Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 12. Dezember 2015

„Nein, wir werden uns nicht beruhigen“ Ton-Überwachung vs. Sachlichkeit und Höflichkeit

Everyday Feminism wird immer mehr eine meiner Feminismus-Lieblingsseiten, weil sie dort im Gegensatz zu den deutschen feministischen Seiten tatsächlich noch was zum Thema Feminismus und nicht nur Intersektionalismus schreiben und zudem immer sehr vereinfachende Grafiken erstellen, kürzlich zB diese:

Tone Policing

Tone Policing

Ich finde es bemerkenswert wie es in diesen Theorien als Recht dargestellt wird, Kritik abzuweisen und keine Argumente bringen zu müssen und gleichzeitig Gefühlsausbrüche als ganz berechtigt darzustellen.

Die Privilegientheorie erlaubt es in dieser Hinsicht wirklich jede Einwendung als ungerechtfertigt darzustellen. Sie ist insofern die Allzweckwaffe des Feminismus und in Verbindung mit internalisierten Sexismus/Rassismus oder welcher Diskriminierung auch immer kann man damit absolut jede rationalere nicht innerfeministische Kritik, die von jemanden ohne Privilegien in dem Bereich kommt, abwehren.

Es scheint nach dieser Vorstellung unmöglich zu sein, eine Diskussion rational zu führen und nicht ein Vergehen zu sein, eine solche Rationalität auch zu verlangen.

Das Argument:

Text: At its core, tone policing suggest that people distance themselves from their own emotions of anger, frustration, or fear in order to be heard.

Person 1: But my anger…

Person 2: And my sadness…

Person 3: And my frustration…

Person 4: And my fear…

All four speakers: … are central to the issue being discussed!

finde ich sehr schwach. Denn man kann natürlich auch rational und im ruhigen Ton darstellen, warum einen bestimmte Situationen belasten. Das ist gerade dann der Fall, wenn es nicht um aktuelle Fälle geht, sondern das allgemeine Leben.

Ich hatte das auch schon einmal hier aufgeführt:

There’s a time for diplomatic tone, but it’s really not your place to suggest when that time is. Doing so comes across as condescending, and you can bet that the feminist making the angry post/tweet/comment/whatever has thought about this more than you.

Ja, weil es irrationales Handeln bei Feministinnen nicht gibt und sie immer alles wohl durchdacht einsetzen. Natürlich ist es mein Recht eine höfliche Behandlung einzufordern, wenn man sich mit mir unterhält. Wer ist sie, das sie denkt, sie könne andere wie ein Untermensch behandeln und für sie würden die Regeln eines zivilisierten Umgangs nicht gelten? Als ob Frauen oder Feministinnen umgekehrt das gleiche Argument gelten lassen würden

Furthermore, even if you’re completely well-meaning and just think you’re offering helpful advice, your suggestion is used by a lot of trolls to try to shut down feminist arguments.

“Die sagen, dass ich nicht unhöflich sein darf, dabei sind die selbst blöd und deswegen darfst du mir auch nichts sagen” ist in der Tat ein gutes Argument (wenn man in einem Kindergarten ist). Ansonsten darf man wohl erwarten, dass es so aus dem Wald herausschallt, wie man in ihn hineinruft. Natürlich kann jemand mal gestresst sein. Aber das gibt ihm dennoch nicht eine Freikarte immer und überall das Schreiprivileg zu nutzen, ohne das man ihn dafür kritisieren darf.

Because of that, telling a feminist to consider a different tone frequently provokes an angry response, one you may be surprised by given your good intentions, but one that is reasonable nonetheless. If her anger at sexist behavior/attitudes makes you uncomfortable, ask yourself if you’re uncomfortable because you think the thing she’s talking about doesn’t exist, or if it’s because you feel like she’s mad at you and that makes you feel bad.

Wir halten fest: Wenn man wegen etwas sauer ist, dann darf man jeden diesbezüglich anmotzen. Auch den, der nichts dafür kann. Die Heizung ist kaputt? Schrei den Reparaturdienst an. Dein letzter Sex war schlecht? Schrei den Kassier an, der dir die Kondome verkauft hat. Ich sehe, der Feminismus ist hier einem Erfolgsrezept auf der Spur.

