Was Frauen antörnt XX

In Japan gibt es bereits seit längerem Spiele, in denen Frauen einen „virtuellen Liebhaber“ haben. Interessant ist, welche Figuren am Besten bei den Frauen ankommen:

When I asked Gray which character types tend to perform best, she told me that the „sadistic but charismatic“ archetype is beloved in both Japan and the US. She pointed to Eisuke Ichinomiya, which she says is the most popular character in Kissed by the Baddest Bidder, Voltage’s top-grossing game in the US. In most dating sims, the player chooses which story they’d like to play by perusing a character menu rife with alluring boyfriend options; in Voltage games, each character has his own profile page featuring a brief personality synopsis and occasionally a quote describing his hypothetical relationship with the player. On Eisuke’s character profile, he is billed in glittering pink and purple script as a „cold-hearted narcissist.“ His quote is „I’m going to make you mine. And you don’t get to say no.“

Der Bildschirm, über den man ihn auswählen kann ist dort ebenfalls als Bild enthalten, es sieht so aus:

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Was haben wir da:

  • Aussehen: Attraktiv
  • Mulitmillionäre: Ressourcen
  • Denkt die Welt dreht sich nur um ihn: Status
  • Immer von Frauen umgeben: Preapproved by women
  • „Ich mache dich mein“: Er interessiert sich für dich
  • „und dein Nein interessiert mich nicht“: Anführer, Dominant

Also klassische Elemente, die sich in sehr vielen Darstellungen von Männern finden, die Frauen attraktiv finden.

Of course, this isn’t unique to Voltage, nor is it even confined to dating simulation games. As anyone who lived through the year 2005 can attest, „I’m going to make youmine. And you don’t get to say no“ is basically the central narrative of Twilight, an omnipresent cultural phenomenon that went onto influence the Fifty Shades of Grey series, an equally omnipresent cultural phenomenon with the exact same plot. „In real life, most women tend to avoid choosing [this type of person] as a boyfriend or husband,“ Gray said. In romance apps, however, women can’t get enough of it. „Usually [this character is] sadistic and mean to you, but sometimes, when you and him are alone, he becomes so sweet and very kind to you,“ Gray explained.

Like Voltage’s millions of other customers worldwide, I quickly came to find the virtual experience of blandly flirting with a variety of assorted hunks, all of whom are inexplicably obsessed with me, very absorbing.

(…)

The allure of the unkind man in fiction is well-documented; in Reading the Romance, Janice Radway’s landmark 1984 study of the way women interact with romance novels, Radway details her interviews with numerous fans of the genre. Reviewing the plots of books that were designated as „ideal,“ she notices a striking similarity in their narrative structures: These romances tend to be „very tightly organized around the evolving relationship“ between the female protagonist and a „brooding, handsome man who is also curiously capable of soft, gentle gestures.“

The climax of these narratives necessarily involves a moment in which „the hero treats the heroine to some supreme act of tenderness, and she realizes that his apparent emotional indifference was only the mark of his hesitancy about revealing the extent of his love for and dependence upon her.“ This is also true of otome games—even the gentle male characters tend to have some sort of „hidden darkness,“ often in the form of an evil alter ego, to facilitate this moment of shocking tenderness. (Mine and Scorpio’s tender climax occurs after a run-in with a small militia composed of child soldiers—an unfortunately recurring theme in Scorpio’s life—at which point he starts calling me by my actual name and we confess our love for each other.

(…)

Here it is instructive to mention Scorpio, my favorite fake boyfriend. Per his character description, he is „A God of Unparalleled Callousness.“ His quote is, „I live for terror, dread, and hate…“ (Ellipses, again, his.) Scorpio is a star god who was banished to earth after committing a grave sin; we first meet when I fall off the roof of a planetarium and he very begrudgingly rescues me. I later learn that, before ascending to the heavens, he was a child soldier who was brainwashed by a nefarious terrorist, which explains why he is so moody now. He exclusively refers to me as „woman“ and „stupid woman.“

Also eine klassische Figur, das Arschloch/der Bad Boy mit dem Herz aus Gold. Der Mann, bei dem man die weiche Seele unter der harten Schale entdecken muss. Attraction und Comfort. Hoher Status, eine gewisse Unnahbarkeit, er muss erobert werden.

 

(zu Vorgängern der Serie)

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72 Gedanken zu “Was Frauen antörnt XX

    • Hier ist natürlich zu bedenken, dass wir es mit mehr oder weniger professionellen „Verführern“ zu tun haben, die auf Tinder (TINDER!) unterwegs sind. Nichtsdestotrotz wird eine Antwort nach 2h gefeiert, als hätte er grade Doutzen Krous UND Miranda Kerr gleichzeitig geheiratet.

      Das ist ein bisschen traurig, wenn man drüber nachdenkt….

  1. Was ich aber der Fairness halber in den Auszügen noch gefettet hätte:

    “In real life, most women tend to avoid choosing [this type of person] as a boyfriend or husband,” Gray said. In romance apps, however, women can’t get enough of it.

    Nicht, dass jemand von diesen Vorlieben in der Fiktion zu sehr auf die in der Realität schließt. Ich mag (ja, genderstereotyp und damit ein Zeichen, dass halt an sich schon was dran ist) am liebsten Videospiele, in denen geballert und blutig gestorben wird, was ich in meinem realen Leben aber definitiv nicht haben möchte. 😉

    • Du meinst so ungefähr wie bei Männern, die sich auf Kate Upton (oder welche Promi-Hotbitch auch immer) einen runterholen und wenn sie in echt auftauchen würde und Interesse hätte, das natürlich nicht mitmachen würden, weil zu oberflächlich? Ja genau…

    • Ist das von dir gefettete Zitat nicht nur ne Umformulierung von „Alpha fux Beta bux“?
      Der, der sie versorgen soll, soll natürlich nicht so sein, sondern zuverlässig.

      Überraschung.

