Zu den sexuellen Belästigungen am Kölner Bahnhof

In der Silvesternacht ist es wohl zu erheblichen sexuellen Übergriffen am Kölner Hauptbahnhof gekommen. Der Spiegel schildert die Vorfälle wie folgt:

Dutzende Frauen haben wegen Diebstahls und sexueller ÜbergriffeA nzeige erstattet. Sie sollen in der Silvesternacht von mehreren Männern bedrängt und bestohlen worden sein, die Zahl der Täter ist derzeit noch nicht zu ermitteln.

Insgesamt hatten sich laut Polizeipräsident Wolfgang Albers etwa tausend Männer auf dem Bahnhofsvorplatz versammelt. Aus der Gruppe heraus seien auf dem Platz Feiernde mit Feuerwerkskörpern attackiert worden. Er betonte, dass man bei den Vorfällen nicht von tausend Tätern sprechen könne. „Es gibt keine tausend Täter. Es gibt eine Gruppe von etwa tausend Menschen, aus der heraus Straftaten begangen wurden.“

Zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens sollen die Übergriffe auf Frauen passiert sein. „Es hat in sehr hoher Anzahl Sexualdelikte gegeben, auch in sehr massiver Form“, sagte der Albers über die Geschehnisse am Hauptbahnhof. Auch Handys, Handtaschen und Geldbörsen sollen gestohlen worden sein. Mehrere Opfer gaben zu Protokoll, Gruppen von Männern hätten sie umzingelt. Die mutmaßlichen Täter sollen im Alter von 15 bis 35 Jahren gewesen sein.

Wie viele sind betroffen?

Bis Dienstag seien 90 Anzeigen eingegangen, sagte ein Polizeisprecher. Zum Teil gehe es um Taschendiebstähle, zum Teil um sexuelle Übergriffe. Polizeipräsident Albers bestätigte, dass es auch eine Vergewaltigung gegeben habe. Die Polizei vermutet, dass sich noch mehr Opfer melden könnten. Im Zusammenhang mit diesen Vorfällen habe es noch keine Festnahmen gegeben. (…)

Bislang gab die Polizei bekannt, dass die mutmaßlichen Täter „überwiegend aus dem nordafrikanischen beziehungsweise arabischen Raum“ stammen sollen. Zu der genauen Identität der Täter haben die Beamten noch nichts gesagt. Viele glauben nun, dass es sich um Flüchtlinge handelt, das ist allerdings nicht belegt. Auch in den sozialen Medien wird dies nun heftig diskutiert.

„Es gibt keinen Hinweis, dass es sich hier um Menschen handelt, die hier in Köln Unterkunft als Flüchtlinge bezogen haben“, betonte Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) auf einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag. Auch über die Zahl der Täter ist nichts bekannt. Die Tatsache, dass 90 Strafanzeigen vorlägen, bedeute nicht automatisch, dass es auch 90 Täter gebe, erklärte Polizeipräsident Albers.

Wie genau sich die Übergriffe abgespielt haben, ist ebenfalls unklar. Die mutmaßlichen Täter sollen im Getümmel Frauen angefasst und bestohlen haben. Da immer mehr Anzeigen eingehen, kann auch das genaue Ausmaß noch nicht abgeschätzt werden.

Was berichten Zeugen?

Augenzeugen erzählten SPIEGEL ONLINE von ihren Erlebnissen. Besucherin Anne, 27, wollte mit ihrem Freund in der Kölner Altstadt feiern. Schon beim ersten Schritt aus dem Kölner Hauptbahnhof sei sie von den Menschenmassen schockiert gewesen: „Der ganze Platz war voll und fast alles nur Männer. Nur noch vereinzelt dazwischen verängstigte Frauen, die angestarrt wurden.“ Sie sei sich vorgekommen wie auf dem Viehmarkt, und habe sich an ihren Freund geklammert. „Ich kann das kaum beschreiben, ich habe mich einfach nur unwohl gefühlt.“ Wenig später habe sie „die erste Hand am Hintern gehabt“.

„Frauen wurden eingekreist, Leute, die sich einmischen wollten, wurden bedroht“, sagte ein Augenzeuge dem „Kölner Stadtanzeiger“. Eine 60-jährige Frau berichtet der Zeitung, dass sie und eine Freundin mehrfach von Gruppen aus vier bis sechs jungen Männern umkreist wurden. „Die haben versucht, uns anzumachen, wir fühlten uns bedroht“, sagt die Frau. Später habe am Bahnhof das „totale Chaos“ geherrscht. Viele der jungen Männer seien dort betrunken sehr aggressiv geworden, es sei zu Schlägereien gekommen.

