Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 12. Februar 2016

Hillary Clinton und der Feminismus

Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin ist in vielerlei Hinsicht sehr interssant:

1. Die erste weibliche Präsidentin und weibliche Wähler

Hillary Clinton setzt nach allem was ich höre sehr darauf, dass sie als Frau die erste weibliche Präsidentin wäre und fordert darüber Frauen auf, endlich einmal Frauen in eine, insbesondere diese Machtposition zu heben. Es ist nach einigen Berichten ein nicht geringer Teil ihrer Wahlkampfposition das sie eine Frau ist.

In den Parteiinternen Vorwahlen für die Wahl des dortigen Kandidaten konkurriert sie mit Bernie Sanders, einem älteren Kandidaten, der sehr links ist und im Gegensatz zu Clinton, die ja mit diversen Parteispenden großer Unternehmen und dem Netzwerk ihres Mannes an den Start geht, eher als Vertreter des Volkes gilt.

Dabei scheint Sanders, der vorher als krasser Aussenseiter gehandelt worden ist, nunmehr eifrig Boden gut zu machen und es gilt durchaus als wahrscheinlich, dass er sich in den Vorwahlen gegen Clinton durchsetzt (und dann wahrscheinlich gegen Trump antritt).

Eine interessante Grafik ist in diesem Tweet enthalten:

Clinton Sanders Frauen

Clinton Sanders Frauen

Wie man sieht gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen den Generationen: Die Frauen ab 40 stehen etwas mehr auf Clintons Seite, während jüngere Frauen bis 40 sehr deutlich in Sanders Lager stehen.

Ich könnte mir vorstellen, dass gerade die älteren Frauen eher noch als die Jüngeren eine weibliche Präsidentin wollen und ihnen, da schon verheiratet, mit Kindern und ausgesorgt der Sozialstaat vielleicht auch weniger wichtig ist, sie also insofern konservativer sind als die jüngeren Frauen, denen der linkere Ansatz von Sanders besser gefällt.

2. Was sagt das über feministische Theorie aus?

Eigentlich sollte man meinen, dass die jüngeren Frauen die feministischeren sind. Sie sind mit weit weniger strengen Rollen groß geworden, für sie ist die Forderung nach Gleichberechtigung eine Selbstverständlichkeit.

Nimmt man aber gleichzeitig die Theorien, dass die Frauen nach wie vor unterdrückt sind und wir in einer Rape Culture leben, die durch weiße alte Männer verursacht ist, dann wäre Sanders quasi als alter weißer Mann deren Repräsentant.

Zudem sagt die feministische Theorie auch immer wieder, dass man das Patriarchat eben daran erkennen kann, dass überall weiße alte Männer an der Spitze sind und es Frauen bräuchte um Politik für Frauen zu machen.

Es wird immer gerne darauf verwiesen, dass Vorbilder enorm wichtig sind und insofern Frauen die Probleme von Frauen am besten lösen können, zumindest sofern sie nicht selbst Sexismus internalisiert haben.

Den amerikanischen Frauen bis 40 scheint das aber relativ egal zu sein. Sie gehen anscheinend davon aus, dass ein Mann ihre Position wesentlich besser vertreten kann als eine Frau.

Das finde ich auch nicht ungewöhnlich, ich hatte dazu schon in dem Artikel „Frauen, die Männer als Vertreter von Fraueninteressen wählen“ geschrieben, dass das Geschlecht recht wenig darüber aussagt.

Aber es verstößt meiner Meinung nach gegen einige Grundlagen der feministischen Theorie: Wer die Umsetzung von Fraueninteressen nur am Frauenanteil festmacht, der unterschlägt, dass es im Interesse von Frauen liegen kann, Männer zu wählen.

3. Die Gegenmaßnahmen

Es ist auch interessant, was dann kritisiert worden ist.

Zunächst wurden beklagt, dass bestimmte männliche Anhänger von Bernie Sanders zu aggressiv auftreten würden und es wurde dafür der Begriff „Bernie Bros“ gebildet, wobei man „Bros“ wohl als klassische feministische Abwertung sehen kann, es geht aus meiner Sicht etwas in Richtung „Macker“.

