Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 31. Januar 2016

„Ich habe das Recht nicht belästigt zu werden“

In einer Diskussion oder einem Blogbeitrag, ganz sicher wo bin ich mir nicht mehr, meinte eine Feministin, dass sie das Recht darauf hätte nicht belästigt zu werden.

Sie hielt mir vor, dass es ca 8.000 Vergewaltigungen pro Jahr in Deutschland gäbe. Ich erwiderte, dass auf 42 Millionen Frauen gerechnet ja nur eine relative Zahl sei.

Was mich zu der Frage brachte, ab welcher Zahl von Vergewaltigungen, aber welchem Grad von Sicherheit denn ein gewisses Sicherheitsgefühl vorhanden wäre.

Kann man Null verlangen? Es ist aus meiner Sicht eine Zahl, die nicht erreichbar ist. Selbst wenn man alle Männer täglich in ein feministisch geführtes Privilegienhinterfragungs- und allgemeines „Teach Men not to rape“ Seminar schicken würde, wären noch ein paar Verrückte da, an denen das vollkommen vorbeigehen würde, die vielleicht sogar eher auf Ideen gebracht werden würden.

Sicherheit ist in der heutigen Zeit im wesentlichen etwas, bei dem man die Balance zwischen den Rechten des Einzelnen und dem Schutz der Allgemeinheit finden muss. Man kann jeden Mensch mit einem Mikrochip ausstatten, der seinen Aufenthaltsort weitergibt, seine Biofunktionen überwacht oder ihm eine Stirnbandkamera oder ein Google-Glas mit automatischer Aufzeichnung und Einsichtrecht der Polizei umschnallen. Oder man schafft die lästige Unschuldsvermutung in dem Bereich ab. Aber hat dann eben Unschuldige im Gefängnis und keinen Schutz gegen staatliche Willkür mehr.

So würde sicherlich einiges mehr aufklärbar und anzeigbar sein. Aber es geht eben gleichfalls in den privaten Bereich.

Auf dieser Idee aufbauend hat natürlich jeder das Recht, nicht belästigt zu werden. Aber ob man dieses umsetzen kann ist eben eine andere Frage. Das ist bei anderen Rechten nicht anders: Man hat beispielsweise das Eigentumsrecht. Dennoch gibt es Diebe oder Leute, die einen anderweitig um sein Eigentum bringen wollen.

Demnach muss man sich, wenn man sich über Zahlen aufregt, zunächst die folgenden Fragen stellen:

  • Sind die Zahlen relativ gesehen hoch?
  • Wie könnte man die Zahlen niedriger ausfallen lassen und ist das tatsächlich ein wirksames Mittel bzw. stehen die dafür aufgegebenen Rechte im Verhältnis zu dem, was man dafür bekommt?

Der Radikalfeministische Standpunkt wäre wohl „wenn wir keine Rape Culture mehr sind, wenn das Patriarchat besiegt ist, dann geht es zwischen den Geschlechtern ja nicht mehr um Machtfragen, also muss auch niemand mehr sexualisierte Gewalt ausüben, kurz: Es muss einfach jeder Feminist sein, Problem gelöst.“

Meiner Meinung nach handelt es sich nicht um ein wirksames Mittel. Die Interessenlagen würden nach wie vor so bestehen, dass viele Frauen es zu mühsam finden, so etwas anzuzeigen und demnach würden es einige Männer für eine potentielle Strategie halten.

Man kommt insofern wohl dann nicht an einem Überwachungsstaat vorbei, wenn man massiv absenken will.


Responses

  1. Was genau ist „sexualisierte Gewalt“?

    • Google kennst du? Hatte sich problemlos hier her gebracht‘

      https://de.m.wikipedia.org/wiki/Sexualisierte_Gewalt

      • Verstehe … „sexualiesiert“ ist eigentlich Macht und der Unsinn hat nix mit Sex zu tun.

        Nebenbei, was verstehen denn die Kommentierenden so unter dem Unsinnsbegriff?

        Ist die kindesschlagende Mutter etwa nur sexualisierte Gewalttäterin wenn sie ihren Sohn schlägt?

        • Ist die kindesschlagende Mutter etwa nur sexualisierte Gewalttäterin wenn sie ihren Sohn schlägt?

          So lange dabei und Nix gelernt…

          Nein, weil Patriarchat. Gewalt ist in so einem Fall Empowerment.

        • Ich verlange Schutz vor Empowerment!

  2. Tja, ich hatte als Kind auch das Recht nicht geschlagen zu werden. Wurde von meiner Mutter ignoriert.

    http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/gewalt/kindesmisshandlung/fakten.html

    Zitat: „Die Polizeiliche Kriminalstatistik verzeichnet für das Jahr 2014 3.649 Fälle von Kindesmisshandlung (§ 225 StGB). Insgesamt gab es 4.233 Opfer, 57,0 Prozent davon waren männlich, 43,0 Prozent weiblich.“

    Da hilft nur eins: Es müssen alle Frauen in “Teach women not to beat” Seminare geschickt werden.

    • Dann sollten wohl alle Eltern in diese Kurse. Zitat von ebenda: Als Täter von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung treten Frauen und Männer etwa gleich häufig in Erscheinung.

      Aber ich verstehe Dich sehr gut. In der Zeit meiner Kindheit (in den 1970er Jahren) war das Schlagen von Kindern noch wesentlich häufiger als heute. Ich habe das oft am eigenen Leib gespürt.

      • Als Täter von Kindesmisshandlung und -vernachlässigung treten Frauen und Männer etwa gleich häufig in Erscheinung.

        Stellt sich nur noch die Frage wie viel Gewalt von Müttern an die Väter ausgelagert wird.

        „Warte bis dein Vater Zuhause ist!“, haben mit Sicherheit nicht wenige in ihrer Jugend gehört. Das entschuldigt natürlich nicht. Der Aspekt selbst wird in der Diskussion nur viel zu wenig beachtet.

