Radikaler Feminismus und radikaler Islam

Ich habe einen interessanten Artikel dazu, warum teilweise die Kritik am radikalen Islam in Teilen des Feminismus quasi nicht vorkommt gelesen, auf dessen Thesen ich eingehen möchte

1. Radikaler Islam und Frauenfeindlichkeit

Ich möchte zunächst anführen, dass es meiner Meinung nach auch einen gemäßigten Islam gibt, in der die Anhänger genau wie viele Christen eigentlich mehr Traditionspflege und eine gewisse Gruppenidentität pflegen ohne damit andere auszuschließen oder sich groß um Gott zu kehren.

Vielleicht wird kein Schweinefleisch gegessen, aber es wird dennoch Alkohol getrunken, die Männer haben keinen langen Bart, wenn sie nicht Hipster sind und die Frauen kein Kopftuch, die Frau kann Anwältin sein (wie eine Türkin aus meinem Bekanntenkreis)  man ist in westlichen Ländern sozialisiert und findet das zu strenge Befolgen religiöser Regelungen veraltet.

Daneben gibt es einen radikalen Anteil, der leider religiöse Regeln sehr wichtig nimmt und auf „Ungläubige“ herabsieht und eine Vielzahl altertümlicher Sitten- und Moralvorstellungen für wichtig hält, die unter anderem auch ein sehr essentialistisches Geschlechterbild enthalten, in denen eine gewisse Höherwertigkeit des Mannes angenommen wird, der Vorstand der Familie ist.

Das gibt es natürlich auch noch im christlichen Bereich, ganz besonders in zB freikirchlichen Gemeinden oder anderen traditionellen Bereichen, ist aber üblicherweise im Christentum nicht mehr so ausgeprägt. Zudem ist im radikalen Islam der Gedanke, dass der Islam einen heiligen Krieg gegen die Ungläubigen führt, die insofern ebenfalls minderwertig und zu bekehren oder zu vernichten sind, deutlich ausgeprägter, was zu monströsen Ausprägungen wie ISIS führt.

Wichtig soll hier aber insbesondere das Geschlechterthema sein und ich muss sagen, dass mich solche essentialistischen und insbesondere von einem gewissen Rangverhältnis geprägten Geschlechtertheorien, wie sie sich in diesem radikalen Bereich finden, ärgern, denn es sind unnötige Einschränkungen beider Geschlechter und insbesondere eben auch der Frau. Als Atheist reagiere ich vielleicht noch sensibler, weil ich es doppelt unnötig finde, dass in dem Bereich alte Regeln aufgrund der Annahme einer eigentlich nicht existenten Gottheit umgesetzt werden, die letztendlich den Leuten das Leben erschweren.

In der Hinsicht gäbe es jedenfalls gute Gründe die dortigen Einschränkungen für Frauen, von Kleidungsvorschriften über Fahrverbote über die Weigerung eine Frau in einer bestimmten Position zu akzeptieren bis hin zu den Sexualvorschriften und diesbezüglicher Strafen abzulehnen und daran Kritik zu üben.

2. Der nichtintersektionalistische Genderfeminismus („Beauvoir-Feminismus“)

Der Feminismus „alter Schule“, also der klassische Genderfeminismus geht davon aus, dass sich Männer und Frauen in einem Kampf um die Macht befinden und Frauen mittels entsprechender Rollen unterdrückt werden. Er kämpft daher gegen diese Rollen und für eine Befreiung der Frau von der Unterdrückung bzw dafür, dass Frauen ebenfalls an der Macht teilhaben. Feministinnen dieser Ausrichtung sehen in den Einschränkungen aus religiösen Vorschriften wie etwa dem radikalen Islam eben einen Teil dieser Unterdrückung und äußern sich entsprechend. So hat beispielsweise Alice Schwarzer eine Vielzahl entsprechender Artikel verfasst.

