuung. Es bringt Familienversicherung, Witwenrente, wesentlich höhere Erbquoten, Steuervorteile etc.

        Und natürlich ist es daher auch ein Zeichen (Honest Signal, da costly), dass man die Beziehung schätzt und glaubt, dass sie hält, über Unterhalt, Zugewinn, Versorgungsausgleich.

        • @Christian @Adrian

          Angenommen ich übersetze „hohe Absicherung“, die die Ehe bietet einmal in das, was es wirklich bedeutet, nämlich MATERIELLE TRANSFERS.

          Dann sollte a. klar sein, dass diese Transfers von einer Richtung in eine andere gehen.
          Weiterhin sollte b. klar sein, die materiellen Leistungen beruhen z.B. auf Steuereinnahmen und Sozialversicherungsbeiträgen, die ANDERE erarbeitet haben.
          Der Staat VERTEILT nur Gelder.

          Was dann wiederum heißt: Aus den auf Erwerbsarbeit beruhenden Einnahmen und Beiträgen, die einer Gruppe weggenommen wird, um sie einer anderen zuzuschanzen.

          Demnach übersetzt sich der Euphemismus „Ich bin bei meinem Mann mitversichert“ in: BULLSHIT.
          Dass sich auf magische Weise durch die Institution der Ehe das Risiko einer Erkrankung halbiert wird niemand glauben.
          Sie ist vielmehr bei ALLEN ANDEREN Mitgliedern dieser Krankenkasse mitversichert.
          Die für den Beitragsausfall dieser Frau durch Subventionierung (d.h. höhere Beiträge) der Ehe in Geiselhaft genommen werden.

          Und genau so verhält es sich mit: „Familienversicherung, Witwenrente, wesentlich höhere Erbquoten, Steuervorteile“ – all diese Vergünstigungen kommen nicht von irgendwo her, sondern müssen von allen anderen erbracht werden.

          Nicht umsonst ist die Einführung der „Steuerklasse 1“ die direkte Reaktion auf die Diskussion um eine „Junggesellensteuer“ gewesen.

          „Wenn die Ehe so vorteilhaft ist für Männer, warum geht der Wunsch nach Ehe dann fast immer von Frauen aus?“

          Weil das bürgerliche Patriarchat (die allerdümmste Unterdrückungsform auf diesem Planeten) durch die Garantie an der Teilhabe an der Hälfte des *Familieneinkommens* die Idee der materiellen Transfers vom Mann zur Frau auf die kleinste gesellschaftliche Einheit heruntergebrochen hat.

          Es ist völlig egal, welchen materiellen (Eigen- !!!) Beitrag eine Frau zur Finanzierung dieser Familie liefert.
          Ihr steht die Hälfte des *Ertrags* zu – auch von dem Beitrag, den sie nicht selber erarbeitet hat.
          Womit sich übrigens die Frage wie von selbst beantwortet, wie Feminismus „Gleichberechtigung“ und „Gleichstellung“ verwechseln kann.
          Weil der Femininismus (sic) eine bürgerlich-weibliche Erfahrung fortschreibt, zur Hälfte am (gesellschaftlichen) ERTRAG beteiligt zu werden, ungeachtet des eigenen BEITRAGS.

          Anyway: Die weibliche Hausarbeit ist eine bezahlte Arbeit – bezahlt durch die Arbeit ihres Mannes.
          Was macht dann die Ehe für einen konservativen Mann so attraktiv?

          Angenommen wir sehen seine Frau als Angestellte, die für ihn Haushalt und Kindererziehung schmeißt, dafür teilen sie sich sie Hälfte des Einkommens, welches er erarbeitet.
          Klingt fair.
          Nur: Weder zahlt seine Frau Sozialversicherungsbeiträge auf ihre Arbeit, NOCH er als „Arbeitgeber“.

