Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 5. Januar 2016

Bericht eines Aussteigers aus dem Feminismus

Ein interessanter Bericht einer Aussteigers aus der Social Justice Szene/ dem Feminismus

Changing was a long process. I initially got into SJW groups sort of through popularity- feminism was supposed to be THE thing for equality, and I wanted everyone to be treated well, so I joined a bunch of feminist forums, which branched into more garden variety SJW circles. Initially I had no idea there was a dark side to it.

Das scheint mir ein verbreiteter und auch verständlicher Einstieg zu sein: Da sind Gruppen, die sich gegen Ungerechtigkeit einsetzen, für Gleichberechtigung, gegen Rassismus, also für Werte, die man teilt und die Unterstützung verdient haben.

I had some weird views before; I think in a lot of ways I was a stereotypical white knight. I was depressed at the time, and being applauded for being progressive definitely was an ego boost. Fighting people I perceived as bigoted made me feel better about myself. My SJW tendencies were based mostly out of self loathing- I felt weird, like an outcast, had never had a girlfriend, hated myself, and thought that I was fixing myself by jumping deep into feminism. I armed myself with a lot of bad statistics (like the 1 in 4 rape stat) and felt smart because of it.

Die Theorie, dass gerade männliche Feministen gerne den Helfer und Beschützer spielen wollen, hatten wir hier ja neulich schon. Ich könnte mir auch vorstellen, dass gerade Männer, die durchaus nicht so gut bei Frauen ankommen, da auf mehr Akzeptanz hoffen und sich deswegen dafür interessieren. Zumal „Game“ mit (radikalen) Feminismus auch nicht wirklich kompatibel ist.

After a while it becomes second nature; you just sort of convince yourself that you’re on the right side and see your opponent as a stereotype out of reflex. That can happen here too, but SJW’s actively encourage it. You become utterly convinced that you’re part of an elite, enlightened group fighting an aging generation of uneducated racists and sexists.

Das ist glaube ich einer der stärksten Anziehungspunkte und auch ein Grund, warum es so schwer ist, diese Sicht aufzugeben: Es wird eine starke In-Group geformt, aus der heraus man schnell der „Feind“ ist, und damit die Verkörperung allen übels. Es gibt insofern nur warm oder eiskalt. Ein Wir-Gefühl aufgeladen mit dem Gefühl der moralischen Überlegenheit in Verbindung mit dem Kampf gegen einen moralisch fragwürdigen Feind, dazu noch mit dem Gefühl, dass man auf der Seite der Gewinner steht, weil die anderen veraltet sind und man sie nur „vom Thron“ stoßen muss ist eine sehr effektive Sache um eine starke Zugehörigkeit zu der Gruppe und starke Hemmungen, sie zu verlassen, aufzubauen

But eventually I started to realize that I had incomplete information. I lost a lot of arguments to people I’d stereotyped as being dumb. The people I called allies just jumped to ad hominem attacks and semantic arguments, and that made them secure in their beliefs. That’s how they operate; when they lose, their mental gymnastics aren’t supposed to convince you. It’s to convince themselves, to justify not changing their sources or beliefs. And it’s very effective at that. It worked for me for a while.

Auch eine interessante Perspektive: Wenn man den anderen nicht überzeugen kann, dann muss man ihn abwerten oder sich etwas ausdenken, warum er dennoch unrecht hat um die eigenen versunkenen Kosten zu retten. Der Feminismus ist voll von solchen Mechanismen, von der Idee, dass Unterdrückung immer binär innerhalb einer Gruppe erfolgt, dass also eine Seite die Nachteile hat und die andere die Vorteile, die schwammigen Begriffe von Patriarchat bis Privilegien oder Rape Culture. Ein großer Teil der feministischen Theorie enthält Immunisierungsstrategien. Was falsch ist, dass ist eben Patriarchat, internalisierter Sexismus, Gehirnwäsche für alle anderen.

But eventually it wasn’t enough for me. I started trying to revise feminist arguments with new, accurate sources. I’d correct people on my own side on forums and whatnot. They hatedthat, and jumped right to calling me a rape apologist and a woman hater. I was blown away, it contradicted my notion that we were the logical side.

Dieser Umschwung ehrt ihn und ich wünschte mir mehr feministische Leute würden dieses Eingeständnis machen oder diese Erkenntnis haben oder auch nur diese Vorgehensweise an den Tag legen. Feministische Argumente überprüfen, sich andere Quellen anschauen, in Diskussionen einsteigen, keine Angst davor zu haben damit anzuecken. Und dann die Erkenntnis zuzulassen, dass man im falschen Club ist.

