Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 3. November 2015

„So lange Frauen und Männer im Schnitt anders handeln, werden sie halt auch im Schnitt anders be-handelt“

David machte in einem Kommentar eine sehr schlichte Aussage, die aber in der Geschlechterdiskussion gerade auf Seiten der Gleichheitsfeministen zu wenig diskutiert wird:

So lange Frauen und Männer im Schnitt anders handeln, werden sie halt auch im Schnitt anders be-handelt

Es wird zu gerne vergessen, dass Vorurteile oder Stereotype eben nicht einfach so enstehen, sondern aus Beobachtungen und daraus hergeleiteten Annahmen beruhen, dass also bestimmte Verhalten dazu führen, dass sich bestimmte Erwartungen und Vermutungen bilden.

Und auch der Faktor, dass die Verhalten der Geschlechter zueinander nicht von einer Seite oder einer dunklen Macht bestimmt werden, sondern häufig schlicht Reaktionen auf das Verhalten der anderen Seite sind kommt da gern zu kurz.


Responses

  1. Sie werden im Schritt im Schnitt oder im Schnitt im Schritt anders behandelt.

    http://www.avoiceformen.com/male-genital-mutilation-2/dr-sheldon-a-wise-added-to-genital-cutting-directory-after-death-of-infant-boy/

    Weiblicher Schnitt (oder in England Piercing) == Genitalverstümmelung
    männlicher Schnitt == HIV Prävention, Sauberkeit, …

    Und so kann es dann auch (in sehr seltenen Fällen vorkommen), dass ein Säugling wegen einem unnötigen Eingriff verstirbt.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/abschliessende-debatte-bundestag-billigt-gesetz-zur-beschneidung-11991251.html

    Und über den Eingriff entscheiden die Eltern

    > Ein Gesetzentwurf der SPD-Abgeordneten Rupprecht und weiterer Oppositionsabgeordneter, die das Mindestalter für Beschneidungen generell auf 14 Jahre heraufsetzen wollten, fand gleichfalls nicht die Zustimmung der Regierungsmehrheit.

  2. Things feminists don’t understand: stereotype accuracy

    1. Stereotype accuracy is one of the largest and most replicable effects in all of social psychology

    2. The fact that this is true has had almost no effect on the frequency with which social scientists claim, assume, or imply that stereotypes are inaccurate.

    https://www.psychologytoday.com/blog/rabble-rouser/201408/stereotype-inaccuracy-belief-impervious-data

    Während Lippmann und seine Nachfolger den Begriff Stereotyp im abwertenden Sinn gebrauchten, als eine sachlich unbegründete und sozial schädliche Vorstellung, betont die heutige Stereotypenforschung die kognitive Komponente der Sterotypen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Stereotypengenauigkeit (stereotype accuracy), das heißt die Übereinstimmung von Stereotyp und Wirklichkeit, sehr hoch ist. Untersuchungen von Lee Jussim, Thomas R. Cain und anderen Forschern in den USA ergaben eine durchschnittliche Korrelation von Stereotypen mit der Wirklichkeit anhand von empirischen Befunden (psychologische Messungen, demographische und soziologischen Daten) von r= 0.7 bei ethnischen Stereotypen (Schwarze, Weiße, Asiaten) und von r= 0.75 [!!!] bei den Geschlechterstereotypen. Das bedeutet einen mittleren bis starken statistischen Zusammenhang von Stereotypen und Wirklichkeit. Der Einfluß der Übereinstimmung mit der Wirklichkeit auf die Stereotypen ist größer als der der Voreingenommenheit der Probanden oder der Effekt der sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Die Stereotypengenauigkeit ist größer als die der Einschätzungen von Individuen über ethnische Gruppen bzw. die Geschlechter oder als die Vorhersagekraft von sozialpsychologischen Theorien.[2]

    https://de.wikipedia.org/wiki/Stereotyp

    http://www.rci.rutgers.edu/~jussim/unbearable%20accuracy%20of%20stereotypes.pdf

    http://www.apa.org/pubs/books/4318390.aspx

    http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/10463280240000037?journalCode=pers20

    • das heißt die Übereinstimmung von Stereotyp und Wirklichkeit, sehr hoch ist.