      • „Kindesmisshandlung und -vernachlässigung treten Frauen und Männer etwa gleich häufig in Erscheinung.“

        Komisch, dass hatte ich bisher anders in Erinnerung:

        So finden sich nach Saimeh (2010) in der Gruppe der unter 30jährigen Täter zu 55% Frauen. Dies ändert sich nach Saimeh jedoch mit zunehmendem Alter der Opfer, denn bei einem Alter des Opfers von über 15 Jahren stellen Männer in 91,7% der Fälle die Täter dar, wobei die Verletzungsgefahr mit zunehmenden Alter des Opfers sinkt. Schwere Gewalt gegen Kinder – und zwar von der Kindesmisshandlung bis zur Kindstötung – wird als typisch weibliches Gewaltdelikt bezeichnet und ist besonders signifikant bei jungen Müttern zu beobachten (Saimeh 2010, S. 61f).

        http://www.kriminalpolizei.de/themen/wissenschaft-und-forschung/detailansicht-wissenschaft-und-forschung/artikel/kindesmisshandlung.html

        Ist wohl die Frage, welcher Altersbereich betrachtet wird. Wiki schreibt z.B.:

        Es gibt jedoch keine wissenschaftliche Grundlage als Beleg für „Überforderung als häufigster Ursache für Kindesmisshandlung“. Evident ist aber die politische Funktion dieser Einordnung. Zum einen wird damit eine Hegemonie der Jugendhilfe für Maßnahmen gegen Kindesmisshandlung unterstützt, was einem Umverteilen öffentlicher Mittel zu Gunsten der ebenfalls zuständigen Strafverfolgungsbehörden entgegenwirkt. Überforderung als Begründung für Kindesmisshandlung hat zudem eine entlastende Funktion für die Frauenpolitik. Nach den Hellfeldzahlen des Bundeskriminalamtes (Polizeiliche Kriminalstatistik 2007 – Tabelle 20) wie auch nach den Dunkelfeldzahlen der Forschung zur Gewalt in der Familie [22] besteht ein signifikanter Anteil der Täter aus Frauen.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Kindesmisshandlung#Faktoren_f.C3.BCr_die_Hellfeld-.2FDunkelfelddiskrepanz

      • Peter

        Tja, ich hatte als Kind auch das Recht nicht geschlagen zu werden. Wurde von meiner Mutter ignoriert.

        Das ethische Recht hattest du sicherlich, aber nicht das juristische. Das gibt es erst seit 2000. Leider wird ja auch nie so klar, wo der Unterschied zwischen schwerer Kindesmißhandlung und einfachen Schlägen besteht.

        Denn früher sah man Kindesmißhandlung eben nur als hemmungslose Gewalt gegen Kinder an.

        Na ja. Unsere Gesellschaft lebt da noch im Mittelalter. Niemand möchte sehen, daß jeder Gewalttäter als Kind geschlagen wurde.

        Stattdessen gibt es immer wieder Idioten, die unverbindlich postulieren, daß es da ja bestimmt auch genetische und evolutionäre Ursachen gebe.

        Diese Dummheit wird uns noch ein paar Jahrzehnte begleiten.

    • Als Mann besteht das Recht auf körperliche Unversehrtheit in westlichen Staaten grundsätzlich gar nicht, das ist ein temporäres Konstrukt, dass gerne von Juristen benutzt wird, in der Realität aber sofort ausser Kraft gesetzt wird, wenn es tatsächlich brenzlig wird. Auch in Deutschland ist die Wehrpflicht nur ausgesetzt und wenn die AFD oder rechtspopulistische Parteien z.B. in Österreich gewinnen, dann werden Männer verbraucht werden um die Fehler einer gewissen deutschen Kanzlerin auszubügeln. Genau dann wenn der Staat seine Männer am meisten schützen müsste, wird ironischerweise genau der Schutz, der von der Justiz grossmundig und als universales Menschenrecht verkündet wird, aufgehoben.

      Wenn an der Silvesternacht 4 Deutsche Männer niedergestochen worden wären, dann wäre das ganze gar nie erst zur Sprache gekommen; Vergewaltigungen von Frauen haben gesellschaftlich bereits einen ganz anderen Stellenwert und werden mit einer sehr hohen Priorität sozial geachtet.

      Grundsätzlich sollte der Staat alle Menschen so gut wie irgendwie möglich vor Vergewaltigungen schützen, aber nur Feministinnen behaupten, dass er dies nicht bereits tut und stattdessen Vergewaltigungen aktiv fördert. Der Feminismus wird Vergewaltigungen immer als Treibstoff der moralischen Empörung nutzen, egal ob die aktuelle Zahl an Vergewaltigungen nun bei 100 oder 10000 liegt; erfahrungsgemäss ist die Rhetorik um Rape Culture um so extremer, je besser der Staat seinen Job erledigt und je niedriger die Zahl an tatsächlichen Vergewaltigungen liegt. Darum ist die Opferrolle in Ländern, in denen tatsächlich viele Vergewaltigungen passieren, politisch nicht für den Feminismus zu verbrauchen – wenn Vergewaltigungen tatsächlich etwas sind, das öfters passiert, dann können auch Feministinnen davon ausgehen, dass sich damit keine moralische Entrüstung produzieren lässt.

      Der Feminismus wird immer behaupten, dass wir in einer Rape Culture leben, völlig unabhängig von der aktuellen Anzahl an Vergewaltigungen. Wenn echte Vergewaltigungen ausbleiben, dann werden sie erfunden (Jackie, Sulkowicz, etc.).

      • Vor allem ist Rape Culture ja ein weites Feld: Es reicht von Vergewaltigung über Pornos und Anmachen bis hin zu schlechtem Sex.

        • Und guten Sex, den man aber hinterher bereut. Ein empfindsamer Mann hätte das vorher ahnen müssen und deshalb freiwillig verzichten.

      • „Der Feminismus wird immer behaupten, dass wir in einer Rape Culture leben, völlig unabhängig von der aktuellen Anzahl an Vergewaltigungen. Wenn echte Vergewaltigungen ausbleiben, dann werden sie erfunden (Jackie, Sulkowicz, etc.).“

        … und wenn es die nicht geben sollte, dann kommt die gefühlte Angst vor: es könnte ja …..you know what i mean …

        ‚listen and believe‘

      • Der Feminismus wird Vergewaltigungen immer als Treibstoff der moralischen Empörung nutzen

        zu kurz gedacht. Vergewaltigung ist DER Treibstoff per se für alle Kämpfe in der menschlichen Geschichte, muss man nur mal richtig nachlesen. Womit wird jeder Krieg begründet ? Genau, die Fremden wollen die armen Frauen vergewaltigen. Womit lässt sich jeder noch so große Blödsinn begründen ? genau, mit dem Schutz von Frauen, eh Häm, ja und Kindern,
        (funktioniert bei Kindern nur nicht ganz so gut, weil die in den meisten Kriegen nach Männern die zweithäufigste Opfergruppe sind, vor Frauen.)

