Was ist „Weiblichkeit“?

Nachdem gestern die Männlichkeit Thema war ist es nur konsequent, auch die andere Seite noch zu behandeln:

Was ist Weiblichkeit?

Aus meiner Sicht ist es natürlich ebenso ein Konstrukt mit sozialen und biologischen Wurzeln:

  • Es ist häufig eine Beschreibung dessen, was Frauen in intrasexueller Konkurrenz gut sein lässt und zudem als Partner interessant sein lässt, insofern eine idealisierte Verhaltensanforderung (gut in sozialen Dingen,  auf ihr Äußeres achtend, freundlich, auf weibliche Art Status aufbauen etc )
  • Es ist ebenso eine Beschreibung des aufgrund der Geschlechterunterschiede häufiger bei Frauen in dieser Form vorkommenden Eigenschaftsausprägungen (gefühlsbetonter, sensibler etc)

Welche Ausprägungen in welchem Umfang als weiblich gelten hat dabei natürlich wieder mit Kultur zu tun.

Welche Elemente machen für euch „Weiblichkeit“ aus und wie ist es dazu gekommen?

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105 Gedanken zu “Was ist „Weiblichkeit“?

  1. Müsste da nicht erst einmal das Gegenteil von dem stehen was typisch männlich ist? Und wie wäre es mit den negativen Eigenschaften? Die müssten wir dann aber erst einmal bei den Männern nachholen:

    streitsüchtig
    aufbrausend
    unzuverlässig
    faul
    zu sehr auf Status aus
    fremdgehend (ok das stand schon da)
    usw..

    und die Frauen?

    opportunistisch
    je nach hormoneller Lage unausstehlich
    unzuverlässig (ja das haben wir gemeinsam)
    streberhaft
    lügen gerne
    gehen heimlich fremd (ok das ist kein Konstrukt sondern rein biologisch)
    usw?

    • Wie kommst du auf diese Eigenschaftssample?

      Was ist Eigenschaft, was Zuschreibung des jeweils anderen oder Wahrnehmung des jeweils anderen Geschlechts, sprich: sexueller Selektionsdruck in actu – sieh an, die Evolution arbeitet also noch und die Geschlechter üben weiterhin Selektionsdruck aufeinander aus. Deshalb wird jedes Geschlecht vom anderen behaupten, es sei „unzuverlässig“, was ja eigentlich Ausdruck von mate guarding, einer evolutionären Strategie, ist.

      Vielleicht wär’s zielführender zu fragen, wer welche Strategien häufiger anwendet und aus welchem Grund.

      • Wenn Männer und Frauen wirklich unterschiedlich sind, werden zwangsläufig Männer Frauen als unzuverlässig und frauen Männer als unzuverlässig empfinden, ganz einfach weil man auf unterschiedliche Dinge wert legt.
        So wird im Kischee ein Mann im Zweifel lieber die materiellen Dinge retten, während die Frau die soziale Bindung rettet. Das wird dann natürlich vom jeweiligen Partner als unzuverlässig empfunden.

        • Na klaro sind Männer und Frauen unterschiedlich. Die harten Voraussetzungen sind, dass Eier ressourcenaufwendig sind und Nachwuchs-Versorgung immobil macht, während Spermien mobil sind und Ressourcen mitbringen müssen. Daraus ergeben sich unterschiedliche Strategien, die sich dann in unterschiedlichem Verhalten und unterschiedlichen Eigenschaften zeigen.

          Unterschiedliche Eigenschaften als Folge unterschiedlicher Strategien werden, wenn sie sich bewähren, als Information an die Nachkommen weitergegeben und sollten sich deshalb als einigermaßen stabil erweisen, auch unter sich wandelnden gesellschaftlichen Bedingungen.

      • Also einfach eine verschiedene Bewertung von Interessen, die dazu führt, dass man die Entscheidung des anderen irrational findet?

        Das finde ich besonders interessant weil wir Männer uns ja als das rationale Geschlecht ansehen, Mathe, Informatik, Bauwesen, quadratisch, praktisch, gut. Dann wäre diese Sichtweise bloss ein Konstrukt bzw. eine Bewertung angesichts anderer Interessen.

        Ich sehe es übrigens genau umgekehrt wie oben Irenicus. Eine Frau hat das auch einmal bei Wieland Backes gesagt, dass es bei einem Streit um eine Erbschaft z.B. eher die Frauen sind, die den Streit anfangen. Das ist doch eine Paradebeispiel, wo dem Mann der liebe Frieden wichtiger ist als der materielle Besitz. Und das sehe ich persönlich wieder als eine rationelle Entscheidung an.

    • Wie wäre es hiermit (aus einem Philosophieforum, geschrieben von einer Frau):

      – expecting that someone else will take responsibility
      – leaving thoughts unclarified and vague
      – melodramatic and emotional
      – desiring nothing more than to flow along in a mist
      – easily distracted, sense-bound, dependent on visual aids
      – poor memory
      – incapable of thinking abstractly
      – incoherent speech, incapable of forming clear definitions
      – believes love and desire are the most noble of human values
      – is most satisfied when identifying as a sexual being
      – loves to gossip and flirt
      – loves to sing
      – speaks with popular accents and tones
      – uses popular words
      – wears glittering and flowie things
      – wears makeup and/or does fashionable things to their body
      – ignores reason totally
      – either interrupts frequently, or has glazed eyes while anyone else is speaking
      – does not like to sweat, get dirty, develop obvious muscles
      – incapable of managing much stress (e.g. submarine warfare analysts are typically male)
      – smirks or pities tramps
      – attracted to criminals and excited about violent behaviour
      – believes mental health means looking after the body
      – cannot stand unending solitude
      – makes a show of uncertainty and confusion
      – self-minimising, refuses to be openly arrogant
      – sees conflict resolution as absence of debating or argument
      – loves forms of communication rather than meaningful communication
      – small-talker
      – mediocre in almost all respects except for mediocrity

      – the inability to discern that other people have the right to hold different opinions
      – belief in „empathy“: that one can experience the emotions of others (which scientists believe is proven by the fact of mirror neurons, but which does no such thing)
      – the need to touch, establish rapport, make eye contact, smile, and pretend you understand another person, as if other people have insecure egos and that the basis of confidence and strong individuality comes through praise and reassurance from merging with others
      – debasing themselves to „make others feel better about themselves“, which only reveals them to be stupid, insecure, and insincere
      – a need to have other people’s help, and indignation if it is suggested they do things for themselves (to make their closest relatives feel guilty by insinuating their lack of love and their neglect)
      – the belief that others have control over them, such that there are only authorities and followers
      – the belief that an independent woman who doesn’t debase or minimise herself among her female friends, or join with them in putting men down, is rather a selfish, arrogant, mentally ill bitch, and who they’d love to help when she „falls flat on her face someday“ to prove they’re better than her
      – a virtual pharmacopeia of remedies for semi-hysteria: aromatherapy, incense, meditation cushion, jewellery, pretty clothes, countless shoes, make-up, soothing fragrances, softening moisturisers, perfumed bed-linen, ironed clothes, daily showers, pedicures, massages, escapist romances, shopping, etc.
      – long telephone conversations that do nothing but pump up the ego, or play around with ego dynamics (a little put-down of her friend, followed by a self-debasement to try to bond the friends closer in their misery)
      – psychological fragility about the self, such that they need to stay clean and „pure“ at all times (distaste for getting dirty, smelly, or sweaty; a need to wash up dishes and put them away; everything has to have its own place with no bleeding of boundaries)
      – a proper house has strict demarcations as to the allowable activities for each room
      – following rules rather than creating their own methods

        • Das hier würde ich zum Beispiel als typisch weiblich bezeichnen:

          – leaving thoughts unclarified and vague
          – melodramatic and emotional
          – loves to gossip and flirt
          – wears glittering and flowie things
          – wears makeup and/or does fashionable things to their body
          – does not like to sweat, get dirty, develop obvious muscles
          – incapable of managing much stress (e.g. submarine warfare analysts are typically male)
          – makes a show of uncertainty and confusion
          – sees conflict resolution as absence of debating or argument
          – loves forms of communication rather than meaningful communication
          – small-talker
          – mediocre in almost all respects except for mediocrity
          – long telephone conversations that do nothing but pump up the ego, or play around with ego dynamics (a little put-down of her friend, followed by a self-debasement to try to bond the friends closer in their misery)

        • „was übrig bleibt, wenn ein Mann Frau nicht sexuell attraktiv findet“

          Das „bleibt auch übrig“, wenn man Frauen an sich „sexuell attraktiv“ findet. Da es alles Eigenschaften sind, die niemand gut finden wird, ausser man hat ein Brett vorm Kopf.

