Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 7. Mai 2016

Warum gibt es so wenig Chefärztinnen

Slavo weißt auf einen interessanten Bericht dazu, warum es so wenig Chefärztinnen gibt, hin:

Viele Frauen setzten sich keine Ziele, kritisierte Elke Jäger, Chefärztin am Frankfurter Nordwestkrankenhaus. Sie machten sich zu wenig Gedanken darüber, was sie eigentlich wollten, ergänzte Marion Haubitz, Chefärztin am Klinikum Fulda. Vor leitenden Posten schreckten sie zurück. „Dabei macht Karriere glücklich.“ Spätestens im praktischen Jahr sollten sich Studenten auf eine Fachrichtung festlegen, forderte Alexandra Henneberg, niedergelassene Neurologin. Die drei Universitätsprofessorinnen raten Studentinnen, eine Zeit ins Ausland zu gehen. Außerdem seien Promotion und Habilitation für die Karriere hilfreich. Wegen des Ärztemangels hätten Frauen heute beste Chancen im Beruf, meinte Haubitz. An den Universitäten sei jedoch eine Frauenquote nötig.

Zugunsten der Karriere auf Kinder zu verzichten sei nicht nötig, waren sich die Teilnehmerinnen einig, die bis auf Hasselblatt-Diedrich und Uta Bierther, Ärztin in Weiterbildung, alle zwei bis drei Kinder aufgezogen haben. Es gebe Möglichkeiten, die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. „Gerade Frauen mit Kindern haben gezeigt, dass sie gut organisieren können, und sind ideal für Chefarztposten geeignet“, sagte Jäger. Von Teilzeitarbeit riet Monika Buchalik, Vizepräsidentin der Landesärztekammer, jedoch ab. Sie selbst habe als Hausärztin mit eigener Praxis zwei Kinder aufgezogen. Statt dessen empfahl sie Müttern, Haushaltshilfen einzustellen, um sich auf den Beruf zu konzentrieren. „Sie verdienen mehr, als sie dafür ausgeben müssen.“ Viele scheuten die Kosten oder wollten die Kinder nicht abgeben. Ein Kitaplatz reiche für die Betreuung aber nicht aus, warnte Haubitz.

Nicht nur im Haushalt, sondern auch im Berufsleben sollten sich Frauen Unterstützung suchen, meinte Christine Hidas, Oberärztin am Klinikum Darmstadt. Diese bekämen sie in Netzwerken wie dem Ärztinnenbund und in der Studienstiftung. Doch bisher engagierten sich Frauen zu selten in der Fachschaft oder berufspolitisch, bedauerten die Teilnehmerinnen. Frauen hielten dies nicht für wichtig und sagten, sie hätten schon so genug zu tun, erklärte Henneberg. Doch: „Wenn sich etwas ändern soll, müssen sich die Frauen einbringen“, forderte Buchalik.

Eigentlich das Bild, dass sich immer zeigt, wenn es um Frauen in höheren Positionen geht und man Frauen fragt, die in höheren Positionen sind:
  • Der Vorhalt, dass Karriere glücklich macht, wird anscheinend von den Frauen nicht geteilt.
  • Man muss den Hauptfokus auf Karriere legen, also zusätzliche Arbeit in Fortbildung und Titelerlangung stecken und sich nach Möglichkeit früh spezialisieren
  • Frauen schrecken vor den hohen Positionen zurück
  • Kinder und Karriere bedeutet, dass man dennoch so wenig wie möglich aussetzen muss und die Kinderbetreuung auf jemanden anders verlagern muss.

Auch der Hinweis darauf, dass sich Frauen nicht genug einbringen ist interessant. Es passt gut dazu, dass in Berufen mit hoher Frauenbeteiligung geringe Löhne gezahlt werden sollen.

 

 

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Responses

  1. “ „Wenn sich etwas ändern soll, müssen sich die Frauen einbringen“, forderte Buchalik.“

    Was soll das? Ist eine Frau als Chefarzt ein Wert ansich?

    • Ja, das versteh ich auch nicht.
      Und: Worin liegt der überhaupt gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Vorteil der beruflichen Frauenförderung?

      • Diesen Vorteil gäbe es, wenn die geförderten Frauen dann Stellen übernehmen würden, die ansonsten unbesetzt blieben. Das ist aber meines Wissens kaum der Fall.

        • Eben.

      • @ Adrian

        Ich weiß es auch nicht welchen Vorteil dies haben soll.

        Bei Heteromännern kann ich zum Teil folgen, … sind eben weibergeil … nur warum Schwulenverbände diesem Unsinn, der ihnen selber nur schaden kann, folgen … verstehe ich nicht.