  3. Im Artikel geht mir schon in den ersten drei kurzen Absätzen zu viel durcheinander. Es ist nicht definiert, was als »Belästigung« gewertet wird – das ist bei weitem nicht immer eine Straftat. Es ist dagegen relativ exakt definiert, was eine Vergewaltigung ist. Das ist eine schwere Straftat und von der großen Mehrheit der Bürger geächtet. Wenn die zitierte Feministin beides (den »bösen Blick« und die schwere Gewalttat) in eine Argumentation packt, ist eine Diskussion schon sehr schwer.

    Einen absoluten Schutz kann es nicht geben. Es gibt ja auch keinen absoluten Schutz vor Mord. Es gibt auch bei uns Morde: in der engsten Privatsphäre, in der organisierten Kriminalität usw. – als entwickelte demokratische Gesellschaft haben wir aber deshalb noch lange keine Gewaltkultur und auch keine Mordkultur. Die Ursachen für die wenigen Morde lassen sich analysieren – genauso wie die Ursachen für die Vergewaltigungen (und übrigens auch für die Falschbeschuldigungen). Eine »Kultur« kann sich darin nicht äußern, weil nur eine extreme Minderheit so schwere Gewalttaten begeht und weil sie gesellschaftlich geächtet sind.

    • Das Recht auf ein „Nicht“ ist in diesem Zusammenhang ein einigermaßen fragwürdiges Konstrukt. Da fallen einem eben sofort so einige „Nicht“s ein, zu dem vermeintlichem Recht auf ein Nichtbelästigtwerden in Widerspruch stehen. Freiheitsrechte finden regelmäßig eine Grenze dort, wo sie die Freiheitsrechte anderer berühren, und so ist es auch mit dem vermeintlichen Recht darauf, nicht auch nur möglicherweise Opfer eines Rechtsbruches zu werden.

      Der radabfeminstische Diskurs geht eben davon aus, dass alles, was sich auch nur irgendwie als „sexualisiert“ deuten lässt und für Frauen auch nur irgendwie unangenehm ist als Teil eines systematischen Terrors des Patriarchates (Susan Brownmiller). Wenn eine Frau also eine auch nur diffuse Angst empfindet, ist das Ausdruck dieses gesellschaftlich zu bekämpfenden „Terrors“. Durch dieses Konstrukt wird ein Kollektiv konstruiert, das für die Gesamtheit der Taten verantwortlich sei.

      So scheinen plötzlich die Freiheitsrechte der einzelnen Mitglieder des Täterkollektives gegen die Freiheitsrechte der Opfer von Sexualstraftaten zu stehen, was eben massive Einschränkungen als gerechtfertigt und unabwendbar erscheinen lässt, wenn es um elementare Freiheitsrechte von Frauen geht. So erscheint absolute Sicherheit als Gegensatz zu einem weitverbreitetem Zustand des „Terrors“.

      Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie tief sich dieser Diskurs eingenistet hat – auch bei Feministinnen, die noch nie den Namen Brownmiller gehört haben. Es ist offenbar ein allzu verlockendes Angebot: „Ich bin für meine Ängste nicht selbst verantwortlich!“. Die tradierten Geschlechterrollen erwarten ja auch von Frauen kein Angstmanagement. Ein Mann, der auch nur durchblicken lässt dass er angst hat, nachst auf die Straße zu gehen macht sich ziemlich lächerlich, einer Frau wird das zugestanden.

      Feministinnen müssten eigentlich feststellen, dass schlechtes Angstmanagement Frauen in massive Abhängigkeiten von Männern bzw. vom „Patriarchat“ bringt – aber der real existierende Feminismus ist eben der allergrößte Antifeminist.

      „Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln?“

      • ..der Kommentar sollte eine Ebene höher stehen.

  4. Das Problem ist, dass du die gynozentrische Sichtweise übernommen hast. Im Prinzip ist das Recht auf Nichtvergewaltigtwerden natürlich unbestritten, das Recht gilt aber für jedes Nicht[wasauchimmer]werden genauso. Es gibt keinen Grund, selektiv spezifische Frauenthemen herauszupicken zwecks Etablierung des Opfertickets der Frau und des Mythos des Mannes als Täters.

    Wir alle wissen, dass Männer öfter Opfer von Gewalttaten werden, öfter im Beruf sterben, weniger öffentliche Hilfsangebote haben.

    Wenn man sich nur schon auf die obige Diskussion einlässt ohne gleichviel Zeit auf Männerthemen zu verwenden, hat man den kürzeren gezogen. Wäre natürlich für jede Feministin ein klassisches Derailing.

  5. Ich hatte es gestern schon verlinkt:

    Das Frauen eines besonderen Schutzes bedürfen, lässt sich historisch gut nachvollziehen und auch heute sind wir weltweit davon entfernt, für Frauen paradiesische Zustände zu haben.

    Also bis (nur) „für Frauen paradiesische Zustände“ erreicht sind, müssen Frauen „sich die Rechte, die für Männer selbstverständlich“ sind, „mühsam erkämpfen“ (stimmt nicht). Also bis ALLE Frauen zufrieden sind (was ohne Gehirnwäsche niemals erreichbar wird), wird noch weitergekämpft und Männer beschämt, weil sie ihnen nicht das Paradies auf Erden ermöglichen.

    • Das in dem Schrieb mal wieder ganz selbstverständlich mit dem Gender Pay Gap – bzw. ganz genau mit schlechterer Bezahlung für *dieselbe* Arbeit – argumentiert wird scheint einem schon kaum noch der Erwähnung wert, woll.
      Ach es ist so ermüdend. Vor allem weil man jetzt schon weiß, daß die nächsten Feministen, die einem erzählen wollen, nie niemals habe irgendwer behauptet, der GPG bezöge sich auf *dieselbe* Arbeit, diesen Brief mit irgendeinem Blabla („Das haben die unscharf formuliert!“, „Das ist deren Privatmeinung, was kann denn der Feminismus dafür?“, „Du weißt gar nicht, ob der Schreiber überhaupt Feminist ist!“) wegwischen werden.

