Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 28. Februar 2016

Gefühle zeigen vs Alphamann

Gerne wird Pickup entgegen gehalten, dass einzig und allein auf den harten Mann, den Alphamann abgestellt wird und Frauen doch tatsächlich aber gerade auch bei solchen Männern dahin schmelzen würden, die Gefühle zeigen.

Dabei wird dies gar nicht in dieser Ausschließlichkeit vertreten und hier gerade vorspiegelt, dass es da nur zwei Varianten gibt, den gefühlvollen oder den harten Mann. Das ist glaube ich auch das, was viele Männer verwirrt und was als Widersprüchlichkeit weiblichen Begehrens wahrgenommen wird. Sie will eben den harten Mann, der ihr gegenüber und denen, die ihm Nahe stehen aber Bindung, Vertrauen etc hat und deswegen auch Gefühle zeigen kann.

Es spricht also nichts dagegen im Pickup Gefühle zu zeigen, es muss eben nur an der richtigen Stelle und auf die richtige Art sein. Willing to emote ist ein Stichwort im Attractionbereich, bei dem es darum geht, dass die Darstellung, dass man zu gesunden Bindungen und Gefühlen in der Lage ist, attraktiv ist. Gesunde Bindungen sind dabei eben die an die eigene Familie oder an Freunde, ungesunde die, wo man needy ist und stalkt etc. Es steht dabei als eines der Merkmale, die als attraktiv wahrgenommen werden, nehmen anderen wie etwas „Anführereigenschaften“, bei Frauen begehrt oder Beschützereigenschaften.

Einen weiteren großen Anwendungsbereich haben Gefühle im Komfortbereich. Sich dort zu öffnen und Gefühle zu zeigen kann ja gerade Komfort bewirken
„Emotional Honesty“ ist ein Stichwort, bei dem es darum geht, dass sie merkt, dass man die Gefühle tatsächlich fühlt und nicht nur vorspielt, Verletzlichkeit beim Zeigen von Gefühlen ist gleichzeitig ein Costly Signal, dass Vertrauen zeigt, eine tiefe Verbindung suggeriert, ihr das Gefühl gibt, dass man bei ihr die Schranken oben lässt und das Schutzschild herunterfährt, was sie dann ebenfalls machen kann. Und es gibt ihr die Gelegenheit die passenden Gefühle selbst zu durchleben, was ebenfalls eine Verbindung schafft.

Dazu mal von einer Pickupseite zitiert:

A strong part of game is to not be afraid to expose one’s vulnerabilities. This does not mean pouring one’s heart out to the first girl that one talks with. Rather, it is being congruent with one’s humanity. For example:

HB: “You must have a lot of friends, watching you work the room like that”

PUA: “Actually, I can be a lone wolf sometimes. I enjoy time alone. It gives me clarity and time to think whenever I jog at night.”

GPUAs often make the mistake of trying to hide away all of their vulnerabilities by putting on a strong face for the girl they are interested. However, hiding one’s weaknesses actually comes across as incongruent, insecure, and dishonest.

The better strategy is to actively and confidently demonstrate one’s weaknesses. Doing so displays confidence, which is an attractive quality to women. It seems counterintuitive, but a weakness is only a weakness if the PUA sees it that way, and tries to hide it—a weakness that is confidently displayed is actually a strength.

Und hier noch eine andere interessante Stelle dazu:

For instance, making yourself vulnerable doesn’t just mean being willing to share your fears or insecurities. It can mean putting yourself in a position where you can be rejected, saying a joke that may not be funny, asserting an opinion that may offend others, joining a table of people you don’t know, telling a woman that you like her and want to date her. All of these things require you to stick your neck out on the line emotionally in some way. You’re making yourself vulnerable when you do them.

In this way, vulnerability represents a form of power, a deep and subtle form of power. A man who’s able to make himself vulnerable is saying to the world, “I don’t care what you think of me; this is who I am, and I refuse to be anyone else.” He’s saying he’s not needy and that he’s high status.

Most people think of a man who’s vulnerable as a man who cowers in the corner and begs others to accept him or not hurt him. This is not vulnerability, this is weakness and neediness.

Think of it this way, there are two men. One stands tall, looks straight ahead. Looks people in the eye when he speaks to them. Says what he thinks and is unconcerned with what others think of him. When he makes a mistake, he shrugs it off and maybe apologizes. When he sucks at something, he admits it. He’s unafraid to express his emotions, even if that means he gets rejected. He has no problem moving on to people who don’t reject him, but like him for who he is.