      Was bedeutet hier Stereotyp und Wirklichkeit? Dass z.B., wie im Buch, die Mitglieder einer bestimmten Volksgruppe mit einer bestimmten Hautfarbe faul sind? Wie hat man diese „Wirklichkeit“ empirisch festgestellt?

      Oder z.B. die Meinungen über Frauen und Männer. Männer sind „nie“ Opfer von Gewalt in Partnerbeziehungen. Wer hat das empirisch festgestellt?

      Geht es hier nicht eher um den Begriff „Stereotyp“ an sich und wie er definiert ist? Zuerst galt er per definition als „falsche Meinung“. Dem widerspricht anscheinend die Forschung.

      Schon gestern habe ich auf die Definition von „Stereotyp“ hingewiesen. Ich „hasse“ es wenn man über etwas diskutiert, was nicht vorher definiert wurde. Dann redet man zwangsläufig aneinander vorbei. Im Wikipediaartikel steht dass man, wenn man nicht von Stereotypen spricht, handelt es sich um Vorurteile.

      Also ist per definition jedes falsche Stereotyp ein Vorurteil und somit die Diskussion über Stereotype unsinnig.

      Reden wir über Vorurteile oder über Tatsachen?

    • Mann lese mal hier : https://en.wikipedia.org/wiki/Stereotype

    • Hier ein sehr interessanter Link:
      http://www.archpsychological.com/blog/wp-content/uploads/2012/09/deprejudice-txng-dep-n-prejudice-w-tx-for-other.pdf

      Stereotypes, Prejudice, and Depression : The Integrated Perspective

      Conclusion
      By widening the lens through which we view prejudice and
      depression, the integrated perspective on prejudice and depression
      reveals fundamental connections that are not evident with
      a narrower lens. Breaking down arbitrary semantic barriers,
      we define stereotype as a link between two human concepts,
      about a group or a person, in the mind of a group or a person.
      Stereotypes are often oversimplified, overgeneralized, and
      fixed. The integrated perspective allows us to examine the
      sequelae of stereotyping from a unified viewpoint, in domains
      as diverse as concentration camps in Eastern Europe during
      the Holocaust to depression clinics in the United States today.
      A Source’s prejudice causes a Target’s depression.

    • Dieser Link Code ist von 2014:

      To be sure, evidence of stereotype inaccuracy clearly exists. But it exists amidst a body of literature that also includes abundant evidence of stereotype accuracy. In 2014, when this chapter was written, it is only possible to maintain blunt declarations of stereotype inaccuracy by cherry-picking studies demonstrating inaccuracy, systematically ignoring studies that demonstrate accuracy, and employing double standards that permit the derogation of accuracy studies that are at least as methodologically sound as inaccuracy studies.
      Thus, our final recommendation is that researchers simply stop declaring stereotypes, in general, to be inaccurate (obviously, declaring any particular perceiver or perceiver group’s stereotypes to be inaccurate in a particular study may be completely justified).
      ….
      We hope that more social scientists accept the challenge of trying to obtain empirical answers to those questions.

    • @David: eine Korrelation von 0,7 oder 0,75 ist überhaupt nicht sehr hoch, sondern tatsächlich eher im mittleren Bereich. Und weiter muss selbst eine sehr hohe Korrelation nicht bedeuten, dass hier automatisch eine Verbindung vorliegt.

      Wenn man beispielsweise die Population von nistenden Storchenpaaren mit der Geburtenrate in einer Stadt über mehrere Jahre vergleicht, so liegt die Korrelation teilweise bei über 0,9 und je sollte danach wohl klar sein, dass die Babys von den Störche kommen! 😉

      Diese Statistik ist nichtssagend und nur ein Argument für Menschen, die keine Ahnung von Statistik und der Bedeutung von Korrelationen haben…

      • @miria

        Die Korrelation gibt ja erst einmal wieder, dass Männer und Frauen sich tatsächlich relativ stereotyp verhalten. Sie sagt eben nichts über den grund aus dem das geschieht

      • @Miria: Unsinn. Eine Korrelation von >.7 ist sehr beachtlich und wir Statistiker sprechen in der Tat bei über .5 bereits von einer „hohen“ Korrelation, diese Konvention stammt von Cohen, dem Godfather der Effektgrößen.

