Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 4. Februar 2016

„15 Gründe warum ich keine Feministin bin“

Eine interessante Auflistung von Gründen, warum Anna Senneff nicht Feministin sein will:

  1. Because I think that despite men having a more privileged role historically, men’s rights and issues are something we can’t ignore.
  2. Because I don’t want to identify with a cause that has built its foundation on the idea that as a woman, I am a victim.
  3. Because I don’t think I can affect real, lasting change while holding on to a victim complex and internalizing the idea that in this day and age, I am inherently disadvantaged everywhere I go and in everything I do.
  4. Because I don’t think trivial things like “cat-calling” and “slut-shaming” should be considered legitimate social issues.
  5. Because I think that young boys being abducted and forced to fight as child soldiers in Africa are equally as important as young girls being forced into arranged marriages in the Middle East.
  6. Because I’m pro-life.
  7. Because men and women are, in fact, very different, and “equal” doesn’t mean “identical.”
  8. Because I know the textbook definition of the word feminism, but rarely do I see it being lived out.
  9. Because it is wrong for me to claim that I am among the disadvantaged party in an advanced, affluent, first-world nation and to push for more privilege for myself.
  10. Because I won’t be told that I’m being mistreated and oppressed, when I’m not.
  11. Because this is the 21st century. Equality exists in this country, and women have taken advantage of it. I am grateful for the rights that historical feminism has granted me, but it’s run its course.
  12. Because I won’t perpetuate gender inequality by pretending it’s still as big of an issue as it was a hundred years ago.
  13. Because I shouldn’t have to constantly justify my decision to not identify as a feminist, and be insulted and looked down upon as a result.
  14. Because we can’t afford to divide the fight for social justice and equality on a basis of gender.
  15. Because injustice is something that reaches much, much further than male and female.

Abgesehen von Punkt sechs ja alles Punkte, denen man sich gut anschließen kann. Interessant auch Punkt 13. In gewisser Weise eine Abwandlung von „das ich mich rechtfertigen muss Feministin zu sein, macht deutlich, wie sehr wir Feminismus brauchen“. Wenn man es in der Richtung versteht, dass ihr die Bewegung eben zu aggressiv ist aber durchaus verständlich

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Responses

  1. […] “15 Gründe warum ich keine Feministin bin” https://allesevolution.wordpress.com/2016/02/04/15-gruende-warum-ich-keine-feministin-bin … […]

  2. „Abgesehen von Punkt sechs ja alles Punkte, denen man sich gut anschließen kann.“

    Nun, wem oder was man sich anschließen kann, hängt davon ab, wer oder was man ist. Die Liste ist nicht spektakulär, aber es tut immer wieder gut zu lesen, dass es auch Frauen gibt, die sich von dieser Ideologie — gerade auch aus Gerechtigkeitsgründen — abgestoßen fühlen.

  3. „Because I think that despite men having a more privileged role historically, men’s rights and issues are something we can’t ignore.“

    Offensichtlich geht sie davon aus, daß MRA und Feminismus für Feministen nicht kompatibel sind. Schade, daß hier die Begründung fehlt.

    „Because I’m pro-life.“
    Und sie glaubt, daß man als Abtreibungsgegenerin keine Feministin sein könnte – das ist doch mal ein wirklich interessanter Punkt, denn bei Abtreibung haben die Frauen eben durchgesetzt, daß ihre Gestaltungsrechte und ihre Sexualität wichtiger sind, als das Recht des Kindes zu leben und wichtiger als Recht des Vaters auf sein ungeborenes Kind.

    Ist also ein typischer Fall einer rechtlich realisierten Werthierarchie von (positiven und negativen) Freiheitsrechten.

    Man kann imho den Feminismus nicht dadurch charakterisieren, daß er für das Abtreibungsrecht ist. Aber man kann ihn sehr wohl daran identifizieren, mit welchen Argumenten er damals die Schlacht um §218 geführt und gewonnen hat, denn das verrät seine wahren Werte – die er ja ansonsten gerne vertuscht.

