Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 6. Februar 2016

Heutige feministische Positionen sind in den allermeisten Fällen einfach auf Bestätigung von bereits Bekanntem angelegt.

Schoppe schreibt interessantes dazu, wie im Feminismus die Welt wahrgenommen wird:

Es hat schon einen guten Grund, warum Twitter DAS Medium des heutigen Feminismus ist: Alles, was sich nicht in 140 Zeichen sagen lässt, ist ohnehin irgendwie verdächtig.

Heutige feministische Positionen sind in den allermeisten Fällen einfach auf Bestätigung von bereits Bekanntem angelegt. Rape Culture? Feministisch ist es nicht, ernsthaft zu diskutieren, ob das ein angemessener Begriff ist – das allein wäre eigentlich schon im Ansatz Zeichen für einen „Masku-Troll“ oder „Antifem“. Feministisch ist es, die Wirklichkeit zu scannen, um Bestätigungen für das Konzept zu finden. Und so eine Bestätigung hat Roosh nun einmal geliefert.

Ein derart auf selbstbezügliche Bestätigung des Bekannten angelegtes System braucht keine langen Worte, sondern kann immer mit 140 Zeichen auskommen. „Denken“ heißt in diesem Kontext ja immer nur, erneut auf etwas zu verweisen, was eigentlich ohnehin schon alle wissen.

Wenn man aber schon alles durchschaut hat, dann kann übermäßiges Grübeln (d.h. zum Beispiel, einen Text von mehr als 140 Zeichen zu schreiben) nur in eine Abweichung von der Wahrheit führen, die man eigentlich schon erkannt hat. Das ist wohl auch ein Grund, warum etwa Wizorek bei Twitter sehr erfolgreich wurde, ihr Buch aber hauptsächlich von Gegnern gelesen wurde – ihre politischen Freunde wussten ja ohnehin immer schon, was drinsteht.

Daher ist es auch völlig sinnlos, die Welle stoppen zu wollen, die Roosh – sicherlich kalkuliert – losgetreten hat. Die Doppelbödigkeit einer Satire, die man nur verstehen kann, wenn man zwei verschiedene Gedanken gleichzeitig im Kopf haben kann: Die passt nicht zu einer Weltsicht, in der ein kurzer klarer Gedanke jederzeit ausreicht, um die Welt angemessen darzustellen

Bekanntlich fordern ja auch Feministinnen, dass sie nicht dauernd den Erklärbären spielen müssen, man möge einfach akzeptieren, dass sie Recht haben.

Hinzu kommt, dass IDPol und die Abwärtspirale „wer kämpft am deutlichsten für die Sache“ es gar nicht zulassen, dass man Grautöne wahrnimmt oder Wertungen widerspricht. Eine gute Feministin denkt nicht, sie akzeptiert, dass es eine Untat ist. Und das erst recht bei einer Satire.

Rechtfertigungen, die ich las waren:

  • Er hat jedenfalls etwas widerliches gesagt, also können wir auch dies über ihn sagen
  • Über so ein Thema kann man keine Satire machen, also ist es keine Satire
  • Mit so einem beschäftigt man sich nicht, man verurteilt ihn nicht
  • Er ist jedenfalls irgendwie für Vergewaltigung, also kann ich auch unter „make Rape legal“ vor ihm warnen
  • andere nehmen es vielleicht ernst, also kann man auch davor warnen
  • Es ist jedenfalls ein Skandal

In den Zeitungen haben teilweise auch Feministen darüber geschrieben. Ich kann verstehen, dass Zeitungen wenig Lust haben, sich gegen eine solche Massenpanik zu stellen. Keiner möchte in den Verdacht kommen einen Vergewaltiger oder jedenfalls einen Vergewaltigungsbefürworter zu schützen und dann einen Mob gegen sich zu haben. Auch wenn genau das aus meiner Sicht Aufgabe eines Journalisten ist, bevor er etwas wiedergibt, was falsch ist.

Schoppe hat jedenfalls Recht, wenn er davon ausgeht, dass der Feminismus gar nicht an einer Überprüfung interessiert ist. Wichtig ist nur, dass man etwas findet, an dem man seinen Kampf in der Sache darstellen kann. Man muss dazu auch gar nicht viel über die Sache wissen. Es ist erstaunlich, wie wenig Feministinnen teilweise über Feminismus wissen, es reicht ihnen dann anscheinend auch, wenn man sich eben über so etwas aufregen kann.

 

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Responses

  1. „Feministisch ist es, die Wirklichkeit zu scannen, um Bestätigungen für das Konzept zu finden.“

    So wie hier:

    http://dailycaller.com/2016/02/01/huffpo-contributor-cruzs-awkward-daughter-hug-example-of-rape-culture/

    ?

    • Irgendein Typ küsst ein Mädchen, obwohl es nicht geküsst werden will -> Rape culture.

      Millionen typen küssen Mädchen die nicht wollen nicht -> Feministische silence culture.

    • Wenn ein Teenager kein Küsschen von Mutti wollte, weil ihm das vor Freunden/Klassenkameraden zu peinlich war, war dass dann auch was mit „Rape Culture“?

      • Nein, aber Frauen nicht die gewünschte Zuneigung zu geben, wird als Gewalt gegenüber Frauen verstanden.