          Schaut mal auf eure eigene Gehaltsabrechnung, addiert die Beträge zur Sozialversicherung und verdoppelt sie dann (AG-Anteil).
          Das ist der Betrag, für den weder die Frau, noch der Mann aufkommen muss, bloß weil das Etikett „Ehe“ auf ihnen pappt.
          Staatlich organisierter Sozialversicherungsbetrug.

          In beiden Fällen (Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Anteil) springt der Staat großzügig ein und mit Staat meine ich selbstverständlich alle Individuen, die sich bspw. in der Steuerklasse 1 tummeln.

          Wir erinnern uns: Wenn die materiellen Transfers in eine Richtung gehen, müssen sie aus einer anderen Richtung kommen.

          Es ist an der Zeit, die staatliche Subventionierung des Modells „Ehe“ ein für alle Mal abzuschaffen, weil sie eine parasitäre Lebensform ist, die alle anderen mitfinanzieren müssen.

          Gruß, crumar

        • „Angenommen wir sehen seine Frau als Angestellte, die für ihn Haushalt und Kindererziehung schmeißt, dafür teilen sie sich sie Hälfte des Einkommens, welches er erarbeitet.
          Klingt fair.
          Nur: Weder zahlt seine Frau Sozialversicherungsbeiträge auf ihre Arbeit, NOCH er als „Arbeitgeber“.“

          Immerhin ändert sich das nach der Scheidung.
          Dann zahlt er nämlich für sie die Sozialversicherungsbeiträge – Arbeitgeber- UND Arbeitnehmeranteil.
          Nur, dass er dann keinen Anspruch auf eine entsprechende Gegenleistung einfordern darf.

          Bei einer Scheidungsrate von fast 50% ist der Schaden für die Sozialversicherungsträger also überschaubar 😉

          „Es ist an der Zeit, die staatliche Subventionierung des Modells „Ehe“ ein für alle Mal abzuschaffen, weil sie eine parasitäre Lebensform ist, die alle anderen mitfinanzieren müssen.“

          Exakt!

          Meine Stimme hast Du 🙂

      • Möglich. Aber wer will denn Frauen heiraten?

        • Blue-Pill-Heteros. Alle.

        • Alle Männer, die auf solche Propaganda bzw. billigen Shameing-Terror-Strategien der Frauen (andernfalls „unreif“, „Räuber von Lebensjahren“, …) hereinfallen. Mit anderen Worten nur die weniger intelligenten Menschen!

          Die einzigen Vorteile, die die Ehe für einen Mann haben, sind für die paar Ehejahre, dass der Besserverdiener die vom Schlechterverdiener ungenutzten Steuerfreibeträge nutzen kann und dass der Mann für eine paar Tage Ruhe vor dem Terror der Frau bekommt, den sie bei Verweigerung der Ehe ansonsten veranstalten würde. Der Terror ist aber letztlich nur aufgeschoben.

          Bei Scheidungsquoten von ca. 50% und den möglichen negativen Folgen, die einen ruinieren können, würde jeder vernünftig denkende Mann keine 2 Sekunden überlegen, um zum Ergebnis zu gelangen, dass keine Frau der Welt das auch nur ansatzweise wert ist. Es bedarf daher schon
          – sehr viel Naivität des Mannes und Liebesblindheit
          – miese Gebrauchtwagenverkäufertricks bzw. Propaganda des Staates und der Hollywoodmärchenwelt
          – Shamingabwertungen durch die Frau im Falle der Verweigerung
          – und Dummheit des Mannes, ernsthaft irrtümlich zu glauben, die Frau würde einen lieben, wenn man ihr die Wünsche erfüllt,

          … um Männern derartig miesen Verträge anzudrehen.