    • @DMJ

      genau das wäre auch das wichtigste Zitat dir mich gewesen.
      Um mal einen anderen Vergleich zu bringen: eine Vergewaltigungsphantasie ist auch etwas, was viele Frauen haben und trotzdem nicht real erleben möchten!

      Der Unterschied zwischen Fiktion und Realität ist, dass die Kontrolle in der Fiktion (egal ob Phantasie oder Spiel) immer bei der Frau liegt.

      • Und wenn der Reiz der Fiktion, die Ursache des Begehrens, gerade darin liegt, keine Kontrolle zu haben (darum geht es bei einem narzisstischem, sadistisch-dominanten Jerkboy), dann muss dieser Reiz für Frauen in der Realität immer verschlossen bleiben? Ja genau..

        „Women often do not understand why they feel what they feel, because rationally verbalising primal impulses is difficult if not impossible. She cannot acknowledge that she doesn’t even know why she said or did something as she’ll look stupid. So to save face, she will come up with persuasive nonsense to reconcile the irrationality of her behaviour with the aestheticism of something that sounds convincing.

        To simplify, she will find something that sounds reasonable to explain her behaviour, regardless of whether this is the true cause of said behaviour. As long as it makes her look and feel good, it is a sufficient rationalisation that serves the purpose she needs it to.

        Women are far less concerned with communicating the truth about themselves than they are maintaining an acceptable image. Again, this is why it is folly to ask women about women. They’re less interested, capable and incentivised to understand themselves than men are.“

        http://illimitablemen.com/2016/03/16/understanding-female-psychology/

        • @lb:
          Nein, jede Frau darf diesem Reiz gern nachgehen. Selbst, wenn sie darauf steht, vor dem Mann zu kriechen und bespuckt zu werden, während er sie als wertlosen Müll beschimpft, ist das ein voll und ganz legitimer Kink, dem sie mit einem Partner, dem es auch gefällt (was ebenso zulässig ist) ausleben darf, soviel sie will.

          Mir und Miria geht es nur darum zu betonen, dass eine Fantasie nur begrenzt aussagekräftig darüber ist, was jemand in der Realität möchte. Dass eine Frau schmachtend „50 Shades of Grey“ lesen darf, aber trotzdem einen Mann auf Augenhöhe wünschen wollen, ohne Heuchlerin zu sein. Ebenso, wie ich gegen den Irak-Krieg war und trotzdem begeistert „Call of Duty“ spiele.
          Nur ein Disclaimer, Fiktionsgeschmack nicht zu überschätzen.

        • @lh: die Frage ist, wie weit geht dies keine Kontrolle haben. Beim Bdsm zum Beispiel habe ich auch nicht die Kontrolle, weiß aber, dass ich der anderen Person vertrauen kann. So habe ich doch wieder Sicherheit.

          Und zu dem Zitat, welches du gepostet hast: Ich weiß sehr wohl, was ich will und, was nicht und es ist einfach Fakt, dass Phantasie und Realität oft nicht das gleiche sind!

        • Bei der Bundeswehr war ich Richtschütze in einem Panzer.
          Es hat viel Spaß gemacht, auf 2 km entfernte Ziele zu schießen, oft alte Panzerwracks, die als sog. „Hartziele“ ins Gelände gezogen worden waren.
          Aber um nichts in der Welt hätte ich in so einer Kiste in einen echten Krieg ziehen wollen.

          Das Reizvolle ist das Spiel, nicht der Ernst.

        • Natürlich spielt das Vertrauen dahinein, dass es schon gut gehen wird, eine große Rolle. Das ist eine Gratwanderung und die angesprochenen Aspekte von Komfort und Vulnerability Game sind wichtig dabei.

          Man(n) sollte aber verstehen, dass dieses Vertrauen gar nicht so sehr aus einer objektiv gegebenen Vertrauenswürdigkeit resultiert, sondern im Grunde eine Rationalisierung der eigenen Schwäche ist. Gerade weil man/frau keine Kontrolle hat, muss er/sie vertrauen und das ist vielleicht sogar der eigentliche Reiz? Es geht also nicht darum, wirklich vertrauenswürdig zu sein, sondern nur darum, genug Anknüpfungspunkte für eine Illusion der Vertrauenswürdigkeit zu geben und im Übrigen die Notwendigkeit von Vertrauen hochzutreiben, indem man sich nicht vertrauenswürdig verhält.

          Wenn Ihr meint, dass Begehren in der Fantasie ganz anders als in der Realität funktioniert, dann erklärt mir doch mal warum? Warum sollte etwas, was einen in der Phantasie anmacht, einen in der Realität kalt lassen? Und umgekehrt? Es ist nicht so, dass man, wenn man zur Fantasie überwechselt, seine Instinkte, Gefühle, Triebe etc. austauschen würde. Die bleiben genau gleich. Anders ist nur, dass man in der Fantasie nicht aufpassen muss, ob es vielleicht zu gefährlich wird. Die Triebe sind genau dieselben, nur die (Selbst-)Begrenzung durch Verstand, Erziehung, Erfahrung kann wegfallen. Trotzdem passiert der Reiz in der Realität nicht dadurch, dass an die Begrenzungen appelliert wird, sondern dadurch, dass zwar genau wie in der Fantasie der Trieb angesprochen wird, aber aus dem Kontext und der Erfahrung mit der Person der Eindruck (oder die Illusion) erhalten wird, dass das Eingreifen der Triebbegrenzungen nicht erforderlich ist.

          Und nein, Miria, ich glaube Dir keine Sekunde, dass Du weißt was Du willst. Und wenn Du es wüsstest, würdest Du nicht darüber reden. Wie solltest Du wissen, das es der richtige Mann ist, wenn jeder Mann einfach nachlesen könnte, was er machen muss, um der Richtige zu sein? So funktioniert das nicht.

        • @lh:
          „Gerade weil man/frau keine Kontrolle hat, muss er/sie vertrauen und das ist vielleicht sogar der eigentliche Reiz?“

          Dabei kann man sich im Kreis drehen, denn ebenso gilt, es muss ausreichend Vertrauen bereits da sein, um überhaupt die Kontrolle abgeben zu können.