    Wann wird sich die Männer-filter-bubble damit auseinandersetzen?

    • @elmar

      „Wann wird sich die Männer-filter-bubble damit auseinandersetzen?“

      Wenn du willst, dass dazu was geschrieben wird, weil du es wichtig findest, dann mach das doch einfach.
      Dich interessieren anscheinend bestimmte Themen und du scheinst zu erwarten, dass sie andere dann auch für wichtig halten und es ein versäumnis ist, wenn sie das nicht so sehen.

      Gerade bei Abtreibung muss man bedenken, dass dies eine sehr amerikanische Position ist. Hier in Deutschland ist das Recht abseits einiger religiöser Spinner recht akzeptiert.

      Die Diskussion wird in Amerika durch das faktische zwei parteien system zugespitzt, das die Gegensätze deutlicher macht. Die Republikaner stehen noch mehr für Religion, konservative Geschlechterrollen und „pro Life“, all das sind positionen, die die meisten Feministen ablehnen.

      Deine Ansicht geht schon wieder in diese „die müssten als Block dies und das vertreten“. Die Meinungen im Feminismus sind bunt. Der Feminismus in der Abtreibungsschlacht war ein Beauvoir/Dorkins etc Feminismus, der heutige baut auf anderen Grundlagen auf. Er muss sich nicht per se alte Argumente entgegenhalten und kann neue Positionen entwickeln – eine heutige intersektionale Feministin damit zu erschrecken, dass sie etwas anderes als damalige Feministinnen, Schwarzer gar, vertritt, ist kaum möglich, da sie den damaligen und Schwarzers Ansatz für falsch und diese für eine Rassistin hält.

      • @EvoChris

        „Wenn du willst, dass dazu was geschrieben wird, weil du es wichtig findest, dann mach das doch einfach.“

        Ich wußte, daß du das sagen würdest.

        • @elmar

          Ist auch nicht schwer: Ich sage es jedesmal, wenn du verlangst, dass etwas so geschrieben wirst, wie du es für wichtig erachtest.

        • Ja, sicher – du mußt immer das letzte Wort haben. Meinst du, dir fällt der Schwanz ab, wenn es mal nicht so ist?

          Mir reicht es, jetzt den öffentlichen Beleg zu haben, daß du das Thema für unwichtig hälst.

          Ich halte das für wichtig. Und du glaubst im Ernst, daß ich ein wichtige Thema einer Null wie dir überlasse?

          Oh je …. viel Spaß noch.

        • @elmar

          „Ich halte das für wichtig. Und du glaubst im Ernst, daß ich ein wichtige Thema einer Null wie dir überlasse?“

          Anscheinend willst du immer das andere dazu schreiben. Dann mach das doch einfach. Die Abtreibungsdiskussion erscheint mir für Deutschland schon recht erledigt.

          Meine Position dazu findet sich hier:
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/06/07/meine-position-zur-abtreibung/

          Ich sehe ein Recht darauf, dass die Frau sich für eine Abtreibung entscheiden darf, durchaus auch als Männerrecht.

        • „Die Abtreibungsdiskussion erscheint mir für Deutschland schon recht erledigt.“

          „Ich sehe ein Recht darauf, dass die Frau sich für eine Abtreibung entscheiden darf, durchaus auch als Männerrecht.“

          Ich hab das gespeichert.

        • @elmar

          Steht auch in dem verlinkten Artikel so noch einmal in lang, falls du das auch speichern möchtest

        • @ Christian
          Deine Begründung impliziert allerdings eine Pflicht zur Abtreibung, wenn Mann das Kind nicht will. Faktisch obliegt diese Entscheidung allein der Frau. Ein Mann kann nur hoffen, dass Frau sich so entscheidet, wie er es möchte.