          Der Staat hat halt selber keine Lust, für Frauen aufkommen zu müssen, so dass dann auch nachzuvollziehen ist, warum der Staat keine Hemmungen hat und seinen ansonsten vorhandenen Schutzpflichten nicht nachkommt, seine Bürger vor den gängigen Betrugsmaschen zu warnen. Würde der Staat Männer eindringlich davor warnen, dass Frauen Liebe gewöhnlich nur vortäuschen, um sich Vermögensvorteile zu verschaffen bzw. an den Ressourcen des Mannes zu partizipieren, dann müsste ja der Staat die ganzen Aufgaben (Beschützer, Versorger, …) übernehmen bzw. noch weniger Nachwuchs zur Aufrechterhaltung des Systems produziert werden. Dem Staat bleibt daher quasi überhaupt keine andere Wahl, als wie ein Gebrauchtwagenverkäufer die Ehe an den Mann zu bringen und auf jegliche Warnhinweise wie bei Zigarettenschachteln zu verzichten, obwohl das Scheidungsrisiko gigantisch und unversicherbar ist, weil keine Versicherung der Welt so lebensmüde ist, das Risiko „Frau“ versichern zu wollen.

    • Meinem Eindruck nach stimmt es nicht mal, dass die Frauen unbedingt die Ehe wollen. Die Hochzeit ja, aber nicht unbedingt die Ehe. Allerdings hat die Ehe i.d.R. auch keine Nachteile für Frauen, weswegen sie auch leicht ja sagen können.

      Es sind die Männer, die häufig fälschlich glauben, die Ehe würde ihnen Partnersicherheit geben.

    • „Wenn die Ehe so vorteilhaft ist für Männer, warum geht der Wunsch nach Ehe dann fast immer von Frauen aus?“

      Ist in diesem Koordinatensystem doch klar: weil das Patriarchat herrscht und diese Frauen das „internalisiert“ hätten. So sehr, dass sie die Männer auf der rechten Spur noch überholen.

  7. Man braucht die Hetero-Horden hier ja einfach nur mal fragen: Würdet Ihr gerne heiraten? Wenn ja, unter welchen Umständen? Was muss dazu erfüllt sein?

    • Mut zur Lücke.

      In jüngeren Männerkreisen (mir fällt z.B. Turd Flinging Monkey ein) wird öfters behauptet, das einzige, was Frauen in die Ehe einbringen, sei Sex.

      Das ist Quatsch.

      Dass da zuverlässig einer ist, mit dem man abends mit einem Schnäpschen auf der Terasse sitzen mag, während man die Umgebung bestaunt, ist eine Menge Kompromisse wert.

      Natürlich kann es das auch außerhalb der Ehe geben.
      Der traditionelle Weg, einer Frau zu sagen, dass man das mit ihr möchte, ist aber die Ehe.

      • „In jüngeren Männerkreisen (mir fällt z.B. Turd Flinging Monkey ein) wird öfters behauptet, das einzige, was Frauen in die Ehe einbringen, sei Sex.“

        Ist das so falsch? Zuverlässigkeit unter männlichen Freunden ist jedenfalls sicherer als mit einer Ehefrau.

        • @adrian

          „Ist das so falsch? Zuverlässigkeit unter männlichen Freunden ist jedenfalls sicherer als mit einer Ehefrau. “

          Nur bekommt man männliche Freunde selten dazu, dass sie gemeinsam mit einem Kinder erziehen und dafür sich zB beruflich einschränken.

        • Wozu braucht der individuelle Mann Kinder?

      • Dass da zuverlässig einer ist, mit dem man abends mit einem Schnäpschen auf der Terasse sitzen mag, während man die Umgebung bestaunt, ist eine Menge Kompromisse wert.

        Wäre es möglicherweise. Aber eine Frau, die Dich da sitzen und in Muße die Umgebung bestaunen lässt ohne das als Gelegenheit zu betrachten, Dich mit ihren pseudorelevanten Problemen zu belästigen, ist so was wie ein Einhorn. Frauen können keine Muße, oder allenfalls nachdem sie gerade gut gefickt wurden.

        Was dann noch bleibt ist eine Absicherung gegen Alleinsein. Aber wenn ein Mann Probleme mit dem Alleinsein hat, dann würde ich ihm andere Lösungen empfehlen.

        • Ehe ist für eine Mann doch im Wesentlichen die Aufgabe seines Lebens, zugungunsten ihrer Bedürfnisse.