          „Wenn Ihr meint, dass Begehren in der Fantasie ganz anders als in der Realität funktioniert, dann erklärt mir doch mal warum? Warum sollte etwas, was einen in der Phantasie anmacht, einen in der Realität kalt lassen? Und umgekehrt? “

          Das hast du falsch verstanden. Es geht nicht darum, dass es einen in der Realität nicht mehr anmacht. Aber das Problem ist bei vielen Phantasien eben, man hat die Kontrolle und das gleiche kann in der Realität enorm gefährlich werden!

          „Und nein, Miria, ich glaube Dir keine Sekunde, dass Du weißt was Du willst. Und wenn Du es wüsstest, würdest Du nicht darüber reden.“

          Was für ein Unsinn, warum soll ich nicht darüber reden, was ich will? So detailliert habe ich sicher nicht, dass ein Mann das als Anleitung nutzen könnte.
          Und vielleicht sollten Männer oder generell Menschen sich nicht verstellen um anderen zu gefallen, dass hält man nämlich nicht lange durch normalerweise.

        • Das hast du falsch verstanden.

          Du hast das falsch verstanden. Genau das sage ich die ganze Zeit.

          Und vielleicht sollten Männer oder generell Menschen sich nicht verstellen um anderen zu gefallen, dass hält man nämlich nicht lange durch normalerweise.

          Wenn Du meinst. Ich persönlich mag ein wenig Make-Up, schöne Haare und ansprechende Kleidung auch dann, wenn ich weiß, dass am nächsten Morgen nichts davon da sein wird.

      • Oder, um einen anderen Vergleich zu bringen: Der klischeehafte reiche Vorgesetzte, der sich abends von einer Domina erniedrigen lässt, wünscht sich ja auch nicht, seine Macht und Stellung zu verlieren, um berufliche Demütigung zu erfahren.

        Wie Miria schon sagte, die Kontrolle auch bei einer Unterwerfungsfantasie liegt ja weiterhin beim Fantasierenden.

        • @dmj

          „Wie Miria schon sagte, die Kontrolle auch bei einer Unterwerfungsfantasie liegt ja weiterhin beim Fantasierenden.“

          Ich würde es so sagen:

          Die unterwerfung an sich, die Aufgabe der Kontrolle, kann der Reiz sein auf den man aus ist

          Gleichzeitig ist dieser in Fantasien gefahrloser auszuleben

          Das ist aber nur ein entgegenstehender Impuls, der eben auf Selbstschutz aus ist.

          Eine gewisse Kontrolle zu haben kann eben dieses Vertrauen geben.

        • Der Punkt ist doch: der klischeehafte Vorgesetzte geht aber zu der Domina und träumt nicht nur davon. Er fantasiert ja nicht davon, seine Stellung zu verlieren, sondern nur davon den sexuellen Kontrollverlust zu bekommen. Und genau den holt er sich auch tatsächlich.

        • Im Spiel. Zwar sind reale Menschen mit realen Körpern daran beteiligt, aber es findet doch extra in einem klar abgegrenzten Bereich statt. Der Bereich kann eben das SM-Studio, die Buchdeckel von „Twilight“ oder die Disk von „Mortal Kombat“ sein.

          • @DMJ

            „aber es findet doch extra in einem klar abgegrenzten Bereich statt.“

            Das glaube ich nicht. Natürlich haben die Bereiche, in denen es eher anfällt, wie etwa BDSM bestimmte Kodexe und Absicherungen entwickelt, aber das bedeutet ja nicht, dass das immer eingehalten wird.

            Genau so wenig bedeutet es das Gegenteil, also das generell auf Absicherung verzichtet wird.

            Ich halte da ein Reiz-Reizunterdrückungssystem für anschaulicher. Ein Großteil des dominanten Verhaltens stellt – bei der einen Frau mehr, bei der anderen weniger – einen Reiz dar, der als sexuell anregend wahrgenommen wird. Dieser Reiz unterliegt natürlich einer gewissen Kontrolle durch die Vernunft. Genauso wenig wie ein Mann einer schönen Stripperin per se sein Haus überschreibt, weil sie ihn mit Reizen lockt, so wenig überschreibt eine Frau einem dominanten Mann einfach ihren Körper.

            Aber es gibt eben genug Frauen, die es gerade anregend finden, wenn er es nicht absichert, wenn er die Kontrolle übernimmt, wenn es auf reinem Vertrauen beruht. Eine „Mach etwas mehr als ich zugestanden habe, aber nicht zuviel“. Welchen Grad das dabei erreicht, ob vom Kuschelsex zu etwas härteren Sex oder vom mittelharten BDSM-Sex zu harten BDSM ist wieder eine andere Sache.

            Wie viel Kontrolle jemand will und wie sehr er auf Reize an spricht ist dann wieder eine individuelle Sache.

    • @DMJ

      Ich hatte auch kurz überlegt, es zu fetten.
      Aus meiner Sicht sagen Fantasien nicht, dass man dies im tatsächlichen Leben genau so möchte, es sind ähnlich wie Pornos idealisierte Darstellungen eines gewissen Begehrens.

      Die Aussage, dass wir Männer im Leben auch nicht unbedingt eine sehr gutaussehende sexgeile Nymphomanin wollen, die nichts sehnlicher will als unseren Schwanz, sondern eine Beziehung,die über Sex hinausgeht, hilft da auch nicht weiter.
      Psychopathen haben, gerade wenn sie dabei Charmant sein können, durchaus auch sehr gute Ergebnisse bei Frauen. Auch wenn keine Frau mit einem Psychopathen zusammen sein will. Weil bestimmte Faktoren eben schlicht als Signale aufgenommen und verarbeitet werden, ganz unterbewußt.

      Die Elemente, die hier vorhanden sind, sind da durchaus klassisch. Sie werden zB im Pickup benannt. Und sie wirken entsprechend, wenn man sie auch „unpsychopathisch“ einsetzen sollte.

