Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 9. November 2015

Eigenschaften und Vorlieben, die eher den andren Geschlecht zugeordnet werden, bei einem selbst

Bekanntlich vertrete ich gerade keinen Essentialismus im Sinne von „Männer sind so und Frauen zwingend so“, sondern alle Aussagen sind immer im Schnitt zu verstehen. Und vieles ist eben kulturelle Ausformung.

Demnach werden bei vielen der Leser bestimmte Sachen auftreten, die nicht den Klischees entsprechen. Welche sind das bei euch?

Ich glaube zB mich interessiert Klatsch und Tratsch in vielen Bereichen mehr als andere Männer, ich liebe Sahnecocktails mit Schirmchen und ich mag zB Shopping Queen lieber als andere Männer (Guidos Sprüche finde ich herrlich böse).

Wie sieht es bei euch aus?

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Responses

  1. Ich liebe SciFi (StarWars ist geil!), interessiere mich für Technk (repariere meine Waschmaschine selber), kann jeden Tag grillen (nein, keine Tofuwürstchen sondern Steaks – englisch!), paffe gerne mal ne Zigarre (Cohiba Siglo V ist mein Liebling) und trinke gerne guten Scotch (am liebsten Islay – rauchig, torfig und in Fassstärke).

  2. Ich finde Autos und Fußball doof, arbeite in einem Pflege/Erziehungsberuf (Heilerziehungspfleger), rede so viel, dass es meinen Arbeitskolleginnen auf den Keks geht uuuuund ich dekoriere meine Wohnung gerne (was mehr Sinn machen würde wenn ich auch gerne putzen würde).

  3. Das Thema hatte ich schon mal innerhalb eines Blogeintrags abgehandelt (Nerd, HSD).

    Außerdem lese ich c’t statt Frauenzeitschriften, Jules Verne statt Rosamunde Pilcher, und kann z.B. Shopping oder Promiklatsch nicht ausstehen.

  4. Ich sehe gerne Ballett, mag Katzen lieber als Hunde, koche gern und muss immer frische Blumen im Haus haben.

    • Ballett? Das ist echt Außergewöhnlich! Cool.

      • ich habe überlegt, ob ich das schreiben sollte. Ist Begeisterung für Ballett eher feminin? ich meine klassisches Ballett.

  5. Dadurch dass im Schnitt Männer etwas anders machen als Frauen, die Differenz aber zwischen Angehörigen verschiedener Geschlechter weitaus höher ist und zudem nicht feststellbar ist welcher Teil angeboren und welcher ansozialisiert ist, ist der Aussagewert dieser Männer-Frauen Unterschiede gegen 0.

    • @gerks

      Für das individuum sicherlich, aber nicht für die Gruppe und zur Erklärung, warum es gruppenunterschiede gibt

  6. Manchmal möchte ich mir von meiner Frau einfach nur den Rücken kraulen lassen. Eine Stunde lang. Oder noch länger.

    Manchmal kuschle ich mich an die Schulter meiner Frau ran.

    Ich mag es, für meine Frau zu kochen und dafür zu sorgen daß es ihr gut geht.

    Ich bin für einen kleineren Verein im Vorstand; ich bin aber absolut kein „Leader“, sondern mir ist Gruppenkonsens sehr, sehr wichtig.

    In dem Zusammenhang auch: Ich habe absolut keinen Ehrgeiz auf klassische Karriere. Vorstandsposten im DAX-Unternehmen? Viele Männer aus meinem Abijahrgang hatten tatsächlich den absoluten Ehrgeiz es so weit wie möglich nach oben zu schaffen, bei den Frauen war sowas wesentlich seltener. Hat mich aber auch noch nie interessiert. Mir ist „Work-Life Balance“ erheblich wichtiger, es gibt noch sowas wie meine Familie, und noch tausend andere kleine Dinge im Leben die viel schöner sind als 80 Stunden in der Woche zu schuften. Wofür? Für einen Titel, einen dicken Dienstwagen, und ein Büro oben im Büroturm? Macht mich absolut nicht an.

    Umgekehrt ist meine Frau wesentlich ehrgeiziger als ich, die hat sich schon immer durchgebissen. Von wegen „Diskriminierungsstrukturen“ und ähnliche feministische Mythen.