Etwa in einem Artikel wie diesem:

Denn die Gewalt ist nur die Spitze des Eisberges des politisierten Islam, des Islamismus. Ihr geht eine ideologische Indoktrinierung voraus, der Drill der Gläubigen zur Selbstgerechtigkeit und Verachtung der „Anderen“, als da sind: Frauen, Juden, Homosexuelle, Kreative, „Ungläubige“. Dieses Schüren von Hass auf die Anderen ist die Saat der Gewalt. Mit der Kalaschnikow in der Hand geht die Saat auf.

In allen totalitären (Denk-)Systemen ist die Entmenschlichung der Anderen die Voraussetzung dafür, dass die Einen sich zu Herren über Leben und Tod der Anderen aufschwingen. Der Kadavergehorsam der Indoktrinierten beginnt in der patriarchalen Familie, in Koranschulen und in den orthodoxen oder gar islamistischen Moscheen. Und da reden wir nicht nur von salafistischen Moscheen. Wir reden unter anderem auch von den heute etwa 1000 Ditib-Moscheen in Deutschland, die finanziell wie personell von der Türkei abhängig sind. Vor der Machtergreifung Erdogans waren das Stätten eines echten Dialogs, heute weht da ein anderer Wind.

Die frühe Unterwerfung von Söhnen, Töchtern und Frauen findet ihre konsequente Fortsetzung in den Schmieden der Gottesstaatler, die aus Ich-schwachen jungen Männern waffenstarrende Gotteskrieger formen und aus verlorenen jungen Frauen hörige Bräute. (…)

Dennoch zeigen aktuelle Umfragen, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis in Deutschland die Demokratie schätzen. 90 Prozent aller Muslime halten laut Bertelsmann-Studie nicht etwa den Gottesstaat, sondern die Demokratie für „eine gute Regierungsform“; ebenso viele haben „regelmäßigen Freizeitkontakt“ zu Nichtmuslimen. Und 60 Prozent bejahen nicht nur die Homosexualität, sondern sogar die Homoehe – was für Islamisten des Teufels ist.

Das sind wirklich gute Nachrichten! Die Muslime in Deutschland sind also mehrheitlich integriert. Doch genau darum sind sie die ersten Opfer der Islamisten, nicht wir.

Das wäre also eine Stellungnahme gegen den radikalen Islam, eben auch als klassische Vertretung von Frauenrechten (wobei Schwarzer nicht Schwarzer wäre wenn sie da nicht in anderen Artikeln deutliche Dämonisierungen von Männern mit hineingebracht hätte, wenn ich mich da richtig erinnere)

3. Der intersektionalistische Genderfeminismus 

Der intersektionale Genderfeminismus gilt als der „modernere Feminismus“ und fächert wesentlich breiter auf. In ihm kämpfen weniger Männer gegen Frauen, sondern es gibt verschiedene Ebenen, auf denen bestimmte gesellschaftliche Regelungen dafür sorgen, dass einige Menschen, die diese Regelungen umsetzen oder auf die sie zugeschnitten sind, Privilegien haben und damit andere Menschen innerhalb der gleichen Kategorie benachteiligen. Wer die meisten Privilegien hat, der unterdrückt am meisten und ist insofern – sofern er die Privilegien nicht hinterfragt und versucht die Nachteile der anderen auszugleichen – in gewisser Weise böse. Privilegierte Positionen können dabei alle nahezu alle Positionen sein, die irgendwie vorteilhaft sind, mit Ausnahme den Vorteilen einer Opferstellung. Bekannte Einordnungen sind Geschlecht (Mann privilegiert, Frau nicht) Rasse (Weiß privilegiert, andere Hautfarben nicht), sexuelle Orientierung (Heterosexualität privilegiert, andere Ausrichtungen nicht) aber auch Religion (christlich ist privilegiert, andere Religionen nicht) (dieser Punkt ist wohl etwas strittig, es kommt dabei wohl auf den Kontext an).