        • Nein, das impliziert sie nicht.

        • Doch, irgendwie schon.

      • Und du glaubst im Ernst, daß ich ein wichtige Thema einer Null wie dir überlasse?

        Stereotype Stereotype wohin mann blickt 🙂

  4. Viele der Argumente könnte man genauso auch anführen als Begründung, warum man Feministin ist.

    • @miria

      Kannst du das ausführen?
      Wobei es ja immer die Frage ist, was man unter Feminismus versteht.
      Moderner Feminismus a la intersektionaler Genderfeminismus oder für Gleichberechtigung sein

      • Nr. 7. Gerade vom Feminismus her wird ja auch versucht, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mann und Frau einzugehen.

        Nr. 8 Weil ich weiß, was die Definition von Feminismus ist und sehe, wie sehr das öffentliche Bild von Radikalen geprägt wird, finde ich es wichtig, dem was entgegenzusetzen!

        Nr. 10 Ich möchte auch nicht, dass andere für mich statt mit mir sprechen und beispielsweise sagen, mit geht es schlecht, weil ich eine Frau bin. Feministin zu sein, bedeutet auch, selbst zu sagen, was einen tatsächlich bewegt und nicht andere für sich sprechen zu lassen, sondern zu widersprechen.

        Nr. 11 Natürlich genau dann, wenn man dankbar ist dafür, was der Feminismus erreicht hat, sollte man nicht tatenlos zusehen, wie dies wieder verloren geht.

        Nr. 12 Bestimmt keine Feministin will die Ungleichheit der Geschlechter bestärken, indem sie darauf aufmerksam macht, dass diese existiert.
        Aber ich habe auch das Gefühl, die unterscheidet hier nicht zwischen Sex und Gender…

        Nur mal ein paar Beispiele.
        Aber insgesamt habe ich das Gefühl, die arbeitet sich an einem Feindbild Feministin ab, welches in erster Linie aus Vorurteilen gespeist wurde.

    • Nein, könnte man nicht.

    • Kommt halt ganz drauf an, was man unter ‚Feministin‘ versteht. Das was man in Annas Gegend als Feministin betrachtet, ist halt mit den 15 Punkten nicht so kompatibel.

    • Ich sehe gerade nicht wie das gehen könnte.

    • Viele der Argumente könnte man genauso auch anführen als Begründung, warum man Feministin ist.

      Hmm, hmmm, hmmmm NEIN!

  5. Zu Punkt 6 zwei Gedanken:

    Als Antifeminist kann ich sehr wohl ‚Pro-Choice‘ sein. Ich sehe keinen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen Antifeminismus und der Forderung nach Verschärfung von Abtreibungsrechten. Als Antifeminist bin ich so u.a. gegen Männerbenachteiligung. Inwieweit würde es Männerbenachteiligungen abbauen wenn Abtreibung erschwert würde?

    Einer der gruseligsten Sätze die ein junger Mann hören kann ist „Ich bin schwanger“. Somit ist der freie Zugang zu Abtreibungen auch erstmal im Sinne von uns Männern. (daß umgekehrt wir Männer kein Mitspracherecht haben ob eine Frau sich für oder gegen ein Kind entscheidet hat nichts mit dem Thema zu tun, das ist ein anderes Problem, und Erschwerung von Abtreibungen würde hier nichts ändern.)

    Und in dem Zusammenhang erinnere ich mich grob, daß mal in den USA eine Studie durchgeführt wurde wie denn genau die Demographie von ‚Pro-Life‘ zu ‚Pro-Choice‘ strukturiert ist.