    • Übrigens noch zu den „paradisischen Zuständen“:

      Es gilt dringend zu beachten, daß diese unbedingt und uneingeschränkt an jedem Ort der Welt zu existieren haben.

      Hast Du nämlich schonmal erlebt, daß einer Feministin mal die Argumente ausgehen? Ich schon, aber nur für wenige Sekunden, denn dann kommt garantiert „Ja, aber in Pakistan werden Frauen mit Säure übergossen/ im Sudan werden kleine Mädchen beschnitten/ in Saudi Arabien dürfen Frauen nichtmal Auto fahren“.

      In der Hinsicht hat der Feminismus viel mit dem ‚War on Terror‘ gemein, daß er einmal überflüssig wird werden nicht mal die Kinder unserer Kindeskinder erleben.

      • Es gilt dringend zu beachten, daß diese unbedingt und uneingeschränkt an jedem Ort der Welt zu existieren haben…

        …haben sie ja früher, bis es Eva dann verbockt hat, und Adam der Trottel es versäumt hat, statt ihr den Apfel abzunehmen, sie ordentlich übers Knie zu legen.

  6. Sie hat das mit den Rechten nicht verstanden und Du hast Dich auf falsche Prämissen eingelassen. Was soll man da noch diskutieren?

    • Sie hat das mit den Rechten nicht verstanden und Du hast Dich auf falsche Prämissen eingelassen.

      „Es kann kein Recht auf ein „Nicht“ geben“ wäre wohl in der Tat die klügere Antwort gewesen.

    • ..oder:

      „Aha. Demzufolge hätte ich ein Recht darauf, nicht wahrheitswidrig einer Sexualstraftat beschuldigt zu werden, also dürfte es keine Anklagen wegen Sexualstraftaten geben!“

      • Der ist gut!

  7. Jeder hat das Recht auf seine Grundrechte. Soweit so richtig.

    Das Problem bei Feministinnen: Männer eben auch!

    Ich habe das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Brutalste Gewaltausbrüche von migrantischen Intensivstraftätern auf Männer werden derzeit nicht thematisiert. Dabei sind hier Männer Opfer. Ich erinnere an einen Fall vor einem Jahr, als zwei gemischtgeseschlechtliche Pärchen aus einem Club am Alexanderplatz kamen und die Männer abgestochen wuden (einer starb) und die Frauen unversehrt blieben.

    Männer haben auch das Grundrecht auf Freiheit. Männer müssen also vor falschbeschuldigerinnen geschützt werden, die kein Problem haben einen Vergewaltigung anzuzeigen, weil sie schulische Probleme haben oder die taxirechnung von 20 Euro nicht bezahlen wollen.

    Und so weiter. Das ist das Problem! Grundrechte gelten für alle. Klar das Feministinnen das nicht verstehen. In ihrer Welt sind Männer Menschen zweiter Klasse. Wenn überhaupt….

    • Jeder hat das Recht auf seine Grundrechte.

      Ich wüsste nicht, dass es ein Grundrecht auf die Berücksichtigung irrationaler Ängste gibt und wenn es das gäbe, würde es massiv mit fast sämtlichen anderen Grundrechten kollidieren.

  8. Die Suche nach „Recht nicht belästigt zu werden“ liefert immerhin 561 Treffer, diese These ist also durchaus verbreitet.

    Wenn man das ganze auf Propagandamethoden hin durchleuchtet, fällt einem sofort die implizite Behauptung auf, daß Frauen offenbar ständig belästigt werden, und zwar in einem Ausmaß, daß dies eine grundlegende Selbstverständlichkeit verletzt, eben nicht belästigt zu werden.

    Propaganda erfüllt immer einen Zweck, und der besteht hier offensichtlich darin, Angst zu erzeugen und ein Feindbild zu nähren. In diesem Zusammenhang ist ein vor ein paar Tagen auf Zeit Online erschienener Artikel lesenswert, dessen Auslöser die aktuelle Flüchlingsdebatte ist, der aber ganz hervorragend die feministische „Phobokratie“ (interessanter Begriff) beschreibt:

    Nils Markwardt: Flüchtlingsdebatte : Willkommen in Panikland
    Angst ist derzeit das herrschende Grundgefühl der deutschen Öffentlichkeit. Vor zu vielen Flüchtlingen, Fremden und dem Chaos. Darf Politik das ausnutzen?
    http://www.zeit.de/kultur/2016-01/angst-deutschland-politik-fluechtlinge-essay/komplettansicht
    28. Januar 2016

    Hieraus:

    „Darf man mit Angst Politik machen, also Angstpolitik machen? Und: Dürfen Politiker, Parteien und Bewegungen kursierende Ängste für ihre Agenda instrumentalisieren, sie sogar mobilisieren oder schüren? Jeder vernünftige Mensch würde darauf zunächst einmal mit Nein antworten. Ängste können bekanntlich allzu oft irrational sein, können blind für Argumente und Fakten, anfällig für Manipulationen machen. Sie verstellen den Blick, trüben die Urteilskraft, provozieren Panik und Hysterie. …. phobokratische Durchsetzung [politischer Ziele]. …“

    Das jetzt bitte anwenden auf den Real existierenden Feminismus mit Angstkampagnen wie Aufschrei, rape culture oder pay gap, Kultivierung des Opferabos der Frauen, Wirkung von identity politics usw.

    „Man vergisst jedoch gern, dass die politische Bewirtschaftung der Angst bis vor nicht allzu langer Zeit auch und vor allem zum Kerngeschäft der Linken gehörte“

    Guter Hinweis, vor allem an die Zeit-Redaktion!

    „Vielmehr müsste man zum einen, so schwierig und mühsam das oft auch sein mag, zunächst sehr genau unterscheiden: Welche kollektiven Ängste sind real, welche sind nur verkleidete Ressentiments?“

    Völlig richtig. Womit wir beim Thema feminstische Fake-Statistiken wären, mit denen „den Frauen“ so viel Angst vor „den Männern“, die sie ständig belästigen oder vergewaltigen, eingeredet wird, daß auch die Aufhebung von Grundrechten für Männer alternativlos wird.