Tatsächlich ist das „Appellieren an die Emotionen“ sogar etwas, was unter die klassischen Argumentationstrugschlüsse fällt:

Appeal to emotion or argumentum ad passiones is a logical fallacy characterized by the manipulation of the recipient’s emotions in order to win an argument, especially in the absence of factual evidence.[1] This kind of appeal to emotion is a type of red herringand encompasses several logical fallacies, including appeal to consequences, appeal to fear, appeal to flattery, appeal to pity, appeal to ridicule, appeal to spite, and wishful thinking.

Instead of facts, persuasive language is used to develop the foundation of an appeal to emotion-based argument. Thus, the validity of the premises that establish such an argument does not prove to be verifiable.[2]

Appeals to emotion are intended to draw visceral feelings from the acquirer of the information. And in turn, the acquirer of the information is intended to be convinced that the statements that were presented in the fallacious argument are true; solely on the basis that the statements may induce emotional stimulation such as fear, pity and joy. Though these emotions may be provoked by an appeal to emotion fallacy, effectively winning the argument, substantial proof of the argument is not offered, and the argument’s premises remain invalid

Übertriebene Ängste oder nicht vorhandene Unterdrückungsstrukturen werden auch nicht wahr, wenn derjenige in der Annahme, dass sie echt sind oder er tatäsächlich unterdrückt wird, leidet. Die Gefühle ersetzten nicht das Argument.


Responses

  1. http://www.amazon.de/Angry-White-Men-American-Masculinity/dp/1568585136

    Hmmmm

    Hat everyday feminism auch einen theoretischen Unterbau auf Lager, der bei der Entscheidung hilft, wann Emotionen ein Argument stützen und wann sie es aushöhlen?

  2. Ob man anhand des Tons oder des Inhalts zu dem Schluss kommt, dass es sich um bedeutungsloses Geplärre hysterischer, untervögelter Weiber handelt, macht im Ergebnis auch keinen Unterschied.

  3. „Ich finde es bemerkenswert wie es in diesen Theorien als Recht dargestellt wird, Kritik abzuweisen und keine Argumente bringen zu müssen und gleichzeitig Gefühlsausbrüche als ganz berechtigt darzustellen.“

    Das hat mit dem innersten Kern des Feminismus zu tun: Der normative Charakter des Feminismus erzeugt eine moralische, alles rechtfertigende Notlage für Frauen. Und das ist die Folge. Solange man das Mein-Feminismus-Problem nicht verstanden hat, kann man das nicht erkennen.

    Als deskriptive Theorie hat auch der Biologismus – sollte der wahr sein – nur eine begrenzte Wirkung gegen eine normative Theorie. Das muß jedem Antifeministen klar sein, denn er braucht mehr als Biologismus, um wirksam gegen Antifeminismus vorgehen zu können. Gebraucht wird eine wirksame moralische Position gegen Feminismus.

    Und die kann man natürlich nur entwickeln, wenn man weiß, worin die vom Feminismus – und nicht von irgendwelchen unterbelichteten bloggern wie Onyx und Konsorten praktizierte – normative Position eigentlich besteht: Mit der feministischen Praxis im Netz aufzuräumen, ist noch mal ein anderes Geschäft.

    • Selbst wenn das der Fall wäre: das ändert ja nichts an der Richtigkeit biologischer Theorien. Anderes käme lediglich dazu

      • Um das Problem der richtigen Moral muß sich jeder Maskulismus kümmern – egal wie er aufgestellt ist. Die Berufung auf Rechte oder die Beschwerden über rechtliche Asymmetrien reichen nicht aus und diese moralische Unsichtbarkeit ist ein Grund für das relative Nischendasein des Maskulismus.

        Denn wir leben in einer poststrukturalistischen Welt, die alles vernichtet hat bis auf einen moralischen Realismus.

        Moralischer Realismus ist die Position, daß alle moralischen Aussagen entweder wahr oder falsch sind unabhängig von unseren Einstellungen ihnen gegenüber sowie daß einige moralische Aussagen wahr sind.

        Leszek hat das vor Monaten mal – leider fälschlicherweise – moralischer Universalismus genannt.

        Auch für die sog, Gutmenschen, sie social justice warrior und die political correctness liegt moralischer Realismus im Kern dieser Positionen: Sie alle brechen zusammen, wenn ihnen dieses Thema wegnimmt.

        Vermutlich wird man keine moralischen Subjektivismus argumentativ halten können, aber welche Variante des moralischen Realismus richtig ist und wozu er berechtigt, sind DIE für eine Tagespolitik zentralen Fragen.

        Biologismus ist dagegen völlig unwichtig und langweilig, mit Diskussionen um das Thema werden wir niemanden hinterm Ofen hervor locken.

