„Mann ist ein Schimpfwort“

DieRecherche bei der Süddeutschen Zeitung hat in der Tat gut für Material gesorgt. Ich finde es nach wie vor erstaunlich, wie viel Männerfeindlichkeit hier ganz unkritisch wiedergegeben wird. Beispielsweise Thomas Meinecke. Er wird unter der Rubrik „Prominente zum Feminismus“ interviewt und zieht ziemlich vom Leder:

Männer können Feministen sein, denn der Feminismus ist im Wesentlichen eine Parteinahme. Ich signalisiere: Ich setze mich für Frauenrechte ein.

Da spricht er ja eigentlich recht deutlich „Virtue Signalling“ an

Dafür muss ich keine Frau sein, genauso wenig, wie ich Arbeiter sein muss, um mich für Arbeiterrechte einzusetzen.

Meine Überzeugung ist: Welches Geschlecht jemand hat, das ist Verhandlungssache. Die biologischen Unterschiede sind da, keine Frage. Aber sie sind nicht wichtig. ‚Mann sein‘ oder ‚Frau sein‘ ist im Wesentlichen eine Tätigkeit.

Aus diesem Grund habe ich einmal gesagt: ‚Mann‘ ist ein Schimpfwort für mich. Nicht etwa, weil ich grundsätzlich kein Mann sein will. Aber ich will nicht jene Tätigkeiten ausüben, die Männern oft zugeschrieben werden. Sie werden als geschlossene Subjekte begriffen, die aus einer Machtposition heraus hierarchisch handeln. Ich finde das unsympathisch. Andere, offenere Positionen sind für mich viel interessanter, und diese sind oft weiblich definiert.

Auch klasse. ER definiert Männer auf eine bestimme Weise und hält ihnen das vor. Aus seiner Sicht sind sie eben nur Unterdrücker. Er meint, dass zum Mann sein anscheinend bestimmte Handlungen gehören, die er nicht ausführen will. Statt zu erkennen, dass dies gar nicht der Fall sein muss, wertet er Mann einfach ab.

Ich habe vor etwa 20 Jahren mit der Lektüre feministischer Werke begonnen, insbesondere Judith Butler hat mich elektrisiert.

Der Feminismus hat das Politische in mir zurückgeholt, das nach dem Mauerfall verloren gegangen war. Er ist für mich ein Stück weit auch eine Art Klassenkampf. Es geht um Ausschlussmechanismen, denen Frauen unterliegen, etwa durch Sprache.

Als Autor sehe ich meine Aufgabe darin, auf diese Ausschlussmechanismen hinzuweisen. In den neunziger Jahren habe ich einen Roman geschrieben, ‚Tomboy‘. Auf 251 Seiten kommt kein einziges Mal das Wort ‚man‘ vor. Im Nachhinein denke ich, das war vielleicht etwas zu radikal. Eine befreundete Feministin sagte mir später, dass das Wort ‚man‘ von ‚Mann‘ komme, sei etymologisch gar nicht haltbar. Seitdem benutze ich ‚man‘ wieder.

Er mag die Ausschlußmechanismen nicht, denen Frauen seiner Meinung nach unterliegen und entwickelt deswegen Ausschlussmechanismen gegenüber Männern. Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt, dass das Wort „man“ gar nicht von Mann kommt, da kann er es ja wieder verwenden.

Anscheinend merkt man gar nicht, dass das Radikal und männerfeindlich ist. So etwas fällt wohl nur auf, wenn man tatsächliche Schimpfworte verwendet und nicht zB „Mann“ selbst zum Schimpfwort erklärt. Da kann Werner Stahl also noch einiges lernen.

 

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74 Gedanken zu “„Mann ist ein Schimpfwort“

  1. Mich erschreckt dieses freiwillige Abgeben von Verantwortung. Warum entscheiden für diesen Autor Feministinnen, was er mit Sprache tun darf und was nicht? Hätte er nicht einfach /vorher/ eine kompetente Person fragen können, die sich damit auskennt?

  2. Die Aussage, dass „Mann“ ein Schimpfwort sei, kommt aus einem Interview, dass Meinecke im letzten Jahr im Freitag gegeben hat. https://www.freitag.de/autoren/juloeffl/mann-ist-ein-schimpfwort Das ist eine interessante Ergänzung zu den Zitaten oben, und dabei wird schon klar, warum er sich für einen Beitrag zur Recherche-Reihe qualifiziert hat.

    „Meinecke: (…) Wenn ich als Mann sage, ich bin Feminist, denken die Leute: „Der will kein Mann sein.“ Will ich auch nicht. Jedenfalls nicht so wie die Männer, die ich schrecklich finde.

    Frage: Was sind das für Männer?

    Meinecke: Das sind vier Fünftel aller Männer. Der Sprachgebrauch dieser Männer ist unästhetisch, unüberlegt und definitionsmächtig. Klassische männliche Autorensubjekte fahren immer mit der großen Behauptung auf: Ich habe Recht, und nach dreihundert Seiten werdet auch ihr mir Recht geben. Ich schreibe völlig anders. Ich habe überwiegend mit Frauen zu tun, auch intellektuell.“

    Das ist eine Beschreibung des klassischen männlichen Autors, die tatsächlich auf keinen einzigen klassischen männlichen Autor zutrifft, den ich kenne. Interessanterweise trifft sie aber auf Meineckes These selbst zu. Die ist eine Kopfgeburt, stammt aus dem Unterschied zwischen „männlichem“ und „weiblichem“ Scheiben, den einige feministische Literaturwissenschaftlerinnen aufzuzeigen versuchen.

    Einschlägig dafür ist Hélène Cixous, die männlichen Schreiben als eine Begrenzung, als Kontrolle, gleichsam als ein Eindosen von Themen beschreibt – weibliches Schreiben aber als eine unberechenbare, freie, assoziative, offene Bewegung. Das ist die These, von der Meinecke offenbar ausgeht – und der folgt er ohne Rücksicht auf Verluste, auch wenn er damit bloß ein Ressentiment ausdrückt, das tatsächlich jeden einzelnen klassischen Autor verfehlt.

    „Meinekecke: Das Infragestellen, das diffizilere Denken und Formulieren kommt überwiegend von Autorinnen, auch in der Theorie, etwa von Silvia Bovenschen oder Judith Butler. Das macht für mich die ganze Lust am Schreiben aus: dieses Ozeanische, Texte, die nach allen Seiten offen sind. Das ist etwas sehr Unmännliches. Es gibt immer noch viele Autoren, die ihre Texte damit schmücken, dass sie beschreiben, wie sie einer Frau auf den Arsch gucken und das toll finden. Auch deshalb ist der Begriff Mann für mich ein Schimpfwort. Ich finde das abstoßend.“

    Das ist eine Projektion – ich kenne zum Beispiel überhaupt keine Autoren, die Texte mit Beschreibungen des Auf-Frauenärsche-Guckens schmücken, und ich glaube, ich hab wirklich viel gelesen, auch sehr viel Unterschiedliches. Dafür lobt Meinecke D.H.Lawrence, der zwar als frauenfeindlich galt, über den Cixous aber sage, er „habe den ersten korrekt beschriebenen weiblichen Orgasmus in die Literatur eingeführt.“ Also egal, wie nun ein Orgasmus beschreiben wird – hauptsache, es ist ein „korrekt beschriebener Orgasmus“. Ozeanisch schön und gut, aber es muss natürlich alles seine Ordnung haben.

    Die Rede vom Ozeanischen, das Meinecke als unmännlich beschreibt, geht übrigens auf Sigmund Freud zurück, stammt aus dem Beginn seines „Unbehagen in der Kultur“. Hat Freud aber bestimmt irgendwo von einer Frau geklaut (und er grenzt sich auch davon ab, tüpischTüpen). Cixous wiederum führt als Beispiel für weibliches Schreiben James Joyce an, das verrät Meinecke aber nicht.

    Dass Meinecke also eigentlich nur eine kleine Kernthese hat, die er gar nicht halten kann und die offenkundig mit der ihn umgebenden sozialen Welt, den beschriebenen Männern und den vorfindbaren Büchern in Widerspruch steht, bringt ihn nicht etwa auf die Idee, dass an der These was falsch sein könnte Stattdessen stellt er fest, dass die Welt falsch ist. Und vier Fünftel der Männer natürlich, mindestens.

    Natürlich ist so auch kein offener Dialog möglich „Heute wird oft so getan, als wollte man einen heißen Diskurs befeuern, aber de facto geht es darum, den Diskurs ad absurdum zu führen oder abzutöten. So wie die Welt es mit dem Artikel von Ronja von Rönne gemacht hat.“ So ist das: Ein Diskurs ist das, was ich sage – und wenn jemand was anderes sagt, dann tötet er den Diskurs nur ab. Oder eben auch: „Ich habe Recht, und nach dreihundert Seiten werdet auch ihr mir Recht geben.“

    Glaub ich nicht – dreihundert Seiten halt ich das nicht durch.

    • Der neue Maxim Biller soll genau so ein Text sein: Ärsche, Brüste, Sex. Ich habe ihn nicht, sondern eine Rezension auf zeitonline angelesen.

      Und hollebeque ist jemand, der gerne Recht behält. Über Dutzende von Seiten. In Submission gibt es diesen einen Autor den er nicht leiden kann, Seitenweise versucht er den Leser von seiner Meinung über ihn zu überzeugen.

      Ob man jetzt aufgrund dieser beiden Autoren unbedingt „Mann“ als Schimpfwort verstehen muss…ich weiss nicht. Aufgrund von Radfems (wie brownmiller oder dworkin) sagt auch keiner „Frau“ ist ein Schimpfwort….

      Meinecke projiziert hier ganz erheblich. Er imaginiert ein Männerbild, von dem er annimmt, es sei auf alle zutreffend und fühlt sich dann diesem „Gender“ nicht zugehörig. Statt wie alle Männer die in ihrer Männlichkeitskonzeption nicht den gängigen oder imaginierten Männerbildern folgen (rebel without a cause) einfach so zu leben, kommt bei Meinecke eben die feministische Beschämung aller Männer, indem er „Mann“ als Schimpfwort definiert. Er fühlt sich mit der Bezeichnung „misgendert“. Kann er ja tun, dennoch ist genau er es, der so ein Männerbild konstruiert, das er ablehnt.

      Klassischer Feindbildaufbau. Er wird so selbst zu dem, was er kritisiert. Zum herrschsüchtigen andere unterdrückenden. Eine arme Person…typisch für Feministinnen und ihre männlichen Unterstützer. Wo es kein positives Bild von Mann gibt, wird alles männliche zur Abart…

      • „Der neue Maxim Biller soll genau so ein Text sein: Ärsche, Brüste, Sex.“ Sicher gibt es Autoren, die von Sex besessen sind und deren Texten man das anmerkt. Auch Autorinnen – Charlotte Roche war damit ja sehr erfolgreich.

        Aber Meinecke unterstellt ja, es sei typisch für männliche Autoren, Texte zwischendurch immer mal wieder durch Beschreibungen von Frauenhintern aufzuhübschen – nur um sich selbst dabei toll zu finden. So als ob es Kant-Ausgaben gäbe, die den Text alle 25 Seiten durch Bilder eines Playmates unterbrechen. Das ist Quatsch.

        Das Buch „Unterwerfung“ kenne ich nicht, aber es gibt insgesamt Autoren, die aus dem Wüten über andere regelrecht eine Kunstform gemacht haben. Thomas Bernhard zum Beispiel. Nur ist dann eben auch das keine stupide Rechthaberei, sondern auch eine Art Selbst-Vorführung – das Wüten überspitzt sich so, dass es für Leser schwer wird, allem noch zuzustimmen.

        Ein Autor ist mit dann aber doch eingefallen, auf den Meineckes Beschreibung völlig zutrifft: Günter Grass. Mit Ausnahme seiner ganz frühen Texte allerdings. Nur hat ausgerechnet Günter Grass sich mit dieser Rechthaberei ja auch entschlossen an den Feminismus rangeschmissen („Der Butt“).