At the same time I started college, my grades were pretty awesome and college was way less stressful for me than high school had been. I had so much more time I took an active interest in learning some real skills for the first time. I’m making my own indie game now in between my regular job, based on the skills I learned my first couple years of college in my free time. I also got a girlfriend for the first time. She was (and is) amazing, best thing that ever happened to me.

Auch eine interessante Wendung: Er erfährt Bestätigung in anderen Dingen, er hat eine Freundin, mit der er sich anscheinend gut versteht und die ihm auch Sicherheit und Selbstsicherheit geben Das dürfte ihm dem Ausstieg stark erleichtert haben. Das ansonsten viele Personen im Feminismus aktiv sind, die Depressionen haben, wegen ihres Körpers nicht akzeptiert werden oder ansonsten nicht der Norm entsprechen und dort zum einen Bestätigung und eine Clique, eine Supportgroup vorfinden, ist ein nicht zu unterschätzender Aspekt-

This stuff gave me a little bit of pride that was extremely harmful to the communities I was in. Whereas before when someone generalized most men as rapists, it had given me an opportunity to feel superior to other men while still hating myself, now all of a sudden it offended my new-found self worth. Their communities thrive on self loathing disguised as elitism.

Auch ein interessanter Wechsel: Vorher brauchte er etwas um sich besser als die anderen Männer zu fühlen. Sie als Vergewaltiger zu sehen und sich selbst als jemand, der sich davon befreit hat, war insofern besser. Als er selbst seinen Wert als Mann erkannt hat, brauchte er sich nicht mehr über andere Männer zu erheben und damit war es auch weniger interessant, diese abzuwerten. Er brauchte auch weniger die Bestätigung durch den Feminismus, was diese Abwertungen auch uninteressanter machte. Interessant wäre auch, ob es geholfen hat, dass seine Freundin vielleicht gerade seine männliche Seite mochte und er dadurch den Kontrast stärker empfand.

And then the womens‘ studies class I took in college cited people absolutely insane- like Andrea Dworkin. Even as indoctrinated as I was at the time, I still knew that class was too far.

Das ist auch eigentlich leicht zu merken.

I still find it funny that, though most of the class started out conservative and was roped into SJW mentalities, I started out SJW and by the end of the class it had practically ruined feminism for me. Because I’d been a part of it before. I knew when the professor was wrong. I knew how hollow the „peace and acceptance“ spiel they preached was. I knew the counter points to their sources. It felt like a bad joke to me at the time; I knew how my classmates felt, I’d felt the same way months earlier. But I was powerless to actually explain that to anyone, they just demonise and talk in circles until the argument goes away. As I had done months earlier.

Hier sieht man zwei Sachen sehr gut:

  • Die Wichtigkeit eines Frames: Die anderen Studenten hatten einen positiven Frame gegenüber diesen Theorien, der Verhinderte, dass sie erkennen konnten, dass sie eigentlich keine Argumente hatten. Er hatte hingegen einen ganz anderen Blick auf diese Geschehnisse, weil er eben diesen Frame nicht mehr teilte.
  • Die Wichtigkeit von Aufklärung und dem Bereitstellen von Gegenargumenten für einen solchen Framewechse

Es ist eben eine Frage, was man erkennen will und inwieweit man diese andere Sicht beibehalten kann.

At first I felt bad, ashamed, for going against everything. I wanted to be convinced again, I wanted to be a good SJW again. And all of a sudden I realized it wasn’t going to get better. I was in a university class about feminism, overrun with SJW’s, and they had worse arguments than I’d seen online. There was no smarter next level to feminism that I was just too stupid to see. That was it. I was at the top and our arguments still sucked.

Auch das ist etwas, womit der Feminismus und der Poststrukturalismus gerne arbeitet. Es werden hochkomplexe Texte geschrieben, Nichtigkeiten werden zu Theorien aufgeblasen, man behauptet, dass das alles bei Butler etc erklärt ist, das man die eben nur nicht verstanden hat und sich nur mehr mit der Sache beschäftigen muss. Dabei ist feministische Theorie in vielen Fällen sehr simpel und in dieser Darstellung fallen dann auch die Logikfehler auf. Deswegen kommt so gerne „Lies eben Butler, da ist es alles belegt“. Und deswegen ist es auch so gut, Butler gelesen zu haben und darauf hinweisen zu können, dass da gar nichts belegt ist, dass es reine Philosophie ohne eine Grundlage ist.