An endless flow of original content produced by a candidate’s loyal supporters should be a campaign’s dream — the virtual equivalent of millions of homemade Bernie signs dotting the lawns of American voters. Recently, however, those same supporters have drawn criticism for the tone and direction of their fandom, which both Clinton’s campaign and the media have characterized as sexist. In her endorsement of Clinton, columnist Joan Walsh described this vitriolic subculture as “the Berniebot keyboard warriors.” But the rest of the Internet knows them better as Bernie Bros.

The Bernie Bros have become enough of an issue that Sanders himself addressed them during a Sunday interview on CNN’s “State of the Union. “It’s disgusting,” he said. “Anybody who is supporting me and who is doing sexist things, we don’t want them. I don’t want them. That is not what this campaign is about.”

Man darf davon ausgehen, dass die meisten „BernieBros“ eher links sind, aber anscheinend hindert das die Mackerbezeichnung nicht.

Dann hat die bekannte Feministin Gloria Steinem interessantes gesagt:

The other night, Steinem, 81, told comedian Bill Maher that millennial women are flocking to Vermont Sen. Bernie Sanders instead of former Secretary of State Hillary Clinton in the Democratic presidential contest because, basically, they want dates. Eventually, she implied, they will come to their senses.

“They’re going to get more activist as they get older,” Steinem said, implying that a vote for Sanders is not an activist vote. “And when you’re young, you’re thinking ‘Where are the boys?’ The boys are with Bernie.”

“Now if I said that — ‘Yeah, they’re for Bernie cause that’s where the boys are’ — you’d swat me,” Maher said.

“No, I wouldn’t,” replied Steinem. Um, maybe not, but everyone else would.

On Sunday, recognizing the disservice she has done to her candidate, Steinem posted a non-apology on Facebook: “In a case of talk-show Interruptus, I misspoke on the Bill Maher show recently, and apologize for what’s been misinterpreted as implying young women aren’t serious in their politics.”
That was no misinterpretation. That was exactly what she implied. And that was exactly what she meant. She is wrong, of course, but that’s exactly what she intended to say.

Meine These ist, dass Feministinnen immer abfällig über Frauen reden werden, wenn diese Entscheidungen treffen, die nicht ihrer Ideologie entspricht, sofern sie darauf direkt angesprochen werden. Dieses „Frauen sind unmündig“ ist ein sehr fester Bestandteil feministischer Theorie, der zwar so nicht ausgesprochen wird, aber in vielen Teilen enthalten ist.

Ein Beispiel ist der „verinnerlichte Sexismus

Verinnerlichter Sexismus ist eine unfreiwillige Reaktion auf Unterdrückung, die ausserhalb der eigenen Gruppe entsteht und dazu führt, dass Mitglieder der Gruppe sich selbst und gegenseitig verabscheuen und für die eigene Unterdrückung verantwortlich machen – anstatt zu erkennen, dass diese Meinungen durch das unterdrückerische, sozio-ökonomisch-politische System konstruiert werden.

(…)

Die Folgen, sich diese Rolle zu Eigen zu machen, sind ein enormes Reservoir an Selbsthass. Kein wirklich wahrgenommener oder hingenommener Selbsthass, die meisten Frauen würden das leugnen. Er kann sich dadurch ausdrücken, sich in seiner eigenen Rolle unwohl zu fühlen, als Gefühl der Leere, als Taubheit, Unruhe oder lähmende Ängstlichkeit. Es kann sich auch in einer Verteidigung der eigenen Rolle äußern. Aber er existiert, oft unterbewusst, vergiftet ihr Dasein, entfremdet sie von sich selbst und ihren eigenen Bedürfnissen, lässt sie auf andere Frauen wie eine Fremde wirken. Es folgt der Fluchtversuch: Identifikation mit dem Unterdrücker,, durch ihn leben, Status durch seine Macht und seine Errungenschaften erlangen. Und dadurch, sich nicht mit anderen “leeren Hüllen” zu identifizieren, wie sie selbst es sind. Frauen identifizieren sich nicht mit anderen Frauen, die ihre eigene Unterdrückung, ihren zweitrangigen Status, ihre eigenen Selbstzweifel widerspiegeln. Eine andere Frau damit zu konfrontieren ist letztendlich die Konfrontation mit dem eigenen Selbst, das man vermeiden wollte. Und in diesem Spiegel wissen wir, dass wir das, zu dem wir gemacht wurden, nicht wirklich lieben und respektieren können.