        • Eine Vagina haben wäre schonmal sowas.
          Menstruieren. Brüste haben vielleicht.

          Ansonsten finde ich das Konzept, Eigenschaften als spezifisch „männlich“ oder „weiblich“ zu definieren sehr schwierig, weil es unheimlich limitierend ist. Was für ein Sinn soll auch dahinter stecken?

          Es gibt nützliche und erstrebenswerte und weniger nützliche Eigenschaften, je nachdem wie man sein Leben gestaltet.
          Ob die jetzt weiblich oder männlich geframed werden ist doch echt egal.

          • @maren

            „Ansonsten finde ich das Konzept, Eigenschaften als spezifisch „männlich“ oder „weiblich“ zu definieren sehr schwierig, weil es unheimlich limitierend ist. Was für ein Sinn soll auch dahinter stecken?“

            Es wäre eigentlich eine der grundlegenden Thesen des Genderfeminismus, dass man das kann. Wenn keine Rollen existieren, wie sollen menschen dann durch diese zu bestimmten Verhalten verleitet werden?

            Aber auch abseits dessen nehmen wir ja bestimmte Verhaltensweisen als typisch männlich und typisch weiblich wahr. Welche das sind ist aus meiner Sicht eine interessante Frage, weil man dann natürlich auch erst über das „warum“ reden kann oder schauen kann, wie die sich auswirken.

            Es ist aus meiner Sicht auch interessant, dass es wesentlich schwieriger zu sein scheint, Anforderungen an „weibliches Verhalten“ zu benennen als Anforderungen an „männliches Verhalten“.
            Das passt dazu, dass „Sei ein Mann“ (im Sinne von „Reiz dich zusammen und stell dich nicht so an“) eben eher eine Verhaltensanforderung ist als „Sei eine Frau“

        • „The self-hate is strong in this one“

          Mit anderen Worten, Maren: diese Eigenschaften sind für dich tatsächlich „weiblich“, bloss du willst sie als positiv sehen….

          Im Effekt läuft es darauf hinaus und ohne Absicht. So lässt man sich dann „framen“, worin Adrian ganz gut drin ist 😉

          • diese Eigenschaften sind für dich tatsächlich „weiblich“, bloss du willst sie als positiv sehen….*

            Nein. Wenn eine Person solche explizit negativen und auch so dargestellten Eigenschaften als essentiell für ihre Personengruppe sieht, spricht das sehr für ein sehr übles Selbstbild.

        • „Ob die jetzt weiblich oder männlich geframed werden ist doch echt egal.“

          Genau und dann kann man zurückgehen und sich möglichst neutral fragen und erkunden, wieso gewisse Eigenschaften überhaupt als „männlich“ oder „weiblich“ gelten.

        • Nein. Wenn eine Person solche explizit negativen und auch so dargestellten Eigenschaften als essentiell für ihre Personengruppe sieht, spricht das sehr für ein sehr übles Selbstbild.

          Das ist logisch keineswegs zwingend. Es könnte genau so eine realistische, unbeschönigte Selbsteinschätzung sein.

        • @maren
          „…. als essentiell für ihre Personengruppe sieht, spricht das sehr für ein sehr übles Selbstbild. “

          Das ist so speziell, dass es mir nicht reinläuft zu glauben, dieser Autor (oder -in) würde wirklich denken, dass dies „essentiell“ sei. Nimm zB:

          „a virtual pharmacopeia of remedies for semi-hysteria: aromatherapy, incense, meditation cushion, jewellery, pretty clothes, countless shoes, make-up, soothing fragrances, softening moisturisers, perfumed bed-linen, ironed clothes, daily showers, pedicures, massages, escapist romances, shopping, etc.“

          Das finde ich lustig, da mir genau solche Einzelexemplare aus der Anschauung bekannt sind.
          Dir nicht?!
          Phrasen wie „virtual pharmacopeia of remedies“ setzen einen ämusanten Ton und ich meine, dass man schon ganz schön die Scheuklappen aufhaben muss, um das allzu ernst zu nehmen.

        • Das ist logisch keineswegs zwingend. Es könnte genau so eine realistische, unbeschönigte Selbsteinschätzung sein.

          Eine Person mit derartigen „Eigenschaften“ wäre allerdings nicht zu einer solchen negativen Selbsteinschätzung fähig.

          Als Selbstironie ginge es vielleicht noch.

        • @marenleinchen
          Indem du Adrian aufgrund dieser (zugegeben überspitzt gezeichneten) Liste Verachtung unterstellst, demonstrierst du nur wieder, dass du nicht mit anderen Meinungen umgehen kannst.
          Wenn du einzelne Punkte (oder auch alle?) nicht für zutreffend hältst, könntest du das ja zur Abwechslung mal konkret begründen, statt nur pauschal deinen Unmut zu verkünden.

        • Würde eine ähnliche Aufzählung von einem Mann kommen würde zumindest der ein oder andere hier entrüstet aufschreien, was für unheimlich misandrische Femipropaganda das wäre.

          Bei einer Frau ist es „realistische Selbsteinschätzung“ bzw. bei denen, die sich ihre misogynen Untertöne nicht voll eingestehen mögen dann Selbstironie.

          Und bei Kritik soll ich dann beweisen, dass Frau mir Stress umgehen können oder zu abstraktem Denken fähig sind?
          (Wisst ihr wer auch nicht zu abstraktem Denken fähig ist? Menschen mit geistigen Behinderungen…)

          Nee. Echt nicht.

        • Würde eine ähnliche Aufzählung von einem Mann kommen würde zumindest der ein oder andere hier entrüstet aufschreien, was für unheimlich misandrische Femipropaganda das wäre.

          Es findet sich minimal immer einer, was denn sonst?

          Ich kann solche Überspitzungen auch lustig finden, wenn sie auf Männer bezogen sind. Das Problem mit Feminist_innen, die sowas vom Stapel lassen, ist dass sie es meistens tatsächlich ernst meinen.

        • @marenleinchen
          Vermutlich ist allen anderen hier außer dir klar, dass so eine Liste nicht bedeutet, dass jeder einzelne Punkt uneingeschränkt für jede beliebige Frau zutrifft, und für Männer überhaupt nicht.
          Diese Punkte zeigen lediglich eine mehr oder weniger große Tendenz auf.

        • bei denen, die sich ihre misogynen Untertöne nicht voll eingestehen mögen dann Selbstironie.

          Für mich spricht Selbsironie für eine sehr achtenswerte Persönlichkeit.

        • „Das Problem mit Feminist_innen, die sowas vom Stapel lassen, ist dass sie es meistens tatsächlich ernst meinen.“

          Und das Ganze in einen Kontext einbetten, um rumzuhetzen: wie man an dieser „legendären“ SZ Reportage sah, in der Figur „Stahl“.

          Sich über etwas lustig zu machen und Hetze liegen formal betrachtet gar nicht weit auseinander, der Effekt ist aber grundlegend verschieden.

        • @Anne:

          Naja, ich finde es schon sehr ins Negative überzogen.

          Natürlich haben Menschen schlechte Eigenschaften, und die kommen auch oft geschlechtsspezifisch zum Ausdruck. Aber man könnte zu jedem Punkt auch eine gute Eigenschaft finden, die „typisch Weiblich“ zum Ausdruck kommt.

          Wer sucht, der findet.

        • „Würde eine ähnliche Aufzählung von einem Mann kommen würde zumindest der ein oder andere hier entrüstet aufschreien, was für unheimlich misandrische Femipropaganda das wäre“

          Nicht, wenn sie stimmen würde.
          Nenn mich halt frauenfeindlich, aber alle meine aufgezählten Punkte erlebe ich bei einem Großteil von Frauen. Aber natürlich ist niemand frei von Bias.

        • Auch wenn diese Aufzählung etwas negativ formuliert ist: im Prinzip sind alle diese Eigenschaften nicht schlimm. Schlimm wird es nur, wenn eine Person mit solchen Eigenschaften meint, sie könnte bestimmen, anderen Regeln machen etc. Dann hört es auf und so was nachzugeben wäre Idiotie.

        • @Nick

          Naja, ich finde es schon sehr ins Negative überzogen.

          Sagen wir so: Die Liste stellt das Extrem dar. Bei kaum einer Frau werden alle diese Punkte tatsächlich zutreffen. Deshalb braucht sich eigentlich auch keine direkt angesprochen zu fühlen.
          Negativ und verachtend erscheint dies nur, wenn jemand jeden einzelnen Punkt auf sich selbst bezieht, und sich dadurch natürlich als zu schlecht dargestellt, und evtll. persönlich angegriffen empfindet.

          Aber man könnte zu jedem Punkt auch eine gute Eigenschaft finden, die „typisch Weiblich“ zum Ausdruck kommt.

          Sicher kann man viele Eigenschaften auch positiver deuten, bzw. einen Euphemismus finden. So wird aus Neugier Wissensdurst, oder aus Geschwätzigkeit Eloquenz.
          Wertneutrale Begriffe zu finden, ist dagegen schon schwieriger.

        • @Anne:
          Sicher kann man viele Eigenschaften auch positiver deuten, bzw. einen Euphemismus finden.

          Nach meiner Auffassung werden eher negative Auswirkungen von Eigenschaften beschrieben, und nicht Eigenschaften an sich.

          Fast jede Eigenschaft kann aber, je nach Situation und (sozialer) Kompetenz, eine Stärke oder auch eine Schwäche sein.

          So wird aus Neugier Wissensdurst, oder aus Geschwätzigkeit Eloquenz.

          Wissensdurst ist ja nicht unbedingt ein Euphemismus für Neugier, sondern eher eine positive Erscheinungsform von Neugier. Eine negative Erscheinungsform kann es sein, penetrant in den Privatangelegenheiten anderer herumzubohren. Geschwätzigkeit kann sich als Kommunikatiosstärke auswirken oder eben auch ziemlich nervend in Erscheinung treten.

          Ich habe aber nichts gegen solche Listen, die überspitzt typische Geschlechtsspezifika durch den Kakao ziehen. Ich hätte auch nichts dagegen, wenn man beispielsweise typische männliche Schwächen bei der Kommunikation auf der Beziehungebene durch den Kakao zöge. Es muss halt nur klar sein, dass das nicht ganz ernst zu nehmen ist.

      • Interessant. Ich habe mal nach der Quelle gesucht:

        Den ersten Teil habe ich hier gefunden:

        DA ist auch eine teilweise Erwiderung dazu:

        Secondly, as for a few of your fallacious statements:

        “Incapable of managing much stress.”

        You used a submarine warfare analyst as an example, but stress comes in many forms, so this has many interpretations. Arguably one of the most stressful/painful human experiences is delivering and caring for a baby, which women have managed quite well with. If talking about warfare, there may be many other factors than “stress” affecting women’s enrollment into particular combat fields, especially something as highly specialized as a submarine warfare analyst. The reasons women do not take up certain combat roles could vary anywhere from lack of encouragement/support to having few role models in that field, for example.

        “Attracted to criminals and excited about violent behavior.”

        Yes, robbers, rapists and murders are so sexy. I totally am looking for someone that might jack my stuff, do unspeakable things to me or kill me in cold blood. What a catch…… /sarcasm/

        If I were to date a criminal and violent man my mother would have a heart attack. Personally, I know of no woman that finds that attractive. If someone’s partner has a criminal past, it is always regarded as something shameful that the person is getting help for. I don’t know where you get the idea that anyone would find that attractive.

        “Speaks with popular accents, tones and words.“ – grouping this into one

        By the very definition of the word popular, one can deduce the usage is not limited to women. Something that is popular is generally accepted by the majority of the public. Thus, there is logically a high probability of men making a usage of popular accents, tones and words. Therefore, this is not exclusively a “womanly thing.”

        “Either interrupts frequently, or has glazed eyes while anyone else is speaking.”

        “Sees conflict resolution as absence of debating or argument.”

        “Ignores reason totally.”

        “Small-talker.”

        Hmm I wonder why women you know would behave this way and not want to debate with you. You only think of them as mediocre, irresponsible, unreasonable, incoherent, melodramatic, emotional, uncertain and confused beings. It couldn’t possibly be that they are picking up on your attitude or have reason to be disinterested in your opinion. Women should be downright enthralled by your bullshit.

        Lastly, no, you do not get to make up your own definition for misogyny. The actual definition of a misogynist is: “a person who dislikes, despises, or is strongly prejudiced against women.” Almost the complete opposite of what you state. Women are individuals just like men, and you can theorize all you like about that, but the truth remains.

        Den letzteren Teil hätte ich hier gefunden:
        http://theabsolute.net/phpBB/viewtopic.php?f=10&t=6129&start=125

        Sie leitet es ein mit:

        „I like that you call women’s response to the world „orgasmic“. Orgasm is largely psychological, or rather, emotional. It’s based on particularly vague but intense emotions, underlying which is a deep animal drive to bond secretly with a lover in order to strengthen social status and empower the ego. All experiences for the orgasmic organism are fed through that animal drive: sensory data is blurred and distorted to confirm the delusion. Sexuality is therefore no deviation from this phenomenon, and only if both copulators are equally animalistic would there be unity.

        Some examples of the orgasmic, „octopus“ mindstate of women:

        • @Christian

          Ihre Erwiderung ist allerdings eher dazu geeignet, mein ausgesprochen schlechtes Frauenbild zu bestätigen 😉 :

          Den Vorwurf, Frauen wären

          “Incapable of managing much stress.”

          beantwortet sie so:

          „You used a submarine warfare analyst as an example, but stress comes in many forms, so this has many interpretations. Arguably one of the most stressful/painful human experiences is delivering and caring for a baby, which women have managed quite well with.“

          Es gibt bei der Funktionsrolle „submarine warfare analyst“ *keinerlei* Interpretationsspielraum, sondern die Frage ist, ob der *spezifische* Stress dieser konkreten Funktionsrolle von einem konkreten Individuum bewältigt werden kann.
          Oder nicht.

          Sie bleibt nicht bei der Beantwortung der konkreten Frage, ob Männer oder Frauen besser geeignet sind, diese oder eine vergleichbare Funktionsrolle auszuüben, sondern löst die konkrete Frage auf in einer *unspezifischen Vagheit*:

          „but stress comes in many forms, so this has many interpretations“

          Sicherlich gibt es die vielfältigsten Erscheinungsformen von Stress und diese werden zudem von einzelnen Individuen unterschiedlich empfunden und bewältigt.
          Nur sind diese Erscheinungsformen von Stress jedoch *konkret* zu bestimmen – Umgang mit mit hohem Entscheidungsdruck unter schlechten äußeren Bedingungen z.B.

          Und wir kommen wieder zur konkreten Frage zurück, ob und wie ein konkretes Individuum den konkreten Stress, der mit einer konkreten Funktionsrolle verbunden ist, bewältigt.
          Punkt

          Die Vagheit ihrer Argumentation jedoch erlaubt ihr im nächsten Schritt, ein gynozentrisches reframing der Debatte:

          „Arguably one of the most stressful/painful human experiences is delivering and caring for a baby,“

          Das ist natürlich falsch und irrational.

          Da nur Frauen ein Kind austragen können, handelt es sich nicht um ein „human experience“, sondern eine Erfahrung, die exklusiv nur Frauen machen können.

          Ging es Eingangs um die ergebnisoffene Frage, ob ein *bestimmtes* Individuum eines bestimmten Geschlechts besser für die Ausübung einer *gesellschaftlichen* Funktionsrolle geeignet ist oder nicht, so wird hier abgeschlossen biologisiert.