Es ist das „der Kaiser ist nackt“-Erlebnis

The last straw was when I made a desperate, ditch effort to convert my brown female girlfriend to feminism with me. It failed; she said feminists in her country were crazy. We argued a bit. Finally it felt like a curtain was being pulled back and I realized the ridiculousness of it all. I was a stupid white knight arguing with a brown girl that she should be more feminist. I deconverted on the spot. I stopped being ashamed of myself, a lot of things changed about the way I see myself and the world. Ironically, I stopped seeing every situation as a men vs. women or race vs. race binary. SJW’s insist their goal is to make everyone equal, and for a long time I believed it, but their communities actually enforce factionalism and division.

Das ist wahrscheinlich eine durchaus praktische Form für den Ausstieg: Einen guten Freund oder noch besser eine Beziehung haben, die einem, vorzugswürdigerweise nachdem man bereits Zweifel hatte, aus der Sache heraus hilft, indem er einen deutlich macht, dass es Blödsinn ist.

I know this post makes me look bad, I cringe every time I think about the things I used to believe and say. I feel bad about the good people I insulted and wrote off. The good news is, I’m not the same person as I was in my mid-late teens. My life actually functions and has a purpose now, so that’s nice. I try to see every situation in terms of individuals now, not sides. I’m not depressed any more, I have a regular decent paying job, I’m developing a game on the side, and I’m about to marry my wonderful fiance‘.

Das ist glaube ich auch ein sehr wesentlicher Perspektivenwechsel: Nicht mehr „Wir gegen die“, sondern „warum handeln Individuen auf eine bestimmte Weise und was entwickelt sich daraus für Strategien, wenn andere auch so handeln“

Wenn mitlesende Feministen sich ihn zum Vorbild nehmen würden, dann würde mich das freuen.

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Responses

  1. „And then the womens’ studies class I took in college cited people absolutely insane- like Andrea Dworkin.“

    Ich dachte nur pöse Maskus behaupten das Dworkin noch eine Rolle spielt?

    😄

  2. Dass Feminismus schlecht für Männer ist, sollte ja relativ schnell einleuchten. Aber meinem Eindruck nach ist Feminismus auch schlecht für Frauen. Ich habe noch nie eine Feministin gesehen, die glücklich wirkt.

    Daher die Frage an mitlesende Feministinnen:

    Könnt Ihr mal darlegen, was Euch Feminismus gebracht hat?

    Es gibt sicherlich einige, die irgendeine Genderstelle besetzen und insofern ganz klar objektive Vorteile daraus ziehen. Aber das werden sehr wenige Frauen sein. Außerdem gibt es sicherlich auch den von dem „Aussteiger“ beschriebenen Faktor, dass es anfänglich gut für den Selbstwert ist, „für eine gerechte Sache zu kämpfen“, zu einer Gruppe von „Guten“ zu gehören oder gesagt zu bekommen, dass die eigenen Gefühle und die eigene Weiblichkeit gut sind. Aber wie sieht es jenseits des „feel good“ aus? Welche Auswirkungen hat Eure feministische Gesinnung auf soziale Beziehungen? Habt Ihr mehr und bessere soziale Beziehungen? Ist der Sex besser? Welche Vorteile seht Ihr davon?

    • Es gibt sicherlich einige, die irgendeine Genderstelle besetzen

      Selbst die, die ich kennengelernt habe, die in der „Branche“ sind, und „objektive vorteile“ haben, habe ich nicht wirklich als glücklich erlebt.

      Mit einer Ausnahme wirkten alle auf mich irgendwie enttäuscht vom Leben. So ein bisschen das, was Büroangestellte so um die 30 entwickeln, wenn sie merken, dass sie immer inkompetente Chefs haben werden, und nicht den Lebenslauf, der ihnen eine Beförderung ermöglicht. Oder sie die beförderung bekommen, und merken, dass sie immer noch einen Bürojob haben.

      Nur, dass das bei den Feministen nicht in innere Kündigung, Bürohumor und Sarkasmus umgesetzt wurde, sondern in verstärkte Suche eines Schuldigen (das Patriachat).

      Ein selbstverstärkender Effekt, der das Unglück imho nur steigert, weil es die Änderung der Situation zunehmend unmöglich macht.

