Wie der Feminismus alle Klischees über Frauen bedient

Der Feminismus und die Gender Studies erfüllen dafür, dass damit die Geschlechterrollen aufgehoben werden sollen, so ziemlich alle Klischees, die sich zur weiblichen Geschlechterrolle entwickelt haben

  • meine Gefühle gehen vor und sind der Maßstab für alles („Frauen agieren Gefühlsbetont“)
  • logische Kritik ist das Patriarchat, meine Gefühle gehen immer noch vor („Frauen und logisches Denken passen nicht zusammen“)
  • Ich habe Anspruch auf Schutz vor dem bösen Leuten, richtet mir einen Safe Space ein („Frauen brauchen Schutz und sind zart, sie müssen  von der rauen Welt abgeschirmt sein, sie sind nicht stark genug für Kritik (und raues Berufsleben)“)
  • Ich muss gar nichts ändern, die Welt um mich herum muss sich ändern, alles andere ist victim blaming („weibliche Unterverantwortlichkeit, „Die Frau meckert, der Mann muss es dann hinbekommen“)
  • „Die Welt ist so schrecklich, Frauen trauen sich kaum noch auf die Straße“ („Frauen übertreiben alles und haben Angst vor jeder Kleinigkeit“)

Kann man sicherlich noch ergänzen. Gibt es es überhaupt negative Klischees über Frauen, die der Feminismus nicht erfüllt?

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45 Gedanken zu “Wie der Feminismus alle Klischees über Frauen bedient

  1. Hach, mal ungehemmt vom Leder ziehen dürfen…
    Also wollen wir mal:
    – Frauen interessieren sich nicht für die Bedürfnisse von Männern, sondern nur für ihre eigenen. Das ist bei Feministinnen wie Laury Penny geradezu Programm.
    – Frauen sind eher prüde und finden Sex teilweise eklig
    – Frauen wollen ohne Gegenleistung Geld von den Männern (#giveyourmoneytowomen)
    – Drama, Baby! Aber die Tendenz zur Überdramatisierung hast Du ja schon angesprochen
    – Zickigkeit, sich über jeden Kleinmist aufregen wie #manspreading, oder dass Kerle es bewundernswert finden, wenn sie eine Glühbirne wechseln kann
    – Stutenbissigkeit, wie man an Selbstzerfleischungsorgien der Twitteria oder der Mädchenmannschaft sehen kann. Erinnert fast an die K-Gruppen der 70er

    • Ich finde, es gibt einen großen Unterschied zwischen dem, was Frauen wollen, insofern sie der traditionellen Frauenrolle anhängen, was Feminismus ist und was die feministische Praxis daraus macht.

      So wie ich das sehe, hast du die traditionelle Frauerolle beschrieben, denn das Generalthema des Feminismus lautet „Verteidigung der personalen Autonomie der Frau gegen den Einfluß des Mannes“.

      Und weil der Feminismus in 65 Jahren auch nicht rausgefunden hat, was das eigentlich genau bedeutet, stellt die feministische Praxis genauso lange Maximalforderungen und hat ja im Grunde auch immer alles bekommen. Letzteres hat vielleicht auch was mit traditionellen Geschlechterrollen zu tun, aber es wird nicht unmittelbar von der feministischen Theorie fortgesetzt.

      Eine vernünftige Kritik an Frauen, die traditionelle Geschlechterrollen befolgen werden wie niemals bekommen, wenn wir vorher nicht alles, was Feminismus ist, von den problematischen, sozialen Phänomenen herunterschälen.

    • Die dem Feminismus inhärente Gender-Theorie beweist auch, daß Frauen keine Wissenschaft können.

      Die erste dezidierte innerfachliche Kritik kam dann folgerichtig auch von einem Mann, der bekanntlich eine kleine Minderheit in den frauenverseuchten Gender Studies stellt.

      Ein Superbeweis, daß eigentlich nur Männer wirklich Wissenschaft können.

      Ergo: Die Gender Studies widerlegen ihre „progressiven“, „emanzipatorischen“ und politischen Inhalte durch ihre unwissenschaftliche Praxis.

      Alles Absurdistan. Wie lange dulden wir diesen Quatsch noch? Warum muß ich als Ossi sehen, daß die demokratie-erprobten Wessis Totalversager sind hinsichtlich Meinungsfreiheit und kritischem Denken, Zivilcourage?

      Patriotische Europäer gegen die Genderisierung des Abendlandes.

      PEGGEDA!

      Widerstand!

