Die Normalität von Gleichberechtigung

Maisie Williams, die Arya Stark in der Serie „Game of Thrones“ spielt hat in einem Interview etwas interessantes gesagt:

Any thoughts on that Thrones feminism debate? I don’t think I’ve seen you asked about that before…
I got asked in one of my first interviews: “Is Arya a feminist?” I didn’t even know what a feminist was.

You were like 12!
And then someone explained it to me. And I remember thinking, “Isn’t that just like everyone?” And then I realized everyone is not a feminist, unfortunately. But I also feel like we should stop calling feminists “feminists” and just start calling people who aren’t feminist “sexist” – and then everyone else is just a human. You are either a normal person or a sexist. People get a label when they’re bad. Because it works the other way, as well. A lot of men have it hard too.

Ich finde ihre Aussage dabei durchaus zutreffend, wenn man von der Definition des Feminismus ausgeht, die üblicherweise als „Festung“ ausgebaut wird:

Feminismus als Einsatz für die Gleichberechtigung der Geschlechter.

In der weiteren Bedeutung, also dem „Feld„, bei der dann die modernen feministischen Theorien ins Spiel kommen, wäre die Aussage gänzlich falsch, denn es sind eben Theorien, die von den wenigsten Leuten geteilt werden.

Die Abgrenzung verläuft da ungefähr so, wie in diesem Bild dargestellt:

Feminist Ja oder nein

Feminist Ja oder nein

Aber nimmt man diese stark vereinfachte erste Definition, dann ist genau diese Überraschung eben das, was denke ich viele empfinden und was auch dazu führt, dass der Feminismus eigentlich unnötig ist:

Der Grundsatz, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollen, ist inzwischen vollkommen unstrittig.

Es ist im Gegensatz zu dem Schreckgespenst, welches der Feminismus aufbauen will, etwas, was die allermeisten Leute als ganz normal und selbstverständlich ansehen und was in der Tat nur sexistische Leute ablehnen.

Der Feminismus versucht den Leuten einzureden, dass die Welt voller Sexismus ist, den die allermeisten Leute allerdings eben nicht erleben. Sie verstehen durchaus, dass Lebensentscheidungen Konsequenzen haben, die sich zB in unterschiedlichen Gehalt niederschlagen, dafür aber eben andere Lebensziele, zB mehr Zeit mit den Kindern erfolgreich umsetzen.

Natürlich kann der Feminismus mit dieser Definition als „normal“ wenig anfangen. Es würde ihm seine Opferstellung rauben. Im Feminismus muss die Welt an sich sexistisch sein und bleiben.

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50 Gedanken zu “Die Normalität von Gleichberechtigung

  1. Einerseits

    Andererseits sind auch die nicht-feministischen Frauen meiner Bekanntschaft davon überzeugt, dass Frauenparkplätze totaaal wichtig sind („Du als Mann kennst diese Angst ja gar nicht“) und Quote macht ja schon Sinn und überhaupt hatten Frauen es schon immer etwas schwerer und natürlich gehört das Kind zur Mutter.

    „Gleichberechtigung“ ist ein hohles Wort.
    Deswegen kann man ja auch so viel Schindluder damit treiben.

    • @only_mehr:
      „Gleichberechtigung” ist ein hohles Wort.
      Deswegen kann man ja auch so viel Schindluder damit treiben.“

      Nein, Gleichberechtigung bedeutet gleiche Rechte – fertig!

      Nur weil so viele Menschen das Wort falsch nutzen oder nicht in der Lage sind Gleichberechtigung und Gleichstellung zu unterscheiden, ist das noch lange kein hohles Wort.

      • Du bist also gegen Frauenparkplätze, Gleichstellungsbeauftragte, Quote etc. und für das Recht von Männern, Vaterschaft nicht zu übernehmen? Gut. Denn alles andere hat mit Gleichberechtigung nichts zu tun.