      Das Männer weit aus lieber als Frauen ballerspiele spielen, liegt eben auch daran, dass das sehr vereinfachte Darstellungen intrasexueller Konkurrenz unter Männern sind, und das ohne die Konsequenzen wie Verletzungen etc. Wir leben diese intrasexuelle Konkurrenz auch im realen Leben eher, nur natürlich wesentlich unblutiger.

      • „Idealisierte Darstellungen eines gewissen Begehrens“ gefällt mir schon ganz gut, geht aber immer noch etwas zu weit. Kann aber auch meine zivilisatorische Eitelkeit sein.

        Ich meine, ich weiß, dass ich, obwohl ich ein friedlicher Mensch bin, den alten Höhlenmenschendrang habe, auf einem Berg erschlagener Feinde zu stehen und mich zum Häuptling auszurufen.

        Dass mehr Männer Ballerspiele und mehr Frauen „Shades of Grey“ mögen, ist für mich durchaus ein Zeichen, dass es eben diese Urinstinkte gibt und sie eben sehr oft mit dem biologischen Geschlecht zusammen sind, aber ich halte es dennoch für wichtig, auf diesen Unterschied zwischen dem Fantasie-Verlangen und dem realen Verlangen hinzuweisen, wenn es um den Themenkomplex geht. Nur, weil sonst zu viele Leute auf zu vieles (über beide Geschlechter) schließen.

        • Krieg ist ohne Zweifel gefährlich und man sollte sich davon fernhalten. Aber nimm einfach mal an, es geht alles gut. Du bist durch das Schlachtfeld marschiert, hast viele Gegner umgebracht und stehst anschließend auf Bergen selbstgemachter Leichen und blickst zurück darauf, wie viel Spaß das gemacht hat. Und jetzt vergleiche mal, Du hast das selbe in Call of Duty gemacht. Beide Male stehst Du am Ende da und hast es überlebt, wie auch immer. Glaubst Du im Ernst Du würdest rückblickend aus der Sicherheit heraus jemals auf die Idee kommen, das in Call of Duty gemacht zu haben sei irgendwie besser gewesen? Nein, garantiert nicht. Der einzige Grund, warum Du das nicht freiwillig in der Realität ausprobieren würdest ist, dass Du richtigerweise davon ausgehst, dass das einfach viel zu gefährlich ist und Du Dir diese (kurze) Lust deshalb lieber sparen solltest. Aber wenn Dir irgendwer die Sache hinreichend sicher machen würde…

        • Das ist eben die Frage!
          Ich glaube (weiß es natürlich nicht), dass ich dennoch Probleme damit hätte, Menschen zu verletzen und zu töten. Auch, wenn es meine Feinde sind, ich also einen guten Grund habe.
          Vermutlich würde ich durchaus wie Dustin Hoffmann am Ende von „Straw Dogs“ grinsen und „I got’em all!“ glucksen, aber wenn der Adrenalinrausch (der zweifellos den der besten CoD-Runde übertrifft) vorbei ist, würde ich vermutlich recht bald Gewissensbisse kriegen.

          Das wäre nicht der Teil der Urtriebe in mir, sondern der zivilisierte, denkende Teil mit dem, was er verinnerlicht hat. Aber ist der denn weniger wahr? Auch, was dieser Teil von mir nicht mag, will ich letztlich nicht wirklich.

        • Aber ist der denn weniger wahr?

          „Wahr“ sind wohl beide Teile. Aber wenn Du ganz politisch korrekt keinem Menschen etwas zu leide tust, höchsten moralischen Ansprüchen genügst und obendrein gegen jedes denkbare Unbill überversichert bist, bekommst Du davon einen Adrenalinrausch? Oder irgendwas ähnliches? Träumst Du nachts davon? Oder fantasierst am Tag darüber? Wären das die Dinge, an die Du Dich noch nach Jahrzehnten glücklich lächelnd erinnerst? Vermutlich nicht.

          Und gerade bei allen Dingen im Zusammenhang mit Sex geht es um das Triebhafte. Wenn es Deinen Schwanz nicht begeistert, passiert da nichts. Und auch wenn Frauen einfach nur gelangweilt die Beine breit machen können, die Sache ist um ein Vielfaches besser wenn die Pussy auch begeistert ist. In Sachen Sex ist der Trieb wahr und der Rest eher nicht.

        • *bekommst Du davon einen Adrenalinrausch? Oder irgendwas ähnliches? Träumst Du nachts davon? Oder fantasierst am Tag darüber?*

          Bei Veteranen nennt man das im Allgemeinen Posttraumatische Belastungsstörung. ^^

          *Wären das die Dinge, an die Du Dich noch nach Jahrzehnten glücklich lächelnd erinnerst?*

          Ja, mein Opa hat auch immer unheimlich begeistert von den Russen erzählt, die er im WK2 erschossen hat.

          Hint: Hat er nicht. Auch nicht von seiner Kriegsgefangenschaft bei den Russen oder wie er sein Glasauge bekommen hat. Nie.
          Der einzige Kommentar war immer: „Krieg ist das schlimmste, das es auf dieser Welt gibt“
          Man könnte tatsächlich auf die Idee kommen, dass Krieg gar nicht mal so ein tolles Abenteuer ist.

        • Euer Textverständnis reicht aber hoffentlich schon aus um zu verstehen, wovon ich da sprach? Oder muss ich hier zukünftig Grundschulgerecht schreiben?

        • @marenleinchen:
          „Bei Veteranen nennt man das im Allgemeinen Posttraumatische Belastungsstörung. ^^“

          Auch das ein sehr guter Punkt!
          Denn er verweist eben darauf, dass die gleiche Sache in der Fantasie eine komplett andere als in der Realität ist. Vielleicht würde ich eine Kriegssituation, die so ist, wie CoD tatsächlich genießen – aber die gibt es nicht und wird es nicht geben. Selbst ein superunsympathischer Feind wie der IS besteht noch immer aus Menschen und die reagieren anders als Pixelmännchen, wenn sie eine Kugel abbekommen.
          Die Ballerspielmacher achten schon darauf dass sie – so „edgy“ sie auch sein wollen – dass der Spaß beim Metzeln erhalten bleibt. Auch, wenn es heftiger wird, soll es nicht so unangenehm werden, wie die Realität (deswegen ist auch das künstlerisch tatsächlich famose „Spec Ops: The Line“ zwar ein Meisterwerk, aber nicht das echte Antikriegsspiel, als das es zuweilen bezeichnet wird).