 Es gab also anscheinend eine Ansammlung von Männern, aus denen heraus 50-80 Personen entsprechende Straftaten begangen haben, wobei es teilweise zu extremen Belästigungen gekommen ist, teilweise sollten die Belästigungen wohl auch nur Diebstähle ermöglichen.
es ist wohl auch zu zumindest einer Vergewaltigung gekommen und andere Schilderungen waren Finger in „allen erdenkbaren Körperöffnungen“.
Sicherlich ein enormer Vorfall, wenn auch nicht 1000 Leute, die alle über Frauen hergekommen sind.
Nach Erkenntnissen der Ermittler könnten die Täter aus dem Milieu der aus Nordafrika stammenden Trickdiebe stammen, die als sogenannte Antänzer seit längerer Zeit in Köln ihr Unwesen treiben. (…)

Diese Art von Seriendiebstählen ist ein massives Sicherheitsproblem in der Stadt am Rhein. „In Köln haben wir 12.000 Delikte im Jahr“, sagte Kriminalhauptkommissar Günther Korn im Sommer 2014 zu SPIEGEL TV. „Das sind 5000 mehr als 2007.“ Und das obwohl die Beamten in dem Zeitraum dreimal mehr Trickdiebe gefasst hätten als 2007. „Wir können gar nicht so viele Täter festnehmen wie nachwachsen“, so Korn. Die geringen Strafen, die in Deutschland für Eigentumsdelikte verhängt werden, schrecken offenbar nur wenige Täter ab.Diese Art von Seriendiebstählen ist ein massives Sicherheitsproblem in der Stadt am Rhein. „In Köln haben wir 12.000 Delikte im Jahr“, sagte Kriminalhauptkommissar Günther Korn im Sommer 2014 zu SPIEGEL TV. „Das sind 5000 mehr als 2007.“ Und das obwohl die Beamten in dem Zeitraum dreimal mehr Trickdiebe gefasst hätten als 2007. „Wir können gar nicht so viele Täter festnehmen wie nachwachsen“, so Korn. Die geringen Strafen, die in Deutschland für Eigentumsdelikte verhängt werden, schrecken offenbar nur wenige Täter ab.“Wir nehmen es nicht hin

Im Interview mit SPIEGEL ONLINE hatte der Braunschweiger Kripo-Chef Ulf Küch vor einiger Zeit das Problem mit Kriminellen unter anderem aus Nord- und Zentralafrika beschrieben. Der Großteil der Flüchtlinge werde hingegen nicht straffällig, betonte Küch. „Wir stellen fest, dass zwar nur sehr wenige Zuwanderer als Straftäter auffallen, diese dann aber häufig eine Vielzahl von Delikten begehen“, so der Kriminaldirektor. Erhebungen des Bundeskriminalamts stützen seine Beobachtung.

Hier scheint sich also eine gewisse Kriminalität entwickelt zu haben, der schwer Herr zu werden ist und die in der Silvesternacht eskaliert ist. Ich kann verstehen, wenn einem eine solche Situation Angst macht und hier gerade die Menge eine sehr einschüchternde Wirkung hat.
Es ist allerdings festzuhalten, dass der eigentliche Täterkreis relativ klein zu sein scheint und es wohl schwer werden wird, die passenden Personen zu identifizieren.
Das Problem ist zum Einen, dass sich so etwas überhaupt ereignet, wobei es bei einer bereits erfolgten Versammlung an einem bestimmten Ort und gerade auch Silvester sicherlich schwer zu verhindern ist. Welche Dynamiken hier letztendlich am Werk waren wird man nur schwer ermitteln können.
Innerhalb dieser Banden scheint ein gewisses Gefühl des „Über dem Recht stehens“ zu herrschen, denn sonst ist eine solche massive Aktion schwer vorstellbar.
Das alles muss aber nicht bedeuten, dass Flüchtlinge an sich gefährlich sind. Wie angeführt wir der Großteil eben gerade nicht straffällig.
Die eigentliche Brisanz liegt aber darin, dass dieser Vorteil für beide Seiten gut ausnutzbar ist.
Erzaehlmirnix Koeln Silvester

Erzaehlmirnix Koeln Silvester

Tatsächlich können beide Seiten die Vorfälle für sich nutzen:
1. Die Vorfälle aus der Sicht des intersektionalen Feminismus
Aus Sicht des intersektionalen Feminismus stellt sich das gleiche Problem, welches auch bereits im Umgang mit dem Islam oder der arabischen Welt besteht:

Der intersektionale Genderfeminismus gilt als der “modernere Feminismus” und fächert wesentlich breiter auf. In ihm kämpfen weniger Männer gegen Frauen, sondern es gibt verschiedene Ebenen, auf denen bestimmte gesellschaftliche Regelungen dafür sorgen, dass einige Menschen, die diese Regelungen umsetzen oder auf die sie zugeschnitten sind, Privilegien haben und damit andere Menschen innerhalb der gleichen Kategorie benachteiligen. Wer die meisten Privilegien hat, der unterdrückt am meisten und ist insofern – sofern er die Privilegien nicht hinterfragt und versucht die Nachteile der anderen auszugleichen – in gewisser Weise böse. Privilegierte Positionen können dabei alle nahezu alle Positionen sein, die irgendwie vorteilhaft sind, mit Ausnahme den Vorteilen einer Opferstellung. Bekannte Einordnungen sind Geschlecht (Mann privilegiert, Frau nicht) Rasse (Weiß privilegiert, andere Hautfarben nicht), sexuelle Orientierung (Heterosexualität privilegiert, andere Ausrichtungen nicht) aber auch Religion (christlich ist privilegiert, andere Religionen nicht) (dieser Punkt ist wohl etwas strittig, es kommt dabei wohl auf den Kontext an).

In dieser Betrachtungsweise ist es demnach Rassistisch als Weiße anzunehmen, dass die Taten damit zusammenhängen, dass sie von Schwarzafrikanern begangen worden sind. Es ist auch bereits eine unzulässige Kategorievermischung, denn in der Kategorie Geschlecht ist das Unterdrückungsverhältnis klar definiert: Mann unterdrückt Frau. In die Kategorie „Rasse“ kommt man beim Thema sexuelle Belästigung gar nicht.

Der Ausweg ist glücklicherweise leicht: Man wertet dies nicht als etwas besonderes, sondern verweist darauf, dass es vielleicht etwas radikaler als sonst war, für die meisten Frauen das tägliche Leben eh ein Spiesrutenlauf tagtäglicher Belästigung ist, bei dem Frauen so etwas ständig erleben, und zwar von allen Hautfarben. Jetzt passt es auch wieder in das System, denn das Hervorheben der Übergriffe durch Schwarzafrikaner (darf man hier von PoCs schreiben?) ist dann:

  • Leugnung der Rape Culture vor Ort („gute Deutsche machen das nicht“)
  • Rassismus („wenn PoCs etwas machen, dann wird es erwähnt, im täglichen Leben ignoriert“)

Wir sind also wieder sauber in den Schubladen. Der WHM steht in der Unterdrückerolympiade wieder an erster Stelle und man hat auch noch Rassismus abgewehrt

Interessant ist dabei aus meiner Sicht, dass feministische Theorie durchaus voraussetzen könnte, dass Schwarzafrikaner mehr Übergriffe machen müssten, wenn man sie stimmig verfolgt. Denn die Rape Culture ist ja Ausdruck toxischer Männlichkeit und einer ablehnenden Einstellung gegenüber Frauen sowie einer Überbewertung von festen Geschlechterrollen und des Männlichen. Beides findet man in schwarzafrikanischen Kulturen durchaus sehr deutlich vor, wenn ich mir so einige Schilderungen von Besuchen schwarzer Bekannter in ihrem Heimatland anhöre. Weswegen diese Länder in der Regel auch einen deutlich schlechteren „Gleichberechtigungswert“ haben. Wenn der Glaube an Gleichberechtigung, Feminismus etc zu einer Verringerung von solchen Taten führen müsste, dann ist eben in diesen Kulturen eine „toxischere Männlichkeit“ vorhanden. Natürlich wäre dies nicht damit vereinbar, dass der WHM, der weiße heterosexuelle Mann, das Schlimmste ist, was es auf dieser Welt gibt. Die Begründungen sind hier in sich widersprüchlich, was aber ausgeblendet wird.

2. Der „klassische“ Feminismus nach Alice Schwarzer und der Emma

Ein anderes Bild zeigt sich bei einem „Beauvoir-Feminismus“, bei dem sich schlicht zwei feindliche Gruppen, Männer und Frauen, im Kampf um Macht bekämpfen. Da ist dieser Vorfall ein klarer Fall von „Männer gegen Frauen“ und das Nichteinschreiten der Polizei macht deutlich, auf welcher Seite der Staat steht.