        • Was ist denn die richtige Moral?

        • @Adrian

          Moralischer Realismus ist eine metaethische Position, eine Aussage über „das Wesen der Moral“.

          Die richtige Moral kann ich im Moment auch nicht angeben, ich fange erst an, mich mit dem Scheiss zu beschäftigen.

          Meine Aussage ist nur die: Das ist wichtig, seht es euch an, ihr könnt hier viel erreichen.

          Wird das wichtigste Projekt des nächsten Jahres – keine Frage.

        • „Die richtige Moral kann ich im Moment auch nicht angeben“

          Nun, dann lass mich Dir helfen: Gleichberechtigung und Gleichheit vor dem Gesetz.

        • @Adrian

          Na ja … da braucht man wohl schon etwas mehr.

          Aber verkehrt ist das erst mal nicht, mach nur. 🙂

        • „Na ja … da braucht man wohl schon etwas mehr.“

          Das finde ich nicht. Mir reicht das völlig aus.

        • „Die richtige Moral kann ich im Moment auch nicht angeben, ich fange erst an, mich mit dem Scheiss zu beschäftigen.“

          Klassischer Elmar 🙂

          Kann man eigentlich unter si zusammenfassen:
          Das ist das wichtigste überhaupt. Mehr kann ich dazu nicht sagen, aber es ist wichtiger als alles andere. Nein, ich habe noch nicht mal was grobes. Aber lässt sofort alles andere stehen und liegen. Ps : biologismus ist doof!!

        • @EvoChris

          „Das ist das wichtigste überhaupt. Mehr kann ich dazu nicht sagen, aber es ist wichtiger als alles andere.“

          Ja, das ist ne wichtige Erkenntnis, denn wichtig = wichtig ür etwas. Man muß also dajenige beurteilen, wofür man etwas braucht, um die Effizienz der Beschäfigung mit demjenigen abschätzen zu können, das man noch nicht kennt.

          Aber Logik war noch nie deine Stärke.

          Hat sich schon wieder festgefahren die Diskussion, ich lass euch mal allein.

        • Noch ein Hinweis:

          Biologie kann nicht in Konflikt mit vernünftigen moralischen Theorien kommen, es wäre ein Fehlschluss.

          Allerdings kann Biologie in Konflikt mit Fakten kommen auf denen ein moralisches Urteil beruht.

          Das scheint mir ein großes Problem zu sein, weswegen deine Theorien im Anfang stecken bleiben und Kritik nicht standhalten und damit auch nicht weiter entwickelt werden können:

          Du bist nicht bereit die Grundlagen auszuarbeiten und meinst alles abstrakt klären zu können

        • Das ist deine Ansicht.
          Aus meiner Sicht kann man poststrukturalitischen feministischen Theorien die Grundlage entziehen, indem man Aufklärung über die Fakten vornimmt. Das ist aus meiner Sicht effektiver als abstrakte moralische fragen.

          Ich finde es aber nach wie vor erstaunlich, das du so abstrakt über Ziele diskutierst, für unabhängig von Fakten zu verfolgen ist.

          Die biologischen Theorien sind selbst dann die bestbelegten Theorien, wenn sich über diese deine Ziele nicht erreichen lassen.

          Der Stellenwert der Gefahr aus sucht des Feminismus zeigt sich auch daran, das sich feministische Schreiber wie Cordelia fine und co an strohmännern dieser Theorien abarbeiten und sie zu diskreditieren versuchen.

          In deinem Kampf gegen den „biologismus“ ist dein bester verbündeter wohl der Poststrukturalische Feminismus und andere blankslater.

        • @EvoChris

          „Aus meiner Sicht kann man poststrukturalitischen feministischen Theorien die Grundlage entziehen, indem man Aufklärung über die Fakten vornimmt.“

          Ja, das kann man mit Poststrukturalismus so machen, aber nicht mit Feminismus. Das ist ein Unterschied.

          Feminismus hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr stark als antibiologistische Theorie entwickelt und versucht, sich dagegen zu immunisieren. Aber das macht Biologismus nicht zu seiner schwachen Stelle.

          Na ja …. bringt ja eh nichts, dir was beibringen zu wollen.

        • Ich gebe dir mal ein Schema, das deine Fähigkeiten Leuten etwas beizubringen vielleicht verbessert:

          Meine these ist….
          Für diese sprechen folgende Argumente….
          Auch andere vertreten dies zB in dieser und jener Studie/Artikel…
          Gegeneinwände sind…
          Diese Argumente entkräften diese aber wie folgt….