          So auch mit einer Vergewaltigungsfantasie oder einem solchen Fantasieboyfriend. Die sollen ja auch nicht so schmerzhaft und angsteinflößend, bzw. arschlöchrig sein, wie ihre realen Vorbilder, sondern nur mit deren Zeichen spielen.
          Gerade bei der Vergewaltigungsfantasie: Wenn sich eine Frau lustvoll vorstellt, vergewaltigt zu werden, dann ist ihr Fantasiebild ja schon keine richtige Vergewaltigung mehr, weil gerade das fehlt, was sie ausmacht. Denn die Frau will es ja tatsächlich und hat auch die komplette Kontrolle.

          Entsprechend muss man in all diesen Fällen zwischen der realen Sache und dem Bild davon unterscheiden.
          Schade, dass Umberto Eco tot ist, der könnte es sicher besser erklären. 😉

        • „Selbst ein superunsympathischer Feind wie der IS besteht noch immer aus Menschen und die reagieren anders als Pixelmännchen, wenn sie eine Kugel abbekommen.“

          Der Unterschied zu den Ballerspielen ist, dass in der Realität während des Gefechts der Feind zwar kaum mehr Emotionen erzeugt, als ein Pixelmännchen am Rechner, aber das Spiel danach nicht zu Ende ist und man zum Essen gehen kann.

          Das „Schlacht“feld liegt eben nicht voller steriler Toter, sondern in erster Linie voller zerfetzter Halbtoter, die vor Angst und/oder Schmerzen schreien. Die Pixelmännchen blicken Dir in die Augen und Du kannst nicht weggehen, nicht abschalten.
          Sie bitten um Hilfe, die Du nicht leisten kannst, oder blicken voll Vorwurf für das, was Du angerichtet hast.
          DAS verursacht, neben der ständigen Todesangst die besagten Belastungsstörungen.

          Mein Urgroßvater ist an der Somme 1916 umgekommen. Er hatte zuvor so ziemlich jede Schlacht des 1. Weltkriegs mitgemacht und von Euphorie war in seinen letzten Briefen nichts mehr zu lesen, nur noch von blankem Entsetzen.

        • Trotzdem war PTBS nach den Weltkriegen erstaunlicher Weise kein großes Thema. Die zurückkehrenden Männer waren anders und hatte zweifellos ihre Probleme, aber sie wurden damit fertig. Groß wurde PTBS erst nach Vietnam. Und interessanter Weise wollten viele, die damals solche Probleme hatten, gleich wieder runter, weil sie den Eindruck hatten, sie funktionierten dort und nur nicht mehr im Alltag.

          Meiner Einschätzung nach hat dieses kriegsbedingte PTBS viel damit zu tun, dass durch die Gefahr und die Unübersichtlichkeit in den Kriegen seit Vietnam das Reizverarbeitungssystem in einen Modus der Hyperaktivität schaltet um den Gefahren gewachsen zu sein. Wenn diese Leute dann zurückkommen, ist der Alltag dagegen extrem reizarm, worauf das an ständige Gefahr gewöhnte Gehirn damit reagiert, dass es sich Gefahren einbildet, die dann den Betroffenen verrückt machen. Wenn man sich mal an das Leben in „Bullet-Time“ gewöhnt hat, funktioniert man nicht mehr unter „Normalbedingungen“. Da fehlt dann die Intensität.

        • „Trotzdem war PTBS nach den Weltkriegen erstaunlicher Weise kein großes Thema.“

          Es war kein Thema, weil man es erst nach dem Vietnam-Krieg als psychische Erkrankung anerkannte.
          In den Weltkriegen wurden die geschädigten Männer schlicht als Simulanten und Drückeberger zurückgejagt. Immerhin reichten sie ja noch als Ziel.

          http://www.zeit.de/2009/14/PS-Trauma-Interview-box-1

          „Die zurückkehrenden Männer waren anders und hatte zweifellos ihre Probleme, aber sie wurden damit fertig.“

          Keiner weiß, wie viele von ihnen damit „fertig“ wurden, aber es waren vermutlich eher weniger, als die Hälfte der Heimkehrer.
          Ich habe viele von ihnen in meiner Kindheit noch selbst erlebt. Verkrüppelte Männer waren eine alltägliche Erscheinung im Straßenbild.
          Und die, die den Krieg in seiner brutalen Form selbst erlebt hatte, reagierten aus meiner kindlichen Sicht sehr merkwürdig und irrational. Die meisten wollten nicht darüber reden, ja, nicht einmal daran erinnert werden.
          Ich kann die Stimmung nicht wiedergeben, aber ich erinnere mich noch an einen Blumenhändler, für den ich gelegentlich Blumen ausgetragen hatte. Er erzählte mal düster, dass er als Panzerfahrer über Gräber, Menschen, Kinder und Frauen gefahren sei.

          „Wenn man sich mal an das Leben in “Bullet-Time” gewöhnt hat, funktioniert man nicht mehr unter “Normalbedingungen”. Da fehlt dann die Intensität.“

          Da magst Du recht haben. Die US-„Helden“, die als „Piloten“ der Drohnen im Irak-Krieg Zivilisten ermordeten, werden mit Sicherheit kein PTBS entwickeln. Für sie blieben die Pixelmännchen immer im Status des Virtuellen.
          Um 16 Uhr konnten sie Feierabend machen und – wenn sie sich beeilten – waren sie pünktlich zum Kaffee bei Muttern.

        • PTBS gab es natürlich schon immer und nach jedem Krieg (oder auch singulären Ereignissen), nur hat man es halt früher nicht so genannt und als solches erkannt, stupid.