          Da *nur Frauen* die konkrete Erfahrung der Geburt machen können, ist „one of the most stressful/painful experiences“ sicherlich eine nett heroische Selbstzuschreibung, aber auf dieser biologischen Basis verbietet sich der Vergleich der Geschlechter.
          Denn ihre eigene Biologie diktiert Frauen diese Funktionsrolle, die Mutterschaft, geschlechterexklusiv.

          Es ist zutiefst unlogisch, den konkreten Stress der Mutterschaft mit einer anderen, *konkreten* gesellschaftlichen Funktionsrolle zu vergleichen, die *beide* Geschlechter bewältigen könnten.

          Zutiefst ironisch hingegen, sie verwendet ihre *eigene Biologie*, ihre generative Potenz, um zu begründen, sie wäre – qua Natur also – in der Lage, mit den Herausforderungen einer bestimmten Funktionsrolle umzugehen.
          Hier mutiert *Uterus* zu einer angeborenen, nicht weiter hinterfragbaren *Fähigkeit* – die ausschließlich Frauen haben.

          Wenn vorgeblich geschlossen wird: „Women are individuals just like men, and you can theorize all you like about that, but the truth remains.“, dann ist das offenkundig falsch und sie belügt sich selbst.

          1. Ohne die *biologische Verschiedenheit* der Geschlechter funktioniert ihre Argumentation nicht.
          2. Und sie ist zutiefst davon überzeugt, dass ihre eigene Biologie sie mit *individuellen Vorteilen* in einer Debatte zwischen Mann und Frau versehen hat.

          Mich erstaunt nur, mit welcher Inbrunst Frauen das komplette Gegenteil von dem sagen, was sie vorgeblich glauben (zu sagen).

          Gruß, crumar

          • @crumar

            Das „Frauen haben den Stress der Geburt“-Argument ist allein schon deshalb schlecht, weil es eben nicht in dem gleichen Maße wählbar ist wie der Stress eines Jobs. Wenn eine Frau ein Kind will, dann muss sie (wenn man die Adoption mal weglässt) eben schwanger werden. Klar kann sie einen Kaiserschnitt machen, aber das ist wieder etwas ganz anderes. Der Stress damit ist auch durchaus zeitlich wesentlich kürzer als die Wahl eines Berufes in dem man immer Stress hat

        • @Christian: Zum einen muss sie keine Kinder bekommen, noch weniger als man einen Job machen muss.
          Zum anderen aber wird eine Frau bei der Geburt so mit körpereigenen Drogen abgefüllt, dass davon wenig übrig bleiben dürfte. Nach der Geburt haben Frauen jedenfalls eine geradezu übermenschliche Gelassenheit, die jeden Hardcore-Kiffer blass vor Neid werden lässt.

          • @lh

            „Zum einen muss sie keine Kinder bekommen, noch weniger als man einen Job machen muss.“

            Die meisten WOLLEN aber Kinder bekommen. Und man muss vielleicht nicht EINEN BESTIMMEN Job machen, aber einen Job an sich eben schon, wenn man keinen Partner hat, der einen aushalten will. Und da kann man dann eben gerade aussuchen

            „Zum anderen aber wird eine Frau bei der Geburt so mit körpereigenen Drogen abgefüllt, dass davon wenig übrig bleiben dürfte. Nach der Geburt haben Frauen jedenfalls eine geradezu übermenschliche Gelassenheit, die jeden Hardcore-Kiffer blass vor Neid werden lässt.“

            Jein. Da kenne ich ganz verschiedene Gerüchte. Aber selbst wenn, die „Schmerzphase“ der Geburt ist eben sehr kurz im Vergleich zu einem Job, den man dann 40 Jahre lang macht.

        • Nach der Geburt haben Frauen jedenfalls eine geradezu übermenschliche Gelassenheit, die jeden Hardcore-Kiffer blass vor Neid werden lässt.

          In der Regel heulen sie erstmal ein paar Tage („Babyblues“), nicht selten entwächst daraus eine handfeste postpartale Depression. Also mit „übermenschlicher Gelassenheit“ würde ich eher mal nicht rechnen.

        • „Zum anderen aber wird eine Frau bei der Geburt so mit körpereigenen Drogen abgefüllt, dass davon wenig übrig bleiben dürfte. Nach der Geburt haben Frauen jedenfalls eine geradezu übermenschliche Gelassenheit, die jeden Hardcore-Kiffer blass vor Neid werden lässt.“

          Soweit ich es von Frauen gehört habe, die auf eine PDA verzichtet haben sind es schon äußerst schwer erträgliche Schmerzen.

          Aber dafür gibt es ja die PDA.

        • „Da nur Frauen ein Kind austragen können, handelt es sich nicht um ein „human experience“, sondern eine Erfahrung, die exklusiv nur Frauen machen können.“

          Und auch in dieser Erfahrung sind sie extrem individuell.

          Ich bin mir nicht sicher, wie schmerzhaft eine Geburt wirklich ist.
          In die Bewertung scheinen auch gesellschaftliche Erwartungen hineinzuspielen.
          Männer gelten allgemein als wehleidig und sogar (männliche) Ärzte behaupten aus tiefster Überzeugung, dass Männer den Geburtsschmerz nicht aushalten würden.
          Meiner Alltagserfahrung entspricht das nicht.
          Und – ich habe während meines Studiums mit einer Kommilitonin zusammen in einer WG gelebt, die in all den obengenannten Beispielen so unendlich wohltuend unweiblich war (optisch dagegen sehr weiblich 😉 ), eben Studentin der Ingenieurswissenschaften.
          Wenn sie Regelschmerzen hatte, legte sie sich mit einer Wärmflasche auf dem Bauch aufs Sofa und bat sich Ruhe aus. Fertig. Kein Gezicke, kein Streit.
          Gegen Ende des Studiums wurde sie schwanger, zog mit ihrem damaligen Freund und späteren Ehemann zusammen und bekam ihr Kind.
          Von mir befragt, bekannte sie, dass sie nach den Schilderungen von Müttern mit wesentlich schlimmeren Schmerzen gerechnet hatte. „Halb so wild“, war ihr Kommentar.
          Sie hat ihren Nachwuchs nach der Geburt im Krankenhaus ins Körbchen gelegt und ist nach Hause gefahren.
          Ich will nicht behaupten, dass sie die Norm ist, aber auf der anderen Seite unterstelle ich Übertreibung bei der Schilderung der Schmerzen.
          Nachvollziehbar: es adelt mich doppelt, wenn ich meine Leistung unter übermenschlichen Schmerzen erbracht habe.
          Und Frauen zehren ein Leben lang von dieser Erfahrung.

          Ich neige zu Nierensteinen und eine der eindrucksvollsten Erfahrungen meines Lebens war eine Nierenkolik, von der ein Rettungssanitäter mir später mal sagte, das seien die stärksten Schmerzen, die ein Mensch aushalten könne, ohne bewusstlos zu werden.
          Man kann das Gefühl am ehesten damit vergleichen, als würde einem eine dicke, rostige Eisenstange in den Rücken gerammt und dann langsam gedreht.
          Nichtsdestotrotz würde ich nicht auf die Idee kommen, deshalb von meinen Mitmenschen Bewunderung einzufordern, erst recht nicht, noch Jahre später.

          • „Von mir befragt, bekannte sie, dass sie nach den Schilderungen von Müttern mit wesentlich schlimmeren Schmerzen gerechnet hatte. „Halb so wild“, war ihr Kommentar.“

            Gerade bei Schwmeren gibt es eben sehr starke individuelle Unterschiede. Insofern sagt das Empfinden einer Frau wenig aus.

        • @carnofis

          Im Ertragen physischer Schmerzen liegt wahrlich kein Heroismus.
          Ist übrigens eine dieser mehr als fragwürdigen angeblich „männlichen“ „Tugenden“.
          Wie bezeichnend, dass dieser Müll, der einst zur männlichen „Kriegsertüchtigung“ diente im weiblichen Part der Geburt als Komplementärbild dazu sich hartnäckig hält bzw sich sogar noch verselbstständigt hat!