In der Emma dazu:

Die Gesamtlage eskalierte so, dass der Bahnhofsvorplatz am späteren Abend wegen Randale zeitweise geräumt wurde. Aber wegen sexueller Belästigung wurde nicht ein Mann arrestiert.

143 Beamte vor Ort – und die haben alle nichts gehört bzw. gesehen?

„Die Täter versuchten durch gezieltes Anfassen der Frauen von der eigentlichen Tat abzulenken – dem Diebstahl von Wertgegenständen“, heißt es in der Pressemitteilung der Kölner Polizei. Was will sie uns damit sagen? Dass sexuelle Belästigung keine „Tat“ sei? Und übrigens: Wer ein Handy klauen will, der tut das schnell und heimlich. Männer, die Frauen umzingeln und ihnen zwischen die Beine greifen, wollen genau das tun. Sie stehlen den Frauen nicht nur das Handy, sie stehlen ihnen auch die Würde.

So wie Männer es seit Jahrhunderten tun, überall auf der Welt, allerdings in der Regel in Häusern, hinter verschlossenen Fensterläden, im Verborgenen. Die „neue Qualität“ der Übergriffe am Hauptbahnhof liegt in der Enthemmtheit, diese Gewalt in der Öffentlichkeit auszuüben – unter den Blicken von tausenden von Zuschauern, inklusive denen der Polizeibeamten. Das hat es in Deutschland so noch nie gegeben.

Und ist da noch eine Frage, die vor dem Hintergrund der ohnehin aufgeladenen Flüchtlingsdebatte schon jetzt für Zündstoff sorgt: Woher kamen diese Männer? Wie kann es sein, dass sich eine solche kompaniestarke Anzahl von Männern zusammenrottet und an einem öffentlichen Platz wie dem Bahnhof über Stunden randaliert?

Hier sind es also schlicht Männer, und diese sind enthemmt genug um hier ganz offen Frauen die Würde zu stehlen, stellvertretend für alle anderen Männer, die das gerne wollten.

3. Antje Schrupp

Bei Antje Schrupp findet sich auch eine interessante Sichtweise:

Aber gleichzeitig können wir auch nicht darüber hinwegsehen, wenn es – wie in diesem Fall – konkrete Hinweise gibt, dass eine Gewalttat mit einem bestimmten kulturellen Hintergrund korreliert. Frauen müssen jederzeit gehört und ernst genommen werden, wenn sie angegriffen werden, und in jedem Fall müssen die Täter konsequent verfolgt werden, egal wer oder was sie sind. Allerdings mit sachlicher Ursachenforschung, nicht mit hysterischen Schnellschüssen. Und alles, was sich aus den Kölner Ereignissen bisher ablesen lässt ist, dass es auch unter nordafrikanisch aussehenden Männern gewalttätige Arschlöcher gibt.

Natürlich ist es möglich, dass die – auch – sexuelle Gewalt von Köln in einem Zusammenhang steht mit der kulturellen Herkunft der Täter. Also nicht nur mit ihrer persönlichen, sondern mit einer kulturspezifisch abwertenden Sicht auf Frauen. Aber selbst dann, selbst wenn frauenfeindliche Einstellungen zusammen mit Migrations- und Flüchtlingsbewegungen sozusagen nach Deutschland importiert würden (und ich fände es gut, wenn das mal substanziell untersucht würde, anstatt nur dauernd Bauchmeinungen zu dem Thema herumzuschleudern) – selbst dann könnte das nicht bedeuten, dass Deutschland die Schotten dicht macht und niemanden mehr ins Land lässt. (…)

Also strengen wir uns bitte schön an und etablieren eine sichtbare Kultur des Respekts vor der Freiheit der Frauen. Sensibilisieren wir die Polizei dafür, sexuelle Belästigung stärker auf dem Radar zu haben und konsequenter dagegen vorzugehen. Stärken wir Mädchen in Schule und Kindergarten, für ihre Ideen und Ansichten einzustehen, auch gegen Widerstände. Bringen wir Jungen von klein auf bei, dass sie Mädchen und Frauen zu respektieren haben, dass sie nicht aufgrund ihrer Männlichkeit über ihnen stehen. Machen wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit klar, dass Frauen sich anziehen und bewegen können wie sie wollen und niemand deshalb zu Übergriffen (oder dummen Kommentaren) irgendeiner Art berechtigt ist. Gewöhnen wir es uns an, bei anzüglichen Witzen, sexistischen Sprüchen und übergriffigem Auftreten immer und sofort zu intervenieren: Und zwar nicht nur wir Frauen, sondern auch die Männer, die ihresgleichen dabei konsequent in die Schranken weisen müssen. Ganz egal, welche Herkünfte, Religionen oder kulturelle Hintergründe dabei im Spiel sind – oder wie viel Alkohol.