    Das Ergebnis war sehr aufschlussreich (alles aus dem Gedächnis rekonstruiert, habe auf die Schnelle keinen Link). Die jungen und mittelalten Männer waren nach der Studie mehrheitlich ‚Pro-Choice‘. Erst die älteren Männer werden dann mehrheitlich ‚Pro-Life‘, aber was noch viel wichtiger ist: Die demographische Gruppe die am stärksten ‚Pro-Life‘ ist sind die älteren Frauen. Sieht man auch sofort wenn man nach Bildern von Protesten vor Abtreibungskliniken googelt. Hauptsächlich ältere Frauen, die hysterische Vorstellungen von ‚zerstückelten Babies‘ haben.

    Soviel also zur feministischen Behauptung „könnten Männer schwanger werden wäre Abtreibung schon längst legal“. Die Abtreibungsfrage ist KEIN Geschlechterthema, sondern erstmal ein Konfliktthema zwischen den Generationen (was natürlich auch mit politisch progressiv – konservativ sehr stark korreliert ist), aber in allererster Linie ist es ein inner-weiblicher Konflikt, und zwar zwischen den jungen Frauen und deren Müttern und Großmüttern.

    • „Die Abtreibungsfrage ist KEIN Geschlechterthema, sondern erstmal ein Konfliktthema zwischen den Generationen (was natürlich auch mit politisch progressiv – konservativ sehr stark korreliert ist), aber in allererster Linie ist es ein inner-weiblicher Konflikt, und zwar zwischen den jungen Frauen und deren Müttern und Großmüttern.“

      Ah, das ist interessant, danke.

  6. Ich stimme dem meisten zu. Das Meiste deckt sich mit meiner Beobachtung, dass moderner Feminismus Klientelpolitik ist, und Feministinnen quasi Freiheit ohne Verantwortung haben wollen. (Und das de Facto auf Freiheit vor jeglicher Konsequenz hinaus läuft.)

  7. Und zum Thema Slut Shaming. Die Feministinnen, die das stört, beschweren sich wahrscheinlich selbst, wenn Männer so ein Verhalten an den Tag legen.

  8. Nochwas zum Thema Slut Shaming. Ich hab da früher anders gedacht, aber Ich denke, Männern und Frauen sollte es nicht darum gehen, Sinnlos durch die Gegend zu Vögeln und möglichst viele Partner zu kriegen. In der Liebe sollte es um Beziehungen gehen.

    Wir menschen sind keine triebgesteuerten Tiere, sondern Geistwesen, und wir sollten uns eigentlich nicht zu Tieren erniedrigen.

    Deshalb ist Slut Shaming von moralischer Seite sogar berechtigt und die Tatsache, dass es als Cool gilt, möglichst viele Partner gehabt zu haben, anstatt eine stabile Beziehung gehabt zu haben, beweist nur, dass unsere Gesellschaft vollkommen moralisch verkommen ist.

    • Wie sagte Nietzsche so schön: „Dein Geist wird eher tot sein als dein Leib.“

    • „Wir menschen sind keine triebgesteuerten Tiere, sondern Geistwesen, und wir sollten uns eigentlich nicht zu Tieren erniedrigen.“

      Gewagte These, zumal in einem Evolutionsblog.

      Wie kommst du denn auf die Idee, du stündest über den Tieren?

      Hier noch ein Beispiel eines Geistwesens:

    • @michael

      „Wir menschen sind keine triebgesteuerten Tiere, sondern Geistwesen, und wir sollten uns eigentlich nicht zu Tieren erniedrigen.“

      Klar sind wir Tiere, wir werden nach wie vor stark durch unsere Biologie geprägt.

      • Ich hab nicht bestritten, dass die Biologie einen sehr großen Einfluss auf uns hat. Was Ich sagen wollte ist, wir sind mehr als Biologie.

        • „Ich sagen wollte ist, wir sind mehr als Biologie.“

          Beim Sex?
          Auf welche Weise setzen wir uns denn da ab? Deklamieren wir Kant beim Vögeln, oder sollten wir unsere Partnerin beim Stoßen mit geistreichen Anmerkungen zum Surrealismus des Salvatore Dali unterhalten?