          PTBS entsteht übrigens auch, wenn man den traumatisierenden Umständen weiterhin ausgesetzt ist. Nicht durch die nicht-traumatisierende Umgebung.

        • Die US-“Helden”, die als “Piloten” der Drohnen im Irak-Krieg Zivilisten ermordeten, werden mit Sicherheit kein PTBS entwickeln.

          Würde ich so pauschal nicht sagen. Wobei die fehlende direkte Exposition natürlich ein starker Schutzfaktor ist, klar.

        • Wobei es auch nicht von grundauf gänzlich falsch ist, was er schreibt.

          Auch beim Morden die Kontrolle zu haben, eher Täter und gar überzeugt zu sein, ist ein gewichtiger Schutzfaktor vor dem Entwickeln einer PTBS.

          Es spielt bei manchen Männern auch die appetitive Aggression eine Rolle. Töten kann ich manchen Fällen durchaus süchtig machen und das Belohnungssystem stimulieren wie bei einem Computerspiel, weil es mit Macht, Kontrolle und Überleben einhergeht.
          Was natürlich nicht heißt, dass es nicht dennoch psychisch krank macht.
          Auch nach den Weltkriegen war natürlich ein beträchtlicher Teil der Heimkehrer traumatisiert (die „Kriegszitterer“). Man(n) hat nur nicht darüber gesprochen, es hätte ja auch keinen so wirklich interessiert.

        • In meiner Familie kursieren aufgrund unserer ostpreußischen Wurzeln die verschiedensten Geschichten über Krieg, Flucht und so weiter. Eine hat mich immer ganz besonders berührt:

          Meine Mutter hatte als Kind (Anfang der 60er) eine Freundin. Diese Freundin hatte einen Onkel, der bei ihnen lebte, der war immer „irgendwie komisch“. Er war noch nicht so alt, aber arbeitete nicht und machte wenn überhaupt kleinere Arbeiten im Haushalt, er sprach kaum, und saß meistens am Fenster und guckte da raus. Er lebte quasi in seiner eigenen Welt.
          Irgendwann als sie älter wurden fragte meine Mutter mal, was denn mit ihm sei, er sei ja so merkwürdig.

          Da erzählte die Freundin, der Onkel sei vor Kriegsende Lehrer an einem Gymnasium gewesen. Von seinem letzten Kriegsabiturjahrgang (muss 44 gewesen sein) mussten alle direkt an die Front, aus bekannten Gründen. Außer einer Handvoll sind alle gefallen. Und damit ist wirklich eine Handvoll gemeint, so etwa um die 5 Leute.

          Das hat er nie verwunden und deswegen war er danach zu nichts mehr zu gebrauchen. So kanns gehen.

          Kurz gesagt: Es ist absolut zum Kotzen, wenn Leute, die Krieg nur aus CoD kennen, diesen als unheimliches Abenteuer und sogar Männlichkeitsbeweis sehen. Da sterben Menschen.

          • @maren

            „Es ist absolut zum Kotzen, wenn Leute, die Krieg nur aus CoD kennen, diesen als unheimliches Abenteuer und sogar Männlichkeitsbeweis sehen. Da sterben Menschen.“

            Männlichkeitsbeweis und sterben hat sich leider noch nie ausgeschlossen.

        • „Es ist absolut zum Kotzen, wenn Leute, die Krieg nur aus CoD kennen, diesen als unheimliches Abenteuer und sogar Männlichkeitsbeweis sehen.“

          Genau meine Meinung!

          „Da sterben Menschen.“

          Ja. Und deshalb bin ich immer sehr erschrocken, wenn dann plötzlich in einem Militäreinsatz im Nahen Osten eine reale Option gesehen wird.

          Ich hab die letzten Echos der psychologischen Nachkriegszeit noch live mitbekommen, im Gegensatz zu den meisten hier.

          Damals in den 60ern, bis in die 70er hinein, wurde z.B. die Feuerwehr mit Sirenen auf den Dächern zum Einsatz gerufen.
          Einmal im Jahr – im Sommer – wurden die einzelnen Signalvariationen hintereinander weg getestet. Auch, um sie ins Bewusstsein der Bevölkerung einzubrennen.
          Luftalarm ist ein mehrfach wiederholtes Auf- und Abschwellen des Heultons. Der eine oder andere kennt es aus Kriegsfilmen.
          In Wirklichkeit ist dieses Geräusch extrem eindringlich, laut und omnipräsent. Auf uns Kinder hatte es etwas hochgradig Bedrohliches und auch die Alten reagierten merkwürdig verkrampft. Während des Alarms schien die Zeit anzuhalten und alles Leben zu erlöschen, um danach nur langsam wieder in Fahrt zu kommen.
          Hinzu kam, dass der Vietnam-Krieg praktisch öffentlich in den Medien stattfand und der Kalte Krieg auch nicht gerade zu einem unbekümmerten Leben beitrug.

          Nein, Krieg ist kein Spiel. Er traumatisiert MINDESTENS die Kriegsgeneration, meist noch die Generation danach.

        • „Auch beim Morden die Kontrolle zu haben, eher Täter und gar überzeugt zu sein, ist ein gewichtiger Schutzfaktor vor dem Entwickeln einer PTBS.“

          Klar. In einen Krieg ziehen alle möglichen Typen von Männern. Natürlich auch solche, die überhaupt nur in einem militärischen System funktionieren und im Zivilleben zu nichts taugen.
          Die können das systematische Umbringen von Menschen wahrscheinlich genauso unbekümmert ablegen, wie ein Schlachter aus einem Schlachthof.

          Das Perverse der modernen Kriegsführung ist ja, dass man heute gezielt nach diesem Typus Mann sucht und dem auch noch die allerletzten Hemmungen abdrillt.
          Im Frieden kann man sie einigermaßen unter Kontrolle halten, aber wehe wenn diese Monster in einem großen Krieg von allen Fesseln befreit sind.

          Erhellendes las ich z.B. dazu in dem Buch „Psychopathen“.

        • @Adrian, Christian: warum dieser unnötige Spott, wo Maren doch etwas wirklich männerfreundliches geschrieben hat?