        Ansonsten war nach meiner Erinnerung ans Studium Goethe immer ein beliebtes Angriffsziel feministischer Lesarten. In seiner Autobiographie („Dichtung und Wahrheit“) inszeniert er sich z.B. tatsächlich gigantisch, fängt an mit der (natürlich günstigen) Sternenkonstellation bei seiner Geburt – als ob der ganze Kosmos mitgeholfen hätte, ihn zu dem zu machen, was er ist. Aber bei näherem Hinsehen hat der Text dann so viele Brüche, Widersprüche, Ambivalenzen, dass der Vorwurf einer rechthaberischen Selbstinszenierung auch hier völlig daneben ist.

        • Ich möchte »Unterwerfung« unbedingt empfehlen – nicht, weil ich mit dem Autor übereinstimmte, sondern weil sich das Buch zur Auseinandersetzung mit Politik und der eigenen Einstellung dazu eignet. Es ist intelligente Provokation im besten Sinne – in einer Zeit der vielen hirnlosen Provokationen, die wir überall erleben müssen.

          Ich muss dazu sagen, dass es mein erstes Buch von diesem Autor war und dass ich auch kein anderes im Regal stehen habe. Die Sex-Szenen in »Unterwerfung« könnten für meinen Geschmack etwas weniger explizit sein, aber sie werden gebraucht, um die Hauptfigur und ihr Verhalten zu charakterisieren. Die Szenen sind aus meiner Sicht nicht feindlich-diskriminierend gegenüber Frauen oder Männern.

    • Interessanterweise trifft sie aber auf Meineckes These selbst zu.

      Allerdings. Sein ganze Auftreten und Reden ist durchaus maskulin. Und es steht zu vermuten, dass sein Feminismus für ihn persönlich nur funktioniert, weil es sich in seinem Verhalten nicht nur dazu in Widerspruch setzt, sondern dies quasi überschreibt.

      Damit praktiziert er im Grunde eine sehr effektive Art von Game: Seine Worte sprechen den Verstand (von Frauen) an, indem er sagt, was sie meinen, dass er sagen sollte. Sein Verhalten allerdings spricht die unbewusste Sehnsucht dieser Frauen nach Maskulinität an, ohne dass den Frauen das auffallen würde. Er bildet so den weiblichen inneren Widerspruch in seiner Person ab und kann dadurch von Frauen als sehr kohärent wahrgenommen werden.

      • „eine sehr effektive Art von Game“ Ich kann mir kaum vorstellen, dass sein Verhalten tatsächlich bei vielen Frauen so rüberkommt. Ich vermute, dass es in dieser Hinsicht eher unangenehm ranschmeißerisch wirken wird: „Ich bin eigentlich kein Mann, irgendwie sehe ich mich viel mehr als Frau.“

        Und: Andere Männer beliebig herunterzuputzen, um sich selbst als den Besseren hinzustellen – das ist ein ausgesprochen durchsichtiges Manöver, das eher schwach wirkt als stark. Wertschätzung für andere auszudrücken und dabei selbstbewusst zu bleiben, würde viel stärker wirken, glaube ich.

        Ich gehe davon aus, dass die meisten Frauen Männer in ihrem Leben haben, mit denen sie positive Erfahrungen verbinden und die ihnen wichtig sind – und dass sie eher irritiert sind, wenn ein Mann die pauschal schlecht macht und dafür offenkundig auch noch Zustimmung erwartet.

        Es mag sein, dass Meinecke tatsächlich glaubt, was er sagt. Aber als „Game“, als Methode, bei Frauen zu anzukommen, halte ich das für ziemlich uneffektiv. Oder er kommt damit nur bei Frauen an, die so voller Ressentiments sind, dass ich dort eher auf Distanz gehen würde.

        Aber zugegeben, ich hab auch keine Ahnung von PU. Ist aber trotzdem eine interessante Frage, ob dem ausgesprochen negativen Männerbild Meineckes nicht auch heimlich ein ausgesprochen negatives Frauenbild entspricht: ein Bild von Frauen, die angeblich selbst auf plumpe Manipulationen gern abfahren, wenn diese nur ihren Ressentiments gegen Männer entsprächen.

        • @schoppe

          Es ist eine sehr schmale Gratwanderung in Sachen Game Männer männlich zu verteufeln. Es kann einem einen gewissen Status aufbauen und man kann eine „Anführer oder zumindest Vorreiterposition“ einnehmen, aber dann verkörpert man natürlich wieder vieles von dem, was man verteufelt. Um so feministischer das Umfeld um so eher wird man damit rechnen müssen, immer wieder einen Stoß nach unten zu bekommen. Es wäre aus meiner Sicht wohl eher „nischengame“. Tatsächlich gibt es aber ja genug Linke, die sich durchaus „männlich“ benehmen, nur eben in einem linken Kontext. Der Kampf gegen den gemeinsamen Feind, die coole Ablehnung des Establishments, die Rolle des Rebellen, die kann natürlich sexy sein. und natürlich kann man auch da viel bedienen: Das ablehnen von „tussis“ und „unselbständigen Frauen“ kann natürlich „singing to the idealized self“ sein, also sie so darzustellen, wie sie gerne sein möchte, wie sie gerne wahrgenommen werden möchte.

          Ich vermute aber er ist einfach ein eher weiblicherer Mann, dem deswegen die Lehren davon, dass er normal und die anderen einfach noch schlecht und unter dem Einfluss ihrer Geschlechterrollen liegen, sehr anspricht. Er hat ja zudem als Autor und Radio-DJ noch einen gewissen Bekanntheitsgrad und damit Status.

          Er ist jetzt nicht gerade ein Adonis:

          Dies ist seine Frau:

        • „Ich kann mir kaum vorstellen, dass sein Verhalten tatsächlich bei vielen Frauen so rüberkommt.“

          Bei linken Akademikerinnen sicherlich, deren eingeschränkte Weltsicht und frühere Kränkungen wohl gar nichts anderes mehr erlauben. Diese rituelle Eintreten auf Männer ist z.B. bei der SPD ja schon kodifiziert und teilt darin die Männerwelt in linke emanzipatorische, „gute“ Männer ein und in rechte, zurückgebliebene Machos. Ich glaube das ist auch dort nur reines Virtue Signalling indem man den Hass auf das eigene Geschlecht zum heilbringenden Akt stilisiert, der bei genau solchen Personen ankomme soll. (Genau wie auch der Selbsthass von Weissen als Virtue Signalling in SJWKreisen funktioniert.)

        • Man muss dem Herrn Meinecke zu Gute halten, dass er offenbar seit 20 Jahren in seiner Nische leben kann. Und mit seiner Art kann ich mir das eben gut vorstellen.

          Frauen nehmen in der Regel das, was ein Mann so sagt wie er es meint, nicht als das, was er meint. Insofern glaube ich nicht, dass ihm eine Frau seine Männerfeindlichkeit ankreiden würde. Die fallen da tatsächlich darauf herein.

          Die Grenze dafür ist allerdings der Faktor Aufmerksamkeit: Als maskuliner Mann ist Meinecke narzisstischer und selbstbezogener als Frauen (das ist keine Kritik daran, dass ist das Rezept attraktiver Maskulinität). Aber dadurch verdrängt er Frauen, nimmt Aufmerksamkeit weg von Ihnen. Diese Sorte Ally fällt dann unter „Breitmacher“ oder wie sie das nennen. Und als Konkurrenz um die Aufmerksamkeit ist das natürlich unerwünscht.

        • @Christian Bei der Frau hast Du, glaube ich, das falsche Bild erwischt. Meinecke ist mit Michaela Melian verheiratet, mit der er schon bei FSK zusammenspielte. Die Frau auf dem Bild ist m.E. die Lyrikerin Monika Rinck. (hab’s extra gegoogelt)

        • „Michaela Melián ist Musikerin, Band-Mitglied von F.S.K., Komponistin, Künstlerin, Professorin, Produzentin und Organisatorin aufwendiger Projektrecherchen. Nun hat ihr das Lenbachhaus in München die erste museale Einzelausstellung gewidmet. Zu sehen gibt es neben älteren Hörspielarbeiten als Rauminstallation auch „Electric Ladyland“ als eine Art begehbares Hörspiel.“

          http://www.deutschlandfunk.de/electric-ladyland-michaela-melian-im-lenbachhaus-muenchen.807.de.html?dram:article_id=347804

          Das müsste mich total anmachen, das Themen-Album find ich eine der besten Scheiben überhaupt.

          Aber der Inhalt, wie die Ausstellung oder Melian wohl selbst beschreibt:

          „“Von Prothesen, bis hin zu Cyborg, Android, Science Fiction. Oder auch natürlich Horror, Frankenstein, Metropolis, bis zum heutigen Genlabor, wo eben eigentlich dann schon die Auflösung in die Molekular-Struktur da ist.““

          scheint mir nur ein fader Aufguss von ganz, ganz anderen Sachen zu sein…

          „Auflösung in die Molekular-Struktur“ blah, blah

          Und dann noch dieses faschistoide Verherrlichung um „Der Mensch, die Maschine“: hier mal nicht als „tellurische Macht“, sondern als „Olympia. Das ist ein weiblicher Automat, der singen kann und nicht sprechen.“ — Oh, heilige Einfalt.

          Und wie der willkürliche Griff nach Jimmy Hendix zustandekam, wird auch noch brav erklärt:

          „Ich habe immer ein Problem damit, wenn alle Technik böse ist – was wir heute in Diskursen auch oft erleben. Ich finde das auch eine unheimliche Möglichkeit. Alleine wenn man von der elektronischen Musik ausgeht: Das sind ja wahnsinnige Versprechen und unglaublich tolle Sachen, die man machen kann.“

          Vielleicht macht die Referenz ja dann erst Sinn, wenn der Abschluss der Ausstellung mit einem „Bildersturm“ gekrönt wird, in dem das Inventar zu Hendrix-Beschallung und unter reichlich Halluzinogeneinfluss (damit man mal so richtig in die „Molekularstruktur des Bewusstseins“ abtauchen kann) zerdeppert wird.

    • @Schoppe

      „…. Unterschied zwischen „männlichem“ und „weiblichem“ Scheiben“

      Das ganze pseudointellektuelle, so hoch“geistige“ Geschwubel dieser Leute dreht sich um den unausgesprochene Glauben:

      „Weiblich“ – das Irrationale (zB Meinecke: „Texte, die nach allen Seiten offen sind“)
      „Männlich“ – das Rationale (zB „Kontrolle, Eindosen von Themen“)

      Wobei das Irrationale als das Überlegene gesetzt und angesehen wird, was diese Haltung als sexistischen Chauvinismus und überdies als reinen Irrationalismus charakterisiert.

      Da ist natürlich Kunst und Literatur der ideale „Beutegrund“, ästhetisierend durch umherzuschweifen und diese Welt in Gut und Böse zu teilen und alles, was irgendwie rational erscheint.

      Diese Leute wie Meinecke und die feministischen Ästhetizistinnnen sind als Antiintellektuelle und Irrationalisten anzusehen und in die reichlich vorhandene „geistige“ Tradition des westlichen rechts-reaktionären Denkens zu stellen.

      Ich stelle mir gerade den völlig entgeisterten Gesichtsausdruck vor, den James Joyce haben müsste, wenn er noch leben würde und hier sieht, wie man sich auf ihn beruft. lol

      • Wenn Linke sich für Nietzsche und Heidegger begeistern und die Aufklärung verdammen, ist eigentlich nichts anderes zu erwarten.

        • Genau in diesen „Maelstrom“ kam ich auch vor längerer Zeit, als das im links-alternativen Millijöh fashionable wurde. Einen wichtigen Einfluss, dies zu verbreiten, hatte mE „die Zeit“ in den 90ern. Dann mit dem Irrsinn des Terrors von 9/11, die Bagatellisierung als „Unfall“ oder die gar offene Verrherrlichung dessen neben den ganzen infamen Verschwörungstheorien, war für mich endgültig Schluss mit Lustig.