        • Ich hab nicht bestritten, dass die Biologie einen sehr großen Einfluss auf uns hat. Was Ich sagen wollte ist, wir sind mehr als Biologie.

          Die Tragik ist, das das stimmt zwar, aber für ein Geschlecht mehr als für das Andere.

          Versuch mal mit Frauen zu philosophieren, seeehr interessant in vielen Fällen.

    • Du möchtest also ernsthaft erwachsenen Menschen vorschreiben, was sie mit ihrem eigenen Körper zu tun und zu lassen haben, damit sie deinen moralischen Wertungen genügen.

      Wir menschen sind keine triebgesteuerten Tiere, sondern Geistwesen, und wir sollten uns eigentlich nicht zu Tieren erniedrigen.

      Wir Menschen sind hochentwickelte Tiere.
      Was hat Sex mit Erniedrigung zu tun? Sex ist animalisch. Pure Biologie. Völlig natürlich und wunderschön.

      • Pfui…
        Liberale Schlampe…

        Die menschliche Sexualität muss genau gesellschaftlich reglementiert und überwacht werden.
        Denkt an die Moral… die sittlichen Werte… und natürlich an die KINDER!
        Sonst führt dies nicht nur zum Untergang des Abendlandes, sondern der gesamten menschlichen Zivilisation!
        Isso!
        Hat sich bekanntlich super bewährt….
        Und die Ländereien, die sowas heute noch durchsetzen (wollen), sind ja auch super bekannt für ihre Gleichberechtigung, zwischenmenschliche Wärme, gesellschaftlichen Zusammenhalt und allgemeine Lebensqualität….

        (Disclaimer: Kann Spuren von Ironie enthalten)

        Nix für ungut
        Mike
        (Liberaler Schlamper 🙂 )

      • „Du möchtest also ernsthaft erwachsenen Menschen vorschreiben, was sie mit ihrem eigenen Körper zu tun und zu lassen haben“

        komme jetzt nicht ganz mit, geht’s hier um Abtreibung ?

        Das Kind ist nicht Bestandteil deines Körpers, sondern ein eigenes Wesen das in dir wächst. Aber da haben ja viele Frauen ein Verständnisproblem mit.

        • Das Schöne ist ja, dass es immer nur dann der eigene Körper ist, wenn es um die Durchsetzung eigener Entscheidungen geht und immer dann ein gemeinsames Kind darstellt, wenn es um Verpflichtungen des Mannes geht. Wenn man der Frau die alleinige Entscheidungsbefugnis über ihren Körper zugestehen möchte und damit ihre Interesse über das Leben des Kindes und die Interessen aller anderen, dann wäre es wenigstens logisch und konsequent, wenn die Frau auch die alleinige Verantwortung für ihr Tun, ihre Entscheidung und ihren Körper zu tragen hat.

        • Nein, es geht schlicht um Sex. Wie oft? Mit wem? Welche Praktiken? Wo? ..
          Das geht niemand anderen etwas an als die Beteiligten.

          Wie kommst du auf Abtreibung? Das „eigene Wesen“ ist anfangs nur ein Zellhaufen ohne Nervensystem und Bewusstsein.

    • „aber Ich denke, Männern und Frauen sollte es nicht darum gehen, Sinnlos durch die Gegend zu Vögeln und möglichst viele Partner zu kriegen.“

      Jeder wie er mag. Scheiß Liberalismus, ich weiß 🙂

      „In der Liebe sollte es um Beziehungen gehen.“

      Liebe und Vögeln ist nicht das gleiche.

      „Wir menschen sind keine triebgesteuerten Tiere, sondern Geistwesen, und wir sollten uns eigentlich nicht zu Tieren erniedrigen.“

      Wir Menschen sind sowohl triebgesteuert, als auch Tiere.