        • @lh:
          „Du bist also gegen Frauenparkplätze, Gleichstellungsbeauftragte, Quote etc.“

          Dazu habe ich schon oft was geschrieben: Ja, denn diese (Quote und Frauenparkplätze) und diskriminieren nicht nur Männer, sondern auch Frauen. Die unterstellen indirekt, eine Frau Isuzu zu blöd, etwas alleine zu schaffen bzw. stellen Frauen auf eine Die mit Gehbehinderten, die tatsächlich Parkplätze nahe am Gebäude benötigen.
          Gleichstellunsbeauftragte sind sind schon vom Wort her bescheuert. Hätte dir eigentlich ausfallen müssen, dass ich den Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung angesprochen habe. (Lesehinweis: http://nur-miria.blogspot.it/2015/03/feindbild-feministin-erhalten.html?m=1 da erkläre ich ganz toll den Unterschied)

          „für das Recht von Männern, Vaterschaft nicht zu übernehmen?“

          Was hat das bitte mit Gleichberechtigung zu tun?
          Dieses Recht haben Eltern übrigens schon länger, nennt sich Adoption.

        • Ich denke mit „Recht von Männern, Vaterschaft nicht zu übernehmen“ meint lh, dass im Falle einer Gleichberechtigung Männer genauso wie Frauen das Recht zugestanden bekommen müssten, auch nach der Empfängnis noch entscheiden zu dürfen, ob sie die Elternschaft übernehmen oder abtreiben wollen. Denn es hat mit Gleichberechtigung ungefähr gar nichts zu tun, wenn man nur einem Geschlecht das Recht zugesteht, über die Folgen für beide Geschlechter alleine entscheiden zu dürfen.

        • „Was hat das bitte mit Gleichberechtigung zu tun?“

          Frauen können sich bis zu drei Monate nach dem Fick ihrer Mutterschaft entledigen, ohne den Vater zu fragen. Ein Mann kann das analog nicht.

          „Dieses Recht haben Eltern übrigens schon länger, nennt sich Adoption.“

          Ein Vater kann nicht entscheiden ein Kind zur Adoption freizugeben, wenn die Mutter das nicht will. Umgekehrt darf die Mutter anonym ihr Kind weggeben (Babyklappe).

        • Wenn das Deine Positionen dazu sind, wunderbar. Mich würde nur mal interessieren, welche typischen feministischen Positionen Du überhaupt noch vertrittst, wenn Du Dich weiterhin Feministin nennst?

          Was hat das bitte mit Gleichberechtigung zu tun?

          Frauen haben das Recht auch ohne Adoption (was nämlich die Bereitschaft eines anderen voraussetzt, die Pflichten zu übernehmen), die Verantwortung für das Kind an der Babyklappe loszuwerden. Dadurch wird Frauen das Recht gewährt, nicht die Verantwortung für die Folgen ihrer Sexualität zu übernehmen. Gleichberechtigung wäre es, Männern dasselbe zu gestatten.

          Ich habe dabei mit einiger Freude zur Kenntnis genommen, dass das inzwischen tatsächlich diskutiert wird.

        • >>> Umgekehrt darf die Mutter anonym
          >>> ihr Kind weggeben (Babyklappe).

          Gesetzlich darf sie es eigentlich auch nicht. Im böse frauenunterdrückenden Staat verfolgt es nur keiner, weil man ganz feste beide Augen zudrückt und juristische Akrobatik betreibt. So vetritt man dann z.B., dass die Frau Unterhaltspflichten (§ 170 StGB) nicht verletzt, weil sie aufgrund der Babyklappe ja andere zwingt, den Unterhalt zu übernehmen. Dabei sagt die Norm des § 170 StGB eigentlich ausdrücklich, dass es auch dann eine Straftat ist, wenn der Unterhalt nicht ohne Hilfe Dritter gewährleistet wäre. Aber bei Frauen vertreten Juristen, dass der Unterhalt ja nicht gefährdet sei, weil in einer frauenunterdrückenden Gesellschaft ja die Babyklappenbetreiber den Unterhalt übernehmen. Mit der gleichen Begründung müsste man eigentlich auch jeden Mann in Bezug auf § 170 StGB freisprechen, wenn er keinen Unterhalt zahlt, denn auch dann tritt ja die Unterhaltsvorschusskasse ein, so dass der Unterhalt nicht gefährdet ist. Hier verweist man dann aber konsequenter darauf, dass es nach der Norm nicht ausreicht, wenn der Unterhalt nur aufgrund von Leistungen Dritter nicht gefährdet ist.

