Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 1. November 2015

Movember: „Prostatakrebs ist ein Kennzeichen des männlichen Privilegs“

Ein Artikel von Alex Manley (ein männlicher Feminist), in dem dieser gegen den „Movember“ wettert.

Yes, if Movember was to raise money for people in third-world countries, for illiterate people, or homeless people, or for anything but what it is—which is privileged guys pretending they have it as hard as people with real problems—then it might come close to approaching something vaguely resembling worthwhile.

As far as I can tell though, the whole thing is just a really well-disguised tantrum that guys are content to throw to make it seem like prostate cancer research is as important as research towards curing women’s cancers, or, say, getting food and clean water to starving people.

Das ist so ungefähr die Aussage: „Ihr seid als Gruppe privilegiert, also kümmert euch gefälligst um andere und haltet euren Prostatakrebs aus, weil ihr ja eh schon genug Vorteile habt“.

Men, by and large, are doing okay for themselves. They’re still out-earning women by significant amounts. Cancer doesn’t exist in a vacuum—it affects the whole of a person’s life. Disease aside, the richer a person is, the better their chances are, especially in countries where your cash inflow influences the quality of your care.

Men—or any privileged group—will have an inherent advantage when it comes to beating cancer and landing on their feet than more disadvantaged people.

So this November, let’s not keep patting the Mo-Bros on the head and tolerating this childish self-involvement-fest disguised as selflessness and the propagation online and in the media of the inherent importance of North American men and their problems.

Guys—keep shaving. Educate yourselves. Get checked. Be a man about it—don’t act like you’re hard-done-by.

There are a lot of people in the world who would trade your slight risk of prostate cancer for their serious risk of being raped, being killed, starving to death, or dying of preventable diseases. Prostate cancer is a hallmark of privilege. Deal with it.

Das ist ein derart männerverachtender Artikel, dass es erstaunlich ist, dass er veröffentlicht werden durfte. Zumal in Ländern mit einer Krankenversicherung für den normalen Menschen kein großer Unterschied bestehen dürfte, was die Kosten angeht und Männer insofern auch keine größeren Vorteile haben. Es zeigt auch mal wieder die Verachtung, die aufgrund der Anwendung der Gruppentheorien, bei denen das Individuum ausgeblendet wird, enstehen kann.

Immerhin hat der Autor – wohl aufgrund des Aufschreis, der zurecht diesem Artikel folgte, eine Entschuldigung geschrieben:

When every human life is important, how do you decide whom to prioritize? Whose lives are more important when all lives are important? How do you tell someone that his life or her life is less important?

 

The reality is that many people in the world face being told that—explicitly or implicitly—every day. We may not see these people, or that they are being told this, but that doesn’t mean it’s not happening. If anything’s callous, I think it’s callous that we ignore that fact. That was the thought that was driving my piece.

But that idea doesn’t mean I have—or anyone has—the right to tell sick, suffering and dying people that their suffering is less valid, or less important, than someone else’s. If they have lived privileged lives thus far, that is not any more their fault than anyone else’s lack of privilege.

Verstehe ich das richtig, dass er in seiner Entschuldigung sagt „ja, die Leben von Männern an sich sind tatsächlich weniger wert, weil sie eben privilegiert sind, aber man sollte ihnen das nicht entgegenhalten, weil sie ja nichts für ihre Privilegien können und jedenfalls sollte man es dem Einzelnen nicht sagen, da er ja gerade leidet“?

My “No to Movember” article last week was none of those things. I got caught up in the issue. I got the sense that some lives were being prioritized over others and it made me angry, as my stance made so many of you angry, too. We are passionate human beings. That’s one of the things that makes being alive so exhilarating.

 

Eigentlich wurde er ärgerlich, weil hier Männerleiden beachtet werden, denn bei entsprechenden Aktionen gegen Brustkrebs hat er ja einen solchen Artikel gerade nicht geschrieben. Es ist eben klassischer Intersektionalismus: Die Männer haben die Macht, deswegen ist eine Unterstützung, welcher Art auch immer, und sei es gegen Krebs, eine Benachteiligung von Frauen und damit schlecht.

Es wird aus meiner Sicht immer klarer, dass diese Einordnung in „gute Gruppe – schlechte Gruppe“, die im wesentlichen im Intersektionalismus angesiedelt ist, der Ursprung von einer großen Menge Hass ist und aus meiner Sicht nichts gutes hervorbringt.