        Ist ja schön dass du im Studium auch ein wenig Statistik hattest und das Storchenparadoxon kennst, aber „nichtssagend“ ist höchstens der obligatorische Hinweis auf den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität.

        Du kannst gerne die Studien im Original lesen und dann eine fundierte methodische Kritik liefern, das gilt auch für Yeph.

        Tipp: einfach mal zwei zufällige unabhängige Listen (mit ausreichend vielen Werten) miteinander korrelieren und schauen, was da für eine Zufallskorrelation bei rauskommt.
        Dann wird dir bewusst wieviele Hundert Versuche es braucht, um eine solche Korrelation per Zufall zu produzieren
        (Signifikanzwert/Irrtumswahrscheinlichkeit ist eh nochmal was anderes).

        • Ich habe mehrere Studien gelesen und habe hier Fragen dazu gestellt. Wie kommt man auf diese Werte?

          Anderseits ist es wohl kaum erstaunlich dass Gerüchte und Meinungen, Bzw. Vorurteile öfter zutreffen. Es ist ja nicht der Maskulismus der unwissenschaftlich argumentiert. Es ist gerade der Genderismus und der linksradikale Fanatismus der behauptet alle Stereotypen seien falsche Vorurteile.

          Ich würde nur gern einmal sehen inwiefern der Maskulismus diese falschen Stereotypen nicht erkennt, bzw. auf anderen Gebieten, wie man herausfindet dass Schwarze anscheinend faul sind oder Juden habgierig oder wass-weiss-ich? Korrelation 0,7….

        • Ja, da müsste man mal genau in die Studien reinschauen. Es hängt sicherlich davon ab, was man als Stereotyp definiert.
          Es werden ja von Feministinnen z.B. gerne mal Stereotype behauptet, die so überhaupt nicht existieren.

          Leider muss ich nun aber sowieso aussteigen, bin jetzt erstmal für 3 Wochen weg!

          Macht’s gut hier in der Kälte 😉

        • @david

          Schönen Urlaub!

        • Auch von mir schönen Urlaub 🙂

    • @david

      „Things feminists don’t understand: stereotype accuracy“

      Stereotyp accuracy ist so gesehen in der feministischen theorie sogar notwendig: bei schwachen Geschlechterrollen hätten sie ja auch eine schwache Unterdrückung.
      Der Rettungsanker ist ja da immer „natürlich verhalten sie sich stereotyp, weil sie in geschlechterrollen gepresst werden und das Weltweit!“

      • „stereotype accuracy“ wird glaube ich so definiert, dass früher „stereotype“ in den Sozialwissenschaften hieß dass die Meinung grundsätzlich falsch ist, also ein reines (falsches) Vorurteil.

        Der Autor der Arbeiten zur „stereotype accuracy“ schreibt aber 2014, dass ein Teil unwahr ist (Vorurteil) und ein Teil wahr (Tatsache) und nicht so, wie es bei David’s Beitrag aussieht, meist wahr.

        Ist es nicht selbstverständlich an, dass einige „Stereotypen“ wahr sind?

        • @yeph

          Aus meiner Sicht ist es eher „bis zu einem bestimmten Grad wahr“, es sind ja keine absoluten Eigenschaften, sondern verläufe. ZB sind Männer im Schnitt stärker als Frauen, Frauen haben aber deswegen nicht im Schnitt kraftlos. Die meisten Stereotype muss man insofern auf einer Skala sehen, bei der Frauen zB in bestimmten Eigenschaften +6 im schnitt und Männer +3 haben und umgekehrt, aber dennoch alle Formen vorkommen

        • Der Autor der Arbeiten zur “stereotype accuracy” schreibt aber 2014, dass ein Teil unwahr ist (Vorurteil) und ein Teil wahr (Tatsache) und nicht so, wie es bei David’s Beitrag aussieht, meist wahr.

          Ähm nein, ich habe nur zitiert. Selbstverständlich sind Stereotype komplexitätsreduziert, sonst wären es ja keine Stereotype.

          Aber für einige ist es eben alles andere als selbstverständlich, dass sie zu einem guten Teil auch wahr sind.

        • Aber für einige ist es eben alles andere als selbstverständlich, dass sie zu einem guten Teil auch wahr sind.