    • Zitate aus der „Zeit“ in „“ (sind nicht vom mitm)

      „Welche kollektiven Ängste sind real, welche sind nur verkleidete Ressentiments?“

      Was sind „kollektive Ängste“ anderes als Irrationalismus? Was soll daran „real“ sein?! Hier wird so getan, als „sei da was dran“ und man könnte das so einfach von „verkleideten Ressentiment“ unterscheiden. Die Zeit hat also nichts *an sich* gegen die politische Ausschlachten von angeblich „kollektiven Ängsten“, solange wenn sie nicht als „Ressentiments“ darstellbar sind. Und hierhin liegt doch eine gewisse und fragwürdige Beliebigkeit….

      Die zutiefst moralisierende Grundsatzfrage „Darf man mit Angst Politik machen, also Angstpolitik machen?“ erspart sich die Mühe zuallererst genau zu analysieren, was „Angstpolitik“ überhaupt im Einzelnen bedeutet. Diese Analyse käme wohl schnell zu der Binsenweisheit, dass Angst ganz generell ein schlechter Berater ist und eine rationale Auseinandersetzung mit Interessen etwa immer produktiver ist als das Fischen im trüben Tümpel der Gefühle.

      “Man vergisst jedoch gern, dass die politische Bewirtschaftung der Angst bis vor nicht allzu langer Zeit auch und vor allem zum Kerngeschäft der Linken gehörte”

      Das hat also aufgehört? Ich sehe bei den Linken eigentlich nichts anderes mehr als Appelle an Gefühl, an Angst, an Ressentiment (welches als Art Selbsthass besonders ausgeprägt ist), kurzum an alle Arten des Irrationalismus, das Ganze noch so wunderschön wissenschaftlich verbrämt.

      Die Linke hat die Rechte da wirklich auf der rechten Spur überholt in Punkto gefühlsgetriebene Politik, es ist unglaublich.

    • Es ist ja auch so das Feministinnen automatisch behaupten das in irgendeinem Bereich in dem hauptsächlich Männer tätig sind (Piratenpartei zu Anfangszeiten, Gamer, MINT), übelster Sexismus gegen Frauen zu Tagesordnung gehört.

      Für eine junge Frau die sich noch nicht entschieden hat, ist das natürlich ein riesen Ansporn gerade da tätig zu werden, wo man sie schlecht behandelt, weil sie eine Frau ist. Man könnte fast denken die wollen das der Frauenanteil dort niedrig bleibt, damit sie weiter rumjammern können.

    • @mitm:

      „Völlig richtig. Womit wir beim Thema feminstische Fake-Statistiken wären, mit denen “den Frauen” so viel Angst vor “den Männern”, die sie ständig belästigen oder vergewaltigen, eingeredet wird, daß auch die Aufhebung von Grundrechten für Männer alternativlos wird.“

      Ich habe wie so oft bei solchen Argumentationen wie im Artikel das Gefühl, dass sich die Herausgeber (Zeit) bzw. der Autor hier als Ausnahme sehen und völlig realitätsfremd an die Tatsache herangehen und behaupten, sie selbst hätten diese rationale Herangehensweise, die sie anderen vorschreiben, bereits internalisiert.

      Sie setzen also vollkommen andere Standards an die Leserschaft bzw. an andere Meinungen, ohne sie ansatzweise selbst konsequent zu verfolgen. Ein Beispiel wäre z.B. die andauernd perpetuierten feministischen Lügen durch die Zeit.

      An sich aber brauchbar, der Artikel.

      Vorausgesetzt man wendet ihn an alles und jeden an.

  9. @Christian: sieh bitte mal im Spamfilter nach, da scheint ein Kommentar von mir festzuhängen.

  10. Der alte Kampf zwischen Freiheit und Sicherheit. Wenn man sich anschaut, was nach 9/11 alles geopfert wurde.. Und das gleiche passiert in Amerika nicht nur im „War on Terrorism“ sondern eben auch im Versuch die „Rape Culture“ zu besiegen. Echte Risiken werden so überhöht, dass jedes Mitel recht ist. Jede Freiheitsabgabe als das kleinere Übel erscheint. Das Schlimme daran ist, die Protagonisten glauben den überhöhten Risiken dann gar. 1 in 5. Jede dritte Frau. das wird gar nicht mehr hinterfragt. Gibt es eine Statistik dafür, wie viele Frauen in Deutschland in Parkhäusern vergewaltigt wurden? Ich habe noch von keinem Fall gelesen, trotzdem haben viele Frauen Angst vor Tiefgaragen. So sehr, dass Frauenparkplätze notwendig wurden. Im Namen der Sicherheit gaben Frauen selbst das Recht auf angstfreies Parken auf. Die Freiheit, nachts durch die Stadt zu radeln wurde ebenfalls für die Sicherheit geopfert. Dass eine Autofahrt jederzeit gefährlicher ist, wird komplett ignoriert.

    • Bei der Einschränkung der Freiheit /Bürgerrechte in Kombination mit immer umfassender Überwachung ging es dem Staat NIE um die Sicherheit der Bürger!
      Das dient einzig dem Schutz des Systems vor wirklicher Opposition.
      Ausufernde Kriminalität und künstlicher Terrorismus sind Mittel zum Zweck.
      Nur durch reale Angst ist der Bürger davon zu Überzeugen das totales Ausschnüffeln der Privatsphäre (ICH hab ja nichts zu verbergen!), Kameras überall, Soldaten an jeder Kreuzung, Bargeldverbot usw -GUT ist…

    • Der alte Kampf zwischen Freiheit und Sicherheit.

      Der Witz ist ja die weitverbreitete Fehlvorstellung, dass hier Rechtsgüter auf gleicher Ebene kollidieren würden, Freiheitsgrundrechte damit also zur Disposition einer „Güterabwägung“ stünden.

      Der Schutz vor Verbrechen ist kein Grundrecht.

      • „Der Schutz vor Verbrechen ist kein Grundrecht.“

        Oh doch, aber deshalb ist noch längst nicht alles erlaubt, um dies zu gewährleisten. Wobei „die weitverbreitete Fehlvorstellung, dass hier Rechtsgüter auf gleicher Ebene kollidieren würden“ hier natürlich entscheidend ist, für jede Abwägung, wie du schon bemerktest.
        Es hängt natürlich auch immer am Begriff des „Verbrechens“, wovor Schutz zu gewähren ist. Das Kriminalisieren von Meinungen ist da sicherlich ein ganz heikler Punkt.