        • „Gerade bei Schwmeren gibt es eben sehr starke individuelle Unterschiede.“

          Man darf auch nicht vergessen, dass das Endorphin-System hier involviert wird…

        • „Gerade bei Schwmeren gibt es eben sehr starke individuelle Unterschiede. Insofern sagt das Empfinden einer Frau wenig aus.“

          Was eigentlich für alle „typisch“ weiblichen Attribute gilt. Deshalb tue ich mich ja so schwer mit einer Definition von Weiblichkeit.
          Hinzu kommt noch die zyklusbedingte Schwankung einiger Eigenschaften.
          Vor dem Eisprung unternehmenslustig, tolerant und gut gelaunt, ist sie zwei Wochen später ohne ersichtlichen Grund deprimiert, streitsüchtig und phlegmatisch.
          Und so geht das jahrein- jahraus.

        • *Männer gelten allgemein als wehleidig und sogar (männliche) Ärzte behaupten aus tiefster Überzeugung, dass Männer den Geburtsschmerz nicht aushalten würden.
          Meiner Alltagserfahrung entspricht das nicht.*

          „Sämtliche Geburten, die ich bei Vätern erlebte, haben jene lediglich mit einem Stück Leder zum Draufbeißen ertragen!“

          Merkste selbst, ne? 😀

        • Die Vorstellung von Schmerzen mag schlimmer werden als der Schmerz selbst und das menschliche Vorstellungsvermögen kann sehr erfinderisch sein…

        • Entgegen dem in der Wissenschaft verbreiteten Klischee ist sich die Forschung seit Jahren ziemlich einig darüber, dass die Schmerzschwelle von Frauen geringer ist, sie auf experimentell induzierten Schmerz früher bzw. heftiger reagieren sowie
          häufiger an Schmerzsymptomen und -syndromen leiden.

          Der genaue Grund (Nozeption vs. Inhibition, physiologisch vs. psychisch, nature vs. nurture) ist unklar und es lässt sich auch nicht auf jegliche Form von Schmerz verallgemeinern, aber die Tendenz insbesondere hinsichtlich exogener Stimuli ist recht eindeutig.

          http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22192712?dopt=Abstract&holding=npg

          http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16290886

          http://bja.oxfordjournals.org/content/111/1/52.full

          http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2745644/

        • Entgegen dem in der Wissenschaft verbreiteten Klischee

          Ups, wie dämlich 😀

          Meinte natürlich das in der Öffentlichkeit (und bei vielen Ärzten) verbreitete Klischee, dass Männer empfindlicher seien.

        • @david
          mal schnell drübergeschaut. Sehe ich das richtig? Das Mass an Schmerz kommt in diesen Studien rein subjektiv nach dem Dafürhalten von Befragten zustande? Dann ist das aber nicht gesichert zu betrachten, dass Frauen schmerzempfindlicher als Männer sind.

        • Selbstverständlich ist Schmerz als ein Phänomen unseres Bewusstseins eine subjektive Sinneswahrnehmung, was denn sonst? Eine physikalische Größe etwa? Oder hab ich was nicht mitbekommen und die Qualia wurde entschlüsselt?

        • „Von mir befragt, bekannte sie, dass sie nach den Schilderungen von Müttern mit wesentlich schlimmeren Schmerzen gerechnet hatte. „Halb so wild“, war ihr Kommentar.“

          Witzig. Ich dachte beim ersten Mal insbesondere:
          Warum hat mir nur keiner gesagt wie furchtbar das ist???

          Könnte natürlich auch mit ihrer Körpergröße zu tun haben, möglicherweise. So sie langgewachsen ist (also eher der Durchschnittsgröße der Männer entspricht als der der Frauen), läge die Erklärung für ihre als unnormal einzustufende Erfahrung ziemlich auf der Hand.

          Nierenkoliken würde ich persönlich vergleichen mit Wehen mittlerer Intensität (es kommen noch zwei oder drei Steigerungs-Stufen). Ich ließ mir übrigens eine PDA setzen beim ersten Mal, fand die aber stressig (Du weißt, Du darfst Dich keinen Millimeter bewegen während Du Wehen hast!), schmerzhaft (ich hab auch Einstichnarben zurückbehalten) und – von vielleicht zwei Stunden abgesehen – unterm Strich ziemlich unnütz. Buscopan intravenös half mir bei der zweiten Entbindung tausendmal besser, vorallem fühlte ich mich im Kopf so ein bisserl wie besoffen, das machte es wohl erträglicher.

          „Sie hat ihren Nachwuchs nach der Geburt im Krankenhaus ins Körbchen gelegt und ist nach Hause gefahren.“

          Ich bin beim ersten Mal nach dem fürchterlich schmerzhaften Nähen sogar aufgesprungen und direkt weggerannt im Wahn.

          „Ich will nicht behaupten, dass sie die Norm ist, aber auf der anderen Seite unterstelle ich Übertreibung bei der Schilderung der Schmerzen.“

          Schonmal dran gedacht, dass Deine Bekannte untertrieben haben könnte?

          „Nachvollziehbar: es adelt mich doppelt, wenn ich meine Leistung unter übermenschlichen Schmerzen erbracht habe.“

          Mütter müssen im Allgemeinen sehr stark leiden, aber Anerkennung gibts dafür keine, im Gegenteil. Die Gelegenheiten, zu denen die traumatischen Anteile einer Geburtserfahrung überhaupt mal angerissen werden können, finden sich in den so überaus beliebten Krabbelgruppen und generell eben in Gesprächen mit anderen Jung-Müttern.

          Der Rest erwartet von Dir, dass Du die erlebte, nicht selten als lebensbedrohlich wahrgenommene Grenzerfahrung einfach wegsteckst, und das bitte sofort. Das Kind ist doch jetzt da und braucht Dich nonstop, die schlimmsten Schmerzen sind doch jetzt überstanden und überhaupt: dafür hätten sie sich doch gelohnt.
          Sagen Mütter ja auch selbst oft, als Mantra für sich.
          Und irgendwann glauben die meisten das auch tatsächlich (so halb zumindest).

      • Wobei du wenn du genau liest durchaus vielfältige Operationalisierungen auch mit „objektiven“ Parametern wie muskuläre Reaktionen, Stress oder Pupillenweitung findest. Dadurch geht dein „Problem“ der Subjektivität aber nicht weg, weil alles über die WAHRNEHMUNG, somit das subjektive Empfinden mediiert wird.
        Und sobald wir von Reflexen sprechen, also Reflexbögen die nicht den Umweg über das ZNS nehmen, können wir eben nicht mehr von Schmerz sprechen.

  2. Es wäre natürlich einfach, hieraus ein Schlachtfest der Misogynie zu machen. Weiblichkeit positiv zu definieren ist deutlich schwieriger. Insbesondere auch, weil man sexuelle Attraktivität nicht einfach als Maßstab nehmen kann. Die gewinnt Frau nämlich vor allem durch gutes Aussehen.

    Charaktereigenschaften, die eine Frau darüber hinaus attraktiv machen, sind aber meistens gar nicht speziell weibliche, sondern eher sogar besonders unweibliche wie Loyalität, Vernunft, charakterliche Reife.

    Ich kann auch nur sagen, dass ich Frauen emotional, weich, verspielt und anhänglich mag.

    • Ich merke gerade, dass diese Definition hier nicht zutrifft, da es viele Dinge gibt, die weiblich sind, die Mann aber eher nicht attraktiv findet.

      Intrasexuelle Selektion scheint bei Frauen wichtiger zu sein, als unter Männern. Was logisch erscheint, da der Mann ja nur ein Massenanbieter von Spermien ist.

      • @adrian

        „Was logisch erscheint, da der Mann ja nur ein Massenanbieter von Spermien ist.“

        Evolutionär betrachtet falsch. Wäre nur das Sperma interessant, dann gäbe es keine Liebe. Paarbindung wäre seitens der Frau unnötig. Wir hätten Modelle wie bei den anderen Primaten, also Schimpanzen, Bonobos, Gorillas

          • @adrian

            Würden Frauen dann so im Bereich Schönheit konkurrieren? Dessen ungeachtet spielt dies sicherlich auch eine sehr starke Rolle. Wobei die Eingebundenheit der Frau in die Gruppe gleichzeitig auch für den Mann interessant sein kann, es sichert immerhin auch Unterstützung für seine Kinder bei Betreuung etc

      • Mit dem Verhältnis von Frauen untereinander hat das nur wenig zu tun. Vor allem dienen all diese weiblichen Eigenschaften dazu, mit Männern klar zu kommen und die Scheißkerle dazu zu bekommen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

        • Frauen zu verstehen halte ich für durchaus möglich. Aber den Rahmen eines Kommentars hier sprengt das wohl.