Oder Anita Sarkeesian, bei ihren Ausführungen, dass es im Feminismus nicht darum geht, was Frauen wollen, sondern, was sie frei macht:

First of all, the choice arguments are fundamentally flawed because they assume a level of unmitigated freedom for women that simply doesn’t exist. Yes, we make choices, but these are shaped and constrained by the unequal conditions in which we live. It would only make sense to uncritically celebrate choice in a post-patriarchal world.

Ein anderes Beispiel, dass auch häufiger kommt, ist, dass die Frauen sich eben an die Männer anbiedern wollen und deswegen gemeinsame Sache mit dem Patriarchat machen. Diese greift Gloria Steinem hier auf.

Aus dem oben verlinkten Artikel heißt es dazu:

The idea that women become more radicalized as they age and men become more conservative is an article of faith for Steinem-era feminists. Steinem has often said that girls refuse to call themselves “feminists” because they don’t want to compromise their ability to get a date on Saturday night. What she told Maher was simply a 2016 version of something she’s been saying for decades.

Ordnet man das in ältere feministische Diskussionen ein, wie die Unterdrückung der Frau durch die Zwangsheterosexualität und ihre Einordnung in die Gesellschaft lediglich als Partnerin eines Mannes, dann macht das Argument innerhalb dieser feministischen Sicht durchaus Sinn. Sie hat es eben nur an der falschen Stelle gebracht.

Die Politikerin Madeleine Albright appellierte wie folgt an die weiblichen Wähler:

(On Saturday, apparently competing with Steinem for worst campaign surrogate, former Secretary of State Madeleine Albright made a similarly obnoxious gaffe. Addressing young women in New Hampshire, she said, “Young women have to support Hillary Clinton. … And just remember, there’s a special place in hell for women who don’t help each other.”

Also schlicht das, was die feministische Theorie so durchaus hergibt: Frauen müssen zusammenhalten und Frauen unterstützen.

Herrlich finde ich, was Clinton zu diesen Bemerkungen gesagt haben soll:

Clinton compounded the insults on Sunday, when she was asked about Steinem and Albright on “Meet the Press.” “Good grief,” she declared disingenuously. “We’re getting offended by everything these days. People can’t say anything without offending somebody.

Das sollte eigentlich auch der letzen intersektionalen Feministin deutlich machen, dass sie keineswegs eine der ihren ist. Anscheinend ist ihr gar nicht hinreichend bewußt, dass alles aber auch wirklich alles problematisch ist.

4. Relativierungen

In dem verlinkten Artikel ist noch ein interessanter Absatz dazu, warum man als intersektionale Feministin Clinton ablehnen kann, obwohl sie eine Frau ist:

Let me back up for a moment and acknowledge that it’s perfectly possible that millennial women are being swayed against Clinton by sexist forces that permeate our culture so insidiously we don’t even recognize them anymore. No one is totally immune to the conservative — and sexist — drumbeat against Clinton, which has been pounding in the background of our national political soundtrack for two-and-a-half decades: She is shrill, she is dishonest, she is corrupt, blah, blah, blah.

But it’s also possible, and far more likely, that they may simply dislike her for lots of valid reasons: her coziness with Wall Street, her $675,000 in Goldman Sachs speaking fees, her vote in favor of the Iraq war, her collusion against women who accused her husband of sexual improprieties, and, just maybe, her inability to understand why Steinem and Albright’s remarks were offensive.

And they may find in Sanders an idealistic, authentic politician who abhors the toxic influence corporations have on our political institutions and thinks college educations should be free.

But they are certainly not flocking to Sanders because they want a date.

They all have Tinder for that.

Man kann also Clinton insbesondere als Vertreterin der „herrschenden Klasse“ und auch, weil sie sich sonst unfeministisch verhalten hat, ablehnen und eben auch, weil sie intersektionalen Feminismus nicht versteht.

