Thunderf00t zu „Black lives matter“, Melissa Click und den Mizzou Prostesten

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16 Gedanken zu “Thunderf00t zu „Black lives matter“, Melissa Click und den Mizzou Prostesten

  1. Am Schlimmsten sind die weißen Allies.

    Beängstigend, und ich glaube, dass die gewinnen werden. Ich habe nicht mal körperlich Angst, mich da dagegen zu stellen, es ist mehr eine geistige Angst, ich will einfach solche Diskussionen mit diesem Gebrüll, diesen Vorwürfen nicht führen, wenn man sich von seinem ersten Facepalm erholt, kommen gleich die fünf nächsten.

    Ein Wettessen mit verschimmelten Fischbrötchen wird auch nur derjenige gewinnen, der (mehr) auf verschimmelte Fischbrötchen steht als der andere. Die mögen und wollen das, denen geht im Gehirn nichts kaputt, wenn sie durch solche Situationen durch müssen, im Gegenteil, sie genießen das. „wir“ wollen das nicht und wollen unsere Ruhe davor haben und am liebsten die Fenster zu um das nicht sehen/hören zu müssen. Der, der mehr Spaß daran und ne höhere Motivation hat, wird so einen „Diskurs“ (besonders einen, der, wenn es hart auf ahart kommt auch existenziell werden kann) immer gewinnen.

    Arthur „gewinnt“ am Ende, einfach, weil er aggressiver ist und mehr rumblödelt, nicht weil er mehr Recht hat.

    Das Problem ist also, man müsste sich jeden Tag sowas aussetzen (mit selber Munition zurückfeuern geht nicht, weil das Gesetz gegen einen steht) mit dem wissen, dass es eigentlich sinnlos ist, weil jeder kleinste Zweifel, den man vielleicht wachrufen würde, sofort hinweggefegt wird, durch die große Gruppe, die man dann zu verlieren droht.

      • Und wieso nicht?
        Bisher gibt es keine nennenswerte Gegenwehr, nur eben Zurückweichen. Und vor allem keine Straßenpräsenz. Das hatte ich ja in Bezug auf die deutschen/weißen Männer bereits nach Silvester kritisiert, und hier ist es nun ein Problem von Weißen bzw. Nicht-Schwarzen generell.
        Identifikation mit oder Schlicht Weiß-Sein hat mittlerweile immer nur noch was mit Schuld, Sühne, Scham, unreflektierte Selbstkritik mit Tendenz zum Selbsthass (Selbstkritik, die man von keiner anderen hautfarbe verlangt) und das alles generationenübergreifend, Damit erzeugt man nur einen Teufelskreis, weil sich mit etwas Negativem zu identifizieren und dafür einzustehen, für viele schwierig ist. Viel schwieriger, als sich letzten Sommer auf eine „Anti-Nazi-Demo“ zu stellen nd sich gut und auf der „guten Seite“ zu fühlen. Mit den Schmuddelkindern will halt keiner und das sind im Moment leider wir.
        Ich höre von vielen Leuten dann immer so di Ankündigung, dass „es“ „brodelt“ und bald wird „es“ „knallen“ und, die Leute lassen sich das nicht ewig gefallen usw.
        Aber ich frage mich dann – wie leidensfähig sind „die leute“ denn, wenn selbst das zu keiner Reaktion führt (außer vielleicht Youtubevideos zu produzieren und zu kommentieren.

        Ja, aber das ist ne Graswurzelbewegung, das dauert seine Zeit usw. Schon klar, aber was, wenn man diese Zeit schlicht und ergreifend nicht hat. Wenn man „jetzt“ reagieren muss. Wenn das dann nicht geht, ist es halt auch ein Alarmsignal.

        Denn DIE würden das schaffen, bin ich 100% überzeugt, noch heute einen drei bis vierstelligen (mindestens) Mob zusammen zu kriegen und auf irgendwen oder irgendwas anzusetzen, z.B auf jemanden, der im Internet was bloggt, was er nicht darf.