  2. es passt gerade zufällig. ein GANZ wichtiger Lesehinweis. Bitte unbedingt im gut sortierten Zeitschriftenhandel die Ausgabe

    1/2016 der Zeitschrift „Matrix3000“ kaufen,

    Da ist ein sehr lesenswerter und nachdenkenswerter Artikel abgedruckt, über die problematische heutige westliche Kultur,

    die per se alles „weibliche“ vergöttert und alles männliche verteufelt, und wie sich das negativ auf das Sexualleben der

    Geschlechter, ganz besonders das der Männer auswirkt.
    Der Autor (Riek)ist langjähriger Paar- und Sexualterapeuth und weis also wovon er redet, was man dem Beitrag anmerkt.

    Ich habe jetzt nicht die Zeit einer vollständigen Rezension, daher meine dringende Leseempfehlung.

    Aber einige Zitate möchte ich bringen, um den Tenor des Beitrages zu verdeutlichen.
    Die Redaktion hat folgenden Satz für wichtig gehalten und bei der drucktechnischen Gestaltung hervorgehoben

    Zitat:
    „Die Reduktion auf das sexuelle Funktionieren beim Mann, die in der Verengung der Sexualforschung auf Erektion und Ejakulation zum Ausdruck kommt, nimm dem Mann nicht nur den größten Teil seiner Lust, sondern auch die Würde seiner Sexualität.“

    Ich selbst, fand folgende Aussagen des Autors bemerkenswert:
    Zitate:
    ..Stattdessen steht fast jede erotische Regung beim Mann unter Generalverdacht.Zeigt er sie zu direkt, gilt er als plump, triebgesteuert, übergriffig. nimmt sich der Mann respektvoll zurück, wird er vielleicht als Busenffreund geschätzt, als begehrenswerter Sexualpartner ist er aber meist aus dem Spiel.“

    „Eine positive Vision lustvoller, gereifter Männlichkeit ? Fehlabzeige. Eine solche gibt es allenfalls in gesellschaftlichen Nischen, wie beispielsweise Tantra“

    Nun bin ich kein Tantrajünger, aber es ist meine eigene Erfahrung als „Nischenbewohner“ das scheinbar [fast] nur in
    gesellschaftlichen Nischen, wie es der Autor nennt, Szenen, Subkulturen Frauen zu finden sind, die der Sexualität des Mannes wirklich aufgeschlossen gegenüberstehen und im Mann nicht nur den sehen, der es ihnen ordentlich zu besorgen hat.

    In dem Zusammenhang kann ich auchdem von der Redaktion hervorgehobenen Zitat zustimmen.

    Der Artikel geht aber über das rein Sexuelle hinaus und legt gut dar, das während die Frauen sich immer mehr aus Rollenmustern befreit haben und heute geradzu Narrenfreiheit genießen, Männer sich immer mehr ihres „Menschseins“ haben beschneiden lassen. Und Männlichkeit heute ein ganz enges Rollenmuster ist, rein auf die Funktionalität für die Frauen und die Gesellschaft zurechtgestutzt, ohne Empfinden für die eigene Sinnlichket.
    Die ganze Schöhnheits-Gesundheits-wellnessindustrie, die ja fast ausschließlich auf Frauen zugeschnitten ist zeigt das mehr als deutlich.

    Über manche Ansichten des Autors kann man vielleicht disskutieren, aber grundsätzlich meine volle Zustimmung

    Also ich muss mich kurz fassen,
    Fazit: ich kann nur Empfehlen die Ausgabe zu kaufen bzw. den Artikel zu lesen.

    • Letztlich hat jeder bezüglich Sex nur einen stichprobenartigen Einblick in die gesellschaftlichen Verhältnisse. Aber mein Eindruck ist, dass beim Sex selber das Geschlechterverhältnis eher gut funktioniert. Ich war bisweilen überrascht, wie angenehm selbst sehr zickige und schwierige Frauen im Bett werden. Ich führe das darauf zurück, dass wenn man mal so weit ist, dass Hirn mit all dem, was sie denkt, wie es sein sollte, keine große Rolle mehr spielt sondern gewisse triebhafte Automatismen übernehmen. Und zu diesen gehört eben auch der männlichen Sexualität den Raum zu lassen, sich dieser männlichen Sexualität zu überantworten.

      Will sagen: man sollte sich hüten aus gesellschaftlichen Debatten und Verhalten in der Öffentlichkeit auf den Sex zu schließen.