        • Wenn es funktioniert kann es auch eine wunderbare Sache sein

        • Sehe ich auch so. Und das fängt nicht erst bei Ehe an, sondern schon bei Zusammenleben.

      • Weder Adrian noch lh haben je erlebt, wovon ich rede. Oder schätzen es nicht so hoch ein.
        Wie gut, dass keiner heiraten muss. 🙂

      • Meine Schwiegermutter sagte mir vor der Hochzeit: Du lernst den anderen besser kennen als dich selber.

        Da ist was dran.

    • was ist dagegen einzuwenden, wenn das von gleich zu gleich ist?

      nichts….

    • „Würdet Ihr gerne heiraten? Wenn ja, unter welchen Umständen? Was muss dazu erfüllt sein?“

      Ich hatte das in Erwägung gezogen. Unsere Beziehung lief super, während die zu meinen Kindern einschlief.
      Da kam die Überlegung auf, dass all das, was ich mit meiner LG aufgebaut und aus meinen Einkünften finanziert hatte, im Falle meines Ablebens automatisch an meine Jungs fallen würde, die ich seit über einem Jahr nicht mehr gesehen und auch sonst kaum noch kontaktiert hatte.
      Klar hätte ich auch eine entsprechende Verfügung formulieren können. Aber dann hätte das meiste der Staat abgegriffen, dem ich schon meine Jungs übereignen musste.
      Es waren also rationale Gründe, die mich zu dem Schritt bewogen.

      Wir hatten dann aber beschlossen, nicht zu heiraten und zu hoffen, dass ich auch so mit ihr alt werde 🙂

  8. Ich hab den Text gerade erst gelesen und schreib mal einen verspäteten Kommentar dazu.

    Ganz besonders stört mich an dem zitierten Beitrag das selbstverständlich reproduzierte Klischee, Frauen seien für Männer gut, Männer aber nicht für Frauen. Als ob sich, sobald Daten irgendwie auf diese Idee zurückgeführt werden konnten, aus irgendwelchen Gründen jeder weitere Überlegung erübrigen würde.

    Das passt natürlich zu der von einigen Feministinnen vertretenen Idee der „emotionalen Arbeit“, die Frauen in Beziehungen leisten würden…. Ich kenne allerdings eine ganze Menge Männer, die heilfroh wären, wenn ihre Partnerinnen mit ihrer emotionalen Arbeit in der Partnerschaft ein bisschen zurückhaltender wären und sie ein bisschen mehr in Ruhe ließen – und ich bin mir in diesem Fall sicher, dass sich das durchaus verallgemeinern lässt.

    Im Unterschied zu dem zitierten Beitrag finde ich es offenkundig, dass die Ehe im Hinblick auf die Positionen von Frauen und Männern auf dem Beziehungsmarkt spezifische und deutliche Vorteile für Frauen hat.

    Ich selbst fand es sehr interessant, als Ü40-Mann noch einmal Single zu werden – weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich diese Markt-Position im Vergleich zu jüngeren Jahren deutlich geändert hat. Eine halbwegs attraktive Frau Anfang zwanzig wird vermutlich an die hundert potenziellen männlichen Interessenten begegnen, wenn sie einfach nur einmal durch eine Stadt läuft (und ich kann mir übrigens vorstellen, dass dieses Interesse auch auf die Nerven gehen kann, selbst wenn man es zugleich auch ab und zu genießt). Zwanzig Jahre später hat sich das Verhältnis im Prinzip, wenn auch nicht in diesem Ausmaß gedreht. Wenn man als Mann über 40 eine etwa gleichaltrige Partnerin sucht (und das bedeutet einfach nur: wenn man sich nicht darauf fixiert, mit einer Fünfundzwanzigjährigen zusammen zu kommen), dann hat man eine stärkere Position als Frauen dieses Alters – wenn man denn Beziehungsanbahnung unter dem Gesichtspunkt von Angebot und Nachfrage betrachtet.