    • „Das hat mit dem innersten Kern des Feminismus zu tun:“

      Das denke ich ehrlich gesagt nicht. Es ist nicht spezifisch feministisch.

      Ich erlebe das Emotionalisieren, das Argumentieren mit Gefühlsausbrüchen vielmehr oft als ein ganz ursprüngliches tief verhaltensbiologisch verwurzeltes Verhalten von Frauen, insbesondere Männern gegenüber, wenn ihnen Argumente in einer Diskussion oder Auseinandersetzung ausgehen, bzw. wenn sie sehen, das sie anders ein Ziel nicht durchsetzten können.
      Allerdings hat die feministische Kultur, die unterstellt Frauen seien im gleichermaßen konditioniert Diskussionen eher rational zu führen wie Männer, auf Frauen einen gewissen Druck aufgebaut in der öffentlichen bzw. professionellen Sphäre mit solchem Verhalten zurückhaltend umzugehen. Wobei Frauen allerdings ohnehin ein gutes Feeling haben, wann sie Emotionalisierung erfolgreich einsetzen können und wann sie es besser lassen.

      • Ich denke auch, dass es einfach in der weiblichen Natur liegt, mangelnde Argumente mit überschäumenden Emotionen zu kompensieren. Das hat nichts mit Feminismus zu tun.

  4. Nun ja, mehr als Emotionen hat der Feminismus in der Regel nicht.

    • Und ich muss dazu sagen, mir sind solche kreisch-feministinnen lieber als die ruhigen und charismatischen Feministinnen. Bei ersteren erkennt jeder den dummfug sofort.

      Ich war ja mal bei einem gottesdienst, nein: Vortrag von Conell. Er/Sie sieht zwar aus wie eine 50er Jahre Hausfrau, ist aber durchaus charismatisch. Da sind seine/ihre irrationalen Hassbotschafen nicht sofort erkennbar.

    • Das stimmt nicht, der Feminismus hat sehr viel mehr – und zwar einen moralisch getriebenen approach, von den Erfahrungen von Menschen ausgehend (bottom-up) nach Theorien zu suchen, die es erlauben, festzulegen, wie man Gerechtigkeit herstellen muß.

      Und weil diese Menschen auch noch Frauen sind, rennt die ganze Welt da hinterher und denkt sich immer neue – in der Regel absurde – Theorien aus, um die objektiv gebotene Gerechtigkeit herzustellen.

      Das geht so weit, daß die Volkssouveränität hinter dieser Gerechtigkeitssuche zurückstehen muss: gender mainstreaming wird seit 20 Jahren weltweit gemacht.

      Versteht ihr das? Volksouveränität bedeutet, daß nur jeder selbst mit Recht über sich herrschen darf und diesen Sachverhalt dürfen wir sogar mit Waffengewalt verteidigen. Aber eine Sache geht vor: nicht nur den Frauen Gerechtigkeit zu geben, sondern es sogar nur zu versuchen. Selbst das geht vor.

      Diese moralische Priorität ist das Problem, es ist eine Hierarchie der Werte und solange kein Maskulismus was dazu sagt, wird das auch so bleiben.

      Nicht daß ich persönlich Ethik und Moral nicht auch öde finden würde, aber dort holen wir die meisten Punkte. Und wir haben auf diesem Gebiet die wenigste Ahnung.

      • „Volksouveränität bedeutet, daß nur jeder selbst mit Recht über sich herrschen darf und diesen Sachverhalt dürfen wir sogar mit Waffengewalt verteidigen.“

        Nein, Volkssouveränität bestimmt das Volk zum souveränen Träger der Staatsgewalt. Was Du meinst ist Individualismus bzw. Selbstbestimmungsrecht.

        • @Adrian

          Kann sein …. ich muß das noch mal nachlesen,

      • Im Übrigen finde ich, dass Maskulismus sehr wohl moralisch und ethisch argumentiert. Der Kern dürfte die von mir bereits angesprochene Gleichberechtigung und Gleichheit vor dem Gesetz sein.

        • Ja, Feminismus und Maskulismus argumentieren beide moralisch-ethisch. Der Unterschied ist, dass der Feminismus auf Gynozentrismus und auf einigen Falschannahmen beruht wie „Patriarchat“ und allgegenwärtige Unterdrückung, Benachteiligung und Gewalt gegen Frauen, während der Maskulismus viel stärker faktenbasiert und auf Gleichberechtigung der Geschlechter ausgerichtet ist.