          Ja. Und deshalb bin ich immer sehr erschrocken, wenn dann plötzlich in einem Militäreinsatz im Nahen Osten eine reale Option gesehen wird.

          Das ist auch nicht erschreckender, als den dortigen (expansiven) Terrorherrschaften und ihrem Töten zuzusehen.

          • @david

            „warum dieser unnötige Spott, wo Maren doch etwas wirklich männerfreundliches geschrieben hat?“

            Siehst du das als Spott an? So war es gar nicht gemeint. Es war lediglich der Hinweis darauf, dass intrakulturelle Konkurrenz unter Männern (was man eben unter „Männlichkeit“ zusammenfassen kann) häufig körperlich betrieben wird und Auseinandersetzungen bis zum Tod eben der „ultimative Test“ sind. Ihre Wertung, dass man das nach Möglichkeit reduzieren sollte, teile ich dabei durchaus.
            Natürlich hat der moderne Krieg da auch einiges verändert – auch insofern kein Widerspruch.
            das beseitigt aber nicht bestimmte Aspekte von Männlichkeit, die man mit Soldaten in Einklang bringen kann – Topgun beispielsweise kann die Elemente des Krieges ausblenden, ein Navy-Seal wird nach wie vor etwas männliches haben, sofern man ihn nicht als jemand mit einem Trauma wahrnimmt etc.

            Ich schrieb ja auch schon in meinem Wehrdienstartikel:
            https://allesevolution.wordpress.com/2014/09/09/wehrdienst/

            ich würde auch sagen, dass man bei der Bundeswehr sehr nachhaltig lernen kann, dass Krieg großer Mist ist. Wer auf einem Manöver 10-mal die Meldung erhält, dass man gerade abgeschossen wurde und das ohne das die Luftwaffe oder Artillerie mit einbezogen wurde, der weiß, dass man in einem Krieg einfach verdammt schnell sterben kann und man dazwischen kalt, nass und dreckig ist.

        • Krieg ist nunmal die ultimative Form männlicher intrasexueller Konkurrenz. Solange Frauen wählerisch sind und auf ihre sexuelle Selbstbestimmung Wert legen, wird es Krieg geben. Alles, was wir Männer dabei tun können, ist es anzustreben, der bösartigste Bastard zu sein, weil das die Überlebenschance erhöht.

        • Krieg auf intrasexuelle Konkurrenz zu reduzieren, ist biologistischer Unsinn. Nur ein Bruchteil aller Kriege wurde um Frauen geführt, heute schon gar nicht mehr.

          Die Überlebenschance am meisten erhöht ansonsten: Frieden und Kooperation.

          • „Krieg auf intrasexuelle Konkurrenz zu reduzieren, ist biologistischer Unsinn. Nur ein Bruchteil aller Kriege wurde um Frauen geführt, heute schon gar nicht mehr.“

            Kann es sein, dass du intrasexuelle Konkurrenz nicht verstanden hast?
            Sie ist nicht gleichbedeutend mit direkter Brautwerbung, sie wird gerade um Elemente geführt, die den Partnerwert erhöhen

            „Die Überlebenschance am meisten erhöht ansonsten: Frieden und Kooperation.“

            Überlebenschancen sind nur wichtig, wenn das längere Überleben die dauerhafte Fortpflanzung erhöht (was wiederum ein Berechnung unter Zugrundelegung der Attraktivität der Partner und der Anzahl/der Wahrscheinlichkeit der Partner erfordert)

        • Es geht nicht darum Frauen zu erobern oder auch nur andere direkt zu töten. Es geht darum zu überleben, wo die anderen sterben. Nur so bekommt die Menschheit nämlich den Frauenüberschuss, bei dem weibliche Hypergamie mit männlichen sexuellen Bedürfnissen halbwegs zusammenpasst.

          Und wenn die männlichen sexuellen Bedürfnisse unbefriedigt bleiben, dann werden die Männer aggressiv und unzufrieden und es gibt wieder Krieg, worum auch immer. Ein wunderbares, selbststabilisierendes System mit maximalem „Zuchterfolg“ der Menschheit.

          Auch wenn das natürlich eine zynische Theorie ist: ich werfe es den Frauen nicht vor, dass die entscheidende Programmierung dafür in der weiblichen Biologie liegt. Aber ich werfe es ihnen vor, wenn sie so tun, als hätten sie damit nichts zu tun.

          • @LH

            Es geht insbesondere darum, dass man Ressourcen erhält, Status, in der Hierarchie aufsteigt, Virtue Signalling etc.

            Krieg bedient insofern gewisse Werte, aber es gibt in der heutigen Welt natürlich auch genug Möglichkeiten, diese anderweitig zu erlangen. Eben auf friedlichen Wege. Menschen sind genauso auf Kooperation innerhalb der In-group selektiert und glücklicherweise ist die in-group heute international

        • Das dachte ich auch, Christian, bis mir die Bedeutung des Zahlenverhältnisses zwischen den Geschlechtern klar wurde. In den 50ern spielte Feminismus keine Rolle und Männer wurden geschätzt und umworben.

          Frauen, die um einen Mann konkurrieren, sind wunderbare, liebreizende und interessante Geschöpfe. Aber wenn sie nicht mehr konkurrieren müssen oder sogar auf Podeste gehoben werden, dann werden sie dumm, unangenehm, fordernd und toxisch. Und vermutlich führt die Dominanz des Weiblichen in Gesellschaften aufgrund von gleichen Zahlenverhältnissen automatisch zu Fehlentscheidungen, die diese Gesellschaft destabilisieren. Aber dem Experiment wohnen wir ja aktuell noch bei.

          • Das Zahlenverhältnisse die Konkurrenz erhöhen können ist die eine Sache. Aber da wir in unserer Gesellschaft überwiegend ökonomisch und mittels status konkurrieren und nicht mit Gewalt würde ein Großteil der Konkurrenz auf einer ganz anderen Ebene ausgetragen werden.