      „Deshalb ist Slut Shaming von moralischer Seite sogar berechtigt und die Tatsache, dass es als Cool gilt, möglichst viele Partner gehabt zu haben, anstatt eine stabile Beziehung gehabt zu haben, beweist nur, dass unsere Gesellschaft vollkommen moralisch verkommen ist.“

      Wieso ist es moralischer, eine stabile Beziehung zu führen als mehrere Partner gehabt zu haben?

      • „Wieso ist es moralischer, eine stabile Beziehung zu führen als mehrere Partner gehabt zu haben?“

        Und wenn es moralischer ist, ab welcher Zahl von Partnern?

        • @Carnofis

          Ich denke nicht, dass es moralischer ist, weniger Partner/innen gehabt zu haben, nur existiert ein Zusammenhang zwischen Anzahl der Sexualpartner vor einer langfristigen Beziehung und Beziehungsdauer dieser Beziehung.

          Was nicht unbedingt mit Untreue *in* der Beziehung (serielle Monogamie) zu tun hat das (evtl.) promiskuitive Sexualverhalten findet in der Regel *zwischen* den einzelnen Beziehungen statt.
          Und in der Regel haben Frauen Anfang bis Mitte 20 mehr Sexualpartner gehabt als gleich alte junge Männer (und auch mehr Beziehungen).

          Auffällig ist, dass die *Durchschnittsdauer* einer Beziehung sinkt. Da sich das Durchschnittsalter bei einer Eheschließung jedoch permanent nach oben bewegt heißt das, es werden Ehen geschlossen von Menschen, die keine Erfahrung haben mit einer langfristigen Beziehung.
          Damit meine ich einen Zeitraum über 3 Jahre.
          Ich halte es für realistisch anzunehmen, dass jenseits dieser Zeit die Beziehung nicht mehr nur aus den Vorerfahrungen und Vorkenntnissen der Einzelpersonen existieren kann, sich demnach als *Beziehung* neu definieren muss.

          Wenn man als Mensch mit 30 Jahren jedoch als Vorerfahrung 8 Beziehungen a 1-3 Jahren einzubringen hat und 15 Sexualpartner/innen, dann halte ich es für gewagt anzunehmen, eine *dann* angestrebte langfristige Beziehung wird lange halten.

          Ich verdamme diese Erfahrung nicht als unmoralisch, sondern die individuelle Erwartung, mit dieser Form von Beziehungserfahrung würde man eine langfristige Beziehung bewältigen können, ohne sich radikal ändern zu müssen, halte ich für unrealistisch.

          Und niemand vermittelt m.E., eine langfristige Beziehung ist eine (individuelle) Herausforderung, sondern es wird die kitschige Illusion genährt, beim Zusammentreffen von „soul mates“ würde sich das Problem in Luft auflösen.
          Man müsse eben nur den oder die „Richtige, Richtigen“ treffen – das ist *auch* „oneitis“.

          Was wiederum die Tendenz verstärkt, subjektiv wahrzunehmen, Beziehungsprobleme lägen darin begründet, eben den oder die Richtige(n) noch nicht gefunden zu haben.
          Und anders herum: das Beziehungsproblem läge begründet in der Wahl des Partners, der Partnerin und hätte keine Ursache im eigenen Verhalten oder Bewusstsein.
          Das wiederum verhindert die Einsicht, die einzige Konstante in einer Reihe gescheiterter Beziehungen ist man immer *selbst*.

          Ich glaube, Frauen wird eine solche Einsicht noch erschwert, weil der feministische Ausredenkalender beliebig viele Variationen anbietet, dem Ex-Partner die Schuld zu geben.
          Zudem ist „soul mate“ m.E. auch nichts anderes, als eine Rationalisierung (bzw. emotionalisierte Rationalisierung) weiblicher Hypergamie.