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Responses

  1. Bei diesem Autor ist die Grenze vom Fanatismus zur geistigen Störung eindeutig überschritten, was aber bei Feministen kein Einzelfall ist..
    Da offenbart sich die Gedankenwelt als Wahngebilde.

  2. Aus Wikipedia (.de und .en) :

    Tote durch Krebs in Deutschland:

    Prostatakrebs
    Die jährliche Mortalität (Gesamtzahl der Todesfälle) liegt um 12.000.

    Brustkrebs:

    Frauen: 17.000

    Vergleichsweise seltener ist die Erkrankung in Afrika und Asien.

    Männer erkranken seltener an Brustkrebs. In Uganda sind fünf Prozent aller Mammakarzinome männlich, in Sambia liegt der Anteil sogar bei 15 Prozent.[10] Nach aktueller Statistik 2011 sind es in Deutschland jährlich etwa 500 Männer.[11] Das Verhältnis von Erkrankungen bei Männern zu Frauen liegt bei 1:100.
    ——

    Suizid:

    Im Jahr 2011 starben in Deutschland 10.144 Menschen durch Suizid (12,4 je 100.000 Einwohner)

    Bei Suiziden ist im Allgemeinen eine hohe Dunkelziffer anzunehmen.

    Es wird daher vermutet, dass eine realistische Schätzung der tatsächlichen Suizidzahlen bei 25 % über der statistisch erfassten Anzahl anzusiedeln ist.

    In the Western world, males die three to four times more often by means of suicide than do females

    http://www.rp-online.de/leben/gesundheit/psychologie/depression/hohe-dunkelziffer-bei-maenner-depression-aid-1.3524246

    Der Deutsche Männergesundheitsbericht 2013 mahnt deshalb, die hohe Dunkelziffer männlicher Depressionen stärker zu beachten.

    • Was mich bei diesen Fanatikern am meisten ärgert ist ihr Hass. Es gibt nicht mehr den geringsten Bezug zur Realität. Es ist purer blinder linksideologischer Fanatismus.

      Die Devise heißt: Alles muss sich nach unserem Befinden und Denken richten, und seien wir noch so eine kleine Miderheit. Und dabei sind alle Mittel erlaubt.

      Jegliche Kritik ist Hass und Hass kann nur mit noch mehr Hass bekämpft werden. Todesdrohungen sind legitim.

      Das ist wirklich nur noch pathologisch!

      • Minderheit

        • @Yeph

          Du hast einer m.E. nicht ganz richtigen Einschätzung:
          „Es ist purer blinder linksideologischer Fanatismus.“
          Die m.E. richtige hinterher geschickt:
          „Das ist wirklich nur noch pathologisch!“

          Es ist nicht links – und ich bin ein Linker – aus einer Theorie abzuleiten, es gäbe privilegierte Kollektive, wenn die empirische REALITÄT das Gegenteil sagt.
          Wenn über 60% der Armen in den USA eine weiße Hautfarbe haben, dann ist es absurd, ihnen ein Privileg zu unterstellen.

          Wer es dennoch tut, hat ein Interesse, 60% der Armen verschwinden zu lassen.
          Oder anders herum: Wer so argumentiert, hat ein Interesse gesellschaftliche Armut herunter zu rechnen.
          In wessen Interesse ist das?
          Im Interesse einer *Linken*?

          Wer geschlechterspezifische Krebs-Erkrankungen herunterspielen will, in dem er souverän die männliche Seite ausblendet, weil diese privilegiert ist, hat eine ähnliche Intention.

          Wenn er oben schreibt: „When every human life is important, how do you decide whom to prioritize? Whose lives are more important when all lives are important? How do you tell someone that his life or her life is less important?“, dann hat er sich mit dem im Text geschriebenen schon entschieden.

          Denn er zieht folgende, materielle Gründe für seine Sichtweise heran: „Cancer doesn’t exist in a vacuum—it affects the whole of a person’s life. Disease aside, the richer a person is, the better their chances are, especially in countries where your cash inflow influences the quality of your care.“

          Weil er *unterstellt*, *alle* Männer wären reicher als *alle* Frauen und erstere könnten sich perfekt um sich selbst kümmern, müsste selbstverständlich die Erkrankung von Frauen gesellschaftliches Top-Anliegen sein und alle materiellen Mittel in ihre Richtung fließen.

          Ganz abgesehen von dem reaktionären Männerbild (Männer benötigen keine Hilfe von der Gesellschaft), ist diese These eine Farce (siehe Armut).
          Faktisch liefert er jedoch mit seiner Ideologie den perfekten Vorwand Kosten einzusparen.
          Denn wenn die Erforschung und Bekämpfung einer männerspezifischen Erkrankung NIE gesellschaftliche Aufgabe ist, dann kann man diese Gelder natürlich sparen.