        Das hier ist Deutschland und nicht USA, aber ich sehe auf dem Gebiet kaum Unterschiede zu den USA.

        http://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/rigaer-strasse-wahnsinn-morddrohung-gegen-innensenator-frank-henkel-23636650

        „„Wir rufen dazu auf, mit allen Mitteln und auf allen Ebenen, gemeinsam und solidarisch die Räumungen zu verhindern. Lasst uns die Bedrohung umdrehen und in eine Bedrohung für den Staat wenden!“, heißt es in einem im Internet verbreiteten Aufruf autonomer Gruppen. Und weiter: „Bei Räumung: Eine Million Sachschaden und Henkel im Kofferraum!“

        Es heisst ja immer „Ich würde ja, aber ich will nicht als Nazi dargestellt werden“. Das heisst, es kommt schon zu einer Selbstkorrektur, um nicht dem System auf die Füße zu treten.
        „Die“ haben keine Angst, offen konkrete Morddrohungen auszusprechen, müssen sie auch nicht, weil sie den (edialen und politischen) Mainstream offenbar auf ihrer Seite haben. Da hat man doch schon ein gewaltiges Ungleichgewicht und ehrlichgesagt sehe ich da den auf der Siegerstraße, der sich sowas erlauben kann.

        • eine Gesellschaft, die zu selbstkritisch und selbstbeschämend ist, wird keine sein, die irgendwen integriert kriegt.
          Denn es wird nicht durch „positives Vorleben“ funktionieren – wenn ich nach Australien auswandere und Australier lassen ständig verbreiten, wie abgrundtief scheiße sie sind, sie behandeln sich quasi selbst (aus Solidarität) wie Schwarze durch den Ku Klux Klan – dann integriere ich mich da doch nicht, wenn ich einen Funken Selbstachtung habe und attestiere den Australiern eine schwere Geistesstörung.

          Menschen, die ständig rumjammern „haaaaach, ich bin ja so furchtbar?“ „Ach komm, stimmt doch gar nicht.“ „Dooooch, es ist wirklich so. Alle hassen mich.“ „Ach was, ich hasse dich nicht.“ „Aaaaach, das sagst du doch nur so, das glaube ich dir nicht.“ „Doch, ist wirklich so“. „Aber an mir ist doch gar nichts, was man mögen kann. Das sagst du bestimmt nur, um mich zu verarschen. Bestätige mich jetzt bitte erstmal die nächsten 4 Wochen in meinem Ego. Nicht dass ich dir dann mehr glauben werde, aber versuchs trotzdem“
          die werden oft auch als kräftezehrend empfunden und man rennt ihnen nicht unbedingt hinterher. Mit Gesellschaften ist das nicht anders.

          Und es wird auch nicht durch Zwang funktionieren. Wenn ich nach Saudi Arabien ziehe, werde ich mich wahrscheinlich von ganz allein „integrieren“; ob ich damit einverstanden bin oder nicht. Einfach weil ich geköpft, ausgepeitscht oder geisteigt werde, wenn ich zu viel oder zu extrem „un-integriertes“ Verhalten an den Tag lege.
          Denn Zwang gibt es hier ja nicht. Der vorherrschende Selbsthass kennt den Schuldigen ja schon – man selbst bzw. „der Weiße“ (außer ich, obwohl ich auch weiß bin).

        • „Und vor allem keine Straßenpräsenz“

          Hör doch bitte auf mit Deiner Straßenpräsenz. Wir sind doch nicht im Mittelalter. Meinungen und Kultur wird im Netz geprägt.

        • „Hör doch bitte auf mit Deiner Straßenpräsenz. Wir sind doch nicht im Mittelalter. Meinungen und Kultur wird im Netz geprägt.“

          Komisch, ich dachte, auf dieser Seite geht es darum, dass wir ja eigentlich noch genauso sind, wie in der Steinzeit oder sogar noch früher (Bonobos, Gorillas).
          Und komischerweise führt bei denen Straßenpräsenz scheinbar nur zu noch mehr medialer und Straßenpräsenz und es schließen sich immer mehr Studenten/Unis an anstatt dass sich Widerstand sammelt.
          Komischwerweise ist in der Schule der Schulhof-Chefmobber auch noch in der Regel viel beliebter als sein Mobbingopfer.
          Und wenn er nicht beliebt ist, dann tun zumindest alle so als ob oder achten zumindest darauf, sich so zu verhalten, dass sie nicht auf seiner Liste landen.