    Leicht Off-Topic: Zu letzteren Punkten hatte ich gerade den Gedanken, daß das vielleicht ein Grund sein könnte warum ich gegen Gleichstellung und Quoten bin. Weniger aus dem Grund daß die Maßnahmen Männer diskriminieren, sondern weil ich am eigenen Leib erlebe wie scheisse es ist wenn jemand in etwas reingedrängt werden soll was nicht in seiner Natur liegt. Mein Vater (der es selbst gerademal zum Kleinstunternehmer in der Provinz geschafft hat) ist absolut fuchsteufelswild, und macht mir immer wieder Vorwürfe, von wegen „Der Nachbarssohn ist jetzt schon im Management bei Siemens, und was ist mit dir???“. Das erinnert mich sowas von an Feministinnen die nach ihrem Germanistikstudium arbeitsmäßig rumkrebsen, aber auf Teufel komm raus andere Frauen in die MINT-Fächer und in die Managementkarriere reindrängen wollen.

  7. Ich studiere (noch) Germanistik, koche unglaublich gern (und unfassbar gut), bin bescheiden, mag es häufiger mal ruhig, trinke ebenfalls die ganzen süßen Plörren und Sahnecocktails und bin generell eher der ruhigere Part. Die Dame des Hauses bedient die anderen Klischees. Die gut auch immer Frauen hinterher.

    Was den Off-Topic-Teil von RW angeht:
    Puh! Es müsste ja erst einmal geklärt werden, was die Natur eines Wesens ist. Erfahrungsgemäß ist alles, was wir beschreiben, schon eine Deutung und folglich kaum als konkrete Wahrheit zu verstehen. Ich bin ebenfalls gegen Quoten, aber nicht weil ich denke, dass es nicht dem Wesen der Frau entspräche, eine solche Position zu bekleiden, sondern weil es nunmal jemand anderen diskriminiert.
    Es kann kaum objektiv erfasst werden, ob das Wesen, was wir heute an Frauen beobachten, tatsächlich ein natürliches Verhalten ist oder nicht ein anerzogenes. Die Grenze ist mehr als schwammig und vor allem für den jeweils anderen Pol durchlässig.
    Durch Sprache, die nunmal in Kategorien „denkt“, kann man dieses Phänomen kaum erfassen.

    Habe da vorgestern noch was drüber geschrieben:
    https://dampfbloque.wordpress.com/2015/11/07/natur-vs-kultur-endlich-mal-klarheiten-aus-der-welt-schaffen/

    • Hi ‚Dampfbloque‘, als Antwort auf Off-Topic: Interessant, hier scheinen geisteswissenschaftliches und naturwissenschaftliches Denken aufeinanderzuprallen.

      Ich selbst bin durchaus soweit Mann, daß mich Technik und Naturwissenschaft wahnsinnig interessiert. Für mich wäre es schon fast psychische Gewalt, wenn ich zwangsweise Germanistik studieren müsste.

      Zum Thema ob jetzt „Natur“ oder anerzogen ist mein Gedanke: Ist das nicht eher unwichtig? Von der naturwissenschaftlichen Seite zählt doch erstmal die Beobachtungstatsache. Und die ist so, daß trotz „Girls Day“ und massivster Frauenförderung und „Empowerment“ seit Jahrzehnten die Frauen immer noch zum größten Teil keinen Bock auf MINT-Fächer und die Ochsentour einer Top-Karriere im Großkonzern haben, und daß es für die Durchschnitts-‚irgendwas mit Sprachen‘-Abiturientin einfach falsch ist wenn man sie zu einem MINT-Studium überredet, nur damit das politische Ideal einer 50/50 Verteilung erfüllt wird.

    • @dampfbloque, Du musst Dich dringend mit Karl Popper beschäftigen, dann verstehst Du was der Charakter einer wissenschaftlichen Theorie bzw. Modells ist und was eine Theorie leisten kann.

      Grob gesagt ist eine Theorie IMMER nur ein Bild der Natur/Wirklichkeit, es ist nie die Natur/Wirklichkeit selbst. Wichtigstes Kriterium, um beurteilen zu können, ob eine Theorie richtig oder falsch ist, ist der Vergleich mit der Beobachtung, so wie es RM sagte. Eine Theorie/Bild, die im Widerspruch zur Beobachtung steht ist Humbug.