    • „Einschlägig dafür ist Hélène Cixous, die männlichen Schreiben als eine Begrenzung, als Kontrolle, gleichsam als ein Eindosen von Themen beschreibt – weibliches Schreiben aber als eine unberechenbare, freie, assoziative, offene Bewegung.“

      Geheul („Howl“)

      von Allen Ginsberg

      Ich sah die besten Köpfe meiner Generation vom Wahn zerstört,
      hungernd hysterisch nackt

      die sich im Morgengrauen durch die Negerstrassen schleppten auf der
      Suche nach einem wütenden Schuß

      engelköpfige Hipster, dem alten himmlischen Kontakt zur Sternenlicht-
      maschine im Getriebe der Nacht entgegenfiebernd

      die arm & abgerissen & hohläugig und high im übernatürlichen Dunkel
      der Armeleutewohnungen rauchend wachsaßen, schwebend über dem
      Häusermeer in Jazz-Ekstase

      die ihre Hirne dem Himmel unter der Hochbahn entblößten und wahr-
      nahmen schwankende mohammedanische Engel, erleuchtet über den
      Mietskasernendächern

      die durch die Universitäten gingen mit strahlend kühlem Blick und Hallu-
      zinationen von Arkansas und Blake’schen Tragödien unter den
      Schülern des Krieges hatten

      die wegen Irrsinns aus den Akademien ausgeschlossen wurden und weil
      sie obszöne Oden auf die Fenster des Totenschädels kritzelten

      die in Unterhosen auf dreckigen Buden hockten, ihr Geld im Papierkorb
      verbrennend und lauschend auf die Angst von nebenan

      die auf der Rückreise durch Laredo mit ihren Schamhaarbärten ge-
      schnappt wurden, einen Gürtel voll Marihuana für New York dabei

      die in Pennerabsteigen Fusel schluckten oder sich in Paradise Alley mit
      Terpentin zu Tode soffen oder Nacht für Nacht ihren Torso im Fege-
      feuer verbrannten

      mit Träumen, mit Drogen, mit Wahnvorstellungen, Alkohol und Schwanz
      und endlosem Fick

      unvergleichliche blinde Straßen mit zuckenden Wolken und Blitzen im
      Kopf, die übersprangen auf Telegrafenmasten in Kanada und Paterson
      und die ganze stillstehende Welt dazwischen erleuchteten

      Peyotemassivität von Hausfluren, hinterhof-baumgrüne Friedhofsdäm-
      merungen, Weinsuff über den Dächern, haschischtrunkene Spazier-
      fahrten durch Einkaufsviertel mit blinkenden Neonreklamen und Ver-
      kehrsampeln, Sonne und Mond und Baumvibrationen in der tosenden
      Winterabenddämmerung Brooklyns, Querelen zwischen Ascheimern
      und das freundliche erhabene Licht des Geistes

      die sich an U-Bahnen ketteten zur endlosen Fahrt von der Battery zur
      heiligen Bronx, vollgepumpt mit Benzedrin, bis der Lärm der Räder und
      Kinder sie wieder ernüchterte, schaudernd, mundmatt und verblödet,
      allen Geistes entleert im trüben Dämmerlicht am Zoo

      die nächtelang im unterseeischen Licht von Bickford’s versackten,
      hinaustrieben und die Nachmittage bei schalem Bier im trostlosen
      Fugazzi’s absaßen, wo sie das Donnern des Jüngsten Gerichts aus
      der Wasserstoffjukebox dröhnen hörten

      die 70 Stunden lang ununterbrochen redeten, vom Park zur Bude zum
      Bellevue zum Museum zur Brooklyn Bridge

      ein verlorener Haufen platonischer Schwafler, die vom Balkon sprangen,
      von Feuerleitern, von Fenstersimsen, vom Empire State, vom Mond

      quasselnd, brüllend, kotzend, wispernd von Fakten & Erinnerungen &
      Anekdoten & visuellen Kicks und Schocks aus Krankenhäusern und
      Zuchthäusern und Kriegen

      ganze Intellekte in totaler Erinnerung mit fieberglänzenden Augen in
      sieben Tagen und Nächten hervorgewürgt, Fleisch für die Synagoge,
      hingeworfen auf das Straßenpflaster

      die im Zen-Niemandsland von New Jersey verschwanden und lediglich
      eine zweideutige Spur von Postkarten hinterließen mit dem Rathaus
      von Atlantic City drauf

      die Schweißausbrüche im Fernen Osten und Gliederschmerzen in
      Tanger und Migränen in China noch einmal durchlitten beim Drogen-
      entzug im kahlmöblierten Zimmer in Newark

      die auf dem mittelalterlichen Güterbahnhof herumstrolchten und sich
      fragten, wohin sie fahren sollten und schließlich abfuhren, ohne daß
      ihnen jemand nachtrauerte

      die sich Feuer gaben in Güterwagen Güterwagen Güterwagen, die durch
      den Schnee ratterten, einsamen Farmen in Großvater Nacht entgegen

      die Plotin, Poe, Juan de la Cruz, Telepathie und Bop-Kabbalah
      studierten, weil sie instinktiv die Schwingungen des Kosmos in Kansas
      unter ihren Füßen gespürt hatten

      die einsam durch die Straßen Idahos irrten auf der Suche nach visionä-
      ren indianischen Engeln, die visionäre indianische Engel wären

      die dachten, sie seien bloß verrückt, als Baltimore in übernatürlicher
      Ekstase erglühte

      die in Limousinen sprangen mit dem Chinesen aus Oklahoma, weil es
      ihnen gerade in den Sinn kam unter der mitternächtlichen Straßen-
      laterne einer kleinen Stadt im Winterregen

      die hungrig und verlassen in Houston herumlungerten auf der Suche
      nach Jazz oder Sex oder einer Suppe und sich dem geistreichen
      Spanier anschlossen um mit ihm über Amerika und die Ewigkeit zu
      diskutieren, einem hoffnungslosen Unterfangen, weshalb sie sich nach
      Afrika einschifften

      die in den Vulkanen Mexikos verschwanden, nichts hinterlassend als den
      Schatten von Arbeitshosen und die Lava und Asche verbrannter
      Gedichte, verstreut in Chicagos offenem Kamin

      die an der Westküste wieder auftauchten und bärtig und in Shorts gegen
      das FBI ermittelten, mit großen pazifistischen Augen, sexy in ihrer
      Sonnenbräune, und unverständliche Flugblätter herumreichten

      die sich mit Zigaretten Löcher in die Arme brannten, dem narkotischen
      Tabakmief des Kapitalismus zum Trotz

      die auf dem Union Sqaure erzkommunistische Pamphlete verteilten,
      schluchzend & sich entkleidend , während die Sirenen von Los Alamos sie niederheulten, und die Wall Street runterheulten, und die Staten Island Fähre heulte auch

      die weinend zusammenbrachen in weißen Turnhallen, nackt und zitternd
      vor der Maschinerie anderer Skelette

      die Polizisten in den Nacken bissen und in Streifenwagen vor Vergnügen
      kreischten, weil sie kein anderes Verbrechen begangen hatten, als
      wilde hemmungslose Päderasten und Süchtige zu sein

      die in der U-Bahn auf den Knien lagen und heulten und vom Dach ge-
      zerrt wurden, mit Genitalien und Manuskripten wedelnd

      die sich von frommen Motorradfahrern in den Arsch ficken ließen und
      schrieen vor Lust

      die bliesen und sich blasen ließen von jenen Seraphen in Menschen-
      gestalt, den Matrosen, mit Zärtlichkeiten atlantischer und karibischer
      Liebe

      die morgens und abends in Rosengärten, im Gras der Parks und auf
      Friedhöfen vögelten, ihren Samen freigiebig an wen auch immer ver-
      streuend

      die endlosen Schluckauf bekamen beim Versuch zu kichern, der in
      einem Schluchzer endete hinter der Trennwand im Türkischen Bad, als
      der blonde und nackte Engel kam, um sie mit einem Schwert zu durch-
      bohren

      die ihre Liebhaber an die drei alten Vetteln des Schicksals verloren: die
      einäugige Vettel des heterosexuellen Dollars, die einäugige Vettel, die
      mit den Schamlippen zwinkert und die einäugige Vettel, die nur auf
      ihrem Hintern sitzt und auf dem Webstuhl des Schöpfers die goldenen
      Fäden des Geistes durchtrennt

      die ekstatisch und unersättlich kopulierten, mit einer Bierflasche, einem
      Liebsten, einer Schachtel Zigaretten, einer Kerze und aus dem Bett
      fielen und auf dem Fußboden weitermachten bis sie draußen im Flur
      landeten, wo sie schließlich mit schwindendem Bewußtsein an der
      Wand zusammensackten mit einer Vision vom vollkommenen Fick, mit
      dem sie endgültig dem Bewußtsein entkämen

      die einer Million Mädchen die Möse beglückten, zitternd in der Abendröte
      und am Morgen rote Augen hatten und dennoch bereit waren, auch der
      aufgehenden Sonne die Möse zu beglücken, mit blanken Hintern die
      unter Scheunendächern aufblitzten und nackt im Teich

      die nachts in Myriaden gestohlener Autos durch Colorado hurten, N.C.,
      geheimer Held dieser Gedichte, Aufreißer und Adonis von Denver –
      mit Freude gedenken wir der unzähligen Male, wo er die Mädchen
      herumkriegte, auf leeren Grundstücken und in Hinterhöfen von Knei-
      pen, auf wackligen Kinositzreihen, auf Bergen und in Höhlen oder in
      vertrauten Straßengräben, einsames Petticoatlüpfen mit mageren
      Kellnerinnen, und besonders in der heimlichen Abgeschiedenheit von
      Tankstellenklos und auch in den Gassen seiner Heimatstadt

      die in riesigen schäbigen Kinos wegtraten, in ihren Träumen herumge-
      schoben wurden, jäh in Manhattan erwachten, sich hochrappelten und
      aus Kellern krochen, verkatert vom unbarmherzigen Tokayer und vom
      Graus eiserner Third Avenue-Träume und zu den Stempelstellen
      wankten

      die nächtelang mit Schuhen voll Blut über die verschneiten Docks wan-
      derten & darauf warteten, daß sich im East River eine Tür auftue zu
      einem Raum voller Saunadampf und Opium

      die auf den Apartementuferklippen des Hudson große suizidale Dramen
      inszenierten unterm blauen kriegerischen Flutlicht des Mondes und
      ihre Häupter sollten mit Lorbeerkränzen gekrönt der Vergessenheit
      anheimfallen

      die das gesottene Hammelfleisch der Phantasie aßen oder den Krebs im
      schlammigen Flußbett der Bowery verdauten

      die der Romantik der Straße nachweinten mit ihren Einkaufswagen voller
      Zwiebeln und schlechter Musik

      die in Pappkartons saßen und das Dunkel unter Brücken einatmeten und
      aufstanden, Klavichorde auf ihren Speichern zu bauen

      die in Harlem im sechsten Stock husteten, flammengekrönt unterm
      schwindsüchtigen Himmel, umgeben von Obstkisten voll Theologie

      die die ganze Nacht in Trance kritzelnd über erhabenen Verschwörun-
      gen saßen und im gelben Licht des Morgens waren es nur Strophen
      von Kauderwelsch

      die aus verfaulter Tiere Lunge, Herz, Klauen, Schwanz Borschtsch und
      Tortillas kochten während sie nach dem reinen vegetarischen Reich
      lechzten

      die ihre Uhren vom Dach schmissen um eine Ewigkeit jenseits der Zeit
      zu wählen und Wecker fielen ihnen im nächsten Jahrzehnt täglich aufs
      Haupt

      die sich dreimal hintereinander erfolglos die Pulsadern aufschnitten, es
      aufgaben und gezwungen waren, Antiquitätenläden zu eröffnen, in
      denen sie alt zu werden glaubten und weinten

      die in ihren unschuldigen Flanellanzügen auf der Madison Avenue leben-
      dig verbrannt wurden, im Feuerstoß bleierner Fabrikverse & im
      Panzergerassel eiserner Moderegimenter & im Dynamitgekreisch
      schwuler Werbefachleute & im Tränengas finsterer kluger Verleger
      oder die von den trunkenen Taxen der absoluten Wirklichkeit überrollt
      wurden

