„Männliche Feministen sind schlecht und das sollte man ihnen sagen“

Bei Feministing ist ein Comic erschienen, dass auch hier in den Kommentaren schon Thema war:

Männliche Feministen

Männliche Feministen

Der Erste in der Reihe scheint mir Hugo Schwyzer zu sein oder? Sind da andere Prominentere dabei?

Ich finde es ja immer wieder erstaunlich wie sehr viele Feministinnen sogar Männer hassen, die sie eigentlich unterstützen wollen.

Gut finde ich insbesondere den zweiten von unten mit dem Hut:

„ich singe niedliche Lieder und schreibe Poesie über die Befreiung, aber wenn ich der Frauenfeindlichkeit beschuldigt werde, dann halte ich mich zurück und überlasse es Frauen mich zu beschützen und zu verteidigen“

Da ist ja erst einmal die Frage, was er statt dessen machen sollte. Wahrscheinlich sofort zugeben, dass er schuldig sind, sich die Büßerpeitsche über den Rücken ziehen. Denn wenn jemand der Frauenfeindlichkeit beschuldigt wird, dann ist das ja bereits der Schuldspruch. Er darf sich also nicht verteidigen, er darf sich auch nicht verteidigen lassen, er muss bereuen. Das Schwein, dass sich einfach nur zurücklehnt und Frauen gegen einander ausspielt! So geht es wirklich nicht.

Und auch der letzte in der Reihe ist nett: Da hält er sich hauptsächlich unter Feministinnen auf, dabei sollte er doch hart daran arbeiten, die Gruppenschuld der Männer zu verkleinern, es reicht natürlich nicht, dass er ein guter Feminist ist, er muss daran arbeiten ALLE Männer zu bekehren, erst dann ist seine Arbeit getan. So begeht er ein weiteres Verbrechen: Er ist natürlich emotionale Arbeit und das für die anderen Frauen. Auch hier wieder ein mieses Schwein, dass einfach so weibliche Freunde hat. Igitt!

Leider sehen das anscheinen nicht alle Männer ein:

This comic was pretty disappointing. We all have our blind spots, and it’s important to address them, but the underlying message that I got from this comic is „Male feminists: they’re all awful one way or another.“ Again, education is important, but we need to tread a fine line between calling out misogynistic behavior and insulting an entire subset of the feminist community. Dissuading would-be allies or playing the „you’re not a real feminist“ game doesn’t help.

Lustig! Da kann man nicht einfach eine „Untergruppe der feministischen Gemeinschaft“ als Frauenfeinde bezeichnen. Da hat er wohl noch nicht ganz verstanden, dass er ein Mann ist und damit für viele nicht etwa Bestandteil der Community, sondern nur ein Verbündeter, ein Ally. Oder noch eher einer, der gerade vom Feind übergelaufen ist und bei dem Mann sich seiner Loyalität noch keineswegs sicher ist. Man ist im Prinzip immer noch der Feind und gegenüber den eigenen Leuten immer wieder zur Vorsicht gegenüber dem Überläufer zu mahnen ist da nur vernünftig. Genug Feministinnen bauen eben gerne ein „im übrigen bin ich der Meinung, das Männlichkeit zerstört werden sollte“, in ihre Reden ein.

Auch dieser Kommentar ist leider nicht auf der richtigen Linie:

Phenomenal work. Well done. Functions perfectly to get the men out there trying to be the good guys to just say, fuck it. I understand this is supposed to make fun of the guys that fail at feminism, but I’m not sure how shaming the guys, (and only guys), that are trying is considered funny at all. The male feminist needs support, like anyone. And really, isn’t the whole point to create them? Reverse the scenario and post a cartoon of the failures of female feminists and see how encouraging it is to those already insecure about just getting involved, and being vocal. I walk away from this cartoon with nothing but feelings of shame, self-consciousnesses, and fear of being one of those guys. Was I one of „those guys“ during my friend’s Bill Cosby discussion? Just going to be quiet next time. The ridicule from my guy friends was enough.

Der Appell „ihr könnt doch nicht die Männer ausgrenzen, ihr braucht sie doch“ geht an einer radikalen Feministin natürlich vollkommen vorbei. Denn sich an Männer anzubiedern ist dort ein ernster Vorwurf. Feministinnen brauchen keine Männer, sie haben schon genug zu tun  und können nicht schon wieder dafür eingespannt werden nun noch „emotional Labor“ für die Männer zu machen, die Hemmungen haben, sich von ihren Privilegien zu verabschieden, und statt dessen an der Erbsünde festhalten wollen. Es ist schließlich ihre Schuld und damit ihre verdammte Pflicht!

Wie man vorbildlich reagiert zeigt dieser Kommentar:

I read this, it pissed me off, and now I’m going to go and mull it over for a long time. So much about it is true and recognizable, but I immediately reject the implication (as I understood it) that this is what the whole field of male allies is like. But that would be awfully convenient for me, wouldn’t it? Because I’m one of the good guys, aren’t I? Well, if I really were, it probably wouldn’t offend me. Now I just have to figure out which sensitive spot it managed to touch, before I over-rationalize it to make myself feel better. And cue reactionary male trolls, not doing that work.

Das ist natürlich vorbildlich. Erst andeuten, dass man beleidigt ist und dann erkennen, dass es daran liegt, dass man eben doch noch ein Schwein ist. Und Besserung geloben.

 

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32 Gedanken zu “„Männliche Feministen sind schlecht und das sollte man ihnen sagen“

  1. XD

    Diese „I’m not that guy“-Tüpen sind einem auch unter dem „Dear Daddy“-Beitrag von ZON begegnet. Nur traurig. Aber die Macher des Videos haben ja versichert, dass das Video kein Fingerzeig sein soll – lol!

    So sind sie halt, die Feministinnen: Sagen alle Männer sind Arschlöcher/Vergewaltiger/Frauenhasser (letzteres die wahrscheinlich größte Projektion wo gibt ^^), werden dafür kritisiert, die Kritik wird einfach zu Online-Harassment umgedeutet und voilà: Frauen sind wieder die Opfer, deshalb brauch wird mehr Feminismus.

    UND

    Feminism is for everyone!

  2. Irgendwie erinnern mich männliche Feministinnen immer an Frauen, die trotz ständiger Gewalt (im Wechsel mit kleinen Brocken von Anerkennung) bei ihrem Schlägerfreund bleiben.

    Ich weiß, das ist wieder doof so zu pathologisieren, aber wer umgibt sich denn freiwillig mit Menschen die einen nicht mögen, die einen gering schätzen, die einem Gewalt aussetzen?

    Oder anders: Warum sind männliche Feministinnen immer so creepy? (Siehe Sarkessians Troll McIntosh, der Typ ist doch nicht ganz sauber im Kopf)

  3. Naja, es gibt wahrscheinlich nur 2 Gründe ein männlicher Feminist zu sein: 1. entweder man ist dumm oder 2. man will Feministinnen verarschen…

    Tatsächlich dürfte da aber ein Schema am Werk sein, das man(n) auch anderswo im Umgang mit Frauen beobachten kann: Je mehr ein Mann sich auf die Bedürfnisse der Frau einlässt, je mehr Forderungen er nachgibt, umso mehr wird sie fordern. Während der bindungsunwillige, egoistische Lover alles bekommt ohne Forderungen ausgesetzt zu werden, bekommt der brave Versorger, der seine Bedürfnisse denen der Frau hintenanstellt, nichts mehr außer noch mehr unmöglich zu erfüllende Forderungen.

    Verstehen kann man das, indem man begreift, dass Forderungen von Frauen nicht absoluten Bedürfnissen entsprechen, so dass es mit der Erfüllung gut wäre. Sondern Frauen versuchen immer aus der Situation das meiste für sich herauszuholen, was zu relativen Bedürfnissen führt. Je mehr die Situation danach aussieht, dass sie etwas fordern könnte, umso mehr wird sie fordern. Und das gefühlte Bedürfnis dahinter wird immer völlig ernst und keineswegs gespielt sein, egal wo zwischen den Extremen die Sache grade steht.

    Und weil dieser Forderungsmechanismus von Frauen völlig relativ funktioniert, kein sinnvolles Ziel kennt und eine Frau, wenn man sie lässt, alles so schnell wie möglich kaputt machen wird, ist es absolut erforderlich, als Mann „nein“ zu sagen.

    • > „Sondern Frauen versuchen immer aus der Situation das meiste für sich herauszuholen, was zu relativen Bedürfnissen führt. Je mehr die Situation danach aussieht, dass sie etwas fordern könnte, umso mehr wird sie fordern. […] Und weil dieser Forderungsmechanismus von Frauen völlig relativ funktioniert, kein sinnvolles Ziel kennt […]“

      Als ein Extrembeispiel was passiert wenn eine Frau Zugriff auf schier unbegrenzte Ressourcen hat und niemand ihr Einhalt gebietet möchte ich an Imelda Marcos erinnern, Frau des früheren Präsidenten (de-facto Diktators) der Philippinen. 30 Jahre lang an der Macht. Exemplarisch für ihren Konsumamoklauf war ihre legendäre Sammlung an sündhaft teuren Designerschuhen, mindestens mehr als 1000 Paare, mitunter wird die Zahl von 5000 Paaren genannt. Vollkommen sinnlos. Und das war nur ein kleines Detail an Exzessen die diese Frau sich geleistet hat, als „First Lady“ eines Dritte-Welt Landes.

  4. Zu den männlichen „Allies“ hier V. Solanas, scheint ja genau die allgemein verbreitete Haltung zu sein (Absätze und // von mir):

    „SCUM (/die revolutionären Frauen/) will kill all men /(hierher kommt wohl der berüchtigte hashtag von Mustafa)/ who are not in the Men’s Auxiliary of SCUM. Men in the Men’s Auxiliary are those men who are working diligently to eliminate themselves, men who, regardless of their motives, do good, men who are playing pall (/ball?/) with SCUM.
    A few examples of the men in the Men’s Auxiliary are: men who kill men; …; journalists, writers, editors, publishers and producers who disseminate and promote ideas that will lead to the achievement of SCUM’s goals; faggots who, by their shimmering, flaming example, encourage other men to de-man themselves and thereby make themselves relatively inoffensive; men who consistently give things away — money, things, services; men who tell it like it is (so far not one ever has), who put women straight, who reveal the truth about themselves, who give the mindless male females (/gemeint sind die „heteronormativen“ Frauen, die auch noch glücklich dabei sind/) correct sentences to parrot, who tell them a woman’s primary goal in life should be to squash the male sex (to aid men in this endeavor SCUM will conduct Turd (/=Scheisshaufen/) Sessions, at which every male present will give a speech beginning with the sentence: `I am a turd, a lowly abject turd‘, then proceed to list all the ways in which he is. His reward for doing so will be the opportunity to fraternize after the session for a whole, solid hour with the SCUM who will be present. Nice, clean-living male women will be invited to the sessions to help clarify any doubts and misunderstandings they may have about the male sex; makers and promoters of sex books and movies, etc., who are hastening the day when all that will be shown on the screen will be Suck and Fuck (males, like the rats following the Pied Piper, will be lured by Pussy to their doom, will be overcome and submerged by and will eventually drown in the passive flesh that they are); drug pushers and advocates, who are hastening the dropping out of men.

    Being in the Men’s Auxiliary is a necessary but not a sufficient condition for making SCUM’s escape list; it’s not enough to do good; to save their worthless asses men must also avoid evil. ….“

    http://www.ccs.neu.edu/home/shivers/rants/scum.html

    • Helmut Qualtinger ist ja leider viel zu früh verstorben, sonst könnte er aus dem Buch auch eine Hörbuchversion machen. Für die Enttarnung unmenschlichen Quatsches hatte er ein richtig gutes Händchen.

  5. Die Kommentare! 🙂

    Diese hilflose, zum Scheitern veurteilte Suche nach weiblicher Anerkennung erinnert an ein von seiner Mutter missbrauchtes kleines Kind, welches keine andere Lösung für seinen Schmerz kennt, als zu ihr zurückzukriechen in der Hoffnung, dass Mama irgendwann wieder lieb ist. Wer soll ihm auch sonst helfen, wenn nicht die prügelnde Mutter?
    Bei einem Säugling wie in diesem Video herzzerreißend tragisch (really: Triggerwarnung!), bei einem erwachsenen Mann einfach nur noch erbärmlich.

  6. Nochmehr Selbstkasteiung:

    „As a sexist, I have failed women. I have failed to speak out when I should have. I have failed to engage critically and extensively their pain and suffering in my writing. I have failed to transcend the rigidity of gender roles in my own life. I have failed to challenge those poisonous assumptions that women are “inferior” to men or to speak out loudly in the company of male philosophers who believe that feminist philosophy is just a nonphilosophical fad. I have been complicit with, and have allowed myself to be seduced by, a country that makes billions of dollars from sexually objectifying women, from pornography, commercials, video games, to Hollywood movies. I am not innocent. …..“ und so weiter und so fort

    Prof. George Yency „Dear White America“

    http://opinionator.blogs.nytimes.com/2015/12/24/dear-white-america/?_r=2

    Das kostet diesen Heuchler aber nichts, denn er spielt die schwarze Rassisten-Karte. Denn nach dem Modell der Selbstbezichtigung mit Sexismus forert er seinen Leser auf, sich selbst in Bezug auf Rassismus zu bezichtigen:

    „If you are white, and you are reading this letter, I ask that you don’t run to seek shelter from your own racism. Don’t hide from your responsibility. Rather, begin, right now, to practice being vulnerable. Being neither a “good” white person nor a liberal white person will get you off the proverbial hook. I consider myself to be a decent human being. Yet, I’m sexist. Take another deep breath. I ask that you try to be “un-sutured.” If that term brings to mind a state of pain, open flesh, it is meant to do so. After all, it is painful to let go of your “white innocence,” to use this letter as a mirror, one that refuses to show you what you want to see, one that demands that you look at the lies that you tell yourself so that you don’t feel the weight of responsibility for those who live under the yoke of whiteness, your whiteness. …..“

    Und natürlich weiss der Herr Professor: Rasse sticht Geschlecht.

  7. Vielleicht ist das der gemeinsame Punkt, über den sich Feministinnen und Maskulisten annähern können: Die Verachtung für männliche Feministen. 😛
    Wie ich auch immer wieder sage, sind viele von denen tatsächlich auch von vernünftigen feministischen Standpunkten aus nicht sauber. Noch immer schüttle ich den Kopf über jenen Feministen, der mir erklärte, man könnte Feministinnen argumentative Fehler nicht vorwerfen, weil sie alle viel zu sehr vom Schrecken des Lebens als Frau in der Ersten Welt traumatisiert seien, dass man so etwas von ihnen erwarten könnte.
    Gehört nach wie vor zu den frauenverachtendsten Dingen, die ich je gehört habe.

    Aber auf solche Typen beschränkt sich obige Ausführung ja nicht, da geht es wieder mehr um die Erbschuld.
    Mein Liebling war da auch der Typ mit dem Hut. Denn der ist rettungslos gefangen: Lässt er Frauen reden, schiebt er die Arbeit auf sie ab und erfüllt seine Ally-Pflichten nicht, doch redet er selbst, ist es Mansplaining.

  8. Dazu auch irgendwie passend gerade bei Agens e.V.:

    Erbschuld, die Erwartungshaltung der Mütter und wie manche Männer darauf reagierten:

    Ebenso sei an den Männertyp des „Softie“ in den 80iger Jahren erinnert. Sie verstanden sich als Antwort auf die Frauenbewegung. Sie trugen keine Krawatten, weil sie darin eine Gewalt andeutende Symbolisierung des Penis sahen. Dieser Typ macht sich anheischig, durch Verleugnung der eigenen anatomischen Beschaffenheit Nachsicht zu finden. Vielleicht meinten sie damit, den Feministen einen wahrscheinlichen Neid auf den Penis oder die Enttäuschung darüber nehmen zu sollen, indem sie den eignen verleugneten. Sie fühlten sich nicht nur schuldig im Hinblick auf die unerfüllten Wünsche der Frauen, sondern wollten durch Wohlgefälligkeit glänzen.

    Aber auch sie entkamen dem aufkeimenden Vorwurf der Feministen nicht, dass alle Männer „potentielle Vergewaltiger“ seien, weil es keinen „schuldlosen Penis“ geben könne. Und aus der Frauenbewegung der späten 70er Jahre wurde ihnen johlend nachgerufen, dass sie doch eher auf die Männer stünden, die sie hin und wieder einmal richtig „durchbummsen“ würden. Letztlich saßen die Softies zwischen allen Stühlen, weil sie ihr anatomisches Geschlecht unter den Scheffel stellen wollten!

    Das sind drastische Beispiele für Söhne, die früh gelernt hatten und nie davon wegkamen, dass zum Mann zu werden, etwas damit zu tun hat, Frauen zu verstehen und sich auf deren Erwartungen einzustellen. Letztlich geht es darum, Männlichkeit als Fähigkeit zu verstehen, Frauen zufriedenstellen, für sie da zu sein und sich selber zu vernachlässigen. Eben, weil Frauen es selber nicht können, oder wollen oder weil die Wunscherfüllung durch Männer einfach genussvoller ist als die selbst herbeigeführte.

    http://agensev.de/content/allen-frauen-gutes-tun-das-dilemma-der-männer

    Das hier beschriebene Konzept von Männlichkeit spiegelt sich sehr schön in Artikeln von Journalistinnen, bei denen es wieder darum geht „Was Frauen wollen und was Männer wollen sollen“.

  9. Ein Ochse, ein Feminist und ein Pinguin unterhalten sich wer wohl von ihnen am beliebtesten beim weiblichen Geschlecht ist.

    Sagt der Ochse: „Ich bin bei den Kühen so beliebt, dass immer wenn ich mit meiner Glocke am Hals den Ochsenmarsch läute, alle Kühe zu tanzen anfangen.

    Sagt der Pinguin: „Das ist ja gar nichts, Ich bin bei den Pinguin-Damen so beliebt, dass ich sogar ihre Eier brüten darf, wenn sie mal auf Tour gehen wollen.“

    Sagt der Feminist: „Das könnt ihr alles vergessen, ich war gestern auf ein emanzipatorischen Radikalfeministinnen Meeting, und die waren so begeistert von mir, dass sie mir gleich die männliche Hauptrolle im SCUM-MANIFEST am nächsten Freitag angeboten haben.“

  10. Mal sehen. Zu allen fällt mir sicher nichts ein, aber manche sind echt mal autsch.

    Gelb:
    Keine Ahnung. Wir könnten vielleicht mal gucken was Lehrerinnen so mit (minderjährigen) Schülern machen.

    Dunkelblau:
    Hipster sind nervig, wer hätte es gedacht? Allerdings sehe ich deutlich mehr Frauen die „Women of Color“ (Ich hasse diesen Begriff) erklären, auf wie viele Arten sie im Leben benachteiligt sind.

    Türkis:
    Hipster sind nervig, wer hätte es gedacht?

    Grün:
    I’m talking about men, darling. In meinen Augen ist dieses „special kinship“ eher von Seiten der Frauen aufgebaut, die den schwulen Mann beizeiten mystizieren und als Überwesen darstellen. Manche mögen das, andere wollen schlicht nichts mit Frauen zu tun haben, und haben entsprechend keine Skrupel ihnen die Meinung zu sagen. Siehe Milo Yiannopoulos. Aber widersprechen ist ja schon grundlegend misogyn, und auch wenn er schwul ist, ist er halt immernoch ein white cis man, da klebt noch viel zu viel Erbsünde an ihm.

    Pink:
    Hey, it’s Steve! Übersetzung: Ich krieche immernoch nicht genug im Staub? Ich bin die Frau, deine Göttin, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Besonders keine männlichen, das wäre sexistisch.

    Hellblau:
    Was? Ok, vielleicht würde es helfen nicht einfach alles und jeden für alles und jedes der Misogynie zu beschuldigen, dann könnte man sich vielleicht auch selber, und dann sachlich, verteidigen. Sobald aber der Begriff fliegt, und da sind Feministinnen nunmal sehr triggerhappy, hat man als Mann doch eh keine Chance mehr irgendwas zu sagen. Es kommt dann tatsächlich darauf an, welche Frauen im Raum der Anschuldigung zustimmen und welche nicht. Trial by Mob-Justice. Hooray.

    Orange:
    Achja, Witze sind nicht lustig. Ich vergess das immer wieder. Everything is sexist, everything is racist, everything is homophobic, and you have to point it all out.

    Rot:
    Den finde ich noch fast am perversesten. Was wird dem armen feministischen Mann denn tagtäglich immer und immer wieder eingehämmert? „Spiel nicht mit Schmuddelkindern!“ Männer sind Abschaum. Männer unterdrücken Frauen. Männer schlagen Frauen. Männer sind Dreck. Dich akzeptieren wir so gerade noch, aber pass bloß auf.
    Dieser Mann also, der aus dem selbst so empfundenen und ihm so beschriebenen gesellschaftlichen Kriegsgebiet geflohen ist, soll jetzt dahin zurück? Zu den Menschen die ständig Frauen schlagen und vergewaltigen und rauben und morden und brandschatzen? Dahin soll er zurück, um mit ihnen zu reden? Der eine Mann, der durch eine höchst seltene Mutation eben nicht so ist, der eine gute Mann soll sich gegen diese Horde Barbaren stellen und ihnen das Licht zeigen? Er ist doch einfach nur froh, dass er mit seinem Leben davon gekommen ist.
    Ganz zu schweigen davon, dass ich auch den Begriff „emotional labor“ extremst fragwürdig finde. War das nicht auch Teil der „give women your money“ hashtag Kampagne? Dass Frauen ja, weil sie das empathischere Geschlecht sind, ja eigentlich das einzige, das zu Emotionen und Mitgefühl in der Lage ist, und sie deshalb an allen Männern in ihrer Umgebung „emotionale Arbeit“ verrichten müssten, wofür sie doch bitte entlohnt werden sollen. Ich meine mal ganz ab vom absolut verzerrten Selbstverständnis und Geschlechterbild, was für eine Vorstellung von Freundschaften ist das denn bitte?

    Wie immer kann ich mit männlichen Feministen eigentlich nur Mitleid haben. Ich mag mich gerne mal über sie lustig machen, manche machen es einem da sehr einfach, aber im Großen und Ganzen bemitleide ich sie nur, und warte auf den Tag, da sie vom Glauben abfallen. Nicht aus Schadenfreude, sondern weil genau das der Tag ist, an dem sie Hilfe brauchen, und niemand anders da ist, egal wie sehr sie vorher erzählen, dass „Feminismus auch was für Männer tut“.

  11. Ich hab’s ja schon mal in einem anderen Beitrag gesagt. Männliche Feministen sind suspekt, denn auch Feministinnen wissen oder spüren, dass ihre Theorien Bullshit sind. Ein Mann, der da nachhächelt, ist ein Opportunist und dadurch verachtenswert. Er zeigt auch keine Selbstachtung.

    • „Ein Mann, der da nachhächelt, ist ein Opportunist und dadurch verachtenswert. Er zeigt auch keine Selbstachtung.“

      Eben. Wie kann sich eine Frau auf so einen Mann verlassen, der so opportunistisch ist? Wie Durchsetzungsstark kann ein Mann sein, der sich selbst nicht achtet? Wie soll so ein Mann beschützen, wenn er sich von so einer irren Ideologie einfangen lässt? Wie kann ein Mann attraktiv sein, der sein Mannsein überwinden will?

      Deshalb ja auch der ständige Aufruf an feministische Männer andere Männer zu policen. Diese Anstachelung zum Konflikt mit anderen Männern, dieser Kampf ist das einzige, womit dieser zeigen kann, das er doch irgendwie noch ein Mann ist. Feministische Männer sollten ausrufen: „Den Dank eure Dame begehr ich nicht.“

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