          Bin mal gespannt, wie sich das weiterentwickelt…

          Gruß, crumar

        • Du bringst sehr gute Punkte. Aber

          Zudem ist “soul mate” m.E. auch nichts anderes, als eine Rationalisierung (bzw. emotionalisierte Rationalisierung) weiblicher Hypergamie.

          ist unpräzise. Es ist vielleicht eine Folge weiblicher Hypergamie, wenn die früheren Beziehungen deswegen nicht halten. Aber da bin ich nicht mal sicher auf wie viele das überhaupt zutrifft.

          „Soul Mate“ ist eine männliche Rationalisierung der Hoffnung auf „das Gute in der Liebe“. Oder auch einfach nur die Geisteskrankheit Oneitis.

          Das Problem mit „vielen Sexualpartnern“ ist, dass Sex immer auch ein Cocktail an aufregenden Hormonen ist, der Bindungstendenzen auslöst. Solange das eigene Gehirn diesen Cocktail nur mit einer Person identifiziert, wirkt er natürlich sehr stark bindend. Je mehr aber das Gehirn lernt, dass dieser Cocktail vom Sex kommt und sehr unabhängig vom jeweiligen Partner zu bekommen ist, umso schwächer ist die hormonelle Bindungstendenz.

          Und meistens führen schlechte Erfahrungen auch dazu, dass man vorsichtiger wird, weniger investiert. Nicht „all in“ geht. Und hier kommt der Geschlechterunterschied ins Spiel: Ein Mann, der die Dinge unter Kontrolle behält und nicht zu viel investiert, ist sexy. Bei so einem Mann muss Frau kämpfen, magic female superpowers benutzen. Und er kann immer noch eine Beziehung führen, wenn er das vernünftig und seinen Interessen entsprechend findet. Aber eine Frau, die keine Gefühle investiert, ist unsexy. Sie mag noch einen Körper haben, der sie fickenswert macht, aber sonst eben nichts. Warum sollte man da bleiben, wenn sie alt wird?

        • @lh

          “Soul Mate” ist eine männliche Rationalisierung der Hoffnung auf “das Gute in der Liebe”. Oder auch einfach nur die Geisteskrankheit Oneitis.“

          Ich denke, viele Männer externalisieren *ihren* Sinn für das Leben in großem Maße auf die Beziehung, Familie und Kinder.
          Weshalb gerade nach einer Scheidung diese Männer extrem leiden; depressiv werden, viele begehen Selbstmord.
          Es kracht das gesamte Sinngefüge zusammen, weil es Männern oft nicht gelingt, bzw. gelungen ist, dies *für sich selbst* zu entwerfen.

          Um deinen später verwendeten Begriff zu verwenden, handelte es sich also um ein faktisches „all in“ von Anfang an und dies ist m.E. Bestandteil von Männlichkeit und männlicher Rolle.
          Männliche Selbstlosigkeit.
          Männliche Selbstbezüglichkeit und ein gesunder männlicher Egoismus hingegen sind nicht umsonst seit langer Zeit Angriffsziel von gesellschaftlichen und feministischen shaming-Taktiken.
          Wie du bestimmt schon vermutete hast, sehe ich voriges eher kritisch.

          Denn so umgeht ein Mann natürlich Fragen, die nur selber beantwortet werden können. Bspw.: „Was macht *mich* glücklich im Leben?“, „Was will ich *für mich* in meinem eigenen Leben erreichen?“ „Mit was bin ich unzufrieden in meinem Leben?“ „Wie kann ich das ändern?“

          Man kann dann die Suche nach „das Gute in der Liebe“ auch verstehen als Flucht vor diesen Fragen und deren Konsequenzen, insofern „Liebe“ als etwas vorgestellt wird, was außerhalb der Beteiligten liegt und ihrem Tun liegt („lieben“).
          In diesem Fall gerät die Suche nach der Liebe „an sich“ in meinen Augen zur Suche nach dem „geliebt werden“, es bekommt den Beigeschmack der Suche nach Erlösung.