          Auch daran erkennt man das Pseudo-Linke in seiner Argumentation.
          Linke als Vorkämpfer von Kosteneinsparungsprogrammen im Gesundheitswesen?!
          Linke als Verfechter einer „selber Schuld!“, „komm alleine klar!“-Ideologie?!

          Dieser Kerl ist maximal verwirrt und tendiert zum durchgeschallert sein, aber er ist garantiert nicht links – zumindest nicht nach meiner Definition.

          Schönen Gruß, crumar

      • „Männliche Feministen“ scheinen in Sachen Hass auch immer noch mal eine Nummer schlimmer zu sein. Zum Teil erklären kann man das wohl mit dem Costly-Signal zur Gruppenzugehörigkeit, was ein männlicher Feminist natürlich nochmal deutlicher setzen muss.

        https://allesevolution.wordpress.com/2015/10/25/das-ausblenden-der-unlogik-im-radikalen-feminismus-als-costly-signal/

        Aber möglicherweise steckt dahinter auch tatsächlicher Hass auf die eigene Männlichkeit, der so nach Außen projiziert wird.

        Eigentlich sollte man mit männlichen Feministen Mitleid haben.

        • „Männliche Feministen” scheinen in Sachen Hass auch immer noch mal eine Nummer schlimmer zu sein.“

          Kann ich nicht bestätigen.

  3. Zwar etwas OT, aber im Zusammenhang mit Krebsvorsorge möchte ich darauf hinweisen, dass die Krankenkassen die – recht teure – HPV-Impfung nur für Mädchen bezahlt.
    Die Impfung für Jungen wäre sicherlich auch sinnvoll, da Männer einerseits als Überträger fungieren, andererseits ebenfalls an einigen durch das HPV-Virus ausgelöste Krebsarten erkranken können.

    • Die Frage ist doch: Kann man das Übertragen durch Impfen oder durch andere Methoden vermeiden? Nach meinen Informationen kann die Übertragung dieser speziellen Viren vor allem durch die Nutzung von Kondomen und durch eine sehr gute Körperhygiene der jungen Männer deutlich reduziert werden.

      • Kondome und Körperhygiene .. schön und gut. Das kann aber nicht die Lösung sein.
        Mit dieser Argumentation könnte man genauso gut die HPV-Impfung für Mädchen als unnötig bezeichnen. Denn wenn das HP-Virus nicht übertragen wird, können sie auch nicht erkranken.

        Kondome sind außerdem für Menschen mit Kinderwunsch keine Option.

        • Die HPV-Impfung ist (auch unter Ärztinnen) nicht unumstritten. Davon verstehe ich aber zu wenig. Die vorbeugenden Maßnahmen, die ich genannt hatte, können das Risiko für alle Arten der sexuell übertragbaren Krankheiten jedenfalls deutlich reduzieren. Und darum ging es mir eigentlich.

  4. Das geht zwar nur tendenziell in diese Richtung, aber dass die Qualität einer Sache bei Männern in der Regel nicht erwähnenswert ist, zeigt die reflexhafte Formulierung „starke Frau“, wenn sie beispielsweise beruflich erfolgreich ist. Bei Männern gibt es diese Verknüpfung nicht oder nur selten, was darauf schließen lässt, dass hohes Engagement von Männern nicht erwähnenswert wäre. Man setzt es einfach voraus, was sich mit „Du bist ein Mann, also was erwartest du Lob von uns?!“ übersetzen ließe.

    Oder in einem anderen Kontext: „Du bist ein Mann, also ertrag dein Leiden. Hast ja ansonsten generell wenig zu beklagen.“

  5. „Das ist ein derart männerverachtender Artikel, dass es erstaunlich ist, dass er veröffentlicht werden durfte.“

    Wir leben immerhin im Patriarchat. Artikel von Männern werden immer veröffentlicht 🙂

  6. Ich habe einige der Kommentare unter der „Entschuldigung“ gelesen und finde sie sehr ernüchternd.

    Die Kritik beschränkt sich auf „Wie kannst du es wagen, Prostatakrebs (i.e. mein Leid) nicht schlimm zu finden.“
    Mit dem Gruppendenken an sich hat keiner ein Problem. Man will nur betonen, auch zu einer Opfergruppe zu gehören.