          Würde der frauenunterdrückende Staat seine Gesetz geschlechtsneutral anwenden, würde vermutlich die Entsorgung eines Kindes in der Babyklappe auch für Frauen eine Straftat darstellen (§§ 169, 170 StGB). Aber wie gesagt, bei Frauen werden beide Augen ganz fest zugedrückt.

        • In beiden Fällen wird natürlich vordergründig mit dem Kind argumentiert: die Babyklappe dient nur dazu, dass die Frau nicht gezwungen ist, ihr Kind zu töten. Somit können also Kinder gerettet werden (daselbe gilt für die Errungenschaft der anonymen Geburt).
          Der Unterhalt, den der entsorgte Vater an die Mutter zu überweisen hat, dient nur dem Kind.
          Nie verstanden habe ich dabei auch, warum dieser Unterhalt sich am Einkommen des Vaters bemisst. Verbraucht ein Kind den mehr, nur weil der entsorgte Erzeuger etwas wohlhabender war? Oder ist das nicht eher ein Bonus für die Zahlungsempfängerin?

        • @david

          „Nie verstanden habe ich dabei auch, warum dieser Unterhalt sich am Einkommen des Vaters bemisst. Verbraucht ein Kind den mehr, nur weil der entsorgte Erzeuger etwas wohlhabender war? Oder ist das nicht eher ein Bonus für die Zahlungsempfängerin?“

          Das habe ich mich auch schon gefragt:
          https://allesevolution.wordpress.com/2012/06/04/kinderunterhalt-nach-einkommen-stellung-des-vaters/

          Der Grundgedanke ist wohl „das kind soll unter der Trennung nicht leiden“ bzw. „der schlechter verdienende Elternteil soll nicht nur in der Ehe bleiben müssen, weil sonst auch das Kind etwas verliert“ vermute ich

        • @Christian der Kindesunterhalt bemisst sich am Einkommen, weil man die finanzielle Situation haben soll, als wären Mama und Papa zusammen. Und Eltern mit mehr Geld geben vermeintlich mehr Geld fürs Kins aus. Das System hakt, wenn der Vater wieder Kinder bekommt. Da geht man dann davon aus, die Eltern wussten ja, dass Papa kein Geld mehr hat. Die Zeeitfamilie hat dann die A-Karte.

      • „Nein, Gleichberechtigung bedeutet gleiche Rechte – fertig!“

        Und schon ist Schindluder damit getrieben worden. Gleichberechtigung bedeutet nicht nur gleiche Rechte sondern auch gleiche Pflichten. Das ist ein kleiner aber feiner Unterschied, der eigentlich immer missachtet wird in der Debatte um Gleichberechtigung.

        • @Paul: Das eine ergibt sich zwangsläufig aus dem anderen. Hier eine Unterscheidung machen zu wollen ist eine lächerliche Täuschung!

        • @ Miria

          Das ist eben genau falsch, Frauen wollen die gleichen Rechte und keine der Pflichten, die Männer typischerweise übernehmen müssen (Schutz der Gesellschaft, Krieg, Arbeit, Verantwortung, Geld und Statusaufbau). Frauen leisten. Für Frauen ist das hingegen völlig normal, dass Männer das alles machen müssen.

          Das wurde z.B. beim amerikanischen Equal Rights Amendment (https://en.wikipedia.org/wiki/Equal_Rights_Amendment) deutlich, als Frauen wie Schaefly das spezifisch abgelehnt haben, weil sie dann z.B. auch hätten im Kriegsfall eingezogen werden können. Das hat denn Frauien dann auch eingeleuchtet und darum wurde das alles ausgeklammert. Frauen haben definitiv die gleichen Rechte (bzw mehr.) und haben nicht die gleichen Pflichten in unserer Gesellschaft. Wenn Feministinnen von Gleichberechtigung reden meinen sie immer mehr Rechte als Männer und keine Pflichten.

        • @toxicvangard: Das funktioniert immer nur im gleichen Bereich mit dich ergebenden Pflichten. Nicht gesamtgesellschaftlich. Nenn mir doch mal ein Beispiel für Rechte, die sowohl Frauen als sich Männer haben, wobei damit verknüpfte Pflichten nur die Männer haben?

        • @ Das funktioniert immer nur im gleichen Bereich mit dich ergebenden Pflichten.