  3. Der Bericht hier ist meiner Ansicht nach denn hilfreich, wenn man ihn als Fallbericht von „Radfem“ liest. In jeder sozialen Bewegung gibt es (viele?) Mitläufer und Opportunisten, die sich gar nicht so sehr mit der Sache, als mehr mit der Bewegung identifizieren. Das ist keine Eigenheit des Feminismus und die Erfahrungen kann man überall machen (Religiöse, Linke, Rechte, Umweltschützer, Nationalisten, Kosmopoliten, Xenophobe, Xenophile etc.). Was ich allerdings inhaltlich bedenklich finde ist, dass er ja sagt, dass er die Argumente des Feminismus kenne und die Gegenargumente bereit hätte, die sogar seine Professoren und früheren Mitstreiter kalt gemacht hätten, hätten sie ein offes Ohr gehabt, aber er selbst vercheckt das Ziel des Feminismus:

    „SJW’s insist their goal is to make everyone equal, and for a long time I believed it, but their communities actually enforce factionalism and division.“

    Zunächst ist SJW und Feminismus was anderes und es geht bei aller Radikaliät doch um eine rechtliche Gleichstellung und eine Befreiung von Diskriminierung (die ja laut Aussage der SJWs besteht) und nicht darum, dass alle tatsächlich gleich sind.

    • Quatsch.

      Und bei dir geht’s ganz genauso wie beschrieben um narzisstischen Mißbrauch für die Droge “Überlegenheitsgefühl“. Dazu bedarf es bigottes Bullying anderer. Gehört zu den sozial im Hinblick auf Destruktivität perfidesten Maschen überhaupt.

      Du bist auch einer von ihnen … 🙂

      • „Und bei dir geht’s ganz genauso wie beschrieben um narzisstischen Mißbrauch für die Droge “Überlegenheitsgefühl“.

        Gleich mal agressiv beleidigen, da frage ich mich, wer hier irgendwelche Störungen aufweist.

        Da du auch nicht auf den von mir kommentierten Aspekt eingehst und vorbei redest (damit du die nächste Unflätigkeit ablassen kannst – destruktiv, perfider Mensch bin ich also, aha 😀 ) sehe ich zwischen dir und den im Artikel beschriebenen Feministinnen eigentlich keinen großen Unterschied.

        • Interessant, das eine Einordnung als SJW von einem SJW als “aggressive Beleidigung“ aufgefasst wird.

          Bei Kritik oder Spiegel kommt sofort armes Opferlein. Dann wie auch hier DARVO.

          Im Grunde ist es das Abziehverhalten eines Teenagers. Und viele fallen darauf herein.

          Und von “Creedinger“ hab ich noch nichts anderes gesehen.

          🙂

    • ät Creedinger und alle Interessierten:

      „In jeder sozialen Bewegung gibt es (viele?) Mitläufer und Opportunisten, die sich gar nicht so sehr mit der Sache, als mehr mit der Bewegung identifizieren.“

      – Ein guter Hinweis. Das, was der Ex-Feminist und EC beschreiben, ist allgemeingültig und in jeder Ideologen-Gruppe zu finden.
      Die Frage ist daher, wie das kommt und wieso gerade unsere modernen westlichen Gesellschaften derart viele gefährliche Spinner-Grüppchen ausgebildet haben.

      In Afrika oder Arabien zB gibt es ja nur den Islamismus. Feministen, Nazis, Ökos, Kommunisten? Fehlanzeige.

      Was meint Ihr?

      • „Die Frage ist daher, wie das kommt und wieso gerade unsere modernen westlichen Gesellschaften derart viele gefährliche Spinner-Grüppchen ausgebildet haben.“

        Tooootal kompliziert die Frage – Weil wir freie Gesellschaften sind.

        • ät Adri:

          „Weil wir freie Gesellschaften sind.“
          – Richtig, aber reicht diese Antwort? So einfach ist es nicht, Adrian.
          Das deutsche Kaiserreich war eher mäßig liberal, wenn überhaupt. Trotzdem hatte Deutshchland schon vor 120 Jahren ganz ähnliche Spinnergrüppchen wie heute; mehr als die liberaleren Nachbarn in GB oder F.

      • @ Axel

        „Die Frage ist daher, wie das kommt und wieso gerade unsere modernen westlichen Gesellschaften derart viele gefährliche Spinner-Grüppchen ausgebildet haben.“

        Vielleicht liegt es unter anderem auch daran, dass Menschen von der Natur durch und durch darauf angelegt sind, Grüppchen zu bilden.