          Für den Anfang kann ich Dir https://illimitablemen.com/archives/ und dort insbesondere die Texte zur weiblichen Psyche und zu Machiavellismus empfehlen.

          Die meisten weiblichen „Irrationalitäten“ kann man sich ganz gut mit einem unbewussten/instinktiven Machiavellismus erklären.

  3. Hier mal ein paar Texte aus dem Netz:

    http://www.muellerscience.com/PSYCHOLOGIE/Allgemeine/Menschenbilder/Geschlechterstereotype.htm

    Wieweit entsprechen die Erwartungen des Mannes an „die“ Frau seinen Bedürfnissen?

    Helge Pross (1978) fragte Männer nach einer Definition von „Weiblichkeit“. Einige Antworten lauteten:

    „(…) Man kommt heim und muss sich wohlfühlen können. Das verstehe ich unter Weiblichkeit.“;
    „Weiblich, dass die Frauen in der Lage sind, den Mann abzulenken, irgendwelche Probleme von ihm fernzuhalten (…) Weibliche Fähigkeit, sagen wir mal, dem Mann zu helfen, seinen Beruf zu erfüllen, ihn nicht von seinem Beruf abzulenken.“;
    „Das Haus und der Haushalt, das ist eben ein wichtiger Teil ihrer Welt, da muss alles stimmen, das muss sauber sein und funktionieren, es muss einfach schön sein.“;
    „Ich weiss, dass ich für Erziehung und soziale Arbeit, wie immer man es nennen will, nicht so gut geeignet bin, dass Frauen damit wesentlich besser klarkommen.“;
    „Die Erziehung der Kinder, das ist doch etwas ganz Besonderes, und da sind die Frauen entschieden besser als die Männer.“;
    „Ja, sie ist eben fraulich, zärtlicher. Ich verstehe darunter, dass sie diejenige ist, die das Heim gemütlicher macht, wohnlicher macht, die das Leben lebenswerter macht, indem sie schöne und angenehme Stunden ins Leben bringt.“

    „Kein Mann beantwortet die Frage; jeder definiert stattdessen, welchen Nutzen die Frau ihm bringt, und serviert das dann als sein Bild der ‚Weiblichkeit’“ (Bornemann 1978).

    (zit. nach Petra Wollschläger 1981, 4-5; nach Ernest Bornemann 1978; Ergänzungen bei Andreas Giger 1981, 17).

    Männer definieren also Weiblichkeit nach ihren Bedürfnissen.

    Das zeigt sich auch in einer zweiten Studie. Andreas Giger (1981) wertete eine Umfrage, ebenfalls bei deutschen Männern aus derselben Zeit, 1976, u. a. daraufhin aus, wie Männer die ideale Frau sehen. Die Hälfte bis drei Viertel erwarten folgende Eigenschaften:

    (eigene Frau)
    treu 77 %
    kinderlieb 64 %
    zärtlich 63 % 48 %
    häuslich 60 % 75 %
    fröhlich 59 %
    fleissig 55 % 63 %
    hübsch 46 %

    Völlig unerwünscht ist die Eigenschaft „anspruchsvoll“.

    (…)

    Was ist „weiblich“, was ist „männlich“, was ist „erwünscht“, was ist „nicht erwünscht“?

    Einen andern Aspekt, der etwas positiver aussieht, enthüllt die Untersuchung von Petra Wollschläger (1981).
    Schon 1952 hatte Charles Osgood Studenten veranlasst, ganz verschiedene Begriffspaare mit „weiblich“ und „männlich“ in Zusammenhang zu bringen. Dabei ergaben sich folgende deutliche Zuordnungen (P. R. Hofstätter 1957, 259):

    weiblich männlich
    weich hart
    verschwommen klar
    schwach stark
    passiv aktiv
    verspielt ernst
    gefühlvoll kühl
    redselig verschwiegen
    friedlich aggressiv
    verträumt nüchtern
    nachgiebig streng
    zart robust
    sanft wild
    leise laut
    unterwürfig herrisch.

    Eine andere Art von Zuordnung ergab (a. a. O. 261):

    weiblich männlich
    Zärtlichkeit Intelligenz
    Gemüt Persönlichkeit
    Liebe Kampf
    Heiterkeit Gefahr
    Schlaf Zerstörung
    Hass
    Triebhaftigkeit
    keine Erschöpfung

    Diese Zuordnungen gelten wohl schon seit Jahrhunderten.

    Petra Wollschläger hat nun ebenfalls, und zwar Studenten, nach „eher weiblichen“ und „eher männlichen“ Eigenschaften gefragt, eine andere Gruppe aber danach, wie erwünscht diese Eigenschaften generell seien. Konkret wurden gleichviel Männer wie Frauen gefragt: „In welchem Mass sehen Sie persönlich diese Eigenschaften gerne an ihren Mitmenschen?“

    Die doppelte Liste sieht folgendermassen aus (121):
    eher weiblich eher männlich
    a) gern gesehen
    zärtlich (m)
    einfühlsam
    gefühlsbetont politisch engagiert
    romantisch logisch (m)
    fürsorglich zielstrebig (m)

    b) unwichtig
    technisch interessiert
    nachgiebig kräftig
    häuslich leistungsbezogen

    c) ungern gesehen
    ängstlich
    eitel (m)
    leicht
    zu überzeugen (m)
    karrierebewusst
    hysterisch autoritär
    brutal

    Der Buchstaben m gibt dabei an, dass diese Einschätzungen nur von der Mehrheit der Männer so vorgenommen wurde. Die extremsten Eigenschaften sind unterstrichen.

    Aus dieser Darstellung zeigt sich, dass es sowohl weibliche wie männliche Eigenschaften gibt, die „sozial erwünscht“ sind, und Eigenschaften, die unerwünscht sind. Der Tendenz nach sind weibliche Eigenschaften eher „sozial erwünscht“ (123, 256).

    In der Folge wurden ähnliche Eigenschaften zu 8 Gruppen zusammengefasst. Daraus ergab sich:

    weiblich männlich
    a) erwünscht
    Gefühl Tatkraft
    Rationalität

    b) unwichtig
    Fürsorglichkeit
    Unsicherheit

    c) unerwünscht
    Oberflächlichkeit Macht
    Gewalt

    https://www.sein.de/weiblichkeit-leben-die-wiederentdeckung-der-polaritaet/

    Die feminine Energie repräsentiert eine offene und rezeptive Haltung: Sich auf andere einstellen, Empathie, Mitgefühl und die Fähigkeit, mit dem anderen zu verschmelzen, sich in ihm aufzulösen, sind zum Beispiel Ausdrucksformen des Femininen. Im Eros drückt sich das Feminine als reine Lebenskraft und Daseinsfreude aus, als Schönheit, Ästhetik, Anmut und Zartheit – aber auch als Wildheit, Ekstase und Chaos. Weitere feminine Qualitäten entspringen dem Kontakt zu den eigenen Gefühlen und der Fähigkeit, sie auszudrücken, wie die Intuition, die zusammen mit der Kreativität Dinge initiiert.