        Schwule Feministen ist eigentlich doppelt blöd! Sie schaden nicht nur sich, sondern auch ihrem Partner … erklärtermaßen, mit Ansage!?

        • Um das zu verstehen, müsstest Du wie ein Linker denken: in Machtkategorien und Klassen.

        • Das denke ich auch.

          Dazu kommt aber noch, daß die Berufsschulen NIX Eigenes zur Gesellschaft beizutragen haben …. ausser ihre Forederung zur Ehe (die ich für gerechtfertigt halte)

  2. „Auch der Hinweis darauf, dass sich Frauen nicht genug einbringen ist interessant. Es passt gut dazu, dass in Berufen mit hoher Frauenbeteiligung geringe Löhne gezahlt werden sollen.“

    Ich plädiere ohnehin seit Jahren endlich auch einmal die hohe Vereinbarkeit von Familie und Beruf in typischen Frauenberufen monetär zu bewerten. Das ist für mich wie ein geldwerter Vorteil.

    Die Erzieherin z.B. kann ausetzen und zurückkehren wie sie lustig ist. Arbeitgeber haben hier hohe Akzeptanz zu flexiblen Arbeitszeiten.

    Ein ehemaliger Bekannter von mir, ist LKW-Fahrer im Wechselwochenmodell. D.h. drei Wochen Touren durch ganz Europa werden abgelöst von zwei freien Wochen. Natürlich verdient er, bei gleichen Bildungsniveau wie die durchschnittliche Erzieherin fürstlich (über 3.300 netto!), aber welche Mutter möchte ihr Kind drei Wochen lang nicht sehen? Natürlich ist der Guüerverkehr eine Männer-Domäne.

    Was ist mit Handwerkern die wochenlang auf Montage in ganz Deutschland rumtouren? Welche Mutter wäre dazu bereit?

  3. Ich habe verschiedentlich bei „Frauen auf dem Weg nach oben“ beobachtet, dass ihnen eine wesentliche Motivation fehlt: Gestaltungswillen. Frauen scheinen die Nachteile und höheren Belastungen von Führungsaufgaben zu sehen, aber an Vorteilen sehen sie nur mehr Geld und Status. Erfolgreiche Männer dagegen machen meiner Einschätzung nach in erster Linie Karriere um Dinge gestalten zu können. Das meint sowohl zu bestimmen, wie das Unternehmen seine Aufgaben erledigt, aber vor allem auch die Bedingungen der eigenen Tätigkeit. Je weiter man nach oben kommt, umso weniger muss man sich von anderen sagen lassen, wie man seinen Job zu machen hat. Dieser „Wille zur Macht“ scheint mir für Männer eine ganz wesentliche Triebfeder zu sein, die bei Frauen meistens so nicht existiert.

    • Könnte ein Punkt sein.

      Zwei weitere:

      Frauen haben eher Probleme mit institutionalisierter Macht wie sie typisch ist für betriebliche Hierarchiesysteme. Die weibliche Sozialisation besteht ja aus ständig wechselnden und instabilen Rangfolgen, während Männer leichter einen Status relativer Stabilität akzeptieren können (bis der nächste Herausforderer auf den Plan gerufen wird).

      Männer sehen die Dinge mehr als Spiel. Karriere ist eine Kombination aus Einsatz, setzen und Ertrag. Im Spiel ist gegen Mitmenschen möglich, was sonst eher nicht möglich ist: Wie beim pokern den besten Kumpel zB. Rausbluffen. Genau das gleiche im Beruf, man geht zusammen ein Bierchen trinken, aber in der Firma ist wieder die Spielsituation.

      Dazu kombiniert mit höherer Risikobereitschaft und weiblicher Erwartung nach Status und Geld. Klar das unter den karrieristen mehr Männer sind.

      • Das mit der Hierarchie spielt auch eine große Rolle. Frauen tendieren ja bekanntlich zum Krabbenkorb-Prinzip. Chefin zu werden bedeutet für sie, nicht mehr „Freundinnen“ mit den anderen Frau sein zu können, was ihnen wohl schwerer fällt als Männern. Und natürlich kommt an der Stelle noch hinzu, dass wenn sie den Rollenwechsel nicht akzeptieren, sondern weiterhin Freundin sein wollen, sie lausige Chefinnen sind.