          Völliger Blödsinn, es ist ausgesprochen hässlich, dass jemand wie du mit einem so verkümmerten Gerechtigkeitssinn demokratisch abstimmen darf.

          In meinem Land ist die Wehrpflicht nicht ausgesetzt und wenn man sich weigert, dann kann man immer noch dafür eingesperrt und gezwungen werden. Ich habe also definitiv im Kriegsfall kein Anrecht auf Unversehrtheit. In diesem Fall wird jedes europäisches Land (auch diejenigen, die die Wehrpflich technisch ausgesetzt haben sofort Männer einziehen und diese verbrauchen), wie es die letzten 200 Jahre passiert ist. Das ist gesellschaftlicher Konsens und geltendes Recht (bzw. wird es).

          Auch du wirst um männliche Beschützer schreien, wenn es hart auf hart kommt, vorher aber genau das Gegenteil davon behaupten, auch Feministinnen erwarten, dass Männer vor ihnen sterben.

        • @Miria
          Leider nein. Das eine sollte sich aus den anderen ergeben, aber das ist eben nicht zwangsläufig der Fall, gerade wenn es um Feminismus geht.

          Das geht schon auf solche Dinge wie das Wahlrecht zurück. Männer haben das Wahlrecht bekommen, weil sie im Austausch zum Militärdienst gezwungen wurden. Es gab sogar eine Gegenbewegung von was ich als Feministinnen bezweichnen würde, die gegen die Frauenrechtler seinerzeit waren,da siebefürchteten, das Wahlrecht für Frauen würde auch die Militärpflicht oder zumindest was ähnliches nach sich ziehen. Letztlich wurde das Wahlrecht ohne Pflichten genehmigt, und hierzulande ist es noch nicht all zu lange her, dass es die Wehrpflicht noch gab. Ich musste noch hin und mich mustern lassen, selbst wenn ich dann ausgemustert wurde. Freunde von mir mussten Wehr- oder Zivildienst machen. Von gleichen Pflichten bei gleichen Rechten kann man da nur schwer sprechen.

          Gleichermaßen werden gerade in solchen Bereichen, Militär, aber auch Feuerwehr, Polizei, etc., die Anforderungen für Frauen teilweise erheblich gesenkt, für die gleiche Stelle. Gerade bei der Bundeswehr gab es dazu z.B. auch eine Untersuchung, als sie für Frauen geöffnet wurde. Eine Befragung bei Beginn und 2 Jahre später dazu, wie die Soldaten zu Frauen in der Bundeswehr stehen zeigte, dass sich seit Eintritt der Frauen die Meinung deutlich verschlechtert hatte. Was war passiert?
          Dadurch, dass nur so wenige Frauen in der Bundeswehr waren, man aber unbedingt eine gewisse Quote in den oberen Rängen füllen wollte, wurden diese wenigen Frauen natürlich erheblich bevorzugt. Sie bekamen die angenehmeren Bürojobs, während sie aber trotzdem die gleiche Bezahlung wie die härter arbeitenden männlichen Kollegen bekamen. Sie wurden schneller befördert, was bei begrenzten Stellen natürlich die gleich oder sogar höher qualifizierten Männer benachteiligt.
          Und da ja die Männer laut der Umfrage solche Frauenhasser geworden sind, war die offensichtliche Lösung des Ministeriums, die Frauenquote zu erhöhen.

          Und diese Quoten z.B. gibt es ja umso mehr, und sie sind nichts anderes als „gleiche Rechte bei weniger Pflichten“. Nur haben wir da leider keine so guten Studien wie bei der Bundeswehr.

          Oder so Sachen wie Unterhalt. Das war völlig selbstverständlich, dass der Mann bei einer Scheidung für die Frau zahlt. Als aber die ersten Frauen mehr verdienten als ihre geschiedenen Männer, und diese nun Unterhalt verlangten, wurde das Geschrei groß, und es wurde diskutiert, wie unfair das gegenüber den Frauen ist, usw.

          Oder das Sentencing Gap, also der Unterschied in der Haftstrafe bei gleichem Verbrechen, das zu Lasten der Männer ausfällt.

          Oder das berüchtigte Wage Gap, wo Feministinnen einfach mal mehr Geld fordern für weniger Leistung. Und obendrein noch Menstruationsferien.