      die sich von der Brooklyn Bridge stürzten, das ist wirklich passiert, &
      unerkannt und vergessen in der gespenstischen Umnachtung der
      suppenduftenden Straßen und Feuerlöschzüge China Towns
      verschwanden, wo sie nicht ein einziges Bier ausgegeben bekamen

      die verzweifelt aus ihren Fenstern sangen, aus dem U-Bahnfenster
      fielen, in den verdreckten Passaic sprangen, sich auf Neger stürzten,
      die Straße langjammerten, auf zerbrochenen Weingläsern barfuß
      tanzten, nostalgisch-europäische Schallplatten mit deutschem 30er-
      Jahre-Jazz zerschlugen, den Whisky austranken und ächzend ins
      blutige Klosett spieen, Stöhnen im Ohr und den Stoß kolossaler
      Fabrikpfeifen

      die über die Highways der Vergangenheit brausten, um sich gegenseitig
      ihre Halbstarken-Golgathas, die Gefängnisse ihrer einsam durchwach-
      ten Nächte oder das Birmingham ihrer Jazz-Auferstehung zu zeigen

      die in 72 Stunden quer durchs Land fuhren um herauszufinden, ob ich
      eine Vision hatte oder du eine Vision hattest oder er eine Vision hatte,
      die Ewigkeit zu finden

      die nach Denver fuhren, die starben in Denver, nach Denver zurück-
      kehrten zu vergeblichem Warten, die wachten in Denver und einsam
      starrten in Denver und endlich gingen, die Zeit zu erfragen, und jetzt
      vermißt Denver seine Helden

      die in Kathedralen ohne Hoffnung auf die Knie fielen und füreinander
      beteten um Erlösung und Licht und Brüste, bis ihre Seele sich für einen
      Moment einen Heiligenschein aufs Haar setzte

      die im Gefängnis mit ihren Hirnen die Schallmauer durchbrachen, wo sie
      auf unmögliche Verbrecher mit goldenen Köpfen und dem Zauber der
      Realität im Herzen warteten, die einen wehmütigen Blues auf Alcatraz
      singen würden

      die sich nach Mexiko zurückzogen, eine Gewohnheit zu pflegen, oder
      nach Rocky Mount zum sanften Buddha oder nach Tanger zu Knaben
      oder zur schwarzen Lokomotive der Southern Pacific oder nach
      Harvard zu Narzißmus und Woodlawn und Ringelpiez oder ins Grab

      die dem Radio hypnotische Praktiken vorwarfen und Zurechnungsfähig-
      keitsverfahren verlangten und am Ende dastanden mit ihrer Geistes-
      verwirrung und ihren Händen und unentschiedenen Geschworenen

      die in Dadaismus-Vorlesungen am City College von New York die Vor-
      tragenden mit Kartoffelsalat bewarfen und anschließend auf den
      Granitstufen der Irrenanstalten mit rasierten Köpfen und von Selbst-
      mord faselndem Wortsalat erschienen und sofortige Lobotomie ver-
      langten

      denen stattdessen gegeben wurde die konkrete Leere von Insulin,
      Metrasol, Elektroschock, Hydrotherapie, Psychotherapie, Beschäfti-
      gungstherapie, Ping Pong und Amnesie

      die in humorlosem Protest dagegen nur eine symbolische Tisch-
      tennisplatte umwarfen und kurz in Katatonie verharrten

      um Jahre später zurückzukehren, wirklich kahl, bis auf eine Perücke aus
      Blut & Tränen und Fingern ins sichtbare Verderben der Verrückten in
      den geschlossenen Anstalten der Wahnsinnsstädte des Ostens

      in die stinkenden Hallen Rocklands und Greystones im Pilgerstaat
      Massachussetts in denen sich die Echos der Seele brechen, schwan-
      kend und schlingernd im Grabmalreich der Liebe auf einsamen mitter-
      nächtlichen Parkbänken, der Liebestraum ein Alpdruck, steingeworde-
      ne Körper, schwer wie der Mond

      mit Mutter endlich *** und das letzte tolle Buch aus dem Mietskasernen-
      fenster geschleudert und die letzte Tür um 4 Uhr morgens zugemacht
      und das letzte Telefon als Antwort gegen die Wand geknallt und das
      letzte möblierte Zimmer leergeräumt bis aufs letzte Stück des geistigen
      Inventars, eine gelbe Papierrose um einen Drahtbügel im Wand-
      schrank gewunden und selbst das imaginär, nichts als ein hoffnungs-
      volles kleines bißchen Halluzination –

      ach Carl, solange du nicht in Sicherheit bist, bin ich es auch nicht und
      jetzt bist du wirklich im totalen tierischen Sumpf der Zeit –

      und die deshalb durch die eisigen Straßen rannten, besessen von einer
      plötzlichen Einsicht in die alchemistische Anwendung der Ellipse, des
      Katalogs, des Zollstocks und vibrierenden Hobels

      die träumten und leibhaftige Breschen in Raum und Zeit schlugen mit
      nebeneinander erstehenden Bildern, den Erzengel der Seele zwischen
      zwei visuellen Vorstellungen einfingen, die elementaren Verben ver-
      banden, Substantiv und Trennungsstrich des Bewußtseins vereinten,
      außer sich im Empfinden des Pater Omnipotens Aeterna Deus

      um Syntax und Versmaß der verarmten menschlichen Prosa neu zu
      schaffen und vor euch zu stehen, sprachlos und intelligent und zitternd
      vor Scham, zurückgewiesen & doch offen ihre Seele bekennend, um
      einzustimmen in den Rhythmus der Gedanken in ihrem nackten und
      grenzenlosen Gehirn

      das Metrum der Verrückten, Gammler und Engel, unbekannt und doch,
      hier festhaltend was noch zu sagen übrigbleiben mag in der Zeit nach
      unserem Tod

      und sind auferstanden im Geistergewand des Jazz im goldenen Schat-
      ten der Blasorchester und stießen des nackten amerikanischen
      Geistes quälende Sehnsucht nach Liebe in einem eli eli lamma lamma
      sabacthani Saxophonschrei aus, der die Städte bis aufs letzte Radio
      erzittern ließ

      und das Urherz des Lebensgedichts ward ihnen aus dem Leib gerissen,
      um eßbar zu bleiben tausend Jahre lang

      Welche Sphinx aus Aluminium und Zement schlug ihnen die Schädel auf
      und fraß daraus ihr Hirn und ihre Phantasie?

      Moloch! Einsamkeit! Dreck! Häßlichkeit! Mülltonnen und unerschwing-
      liche Dollars! Schreiende Kinder unter den Treppen! Schluchzende
      Jungs beim Militär! Alte Männer weinend im Park!

      Moloch! Moloch! Alptraum von Moloch! Moloch der Lieblose! Mentaler
      Moloch! Moloch harter Richter über die Menschen!

      Moloch das unbegreifliche Gefängnis! Moloch das gnadenlose Zucht-
      haus unter der Totenkopfflagge und Kongress der Ängste! Moloch
      dessen Gebäude die Urteile sind! Moloch der riesige Stein des Krie-
      ges! Moloch die handlungsunfähigen Regierungen!

      Moloch dessen Denken nur maschinell ist! Moloch in dessen Adern Geld
      fließt! Moloch dessen Finger zehn Armeen sind! Moloch dessen Herz
      ein kannibalischer Dynamo ist! Moloch sein Ohr ein rauchendes Grab!

      Moloch dessen Augen tausend blinde Fenster sind! Moloch dessen
      Hochhäuser in den langen Straßen wie ewige Jehovas stehen! Moloch
      dessen Fabriken träumen und krächzen im Nebel! Moloch dessen
      Schornsteine und Antennen die Städte krönen!

      Moloch dessen Liebe ein Meer von Öl und Steinen ist! Moloch dessen
      Seele aus Strom und Banken besteht! Moloch dessen Armut das
      Gespenst des Genius ist! Moloch dessen Schicksal eine Wolke
      geschlechtslosen Wasserstoffs ist! Moloch dessen Name Verstand!

      Moloch in dem ich einsam sitze! Moloch in dem ich mir Engel erträume!
      Verrückt im Moloch! Ungeliebt und ohne Mann im Moloch!

      Moloch der früh in meine Seele eindrang! Moloch in dem ich ein Bewußt-
      sein ohne Körper bin! Moloch der mich aus meiner natürlichen Ekstase
      schreckte! Moloch von dem ich mich lossage! Wach auf im Moloch!
      Licht strömt aus dem Himmel herab!

      Moloch! Moloch! Roboterwohnungen! unsichtbare Vorstädte! Schatz-
      kammern voller Skelette! blindes Kapital! dämonische Industrien!
      gespenstische Nationen! unbesiegbare Irrenhäuser! Schwänze aus
      Granit! monströse Bomben!

      Sie brachen sich das Kreuz als sie Moloch zum Himmel hoben! Bürger-
      steige Bäume Radios, tonnenschwer! Sie hoben die Stadt zum Himmel
      empor, der wirklich existiert und uns überall umgibt!

      Visionen! Omen! Halluzinationen! Wunder! Ekstasen! alles den amerika-
      nischen Bach runter!

      Träume! Anbetungen! Erleuchtungen! Religionen! die ganze Schiffs-
      ladung gefühlvoller Scheiße!

      Durchbrüche! im Fluß gelandet! Ausraster und Kreuzigungen! fortgespült
      mit der Flut! Höhenflüge! Erscheinungen! Verzweiflung! Animalische
      Schreie und Selbstmorde aus zehn Jahren! Kluge Köpfe! Neue Lieb-
      schaften! Verrückte Generation! gestrandet an den Felsen der Zeit!

      Echtes heiliges Gelächter im Fluß! Sie haben alles gesehen! die wilden
      Augen! die heiligen Schreie! Sie sagten Lebwohl! Sie sprangen vom
      Dach! in die Einsamkeit! winkend! Blumen in der Hand! Hinunter zum
      Fluß! raus auf die Straße!

      Carl Solomon! Ich bin bei dir in Rockland
      wo du verrückter bist als ich

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du dir sehr seltsam vorkommen mußt

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du den Schatten meiner Mutter nachahmst

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du deine 12 Sekretäre ermordet hast

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du über diesen unsichtbaren Humor lachst

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo wir große Schriftsteller sind auf derselben schrecklichen Schreib-
      maschine

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo dein Zustand ernst geworden ist und im Radio durchgegeben wird

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo die Fakultäten der Schädel die Würmer der Sinne nicht länger
      zulassen

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du den Tee aus den Brüsten der alten Jungfern von Utica trinkst

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du die Gestalten deiner Pflegerinnen als die Harpyien der Bronx
      verhöhnst

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du in deiner Zwangsjacke schreist, daß du das entscheidende
      Tischtennisspiel am Rande des Abgrunds verlierst

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du auf das katatonische Klavier hämmerst: die Seele ist unschuldig
      & unsterblich & sollte nicht gottlos in einem gepanzerten Irrenhaus
      draufgehn

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo auch weitere 50 Schockbehandlungen deine Seele nicht wieder in
      ihren Körper zurückbringen werden von ihrer Pilgerfahrt zu einem
      Kreuz in der Leere

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du deine Ärzte der Geistesverwirrung anklagst und die hebräisch-
      sozialistische Revolution gegen das faschistische nationale Golgatha
      anzettelst

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo du die Himmel über Long Island spalten wirst & deinen lebenden
      menschlichen Jesus aus dem übermenschlichen Grab auferstehen läßt

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo 25.000 verrückte Kameraden alle zusammen die letzten Strophen
      der Internationale singen

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo wir unter unseren Bettdecken die Vereinigten Staaten an uns
      drücken und küssen, die Vereinigten Staaten, die die ganze Nacht
      husten und uns nicht schlafen lassen

      Ich bin bei dir in Rockland
      wo wir von den Flugzeugen unserer eigenen Seelen wie elektrisiert aus
      dem Koma aufgeschreckt werden, die donnernd übers Dach fliegen
      und gekommen sind, engelgleiche Bomben abzuwerfen, das Kranken-
      haus erstrahlt von selbst in festlicher Beleuchtung imaginäre Wände
      stürzen ein O magere Legionen rennen nach draußen O Sternenban-
      nerschock der Gnade, der ewige Krieg ist da O Sieg, vergiß jetzt deine
      Unterwäsche, wir sind frei

      Ich bin bei dir in Rockland
      in meinem Träumen wanderst du triefnass von einer Seereise auf der
      Straße quer durch Amerika weinend zur Tür meiner Hütte im nächtli-
      chen Westen

      Fußnote zu ‚Geheul‘

      Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig! Heilig!
      Heilig! Heilig! Heilig! Heilig!