          Ja, so habe ich das auch gelesen. Sorry für die Unterstellung. Das war meine falsche Interpretation 😦

  3. Hallö,

    Vorurteile können vom dem Verhalten einer Gruppe hervorgerufen werden, stammen aber, was die Männer angeht, oft aus regelrecht eingeimpften Vorurteilen darüber was ein Mann zu sein hat + das was dem Mann aus den Medien zugeschrieben wird.

    Die Gewalt, die von Frauen ausgeht, ist halt viel subtiler und oft hinter einer Fassade von Gutmütigkeit versteckt. Sie ist indirekt, hinterhältig, feige und zerstört Existenzen, ohne dass man der Frau das direkt nachweisen kann oder sie dafür gesellschaftlich oder gerichtlich belangen kann. Darüber in der Öffentlichkeit zu reden ist ein Tabu, so wie es ein Tabu ist über die Probleme der Männer zu reden.

  4. Noch was:

    Ich hatte einmal behauptet, dass Frauen bestimmen was gesellschaftlich akzeptabel ist. Als die Emanzipation in den 60iger 70iger Jahren anfing und die Frauen den Männern was-weiß-ich-nicht-alles vorwarfen, haben die Männer dauernd versucht sich diesem verlangten Ideal anzupassen.

    Jetzt wird schon wieder zurückgerudert und nach echten Männern verlangt, Macht, Angst, Dominanz und Krieg. Wie schnell sich die Ideale verändern können. Auch hier haben die Jungs schnell verstanden dass der Gangsterrapper einen Evolutionsvorteil gegenüber dem Müsliman hat.

    Es ist lustig, dass der moderne Feminismus das Bild vom bösen Manne aufrechterhalten muss, um seine Forderungen durchzusetzen, obschon die absolute Mehrheit der Westeuropäer diesem Bild keineswegs entspricht.

    • …jetzt wird schon wieder zurückgerudert und nach echten Männern verlangt, Macht, Angst, Dominanz und Krieg…

      Ach, diese Welle gab’s doch schon Ende der 80er. Als auf einmal Freddy-Mercury-Schnauz, Tango und Latin-Lover wieder begehrenswert wurden…

      • Ach, diese Welle gab’s doch schon Ende der 80er

        War das nicht eine reine Modeerscheinung? Heute sind viele Frauen, die nur mit Softies aufgewachsen sind, davon angewidert und verlangen nach echten Männern.

  5. Genau so ist es, und das ist gut so.
    Vive la différence!

    • Was ist „genau so“?

      • Dass Männer und Frauen sich im Mittel unterschiedlich verhalten.

        • Ja, das kann ich nur bestätigen. Und ich bin auch dafür dass diese Unterschiede nivcht als pathologisch abgewertet werden.

    • Warum ist das gut so?

      • Weil die heterosexuelle Mehrheit auf solche Unterschiede steht.

        • Soll ich das jetzt ernst nehmen?

        • Cum grano salis.

        • das Video habe ich schon oft gesucht um es hier zu posten, aber irgendwie auf youtube nicht gefunden 😀
          Das ist eine wirklich witzige Parodie. Auf Deutsch finde ich es aber noch besser.
          „ich schäme mich meiner Tränen nicht. Ich trage sie als winzige, salzige, feuchte Zeugnisse emotionaler Wahrheit.“ 😀

          Blöderweise gibt es zu viele Leute, die tatsächlich denken, dass es wirklich nur diese beiden Extreme gibt.

        • Die deutsche Version finde ich leider auch nicht.
          Aber der ganze Film „Teuflisch“ ist humorvoll und immer wieder sehenswert.

  6. …auf Seiten der Gleichheitsfeministen zu wenig diskutiert wird: So lange Frauen und Männer im Schnitt anders handeln…

    …dass die Verhalten der Geschlechter zueinander nicht von einer Seite oder einer dunklen Macht bestimmt werden, sondern häufig schlicht Reaktionen auf das Verhalten der anderen Seite sind…

    Meiner Ansicht nach: Die Gleichheitsfemis diskutieren das sehr wohl. Allerdings postulieren sie andere Ursachen für diese Verhaltensweisen und für die Reaktionen auf diese Verhaltensweisen.