Das ist eine Darstellung, wie Gefühle zeigen und eine gewisse Stärke zusammenspielen können. In dem Moment, wo es authentische Gefühle sind, die zu dem gehören, was man ist, die für einen stehen, können sie mit Stärke durchaus kombinierbar sein. Sie können einen dann sogar stärker wirken lassen, weil man weniger von der Reaktion anderer abhängig ist.

Weil einen Mann bestimmte Gefühle schwach wirken lassen können, kann es eben auch ein Costly Signal sein, diese darzustellen. Um so mehr man sie mit ansonsten bestehender „Männlichkeit“ ausgleicht um so eher ist die unproblematisch und kann eine tiefer gehende Verbindung schaffen. Das gilt um so mehr, wenn es die „richtigen“ Gefühle sind, also solche, die eben nicht zB Neediness ausdrücken.

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Responses

  1. was hier herausgearbeitet ist, zeigt meiner Meinung nach, worin das Missverständnis bei manchen Männern besteht.
    Unter Gefühle zeigen wird bei Mann und Frau etwas anderes verstanden.
    In extremer Ausprägung bedeutet es im weiblichen Falle, das sie ihr ganzes emotionales Wesen auslebt, Ihre seelisches Befinden, Ängste Sorgen Sehnsüchte usw..
    Die extreme Ausprägung beim Manne, was recht vielen Frauen scheinbar auch angenehm ist, besteht darin, zwar durchaus Gefühl und eine Antenne für, speziell weibliche, emotionale und seelische Bedürfnisse zu haben, durchaus auch Emotionen und Mitgefühl mit Schwachen zu zeigen, aber seine Umwelt nicht all zu sehr mit seinen eigenen seelischen Nöten zu belästigen.
    (Und bitte auch nicht all zu sehr emotionales Verständnis für weibliche Konkurrentinnen der jeweiligen Angebeteten, das kann schnell nach hinten los gehen !)

  2. M.E.n. zeigt der Blogeintrag ganz schön, was die gängige und nachlässige, gedankenarme, Redeweise bezüglich „Gefühle zeigen“ (oder noch schlimmer: „Über Gefühle reden“) eher verdeckt:

    Es gibt ein archetypisch männliches und archetypisch weibliches Muster des „Gefühle zeigen“ – genauer: WIE genau Gefühle im Kontext gelebt werden.

    Im letzten Zitat des Blogeintrag heiß es z.B.: „He’s unafraid to express his emotions, even if that means he gets rejected.“

    Dies ist ein Aspekt des Unterschiedes. Im männlichen Archetypus des „Gefühle zeigen“ ist immer der Nachsatz inkludiert: Und ich übernehme die Folgen und Konsequenzen. (Ich kann mit ihnen leben, mit ihnen umgehen). Und das ist z.B. der Unterschied zwischen Fühlen und Jammern.

    Im Kern geht es um Gefühl plus „agency“. Auf eine Kurzformel gebracht:
    * männlicher Archetyp: Ich habe ein Gefühl – und ICH handle damit.
    * weiblicher Stereotyp: Ich habe ein Gefühl – und möchte, das ANDERE entsprechend meinem Gefühl (und dem impliziten Appell darin) handeln.

    Noch anders gesagt: Das „Problem“ (wenn es denn überhaupt eines wäre) bei Männern mit dem Zeigen von Gefühlen ist überhaupt nicht das Ausdrücken von Emotionen. Die Frage ist: Macht er es auf eine männliche Art.
    Macht er es auf eine weibliche Art, dann erntet er von Frauen wie Männern gleichermaßen eher Verachtung.

  3. PU hin oder her, anderen Leuten zu zeigen, was man denkt oder fühlt ist immer dumm. Ich zeige sowas nie, weil es nur schadet, speziell bei Frauen. Bzw zeige ich nie Schwächen, das kann auch seim, dass ich körperlich schlecht dran bin oder etwas nicht kann, das überspiele ich immer. Wer mir gegenüber Schwäche/Gefühle zeigt, bei dem verliere ich auch schnell den Respekt oder werd mal laut. Gerade bei Frauen akzeptiere ich auch kein Geweine und zeige klar, dass sowas bei mir Konsequenzen hat. Komischerweise geht es Frajen dann immer schlagartig besser.

    • oder werd mal laut

      Sehr beeindruckend, wie du die Contenance behältst.