    Die am lautesten nach dem virtuellen Scheiterhaufen rufen, sind Manleys Brüder im Geiste, wenn sie sich nicht am Satz „Männer (per se) sind privilegiert“ reiben, sondern nur an „Dein Opferstatus ist nicht sehr hoch“

    • Entschuldige mal, Menschen mit einer Krebserkrankung kann man ja wohl mit Fug und Recht als eine Opfergruppe bezeichnen.

      • Hab ich das Gegenteil behauptet?

        • Du hast es kritisiert.

        • Ich schreib’s für dich noch mal.

          Manleys Argumentation ist:
          a) Männer sind als Gruppe privilegiert.
          b) Durch dieses Privileg tritt jedes Problem, das ein Mann haben kann, in den Hintergrund.
          c) Prostatakrebs ist in diesem Sinne ’nicht so schlimm‘.

          Die Antwort „Was für ein bescheuertes Argument. Wie idiotisch muss man sein, um so in Gruppen zu denken?“ kommt nicht.
          Die Antworten hängen sich alle an c) auf: „Nein, meine Krankheit ist doch ganz doll schlimm.“

          Wenn du dich jetzt darauf beschränkst, c) zu kritisieren, können wir annehmen, dass du mit a) und b) auch kein Problem hast und das Argument an sich schlüssig findest, nur halt nicht für Krebs?

          Ein Mann muss immer erst beweisen, dass sein Leid ernst zu nehmen ist, denn a priori ist es eigentlich bereits durch sein Privileg aufgewogen.

          Diese Denkweise ist das Problem mit Manleys Artikel.
          Keiner der Kritiker kritisiert ihn dafür.

        • Erbsenzählerei.

        • Wer so denkt, bleibt dumm

        • Ich finde es nun mal ein absolut verständliches Argument zu sagen, ja, Prostatakrebs ist schlimm.

        • „Argument“ wofür oder wogegen?

        • Argument gegen den Artikel.

        • Ich mach’s dir mal einfach, auf das Bezug zu nehmen, was ich geschrieben habe.

          a) Ein Autor hat etwas offensichtlich Unsinniges/Abwertendes geschrieben. Viele Leser machen ihn darauf aufmerksam, wie unsinnig/abwertend seine Behauptung ist. Er stimmt sofort zu, dass seine Behauptung unsinnig/abwertend ist. Mehr gibt es zu dem Artikel nicht zu sagen.

          b) Der Autor präsentiert eine Weltsicht, die reibungslos dazu führt, dass er etwas vollkommen Unsinniges/Abwertendes schreibt. In seiner Weltsicht verfangen bemerkt er das Unsinnige/Abwertende nicht. Seine Redaktion teilt seine Weltsicht, so dass ihr das Unsinnige/Abwertende auch nicht auffällt. Das Bemerkenswerte an dem Vorgang ist nicht, dass der Autor etwas offensichtlich Abwertendes/Unsinniges schreibt, was ihm auch sofort um die Ohren fliegt, sondern, dass seine Philosophie (und die seiner Redaktion) dafür sorgt, dass er von selbst gegen das horrend Unsinnige/Abwertende blind ist und auch in Zukunft horrende Unsinnigkeiten/Abwertungen veröffentlichen wird, weil niemand seine Philosophie kritisiert, sondern nur das konkrete Unsinnige.

          a) oder b)?

        • a) und b)

        • @adrian

          a) schließt b) aus.

          Krebs ist für Manley nur ein McGuffin, der diesmal nach hinten losgegangen ist.

        • „a) schließt b) aus.“

          Nö.

        • „Mehr gibt es dazunicht zu sagen“ und „Das eigentliche Problem liegt woanders“ schließen sich aus.
          Daran änderst du auch nichts, wenn du beim „nö“ sagen mit dm Fuß aufstampfst.

        • Doch.

        • Ah, wir wechseln ins Surreale…

          Ok.

          42!

        • Du kannst gegen mich nicht gewinnen 🙂

        • Hab ich längst. Du bist nur grad wie die Taube auf dem Schachbrett.

        • @Adrian:

          http://www.philos.uni-hannover.de/fileadmin/institut_fuer_philosophie/Personen/Wilholt/Logik.pdf

        • @only
          „weil niemand seine Philosophie kritisiert, sondern nur das konkrete Unsinnige.“

          Na klar, der macht weiter, seine „Entschuldigung“ räumt das schon ein, es handelt sich ja vermutlich um eine unnennbare „höhrere Gerechtigkeit“, die hier am Walten war.