      • @teardown
        *Die weibliche Sozialisation besteht ja aus ständig wechselnden und instabilen Rangfolgen, während Männer leichter einen Status relativer Stabilität akzeptieren können (bis der nächste Herausforderer auf den Plan gerufen wird).*

        Das klingt ja sehr klug und wissenschaftlich, aber kannst du das auch an einem Beispiel erläutern?
        Immerhin haben ja Männer und Frauen ähnliche Lebenswelten, da wundert es mich, warum die Sozialisation im Bezug auf Hierarchien so grundlegend unterschiedlich sein soll.

        • Sozialisation? Es dürften eher angeborene Unterschiede sein

        • Es ist vielleicht etwas undeutlich geschrieben. Mit Sozialisation meinte ich einen weitergefassten Begriff. Aus der Wiki:

          „Inzwischen haben Klaus Hurrelmann und Ullrich Bauer diese Diskussion weitergeführt. Sie bezeichnen als Sozialisation „die Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen, die sich aus der produktiven Verarbeitung der inneren und äußeren Realität ergibt. die körperlichen und psychischen Dispositionen und Eigenschaften bilden für einen Menschen die innere Realität, die Gegebenheiten der sozialen und physischen Umwelt die äußere Realität.“

          Es ist nicht nur Kultur oder nur Natur. Es bedingt sich gegenseitig. Und das ist bei der Herausbildung von sozialen Hierarchien zwingend notwendig. Männer haben hier eine andere Sozialisation. Sie müssen sogar lernen stabile Hierarchien anzunehmen. Andernfalls würden Männer sich in stauskämpfen gegenseitig ausrotten. Frauen haben diese Ausprägung nicht evolutionär entwickelt. Und somit zeigt sich auch anderes verhalten im sozialverband.

        • „Das klingt ja sehr klug und wissenschaftlich, aber kannst du das auch an einem Beispiel erläutern?“

          Der Artikel spricht vom mangelnden Netzwerken. Eine Königsregel lautet: Bau dir dein Netzwerk auf, bevor du es brauchst. Das heißt wir haben hier also einen langwierigen Prozess. Und tatsächlich vernetzen sich Männer bereits im studienalter ein leben lang, deutlich sichtbar: Verbindungen. Frauen tendieren eher zur kurzfristigkeit. Sehen weniger den Gewinn eines langfristigen Netzwerks. Und genau das sehen wir in der kindlichen Sozialisation. Weibliche peergroups sind gekennzeichnet von kurzfristigkeit. Sobald sich etwas ändert, ändert sich das gesamte Gefüge. Insbesondere dann, wenn eine aus der peergroup eine andere verletzt oder benachteiligt. Es folgt sofort die exklusion. Bei jungen ist eher die Ansicht da, beim nächsten mal bin ich dran.

          Das ist hier auch keine schwarze Magie von der ich schreibe. Das ist stateoftheart in der Forschung.

        • *Männer haben hier eine andere Sozialisation. Sie müssen sogar lernen stabile Hierarchien anzunehmen. Andernfalls würden Männer sich in stauskämpfen gegenseitig ausrotten.*

          Inwieweit ist das nicht männerfeindlich, wenn du von ihnen redest, als wären sie Paviane im Gelsenkirchener Zoo?

          Zudem, wenn du Evolution meinst, dann sag doch auch nicht Sozialisation, ja?

        • „Inwieweit ist das nicht männerfeindlich, wenn du von ihnen redest, als wären sie Paviane im Gelsenkirchener Zoo?“

          Es ist es nicht, weil er es nicht tut.

          Nur weil Du es so behauptest, ist es noch lange nicht an dem. 🙂

  4. Dazu passt ein Artikel von letzter Woche über Ingenieurinnen: http://www.vdi-nachrichten.com/Management-Karriere/Muehsames-Tauziehen-um-junge-Frauen-im-Ingenieurberuf

    Frauen, die sich für ein Technikstudium entschieden, möchten aber noch lange nicht alle Karriere machen. [..] Sie beobachtet außerdem einen „Rollback“. Frauen schüfen sich nicht unbedingt eine „Basis als unabhängige Selbstversorgerin“, so die fib-Frau. „Sie wollen in der Familie Geborgenheit aufbauen und verzichten zu oft auf eine stabile Berufstätigkeit.“

    Ich hatte gestern meine paar Cents dazugegeben: https://auschfrei.wordpress.com/2016/05/06/artikel-tauziehen-um-frauen-im-ingenieurberuf/

    • „Sie wollen in der Familie Geborgenheit aufbauen und verzichten zu oft auf eine stabile Berufstätigkeit.“,

      Zu oft. Denn sie wissen nicht, was sie tun und was sie wollen. Was sie eigentlich wollen müssten.