          Nein, Rechte und Pflichten sind gerade im Feminismus sehr getrennt betrachtet, und geforderte Rechte oft nie an die damit verbundenen Pflichten gekoppelt. Was ja auch ein wesentlicher Punkt ist, warum unsereins so wehement gegen den Feminismus ist.

        • >>>> Nenn mir doch mal ein Beispiel
          >>>> für Rechte, die sowohl Frauen
          >>>> als sich Männer haben, wobei
          >>>> damit verknüpfte Pflichten nur
          >>>> die Männer haben?

          Das Recht in diesem Staat möglichst beschützt und sicher leben zu dürfen haben Frauen und Männer. Die Pflicht, für diesen Schutz im Krisenfall auch unter Einsatz des eigenen Lebens kämpfen zu müssen und dazu gezwungen werden zu können, haben ausschließlich Männer. Denn nur Männer können zum Dienst an der Waffe gezwungen werden.

          Das Recht, ungeschützten Geschlechtsverkehr betreiben zu dürfen, haben Männer und Frauen. Die Pflicht, ab der Empfängnis die Verantwortung für das Tun und die Folgen übernehmen zu müssen, haben ausschließlich Männer. Denn nur Frauen haben noch das Recht, sich auch anders entscheiden zu dürfen, wenn sie keine Verantwortung für ihr Tun übernehmen wollen.

          Das Recht auf Ehe haben Männer und Frauen. Aber nur Männer haben die Pflicht auch die Verantwortung bzw. Unterhalt für heimlich untergeschobene Kuckuckskinder innerhalb einer Ehe zu übernehmen, da das Gesetz nur in Bezug auf Männer anordnet, dass rechtlicher Vater auch derjenige ist, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet war. Eine umgekehrte Regelung existiert nicht, so dass Mutter nur diejenige ist, die das Kind geboren hat (§ 1591, 1592 BGB).

          usw…

  2. interessant dazu ist auch dieser Artikel aus England: http://www.telegraph.co.uk/women/life/only-7-per-cent-of-britons-consider-themselves-feminists/

    Aus 8000 Leuten haben 560 sich als Feministen bezeichnet.

    Bei Frauen war es wahrscheinlicher, dass sie sich Feministen nannten (9% zu 4%).

    Wobei Männer eher für Gleichberechtigung waren (86% zu 74%). Interessant ist hier die Formulierung „But men were more supportive generally of equality between the sexes – 86 per cent wanted it for the women in their lives“
    „Männer unterstützten menrh die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern – 86% wollten das für die Frauen in ihrem Leben.“
    Vielleicht wollen Männer auch gleiche Rechte haben?

    „Sam Smethers, the charity’s chief executive, said: “The overwhelming majority of the public share our feminist values but don’t identify with the label. However the simple truth is if you want a more equal society for women and men then you are in fact a feminist.“
    „Die überweltigende Mehrheit der Öffentllichkeit teilt unsere feministischen Werte, nennt sich aber nicht Feminist. Die einfache Wahrheit ist: wenn Du mehr gleichberechtigtere Gesellschaft für Frauen und Männer möchtest, dann bist Du ein Feminist.“ Fällt denen da nicht was auf? Glauben die vielleicht, die Leute wissen nicht, wie Feminismus definiert wird? Glauben die vielleicht, dass Gleichberechtigung nur ein feministischer Wert ist? Wenn die Laute eigentlich mit Deinen Werten übereinstimmen und sich trotzdem nicht mit Dir identifizieren, dann hast Du vermutlich was falsch gemacht.

    Aufschluss gibt: „More than a quarter said “bitchy”, while 22 per cent said “strength”, 17 per cent said “suffragette” and the same amount used words related to gender such as “woman or female.”“
    Über 25% sagen bitchy. Dass sind von den den Befragten mehr als 2000 Leute. Und der zweite clue ist halt „Frau bzw. Weiblich“. Zusammen mit den 4% Männern die sich als Feministen identifizieren, kann es sein, dass die Leute mit Feminismus nicht mehr Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern assoziieren, sondern nur noch Frauenförderung? Als das dies ncihts mehr mit Männern zu tun hat?