    Wenn das so stimmt, bedeutet das für die Ehe: Die Ehe ist ein Vertrag zwischen Mann und Frau, der im Regelfall geschlossen wird in einer Situation, in der die (Beziehungs-)Marktposition der Frau deutlich stärker ist als die des Mannes – der aber in eben dieser Weise immer noch gültig ist, wenn die Marktposition des Mannes schon deutlich stärker geworden ist als ihre. Das gilt noch einmal ganz besonders stark für Männer, deren beruflicher und sozialer Status sich in der Zeit der Ehe vergrößert hat – was im Rahmen einer traditionellen Versorgerehe von der Frau ja in der Regel durchaus erwünscht ist.

    Es ist daher kein Wunder, dass die Ehe – wie im hier verlinkten Video – bei Männern eigens beworben werden muss. Es ist auch erklärlich, warum Männer halb spaßig, hab ernsthaft die Ehe schon lange, auch ganz ohne MGTOW und Maskulismus, als eine Art von Gefängnis hinstellen.

    Dass hingegen die Institution der Ehe ausgerechnet von Feministinnen wie Schwarzer so massiv angegriffen wurde, war wohl nur plausibel, weil die Nachteile der Ehe für Frauen (insbesondere die Abhängigkeiten des Versorgungsstatus) im Fokus standen, die Vorteile aber aus dem Blick gerieten. Das wiederum war möglich, weil seit der Scheidungsreform der Siebziger Jahre die Versorgungsleistung über den Unterhalt selbstverständlich garantiert war und außer Frage stand, auch wenn die Ehe beendet wurde.

    Dass die Ehe heute deutlich weniger stark als vor etwa dreißig Jahren sozial erwartet wird und dass das Durchschnittsalter der Eheschließungen deutlich gestiegen ist, hat in meinen Augen also grundsätzlich für Männer deutlich größere Vorteile als für Frauen. Es war in dieser Hinsicht nicht besonders clever, die Ehe als eine frauenfeindliche Institution der patriarchalen Herrschaftssicherung hinzustellen. Bildlich formuliert: Wenn sich jemand ein Mal selbst in den Fuß schießt und dann andere dafür verantwortlich macht, dann mag das eine Mischung aus Unglück und Dämlichkeit sein. Wenn sich jemand immer wieder selbst in den Fuß schießt und dabei immer lautstärker anderen dafür die Schuld gibt, ist das gaga.

    Persönlich glaube ich: Wie verlieren auch etwas dadurch, dass die Institution der Ehe an Bindekraft eingebüßt hat. Meine Eltern waren bis zum Tod meines Vaters über fünfzig Jahre zusammen – und es war gerade in den letzten Jahren deutlich, dass der Wert einer solchen langen gemeinsamen Geschichte für beide nicht durch größere Wahlmöglichkeiten auf dem Beziehungsmarkt oder durch die immer weitere Optimierung der Partnerwahl hätte eingeholt werden können.

    Das wäre eigentlich ein Projekt der Familienpolitik, das wesentlich lohnender wäre als die idiotische Idealisierung der mütterlichen Alleinerziehung als moderner Familienform (die ja ohnehin nur eine absurd übersteigerte Fortsetzung des Familienideals der Fünfziger Jahre ist): Wie lässt sich eine solche lange gemeinsame Geschichte heute plausibel gestalten? Dazu gehörte m.E., dass es Alternativen zur Versorger-Ehe geben muss – und es gehörte auch dazu, zu überlegen, wie denn eigentlich die Institution der Ehe spezifisch für Männer wieder attraktiv werden kann.

    Als ich, nachdem sich die Mutter unseres gemeinsamen Kindes von mir getrennt hatte, zum ersten Mal mit einem Anwalt darüber sprach, war eine seiner ersten Fragen, ob wir verheiratet waren. Als ich ihm sagte, dass wir nicht verheiratet gewesen seien, beglückwünschte er mich dazu erleichtert. Wieso also sollten Männer unter solchen Rahmenbedingungen überhaupt heiraten?


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