      • Wozu bracht man auch stabile Berufstätigkeit wenn man einen Mann hat?

      • Und den Sozialstaat.

        • „Und den Sozialstaat…“

          als Zuhälter.

          (er treibt ja in erster Linie nur ein, vergibt nicht selbst Wohltaten)

  5. „An den Universitäten sei jedoch eine Frauenquote nötig.“

    Der Anteil der weiblichen Studierenden (D) in der Humanmedizin liegt im Wintersemester 2015/16 bei 60,73%.

    Warum ist da jetzt eine Frauenquote notwendig?

    de.statista.com/statistik/daten/studie/200758/ude.statista.com/statistik/daten/studie/200758/uhttp://de.statista.com/statistik/daten/studie/200758/umfrage/entwicklung-der-anzahl-der-medizinstudenten/mfrage/entwicklung-der-anzahl-der-medizinstudenten/http://de.statista.com/statistik/daten/studie/200758/umfrage/entwicklung-der-anzahl-der-medizinstudenten/mfrage/entwicklung-der-anzahl-der-medizinstudenten/

    • Weil Frauen unterdrückt sind.

    • Eigentlich ist das eine perfide Strategie der Ewiggestrigen:

      Fördere Feminismus.

      Zur Erläuterung:
      Da in naher Zukunft ein Kollabieren der Gesellschaft zu erwarten ist, werden nun die verschiedenen Sündenböcke
      * Gutmenschentum
      * Feminusmus
      * Soziale Werte
      entsprechend überzogen gepämpert, sodass jeder die Katastrophe eineindeutig mit diesen Strömungen verknüpft.

      Das muss nicht einmal eine VT sein, dies kann auch Eigendynamik der Kräfte sein (frei nach dem Motto: Gestern waren wir am Abgrund, heute sind wir einen Schritt weiter)

      Konkret: Frauenquoten in der Medizin sind wunderbar dafür geeignet um das Gesundheitswesen durch Mangel an Qualifizierten Ärzten zu zerstören.
      Das Resultat wäre dann die neue Zweiklassenmedizin: Jene die sich echte – also qualifizierte weibliche oder männliche – Ärzte leisten können, und der Rest der jämmerlich dahin siechen muss.

  6. „Wenn sich etwas ändern soll, müssen sich die Frauen einbringen“, forderte Buchalik.

    Das größte Geheimnis ist wirklich die gesellschaftliche Normativität – also die Tatsache, daß etwas als Problem und veränderungswürdig angesehen wird, das es nicht zwingend ist.

    HIer wird dann groß fabuliert mit Wörtern wie rückschrittlich oder unmodern etc., alles willkürliche Zuschreibungen.

    Unsere Gesellschaft gehört auf den Müllhaufen, wenn es so wenige Menschen gibt, die gegen diese willkürlichen Normsetzungen rebellieren bzw. diese erst als solche erkennen.

    Das geschilderte Problem mit den Chefärztinnen ist ja ein weiterer Teil der Prozenteitis, einer heimtückischen Krankheit der westlichen Zivilisation.

    Ich persönlich werde immer verbitterter angesichts der grenzenlosen Dummheit in Medien wie der SZ oder ZEIT, die ja von Intellektuellen nur so wimmeln, aber null geistigen Schneid haben, unerbittlich „nach links“ zu hinterfragen. Das sind quasi Kastrate, die nicht begriffen haben, daß ihre hochgelobten Werte der Aufklärung bedingungslos in jede Richtung angewendet werden müssen, ..

  7. Zitat: „Dabei macht Karriere glücklich.“

    Blödsinn!

    Karriere macht vielleicht reich und stolz, aber ganz bestimmt nicht glücklich.
    Erfolgreich Karriere machen bedeutet oftmals rücksichtslos sein zu müssen, ständig überarbeitet zu sein, Partnerschaftsprobleme zu haben und und und …

    Glücklich sein ist was ganz anderes, dass kapitalismus-optimierte Arbeitsochsen glauben es wäre Glück sich immer das neueste Ei-Phone kaufen zu können, zeigt nur deren erbärmliches Jammertal.

    • Karriere *kann* glücklich machen. Wie so viele Sachen auch….

      Das Entscheidene ist die Wahlfreiheit. Und die kennt man dort nicht, wo man die Menschen zu ihrem Glück zwingen will…. Daher kommen so Urteile raus, dass Karriere glücklich machnen muss, denn „die Männer“ müssen es doch sein, wie sonst könnte man den Grundgedanken ihrer angeblichen „Privilegiertheit“ aufrechterhalten und die Forderung nach „Gleichstellung“?!


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