    Und: Meiner Ansicht nach hinterfragen sie die Verhaltensweisen und Reaktionen der weiblichen Seite praktisch nicht.

    Das Mantra der Gleichheitsfemis erlebe ich als ein permanentes: „Die Männer zwingen uns in diese Stereotypen!“

    In den 80ern gabs doch diesen Feministenspruch: „Ohne Männer gäbe es nur noch dicke und glückliche Frauen!“

  7. Dass das Verhalten von Menschen schlicht und einfach von „Reaktionen auf das Verhalten der anderen Seite“ bestimmt wird, ist eine Einsicht, die zu Philosophen und Feministinnen bisher nicht durchgedrungen ist. Stattdessen glaubt man, Menschen würden sich in ihrem Verhalten nach „Werten“ richten, also entweder nach festen Verhaltensdispositionen (alle Männer kooperieren automatisch um Frauen zu benachteiligen) oder abstrakten moralischen Idealen („Menschenrechten“, „Moral“ usw.).

    Deswegen versteht man das Verhalten der Menschen häufig nicht, kann es nicht erklären und setzt irrationales voraus, Hass z.B.

    • @El Mocho

      Das ist auch der Grund, warum ich die Ansätze der Spieltheorie so interessant finde. Da wird aus meiner Sicht viel konkreter mit Erwartungen, Motivationen, Handlungsoptionen und dem alten Spiel von „wenn ich so, dann er so“ und den Weiterungen („aber wenn er weiß, dass ich so handeln werde und ich weiß, das er das weiß..:“) daraus gearbeitet.

      Das erklärt aus meiner Sicht viele Phänomene viel besser als die in der Philosophie gerne überbewertete Frage, ob jemand als Angehöriger einer Gruppe „Macht“ hat

      • Diesem Teil Deines Artikels kann ich nur zustimmen Aktion = Reaktion. Es wäre aber interessant zu wissen wieviel vom heutigen Feminismus eine Reaktion auf etwas ist, was in Wahrheit nicht existiert.

        Der Maskulismus ist m.E. zum grössten Teil eine reine Reaktion auf einen immer extremer werdenden Feminismus (vom extremrechten Firlefanz abgesehen). Die Stereotype dieses Feminismus hinsichtlich des Mannes sind fast alle falsch, bzw. überspitzt, übertrieben, erfunden.

        D.h. nicht dass es keine männlichen Täter gibt. Die Zahlen sprechen aber eine deutliche Sprache. Fast alle Delikte gehen zurück und sehr sehr seltene Einzelfälle werden generalisiert und als Norm definiert. Das ist unredlich, unmoralisch und dumm.

  8. Das Frauen z.B. von Männern anders behandelt werden als andere Männer, dürfte in erster Linie der Asymmetrie des sexuellen Begehrens geschuldet sein, in zweiter Linie einer Mama-Projektion von Männern auf die Frau und in dritter Linie einer Projektion von Männern auf die Frau als Reaktion auf das körperlich meist sehr präsente Kindchen-Schema der Frau.

    Das die „Anders-Behandlung“ ausschließlich eine Reaktion auf ein anderes Verhalten ist, wage ich zu bezweiflen.

    Die These allerdings besagt genau dieses:

    „So lange Frauen und Männer im Schnitt anders handeln, werden sie halt auch im Schnitt anders be-handelt“

    Würden sie im Schnitt gleich handeln, wäre damit im Umkehrschluss auch eine Gleichbehandlung die zwingende Folge?

    Ich denke nicht.

    • „Ich denke nicht.“

      Und damit hättest Du recht. Sexualität wäre ja immer noch da, und alleine die erzwingt eine Ungleichbehandlung.

      • „Sexualität wäre ja immer noch da, und alleine die erzwingt eine Ungleichbehandlung.“

        Warum das?

        Die Sexualität bewirkt allenfalls eine Ungleichbehandlung, aber sie erzwingt sie nun wirklich nicht.

        Ich meine auch, dass Peters Reihenfolge geändert werden muss.
        An die erste Position würde ich das Kindchenschema setzen. Frauen haben dieses Schema ausgebildet, eben WEIL es so wirkmächtig ist.
        Der Schutzinstinkt auf Kinder bleibt auch dann erhalten, wenn wir gerade gevögelt haben und unser sexuelles Begehren bei Null ist.