    Weibliche Energie drückt sich als Liebe aus, die sich verschenken will, ohne Wenn und Aber, eine Liebe, die sich ohne Ziel ganz hingeben möchte. Sie bewegt sich, berührt, verströmt sich, ohne irgendwo ankommen zu müssen, ohne ein bestimmtes Ziel damit zu verfolgen – im Gegensatz zur maskulinen Energie, die sehr zielgerichtet ist. Das Feminine nimmt die Welt vor allem über die Sinne wahr und akzeptiert das Leben, wie es ist, statt alles zu analysieren und zu bewerten. Feminine Energie bedeutet auch Gegenwärtigkeit, sie lebt nur diesen Augenblick und den nächsten – immer wieder neu. Feminine Energie beinhaltet all diese Möglichkeiten, die wir in uns zur Verfügung haben. Wir können sie realisieren oder sie verdrängen.

    http://www.glamour.de/liebe/beziehung/weiblichkeit-frau-sein

    Ich glaube ein bisschen was davon steckt in jeder Frau: verletzlich und stark, widersprüchlich, trotzig, einen Hauch neurotisch und in der Lage, mit einem Lächeln zu verstören und einer schlagfertigen Bemerkung zu betören. Frauen sind ein Geheimnis, das man besser liebt, anstatt zu versuchen, es aufzudecken.(…)
    Die Frage nach Weiblichkeit ist vertrackt. Sie ist immer auch eine Identitätsfrage und Suche und zeigt zugleich, wie uns Frausein verkauft wird. Als müsse man sich seine Weiblichkeit erarbeiten, erstehen, verdienen oder könne sie sich aufschminken. Attraktive Frauen sind was Wunderbares, Mode ist toll, alles, was die Sinne betört, auch. Was aber weniger toll ist: immer das Gefühl zu haben, nicht genug zu leisten, zu sein, zu bieten. Ich glaube: Frauen zweifeln, grübeln, ja, denken mehr. Uns wird allgemein nachgesagt, recht viel zu sprechen. Wenn wir so viel sprechen würden, wie wir denken, nun ja, sagen wir so: Es ist für alle ein Glück, dass wir mitunter vorziehen zu schweigen. Ich bewundere Frauen, ich finde sie erstaunlich, begehrenswert und/oder ein bisschen beängstigend. Ich würde mich immer mit ihnen solidarisieren, wenn sie benachteiligt, bevormundet oder gar gequält werden. Und ich würde es gleichzeitig immer vorziehen, mich mit einem Mann zu streiten anstatt mit einer Frau.
    (…)

    Was ich weiblich finde? Sinnlichkeit. Am weiblichsten habe ich mich in meinem Leben gefühlt, wenn ich hingerissen war, von einem Mann, einer Idee, einem vertanzten Moment. Wo ich in etwas aufging, mich hingab, wo es sich wunderbar und richtig anfühlte, am Leben zu sein. Nichts ist so weiblich und anziehend wie eine glückliche Frau. Dafür würd ich sofort auf die Straße gehen. Denn wie sagte Timothy Leary so schön: „Frauen, die versuchen, Männern gleich zu sein, fehlt es an Ambition.“

    https://www.elitepartner.de/forum/frage/was-sind-typisch-weibliche-eigenschaften.19825/

    Verhalten: warmherzig, anmutig, familiär, ausgleichend, lieb, natürlich;
    also eben nicht: kalt, hart, vorlaut, herrisch, dominant (wie bei vielen erfolgreichen Frauen)
    (…)
    Eine Frau sollte (wenn sie mal kinder will) auf jeden Fall einfühlsam, fürsorglich, nicht gewalttätig, nicht egoman, nett, intelligent, nicht zeitlich stark eingeschränkt, vorausschauend, kommunikativ und verständnisvoll sein.

    http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/psychologie/gesundepsyche/tid-5586/psychologie_aid_54529.html

    Ob wir ein Verhalten als typisch männlich oder typisch weiblich einschätzen, resultiert daraus, wie wir es wahrnehmen und bewerten – sprich, in welche Schublade wir denjenigen stecken. Der typische Mann hat seine Emotionen unter Kontrolle, ist zielstrebig, ehrgeizig und durchsetzungsstark. Die Frau gilt als emotional, sozial orientiert, sicherheitsbedürftig und intuitiv.

    Draufgänger oder Schlampe

    Gleiches Verhalten von Mann und Frau interpretieren wir auf Grund dieser Stereotypen ganz unterschiedlich. So gilt ein Mann, der auf seinem Recht besteht, als hartnäckig, eine Frau bezeichnet man im gleichen Fall als penetrant. Ein sexuell aktiver Mann ist ein „Draufgänger“, die Frau eine „Schlampe“. Er setzt sich vehement durch, sie wird hysterisch. Oder umgekehrt: Sie ist sensibel, er jedoch nicht belastbar.

    • Das sind ja alles super Beispiele, die den banalen Geschlechtsdimorphismus absolut überhöhen und zu einer mystischen gottgegebenen Dichotomie („Ying & Yan“, etc) erklären.

      Da bleibt natürlich alle Gleichberechtigtheit und Gleichheit und Partnerschaftlichkeit auf der Strecke.
      Taugt alles eigentlich nur zur Verhetzung zum „Geschlechterkrieg“….

      Gerade wenn das in Watte eingepackt im nebulösen NewAge Slang daher kommt, ein Paradebeispiel aus „Glamour“:

      „Weibliche Energie drückt sich als Liebe aus, die sich verschenken will“

  4. „Weibliche Energie drückt sich als Liebe aus, die sich verschenken will“

    Für einen Mann der diesbezüglich Gleiches mit Gleichem vergelten will, ist das natürlich eine Falle. Aber ansonsten halte ich das nicht für falsch und eigentlich eine schöne Beschreibung?

      • Ich nehme an, dass der Begriff „Energie“ hier (wie fast immer) verwendet wird, weil dem Autor eine präzise Definition nicht möglich ist. Daraus würde ich niemandem einen Strick drehen wollen.

        Und auch wenn für mich esoterisches Denken nichts ist, finde ich eine weibliche Beschreibung von Weiblichkeit, die solches (weibliches!) Denken verwendet, nicht schlimm.

        Was stört Dich denn konkret daran?

        • Das mit der „Energie“ hat einen eindeutig esoterischen Bezug und ist in zahlreichen Ausdrucksformen bekannt, die alle auf die Vorstellung der „Aura“ zurückgehen:

          https://www.psiram.com/ge/index.php/Aura

          Kommt aus der „Theosophie“, die auch im Feminismus „der ersten Welle“ grundlegend war — und deshalb ist das bis heute auch der typische Tenor von Frauenzeitschriften, inkl. Horoskop und anderes Irrationale.

          Das liegt also alles an der Verbreitetheit und Persistenz von Weltanschauungen und nicht etwa an „weiblichem Denken“ — obwohl diese Esoteriker sich alle Mühe der Welt gemacht haben ihr „Denken“ als „weiblich“ darzustellen und zu verkaufen!

        • Sowohl im „links-alternativen“ als auch im zutiefst bürgerlichem Milljöh epidemieartig verbreitet und festgesetzt…
          Das ist wie bei dem typischen Eisberg, der rationale Ausdruck davon, zB der Feminismus um den es hier geht, ist nur die unbedeutende Masse, die aus dem Wasser ragt. Deshalb hat dieser sichtbare Ausdruck des Ganzen auch gar kein Problem mit der ganzen kruden Unlogik, die eben als „normal“ hingenommen wird.

        • Ich glaube nicht, dass hier „Aura“ gemeint ist, sondern eher so was wie „Essenz“. Es geht um einen Versuch der Abstraktion von Verhalten.

        • „Essenz“ ist auch so ein Begriff aus der Ecke, allerdings schon älter und nicht mehr gebraucht, heute ist´s die „Energie“….

          Das ist keine Abstraktion von Verhalten, sondern eine absolut idealisierte Darstellung, die immer mystisch, metaphysisch oder sonstwie religiös oder pseudoreligiös eingebunden ist.

          Diese Esoteriker waren sehr erfolgreich darin, ihre Denke als normalen Ausdruck des Denkens schlechthin zu mainstreamen.

  5. Weiblichkeit ist „Heute Hü, morgen Hott“ – und sich darüber beklagen, dass sich gestern noch jemand in Sachen „Hü“ für einen ins Zeug gelegt hat.

    Weiblichkeit ist „Alles okay“ sagen, und „Spinnst Du? Wie kannst Du nur?!“ meinen. Muss doch jeder verstehen.