Dass Sanders das dennoch besser verkörpert als eine Frau ist eine interessante Sache und ich kann mir vorstellen, dass man das als Argument durchaus noch häufiger bringen kann.

Interessant auch ein Artikel bei der Mädchenmannschaft:

Und auch wenn Steinem mittlerweile auf Facebook sagte, dass sie das alles so natürlich nie gemeint hätte – die Aussage hat ihre Runden gemacht. Und sie ist auf verschiedenen Ebenen gefährlich (und passt allzu gut in – nicht nur US-amerikanische – Vorstellungen, wie Frauen zu Politik zu verorten sind). Zum einen spricht sie sehr vielen ‚jungen Frauen‘ (wer auch immer genau damit gemeint ist) ihre politische Eigenständigkeit ab; die Aussage ist zum anderen hetero_sexistisch und paternalistisch. Sie wiederholt ein klassisches Bild von Frauen, die keine eigenen Meinungen haben und ausschließlich im Bezug auf Männer handeln.

Ich finde die Aussage interessant, weil sie für das klassische Zwidenken im Feminismus steht. Man darf Frauen nicht ihre eigene Meinung absprechen. Aber alle konkreten Meinungen von Frauen, die uns nicht gefallen, sind Ausdruck des internalisierten Sexismus und der Rollen, die ihr Denken prägen.

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Responses

  1. Alles Quatsch. Wir wollen alle nur Trump sehen. Es kräht dochvkein Hahn mehrvnach den Clintons.

  2. In der oben gezeigten Statistik geht es m. W. um registrierte Wählerinnen und Wähler der Demokraten – das setzt ja in den USA schon eine gewisse Eigeninitiative voraus: Ich interessiere mich für Politik, für Wahlen und für die Demokraten.

    Die Zustimmung vieler junger Leute (es sind ja in der Gesamtbetrachtung junge Frauen und junge Männer) für Sanders hat m. E. viel mit Idealismus zu tun. Junge Leute in einer immer noch sehr »satten« Gesellschaft wie in den USA wollen Veränderung, Gerechtigkeit, Authentizität.

    Wer sich in seinen jungen Jahren politisch engagiert (und sei es auch nur mit der Registrierung im Wahlregister), tut das aus Idealismus. Diesen Idealismus verkörpert Sanders für junge Leute sehr glaubwürdig. Ich bin jetzt 48 und ich würde Sanders auf keinen Fall unterstützen, weil er mir mehr Populist als Idealist zu sein scheint. Aber diese Erfahrung müssen junge Leute selbst machen.

    Noch eine persönliche Erinnerung: Ich sehe mich gerade mit 22 Jahren in der Zeit der Wende auf die Straße gehen und mit 23 Bündnis ’90 wählen. Die Wahlentscheidung im Jahr 1990 war im Grunde eine Entscheidung aus Idealismus. Heute würde ich niemals eine Stimme für die Grünen abgeben, weil ich gesehen habe, was sie in einer Regierung anrichten können …

    • @Stefanolix

      Ich interpretiere das anders. Kann sein, dass Sanders ein Populist ist, das weiß ich nicht. Er behauptet zumindest, gewisse linke Politik zu verfolgen. Offenbar ist zumindest seine Fassade etwas glaubwürdiger als die von Hillary. Hillary ist nämlich letztlich doch eine Vertreterin des „Großen Geldes“, dafür braucht es keine Verschwörungstheorie, man muss nur die Geldströme zur Kenntnis nehmen. Genau das werden ihr viele eher linksgesonnene Wähler übelnehmen und denen genügt es dann eben nicht, dass Hillary eine Frau ist und dass ihr Geschlecht schon eine hinreichende Garantie für eine eher links-liberale Politik sei.

      • Dass das weibliche Geschlecht kein Garant für eine eher »links-liberale« Politik ist, sollte schon lange widerlegt sein. Es gibt ja genügend Beispiele für konservative Politikerinnen.