      Dein Problem, dass jeder Begriff bereits eine Deutung ist und damit die Verifikation oder Falsifikation einer Theorie unmöglich oder erschwer wird, ist ein Scheinproblem, dass es nicht gibt. Die Begriffe müssen lediglich zu reproduzierbaren Ergebnissen führen. Das reicht schon. Tun sie es nicht, sind sie ungeeignet und müssen konkretisiert werden.

  8. Ich entspreche vollkommen dem Klischee einer idealen Mannes.

    • Nö, Adrian. Gerade du weichst zumindest in einem ganz wesentlichen Punkt ab: Der „typische“ Mann findet Frauen sexuell attraktiv.

      • Das ist sein Problem…

        • Och, ich glaube, der Defaultmann sieht das nicht als „Problem“. 😀

        • Ach verdammt, mir fällt gerade eine bessere Erwiederung ein. Na ja, beim nächsten Mal.

        • … wenn schon, dann bist Du „der ideale zickige Mann“, @Adrian 😉

  9. Untypisch Mann: Ich singe im Chor, ich spiele Improtheater, mache Therapie (gerne), mag Tanztheater, tanze gerne (Tanzschultänze), kann offen über Gefühle/Bedürfnisse/Probleme reden und bin selbstreflekiert. Mein Beruf ist nur notwendiges Übel: Ich will keine Karriere machen und auch nicht Chef werden. Ich bin – ohne familiäre Umstände – Teilzeitarbeitnehmer. Ich muss nicht Hochstatus haben. Gewalt macht mir Angst. Ich bin ein ängstlicher Menschen. Ich finde Zärtlichkeit, innigen Körperkontakt, sinnliche Wahrnehmung der Partnerin (Riechen, Streicheln usw.) wichtiger als „rein-raus“. Mir geht Fußball und gehen Autos am A… vorbei.

  10. – Ich liebe es zu kochen bzw. Leute zu bekochen.
    Scheint aber irgendwie ein Trend zu sein, den man bei vielen Männern in letzter Zeit beobachten kann. Hat wohl etwas mit dem aufgekommenen Fitnesshype und der damit zusammenhängenden gesunden Ernährungsweise zu tun.

    – Mir geht die Begeisterung für Autos und das meiste Technikzeugs am Allerwertesten vorbei, was nicht heißt, dass mich ihre Funktionsweise (das „Wie?“) nicht interessiert.

    – Fußball selbst interessiert mich nicht (mehr), dafür Rugby Union.

    – Ab und an brauche ich eine Schulter zum Anlehnen während man einfach nur rumliegt und nichts macht und mir mit weiblichen Fingern(ägeln) den Kopf krault.

    – Ich interessiere mich für Feminismus, so wie ihr alle hier. Sogar so sehr, dass ich tagtäglich viele Minuten damit verbringe, darüber zu lesen, mich zu erkundigen und darüber du debattieren. Was gibt es für ein unmännlicheres Interesse?

    • „Was gibt es für ein unmännlicheres Interesse?“

      Es gibt kaum etwas männlicheres, als ein System verstehen zu wollen. Vor allem ein System, das so relevante Auswirkungen auf einen hat wie Feminismus und der dazugehörige Unterbau.

      • Da stimme ich dir zu.

        Vlt. kommt noch hinzu, dass wir als Männer versuchen den Feministen (vorzugsweise Frauen) Paroli zu bieten, ihnen also Grenzen auferlegen wollen (basierend auf Fakten) und nicht den Pantofelhelden spielen und zum Ja-Sager mutieren.

        Ok, doch nichts unmännliches dran.

  11. ich bin Bauingenieur, Einkaufen ist ein notwendiges Übel und kochen tue ich nur, um meine Kinder satt zu bekommen. Putzen geht mir am A. vorbei. Dafür liebe ich Technik.

    Und wenn ich meine Söhne anschaue, der eine ist so was von mathematisch unbegabt, pingelig und ordnungsliebend, dafür aber ein Computerzocke hoch 3, und der andere ein Schnösel und Schönling und passt wieder in das mathematische Klischee.