        Siehe oben:

        „Es wird eine starke In-Group geformt, aus der heraus man schnell der “Feind” ist, und damit die Verkörperung allen übels. Es gibt insofern nur warm oder eiskalt. Ein Wir-Gefühl aufgeladen mit dem Gefühl der moralischen Überlegenheit in Verbindung mit dem Kampf gegen einen moralisch fragwürdigen Feind…“

        Im „Busch“ damals war es überlebensnotwenig, Gruppen zu bilden und gegen andere Gruppen zusammenzuhalten. Daran sind wir Menschen evolutiv angepasst. Wenn dann eine freie, westliche Gesellschaft die Möglichkeiten bietet zum Grüppchen bilden, dann bilden Menschen halt Grüppchen.

        Der „Feind“ von der anderen Gruppe wird dann zwar gottseidank in aller Regel nicht mehr getötet, aber dafür ziehen sie dann z.B. im Internet über ihn her. Darauf, dass sie ihn nur wegen seiner Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe als Feind empfinden, sind sie bzw. wir Menschen programmiert.

        Ein entscheidender Grund, warum es auf dieser Welt so grausam zugeht, wie es zugeht.

        Wie stark Menschen aufs Grüppchenbilden aus sind, sieht man ja schon bei Jugendlichen, für die dann die „peer group“, wie das im Fachjargon immer heißt, oft so unheimlich wichtig ist.

        • ät Matthias:

          „dass Menschen von der Natur durch und durch darauf angelegt sind, Grüppchen zu bilden.“
          – Genau. Wir konkurrieren miteinander, weil Artgenossen ja fast alle dieselben Ressourcen brauchen. Würde jeder gegen jeden kämpfen, würden eine Handvoll gewinnen und die Population wäre im Eimer.
          Bilden wir Konkurrenzgrüppchen, läuft das stabiler ab. Du mußt zwar an Gruppenmitglieder abgeben, aber das ist halt der Kompromiß.

          „Wenn dann eine freie, westliche Gesellschaft die Möglichkeiten bietet zum Grüppchen bilden, dann bilden Menschen halt Grüppchen.“
          – Genau wie die serielle Monogamie, die von der Ackerbauernkultur unterdrückt wurde.

          „Darauf, dass sie ihn nur wegen seiner Zugehörigkeit zu einer anderen Gruppe als Feind empfinden, sind sie bzw. wir Menschen programmiert.“
          – Offensichtlich. Was mich aber wundert, wie die Ideologie als Gruppenkitt entstehen konnte.
          Jared Diamond berichtet aus Neuguinea, daß die Dörfler sich dort auch ganz ohne großes Glaubens-Buhei haßten. Es reichte der Wohnort als Kitt.

          Vielleicht ist das der Knackpunkt: Ist der Wohnort nicht mehr fest, bilden sich Ersatz-Symbole wie eine Ideologie heraus.

          Aber seit wann ist das so? Religionen kann man seit der kulturellen Explosion um 40.000vh annehmen. Trotzdem lebten die Menschen damals noch in kleinen Nomadengrüppchen. Um die andere Gruppe zu hassen, brauchte es keinem Glauben.
          Hieße, die Ideologie als Gruppenmerkmal hätte sich erst um 10.000 vh herausgebildet. Aber ob das so spät auch genetisch abgespeichert worden sein kann? Unglaubhaft.
          Und was Genetisches ist da im Gange, weil kosmopolitisch.

          „Wie stark Menschen aufs Grüppchenbilden aus sind, sieht man ja schon bei Jugendlichen, für die dann die “peer group”,…“
          – Vor allem bei Jungs, die konkurrieren, stimmt.

          Gute Formulierungen von Dir. Werd ich mir mal abspeichern. 🙂

  4. Und wie die Unverbesserlichen drauf sind, obwohl sie schon anderen nachweislich ehrheblich mit ihren falschen Unterstellungen geschadet haben …

    Irgendwie ist es auch das was echtem suprematistischen Rassismus treibt.

  5. Ich finde den obigen Hauptbeitrag sehr gut. Es ist ein bemerkenswerter Erlebnisbericht, und auch die zwischengeschalteten Interpretationen und Kommentare sind sehr treffend.

    @ creedinger

    Eine Sache sollte generell klar sein. Die Leute, die solche Berichte im Internet veröffentlichen, sind in der Regel keine Wesen, die bereits auf 40 Jahre eigene Forschung und Lehre zurückblicken können und als Anwärter auf den nächsten Friedensnobelpreis gehandelt werden.

    Etwas weniger freundlich formuliert: solche Leute sind schlicht Laien. Ebenso wie die meisten Leute hier im Forum. Konsequenz: Man sollte an sie nicht all zu hohe Erwartungen und Zumutungen stellen.

    Das ist nun mal leider so: Die meisten Leute, mit denen wir zu tun haben, übrigens auch die Experten, haben große Wissensdefizite, und selbst jenes Wissen, über das sie verfügen, können sie in der Regel nicht erklären oder erläutern.

    So, und da kann man nun hergehen und nach lauter Fehlern bei diesen Leuten suchen: Das-und-das ist falsch, jenes ist unvollständig, und dort hat er was gar nicht verstanden … um Himmels Willen!

    Oder man kann sich auf die stimmigen plausiblen Inhalte konzentrieren und die Fehler und Lücken nur dann in den Blick nehmen, wenn es wirklich notwendig ist.

    Diese letztere Herangehensweise scheint mir angemessen zu sein – aber das kann natürlich jeder hier für sich selbst entscheiden …

  6. „But eventually I started to realize that I had incomplete information. I lost a lot of arguments to people I’d stereotyped as being dumb. The people I called allies just jumped to ad hominem attacks and semantic arguments, and that made them secure in their beliefs. That’s how they operate; when they lose, their mental gymnastics aren’t supposed to convince you. It’s to convince themselves, to justify not changing their sources or beliefs. And it’s very effective at that. It worked for me for a while.“

    erinnert mich an eine bestimmte Religion an der wir zur Zeit viel Freude haben.

  7. Der Bericht des „White Knight“ liest sich eigenlich genauso wie Aussteigerberichte von Scientology, Zeugen Jehovas u.ä.

    Dass der Third-Wave-Feminism eine Sekte ist, wurde ja schon oft genug kolportiert, ist aber wohl erschreckende Wahrheit. Dass diese Sekte aber sehr schnell unglaublich mächtig werden kann (mit einem Rekrutierungspotential von ~3,5 Milliarden) ist vielen immer noch nicht klar.

    Sie ist jetzt schon weitaus mächtiger und einflussreicher als Scientology es jemals war … und sie stehen womöglich erst am Anfang.

    Reden und argumentieren ist sinnlos, weil, es sind ja Frauen (jaja, voll chauvinistisch, aber jeder Mann weiss, dass man mit Logik bei Frauen gar nicht erst anzufangen braucht, gibt nur fett Streit dann). Krieg führen geht auch nicht, weil, es sind ja Frauen. Und wir Deppen haben ihnen mit dem Internet auch noch das Werkzeug in die Hand gegeben.

    Wir sind sowas von am Arsch … zum Glück muss ich das nicht mehr miterleben, hoffe ich jedenfalls.

  8. „NeilandJorie“, der den Bericht gepostet hat, ist sicher reflektierter als 99 % der Normalbevölkerung.

    Niemand ist davor gefeit, falschen Überzeugungen anzuhängen. Der Kommentator hat sich durch eigene geistige Arbeit durch die SJW-Bewegung hindurchgedacht.

    Wichtiger als das Wissen, das er sich angeeignet hat, ist die grundlegende kindliche Naivität, die er sich dabei bewahrt hat: Neugierig zu bleiben.

    Man kann sich über politische, religiöse, sonstwas „Spinner“ lustigmachen, aber eigentlich teilt sich die Gesellschaft größtenteils in zwei Fraktionen:

    die „Spinner“ und die „Opportunisten“.

    Der durchschnittliche Volksparteien-Wähler und politische Desinteressierte ist nicht weniger betoniert im Kopf als der SJW-lunatic fringe.

    Die werden genauso, wenn man mit Argumenten kommt, die der akzeptierten Meinung widersprechen, abblocken und vielleicht, statt auszuflippen, shitstorms loszutreten einfach in Zukunft die Debatte meiden.

    CDU-Wähler, die die früher die ekligsten sexistischen und rassistischen Witze zum besten gegeben haben und einen beim Infragestellen der 1-in-4-Statistik als Frauenfeind und bei Argumenten pro Laizismus als islamophob bezeichnen.

    Alles schon erlebt.

  9. […] wir kürzlich den Bericht eines männlichen Aussteigers aus dem radikalen Feminismus hatten hier noch der Bericht einer weiblichen Aussteigerin aus dem […]

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