        Ich sehe Hillary Clinton gar nicht primär als eine Vertreterin des »großen Geldes«. Sie ist eine Vertreterin der etablierten Politik und sie bringt eine Menge Widersprüche mit sich.

        Diese inneren Widersprüche sind eine weitere Erklärung für das oben gezeigte Ergebnis: Clinton hat sich z. B. lange gegen die Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen – erst sehr spät hat sie ihre Meinung geändert. Das verzeihen ältere Wählergruppen eher als junge Leute.

        • „Dass das weibliche Geschlecht kein Garant für eine eher »links-liberale« Politik ist, sollte schon lange widerlegt sein. Es gibt ja genügend Beispiele für konservative Politikerinnen.“

          Ja, richtig. Aber das interessiert Bekenntnis-Feministinnen meist wenig, befürchte ich. Sie wollen die Frau an der Spitze des Staates auch schon aus symbolischen Gründen. Zumindest interpretiere ich die tumblr-Kampagnen pro Clinton so. Die bleiben auch unter Feministinnen dort nicht unbestritten, muss man dazu sagen.

          Ich schätze mal, dass der Blickwinkel „Frauen für Hillary“ die zentralen Interessengegensätze verdeckt, um die es vielen Wählern gehen dürfte. Diese Gegensätze dürften sehr viel besser die Kandidatenpräferenzen erklären.

    • Sanders ist kein Populist. Er vertritt Positionen, die man in Deutschland von einen Sozialdemokraten erwarten würde und die wir hier in Europa tlws. als selbstverständlich voraussetzen.

      • Die politische Einordnung teile ich. Aber er ist trotzdem ein Populist, denn er vertritt im Gegensatz zum Rest die Interessen der breiten Bevölkerung. Der Skandal ist, dass die Interessen der breiten Bevölkerung zu vertreten in einer Demokratie anrüchig sein soll?

  3. Arne weißt heute auf einen erstaunlich sachlichen Beitrag in der ZEIT hin: Aus der Zeit gefallen

    Insbesondere jüngere Frauen finden es albern, wenn sie allein aufgrund des Geschlechts für Clinton stimmen sollen. So schrieb die Feministin Camille Paglia jüngst in einem Artikel auf dem Portal Salon, „der Feminismus der Hillary Clinton, der aus den 1960er Jahren stammt“, sei nicht mehr zeitgemäß. Junge Frauen, so Paglia, sähen sich nicht mehr als Opfer einer männlichen Machtstruktur. Sie wollten auch nicht vom Staat beschützt werden.

    Wie ihre männlichen Altersgenossen lassen sich die jungen Frauen in den USA lieber von der Aufbruchstimmung um Bernie Sanders anstecken. Das Versprechen des radikalen Wandels erscheint verlockender als das pragmatische Ringen mit den Institutionen, das Clinton pflegt.

  4. „Sie gehen anscheinend davon aus, dass ein Mann ihre Position wesentlich besser vertreten kann als eine Frau.“
    Nein. Sie gehen davon aus, dass DER männliche Bewerber ihre Interessen besser vertreten kann als „DIE“ Bewerberin. Das Geschlecht spielt, in den jüngeren Jahrgängen, eben keine dominante Rolle mehr.

    • @tom174

      Mir ging es eher um die dogmatische Sicht im feminismus: Frauen als Politiker bedeutet, dass Fraueninteressen berücksichtigt werden, Männer als Politiker bedeutet Patriarchat

      • Sanders ist ein human doing. Clinton ist ein human being.

        Sanders punktet mit seiner Haltung, Clinton damit das sie eine Frau ist.

        Und nicht vergessen: Es ist 2016.

        Feministinnen argumentieren hier mit ganz klassischen stereotypen. Und das beste: Dank ihrer unterkomplexen Erklärung der Welt anhand einer Kategorie (Geschlecht) verstehen sie nicht, dass Menschen eben Geschlecht ziemlich rille ist, wenn die Positionen nicht passen. Logisch das dann Frauen Sanders wählen, weil sie Jungs beeindrucken wollen. Diese doofen Puten eben, stützen das white male supremacy Patriarchat. Feministische frauen- und Männerbilder sind die schlimmsten die es gibt. „Aus der zeit gefallen“ iat dafür eine sehr diplomatische Formulierung…aber im Kern richtig: Feministinnen verstehen nicht die Welt und sehen nicht das sie längst überholt wurden. Die menschen sind viel weiter….