    • Männer und Frauen sind unterschiedlich, und das ist gut so. Warum also gleich behandeln, was nicht gleich ist? Prokrustes kriegt mich nicht ins Bett. Sexismus bedeutet, Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, und Diskriminierung heißt, einen Unterschied zu machen. Was ist daran bitte schlimm? Ist nicht jeder heterosexuelle Mensch so gesehen sexistisch? Jeder homosexuelle auf entsprechende Weise ebenso.

      Bravo, genau das. Fairness halte ich für einen guten Ansatz. Man wird allerdings streiten müssen, was fair ist. Aber so ist das eben.

    • @breakpoint: Die Argumentation in deinem Artikel ist äußerst gefährlich und könnte so eins zu eins aus Nazideutschland stammen. Und damit will ich dir garantiert nicht eine solche Einstellung unterstellen, ich glaube einfach, dass die das nicht aufgefallen ist.
      Denn deine Ansicht von Fairness kommt dem „Jedem das seine“ sehr nahe…

      Tatsächliche Fairness berücksichtigt individuelle Unterschiede und nicht durchschnittliche in Gruppen, da dies auf individueller Ebene nämlich als andere als fair wäre!

        • @JC Denton: „Was ist denn an “Jedem das seine” auszusetzen?“

          Ich habe doch versucht zu zeigen worin die Gefahr besteht: Gruppen sind eben im Inneren nicht gleich auch wenn es so etwas wie durchschnittliche Unterschiede gibt.
          Mit der Begründung kann man eine beliebigen Gruppe alle Rechte nehmen.
          Und ich habe auch ein bekanntes Beispiel genannt, wo genau dies passiert ist.

      • @Miria
        Danke für den Hinweis.
        Was an suum cuique jetzt moralisch schlecht sein soll, erschließt sich mir nicht.

        Aber jeder noch so positiv gemeinte Begriff kann irgendwie missbraucht und zweckentfremdet werden.
        Wie beispielsweise eben besagte „Gleichberechtigung“, die ursprünglich positiv assoziiert war, bis sie vom Feminismus für sich requiriert und ad absurdum geführt wurde.

        • @breakpoint:
          „Was an suum cuique jetzt moralisch schlecht sein soll, erschließt sich mir nicht.“

          Es macht keinen Unterschied, ob auf deutsch oder Latein…
          Ich habe nirgendwo geschrieben, dass dies moralisch schlecht ist, sondern auf die Gefahr hingewiesen, die besteht. Und die Vergangenheit zeigt nunmal sehr deutlich wie gefährlich das ist.

          Ein Butterfly-Messer beispielsweise ist auch nicht moralisch schlecht, sondern in manchen Situationen mit Sicherheit durchaus nützlich (wilde Tiere in freier Wildbahn), dennoch natürlich auch sehr gefährlich.

          „Aber jeder noch so positiv gemeinte Begriff kann irgendwie missbraucht und zweckentfremdet werden.“

          Natürlich, aber manche Sachen sind eben weniger dazu geeignet bzw. Müssen stärker verbogen werden als andere.

          Und du hast in deinem Artikel durchschnittliche Unterschiede von Gruppen auf alle Mitglieder derjenigen übertragen und meinst daran unterschiedliche Behandlung festmachen zu können. Und das ist eben auf individueller Ebene genau nicht fair.

        • Vielleicht habe ich mich teilweise missverständlich ausgedrückt, @Miria.
          Aber ich habe nirgends geschrieben, dass man Individuen gleich behandeln soll, nur weil sie zur gleichen Gruppe gehören.

          Ich wollte ganz im Gegenteil ausdrücken, dass individuelle Gegebenheiten auch Vorrang haben können vor jeglichen Gemeinsamkeiten.
          Und dass man mit Sinn und Verstand überlegen sollte, wo Gleichbehandlung tatsächlich angebracht ist, und wo nicht.

    • Es bedarf dieser Unterschiedung überhaupt nicht. Gleichberechtigung ist Gleichheit vor dem Gesetz. Nicht mehr, nicht weniger. Alles darüber hianus sind soziale Interaktionen zwischen Individuen.

      • @adrian

        Die Regelungen, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht bekommt, sind beispielsweise ebenso geschlechtsneutral wie die regelungen zum Unterhalt. Allerdings erhalten eben nach diesen weitaus mehr Frauen das Aufenthaltsbestimmungsrecht und sowohl deswegen als auch noch wegen der Regeln an sich wesentlich mehr Unterhalt.