Als Differenzfeministin muss sie weit weniger als der intersektionale Feminismus um die mögliche Erklärung „andere Kultur“ herumtanzen, scheint mir aber gleichzeitig eine Form der „toxischen Männlichkeit“ ins Spiel zu bringen, die man bekämpfen muss. Eine indirekte Schuldzuweisung auch an „die Männer“ die „ihresgleichen“ konsequent in die Schranken weisen müssen. Nur das mich eben mit afrikanischen oder deutschen Banden nichts verbindet, ich werde sie schon zum Schutz meiner Selbst sicherlich nicht in ihre Grenzen weisen, weil ich das gar nicht kann. Es dürfte dieser Subgruppe auch im übrigen relativ egal sein, wie sich anderweitig Männer benehmen, es sind schlicht sehr getrennte Verhältnisse. Sie leben in einer eigenen Subkultur, in der sie deren Werte hochhalten und insofern von Außen nicht beeinflussbar sind.

4. Die „Jetzt schweigen die Feministinnen“-Gruppe.

Die andere Gruppe, die Erzählmirnix aufgeführt hat, sind die, die in diesem Vorfall eine Zäsur sehen, die entscheidend für den Feminismus ist.

Wenn da eine Feministin diese Taten nicht sofort bespricht, dann setze sie sich nicht mehr für Frauen ein. Das Schweigen der Feministinnen und eine nicht umgehende Verurteilung dieser Taten gerade auch unter Hinweis darauf, dass es Schwarzafrikaner waren, sei ein eindeutiger Beleg, dass Fraueninteressen den Feministinnen egal sein.

Teilweise wurde dies auch noch postuliert, obwohl es bereits zahlreiche feministische Stimmen gab.

Inzwischen haben sich einige Feministinnen bereits über Twitter geäußert:

Und auch die Mädchenmannschaft hat einen Artikel

Aus meiner Sicht ist es im Rahmen des Intersektionalismus in einer (wenn auch reichlich schwer aufrechtzuerhaltenden Logik) durchaus vertretbar, dass nicht zu thematisieren. Überdies gibt es keine Pflicht zu einem Thema sofort etwas zu sagen, gerade wenn es über den Rassismusbezug durchaus ein sensibles Thema ist.

Aus meiner Sicht scheint das Problem zunächst sehr aufgeblasen worden zu sein, es war erst von 1.000 Tätern die Rede, wo wahrscheinlich lediglich 50 Leute tatsächlich gehandelt haben.

Und auch rassistische Zuschreibungen gar es in der Tat viele.

Ich teile dabei die Einschätzung, dass der intersektionale Feminismus über seine starre Gruppeneinteilung und sein Beharren darauf, dass der weiße Mann der Schurke ist, bestimmte Probleme, etwa wesentlich problematischere kulturelle Ansätze und eine deutlichere Verachtung von Frauen ignoriert und insoweit sogar wegschaut. Und die „Rettung“ darüber, dass man im Gegenzug so tut als würden sich solche Szenen beständig von „Biodeutschen“ auf dem Oktoberfest oder an anderen Orten in Deutschland abspielen ist die typische feministische Panikmache, für die ich wenig Grundlage sehe. Natürlich darf auch die Nazikeule bzw. Rassismusvorwürfe in alle Richtungen dann nicht fehlen.

Man sollte aber schon schauen, dass man sich diese dann nicht durchaus verdient.

Wer aus „50 Schwarzafrikaner haben (vermutlich) eine erheblich Anzahl von Frauen belästigt“ macht, dass damit die Schlechtigkeit aller Flüchtlinge erklärt ist, der bewegt sich weit außerhalb dessen, was man daraus Schlußfolgern kann.

Insoweit würde ich sogar Frau Schrupp zustimmen, dass es interessant wäre, die kulturellen Einflüsse und die sonstigen Einflüsse, die die Täter hierzu verleitet haben, genauer aufzuschlüssen, und dies ohne Tabus, aber sachlich.

 Das Thema wird jedenfalls umfassend diskutiert, Beiträge auf anderen Blogs: