Fuzzy Sets

David erläutert Fuzzy Sets und Geschlecht, insbesondere anlässlich des „Mosaik-Fall

Only Me legte erst einmal vor:

Fiel mir beim aktuellen TL;DR grad auf:

Autos könnte man grob definieren als „blah blah blah mit 4 Rädern“, während man Motorräder grob definieren kann als „blah blah blah mit 2 Rädern“.

Mit diesen Definitionen kann man die Argumentation der von tl;dr besprochenen Feministin so zusammenfassen:

Scheinbar (nur scheinbar) kann man zwischen Autos und Motorrädern leicht unterscheiden.

Auto

Motorrad

Auto

Motorrad

Motorrad

Auto
Scheinbar alles klar. Aber nur unter dem diabolischen Einfluss des ADAC.

Denn es gibt auch solche Fahrzeuge:

Was ist das???


Was ist das???


Was ist das???


Was ist das???

Was ist das???
Nicht 4 Räder. Nicht 2 Räder. Diese Fahrzeuge sind weder noch!!

Es ist also ganz klar: Es gibt weder Autos noch Motorräder.
Es ist nicht nachvollziehbare Willkür, von „Autos“ und „Motorrädern“ zu sprechen, das als wesentliche Fahrzeugkategorien anzunehmen, wenn es Fahrzeuge gibt, die weder noch sind.

Ist doch ganz klar, oder?

David schrieb dazu:

Geschlechter sind eben auch Fuzzy Sets!

Die triumphierende Dekonstruktion eineindeutiger Kriterien (“warum werden unfruchtbare Frauen auch Frauen genannt?” “Ist ein Mann ohne Penis keine Frau” “Es gibt aber auch Frauen mit XY-Chromosomen!1”), die von Genderfeministinnen immer wieder aufgetischt wird, beruht auf Merkmalssemantik und der Unkenntnis, dass diese semantischen Probleme schon seit langer Zeit gelöst wurden.

Als Familienähnlichkeit (engl. family resemblance or family likeness, cluster definition) bezeichnet Ludwig Wittgenstein (1889–1951) in seinen Philosophischen Untersuchungen (1953) Eigenschaften von Begriffen, die mit einer taxonomischen Klassifikation (Hierarchische Systematik) nicht hinreichend erfasst werden können, ohne dass sich “der Verstand Beulen holt” (I 119); denn Begriffe können verschwommene, unscharfe Grenzen haben.

Die Überlegungen Wittgensteins haben grundsätzliche Bedeutung für die Zurückweisung eines Exaktheitsideals, die notwendige und hinreichende Bedingungen für eine Definition erfordert. Begriffe können auch unscharf sein und auf paradigmatischen Anwendungsfällen beruhen, eine Analyse ist nicht notwendig um sie beherrschen oder erklären zu können.[1] Zur Familienähnlichkeit vergleichbare Konzepte wurden schon früher verwendet, so etwa von John Stuart Mill, Nietzsche u.a.[2]

https://de.wikipedia.org/wiki/Familien%C3%A4hnlichkeit

Für die Psychologie würde ich die Merkmalssemantik als überholt bezeichnen, unser Gehirn funktioniert wohl gemäß einer Prototypensemantik:

Prototypentheorie, eine von E. Rosch vorgestellte Theorie, nach der häufig zusammen auftretende Merkmalskonfigurationen als ideale, repräsentative Beispiele – Prototypen – im Gedächtnis gespeichert sind. Ein Prototyp ist als begriffliches Konzept ein beispielhaftes Exemplar seiner Klasse: So ist z.B. ein Rotkehlchen ein Prototyp der Klasse Vögel. Ein Objekt wird als Mitglied in einer Konzeptklasse gespeichert, wenn es dem Prototyp dieser Klasse ähnlicher ist als dem Prototyp einer anderen Klasse. Der Zuordnungsprozeß eines Objektes zu einer Klasse basiert auf einem globalen Ähnlichkeitsvergleich: Objekte in gleichen Klassen ähneln sich stärker als Objekte in verschiedenen Klassen.(…)

http://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/prototypentheorie/11943

In diesem Artikel findet sich dazu noch ein hochinteressantes, empirisch fundiertes Argument gegen den Poststrukturalismus:

Untersuchungen der Wahrnehmungspsychologie zeigten jedoch, dass alle Menschen weltweit ziemlich genau elf Grundfarben unterscheiden, auch wenn für sie in ihrer Sprache keine eigenen Namen existieren:

„Es scheint nun so, dass die verschiedenen Sprachen zwar eine unterschiedliche Zahl von Farbkategorien in ihrem Wortschatz haben, dass aber ein universeller Bestand von exakt elf Grundfarb-Kategorien existiert, aus dem die elf oder weniger Bezeichnungen jeder Sprache ausgewählt werden.“

1. Es gibt zentrale und randständige Vertreter einer Farbe.
2. Da Sprecher fast aller Sprachen dieselben Farbtöne als zentrale erkennen, auch wenn die Grenzen der sprachlichen Zuordnung anders gesteckt sind, sind diese zentralen Vertreter als universell zu betrachten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Prototypensemantik#Die_Anf.C3.A4nge:_Basic_Colour_Terms_.28Farb-Grundw.C3.B6rter.29


Die innere Struktur vieler natürlicher Kategorien besteht aus dem Prototyp der Kategorie (den eindeutigsten Vertretern, den besten Beispielen) und den nicht-prototypischen Exemplaren, welche in einer Rangfolge angeordnet sind, die sich von den besten zu den weniger guten Beispielen erstreckt. (Rosch, 1975: 544)

Daraus ergibt sich eine nicht zu unterschätzende Konsequenz, die als Unschärfe beziehungsweise fuzziness von Kategorien bezeichnet wird. „Die Grenzen einer Kategorie sind häufig nicht scharf umrissen

Ob Auto, Stuhl, Vogel, Farben oder Tasse: das lässt sich alles auch auf die Universalie “Geschlecht” übertragen.

Wer also mithilfe des Taschenspielertricks, aus der “fuzziness” der Geschlechterkategorien (z.B. Intersexualität) einen Nominalismus und somit die Arbiträrität von Geschlecht meint herleiten zu können, der muss sich konsequenterweise von den exttrem vielen sprachlichen Begriffen

Hier auch noch mal nach der Wikipedia:

Grundlage der Fuzzylogik sind die sogenannten unscharfen Mengen (engl.: fuzzy sets). Im Gegensatz zu traditionellen Mengen (im Kontext der Fuzzylogik auch scharfe Mengen genannt), in denen ein Element einer vorgegebenen Grundmenge entweder enthalten oder nicht enthalten ist, wird eine unscharfe (fuzzy) Menge nicht durch die Objekte definiert, die Elemente dieser Menge sind (oder nicht sind), sondern über den Grad ihrer Zugehörigkeit zu dieser Menge. Das geschieht durch Zugehörigkeitsfunktionen μA: X → [0,1], die jedem Element der Definitionsmenge X eine Zahl aus dem reellwertigen Intervall [0,1] der Zielmenge zuordnen, welche den Zugehörigkeitsgrad μA(x) jeden Elements x zur so definierten unscharfen Menge A angibt. Damit wird jedes Element zum Element jeder unscharfen Menge, aber mit jeweils unterschiedlichen, eine bestimmte Teilmenge definierenden Zugehörigkeitsgraden. Zadeh erklärte hierzu neue Mengenoperationen, die als Operationen eines neuen Logikkalküls die mehrwertige Fuzzylogik begründen und sie als eine Verallgemeinerung der zweiwertigen, klassischen Logik ausweisen, welche als Spezialfall in ihr enthalten ist. Diese Operationen auf unscharfen Mengen sind wie auf scharfen Mengen definierbar, wie z. B. die Bildung von Schnittmengen (UND), Vereinigungsmengen (ODER) und Komplementmengen (NICHT). Zur Modellierung der logischen Operatoren der Konjunktion (UND), der Disjunktion (ODER) und der Negation (NICHT) bedient man sich der Funktionsklassen der T-Norm und T-Conorm.

Grundlage der Fuzzylogik sind die sogenannten unscharfen Mengen (engl.: fuzzy sets). Im Gegensatz zu traditionellen Mengen (im Kontext der Fuzzylogik auch scharfe Mengen genannt), in denen ein Element einer vorgegebenen Grundmenge entweder enthalten oder nicht enthalten ist, wird eine unscharfe (fuzzy) Menge nicht durch die Objekte definiert, die Elemente dieser Menge sind (oder nicht sind), sondern über den Grad ihrer Zugehörigkeit zu dieser Menge. Das geschieht durch ZugehörigkeitsfunktionenμA: X → [0,1], die jedem Element der DefinitionsmengeX eine Zahl aus dem reellwertigen Intervall [0,1] der Zielmenge zuordnen, welche den ZugehörigkeitsgradμA(x) jeden Elements x zur so definierten unscharfen MengeA angibt. Damit wird jedes Element zum Element jeder unscharfen Menge, aber mit jeweils unterschiedlichen, eine bestimmte Teilmenge definierenden Zugehörigkeitsgraden. Zadeh erklärte hierzu neue Mengenoperationen, die als Operationen eines neuen Logikkalküls die mehrwertige Fuzzylogik begründen und sie als eine Verallgemeinerung der zweiwertigen, klassischen Logik ausweisen, welche als Spezialfall in ihr enthalten ist. Diese Operationen auf unscharfen Mengen sind wie auf scharfen Mengen definierbar, wie z. B. die Bildung von Schnittmengen (UND), Vereinigungsmengen (ODER) und Komplementmengen (NICHT). Zur Modellierung der logischen Operatoren der Konjunktion (UND), der Disjunktion (ODER) und der Negation (NICHT) bedient man sich der Funktionsklassen der T-Norm und T-Conorm.

Das wesentliche ist also, dass es nicht um absolute Zuordnungen geht, sondern um „Nähe“, wenn ich das richtig verstehe. Es ist, wie so häufig in der Biologie, schon aufgrund des Genpool, eben keine Einheitlichkeit vorhanden, aber es ergibt sich dennoch insgesamt ein Bild. Auch wenn man einzelne Elemente weglasst, dann kann dennoch eine Zuordnung zu dem Gattungsbegriff erfolgen, wenn sich aus dem übrigen Zusammenhang eine hohe Nähe zu dieser Zuordnung ergibt.

Ich finde es ein interessantes Thema. Wer mehr dazu hat, bitte in den Kommentaren

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43 Gedanken zu “Fuzzy Sets

  1. Harald Martenstein erklärte mal die fuzzy Sets anhand von fizzy drinks:

    Die Genderfrauen sagen, dass es „Männer“ und „Frauen“ in Wirklichkeit gar nicht gebe, dies seien nur gesellschaftliche Konstrukte. Tatsächlich sind die Grenzen zwischen den Geschlechtern fließend, es gibt organisch, sozial und psychisch die verschiedensten Zwischenformen. Das ist bei Cola und Limo genauso. Du kannst Cola und Limo in jedem gewünschten Verhältnis zu Spezi mischen. Wenn nun einer käme und behauptete, aus der Existenz von Spezi gehe hervor, dass Cola und Limo ein gesellschaftliches Konstrukt seien und gar nicht existierten, dann würde jeder sofort merken, dass diese Person ein Rad abhat. Noch irrer wäre die Behauptung: „Wer darauf beharrt, dass es Cola gibt, der diskriminiert Spezi.“

    Aus dem Sachverhalt der Spezi ergibt sich nicht, dass es Cola nicht gibt. Einfacher kann man Gender Studies nicht als komplett hirnrissig entlarven. Das Beispiel versteht doch jeder…Einstein übernehmen Sie…

    • Nur wird in unserer Gesellschaft so getan, als gäbe es Spezi nicht. Spezi wird von der Getränkekarte gestrichen und man erwartet, dass man aus Spezi entweder Cola oder Limo macht.

        • Siehste Breakpoint, und das ist die Wirkungsweise von Gender Geschlechtern.

          Man ändert seine Selbstbezeichung (Ich bin ab jetzt TransLiquidGända ect. pp.) und denkt man sei dann was total anderes. Dabei ist man immer noch das gleiche, nur man nennt sich eben anders. Es ist rein deskriptiv…

          Deshalb konstruiert nicht die Gesellschaft Gender, sondern die Gender Studies Leute selbst. Es ist vollkommen zirkulär.

          Das einzige was die Gesellschaft konstruiert sind die Gender Leute die sie hervorbringt, ihnen zuhört und sogar Ressourcen zur Verfügung stellt.

          Blicken wir in das irrationale Gesicht der Gender Forschung, sehen wir unsere eigene Irrationalität.

        • Indem Du es irrational nennst, übersiehst Du das psychische Grundbedürfnis der Selbstwerterhöhung.

          Nehmen wir z.B. Frau Professorin Lann-Hornscheidt: Bei Lichte betrachtet ist das einfach eine sehr unattraktive Frau. Und das bleibt sie auch für alle anderen, wenn sie sich selbst als ProfX Irgendwas sieht. Aber sie selbst muss sich nicht mehr als unattraktive Frau sehen, sondern als eine „besondere Mischform der Geschlechter“ oder was auch immer sie glücklich macht. Und das fühlt sich doch gleich viel besser an.

          Auch wenn man erkennt, dass diese Selbstwerterhöhung nur ein Buffer zum Schutz des eigenen fragilen Egos ist, der dem Erfolg eigentlich im Wege steht, so mag es doch Fälle geben, wo der richtige Weg so hoffnungslos ist, dass den Buffer zu errichten vielleicht wirklich die bessere Wahl ist. Jedenfalls ist diese Strategie für das betroffene Subjekt nicht irrational.

          Irrational ist allerdings eine Gesellschaft, welche viel Geld dafür ausgibt, sich den narzisstischen Pseudo-Lösungen der Selbstwertprobleme dieser Leute anzupassen.

        • >>“Irrational ist allerdings eine Gesellschaft, welche viel Geld dafür ausgibt, sich den narzisstischen Pseudo-Lösungen der Selbstwertprobleme dieser Leute anzupassen.“

          Erst indem wir als Gesellschaft die Selbstbezeichnung eines Menschen als „LiquidGender“ akzeptieren, konstruieren wir das sog. „soziale Geschlecht“. Das ist die Zirkularität des Sozialkonstruktivismus auf den Denker schon seit Jahrzehnten hinweisen und als Hauptkritikpunkt anführen. Das was wir über die Wirklichkeit denken wird wichtiger als die physikalische Wirklichkeit selbst, wenn wir uns alle darüber verständigen und einwilligen. Vorher gab es das eben nicht. Es gibt keine „LuquidGender“ im antiken Rom z.B., weil niemand eine solche Selbstzuschreibung damals vornahm und daher niemand diese Selbstzuschreibung akzeptieren musste.

          Daher ist „Gender“ auch keine Entdeckung eines Naturzustandes, den man vorher nicht erkannte. Gender braucht die Zustimmung des anderen, damit Gender existieren kann. Gender IST die Konstruktion von Geschlechtervielfalt. Gender IST zirkulär. Gender IST irrational.

        • Schade das hier die Timeelapsed-Einbindung von Youtube nicht funktioniert. Oder gibt es dafür einen Trick? 🙂

          So geht natürlich der Witz ein bisschen verloren…

        • Womit wir bei der Frage wären, ob Sozialkonstruktivismus und anverwandte Denkschulen (und wer weiß, was noch alles von der sog. Moderne) nicht nur Ausdruck einer matriarchalen kulturellen Hegemonie sind. Solipsismus als Zivilisation?

        • „Man ändert seine Selbstbezeichung (Ich bin ab jetzt TransLiquidGända ect. pp.) und denkt man sei dann was total anderes. Dabei ist man immer noch das gleiche, nur man nennt sich eben anders. Es ist rein deskriptiv…“

          ja aber sagt doch auch ich bin Anarchist, konservativer, Kulturrelativist, Marxist, Hipster oder MetalHead. Dabei wird man dadurch auch nichts anderes, sondern bleibt der Mensch, der man vorher war. Wozu also diese ständigen Selbstbeschreibungen und Selbstabgrenzungen? Weil die Summe aller dieser Sachen die Identität bilden.

        • @Atacama

          Politische Einstellung meint das Fremdbild, das sich Menschen über einen Meinungsgegenstand wie eine politische Idee, Parteien oder Ideologien gebildet haben. Dieses Vorstellungsbild umfasst eine kognitive und eine affektive Komponente. Erstes meint das subjektive Wissen des Menschen über eine poltische Einstellung, letzteres die subjektive Beurteilung dieser politischen Idee, Partei oder Ideologie. Diese Unterscheidung ist wichtig, da einerseits jemand eine politische Idee aufgrund seines Nichtwissens ablehnen könnte (Wenn ich wüsste was Sozialismus ist, wäre ich Sozialist). Oder aber er hat eine subjektive Beurteilung vorgenommen (Da ich weiß was Sozialismus ist, bin ich kein Sozialist). So weit so einfach.

          Preisfrage: Was fehlt in unserem kleinen Ausflug in diese politikpsychologischen Überlegungen? Richtig, die physikalischen Eigenschaften einer politischen Idee, Partei oder Ideologie. Diese muss es nicht nur geben um den Sachverhalt einer politischen Idee Erklärungskraft zu geben, diese sind auch objektiv messbar. Ein Anarchist wird staatliches Gewaltmonopol ablehnen. Ein Maxist/Sozialist wird Eigentum an Produktionsmitteln ablehnen. Eigentum an Produktionsmitteln ist aber konstitutiv für einen Liberalen. Ein Kulturrelativist wird völkische Ideen ablehnen. Ein Nationalist wiederum wird Multikulturalismus ablehnen. Hier sind klare Trennkanten erkennbar, es gibt Positionen die sind unvereinbar.

          All diese Beispiele zeigen in ihrer Einfachheit, dass die Vorstellungen die Mensch über eine politische Idee entwickelt haben, nicht immer mit dem eigentlichen physischen Profil einer politischen Idee zusammenhängen müssen. Liberale sind davon überzeugt, dass Eigentum an Produktionsmitteln die optimale Wohlfahrt herstellt. Der Marxist/Sozialist ist noch fester davon überzeugt, dass kein Eigentum an Produktionsmitteln die optimale Wohlfahrt herstellt. Wie können solche konkurrierenden Fremdbilder von politischen Ideen entstehen? Der springende Punkt ist die emotionale Ebene anhand derer Menschen Einstellungen über die pysikalischen Materialisierungen von politischen Ideen in Form von Sozialismus, Liberalismus ect. pp. bilden.

          Ich muss hier immer an den Menschenfeind Mielke denken, dessen affektive Komponente so stark war, dass er seine Tätigkeit als Leiter des MfS tatsächlich aus seiner vorgeblichen „Menschenliebe“ rationalisierte. Wir können objektiv messen, dass dem nicht so war. Daher ist sein erster und letzter Auftritt vor der Volkskammer zu politischer Ikonographie des Wende-Deutschlands geworden. Als für jeden absolut sichtbares Zeichen der Demaskierung des menschenfeindlichen DDR-Unrechtsregimes.

          Aber kommen wir zurück zu unseren Genderistas:

          Ich frage dich Atacama, auf welcher Basis soll ich einem Menschen der von sich aus subjektiv behauptet er sei z.B. „GenderFluid“, der aber objektiv keine physikalische Unterscheidung, sondern sich im Gegenteil relativ eindeutig innerhalb der Mann-Frau Dichtomie bewegt, dieses Fremdbild annehmen?

          Ich könnte mir genauso gut von dir wünschen, dass du ab sofort das Fremdbild über mich entwickelst, ich sei Gott, weil ich das selbst von mir sage. Und wenn ich das sage, dann wird es doch wohl so sein oder? Problem:

          DAS kann JEDER. Jeder kann von sich behaupten, als sind wir letztlich alle Götter. Es gibt dann 7 Mrd. Götter auf der Erde. Es gibt keine Unterscheidbarkeit mehr, und wir konstruieren uns alle unsere Wirklichkeit ohne Realität. Deshalb spötten ja Genderlogen, es gäbe zwischen 2 und 7 Mrd. Geschlechter. Und ich sage toll!

          Gut das wir uns mit dieser Geisteskrankheit beschäftigen. Eine Abgrenzung die ohne pysikalische Materialität nicht funktioniert, sondern allein auf die subjektiven und affektiven Komponeten beruht, fehlt jegliche Erklärungskraft und Konsistenz. Ein Anarchist der Polizei gut findet, ist kein Anarchist. Ein Kapitalist der die Produktionsmittel in Händen des Staates sieht, ist kein Kapitalist! Ein Mensch der behauptet er sei „GenderFluid“ ist bestimmt nicht deshalb außerhalb der Mann-Frau Dichotomie. Er hat schlicht ein Problem. Ganz einfach.

        • An dieser Stelle wünsche ich mir David in der Debatte, da ich hier sehr psychologisch argumentiere und das Problembehaftet ist, da ich

          A) keine psychologische Ausbildung genossen habe und
          B) im Prinzip nur meine Erkenntnisse aus meinen Kursen zur Wirtschaftspsychologie vom Sachverhalt des Marken/Produktimages auf den Sachverhalt Gender adaptiere.

        • Und um das Ding rund zu machen, eine Ergänzung zu dem was ich heute vormittag geschrieben habe:

          Gender funktioniert nur durch sich selbst, durch seine eigene Konstruktion. Es ist zirkulär! Es hat nicht „entdeckt“ was vorher schon da war, was aber Menschen durch mangelnde Wahrnehmung und Information nicht bemerkten. Newton hat die Gravitation entdeckt und beschrieben. Gravitation ist eine physikalische Realität, sie ist materialisiert. Sie ist messbar und spürbar.

          Gender hat aber nicht Gender entdeckt. Gender funktioniert nur indem wir allein aufgrund und ausschließlich von emotionalen Komponeten ausgehend ein Fremdbild von Gender konstruieren und akzeptieren. Indem wir akzeptieren, dass ein Mensch sich als „Genderliquide“ bezeichnet und das dadurch auch tatsächlich wird. Das kann aber letzlich jeder! Jeder der vom Konzept Gender weiß. Daher hat Gender keine Erklärungskraft.

          Daher gibt es auch kein Buch über „genderliquide“ Menschen im antiken Rom. Daher gibt es auch keine historische Genderforschung, die sich nicht nur in der Erforschung von Kulturpraktiken von Mann und Frau erschöpft. Es gab keine GenderLiquiden Römer, Germanen oder Franken. Es hätte sie nur gegeben, hätte es damals Gender gegeben.

          Gender muss sich selbst konstruieren, da Gender ein Konstrukt dieser Gesellschaft ist, die Gender versucht zu erklären. Ein Zirkelschluss. Letztlich eine irrationale Denkanomalie. Vollkommener Schwachsinn.

        • Gender muss sich selbst konstruieren, da Gender ein Konstrukt dieser Gesellschaft ist, die Gender versucht zu erklären. Ein Zirkelschluss. Letztlich eine irrationale Denkanomalie. Vollkommener Schwachsinn.

          Schwachsinn ist es nicht, es ist ein Versuch eines Framings. Es sollen kulturelle Normen in Kraft gesetzt werden, welche Privilegien von Frauen maximieren. Wie zum Beispiel vom Leistungsdruck „heteronormativer Attraktivität“ befreit zu werden. Gerade in der Sexualpolitik geht eine Verschiebung der Macht aber immer zu Lasten des anderen Geschlechts.

          Gleichzeitig ist Gender aber auch Wissenschaftsmimikry. Wenn man annimmt, die „richtige“ Wissenschaft sei männlich und von männlichem Denken und männlichem Wahrheitsbegriff geprägt, dann ist Gender der Versuch, eine Wissenschaft anhand eines weiblichen Wahrheitsbegriffes zu konstruieren. Und als weibliche Wissenschaft ist sie auch nicht auf die Beherrschung der physikalischen Welt auslegt, sondern auf die Beherrschung der sozialen Sphäre.

          Dabei übersehen die Genderistas allerdings, dass die Beherrschung der physikalischen Welt nicht zuletzt den Frauen nützt (und sei es wenn sie im ICE von Genderkongress zu Genderkongress fahren) während Genderismus für Männer keinerlei Vorteile bietet. Genderismus ist daher nur Ausdruck einer undankbaren, parasitären Weiblichkeit.

        • @ Teardown

          Dafür kriegst Du ein grünes Sternchen für „besonders lesenswerter Beitrag“ von mir.

          Und, um die Welt zu erklären, muss man nicht Psychologie studiert zu haben.
          Gesunder Menschenverstand reicht oft auch.

      • >>“Nur wird in unserer Gesellschaft so getan, als gäbe es Spezi nicht. Spezi wird von der Getränkekarte gestrichen und man erwartet, dass man aus Spezi entweder Cola oder Limo macht.“

        Das Genom von Schimpansenaffen stimmt mit männlichen Menschen zwischen 96 bis 99 Prozent überein. Das Genom eines männlichen Menschen stimmt mit dem eines weiblichen Menschen jedoch nur zwischen 96-98 Prozent überein.

        Es gibt also männliche Menschen die eine höhere genetische Verwandtschaft gegenüber Schimpansenaffen aufweisen als gegenüber ihrer eigenen menschlichen Frau.

        Was machen wir jetzt? Sind diese männlichen Menschen eigentlich männliche Schimpansen?

        • „Sind diese männlichen Menschen eigentlich männliche Schimpansen?“

          Vielleicht. Diese Frage müsste uns die Molekulatgenetik und die Kladistik beantworten.

          Aber ich spielte eiegntlich auf Intersexuelle an, deren Genitalien und sekundäre Geschlechtsmerkmale verstümmelt werden, um sie einem von den beiden Geschlechtern anzupassen.

        • >>“Aber ich spielte eiegntlich auf Intersexuelle an, deren Genitalien und sekundäre Geschlechtsmerkmale verstümmelt werden, um sie einem von den beiden Geschlechtern anzupassen.“

          Ich trinke meine Spezi gerne 2/3 Limo 1/3 Cola. Ich wäre auch ziemlich sauer, wenn mir jemand diese zwangsweise mit so viel Cola aufschüttet, das sich das Verhältnis dreht. So geht die Fruchtigkeit verloren…

          Jedem seine Spezi, das würde ich gut finden. Wird das nicht längst auch so gemacht?

        • „Was machen wir jetzt? Sind diese männlichen Menschen eigentlich männliche Schimpansen?“

          Wenn Du diese Frage einer Genda stellst, würde sie aus vollster Überzeugung und Verwunderung antworten: „Ja! Das ist es doch, was wir seit mindestens 20 Jahren sagen! Der Mann ist irgendwo auf dem Weg zur Menschwerdung steckengeblieben.“

          Aber zu den Fuzzis: frag mal eine Frau nach den präzisen Parametern, die eine Frau ausmachen.
          Du wirst keine zwei auf diesem Planeten finden, die diesen entsprechen.
          Also gibt es – nach der schlichtgestrickten Lesart der Gendas – tatsächlich 6 Mrd. Geschlechter.

        • „Du wirst keine zwei auf diesem Planeten finden, die diesen entsprechen. Also gibt es – nach der schlichtgestrickten Lesart der Gendas – tatsächlich 6 Mrd. Geschlechter.“

          Was ja erklären könnte, warum Feministas so allergisch auf Klischeezuweisungen reagieren (ausser es sind negative Klischees über Männer 😉 )

        • >>“Vielmehr wird gefordert nur noch Spezi zu beachten und als normal zu betrachten …“

          Ja. Wobei Cola sowohl Spezi als auch Fanta unterdrückt. Deshalb müssen wir Cola überwinden, damit alle friedlich, sozial und ohne Diskriminierungen und Kriege leben können. Oder so…

      • „Nur wird in unserer Gesellschaft so getan, als gäbe es Spezi nicht.“

        Blödsinn.
        Jeder weiß, dass es Spezi gibt und was es ist.

        Auch wenn manche finden, anderen vorschreiben zu müssen, sich entweder für Cola oder Limo entscheiden zu müssen, und dass das Mischen von Cola und Limo moralisch falsch ist.

        Gender glaubt, Spezi erklären zu können, ohne etwas von Cola und Limo zu sagen.
        Und behaupten, dass es im Grunde kein Cola und Limo gibt, sondern nur unendlich viele Sorten von Spezi, in verschiedenen Mischformen (unter panischer Vermeidung der Feststellung, aus was es gemixt ist). Sie erklären Cola und Spezi zur „sozialen Konstruktion“ und Spezi zur Grundform.

        • „Und behaupten, dass es im Grunde kein Cola und Limo gibt, sondern nur unendlich viele Sorten von Spezi, …“

          was nicht einmal physikalisch falsch sein müsste. Man kann Cola und Limo als extremste Grenzwerte betrachten, die nur theoretisch erreicht werden.

          So, wie Du den Tangens von 90° nicht in Zahlen fassen kannst, den von 89,999999999999999° aber sehr wohl.

          Aber in diesen (naturwissenschaftlich/mathematischen) Bereichen dürfte sich eine Genda wohl kaum jemals verirren.
          Und wenn doch, versteht sie die Hintergründe nicht.

          Schließlich unterdrückt ja die Lichtgeschwindigkeit auch alle anderen Geschwindigkeiten 😀

        • @Carnofis
          „“Und behaupten, dass es im Grunde kein Cola und Limo gibt, sondern nur unendlich viele Sorten von Spezi, …”
          was nicht einmal physikalisch falsch sein müsste. Man kann Cola und Limo als extremste Grenzwerte betrachten, die nur theoretisch erreicht werden.
          So, wie Du den Tangens von 90° nicht in Zahlen fassen kannst, den von 89,999999999999999° aber sehr wohl.“

          Ich verweise praktischerweise auf den Fuzzy Sets Artikel.

          98% Cola ist Cola, kein Limo.
          Möglicherweise ist es eher Pepsi Cola als Coca Cola, denn die unterscheiden sich ja durchaus ein bisschen. Aber wegen einem Homöopathischen Spritzer, der vom vorigen Glasinhalt noch drin war, jetzt von „Sppezi“ zu reden, ist eher daneben.
          Die Frage ist ja, als was denn dann Spezi defniert wird. Als Gemisch in beliebigen Anteilen zweier Sorten von …. ??? Von was denn?
          Von 100 % Limo ohne Limoanteil der anderen Sorte?
          )st das leidige Problem der „unendlich vele Geschlechter“ Vertreter: Wie mans dreht und wendet man kommt niemals ohne die beiden „Pole“, die „extremwerte“ aus. Genderista leugnet aber genau das, dass diese Pole irgend eine besondere Bedeutung haben.

    • Ich fand das Cola-Spezi-Fanta Beispiel lustig, aber nicht sehr überzeugend.
      Es geht bei Mann-Frau ja nicht um ein eindimensionales Kontinuum. Dadurch wird der „Das ist doch was ganz anderes“ Reflex inhaltlich korrekt.
      Tatsächlich scheint es mir die Genderposition sogar eher zu verstärken, denn wenn auch nur ein bisschen Fanta in der Cola ist, haben wir Spezi. Auf dem Kontinuum gibt es also ganz viel Spezi und nur sehr kleine Bereiche, die Cola oder Fanta sind.

      Deswegen scheint mir die Argumentation mit fuzzy Mengen, die auch von Genderistas bedenkenlos verwendet werden, erfolgversprechender. Nicht „Erfolg“ im Sinne von „überzeugt die Genderista“ (das ist nicht möglich), sondern im Sinne von „demonstriert am Rande Stehenden, was für ein Unsinn Gender ist“.

      Andere Beispiele (ohne allzuviel Nachdenken…):

      Kuchen oder Torte?


      Kuchen


      Kuchen


      ???


      ???


      Torte (aber gefunden unter Googlebegriff „Kuchen“)


      Torte

      ———————-

      Blume oder Baum?


      Blume

      http://www.mamiweb.de/magazinbilder/container/026/26075/bedeutung-der-blumen-l.jpg?t=1304339315
      Blume


      ???


      ???


      ???


      Baum


      Baum

  2. Ich hatte seinerzeit den Link auf das tl;dr Video vergessen:

    Es ist inzwischen geflaggt als „not appropriate for all“ und man muss sich anmelden, um sein Alter zu bestätigen.

    Biologische Fakten sind jugendgefährdend, findet Feminismus.

      • >>“Listen and believe…“

        Ich habe mir mal letztens das Propagandamagazin des IS angeschaut. Ich stieß auf eine Kolumne. Sie hieß „Listen an obey“…

        😀

  3. Ich denke, die in dem Ausgangsartikel dargestellte Verteilung:

    https://allesevolution.files.wordpress.com/2012/07/effektstc3a4rke-mc3a4nner-frauen.jpg?w=500&h=202

    trifft für alle von uns Menschen als „männlich“ und „weiblich“ definierten oder benannten Attribute zu.

    Mal ist die Überlappung stärker, mal weniger stark ausgeprägt, mal die jeweiligen Mittelwerte weiter voneinander entfernt, mal näher zusammen.

    Es scheint nur eine unausweichliche Ausnahme zu geben: Kein Mensch kann gleichzeitig befruchtungsfähige Eier mit den zur Austragung notwendigen Organen tragen UND fortpflanzungsfähige Spermien produzieren.

    That´s all.

    Um das auf das Auto-Bildnis zu übertragen, würde also – je nachdem auf welche Attributierungen man abzielt – eigentlich die Trikes, Quads und Sonderbauformen das Strassenbild dominieren und die reinen Formen „Auto“ und „Motorrad“ wären eher seltener.

    „Eigentlich“ deswegen, weil die allermeisten Trikes, Quads und Sonderbauformen sich bemühen würden, ihre Besonderheit nach aussen zu verbergen und möglichst nahe an eine der beiden Idealformen zu kommen. Und dies deswegen, weil nur die Idealformen von den anderen akzeptiert werden.

  4. @Christian: „Wer mehr dazu hat, bitte in den Kommentaren“

    Ich habe mein privates Glossar zum Glossar zu den Begriffen Gender, Geschlecht usw. weitgehend auf fuzzy sets aufgebaut. Hier eine kurze Einführung „Unscharfe Begriffe und linguistische Terme“.

    Die Begriffe „männlich“ bzw. „weiblich“ sind in vielen Kontexten nur als linguistische Terme sinnvoll definierbar, Beispiele s. Glossar. Sehr wichtige Beispiele sind auch die linguistischen Terme androphil bzw. gynophil als Ausprägungen der sexuellen Attraktion.

    Sehr oft, nach meinem Eindruck fast durchgängig in der feministischen Literatur, werden linguistische Terme verwechselt mit Werten in nominalskalierten Wertebereichen. Dadurch erst entstehen viele Probleme, die man bei korrekter Begriffsbildung vermeiden würde.

    In den obenstehenden Beispielen werden übrigens nach meinem Eindruck teilweise zwei Themen verwechselt: Mustererkennung (vor allem zur Objektklassifizierung) und unscharfe Begriffe (= fuzzy sets). Es gibt da Überschneidungen, aber beides sind verschiedene Dinge. Bei Bedarf kann ich mehr dazu erläutern.

  5. Pingback: „Die Gendertheorie ist ein kollektiver Irrtum“ | Alles Evolution

  6. Pingback: Argumente gegen antifeministische Behauptungen (@andreteilzeit) | Alles Evolution

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