        Die Regeln können dennoch für Männer ungerecht sein, weil sie üblicherweise sie treffen. Man kann sie natürlich auch als generell ungerecht bezeichnen, aber die Häufung gewisser Folgen bei einem Geschlecht kann schon ein besonderer Aspekt sein oder nicht?

        • Au ja! Fordern wir eine Quote beim Aufenthaltsbestimmungsrecht. Die Argumentation dafür kann man ja quasi abschreiben.

        • Ein höheres Maß an Fairness hätte hier tatsächlich mehr mit Gleichstellung als Gleichberechtigung zu tun.

          Es mag sein dass die Gerichte und die Scheidungs-/Sorgerechtsindustrie ebenso wie die Gesamtgesellschaft einen Genderbias hat.
          Auch die Kriterien für „Kindeswohl“ sind gynozentrisch formuliert, da die zuvor geleistete Sorge der Mutter (Stillung sozialer Bedürfnisse) höher gewertet wird als die zuvor geleistete Sorge des Vaters (Stillung materieller Bedürfnisse).

          Dass Männer nur 15% Gewinnchance in den Prozessen haben, liegt aber halt auch daran, dass er immer „ein klein bisschen weniger wichtig“ ist, meist auch in der subjektiven Wahrnehmung des Kindes, welches ja oft mitentscheidet.

          Die ganze „Schieflage“ die von Feministinnen beklagt wird, was Bezahlung, Jobs und Arbeitszeit angeht, ist ja ebenfalls auch nur auf dieses „kleines bisschen weniger“ zurückzuführen.
          Kleine Unterschiede können eben große Auswirkungen haben.

          Nötig wäre halt, Regelungen zu treffen, bei denen nicht einer am Ende der Verlierer (Zahlvater) ist. Z.B. Wechselmodell als Default-Verhandlungsbasis, wie in Frankreich.

          Ebenfalls eine auf Ausgleich bedachte Regelung war ja auch der nacheheliche Unterhalt.

    • Und natürlich könnte man Mutterschutztregelungen problemlos geschlechtsneutral formulieren. Das wäre z. B. äußerst hilfreich, wenn in Deutschland der erste Trans-Mann schwanger wird.

  3. Besonders perfide wird es dann, wenn für das Insistieren auf Gleichbehandlung von Frauen (durch Einwanderer) dann plötzlich der Heuchelei-Vorwurf kommt, da man ja bisher auch nichts von Feminismus gehalten habe.

    So als hätten Männer, Konservative, Rechte und sonstige Ungruppen dem allgemeinenen Konsens der Gleichberechtigung niemals zugestimmt und würden nach wie vor eine Art Scharia in Deutschland leben. (Gerade an Rechte und echte Nazis gerichtet war der Vorwurf bei Kölnhbf im Grunde besonders unzutreffend, denn für die galt schon immer der Vergewaltiger/Frauenbelästiger/Sittenstrolch/Kinderschänder als besonders schlimmer „Volksschädling“, dem man durchaus unabhängig von Herkunft „den Schwanz abschneiden“ hätte sollen)

    Feminismus versucht natürlich seit je her den Wert „Gleichberechtigung“ für sich exklusiv zu beanspruchen. Auch wenn es in der realen Praxis genau umgekehrt ist, da wohl keine gesellschaftliche Gruppierung so sehr GEGEN Gleichberechtigung kämpft wie Feminismus.

    Man kann sagen, in Deutschland ist eigentlich NIEMAND gegen Gleichberechtigung, außer Feministen (und ein paar obskuren Red Pillern wie Ih).

    • Man kann sagen, in Deutschland ist eigentlich NIEMAND gegen Gleichberechtigung, außer Feministen (und ein paar obskuren Red Pillern wie Ih).

      Schaut man sich die durchaus zutreffenden Aufstellungen rechtlicher Nachteile für Männer und Privilegien für Frauen an, dann scheint mit eher alle (außer ein paar bedeutungslosen Maskulinisten vielleicht) sind gegen Gleichberechtigung. Es will nur niemand so nennen, weil alle das Label wollen.

    • >>“Feminismus versucht natürlich seit je her den Wert “Gleichberechtigung” für sich exklusiv zu beanspruchen.“

      Exakt.