  3. ohne Referenz zu den Aussagen oben ist das aber ähnlich relevant wie die Aussagen einer Wizorek zu Vergewaltigungen auf dem Oktoberfest.
    Ich stimme Dir ja zu, aber „Citation Please!“

  4. Welche Klischees Klischees und Vorurteile der Feminismus bestätigt :
    – Frauen sind emotional labil
    – Frauen sind nie mit irgendwas zufrieden
    – Frauen sind prüde
    – Frauen wollen die Konsequenzen ihrer Entscheidungen nicht tragen
    – das Wahlrecht für Frauen war ein Fehler
    – Frauen gehören an den Herd, nicht in das Leben außerhalb des trauten Heims
    – Frau sagt A, meint aber B, macht dann C, will aber D

  5. Das ist auch mein Eindruck: Feminismus ist mitlerweile (ich sage bewusst, mitlerweile, weil Ich denke, Leute wie Simone de Beauvoir waren da nicht ganz so schlimm) organisierte weibliche Unverantwortlichkeit.

    Frauen sind prinzipiell Opfer einer männlichen Weltverschwörung.

    Und das scheitern von Feministinnen liegt an jedem außer ihnen selbst.

    Und in der Liebe meinen solche, zielgerichtet nur auf die Machos stehen zu müssen und sich dann hinterher zu beklagen, dass wenn die sich nur Machos als Liebhaber suchen, sie auch nur Leute kriegen, die sich wie Machos verhalten.

      • De Beauvoir hat die biologisch bedingte mentale Männlichkeit und Weiblichkeit bereits negiert und den Mythos verbreitet, Frauen würden von Männern zurechtdefiniert.

        Außerdem gab es da wohl auch gewisse pädophile Anwandlungen bei ihr.

        De Beauvoir ist nur eine etwas sympathischere Schwarzer.

        Letztere hat sich nicht umsonst manisch auf erstere bezogen.

    • @Michael Kumpmann

      Ich sehe das noch viel enger: Die Grundintuitionen wurden komplett vom literarischen Feminismus Simone de Beauvoirs vorgegeben und die nachfolgenden Generationen haben nur mit Hilfe von in anderen akademischen Bereichen ausgeliehenen Theorien versucht, zu verstehen, was diese Grundintuitionen bedeuten oder ihre Interpretationen davon empirisch zu belegen. Eigene Kreativität haben sie nicht weiter an den Tag gelegt.

      Kann man auch ganz gut für argumentieren. Mein 3-teiliger post dazu geht am Montag stückchenweise online.

    • @Michael Kumpanen:

      „Und in der Liebe meinen solche, zielgerichtet nur auf die Machos stehen zu müssen und sich dann hinterher zu beklagen, dass wenn die sich nur Machos als Liebhaber suchen, sie auch nur Leute kriegen, die sich wie Machos verhalten.“

      Wrote definierst du Macho bzw. sich wie einer verhalten?

  6. Zurück zur Frage des Admin:

    Ich würde annehmen, daß der Feminismus alle Klischees über Frauen, die mit Mütterlichkeit und mehr noch Aufopferung für Kinder zu tun haben, stiefmütterlich behandelt oder gar bekämpft.

    Hierfür ein trauriges Beispiel: Im Jugoslawien-Krieg in den 1990er Jahren wurden viele Frauen Opfer sexueller Gewalt (natürlich auch viele Männer – aber darum geht es jetzt nicht …). Hiergegen hat der Feminismus einen weltweiten Feldzug geführt. Sehr wirkungsvoll.

    Was der Feminismus nicht getan hat: Auf den sexuellen Missbrauch folgt ja häufig Schwangerschaft und Geburt eines Bastards. Noch dazu in einer von Männern nahezu entvölkerten Region (siehe u. a. Srebrenica). Noch dazu in einer traditional geprägten Region, in der für das Überleben der Frauen und ihrer Kinder Männer nahezu unverzichtbar sind.

    Der Feminismus hat all diese Frauen im Stich gelassen, schlimmer noch: er hat all die unschuldigen Bastards ihrem Schicksal überlassen. Ist wirklich zum Heulen. Man sieht daran recht gut die Unmenschlichkeit des Feminismus. Mütter und Kinder zählen nicht.

    Siehe hierzu:
    Charli Carpenter: Forgetting Children Born of War: Setting the Human Rights Agenda in Bosnia and Beyond. New York: Columbia University Press, 2010

  7. Pingback: Was ist Feminismus? – Teil 3 « jungsundmaedchen

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