          Erinnert mich übrigens ganz an „Argumentationen“ und „Entschuldigungen“ von Shoah-Leugnern, die legen einen vergleichbaren, unheilbaren Fanatismus an den Tag.

  7. Statistik und Risikoforschung sagen: Grundsätzlich ist der Prostata-Krebs ein »Privileg« derjenigen Männer, die alt werden dürfen. Das kann ein relativ Reicher in Afrika sein, ein Asiate der mittleren oder oberen Schichten, ein Pensionär in Deutschland oder ein Rentner in Florida. Es geht also primär um das erreichbare Alter – nicht um die Hautfarbe oder das Herkunftsland.

    Die meisten Prostata-Karzinome sind gutartig, nur wenige sind für den Betroffenen tödlich. Bevor ein Prostata-Krebs bösartig ausbricht, stirbt der Mann in der Regel aus anderen Gründen. Zu den Tests auf Prostata-Karzinom und zu den Behandlungsmethoden empfehle ich allen Männern die Ausführungen aus der Risikoforschung von Prof. Gigerenzer (entweder im Buch »Risiko« oder in öffentlich verfügbaren Vorträgen).

    Die oben zitierten Ausführungen können zwei Gründe haben. Ich halte mich an das Zitierte und nicht an sonstige Äußerungen von Alex Manley (der mir unbekannt ist).

    Zum einen ist es möglich, dass er radikal für eine Art weltweite Ethik und Gerechtigkeit eintreten wollte. In diesem Sinne wäre es anscheinend sinnvoll, die Ressourcen so umzuschichten, dass man zuerst genau die Massenkrankheiten bekämpft, an denen sehr viele Menschen sterben. Das klingt wunderbar gerecht, ist aber in der typisch linken Art der Ökonomie viel zu kurz gedacht: Gesundheitsressourcen sind eben kein konstant großer Kuchen. Viel wichtiger für eine bessere Gesundheitsversorgung in Entwicklungsländern wären diese Grundlagen: innerer Friede, Rechtsstaat, Abbau der Korruption, gut funktionierende Märkte, Freihandel etc.

    Zum anderen ist es aber auch möglich, dass er mit einem besonders radikalen Argument in seiner eigenen Gruppe bekannt und berühmt werden wollte. Das wurde in den letzten Tagen unter dem Stichwort »Überbietungswettbewerb« diskutiert. Als Mann muss er besonders hart kämpfen, um in diesem Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Anerkennung mithalten zu können. Da ist es für ihn logisch, dass er ein Argument bringt, dass sich sogar gegen ihn selbst und seine Prostata richtet. Allerdings stimmt das auch nur auf den ersten Blick, denn er kann ja öffentlich gegen Früherkennung argumentieren und seinen Körper trotzdem untersuchen lassen.

    • Grundsätzlich ist der Prostata-Krebs ein »Privileg« derjenigen Männer, die alt werden dürfen.

      1) Dasselbe gilt für Brustkrebs und Frauen https://de.wikipedia.org/wiki/Brustkrebs

      2) die jährliche Mortalität ist ähnlich der beim Prostatakrebs 17.000 zu 12.000

      3) Frauen werden im Durchschnitt älter als Männer und sind somit noch mehr privilegiert

      4) 3-4 mal so viele Männer wie Frauen sterben an Selbstmord, dem oft ein jahrzehntelanges Leiden vorausgeht!
      10.000 Suizide pro Jahr in Deutschland + 25% Dunkelziffer = 12.500, wovon fast 10.000 Männer ….. Die seriöse Forschung darüber ist quasi inexistent.

      Zum anderen ist es aber auch möglich, dass er mit einem besonders radikalen Argument in seiner eigenen Gruppe bekannt und berühmt werden wollte.

      Vielleicht ist er schlicht und einfach ein Idiot?!

  8. Für die „Entschuldigung“ gibt es einen treffenden Spruch: „adding insult to injury“, ist aber schön versteckt. Diese Passage hier meine ich (wo auch @chris haperte, da muss man erst mal seinen Kopf rumbekommen):

    „But that idea doesn’t mean I have—or anyone has—the right to tell sick, suffering and dying people that their suffering is less valid, or less important, than someone else’s. If they have lived privileged lives thus far, that is not any more their fault than anyone else’s lack of privilege.“