    • Der Feminismus hat auch noch einen ganzen Sack voller Lügen?!

  5. Öhm….
    „Ich finde es bemerkenswert wie es in diesen Theorien als Recht dargestellt wird, Kritik abzuweisen und keine Argumente bringen zu müssen und gleichzeitig Gefühlsausbrüche als ganz berechtigt darzustellen.“

    und
    „But my anger…

    And my sadness…

    And my frustration…

    And my fear…

    … are central to the issue being discussed!“

    Was soll ich sagen:
    muss ich sagen, dass ich angesichts der Rethorik jetzt auf Seiten der emotionalen stehe….

    Denn es IST so, dass die beteiligten Emotionen eine Rolle speilen und auch spielen dürfen.

    Ich finde den Artiekl merkwürdig.
    Ich hätte anders zu dem Comic geschrieben.
    Nominell finde ich haben sie recht mit dem was sie schreiben, wenn es denn so wäre.
    Nur:
    Wer sagt denn Feministinnen, dass sie keine Emotionen in die Diskussion einbringen dürfen?
    Ich persönlich sage das jedenfalls nicht.
    Die dürfen rein in die Diskussion und sollten dort auch Platz haben.

    Und von MEINER Seite kenne ich das auch ganz genau: Wenn ich mit eigener emotionaler Beteiligung etwas vortrage, und dann sagt mir als erstes jemand: Sei mal nicht so emotional … dann bringt mich das idr ziemlich auf die Palme.
    Ich WILL auch emotional argumentieren dürfen.

    Das Problem ist nicht das emotionale Argumentieren.
    Das Problem ist, wenn jemand NUR emotional argumentiert und sachliche Argumente emotional zurückweist.

    Der Comic unterschlägt, dass feministische Argumentation all zu häufig so agiert.
    Der Vorwurf richtet sich (was mich betrifft) nicht gegen eine emotionale Argumentation, sondern dagegen, dass es keine rationale argumentation gibt, jede Argumentation sofort wieder auf eine emotionale umgeleitet wird.

    Und:
    Das ist nur bei den Feministen erlaubt. Wenn Männer das machen, sind das ja bloß „angry white men“.
    Da sind die emotionen auf einmal verkehrt.
    Da dürfen sie nämlich nicht sein.

    Die Emotionen sind tatsächlich „central to the issue being diskussed“.
    Bei Suizid, Kinderentfremdung, rechtsunsicherheit im Familienrecht etc sind emotionen wirklich sowas von berechtigt und sollten in der Diskussion Platz haben können. Wirklich.
    Aber die emotionen ersetzen keine Argumente.
    Man kann nicht bei den emotionen alleine stehen bleiben und man darf sich nicht im „Argumentationsfehlschluss“ verfangen. Der besteht nicht darin, emotionen in der Diskussion zu haben, sondern eher darin, Emotionen für ein Argument zu halten. Das sind Emotionen nämlich nicht.

    • Ich habe ihnen gar nicht die Emotionen an sich abgesprochen.
      Ich schrieb:

      „Ich finde es bemerkenswert wie es in diesen Theorien als Recht dargestellt wird, Kritik abzuweisen und keine Argumente bringen zu müssen und gleichzeitig Gefühlsausbrüche als ganz berechtigt darzustellen. (…)

      Es scheint nach dieser Vorstellung unmöglich zu sein, eine Diskussion rational zu führen und nicht ein Vergehen zu sein, eine solche Rationalität auch zu verlangen.“

      Natürlich kann man auch Gefühle zeigen. Aber Gefühle sind eben keine Argumente und können diese nicht ersetzen.
      Ich fühle Buch unterdrückt belegt keine Unterdrückung. Allenfalls kann man dann klären, wie man mit diesen Gefühlen umgeht, das wäre aber eine therapeutische Betrachtungsweise.
      Zumal ja gleichzeitig mit dem Hinweis auf die Privilegien der Gegenseite verwehrt wird Gefühle einzubringen. Wenn dann muss es eben für beide seiten gelten. Dann wird die Diskussion aber vollkommen sinnlos

  6. […] für das eigene Befinden mit dem Anspruch auf beliebige Rohheit gegenüber anderen verbindet. Eine brachiale Sprache, Beschimpfungen und Beleidigungen lassen sich dabei trotz aller sonstigen Hypersensibilität für sprachliche Verletzungen als Akte […]


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