      Die Welt ist heilig! Die Seele ist heilig! Die Haut ist heilig! Die Nase ist
      heilig! Zunge und Schwanz und Hand und Arschloch heilig!

      Alles ist heilig! Alle sind heilig! überall ist heilig! jeder Tag ist in Ewigkeit!
      Alle sind Engel!

      Der Gammler ist so heilig wie der Seraphim! Der Verrückte ist heilig, wie
      du, meine Seele heilig bist!

      Die Schreibmaschine ist heilig das Gedicht ist heilig die Stimme ist heilig
      die sie hören sind heilig die Ekstase ist heilig!

      Heilig Peter heilig Allen heilig Solomon heilig Lucien heilig Kerouac heilig
      Huncke heilig Burroughs heilig Cassady heilig die namenlosen ge-
      schundenen und leidenden Bettler heilig die abscheulichen menschli-
      chen Engel!

      Heilig meine Mutter im Irrenhaus! Heilig die Schwänze der Großväter in
      Kansas!

      Heilig das stöhnende Saxophon! Heilig die Be-Bop-Apokalypse! Heilig
      Jazzbands Marihuana Hipster Frieden und Drogen und Trommeln!

      Heilig die Einsamkeit von Wolkenkratzern und Gehsteigen! Heilig die
      Cafeterias wimmelnd von Millionen! Heilig die geheimnisvollen Tränen-
      ströme unter den Straßen!

      Heilig der einsame Götze! Heilig das riesige Mittelklasselamm! Heilig die
      verrückten Schafhirten der Rebellion! Wer auf Los Angeles steht IST
      Los Angeles!

      Heilig New York Heilig San Francisco Heilig Peoria und Seattle Heilig
      Paris Heilig Tanger Heilig Moskau Heilig Istanbul!

      Heilig die Zeit in Ewigkeit heilig die Ewigkeit in der Zeit heilig die Uhren
      im All heilig die 4. Dimension heilig die 5. Internationale heilig der Engel
      im Moloch!
      Heilig die See heilig die Wüste heilig die Eisenbahn heilig die Lokomotive
      heilig die Visionen heilig die Halluzinationen heilig die Wunder heilig der
      Augapfel heilig der Abgrund!

      Heilig Vergebung! Gnade! Nächstenliebe! Glaube! Heilig! unser! Körper!
      Leiden! Großmut!

      Heilig die übernatürliche extrabrilliante intelligente Güte der Seele!

      – San Francisco 1955/56 –

      (Übersetzung: Sophie Warning)

      Muss man mehr zu diesem Unsinn sagen? Wie armselig im Geiste muss man sein um solch einen Quatsch zu publizieren?

      Entschuldigung Christian für das fette Zitat..

      • @DJ
        Zu diesem „Unsinn“ könnte man ja eine Menge sagen.

        Mich würde ja überaus interessieren, ob das als „weiblich“ durchgehen kann und eine feministische Anerkennung von Ginsberg und anderen geboten ist oder ob diese Dichtungen etwa als Hysterie eines „angry white male“ anzusehen ist.

        Aber ich fürchte, die feministische „Kulturkritik“ möchte das nicht mit der Kneifzange anfassen?

        • Klar, wer in die Scheisse greift hat das Zeug am Ende selbst an den Händen. Will kein Mensch, braucht kein Mensch – außer natürlich denen, die hier einen gewissen Fetisch brauchen.
          Vielleicht ist „Feminismus“ genau das – der Geistesdildo für alle die sonst nicht in der Lage sind intellektuelle Probleme (Gleichungen, Theorien, Philosophien) zu durchdringen. Für alle diese: Man beachte die Dildoanspielung in Zusammenhang mit „Durchdringung“ als assoziatives Spiel mit dem „Eindringen“. Verdostes männliches Schreiben auf den … – Punkt gebracht.
          Auch hier für die geistig Armen, derer ja das Himmelreich sein wird: Assoziation der Dose mit dem Diminutiv für das weibliche sekundäre Geschlechtsmerkmal unter der Gürtellinie… aber auch mit Dosis wie in „Die Dosis macht das Gift“.

        • „die hier einen gewissen Fetisch brauchen“

          Da ist der Feminismus doch sehr begrenzt, denn sein „Fetisch“ ist auf die schlichte Annahme beschränkt, dass „die Frau“ das Gute ist, „der Mann“ das Böse. Und dann folgt die grosse Welterklärung doch nur diesem schlichtem dualen Einteilungsmuster.
          Dieses müsste Ginsbergs Poem als Anklage des Patriarchats hinstellen, er besänge „die Gefallenen“.
          Schwierig nur, diese Gefallenheit mit dem noch herrschenden Selbstverständnis der Selbstverwirklichung in Einklang zu bringen. Denn man müsste ja die Rebellion der 60er als patriarchale Reaktion darstellen. Das können sie sich (noch?) nicht leisten.

      • @ Dummerjan Na und, was beweist das Gedicht jetzt, bis auf die Tatsache, dass Alan Ginsberg halt weiblich schreibt? 🙂

        Cixous hat tatsächlich schon selbst Wert darauf gelegt, dass sich ihre Rede von „männlich“ und „weiblich“ nicht auf soziale Objekte bezieht. Also nicht auf Männer und Frauen (das hat Thomas Meinecke nur eben noch nicht richtig verinnerlicht – vielleicht ist er männlicher, als er denkt, und doch noch sehr im Dosen-Denken befangen)…

        Fairerweise müsste man übrigens dazu sagen, dass es auch Feministinnen gibt, die mit der Rede vom männlichen und weiblichen Schreiben wenig anfangen können.

        • „Na und, was beweist das Gedicht jetzt, bis auf die Tatsache, dass Alan Ginsberg halt weiblich schreibt?“
          Dass die Süddeutsche Zeitung in Ihrer Redaktion Menschen sitzen hat, die von Literatur und Text keine Ahnung hat. Oder wie kann sonst so ein Unsinn dort erscheinen?

        • Deshalb vielleicht?

          „In dieser Welt lief man Jim Morrison über den Weg und Allen Ginsberg, Joan Baez, Jack Kerouac und, ja auch, Johnny Cash – lauter Amerikaner, die dafür gesorgt haben, dass man Amerika auf ewig lieben wird, weil sie einem so viele gute Gründe nannten, es auch hassen zu können.“

          http://www.sueddeutsche.de/kultur/deutscher-alltag-leben-am-brett-1.1043590

          Bitte mal genau den Satz ansehen und das verquaste

          „die dafür gesorgt haben, dass man Amerika auf ewig lieben wird“

          ersetzen durch:

          „die man auf ewig lieben wird“ und streichen vom „auch“

  3. Es hat keinen Zweck … jegliche Fianzierung (Nahrungsmittelversorung), diesen Ally’s, F’tzenknechten und den (meisten) Frauen in den westl. Industrienationen vollständig entziehen.

    Drei Generationen komplette und vollumfängliche Gehirnwäsche sind nicht auszumerzen!

    Der sozialistische Staat stirbt mit David, denn es gibt keine ernstzunehmenden Nachfolger mehr.

    Ein bis 10 Jahre, dann ist der ganze Unfug tot und bis dahin, jegliche Ressourcen runter fahren bis auf faktisch Null.

  4. Der Herr Meinecke hat offenbar seine Marktlücke als „feministischer Mann“ gefunden. Wenn er immer bereit ist, diese Rolle zu spielen, hier bei der SZ-Geschichte und wohl auch gern auf Podien, dann bekommt er seinen Namen unter die Leute und irgendwer wird vermutlich seine Bücher auch kaufen.

    Kann er ja machen. Aber ich gehe dann davon aus, dass er mir als Autor nichts Interessantes zu sagen hat und lese lieber was anderes. 300 Seiten auf denen kein mal das Wort „man“ fällt: Warum sollte mich das interessieren? Ein bisschen mehr sollte ein Roman mir schon zu sagen haben.

  5. „Dafür muss ich keine Frau sein, genauso wenig, wie ich Arbeiter sein muss, um mich für Arbeiterrechte einzusetzen.“

    Wenn ich sowas lese, kann ich eigentlich nur mit den Achseln zucken. Das ist eben Virtue Signalling, wie Christian bemerkt.

    Ich denke ich verstehe Menschen wesentlich besser, seit ich sowas nicht mehr für bare Münze nehme und stattdessen danach schaue, welche eigenen Interessen sie verfolgen. Denn das tun alle, auch wenn sie laut vorgeben, die Interessen anderer zu verfolgen.

    Und wie muss man eigentlich drauf sein, um von Judith Butler „elektrisiert“ zu werden? Wahrscheinlich genauso wie sie.

    • „Und wie muss man eigentlich drauf sein, um von Judith Butler „elektrisiert“ zu werden?“

      Intellektuell schwach, dafür umso bereiter zu glauben.

      Denn die ganze Selbstwidersprüchlichkeit, Unlogik, gepaart und vernebelt mit einem besonders unverständlichen Jargon, der Begrifflichkeiten wie Sterne vom Himmel pflückt, kann nur die tief und positiv beeindrucken, die auf einen Glauben ausweichen möchten.

      Die anderen wundern sich nur, was man für einen Quark zusammenrühren kann, den andere glauben möchten.

      Butler ist nur eine snake oil saleswoman. Und nichtmal eine gute.

      Im Grunde verkauft sie nur einen selbstgeisselnden Schuldkult:

      http://www.youtube.com/watch?v=e4q6eaLn2mY

      • Genau das habe ich mir auch gedacht. Würde man ihr Geschwurbel in normales, verständliches Deutsch übersetzen, könnte man das ganze auf ein paar Sätze eindampfen und selbst die wären lächerlich.

        • Ihre Texte bestehen aus Abfolgen von einfachen Behauptungen, die jeder Begründung entbehren. Butler wählt als Stil einen der grosstmöglichen Kompliziertheit, mit nebulösen Begriffen, unklaren Bezügen in einer besonders komplexen Satzstruktur eingebettet. Jedes rationale Denken soll dabei beim Lesen verschlissen auf der Strecke bleiben, ihr irrationalistischer Stil macht aus dem geneigten Leser einen Adepten. Ihre Texte sind nur Esoterik in einem fast unauflösbarem Knäuel, die sie immerhin nicht als „Wissenschaft“ hinstellt, sondern als „Philosophie“ verkauft.

      • Ich lese grade Penroses „The road to reality“. DAS ist elektrisierende Literatur (und Philosophie).
        Es geht vor alllem um die Frage, welche Art von Realität mathematischen Gebilden zukommt und wieso man damit in der Lage ist die Wirklichkeit zu beschreiben.
        Was beschreibt eigentlich Judith Butler? Ihre Mens?

  6. Zitat: „‚Mann sein‘ oder ‚Frau sein‘ ist im Wesentlichen eine Tätigkeit.“

    Was für ein Bullshit.
    Wenn das so wäre, würde statistisch ca. die Hälfte der Penisträger*Innen die Tätigkeit „Frau“ ausüben, und ca. die Hälfte der Vaginaträger*Innen die Tätigkeit „Mann“.
    Oder soll das die Utopie des Feminismus sein?

    Feminismus ist einfach nur der wütende und sinnlose Kampf der Frauen gegen ihre eigene Natur, gegen die Evolution, deren Sklaven sie sind, viel mehr als die Männer.
    Alle vier Wochen daran erinert zu werden jetzt aber mal Kinder zu kriegen, unter einer Dominanz des Emotionalen zum wehrlosen Spielball der Natur, der Evolution gemacht, wie soll Frau da jemals freier werden können?

    Hoffnungslos.