    Meine Tochter hingegen ist „fast“ ein typisches Mädchen, nur Ordnung passt nicht ins Profil.

  12. Eine Frau, die an Männern weibliche Eigenschaften sieht,

    schrieb V Pynchon, „Investment Profi“ bei Forbes:
    http://www.forbes.com/sites/shenegotiates/2012/01/09/femininity-feminism-and-the-eitheror-woman-part-2/

    „To be feminine is not necessarily to be a woman. Femininity is a characteristic of humanness, encapsulating beauty, fecundity, conceptual clarity, and wisdom. A man interacting with his children is displaying femininity (as much as he might cringe at that characterization). When my son draws a beautiful picture he is delighting in his femininity.

    The realization that femininity is a characteristic of being human, rather than of being a woman, is a powerful idea. It requires a radical shift in social and female consciousness. Embracing this idea would drive an emancipation of women and men around the world. The explosion of social evolution that would be awe-inspiring to behold.

    I was recently introduced to Elinor Gadon’s spectacular treatise The Once and Future Goddess. It sits at my bedside table with an accompanying journal filled with notes. Goddess synthesizes archeological and anthropological research of the last half century to track the evolution of the feminine identity over the last 12,000 years, from the very earliest hunter-gatherers, to today’s still patriarchal society.“

    Besagte Dr Gadon:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Elinor_Gadon

    http://www.youtube.com/watch?v=PUOYSvKV43A

    Hier im Interview revidiert sie die Weltgeschichte. Sehr aufschlussreich.

    Passt man auf, kann man den kulturellen Impact abschätzen, den diese religiösen Vorstellungen gehabt haben, zB dieser Blüten-Stil.

  13. Hm, ich könnte schwören, in früheren Kommentaren schon andere eher weibliche Züge an mir erwähnt zu haben, komme gerade nicht drauf. Also greifen wir in die Klischeekiste (darum geht es ja):

    Ich bin außerordentlich technisch und handwerklich unbegabt, hasse Fußball, betrachte Autos als nützlich, aber darüber hinaus nicht irgendwie toll und gehe immer wieder in die Oper.
    Außerdem habe ich (aus eigenem Antrieb) alle Folgen von „Ally McBeal“ und „Desperate Houseviwes“ gesehen (obwohl beiden Serien gegen Ende die Luft ausging).

    Nicht direkt dazu gehörend, aber an dieser Stelle sei auch angemerkt, dass ich in Videospielen, in denen man die Wahl hat, meist eine weibliche, statt einer männlichen Figur spiele. Aber mein Ansatz ist da auch eher „Mal was völlig anderes machen“ (und natürlich auf was Hübsches gucken), als „Meine Figur soll mir entsprechen“.

  14. Ich bin leidenschaftlicher Tangotänzer (+/-0 Männlichkeitspunkte)
    Frauen attestieren mir durch die Bank eine weiche (-1 Männlichkeitspunkt),
    aber sehr bestimmte Führung beim Tanzen (+1 Männlichkeitspunkt)
    Ich habe Kampfsportvergangenheit (+1 Männlichkeitspunkt)
    Habe einen männlich konnotierten Beruf (+1 Männlichkeitpunkt)
    Schaue Fußball nur aus sozialen Gründen (-1 Männlichkeitpunkt)
    Ich gehe 2-3* die Woche ins Fitnessstudio (+1 Männlichkeitspunkt)
    Ich bin eitel; Was die Waage bei vielen Frauen ist, ist bei mir der Schlafzimmerspiegel (-1 Männlichkeitpunkt)
    Ich fahre ein praktisches Auto (klein, sparsam, relativ große Lademöglichkeit) (-1 Männlichkeitpsunkt)
    Ich trage gerne Anzug (+1 Männlichkeitspunkt)
    Ich trinke gerne Islay-Whiskys (+1 Männlichkeitspunkt)
    Ich habe ein großes Maul (+1 Männlichkeitspunkt)
    …womit ich manchmal meine Unsicherheit überspiele (-1 Männlichkeitpunkt)
    Die Punkte zusammenrechnen könnt ihr selbst, ich scheiß‘ mir nix um das Ergebnis (+1 Männlichkeitspunkt) 😉


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