      So arbeitet jede Ideologie-Truppe, weil man sich so seine Existenzberechtigung abholt. Nazis machen das genauso. Die nehmen irgendeinen Wert (z.B. Vaterlandsliebe) und sagen: Nur wer einer von uns ist, liebt sein Land. Dabei hat das eine mit dem anderen gar nichts zu tun, noch mehr: So bekommt man noch die ganze menschenfeindliche Scheiße dazu.

      Genauso ists beim Feminismus. Du bist für Gleichberechtigung, also bist du einer von uns. Dabei bin ich für Gleichberechtigung, aber gegen Frauenquoten, Frauenbeauftragte, Frauenförderpläne ect.

      Und im Übrigen: Dieses Insistieren auf den Begriff „Feminismus“ ist wirklich putzig. Das Ding ist so entkernt und beliebig, es spielt im Diskurs überhaupt keine Rolle, ob man sich nun als Feminist identifiziert doer nicht.

      Es ist eben zu einer quasi-religiösen ideologischen und sektierischen Veranstaltung geworden..

      • Deswegen ist es auch so wichtig, diesen Begriff zu reclaimen, das Monopol oder überhaupt den Selbstanspruch von Feministen in Frage zu stellen!

        Am besten gleich am Anfang einer Diskussion ganz offensiv betonen, dass einem die Gleichberechtigung der Geschlechter ein wichtiges Anliegen ist.
        Und wenn es einem noch so trivial vorkommt, das zu sagen. Gerade hier besteht die Gefahr, von einem unausgesprochenen Konsens auszugehen und dann später in eine unkredible Defensivposition zu geraten (wie du hast was gegen Feminismus, bist du etwa nicht für Gleichberechtigung??)

        Man wird damit dann nämlich die Erwartung aufbauen, sich somit zum Feminismus bekannt zu haben. Diese lässt sich dann genüsslich im weiteren Verlauf auflösen.

  4. Ja, da haben wir wieder die wunderbare Welt der Begriffsunschärfen, Labels und eben Feld-und-Festung-Taktiken!
    Denn in der Tat beschreibt die Festungs-Definition des Feminismus etwas, was hier im Westen so ziemlich Konsens ist, wenn auch (in beide Richtungen) unsauber umgesetzt. Wer also wirklich davon überzeugt ist, bräuchte dann den Begriff gar nicht mehr, aber viele Leute leben halt davon, ihn stolz als Medaille zu tragen.
    Wie ich immer sage, soll man ihnen das Vergnügen ruhig lassen, solange sie inhaltlich richtig stehen.

    Aber das Problem taucht natürlich da auf, wo dann nur Teile („Wer kein Feminist ist, ist Sexist“) übernommen und wo anders (nämlich eben bei der Feld-Definition vom Feminismus) angebracht werden.

    • Das ist ja genau das Problem, wenn es darum geht den Feminismus in seine Schranken zu weisen. Wenn du seine Methoden kritisierst, dann wird mit dem Ziel „Gleichberechtigung“ gekontert. Und wer gegen Gleichberechtigung ist, der ist ein schlechter Mensch, und das sehen natürlich auch alle Unbeteiligten drumherum so, und schon hat man verloren.

      Erinnert immer wieder gerne an CS Lewis über die Diktatur des Räuberbarons entgegen der des „Moral busybodies“.

  5. Das Problem ist die Gleichsetzung von Gleichberechtigung und individuellen, weiblichen Bedürfnissen.

    Gleichberechtigung kann nur gesetzlich sein: Frauen haben hier bereits mehr Rechte als Männer.

    Aber mittlerweile heißt Gleichberechtigung ja deutlich mehr: Dicke Frauen sollen für weniger Arbeit mehr Geld verdienen, von den richtigen Männern angehimmelt und von den faschen nicht sexuell belästigt werden. Schon gar nicht im Zug.

    Gleichberechtigung heißt mittlerweile: Jede Frau soll sich in einer konkreten Situation vollkommen wohl und sicher fühlen, sie soll alles bekommen, was sie in dieser konkreten Situation gerade möchte.

  6. Pingback: „Wer gegen Feminismus ist, ist gegen Gleichberechtigung“ als falsches Dilemma | Alles Evolution

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