        Also kommt das sexuelle Begehren an die zweite Stelle (ob das nun asymmetrisch ist, ist für mein Begehren und meinen „Besitzanspruch“ unerheblich) und die Mama-Projektion bestenfalls an die dritte.
        Auch nach Kramen in meinen tiefsten Gefühlen kann ich bei keiner meiner Sexualpartnerinnen auch nur die geringste Mama-Projektion belegen.
        Aber wenn wir schon drei Plätze vergeben wollen, dann meinetwegen auch an eine Mama-Projektion. Und dass ich sie bei mir nicht finde, muss ja nicht heißen, dass das auch für den Durchschnittsmann (wer immer das auch sein mag) gilt.

        • „Warum das?“

          Weil Du jemanden, den Du vögeln willst, naturgemäß anders behandelst als jemanden, den Du nicht vögeln willst.

        • „Weil Du jemanden, den Du vögeln willst, naturgemäß anders behandelst als jemanden, den Du nicht vögeln willst.“

          Ja, da gehen wir konform. Aber sobald der letzte Tropfen ausgestoßen ist, sollte mir das Schicksal des Weibes doch vollkommen egal sein. Die Aussicht auf späteren Sex kann keinen Schutz-REFLEX erklären.

          Gestern gab es ne preisgekrönte Doku über den Kampf der Kurden und Jesiden im Nordirak gegen den IS.
          Da waren auch jede Menge Frauen, die übrigens gleichfalls einer Art Wehrpflicht unterliegen, als Kämpferinnen an vorderster Front.

          In einer Feuerpause gab es Unterricht in Bürgerrecht. Eine Frau (die waren übrigens alle ausnehmend hübsch) haute den müden Männern die gesammtelten Werke unserer mitteleuropäischen saturierten Lesben-Femis, die dort wohl sogar im Hindukusch missionieren, um die Ohren, so von den unterdrückten, geprügelten und ausgebeuteten Frauen. Und dass das in Zukunft abzustellen sei.
          Am Ende ihres Vortrags meinte sie, dass sie nicht mit all den Thesen einverstanden sei und auch einiges nicht verstanden habe, aber ansonsten hinter der Sache stünde.

          Aber zum Schutz-Reflex: die Männer beklagten unisono an anderer Stelle in einem Interview in erster Linie, wie der IS mit den ihnen in die Hände gefallenen Frauen und Kindern umgehe.
          Das Schicksal der Männer scheint auch dort nur Kollateralschaden zu sein. Und der IS ist mit denen wahrlich nicht zimperlich.

        • @carnofis
          „Gestern gab es ne preisgekrönte Doku“

          Interessant, wo war die?

          „Eine Frau (die waren übrigens alle ausnehmend hübsch)“

          Hört sich nach Propaganda an…

          „die gesammtelten Werke unserer mitteleuropäischen saturierten Lesben-Femis“

          .. und zwar nach marxistischer, die werden vermutlich von der PKK gewesen sein (marx. Terrororg.)

          „…so von den unterdrückten, geprügelten und ausgebeuteten Frauen.“

          Der Propagandaoffizier hat vermutlich gemeint, dass das im Westen gut ankommt, das mit dem Feminismus.

          Hab den Verdacht, dass die angeblich kämpfenden Frauen dort reine Propaganda sind. Macht die so schön „moderat“.

        • Carnofis,

          stimmt, die Reihenfolge war von mir nicht in allen Details bedacht.

          Ist aber auch komplex, da letztlich ja noch andere Faktoren wie z.B. das Alter mit reinspielen. Bei einer Ungleichbehandlung einer älteren Frau versus älteren Mann dürfte sexuelle Attraktivität wohl eher keine dominierende Rolle spielen.

          Daher würde ich das „erstens, zweitens, drittens“ gegen eine hierarchiefreie Aufzählung ersetzen.

        • „Interessant, wo war die?“

          Auf arte.
          Ist noch für 7 Tag im Stream(?) abrufbar. Musst mal auf die Website gucken.