            Die „dominanz des weiblichen“ ist da auch sehr relativ. Frauen befinden sich ja auch in Konkurrenz um „gute Männer“.

        • Vielleicht ist weibliche Hypergamie sogar geistige Selbsthygiene indem Frauen instinktiv die Konkurrenz suchen um ihre geistige Gesundheit zu bewahren?

          Ja, Frauen konkurrieren dann eben um die „guten Männer“. Aber das bedeutet eben, dass je mehr Männer im Verhältnis zu den Frauen da sind, umso mehr dieser Männer „leer ausgehen“, sowohl was Fortpflanzung angeht aber vor allem auch in Sachen Sex. Und das ist ziemlich ungesund für diese Männer.

          • Das mag sein, aber deswegen kommt es nicht unbedingt zu Gewalt. Die lohnt sich ja auch nicht.
            Eher ist ein bestimmter Satz von Männern eben unvermittelbar und stürzt auch in Videospiele, pornos oder andere Bereiche.

        • Kann es sein, dass du intrasexuelle Konkurrenz nicht verstanden hast?

          LOL, du bist manchmal echt ein Komiker.

          Wer nicht einsieht, dass intrasexuelle Konkurrenz alles umfasst und erklärt, was Kriegsursachen und -Motive ausmacht, der hat sie nicht verstanden und muss nochmal bei Christian in die Lehre gehen.

          Das ist doch absoluter wissenschaftlicher Konsens, dass Krieg sich ausschließlich um intrasexuelle Konkurrenz dreht!

          Ich finde es immer wieder amüsant, wenn Leute diese offensichtliche Tatsache leugnen.

          Alice-evolution.com

          • @david

            Dass intrasexuelle Konkurrenz mehr ist als direkter Kampf um die Frau ist ja nun keine sehr gewagte Aussage.

            Schimpansen kämpfen um ihren Platz in der hierarchie, um Status und Ressourcen und das wird problemlos unter intrasexueller Konkurrenz eingeordnet.

            Und Ressourcen, Status, Hierarchie etc sind nun einmal wesentliche Ursachen für einen Krieg.

            Wenn du inhaltlich etwas dagegen sagen willst, dann nur zu.

          • @LH

            eine Strategie, die allenfalls in einem äußerst geringen Ausmaß umgesetzt wird. Die Anzahl der Muslime, die im Westen weniger radikal geworden ist, dürfte weitaus höher sein als die Anzahl derer die zum Islam übergetreten und radikal geworden sind.

        • Natürlich. Das ist auch keine geordnete Bewegung, sondern geht in viele Richtungen. Neben den von Dir genannten spielen auch Drogensucht und Kriminalität eine Rolle.

          Die Islamisten sind nur ein gutes Beispiel, weil es die Gefahr aufzeigt: Solche „unzufriedenen, untervögelten Männer“ sind sehr anfällig dafür, dass einer kommt und ihnen „radikale Veränderung“ verspricht. Denk an den Loser, der in „Die Welle“ zum eifrigsten Faschisten wird. Der hat objektiv was von der radikalen Veränderung.

          Im Augenblick gibt es keinen solchen Führer. Und auch bei Trump rechne ich eher nicht damit, weil er selber nicht aus der Situation kommt (anders als z.B. Hitler) und das Potential vermutlich nur anzapft um an die Macht zu kommen. Aber mit dem Potential könnte man sehr viel Unfug treiben.

    • Bockmist. Ich hab lieber einen „charismatischen“ oder sogar „sadistisch-charismatischen“ Typen, der mir zeigt, dass er mich tatsächlich gern hat – trotz aller Pornotussis, diesein Frauenbild geändert haben. Ich mag dann lieber einen Mann, der keinen Porno guckt, lieber mich guckt – auch wenn er kein Geld hat. Ist so.

      • Kurzer Hinweis: Truth hat einen tollen Humor den Frauen lieben, da er ihnen auf satirische aber nette Art den Spiegel vorshält. Andere Männer können den Humor oft nicht nachahmen, da seinHumor auf seinem supergroßen Gemächt aufbaut.

  2. Dürfte konform gehen mit archaischer Veranlagung der Frau; ist ihr ebenso zu gönnen wie dem Mann seine Veranlagungen. Und, übrigens, deckt sich recht genau mit meiner Beobachtung.

    Allerdings warne ich vor Interpretation als Charaktermangel. Charaktermängel finden wir reichlich und mühelos, aber ausgerechnet in Bereich soziale/sexuelle Präferenzen nicht.

  3. „Auch wenn das natürlich eine zynische Theorie ist: ich werfe es den Frauen nicht vor, dass die entscheidende Programmierung dafür in der weiblichen Biologie liegt. Aber ich werfe es ihnen vor, wenn sie so tun, als hätten sie damit nichts zu tun.“

    Sie ist nicht zynisch, sie ist real. Interessante Diskussion, gerade das Thema Krieg, Gewalterfahrung von Männern, ob nun als Täter oder Opfer, zeigt, sozusagen in der Methaebene, in welch komplett verschiedenen Welten Männer und Frauen doch leben, was man sich oft nicht bewusst macht.
    Mein Eindruck ist immer, dass Frauen sich dabei sehr wenig um die Probleme der Männer scheren, es ist ihnen nur wichtig den Schutz ihrer eigenen Sphäre, die Abgrenzung ihrer „heilen“ Welt gegen die raue „Männerwelt“ zu sichern.

    Und schön auch, das hier mal mit dem dummen Irrtum der Linken aufgeräumt wird, Krieg sei ein gesellschaftliches Phänomen und habe nichts mit der sexuellen Natur des Menschen zu tun.
    Obwohl andererseits könnt man ihnen auch recht geben, den letztendlich ist sind alle sozialen-gesellschaftlichen Organisationsformen des Menschen nur Ausdruck seiner Sexualität. Das ist so offensichtlich, allein schon aus der Tatsache, wie unterschiedlich Männer und Frauen da eingeordnet werden.

  4. Pingback: Japan, sexlose Grasesser und Testosteron | Alles Evolution

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