  2. Feministen nutzen Roosh ja nicht nur als Bestätigung ihrer „rape culture“-Theorie, sondern auch als Beweis dafür, dass alle MRA in Wirklichkeit Frauenfeinde und Vergewaltiger wären. Darum wird Roosh auch immer als MRA bezeichnet, obwohl Return of Kings und Roosh selber sich mehrmals deutlich gegen MRA ausgesprochen haben und Männerrechtler als „verweichlicht“ angriffen („I argued that the movement is made up of manginas who refuse to improve themselves.“).
    http://www.returnofkings.com/31590/5-reasons-i-am-not-a-mens-rights-activist
    http://www.returnofkings.com/7877/the-mens-rights-movement-is-no-place-for-men
    http://www.rooshv.com/the-mens-rights-movement-is-dead

    Das ist auch noch so eine Eigenschaft dieser feministischen Diskussionskultur, dass Verbindungen konstruiert werden die nicht existieren, nur zum das Feindbild aufrecht erhalten zu können. Wenn jemand es trotzdem anhand Quellen in 140 Zeichen schafft zu zeigen, dass diese Verbindungen nicht existieren wird man geblockt.

    • Wenn es darum geht das feministische Feinbild ‚Männerrechtler‘ gibt es keine Grenze der Absurdität. Hier z.B. sollen mit Hilfe von Comics MRAs als Frauenfeinde etabliert werden:

      Bor, Vater von Odin, der schon existierte bevor die Welt erschaffen wurde und alles nur aus Nebel, Eis, Feuer und die Leere bestand, eine zweifelsohne mächtige Person, hat es nötig sich für Männerrechte einzusetzen? L-O-L

      In Grunde hat das schon was von Highländer: Es darf nur einen geben, der sich für Gleichberechtigung einsetzt.

    • Solche Leute wie Teresa Bücker wissen ganz genau, was sie tun. Sie spricht von Diese Männerbewegung will Frauen unterwerfen“, um sich notfalls darauf zurückziehen zu können dass sie doch der primitiven Diffamierung Unschuldig sei, sie habe die spezielle Bewegung des PU gemeint. Aber selbst nur darauf bezogen wirft sie nur mit substanz- und faktenfreiem Dreck um sich.

      Roosh lacht sich derweil ins Fäustchen, weil seine Werbestategie genau sowas wollte.

      Der Verlust an Glaubwürdigkeit ist offenbar kein Preis, den solche Feministinnen einkalkulieren. Was aber eigentlich nicht verwundert, wenn auf Protektionismus gebaut wird.

  3. Also ich weiß nicht … Schoppe hat einen wichtigen Punkt erfaßt und analysiert. Aber es gibt ein Datum, daß wir nicht außer Acht lassen und erst recht nicht unterschätzen sollten: Viele Feministen sind einfach verdammt clever. Zumindest verbal sind sie ziemlich oben auf. Es muß also irgendwo etwas mehr dran sein, als was man mit gerade mal 140 Zeichen „aufschreien“ kann.

    Mag sein, daß viele der feministischen Mitläufer(innen) genau so ticken, wie Schoppe das beschreibt – aber viele ihrer Wortführerinnen haben deutlich mehr drauf.

    Jedenfalls ist die Männerbewegung gut beraten, mit der verbalen Überlegenheit des Feminismus zu rechnen. (Diese Überlegenheit hat natürlich verschiedene Gründe, angefangen schon mit dem Gender Empathy Gap …)

    Hier nur mal ein paar zufällige Beispiele. Gegen eine Vortrag von Hoff Sommers:

    „Free Speech means the government can’t censor you; it does NOT mean we have to tolerate your misogyny!“

    „It’s not censoreship, it’s human decency to RESPECT survivors and take a STAND against violence!“

    So, und da werden jetzt viele von Euch sagen: Das sind doch billige Sprüche – geradezu hirnlos. Ja, aber wirkungsvoll! Und warum kriegt die Männerbewegung nicht mal solche bescheidenen Sprüche hin?

    Also – es mag sein, daß das Aufschrei- und Bestätigungspotential des Feminismus sich in 140 Zeichen erschöpft, oder in bloßer Bekräftigung der offiziellen feministischen Doktrin. Doch die tägliche Agitation und Propaganda feministischer Gruppen und Institutionen ist weit komplexer und leider auch folgenreicher.

    Schoppe hat Recht: kritisches Denken gehört nicht dazu. Aber warum auch? Wenn ich Holz hacke, fange ich ja auch nicht an, kritisch zu werden …

  4. Das hier passt gut zum Thema:

    „It appears to me that women just hold opinions, and that they have these opinions because they feel intuitively correct, and if anybody presents them with evidence counter to what they feel to be correct, rather than accept the evidence presented to them and adopt a world view more aligned with reality, they lash out and refuse to internalise the uncomfortable truth.

    Women would appear prone to correcting emotional inconsistencies rather than logical ones, that is rather, women are better adapted to coping with things than understanding them. Of course woman can understand things, it would be idiotic to claim otherwise, but an underlying ability to understand does not always translate to a desire to understand. Generally, a woman won’t even make the attempt to understand something if she believes the truthfulness pertaining to it will upset her emotionally.

    In accordance with AWALT theory, I believe this to be true of all women but to differing frequencies, that is to say, some women are like this most of the time, whilst others are only some of the time. I’m not saying men are infallible and do not do blunder or even indulge in the exact same ignorance either, I believe they do, just with less frequency, reckless abandon and fervour than do women.

    http://illimitablemen.com/2016/02/01/the-myth-of-female-rationality-part-1/


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