    • Das irrst du: nach allem was du sonst erzählst zeigt du pausenlos schwächen. ZB das Frauen dich nicht wollen, das du nicht glaubst ihre Zeit wert zu sein, das du verbittert bist

      • Dass ich nicht den Unterschied zwischen dass und das kenne 😉 . Wobei diese Scheächen gebe ich teilweise wirklich zu. Ich wirke allerdings nicht zu verbittert. Wenn ich zu sowas stehe, ziehe ich es ins Lächerliche, die Leute kennen mich eher als den, der immer lacht und fast nie ernst bleibt.

  4. Schöner Einstieg in „emotionale Kompetenz“. Hilflos noch, gestammelt, aber: ein Einstieg. Gefällt mir!
    Ganz sicher richtig: „to win a women’s heart, a man has to show her his own heart!“
    Und um Herz zu zeigen, muss er es erstens haben, und zweitens kennen und drittens auch noch ausdrücken können. Für Kinder abwesender Väter und übergriffiger (alleinerziehender) Mütter ein totes Land, bzw. vermintes Gelände!
    Spezifisch MÄNNLICHE Emotionale Komptenz, erwachsener Umgang mit Gefühlen erschliesst sich in der Schlüsselfrage: „Habe ich meine Gefühle- oder haben meine Gefühle mich (im Griff)?“
    Und die Schattenseiten: die verantwortungsvoll ausgetragene Wut, der „heilige Zorn“, das bekenntnis zur schützenden Angst.
    Schöner Einstieg in „emotionale Kompetenz“. Hilflos noch, gestammelt, aber: ein Einstieg. Gefällt mir!
    Ganz sicher richtig: „to win a women’s heart, a man has to show her his own heart!“
    Und um Herz zu zeigen, muss er es erstens haben, und zweitens kennen und drittens auch noch ausdrücken können. Für Kinder abwesender Väter und übergriffiger (alleinerziehender) Mütter ein totes Land, bzw. vermintes Gelände!
    Spezifisch MÄNNLICHE Emotionale Komptenz, erwachsener Umgang mit Gefühlen erschliesst sich in der Schlüsselfrage: „Habe ich meine Gefühle- oder haben meine Gefühle mich (im Griff)?“
    Und die Schattenseiten: die verantwortungsvoll ausgetragene Wut, der „heilige Zorn“, das bekenntnis zur schützenden Angst.

    • alles wiederholen

      alles wiederholen

      ^^

      ^^

      • Lass ihm doch seinen Narzissmus. Da wiederholt man sich schon mal im Schwung der eigenen Überlegenheit.

        • Danke für den Hinweis. War aber kein Narzissmus, sondern ein Versehen.
          Weil hier aber so viel psychologischer Sachverstand versammelt ist- wo sehen wir denn den Unterschied zwischen Narzissmus und „gesundem Selbstwert“?
          Und zwischen Gefühl und Emotion?

        • „wo sehen wir denn den Unterschied zwischen Narzissmus und “gesundem Selbstwert”?“

          K.A… Wo seht Ihr den?

          Ich sehe ein Indiz (häufig vorkommend) für den Unterschied in dem Bedürfnis, andere runterzuputzen, um sich selbst zu erhöhen.
          Die „Ihr seid leider nicht so schlau wie ich, daher erklär ich euch das mal…“-Nummer.

          Würdet Ihr dem zustimmen?

  5. Gefühle zeigen ist lediglich die Aufforderung der Frau an den Mann, sich ganz auf ihre Launen einzustellen.

  6. Als Teenager hätte mich sowas interessiert. Aber da wir Männer aufgefordert sind, unsere Gefüüüüühle mitzuteilen: Ich verspüre beim Lesen von Christians „Küchenpsychologie für Fortgeschrittene“ Müüüüdigkeit, die mir in alle Gliiiiiiiiieder fääääääääährt. Gäääääähn.

  7. Das ist ja wie im Vorstellungsgespräch.
    „Haben sie Schwächen?“ „Ja, ich bin ein Perfektionist!“
    Aber jede Mary Sue braucht halt eine Alibischwäche, wie z.B. Tollpatschigkeit ^^
    Ist total authentisch!

  8. Alle Facetten in der richtigen Reihenfolge abzuspielen ist die unlösbare Aufgabe. Aber: Wenn sie gelöst wäre wäre es langweilig und unsere Beziehungen wären geklärt (im reibungsfreien Sinn). Es ist ein Laufrad, aber immerhin gibt es verschiedene.


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