    Den ersten Satz kann man als Auftakt zu einer aufrichtigen Entschuldigung verstehen. Er hätte nicht das Recht, Leidene darüber aufzuklären, dass ihr Leiden weniger wert oder wichtig sei, als das „anderer“. Wobei schon sehr merkwürdig ist, dass er seine Entschuldigung, die doch ganz persönlich sein sollte, wenn er seine Schuld wirklich bei *sich* finden würde, dahinter verstecken muss, dass neben ihm auch absolut niemand diesen Leidens-Vergleich treffen dürfe. Ausserdem spricht er an dieser Stelle auch gar nicht direkt an, welche Leute er tatsächlich abgekanzelt hat, was auch einen Eindruck der Halbherzigkeit macht. Na gut.
    Aber der zweite Satz hat es dann in sich: „Wenn sie auch vorher priviligierte Leben geführt haben, so ist dies sowenig ihre eigene Schuld, wie derjenigen, die keine solchen Privilegien gehabt haben“.

    Was bedeutet, die höhere, ausgleichende Gerechtigkeit war hier wirksam, es ist nicht an mir diese festzustellen — aber anzudeuten… Da hat es aber die richtigen getroffen…

    So ein fieser Arsch, die Wendung hat der sich doch laaange überlegt, wie er unbemerkt seinen Standpunkt weiterführt, unter dem Radar der aufgebrachten Leserschaft, die vermutlich über diese Auflösung seiner Entschuldigung hinwegliest. Natürlich kann man ihn auch schwer auf die Sache festnageln und man wird mir jetzt eine tendenziöse Auslegung konstatieren können. Dem halte ich entgegen: Hey, das soll eine Entschuldigung sein. Und die hat straight zu sein und keine relativistischen Wendungen zu enthalten. Wenn sowas das rein konstruiert wird, dann spricht das arg für die Denkhaltung „Und einen im Sinn“.

    Sowas kann man auch nicht als „Selbsthass“ ansehen, der sieht sich nicht als „Mann“, bzw als das Bild davon, was er so überaus hasst.

    • “But that idea doesn’t mean I have—or anyone has—the right to tell sick, suffering and dying people that their suffering is less valid, or less important, than someone else’s. If they have lived privileged lives thus far, that is not any more their fault than anyone else’s lack of privilege.”

      Das heißt also im Klartext, dass, weil weltweit die Männer in den Krieg ziehen, verstümmelt, gefoltert und getötet werden, gefährliche und ekelerregende Jobs erledigen, sogar im Westen sich das Leben nehmen weil ihr Leben unerträglich geworden ist, die Frauen gefälligst den Mund zu halten haben, weil sie privilegiert sind? Es ist ja nicht ihre Schuld?!

      Schwachsinn bleibt Schwachsinn auch wenn man sich dafür entschuldigt. Darf mann Idioten noch Idioten nennen?

      Ja

    • @alex

      „Was bedeutet, die höhere, ausgleichende Gerechtigkeit war hier wirksam, es ist nicht an mir diese festzustellen — aber anzudeuten… Da hat es aber die richtigen getroffen…“

      ja, der Satz macht sehr deutlich, dass er seine Wertung beibehält und eigentlich nur der Meinung ist, dass man sie eben Betroffenen gegenüber nicht so vertreten kann. Würde er in einem Planungskomitee sitzen, welches Gelder verteilt und es wäre kein Betroffener dabei, dann würde er denke ich seine Begründung voll aufrecht erhalten und die gelder gingen garantiert in andere bereiche, in denen Männer nicht betroffen sind.
      Das entwertet seine Entschuldigung ziemlich

  9. Dem mit dem Hass durch den Radikalfeminismus stimme ich zu.
    Es gab ja in Deutschland schon mal eine radikale Ideologie die Hass auf eine angeblich priviligierte und alles kontrollierende Gruppe geschürt hat. Ausgang leider bekannt.

    • Hass, Hass, Hass. Du hasst. Du hasst mich. Du hast mich gefragt und ich hab nichts gesagt!

      Hate speech …… bullshit. Diese Leute sind krank …..

  10. […] Christan Schmidt zitiert den Text und schreibt, verwundert, er sei „ein derart männerverachtender Artikel, dass es erstaunlich ist, dass er veröffentlicht werden durfte.“ Tatsächlich haben sich sowohl der Autor auch  die Zeitschrift, die ihn veröffentlichte, dafür entschuldigt. Wer einem Krebserkrankten noch seine potenziell tödliche Krankheit höhnisch als Ausweis seiner Privilegien vorhält, verhält sich schließlich unübersehbar verrückt und verachtungsvoll. […]

  11. siehe
    http://www.darmhilfe.de/16prostataleiden.htm


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