    • Wobei die Beschreibung der Geschlechterrollen als „Tätigkeit“ durchaus im Einklang mit Vorstellungen der Manosphere steht: Mann sein bedeutet als Mann zu performen. Man kann zwar natürlich „Mann“ als „Penisträger“ definieren. Aber sexuellen Erfolg als Mann erreicht man nur, indem man in seiner Männlichkeit performt. Die anderen Penisträger sind dann nur Arbeitssklaven.

      In dieser Manosphere-Philosophie (im Gegensatz zur sonstigen Gesellschaft) gilt das aber auch für Frauen: Nur wenn sie schön und feminin sind, werden sie als Frauen wahrgenommen. Die anderen sortiert ein performender Mann (der deswegen Optionen hat) schlicht aus und beachtet sie nicht.

      • @lh

        Was verstehst du unter „Manosphere“?

        Ich würde da ein wenig differenzieren: die PU-Community widerspricht nicht, den Mann über dessen „Performance“ zu definieren. Rollo Tomassi ist mit seinem Konzept der „burden of performance“ der Prophet dieser schicksalhaften Gemeinschaft.

        Letztendlich ist es aber weibliche Selektion, die auf das Verhalten des Mannes abstellt. Insofern zeigt sich natürlich für jede Frau die Männlichkeit des Mannes in seinem Tun. Dieses soll dergestalt sein, dass ER hinreichend demonstriert, der Beste der Besten der Besten, Sir, zu sein, sich gegen Ressourcenkonkurrenten durchsetzen und Wip und Kint ausreichend versorgen zu können. Es ist also ganz im Sinne der biologisch vorherrschenden Auswahlkriterien der Frauen, Geschlecht über Tätigkeit zu definieren.

        MGTOW hingegen, die ich auch zur „Manosphere“ zähle, widersetzen sich ganz nachdrücklich diesem Performance-Zwang. Die anhaltende sexuelle Erfolglosigkeit von MGTOW (sofern es nicht verkappte ZFG-Alphas sind) bestätigt einmal mehr, dass es sich hier um ein ziemlich belastbares weibliches Auswahlkriterium handelt.

      • @zip:

        Was Rollo unter dem Burden of Performance versteht, wird von vielen missverstanden. Es geht dabei nicht darum, der reichste, schönste und beste zu sein oder sonstwie weiblichen Versorgungsansprüchen zu dienen. Männliche Performance nach Rollo ist in erster Linie, seinen eigenen Mental Point of Origin zu haben, Diener seiner selbst zu sein und daraus Dominanz zu generieren. Männliche Performance ist in diesem Sinne, die eigenen Bedürfnisse und Interessen zu verfolgen und darin selbstbewusst zu sein.

        Insofern ist da eigentlich kein Gegensatz zu MGTOW. MGTOW machen im Grunde dasselbe, nur sind sie sich der Wirkung auf Frauen und was man damit alles machen kann (noch?) nicht bewusst.

      • Die Empfehlung von Rollo kenne ich, sie wirft aber Fragen auf, die Herr Tomassi nicht hinreichend beantwortet hat oder beantworten kann:

        1. Was befähigt einige Männer mehr, ganz natürlich ihr MPoO zu sein, als andere? Sind einige Männer genetisch besser prädisponiert? Auserwählt („naturally selected“ nach van Vugt und Ahuja)? Gibt es demnach genetisch bedingte Grenzen? Gibt es biografische Grenzen, die über die Epigenetik wirken? Commander James T. Kirk 😉 könnte recht haben damit, dass traumatisierte Männer ausscheiden.

        2. Inwiefern sind die Motive, sich auf den Weg zu begeben, den „eigenen Mental Point of Origin zu haben [.,.] und daraus Dominanz zu generieren“ entscheidend? PUAs haben oft nur kurzfristige Erfolge und sind nicht imstande, eine Beziehung zu halten, und viele mutmaßen, dass es daran liegen könnte, dass sie sich „den Frauen zuliebe“ auf den Weg gemacht haben. Andererseits brauchen viele MGTOW, die das um ihrer selbst willen tun, zu lange auf diesem Weg und das Leben zieht vorüber.

        Der Darwin-Award hat noch einige Kategorien offen…

        • Die Frage ist kompliziert und ich würde mir da auch mehr von Rollo zu wünschen.

          Meiner Meinung nach (und Rollo beschreibt das auch) haben kleine Jungs ihren MPoO meistens richtig. Erst eine Erziehung, die ihnen weismacht, sie müssten aber auf die Bedürfnisse von Frauen eingehen und Männlichkeit sei böse, verschiebt das.

          Besonders problematisch ist das, wenn junge Männer irgendwo mal scheitern (was durchaus auch bei gesunden Verhältnissen vorkommen kann). An der Stelle werden sie dann offen dafür, doch mal etwas anders zu machen, als die Natur es ihnen mitgegeben hat und sie werden anfällig für katastrophale Ratschläge von Frauen.

          Eine Rolle spielt dabei auch das Wechselspiel von Testosteron und Oxytocin und an der Stelle kann Genetik eine Rolle spielen. Oxytocininduzierte Gebundenheit verschiebt den MPoO und mit genug Testosteron wird man dagegen weitgehend immun.

          Das sinnvollste Modell scheint mir aber die Theorie von der Betaisierung zu sein. Wer seinen MPoO bei sich hat, ist in Beziehungen Alpha (das Alpha-Beta-Modell kann man nicht nur als soziale Ordnung begreifen, noch wichtiger ist die Frage nach der Dominanz in der Zweierbeziehung). Es findet aber ein permanenter Machtkampf in allen Arten von Beziehungen statt, deren Ziel es jeweils ist den anderen zu Betaisieren. Es ist ein existentieller Kampf um Dominanz. Dieser Kampf wird insbesondere von Frauen mit vielen Mitteln emotionaler Manipulation geführt, Double-Binds sind z.B. besonders gefährlich. Indem der Mann den Double-Bind nicht lösen kann, bleibt sein Geist an dem „Rätsel“ verhaftet und der MPoO bewegt sich von den eigenen Bedürfnissen und Interessen zum Steller des geistfesselnden Rätsels.
          Meiner Meinung nach werden die meisten Männer schon von Ihren Müttern (unbewusst) mit solchen Double-Binds bearbeitet und dadurch betaisiert.

          Betaisierung ist meiner Meinung nach nicht emotionale Traumatisierung, obwohl man schon das so sehen könnte. Das tückische an der Betaisierung ist, dass es zunächst zu funktionieren scheint. Die Frau, die einen betaisiert, ist zunächst glücklich damit und belohnt das u.U. sogar.
          Aber auf lange Sicht und bei anderen Frauen funktioniert die Betaisierung eben nicht und führt dann auf die eine oder andere Art zur emotionalen Traumatisierung, etwa Liebeskummer oder Scheidung etc.

          Diese emotionale Traumatisierung führt dann aber (im gesunden Fall) dazu, dass dem Mann auffällt, dass etwas nicht stimmt und er beginnt dann seinen MPoO wieder zu richten. Das kann ein langer Prozess sein.

          ZFG-Alpha sind wahrscheinlich die wenigsten von Geburt an. Bei sehr Reichen, die keinerlei Probleme kennen, kann das wohl vorkommen. Die meisten ZFG-Alphas werden dahin aber erst durch die Überwindung von emotionaler Traumatisierung kommen. „Freedom is just another word for nothing left to lose“ entspricht diesem Weg. Solche Stärke ist das Ergebnis der Überwindung von Härten.

          Ob PUAs wirklich Probleme mit langfristigen Beziehungen haben, vermag ich nicht zu sagen. Aber man muss dabei mehrere Dinge beachten: Zum einen haben langfristige Beziehungen für Männer (die Abwechslung wollen) eigentlich nur dann Wert, wenn es der Kinderproduktion dient. Frauen wollen/brauchen Commitment, Männer nicht. Insofern ist schon fraglich, ob PUAs langfristige Beziehungen überhaupt wollen.
          Zum anderen gibt es aber das Problem von „Children with Dynamite“ wie Rollo das sagt. Nicht wenige PUAs sind diesen Weg nur gegangen, um dieses eine Mädchen zu bekommen (Mystery z.B.). Mit Game haben sie zwar die Mittel, um die ins Bett zu bekommen, aber im Grunde stecken solche Männer immer noch in Blue-Pill Idealen fest. Die Verwirklichung von Blue-Pill Idealen mit Red-Pill Mitteln funktioniert aber nicht nachhaltig.

        • @lh

          Dank für deine ausführliche Antwort. Da ist viel dabei, was ich unterschreibe.

          Große Rätsel bleiben:

          Meiner Meinung nach werden die meisten Männer schon von Ihren Müttern (unbewusst) mit solchen Double-Binds bearbeitet und dadurch betaisiert.

          Warum zur Hölle machen Mütter das? Es kann doch, wollen sie ihre Gene in die 3. Generation bringen, nicht in ihrem Interesse sein, die Söhne zu lahmen Betas zu machen, die Schwierigkeiten haben werden, sich fortzupflanzen? Durch dieses Verhalten selektieren die Mütter doch gegen ihre eigenen Gene und doch – da stimm ich dir zu – ist es mit schöner Regelmäßigkeit zu beobachten.

          das Alpha-Beta-Modell kann man nicht nur als soziale Ordnung begreifen, noch wichtiger ist die Frage nach der Dominanz in der Zweierbeziehung

          Würde sagen, beides bedingt einander. Die Tragik für den Mann ist hierbei, dass er, wenn sein Weib ihn erfolgreich betaisiert hat, auch sozialen Status verliert. Nach dem Matthäus-Prinzip, dass demjenigen, der nicht hat, auch noch das wenige genommen wird, wird auch die Anerkennung innerhalb der Gruppe der Männer leiden. Deshalb ist es für Männer oft existenziell bedrohlich, im Beziehungskampf zu unterliegen.

          Das große Kapitel Traumatisierung schlage ich jetzt einmal nicht auf, weil es zu umfangreich ist und viele entwicklungspsychologische Anmerkungen bräuchte. Eine Beobachtung möcht ich aber noch formulieren: ich arbeite mit traumatisierten Menschen und meiner Erfahrung nach finden traumatisierte Frauen ohne weiteres Partner, traumatisierte Männer fast niemals.

        • Warum zur Hölle machen Mütter das?

          Frauen generell dürften das nicht bewusst machen. Gerade was Double-Binds angeht glaube ich inzwischen, dass „weibliche Verdrehtheit“, nicht klar sagen können, was Sache ist und auch die Differenz zwischen dem, was sie meinen zu wollen und womit sie dann glücklich sind, vielleicht sogar von Natur aus dazu dienen, Double Binds zu erzeugen. Nicht klar zu sein hat den evolutionären Vorteil, Double Binds zu erzeugen und dadurch Männer manipulieren zu können.

          Ob das für Mütter vernünftig ist, ist schwer zu sagen. Aber man muss ihnen zu Gute halten, dass es wirklich ein existentieller Kampf ist, auch für die Frau. Betaisierung geht mit einem Verlust klaren Denkens einher, auch bei Frauen. Meine Aktuelle mit ihrem Doktor in Psychologie und dem IQ von 150 beschreibt das auch. Sie mag allerdings auch die schönen Gefühle dabei.
          Der existentielle Aspekt dabei dürfte auch für die Mutter gelten. Wenn sich die Mutter dem Sohn unterordnen würde, könnte der Sohn die Versorgerfähigkeit der Mutter über Gebühr beanspruchen weil die Mutter dagegen so wehrlos wäre, wie eine Prostituierte gegenüber dem Zuhälter. Mütter haben daher Abgrenzungsmechanismen gegen ihre Kinder entwickelt um selbst „überleben“ zu können.

          Vermutlich wird das sogar auf einem hormonellen Level passieren. Frauen, die mit übermäßiger Männlichkeit konfrontiert werden, reagieren darauf mit der Ausschüttung von Östrogen. Je mehr man als Mann sie z.B. mit rationaler Logik in die Ecke drängt, umso irrationaler wird sie. Je härter die Männer in ihrem Umfeld, umso weicher (und schöner) wird die Frau. Bei der Mutter wird vermutlich etwas ähnliches passieren, wenn bei ihrem Jungen in der Pubertät der große Testosteron-Schub kommt.