          Da dann die Strategie „Ach, das wäre doch unzivilisiert“ „Der Klügere gibt nach“ zu fahren, halte ich für sehr gefährlich.

        • Beim IS machen auch darum einige mit (auch privilegierte aus westlichen Ländern), obwohl/weil die so gute Medien und Straßenpräsenz haben.
          Da macht das gar nichts, dass sie als böartige, psychopathische Irre gehalten werden, sondern es ist eher Werbung für die, die das gut finden.

          Und gerade junge menschen, besonders Männer, machen doch gerne bei „Bewegungen“ mit und zwar möglichst bei welchen zum Anfassen und mit psoitiver Symbolik, statt nur immer Online-Debatten durch die sich auf der Straße kaum was ändert, zu führen.
          Vielleicht sollte man sich das langsam mal zu Nutze machen, anstatt nur zu verurteilen, wenn der Gegner es sich zu Nutze macht und damit Erfolg hat.

          Oder frag dich einfach, wer beim arabischen Frühling jetzt das Sagen hat: Die vernünftigen, gemäßigten Studenten, die am Trahir Platz getwittert haben oder….die anderen?

          Mir ist da ein Zitat in Erinnerung gelieben, das aber auch hierbei eine gewisse Aktualität hat, auch wenn ich es nicht mehr wörtlich zusammen bekomme.
          „Für Revolutionen braucht man Kerle mit Schlagstöcken und keine Studenten mit Handys“. Und genauso kam es dann ja auch. Jetzt haben die mit den Schlagstöcken das Sagen. Nicht weil sie schlauer sind oder erfolgreicher – aber sie haben eben die Schlagstöcke.
          Kugeln verändern Regierungen (oder Ideologien) viel zuverlässiger als Wählerstimmen.

          Guck dir doch die islamische Welt an^^
          Hamed Abdel-Samad, Hirsi Ali usw. alles leute, die geduldig und Stück für Stück im Internet und in Talk Shows Leute überzeugen oder wachrufen.
          Und? Währenddessen ist der IS aufgetreten, ganz brachial, und hat es geschafft, dass Teile unserer Intelektuellen ihn verteidigen, die Schuld auf sich nehmen usw. und Abdel Samad als Nazi darzustellen.
          Weil IS einfach dynamischer ist als irgendwelche intelektuellen oder kritischen Bücher zu lesen. Man muss auch irgendwas haben, was „richtiges“ Gemeinschaftsgefüh und Dynamik (Wir machen jetzt was und ich bin dabei, kann Teil von etwas Großem Wichtigem sein) erzeugen kann.
          Und dann werden Bewegungen auch oft von Leuten getragen, die sich einfach nur anschließen. Alle Nachbarn rennen wild gestikulierend die Straße runter und man läuft reflexmäßig mit oder guckt zumindest suchend in die Richtung, weil so ein herdenverhalten suggeriert, dass da „irgendwas“ los ist, gefährlich oder positiv, selbst wenn man noch gar nicht weiß, was es ist.

        • Man sollte das nicht überbewerten. Es handelt sich um kleine Gruppen, sowohl hier als in den USA; dominant werden sie nur in entsprechender Umgebung, auf dem Campus, bei einer Demo usw. Die große Mehrzahl der Menschen weiß von denen garnichts, und in den USA wirkt es gradezu bizarr, wie wichtig die sich vorkommen, wenn man bedenkt, dass vielleicht Trump der nächste Präsident ist. Letzten Endes geht es um den Zugriff auf Staatsgelder, hier wie dort.

          Wobie in Deutschland die Situation z.Z. eine besondere ist durch die merkelsche Flüchtlingspolitik; dadurch sind sie gewissermaßen plötzlich Mainstream geworden, aber auch das wird nichts nutzen, weil die Alltagserfahrung der allermeisten eine ganz andere ist und eher in die Gegenrichtung drängt.

  2. Guter Song, guter Text.


    Right wing and left wing now on the same side
    To fight against those who would rather decide
    That it’s only their opinions that are right

  3. Pingback: Fundstück: Es kommen andere Zeiten | Geschlechterallerlei

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