    Weiblichkeit ist „Hilfe, hilfe, ich kenne mich mit Dings nicht aus. Wenn ich Dings mache, mündet das in Chaos“ – Aber kaum kümmert sich wer um das „Dings“, liest sich ein, gibt Tipps, zeigt Lösungen – „Nee, ist mir zu kompliziert. Und jetzt piss Dich nicht als Experte auf. Immerhin habe ich mich 10 Stunden weniger um das Thema bemüht.“

    Weiblichkeit ist die Unausweichlichkeit von Stress. „Sag mal, hab ich zugenommen?“ … Egal, was man antwortet, es ist immer falsch. Wenn man abwiegelt, kommt die heulende „Du nimmst mich nicht ernst! Guck-doch-mal-hier-(reinkneif)“-Arie. Wenn man zustimmt, kommt die heulende „Geh‘ doch zu Deinen Hungerhaken!“-Arie. Wenn man es nicht so genau weiß, kommt die „Bin ich Dir eigentlich wichtig?!“-Arie. Wenn man nach der Fernbedienung fragt, ist eh alles gelaufen.

    Wenn mich der Gedanke an Sex mit Männern nicht so abstoßen würde, dann wäre ich ja mal SOWAS von schwul …

    Zusammenfassend würde ich sagen: „Weiblichkeit ist erstens ein einziges ‚Hä?!‘ und zweitens der Anspruch, dass wirklich JEDER dieses ‚Hä?!‘ toll finden und gefälligst fördern muss.“

    • Ja, kommt einem alles schon bekannt vor 😉

      Aber abgesehen von den Shit-Test-Elementen und der simplen Lust an der Ausübung von weiblicher Macht über den tumben Schwanzträger (Glaubst Du, Frauen untereinander würden sich die Hü-Hott-Nummer trauen? Da gäbe es schnell heiße Ohren) ist die Essenz hier der Wunsch wahrgenommen zu werden.

      Da sich frau der eigenen Existenz nur aus der Wahrnehmung durch andere heraus versichern kann.

    • Meine Großmutter hatte sechs Kinder, die alle in einem Zeitfenster von etwa 5 Jahren heirateten.
      Nach einiger Zeit begannen die Weibsen (vier davon Hausfrauen), den Tag damit zu verbringen, Bündnisse am Telefon zu schmieden und abends ihre Männer einzunorden („Mit denen reden wir nicht mehr!“).
      Eine Zeitlang haben die Männer das Spiel mitgemacht, weil sie davon ausgingen, dass es sich um ernste Zerwürfnisse handeln würde.
      Nachdem aber immer wieder Irritationen auftraten, weil sie die aktuelle Bündnislage noch nicht kannten (Wechsel im Schnitt einmal täglich), haben sie sich vollkommen aus dem Weibertratsch herausgehalten und sich ohne Frauen zum Grillen oder anderen Dingen getroffen.
      Dieses Bündnisschmieden und -aufkündigen war danach ein rein weibliches Geschäft, das noch bis in die 90er fortgesetzt wurde und dann aus Altersgründen zum Erliegen kam.

      Ich fand diese virtuosen Frontenwechsel schon als Kind ungemein interessant und lustig.

  6. Geht es darum, zu beschreiben, wie Frauen im Schnitt sind und die Häufigkeiten dann als „weiblich“ zu bezeichnen? Oder geht es darum, die eigenen Erwartungen an gute/richtige/echte Frauen zu formulieren?
    Bei ersterem fängt das Problem dabei an, dass ich jetzt nicht wüsste, wie man „Zärtlichkeit“ oder „Fürsorge“ wissenschaftlich messen könnte. Über sich selbst könnte das ja jede/-r sagen. (Ich war bspw. immer der felsenfesten Überzeugung, ich sei total burschikos, bis mich meine Schwester ausgelacht hat, als ich ihr das erzählt habe.) Sprich: Selbst- und Fremdbild sind oft nicht identisch. Und selbst wenn man Fremde fragen würde, so definiert jede/-r „Zärtlichkeit“ wahrscheinlich anders. Was für mich zärtlich ist, ist für jemand anderen willensschwach. Das ist meine generelle Vermutung: Bestimmte Eigenschaften werden bei Männern besser und bei Frauen schlechter bewertet – und umgekehrt natürlich auch! Es gibt natürlich Dinge (oder Tätigkeiten), bei denen ich mich weiblich fühle – auf individueller und persönlicher Ebene. Nur sind Frauen, die nicht so empfinden automatisch unweiblich? Und dürften sich Männer bei denselben Tätigkeiten nicht sogar auch männlich fühlen?

    • Wobei fühlst Du Dich denn besonders weiblich? Das muss nicht, könnte aber, ein guter Indikator sein.

      Beim Mann ist es das sehr, weil „sich männlich fühlen“ meistens mit Testosteronspitzen zu tun haben dürfte.

      • Ich hätte damit rechnen können, dass diese Frage kommt 🙂 Wahllose Aufzählung: BH-Kauf, Wohnung aufhübschen, (Kuchen-) Rezepte schauen, generell Essensplanung und -auswahl, während des Orgasmus, Sommerfest planen und vorbereiten, wenn ich meinen Eisprung anhand meiner Kurve sehe, beim Flirten, während der Zeit mit meiner Tantra-Masseurin bzw. während qualitativ guter Zeit mit Frauen auf derselben Wellenlänge, beim Gestalten bzw. im kreativen Prozess (während meines Jobs), wenn mir mein Partner seine Wertschätzung zeigt und wir als Paar funktionieren und harmonieren.

  7. Das ist halt so ein vertracktes ding. Was männlich und weiblich ist, hat sich im laufe der Zeit geändert. Z. B. haben die ersten Corsagen Männer getragen, allgemein war es früher der Mann, der mehr auf Mode geachtet hat, heute würde man das wahrscheinlich metrosexuell nennen. Während der Industrialisierung hat sich das dann gewandelt.

    Allgemein kann gesagt werden, was Männlich und Weiblich ist, unterlag immer der Kultur, in der gelebt worden ist. Nur eins blieb gleich, die Frauen haben die Kinder geboren und die Männer die Kinder gezeugt 😉

  8. Ich tue mich extrem viel schwerer, Weiblichkeit zu definieren, als Männlichkeit.
    Aber heute morgen hatte ich einen Haushaltsmorgen eingeschoben, bevor ich zur Arbeit ging.
    Im Nebenzimmer lief derweil die ARD, die ich gelegentlich morgens wegen des MoMa und des dortigen Wetterberichts eingeschaltet hab.
    Nach den 9-Uhr-Nachrichten kommt dann regelmäßig die Endlos-Soap „Rote Rosen“.
    Was aber heute danach kam, hat mir echt fast die Socken ausgezogen.
    Wüsste ich es nicht besser, ich hätte geglaubt, ich erlebte einen Drogen-Flashback mit Visionen der Teletubbies.
    Das Serien-Intro zur Soap „Sturm der Liebe“ solltet Ihr Euch mal reinziehen, um zu sehen, wie anders Frauen als Männer ticken.
    Viel Weichzeichner, bunte Blümchen, rauschende Hochzeitskleider, schwarz befrackte Traummänner, …
    Unglaublich!

    Damit weiß ich immer noch nicht, was „Weiblichkeit“ ist, aber ich gehe JEDE Wette ein, dass kein normaler Mann in nüchternem Zustand so einen Schrott schaut, dass die Klientel dieser Filmchen nahezu lupenrein weiblich ist.

      • GENAU!!

        Das ist also nicht nur mir schon aufgefallen.

        Ist doch genial, oder?

        Wenn man mich vom Fernseher vertreiben wollte, wäre dieses Intro DAS Mittel der Wahl 😀

        • Der Vergleich mit den „Teletubbies“ trifft wirklich ins Schwarze, aber auch die Hallozinogen-Ästhetik passt wie die Faust auf´s Auge, die ja auch Sternchen produziert.

          Ich hatte aber bis zu deinem post überhaupt keine Ahnung, was da beim ZDF alles gemacht wird, musste spontan lachen.

          Offensichtlich orientiert man sich an den legendären brazilianischen „Telenovelas“ oder wie die richtig geschrieben werden, oder an „Bollywood“. Sind wir mal wieder kulturell inklusiv beim ZDF!

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