          Darüber hinaus glaube ich persönlich aber auch, dass die Mutter für den Mann im Werden gewissermaßen das erste Trainingsgerät ist. Von der Mutter kommen all die üblichen weiblichen Tricks, aber weil das Verhältnis nicht sexuell ist, geht es um nichts und der Heranwachsende ist mangels des sexuellen Hormoncocktails auch weit weniger verwundbar. Es hat wahrscheinlich evolutionäre Vorteile, wenn ein Mann das so trainieren kann.

          Bei der Traumatisierung scheint klar, dass „verletzte Frauen“ eher attraktiver werden. Sie braucht ja offenbar Schutz.
          Beim Mann dagegen entspricht der Zustand „traumatisiert“ einer Verletzung, die ihn schwach erscheinen lässt. Das ist nicht attraktiv. Aber wenn er die Verletzung ausheilt, die Traumatisierung überwindet und dadurch stärker wird, dann wird er sehr attraktiv. War bei mir nicht anders und Rollo z.B. beschreibt das von sich auch.

      • @lh
        Nicht der Penis macht den Mann, sondern die Produktion von Samenzellen. Daher ist auch der Hoden das primäre männliche Geschlechtsmerkmal und der Penis das sekundäre.

  7. Ich finde es nach wie vor erstaunlich, wie wenig diese Äußerungen als radikal wahrgenommen werden und wie selbstverständlich man ihnen Platz einräumt ohne sie zu kritisieren

    (Fiktive) Sätze von einem „Werner Stahl“ wie „Frau ist ein Schimpfwort für mich“ oder „Die AFD-Frauen sind nur gegen Flüchtlinge, weil sie die deutschen Männer selbst ausbeuten wollen“ würde man sofort als das erkennen, was sie wären.

    Dennoch kann man in Zeitschriften Sätze wie „Mann ist ein Schimpfwort für mich“ oder mit Margarete Stokowski „Die eigenen Frauen will der gute Deutsche immer noch selbst belästigen dürfen.“ schreiben.

    • Berücksichtigt man den durchschlagenden Erfolg der Ideologie Feminismus, ist das eigentlich nicht erstaunlich. Interessant ist natürlich wie es dazu kommen konnte.
      Aber die Gegenbewegung ist ja bereits im Entstehen. Meinecke ist ein Reaktionär, ein Dinosaurier.

    • Du hast ja völlig Recht mit der Beobachtung dieses Unterschieds. Nur: Was folgt daraus, wie geht man damit um?

      Es scheint mir nicht so, als würde es funktionieren, selbst auf derart polemische Beschimpfungen zu verzichten. Ich habe nicht den Eindruck, dass „die Gegenseite“ dies goutiert und sich selbst zurücknimmt?

      Und dann ist die Methode „Werner Stahl“ meinem Eindruck nach das bessere Vorgehen. Es vergiftet zwar eine sachliche Debatte, aber scheinbar muss die Gegenseite den Wert einer sachlichen Debatte erstmal überhaupt einsehen.

      Was eine „deutsche Männerbewegung“ betrifft halte ich es jedenfalls für hochgeboten, sich von der Gegenseite nicht in „gute Männerrechtler und böse Männerrechtler“ spalten zu lassen, die sich gegenseitig bekriegen. Politische Bedeutung bekommt eine Männerrechtsbewegung nur, wenn zumindest in den wesentlichen Fragen am selben Strang gezogen wird. Dafür muss man sich nicht in allen Details einig sein.

      • Ganz deine Meinung.

        Für mich folgt daraus, dass die Sätze von Meinecke sich zwar als hochreflektierte Meta-Kommunikation gerieren, tatsächlich aber ganz dumme Speichelleckerei sind, die ihn als ernstzunehmenden Mitdisputanten in einer „Community of Men“ komplett diqualifizieren.

        Interessanter finde ich Überlegungen dazu, welchen Erfolg sich dieser Schleimer von seiner Strategie verspricht. Die Gratwanderung zwischen von Frauen zugestandener Anerkennung als „guter Mann“ und erkannter Anbiederung ist sehr schmal.

        Was Männer daraus aber lernen können: meistens sind die Inhalte des Kommunizierten nicht entscheidend. Nichts liegt Frauen ferner als die logische Beurteilung von Argumenten. Viel entscheidnder ist, ob sie sich mit der Art und Weise, wie der Mann x-beliebigen Müll brabbelt „wohl fühlen“. Es hängt also davon ab, wie dominant und überzeugend der Mann seine Meinung vorträg und ob sie in der jeweiligen In-Group der lauschende Frauen die prädominante Meinung ist. „Progressive“ Early-Adopter-Frauen, die alles cool finden, bloß weil es neu ist, hätten früher – vor 20 Jahren – wohl eher zugestimmt als konservative Geschlechtsgenossinnen, mittlerweile sitzt Meinecke aber auch schon in der letzten U-Bahn, der Wind dreht sich.

        • Was Männer daraus aber lernen können: meistens sind die Inhalte des Kommunizierten nicht entscheidend. Nichts liegt Frauen ferner als die logische Beurteilung von Argumenten.

          Ganz genau. Und da Meinecke auf der Subkommunikationsebene nicht needy und anbiedernd rüberkommt, sondern selbstbewusst maskulin, funktioniert seine Masche.

        • @Christian: Nein, ich kenne den nicht. Aber ich teile Schoppes Beobachtung und meine, man kann schon aus den Interviewsätzen einiges schließen.

      • @lh

        „Und dann ist die Methode „Werner Stahl“ meinem Eindruck nach das bessere Vorgehen. Es vergiftet zwar eine sachliche Debatte, aber scheinbar muss die Gegenseite den Wert einer sachlichen Debatte erstmal überhaupt einsehen.“

        Aus meiner Sicht nicht. Im Gegenteil: Es arbeitet einem einfachen Feindbild zu, von dem sich uninformierte gerade abschrecken lassen und gegen das man leicht Stimmung machen kann. Es hat ja einen Grund, dass der SZ-Artikel dieses Bild so gerne bedient. Es ist eben das Bild eines Loosers, der seinen Frust abarbeitet, der nichts hat und Frauen dafür verantwortlich macht und das auf eine billige Art.
        So möchte man nicht sein.

        Politische Bedeutung kann eine Männerbewegung nur erreichen, wenn sie eine positive Identifikationsfigur bekommt, die sich auf diese Weise nicht angreifen lässt. Milo beispielsweise hat den Vorteil, dass er sich als schwuler ganz anders äußern kann, weil für ihn ein Teil dieser Vorbehalte schlicht nicht greifen. Thunderf00t und Hoff-Sommers sind üblicherweise durchaus sachlich und vertrauen auf Fakten.

        • Das ist immer die Hoffnung der linken Männerrechtsbewegung. Aber die scheint mir verfehlt. Milo, Hoff-Sommers etc. haben überhaupt nur deshalb ein Publikum, weil bei der Gamer-Gate Geschichte diese Loser-Nerds von 4Chan sich kein bisschen haben einschüchtern lassen sondern gegenüber all den Versuchen sie zu beschämen nur „fuck you“ gesagt haben.

          Auch Dein Bild von „Werner Stahl“ finde ich in dem Artikel der SZ so nicht wieder. Werner Stahl ist demnach ehemals verheiratet mit Kindern und fährt einen Starnberger Audi. Der wird grundsätzlich nicht als Loser dargestellt, man hat nur ein Problem mit seiner Darstellung von Männlichkeit.

          Und dieses Problem mit seiner Art Männlichkeit scheinen auch mehr die Männer als die Frauen zu haben? Ich habe in der Sache noch keinen einzigen negativen Kommentar einer Frau zu Werner Stahl gelesen, aber die deutsche Manosphere beschimpft ihn seit Tagen? Ich will damit nicht sagen, dass Werner Stahl Frauen nicht übel aufstossen könnte. Aber das Bedürfnis über den herzufallen haben offenbar die Männer und nicht die Frauen?

          So oder so, Werner Stahl macht sein Ding und meinen Segen hat er dabei jedenfalls. Die Manopshere wird an Werner Stahl und seinesgleichen nichts ändern können. Die Frage ist alleine, ob eine politische Männerrechtsbewegung sich so einfach auseinandernehmen lassen will? Indem eine Männerrechtsbewegung sich von der Drohung „Du bist doch wie Werner Stahl“ einschüchtern lässt, verliert sie ihre Wirkmächtigkeit. Inwiefern ist den Anliegen einer Männerrechtsbewegung gedient, wenn Männerrechtler anstatt männliche Interessen zu vertreten sich nur damit beschäftigen, bloß nicht wie Werner Stahl zu erscheinen?

          Meiner Ansicht nach käme man viel weiter, wenn man die Werner Stahls nicht ausgrenzt, sondern im Geiste von agree & amplifiy sagt: Manche Männer sind halt wirklich zornig über die Verhältnisse und nehmen dabei kein Blatt vor dem Mund. Ich kann das jedenfalls verstehen, denn es ist ja vieles im Argen für die Männer in Deutschland. Gerade für die, die sich mal für ihre Familie den Arsch aufgerissen haben und dafür nur Undank bekommen haben.

        • „Meiner Ansicht nach käme man viel weiter, wenn man die Werner Stahls nicht ausgrenzt“

          Ein „Werner Stahl“ grenzt sich selbst aus und ist auch stolz drauf.

        • Auch Dein Bild von „Werner Stahl“ finde ich in dem Artikel der SZ so nicht wieder. Werner Stahl ist demnach ehemals verheiratet mit Kindern und fährt einen Starnberger Audi. Der wird grundsätzlich nicht als Loser dargestellt, man hat nur ein Problem mit seiner Darstellung von Männlichkeit.

          Er wird buchstäblich als „gefährlicher Jäger“ geframt, eine Bedrohung für Frauen(UndKinder). Du magst der Ansicht sein, dass sexuelle Attraktivität damit einhergeht, aber Politik bzw. Gesellschaft ist wohl nicht ganz das gleiche Feld. Es mag ja sein, dass der hochgefährliche „angry black man“ (es wird hier letztlich auf exakt die gleichen sozialen Dynamiken gebaut wie beim Rassismus) so manche Mumu feucht werden lässt, aber sozial/politisch bedeutet diese Rolle meistens den (symbolischen) Tod durch den Lynchmob. Sexuelle Attraktivität lässt sich nicht immer ohne Weiteres in soziales/politisches Kapital ummünzen. Ganz abgesehen davon wage ich zu bezweifeln, dass irgendeine Frau sich von diesem Klischee beeindrucken lässt, „Werner Stahl“ kommt für meinen Geschmack hochgradig unsouverän rüber.

          Mit einer solchen Feindbildpflege und Politik der moralischen Panik kann Feminismus nur von seiner größten Schwäche ablenken: Seine grandiose Unfähigkeit zu einer irgendwie auch nur ansatzweise vernünftigen und damit vertrauenswürdigen politischen Leitlinie.

          Letztendlich hat Feminismus selbst das Image der „blind herumwütenden Kampflesbe“ weg. Dieses Image hat er sich gründlich verdient. Mit viel Netzwerkerei versucht man verzweifelt, von diesem Image wegzukommen. Dazu bieten sich solche Figuren wie Werner Stahl eben an. ->“Haltet den Dieb!“

          In gewissen Schichten hat man damit einen gewissen erfolg und die Klientel der Süddeutschen gehört offenbar dazu. Man sollte sich aber nmE von solchen PR-Maßnahmen nicht allzu sehr beeindrucken lassen, denn mehr als Lippenbekenntnisse kann man eben nicht bewirken, wenn man keine Substanz hat und stattdessen auf soziale Ausgrenzung baut.

          Schon eine kleine Gegenöffentlichkeit kann ein solches labiles Gleichgewicht massiv bedrohen, wenn sie den Finger nur in die richtige Wunde legt.

          Am Ende wird sich die SZ fragen müssen, ob es sich lohnt das Tafelsilber (Glaubwürdigkeit) zu opfern, um Feminismus zu retten. Print hat es derzeit ja nicht gerade leicht.