        • Oh doch

          Nein. Der Staat ist zwar verpflichtet, die Grundrechte zu schützen, aber Sicherheit ist schlicht kein Grundrecht.

          Zwar heißt es in Art. 5 EMRK „Jede Person hat das Recht auf Freiheit und Sicherheit“, aber mit Sicherheit bezieht sich dabei auf die nachfolgenden Ausführungen zu den Handlungsbefügnissen des Staates.

        • Grundrechte =! Menschenrechte

          Grundrechte sind Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat

        • „Nein. Der Staat ist zwar verpflichtet, die Grundrechte zu schützen, aber Sicherheit ist schlicht kein Grundrecht.“

          „Sicherheit“ sicher nicht, der Begriff ist viel zu weich.
          Aber der Schutz körperlicher Unversehrtheit und der des Eigentums zB, auch gegenüber Dritten, sind direkt aus den Grundrechten abzuleiten. Was wäre das für ein Staat, der auf die Verfolgung von Mord und Diebstahl verzichtet?

        • Grundrechte sind Abwehrrechte des Bürgers gegen den Staat

          Historisch ist das richtig, das ist der Ursprung. Aber die Bürger untereinander sind ebenfalls verpflichtet, sich die Grundrechte zu gewähren. Ein Gesetz, dass die Vergewaltigung von Frauen erlaubte wäre sicher verfassungswidrig.

          Der Unterschied zu den Menschenrechten liegt eher darin, dass Menschenrechte jedem Menschen zustehen, Grundrechte hingegen nur den Bürgern der Bundesrepublik Deutschland.

        • “Sicherheit” sicher nicht, der Begriff ist viel zu weich.

          Der Begriff ist natürlich weich, aber grundsätzlich gibt es ja ein sehr elementares Bedürfnis nach Sicherheit. Sicherheit ist durchaus ein zentraler, eigenständiger Wert.

          Dieses Bedürfnis kann als eigenständiges Rechtsgut aber unmöglich als Grundrecht verwirklicht werden, weil das das Konzept der Grundrechte ad Absurdum führen würde bzw. weil es jedes Grundrecht zur freien Disposition des Staates stellen würde.

        • @Nick:
          „Ein Gesetz, dass die Vergewaltigung von Frauen erlaubte wäre sicher verfassungswidrig.“

          Das ist sicher als eine Frage der Formulierung. Bis vor einigen Jahren gehörte es zu den gesetzlich geregelten Pflichten einer Ehefrau, mit dem Ehemann Sex zu haben. Was ist das denn bitte anderes als eine gesetzlich legitimierte Vergewaltigung?

        • Meinst du dieses Urteil oder worauf spielst du an?

          https://allesevolution.wordpress.com/2015/06/24/die-frau-genugt-ihren-ehelichen-pflichten-nicht-schon-damit-dass-sie-die-beiwohnung-teilnahmslos-geschehen-lasst-bgh-zu-sex-als-ehepflicht-1966/

        • Immerhin hat sie ihn geheiratet. Sie hatte damit also eingewilligt.

        • „Bis vor einigen Jahren gehörte es zu den gesetzlich geregelten Pflichten einer Ehefrau, mit dem Ehemann Sex zu haben.“

          Das galt für beide Seiten und war bis 1997 trotzdem als Nötigung strafbar. Ein Mann konnte nach damaligen Verständnis genauso wenig vergewaltigt oder gar genötigt werden.

          Die Formulierung, die du benutzt fand nur dann Verwendung, wenn man feststellen musste, ob eine Ehe als gescheitert angesehen werden konnten – i.e. ob eine Scheidung aufgrund des Schuldprinzips möglich war (Was der Fall war, wenn es in der Ehe keinen Sex mehr gab).

        • @Miria:
          Bis vor einigen Jahren gehörte es zu den gesetzlich geregelten Pflichten einer Ehefrau, mit dem Ehemann Sex zu haben. Was ist das denn bitte anderes als eine gesetzlich legitimierte Vergewaltigung?

          Eine gesetzlich geregelte Zahlungspflicht ist auch kein gesetlich legitimierter Raubüberfall.

        • Bis vor einigen Jahren gehörte es zu den gesetzlich geregelten Pflichten einer Ehefrau

          ..und der Ehemann konnte klagen und am Ende mithilfe eines Gerichstvollziehers eine Vollstreckung erzwingen – ist das deine Vorstellung davon, wie diese Pflicht aussah?

        • Die Ehepartner sind auch heute noch zu gegenseitiger sexueller Treue verpflichtet. Was auch nicht heißt, dass jemand seine Ehefrau in der Küche einsperren darf, um zu verhindern, dass sie femdgeht.

        • ..auch die gegenseitige Verpflichtung zu Sex besteht bis heute fort. Nur wenn das Verlangen des Ehepartners sich als einen Mißbrauch seines Rechtes darstellt, oder wenn die Ehe gescheitert ist entfällt diese Pflicht:

          http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1353.html

    • Zum „Versuch, die ‚Rape Culture’ zu besiegen“: Mit „Rape Culture: Die hässliche Wirklichkeit“ war 2013 ein Artikel der heutigen SPON-Kolumnistin Margarete Stokowski in der taz überschreiben, auf den ich neulich einmal zufällig stieß.
      http://www.taz.de/!5075574/

      Stokowski definiert den Begriff „Rape Culture“ dort so:

      „Gemeint ist eine Gesellschaft, in der sexuelle Gewalt zwar weit verbreitet ist, aber von vielen Menschen nicht als solche gesehen wird (…).“

      Das ist eine interessante Definition, denn sie bedeutet: Je weiter der Begriff „Vergewaltigung“ definiert wird, desto mehr wird eine Gesellschaft auch eine Rape Culture sein. Mit dem Konzept des „enthusiastic consent“ kann z.B. jede Sexualität als Vergewaltigung definiert werden, der die Frau (bezeichnenderweise i.d.R. nicht der Mann) nicht ausdrücklich, unbeeinflusst und enthusiastisch zugestimmt hat. Das gilt dann auch für Situationen, in denen schlicht ein Mann und eine Frau Sex hatten, während sie beide angetrunken waren.