        • „Die menschen sind viel weiter….“

          Huch? Kommt hier Optimismus auf?

        • Doch, durchaus. Zeigt doch, dass feministische Positionen im wesentlichen von Frauen über 40 vertreten werden und vielleicht irgendwann aussterben(?).

        • „dass feministische Positionen im wesentlichen von Frauen über 40 vertreten werden“

          Das feministische Geheul an den Universitäten kommt aber von den unter 40-jährigen.

        • An den Unis schon, aber in der Gesellschaft als ganze nicht.

      • jo.. aber dem schliessen wir uns doch net an, oder?

  5. Das zeigt doch die unglaubliche Arroganz der feministischen Schlachtrösser: Frau zu sein ist Argument genug, jede Frau, die nicht mitmacht, ist eine Verräterin oder f*tzengesteuert und von Sinnen, wird aber schon wieder zu Verstand kommen. So wie die alle losgewiehert haben bei dem Höllenspruch, wäre das für mich schon Grund genug, jeden beliebigen anderen Kandidaten vorzuziehen.

  6. Na, es gibt ja bestimmt auch Männer, die Clinton wählen, weil sie hoffen, bei Frauen punkten zu können. Das gleicht sich insgesamt bestimmt aus.

  7. Dieses “Frauen sind unmündig” ist ein sehr fester Bestandteil feministischer Theorie

    Sind Männer denn mündiger in der Theorie?
    Letztlich werden die doch auch auch irgendwo neben Tieren angesiedelt: sie handeln nur aus Trieben heraus, weil sie „Angst haben“, „Unterwerfen wollen“, etc, aber es könnte doch alles so gut sein, wenn sie nur das licht sehen würden, und Eunuchen/Allies werden würden.

    Letztlich scheint mir der Feminismus hier nichts besonders zu sein. Er ist einfach radikalisiert genug, dass ein Irrtum ausgeschlossen wird, und es so keine Gegner, sondern nur noch Feinde geben kann.

    • @Keppla

      „Sind Männer denn mündiger in der Theorie?“

      Gute Frage! Letztendlich sind alle Spielball der Geschlechterrollen. Auf Männern wird nur eher die Last gelegt ihre Privilegien zu hinterfragen

    • Wenn Männer in der feministischen Theorie unmündig wären, würde es doch keinen Sinn machen, irgendwas von Männern zu fordern? Wie sollten sie sich denn ändern, wenn sie unmündig wären? Insbesondere aus „vernünftiger Einsicht“?

  8. Can’t stump the Trump.

    Ich hoffe aber, dass Clinton die Nominierung nicht bekommt. Das ist eine so unsympathische Lügnerin.

  9. Sanders ist ein alter, weisser heterosexueller (?) Mann. Im Doofiversum aka feministischen Universum der Prototyp des Reaktionärs, des Privilegienpenis, des Profiteurs aus dem Etablishement – doch oh weh, wieder einmal zerschellt die feministische Idiotie an der Wirklichkeit. Der alte, weisse Mann wird von den Jungen gewählt, weil er als fortschrittlich, als frisch und unverbraucht wahrgenommen wird. Und die feministische Trulla Clinton? Sie verkörpert genau das, was doch der alte weisse Mann im feministischen Doofiversum verkörpern sollte.

    Allein deswegen muss man Sanders einfach mögen!

  10. Clinton ist einfach das Establishment. Und deshalb wird Sanders nur als Garnierung für die Dem Partei interessant gemacht. Das soll Sanders alter ego auf der gop Seite, Trump, schwächen.
    Auf diese Weise steht Clinton als alternativlos da. Sie ist die Favoritin oder will jedenfalls so erscheinen.

  11. […] sich deswegen an”. Das ist ja ein alter feministischer Gedanke, der auch kürzlich von Gloria Steinem vorgebracht wurde. Es ist ein “der will sich ja nur beim Feind einschleimen und sich die […]


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