        • Arne Hofmann gegen den fiktiven Werner Stahl: Das ist doch mal journalistische Qualitätsarbeit! Wie bekloppt muss man als Redakteur eigentlich sein, um das durchgehen zu lassen.

          Angesichts der Diskussion frage ich mich inwiefern hier eine Quellenprüfung stattfand. Auch finde ich es erstaunlich, daß Aarne Hofmann sich in so einen Kontext stellen läßt. Oder weiß er, ob der Herr Stahl eine real existierende Person ist? Da wäre doch ein direktes Streitgesrpäch hochinteressant.

          Ich für meinen Teil halte besagte Person nicht für real. Und es hat keine Gegenprüfung der Quelle stattgefunden.

          Ich lobe hiermit öffentlich 300 Euro in bar geggen Quittung aus, für ein Treffen mit Werner Stahl in Anwesenheit der Verfasserin des Recherchetext.

          • „Ich lobe hiermit öffentlich 300 Euro in bar geggen Quittung aus, für ein Treffen mit Werner Stahl in Anwesenheit der Verfasserin des Recherchetext.“

            Sprich ihn doch mal auf Twitter an, vielleicht will er es weiterleiten. Oder bei Schoppe, da hat er ja kommentiert

        • ..nach meiner Einschätzung hat Hurtz dieses Dilemma erkannt. Er mag seine journalistische Glaubwürdigkeit nicht der „guten Sache“ zum Fraße vorwerfen. Andererseits ist er aber tief in den Netzwerken verstrickt, er kommt nicht an gegen das Framing der „gefährlichen, Frauenbebrohenden Maskus“

          Dann kommt eben ein etwas paradox erscheinender Artikel bei raus. Ein Artikel, der einerseits auf Feindbildpflege setzt und andererseits tatsächlich mal journalistisch arbeitet.

        • Ich für meinen Teil halte besagte Person nicht für real. Und es hat keine Gegenprüfung der Quelle stattgefunden.

          Wer sucht, der findet meistens. Den rest erledigt der confirmation-bias.

          Hurtz hat ja selbst geschrieben:

          ich finde es wichtig, die Eier und andere anonyme Pöbler abzubilden, weil es viele Frauen gibt, die darunter leiden. Das geht von „normalen“ Beschimpfungen über sexuelle Belästigungen bis zu unverholenen Drohungen.

          Wer so an die Sache rangeht hat schon von vornherein „Maskus“ als Kollektiv im Kopf und beschreibt dann eben die „Wesenhaftigkeit“ dieses Kollektives. Im günstigsten Fall wird dabei ein Spektrum der „Wesenhaftigkeit“ dargestellt, was Simon Hurtz ja durchaus gemacht hat. Er kommt aber nicht über das Frame eines „die Männerrechtler sind so“ hinaus, und damit ist es letztlich Feindgruppenpflege.

          Das ist, als würde man _jede beliebige_ männerfeindliche Artikulation dem vermeintlichen Kollektiv „Feministinnen“ zuschreiben. Das kommt zwar durchaus vor, aber der Diskurs gegen Männerfeindlichkeit ist insgesamt in den letzten Jahren doch erheblich differenzierter geworden.

        • Ich hatte Hurtz kurz nach Erscheinen des Artikels angeschrieben, damit er mir den Kontakt mit „Werner Stahl“ vermittelt. Natürlich bekam ich keinerlei Antwort.

          Und selbst wenn „Werner Stahl“ real wäre, wüsste ich nicht, warum ich mich über ihn großartig aufregen sollte. Ihm wurde Gewalt angetan durch eine Frau und er reagiert sehr emotional darauf. Das ist verständlich und das gibt es im umgekehrten Fall genauso. Der Männerhass einstiger (Zwangs-)Prostituierter ist ja genauso wenig verwunderlich.

          Und Arne Hoffmann wird von der Existenz eines „Werner Stahl“ erst durch den Artikel erfahren haben.

        • @Nick:

          Es geht nicht darum, dass Stahls Art die große Verführungskunst wäre (obwohl es einen Schlag Frauen geben dürfte, die dafür sehr empfänglich sind). Aber die Haltung „hier bin ich und kann nicht anders, ich sage was ich denke und fühle und es ist mir scheissegal, was ihr davon denkt“ ist eine sehr starke Position.

          So jemandem wird sicher nicht gleich die Welt zu Füßen gelegt. Aber so jemanden kann man nicht einfach beschämen oder einschüchtern oder nur zum Schweigen bringen. Und von dem etwas zu bekommen, was er nicht will, ist nahe unmöglich. Wenn die Gegenseite auch nichts von dem braucht, ja, dann steht er alleine da (aber das macht ja nichts). Aber wenn man von dem was will, dann wird man das nur bekommen, wenn man ihm dafür etwas gibt.

          Wenn alle Männer so wären wie Werner Stahl, wir bräuchten keine Männerbewegung. Niemand würde sich in den Medien Männerfeindlich äußern und Feminismus wäre nur ein Thema für lesbische Kaffeekränzchen.

        • „Ich lobe hiermit öffentlich 300 Euro in bar geggen Quittung aus, für ein Treffen mit Werner Stahl in Anwesenheit der Verfasserin des Recherchetext.“

          Er müsste ja am Auto erkennbar sein, einfach so kann nicht jeder kommen.

          Vielleicht hat er ja sogar das Nrn-Schild STA-HL …. LOL

        • Und selbst wenn „Werner Stahl“ real wäre, wüsste ich nicht, warum ich mich über ihn großartig aufregen sollte.

          Letztendlich bekommt ja Werner Stahl sein bedrohliches Framing durch den – von Simon Hurtz nicht hinterfragten und damit letztlich affirmierten – radikalfeministischen Diskurs verpasst. In den Zitaten vermag ich zwar sexuell konnotierte Beleidigungen auf einem niedrigem Niveau zu erkennen, aber eben keine Bedrohungen.

          Folgerichtig stellt Simon Hurtz dann auch darauf ab, dass sich „Frauen“ bedroht _fühlen_ würden und deshalb aus dem Netz gedrängt würden. Feminismus hat hier eben mal wieder eine „gewaltsame diskriminierende Struktur“ „erkannt“, mit deren Hilfe man sich bequem gegen Kritik immunisieren kann.

          Es mag ja sein, dass Frauen tendenziell mehr abgestoßen sind von solchen Pöbelleien, aber ich sehe nicht, dass Frauen heutzutage noch viktorianische Hascherl sind, wegen solcher Sprüche in Ohnmacht fallen und sich die Butter vom Brot nehmen lassen.

          Mal ganz abgesehen davon, dass Twitter ohnehin das Medium des niveaulosen Pöbelns ist, und zwar von sehr vielen Seiten.

          Mich „schreckt“ Twitter auch ab.

        • Wenn alle Männer so wären wie Werner Stahl, wir bräuchten keine Männerbewegung.

          Bräuchten wir in der Tat nicht, weil unsere komplexe Industriegesellschaft dann nicht funktionieren könnte.

        • Würde ich ja nicht so sehen. Wie kommst du darauf?

          Empirisch belegen kann ich das natürlich nicht, aber ich habe den Eindruck dass auf Twitter besonders gerne und besonders viel gepöbelt wird. Das liegt nach meiner Einschätzung daran, dass die Begrenzung auf 140 Zeichen dazu einlädt, eher mit griffigen, das Image der Kontrahenten angreifenden Formeln zu hantieren als mit Argumenten. Die dort leicht entstehenden Gruppendynamiken erledigen dann den Rest.

          Für mich ist Twitter als Mob-Medium prädestiniert, auch wenn das natürlich nicht zwangsläufig so sein muss.

        • Zu Werner Stahl:
          Wenn dies keine wirkliche Person ist, dann ist dieser Artikel ein Fall für den Presserat. Denn einer tatsächlichen Person eine fiktive Person gegenüberzustellen und dieser alle mögliche Attribute anzuhängen, um gegen Maskulisten schreiben zu können: Was ist das anderes als gezielte Verächtlichmachung einer Menschngruppe durch Unterstellung, Lüge und Schüren von Haß und Ängsten. Wieso hat er dann nicht gleich einen Kindervergewaltiger, Mädchenwürger und Menschenhändler aus ihm gemscht, der täglich im Blut von drei geschlachteten Jungfrauen baden muss um seinen Haß zu befriedigen. Und, ich vergaß, der in seinen Schuhen statt Füße, Klauen versteckt und neben dem größten Gemächt auf Gottes weiter Erde auch noch einen zweiten Schwanz sein eigen nennt?

          Herr Stahl hat im Keller auch einen Hitleraltar vor dem er betet, täglich wechselnd mit einer Jack-the -Ripper – Fetischanbetung, bei der er lebenden Hühnern den Kopf abbeisst. Nach so vollzigener geistlicher Erbauung begibt sich dann Herr Stahl ins Gelbe Forum. Nach dort erledigter Entledigung seiner geistigen Fäkalien tut er dies naturaliter um dann mit einen Schwarzen Audi SUV donnernd durch die Starnberger NAcht zu donnern und alten Damen den Rollator kollisiv zu demolieren.

        • Dürfte wohl unmöglich sein zu beweisen, dass es den nicht gab.

          Übrigens scheint das eine ziemlich übliche Art des „Journalismus“ heute sein, romanhaft mit konkreten Menschen zu arbeiten, um Meinungen besonders gut an den Leser zu bringen.
          Solche „Berichte“ besser mit der inneren Kneifzange anfassen.

          Das fällt nur ganz selten auf, das mit dem „rape culture“ Bericht im Rolling Stone wäre so ein Fall.

    • „Ich finde es nach wie vor erstaunlich, wie wenig diese Äußerungen als radikal wahrgenommen werden“

      Die allgemeine Wahrnehmung in unserer Gesellschaft ist dementsprechend permissiv. Das kommt durch den breiten Siegeszug eines irrationalen Denkens, welches sich in seiner Überlegenheit mit dem Attribut „weiblich“ krönen will. Dieser Feminismus von heute, der die Männer verachtet, ist dabei dessen Folge, Ausdruck.

    • Dennoch kann man in Zeitschriften Sätze wie „Mann ist ein Schimpfwort für mich“ oder mit Margarete Stokowski „Die eigenen Frauen will der gute Deutsche immer noch selbst belästigen dürfen.“ schreiben.

      Wenn Männer das Ziel sind, gehört derartige Primitivität eben zum „guten Ton“ der sich selbst als „tugendhaft“ und „gebildet“ signalisierenden. Männlichkeit durch derartige Appelle an niedere Gruppeninstikte zu „kritisieren“ – auf AfD-Niveau zu essenzialisieren – gilt eben als „progressiv“. Natürlich stellt niemand, der selbst auf diese Perfomance als Imagestrategie baut, Fragen. Man macht sich doch nicht sein eigenes Imagegeschäftsmodell kaputt.

      Man wundert sich dann, dass andere sich diese Strategie gegen Flüchtlinge aneignen und dabei auf Akzeptanz stoßen. Deutlicher als im Zusammenhang mit der Silvesternacht in Köln kann es eigentlich nicht werden.

  8. Meine These: Der Typ ist in den 60er Jahren stecken geblieben und hat seitdem nicht mitbekommen, wie sich die Welt verändert hat.

    Und ich behaupte, daß ich recht habe und er mir auch irgendwann rechtgeben wird, wenn er einsichtig ist.

    An solchen Leuten wie Thomas Meinecke geht unsere Gesellschaft zugrunde. Als Tugend verkaufter Selbsthaß, auch auf nationaler Ebene.

    Das Gegenteil des nationalen und männlichen Chauvinismus früherer Zeiten.

    Finde ich immer wieder kurios, wie man von einer Pathologie in die entgegengesetzte wechselt und das als Fortschritt verkauft.

  9. Die Süddeutsche ist eine typisch linke Zeitung, welche wie die anderen Mainstream Medien seit Jahren gegen Männer hetzen und Frauen das Opferabo geben. Das ist von der Regierung anscheinend auch so gewünscht.

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