      Solchen sehr weiten Definitionen wird aber ein großer Teil der Menschen nicht mehr folgen – was dann wiederum als Beleg für die Rape Culture gewertet werden kann. Da wir aber in einer Rape Culture leben würden, müsse wiederum – um das Bewusstsein für die weite Verbreitung sexueller Gewalt im Alltag zu vergrößern – die Definition für Vergewaltigung weiter gezogen werden.

      Das ist offensichtlich ein in sich selbst geschlossenes Konzept, das prinzipiell auf jede beliebige Gesellschaft angewandt werden kann. Es hat eben mit der „Wirklichkeit“ gar nichts zu tun, sondern kreist um seine eigenen Definitionen. Das lässt sich dann auch an der Beliebigkeit erkennen, mit der Stokowski weiter argumentiert:

      „Frauen, die über eine erlebte Vergewaltigung sprechen, sind nach diesem Denken (also dem der Rape Culture, L.S.) nicht nur pervers, sondern auch noch aufmerksamkeitssüchtig und ganz bestimmt psychisch verstört.“

      Dass das einfach nicht stimmt, hätte Stokowski ja z.B. an dem allgemeinen Schrecken über die erheblichen sexuellen Übergriffe der Kölner Silvesternacht erkennen können, die eigentlich niemand außer Ihrem SPON-Buddy Jakob Augstein kleingeredet hat. Eben diesen Schrecken aber erklärt sich Stokowski bekanntlich damit, dass hier weiße Männer ihren exklusiven Anspruch auf sexuelle Belästigung der Frauen in Deutschland durch die Übergriffe von Migranten verletzt sahen. Mit dem Konzept der Rape Culture, das um sich kreist und empirisch gar nicht seriös belegt werden muss, kann eben jeder beliebige Sachverhalt der empirischen Realität zum Beleg der Richtigkeit dieses Konzept umgedeutet werden.

  11. Das Recht nicht belästigt zu werden. Darf ich das auch gegenüber kichernden und tratschen Jungweibergruppen einfordern?

    • Im Kern lautet die Antwort natürlich „JA“

      But its a Long way to Tipperary.

  12. Ironischerweise ist die Idee, dass Freiheitsgrundrechte den Staat verpflichten, in einer „Güterabwägung“ Freiheitsrechte einzuschränken die Grundlage des berüchtigten BVerfG Urteiles zum §218 von 1975.

    Das Grundgesetz kennt kein Grundrecht auf Sicherheit. Zwar kennt es die Pflicht des Staates, die Grundrechte zu schützen, aber das kann zwangläufig nicht auf gleicher Ebene mit den Grundrechten selbst kollidieren. Dann stünden nämlich die Grundrechte selbst zur beliebigen Dispostion des Staates.

    Daraus folgt, dass es keinen verfassungsmäßigen Anspruch des Einzelnen auf bestimmte Maßnahmen zum Schutz der Grundrechte gibt.

    „Ich habe ein Recht darauf, nicht belästigt zu werden“ ist also schlicht falsch.

    • Feministen glauben aber, dass sie auf alles mögliche Anspruch haben: Dass man ihre dicken Körper sexy findet, sie aber dennoch nicht belästigt; auf einen Posten im Vorstand bei ausgeglichener Work-Life-Balance; auf einen Platz für die Handtasche im Bus auf dem Sitz neben sich, bei gleichzeitiger Kastration von Männern…

    • „“Ich habe ein Recht darauf, nicht belästigt zu werden” ist also schlicht falsch.“

      Vor allem deshalb, weil dieser Anspruch auf eine allgemeine Gefühligkeit abzielt. Denn „belästigt zu werden“ heisst für sich alleine nichts weiter als in seinem Wohlbefinden beeinträchtigt zu werden, so dass diese Forderung oben nur einen narzisstischen Absolutheitsanspruch der eigenen Selbstverständlichkeit zum Ausdruck bringt. Das kann in der Konsequenz niemals egalitär sein und funktioniert natürlich nur, wenn man der Grundauffassung ist, dass manche Leute mehr zu sagen haben als andere.

      • Vor allem deshalb, weil dieser Anspruch auf eine allgemeine Gefühligkeit abzielt.

        Es hört sich zwar hart an, aber es gibt auch kein Grundrecht darauf, nicht vergewaltigt zu werden. Es sind zwar Grundrechte, die durch eine Vergewaltigung verletzt werden, aber Sicherheit ist eben kein Grundrecht.

        Grundrechte dürfen nur eingeschränkt werden, soweit andere Grundrechte beeinträchtigt werden. Die Plicht zur Sicherung der Grundrechte steht eine Stufe tiefer. Daraus folgt, dass es nicht erlaubt ist Grundrechte aufgrund einer bloßen Möglichkeit einer Gefährdung einzuschränken.

        Ein „Recht, nicht Vergewaltigt zu werden“ müsste zwangsläufig den Maßstab für eine Einschränkung von Grundrechten bei einer bloßen Möglichkeit einer Gefährdung setzen. Es ist also gar nicht möglich, ein Grundrecht auf Sicherheit zu setzen, denn damit wären die dadurch zu schützenden Grundrechte selbst obsolet.

        Wenn es ein Recht darauf gäbe, nicht vergewaltigt zu werden müsste es gleichermaßen ein Recht darauf geben, nicht wegen der Falschbeschuldigung einer Vergewaltigung verurteilt zu werden. Also dürfte andererseits niemand wegen Vergewaltigung verurteilt werden. Womit aber wiederum das vermeitliche Recht darauf, nicht vergewaltigt zu werden arg in Frage gestellt wäre.

        Es liefe also auf Beliebigkeit, und damit auf das Recht des Stärkeren, hinaus.

  13. Das Problem liegt darin, den Begriff der „Belästigung“ nach unten hin abzugrenzen.

    jemanden absichtlich und überfallartig an Geschlechtsteile fassen?
    Kann man wohl bejahen.
    jemanden unter den Rock fotografieren. (Ja, es gibt auch Männerröcke 🙂 )
    wohl auch ja
    Jemanden zu sexuellem Verkehr auffordern… Hm.. situationsbedingt.

    🙂

    Schwierig bis schwachsinnig wird es, wenn man in dem Bereich der „Mikroaggressionen“ einsteigt, und wenn man sich auf den Standpunkt stellt
    „Was justiziabele Belästigung ist, bestimme ich, und die von mir Beschuldigten sind gefälligst zu verurteilen!“

    Es bleibt schwierig…

    • Schwierig? Ich kann mich noch an die 90er und die erste Hälfte der Nullerjahre erinnern. Da war gar nix schwierig. Jeder hatte Spaß an Flirten und Sex und jeder wusste, dass Leben auch bedeutet, mit Unannehmlichkeiten klar zu kommen.