          „Hört sich nach Propaganda an…“

          Selbst wenn, so lässt sich die Tatsache nicht leugnen, dass die Kurden von den IS direkt bedroht werden. Das Ganze machte aber auf mich nicht den Eindruck von Propaganda. Wäre allerdings interessant, mehr über die traditionelle Rolle der Frauen in der kurdischen Gesellschaft zu erfahren. Vielleicht ist die ja eh relativ progressiv.

          „Hab den Verdacht, dass die angeblich kämpfenden Frauen dort reine Propaganda sind. Macht die so schön “moderat”.“

          Nein, der Kameramann war über längere Zeit mit an vorderster Front, auch unter Beschuss. Die Frauen haben neben den Männern mit gekämpft. Eine wurde auch – nachdem sie morgens noch einen verwundeten eigenen Soldaten verarztet hat – schwer verwundet.

        • „Die Aussicht auf späteren Sex kann keinen Schutz-REFLEX erklären.“

          Aus Sicht des Männchens müssen Frauen vor zweierlei geschützt werden:
          a) vor anderen Männchen (denn nur mein Samen ist gut)
          b) vor den Widrigkeiten des Lebens überhaupt (denn vielleicht trägt sie ja mein genetisches Material aus)

        • „Aus Sicht des Männchens müssen Frauen vor zweierlei geschützt werden: …“

          Also JEDES Männchen beschützt ALLE Frauen vor zweierlei?

          Wäre Deine These richtig, dann müssten sich im öffentlichen Raum ständig Männer gegenseitig an die Gurgel gehen, wenn sie den anderen zufällig beim Küssen seiner Frau sehen.

          Nein Adrian, die von Dir beschriebenen Fälle sind keine Beispiele für Reflexe. Ein Reflex – ich versuch mich jetzt mal wissenschaftlich – eine allgemeingültige, spontane und nicht, bzw. nur schwer unterdrückbare Reaktion auf einen äußeren(?) Reiz.

          Ich frage mich, ob es sonst noch in der Natur Lebewesen gibt, wo Männchen einen Schutzreflex zur Abwehr von Angriffen auf Weibchen entwickelt haben?
          So spontan fällt mir keines ein.

      • @adrian
        „erzwingt eine Ungleichbehandlung“

        Inwieweit ist „Ungleichbehandlung“ überhaupt ein Problem, ich meine jetzt im rein persönlichen Verkehr mit anderen Menschen?

        (und meine natürlich keinesfalls ausschliesslich den sexuellen).

        Die Frage sei mal in den Raum gestellt.

        • Wer sagt dass es ein Problem ist?

        • Ja, du natürlich nicht. Vielleicht @Peter Müller? Der scheint da ein grundlegendes Problem zu sehen mit „Ungleichbehandlung“…

          „Würden sie (Männer/Frauen) im Schnitt gleich handeln, wäre damit im Umkehrschluss auch eine Gleichbehandlung die zwingende Folge?

          Ich denke nicht.“

          Oder anders gefragt: inwieweit wäre „Gleichbehandlung“ überhaupt wünschenswert (im persönlichen Verkehr, wohlgemerkt).

          Ungleichbehandlung wird doch schon durch den individuellen Verkehr mit jeder Person aufgrund ihrer Eigenheiten bedingt…. Und dabei spielt es doch gar keine Rolle, welchen Entitäten diese Person zuzurechnen wäre….

          Eine Forderung nach Gleichbehandlung ist doch vollkommen irreal.

        • Alex,

          nein. Ich selber halte Ungleichbehandlung für menschlich. Dies nicht nur auf direkter individueller Ebene, sondern bereits darüber. Es ist ja nicht nur das Geschlecht. Sippenzugehörigkeit (Blut ist dicker als Wasser), Alter, Herkunft, Sozialprestige bzw. Bekanntheit/Popularität…jede Menge Faktoren fließen da ein.

          Derartige Ungleichbehandlung kann sozio-ökonomisch gesehen allerdings die gesellschaftliche Entwicklungsdynamik beeinträchtigen, wenn sie zu offensichtlich feststehend zu sein scheint, bzw. in ihrer Auswirkung zu massiv wird.

          Daher ist die Forderung nach Gleichbehandlung zwar letzten Endes in seiner Absolutheit nicht erfüllbar, das Streben danach allerdings ein Beitrag zur gesellschaftlichen Weiterentwicklung.


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