          D.h. wenn der oben genannte erste Punkt für einen Mann scheitert, was du als „schlechte Erfahrung“ charakterisierst, dann wäre zu wünschen, es schlössen sich die oben genannten Fragen an, die selber zu beantworten sind und man ginge nicht weiter auf die Suche nach dem heiligen Gral. 😉

          „Das Problem mit “vielen Sexualpartnern” ist, dass Sex immer auch ein Cocktail an aufregenden Hormonen ist, der Bindungstendenzen auslöst. Solange das eigene Gehirn diesen Cocktail nur mit einer Person identifiziert, wirkt er natürlich sehr stark bindend. Je mehr aber das Gehirn lernt, dass dieser Cocktail vom Sex kommt und sehr unabhängig vom jeweiligen Partner zu bekommen ist, umso schwächer ist die hormonelle Bindungstendenz.“

          Biologisch einwandfrei geschildert und es gibt immer mehr Mutmaßungen darüber, Menschen sind (biologisch) einfach nicht für die Monogamie geschaffen.
          Ich glaube aber nicht, dass 50 Mal ONS identisch ist mit dem Sex, den man *entwickeln* kann, wenn man diesen mit einer einzigen Person hat. Es dauert m.E. wesentlich länger als eine Nacht um auszuloten, was gemeinsamen Sex spektakulär macht oder machen kann (inkl. Kinderwunsch).
          Sex – als gemeinsames Spiel und Vergnügen – ist eine Kulturtechnik, die gemeinsam erlernt wird.
          Was an einem anderen Menschen anziehend wirkt oder ihn anziehend macht ist m.E. multifaktoriell und lässt sich nicht auf die Bindungstendenzen ausgelöst von Hormonen reduzieren.

          „Ein Mann, der die Dinge unter Kontrolle behält und nicht zu viel investiert, ist sexy. Bei so einem Mann muss Frau kämpfen, magic female superpowers benutzen.“

          Ahh, Rollo Tomassi und das „game“! 😉
          „You get what you give.“, möchte ich da entgegnen.

          Wer emotional nicht zu viel investieren möchte weil er der Meinung ist, nur wer die Beziehung demonstrativ weniger braucht hat die bestimmende Rolle in der Beziehung, der bekommt auch so eine.

          Logischerweise ist demnach „eine Frau, die keine Gefühle investiert, (…) unsexy“.
          *Irgendwer* muss die nämlich investieren, denn sonst wäre es *keine* Beziehung.
          „Sexyness“ wäre damit eine Umschreibung von „Blödheit“ und weiblichem Unvermögen, auf eine emotionale Wechselseitigkeit in einer Beziehung zu bestehen.

          Das ganze Modell ist traditionell – wer´s mag – es ist aber auch entschieden feige und opportunistisch.
          Es gibt eine ganze Menge Konflikte in jeder Beziehung über (Berechtigung usw.) Gefühle, wer sich diesen nicht stellen will, kann sich natürlich damit herausreden, dies verschaffe ihm eine „Kontrolle“.
          Faktisch wird einer Frau damit ein Anlass gegeben, männliche Gefühle noch nicht einmal zu durchdenken.
          Geschweige denn, es gäbe einen Verschränkung und einen Perspektivwechsel.
          D.h. *sie* kontrolliert „die Gefühle“ in dieser Beziehung – es gibt nämlich dominant *nur ihre*.

          Das gesamte Konzept halte ich für einen Blindgänger und eine Falle für Männer.

          Gruß, crumar

    • Deine Ansicht ist Quatsch, Quatscher, am Quatschesten.

      Frisch aus der Mottenkiste der 50ger!

  9. Heiraten ist genauso schlimm wie in den Krieg zu ziehen. Genau!

  10. Zum pro-life-Argument: es gibt Länder, da werden Mädchen abgetrieben, weil sie Mädchen sind. Das gilt als humaner, als sie nach der Geburt zu ersticken. Sexistisch ist es trotzdem.


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