      • Ist sowieso nurn Problem studierter Westtussen -ich kenn keine Frau die so drauf ist.

      • Und stell dir vor: Heute isses auch noch so.
        Genderwahn gab es damals auch schon, z.T sogar schlimmer, denn damals wurden Anklagen von Frauen wg Vergewaltigung viel unreflektierter angenommen als heute. Das man drüber spricht, ist aus männerrechtlicher Sicht bereits ein Erfolg.

        Mal sehen, wann die ganzen Radfems erkennen, dass sie ausserhalb ihres medialen und universitären Filterbubbels relativ einsam sind.

  14. Selbst wenn man alle Männer täglich in ein feministisch geführtes Privilegienhinterfragungs- und allgemeines “Teach Men not to rape” Seminar schicken würde, wären noch ein paar Verrückte da, an denen das vollkommen vorbeigehen würde,

    Das ist die feministische Logik, wonach Männer mal ganz beiläufig, ja: versehentlich, vergewaltigen würden und es ausreiche, ihnen „Don’t rape“ zu sagen. Mal davon abgesehen, dass man hier Männern mal wieder das schlechteste zutraut, dass man eine ausufernde Definition von Vergewaltigung anwendet, ist diese Sichtweise ein Schlag ins Gesicht aller Opfer, deren Widerstand mit brutaler Gewalt gebrochen wurde und die schlechten oder (am nächsten Morgen) unerwünschten Sex wegen eines schlechten Gewissens als „Vergewaltigung“ definieren.

    Zu der feministischen Forderung, dass man sich nicht wehren müssen wolle, habe ich bereits hier geschrieben:

    http://der-juengling.blogspot.de/2015/12/feministische-argumentation-nicht.html

    Daraus das Fazit:

    Doch! Man muss sich wehren! Es ist in einer freien Gesellschaft nicht zu verhindern, dass man unangenehme Begegnungen zu anderen Menschen hat, dass man beleidigt wird, auch sexuell. Man hat jeden Tag mit Menschen zu tun, und dazu gehört dann auch, dass man angegriffen und verletzt wird. Damit muss man umgehen können, denn der Preis dafür, dass dem nicht mehr so wäre, wäre nichts weniger – ich kann es nicht oft genug sagen – als eine totalitäre Gesellschaft.

  15. […] an Gewalt geht. Traurig, aber wahr. Die Welt wird, solange sie von Menschen bewohnt wird, niemals frei von Raub, Mord, Belästigungen und Vergewaltigungen sein. Wenn es allerdings zu einem Ausbruch von Gewalt kommt, der deutlich über das sonst übliche Maß […]

  16. Jeder hat das Recht beleidigt zu sein und beleidigt zu werden:

    Und was Sicherheit und Risikokompetenz angeht:

  17. In einer Diskussion oder einem Blogbeitrag, ganz sicher wo bin ich mir nicht mehr, meinte eine Feministin, dass sie das Recht darauf hätte nicht belästigt zu werden.

    Ja und? Hat sie doch. Siehe Art. 1 GG
    So what?

    • Der war gut 🙂

      • Versteh ich nicht.

        • Man löst einfach das rhetorische Mittel der doppelten Negation auf, und landet wieder bei der zugundeliegenden positiven Definition eines subjektiven Rechtes.

          Formal logisch ist die Aussage „Ich habe ein Recht darauf, nicht vergewaltigt zu werden“ ja nicht unbedingt falsch, was falsch ist ist die Implikation, dass es ein Recht gäbe grundsätzlich vor der bloßen Möglichkeit einer Vergewaltigung geschützt zu werden.

          Also:

          GG: Jeder hat ein Recht X

          Feministin: „Ich habe ein Recht darauf, nicht von [Tatbestand, der eine nicht-Gewährung des Rechtes X darstellt] betroffen zu sein!“

          ->“Minus mal Minus gibt Plus, also hast du natürlich ein Recht X. Das steht ja im Grundgesetz. Was willst du uns also sagen?“

          Man ignoriert die Implikation und nötigt die Feministin explizit zu benennen, worauf sie meint ein Recht zu haben.

  18. Die verlangen immer, mn solle den ganzen feminiatischen Quark gelesen haben, aber von Hobbes haben sie offenbar noch nie gehört.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Leviathan_%28Thomas_Hobbes%29

    Hobbes legte schon 1659 dar, dass die Aufgabe des Staates ist, die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten, und dass diese dazu einen Teil ihrer natürlichen Freiheit aufgeben und sich der Staatsautorität unterordnen müssen.

    Sicherheit gibt es im Tausch gegen Freiheit, was Feministinnen natürlich nie akzeptieren würden. Absolute Freiheit und absolute Sicherheit gibt es nicht zugleich.

    • Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary Safety, deserve neither Liberty nor Safety.

      Benjamin Franklin

  19. die aussage ist zwar richtig aber trotzdem schwachsinnig. Ich habe auch ein Recht, nicht ermordet zu werden. Das hilft aber nunmal nicht, wenn mir der hier im Wohnzimmer steht.

    für vergewaltigung gilt das gleiche. man darf den staat schon anprangern, wenn er dieser Aufgabe nicht in ausreichnder form gerecht wird aber komplett verhindern kann man sowas nicht.

    Man hat auch das Recht, nicht vom Auto überfahren zu werden von einem verantwortungsvollen Raser.

    • „die aussage ist zwar richtig aber trotzdem schwachsinnig.“

      Eben. Feministinnen jazzen Selbstverständlichkeiten zu bahnbrechenden neuen Erkenntnissen und „kämpferischen“ Statements hoch. Das Ziel: Das Gegenüber soll einfach postiv gestimmt werden und so im Sinne aristotelischer Rhetorik „überredet“ werden.

      „Ich habe das Recht nicht vergewaltigt zu werden, deshalb müssen kleine Jungs in der Schule lernen nicht zu vergewaltigen.“ Das ist keine Argumentation die „überzeugt“, sondern „überredet“. Feministinnen können nicht viel, aber Rabulistiken gehört definitiv zur Kernkompetenz jeder Feministin…


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