Hier einmal eine Grafik die einiges auflistet (auch wenn eine solche Zuordnung von Punkten und gerade die hier vorgenommene Wertung (+25 nur für weiß? +25 für jüdisch?) im Feminismus natürlich als problematisch anzusehen ist und zB hier Religion ausdrücklich rausgenommen wurde)

Privilegien Punktetabelle

Privilegien Punktetabelle

Es ist aber auch, wenn man Religion rausnimmt, unschwer zu erkennen, dass der typische Anhänger einer islamischen Religion häufig nicht sehr privilegiert ist: Er ist seltener weiß, er kommt seltener aus dem Westen, er wird häufig aus ärmeren Ländern kommen und arm sein (Saudi Arabien und andere Erdölnationen in der Nähe mal ausgeblendet).

Was hat das nun für Auswirkungen. Dazu hat mich der oben bereits angedeutete Artikel auf eine Idee gebracht:

Feminist can’t condemn radical Islam, for two very simple (and coherent) reasons, stemming from the “gender as a class” paradigm. It has nothing to deal with “double standards” or hypocrisy.

Firstly. They simply can’t condemn Islam, even if inclined to, because doing so they would put a spotlight on the differences among women living in different cultures; thus, tearing down the concept of women as a monolithic class of oppressed beings. Women in the “western” world dress burkas, get it. Indeed, if you carefully analyse the feminist usage of “sharia” victim card, you’ll notice that it isn’t brought up to draw a separation line between women’s status in the “western” world and those under sharia, but to build a bridge between the latter ones and first world grandmothers. The condition of women under radical Islam has nothing to deal with religion, but with lack of feminist enlightenment. Deal with it

Secondly. They can’t stress out men’s misogynistic attitudes under radical Islam otherwise they would downplay the evil implications of first world men’s attitudes, such peeing while standing, staring at women, catcalling and manspreading. Men are an oppressor class, and our grandfathers forced women in burkas as well. Nowaday we don’t thanks to feminism. Feminists, simply put, do not see differences between men; they only see different stages of oppression when male attitudes are not properly confined.

Condemning radical Islam, in essence, would undermine the very pillars of feminism. If feminis accepted just for a second that the status of people is pretty much situational, it would open the door to the possibility that women in the first world (in comparative terms with men) are not oppressed and maybe they have never been. And that men are not oppressors. And that maybe women not only are not oppressed, but they are, as a whole, a priviledged demographic. This is not simply conceivable.

Hier wären also die Argumente:

  • Durch die Betonung, dass es andere Frauen schlechter haben würde die Einheitlichkeit der Frau als unterdrückte Klasse beeinträchtigt
  • Durch die Betonung, dass es in anderen Kulturen Frauenfeindlicher ist, würde die Unterdrückung durch Männer in der westlichen Welt klein geredet werden
  • Dies alles könnte zur Folge haben, dass Frauen im Westen als weniger unterdrückt erscheinen und ihre Unterdrückung als triviale Kleinigkeiten.

Nicht in diesem Text enthalten ist die weitere Einordnung in den Intersektionalismus. Wenn der weiße, heterosexuelle, christliche Mann nicht mehr der oberste Schurke ist, dann stimmt einfach die dortige Hierarchie nicht mehr und man müsste, wie es der Text auch erwähnt, den weißen Mann „aufwerten“ und gleichzeitigt PoCs angreifen. Während man bestimmte Umstände in anderen Ländern noch auf die Kolonialzeit zurückführen kann und so wieder dem „weißen Mann“ zuordnen kann, wird dies beim Islam, der nie wirklich einen weißen Hintergrund hatte, schwierig.

Damit wäre Kritik am Islam nahe am Rassismus, da er das Dogma der Schuld des weißen Mannes in Frage stellt. Es wäre auch problematisch, weil der Islam nicht in  die klassischen Schemata einzuordnen ist, die eben vorgeben, dass die, die gesellschaftlich die meiste Macht haben, die sein müssen, die die Regeln vorgeben und die anderen unterdrücken.

Die verschiedenen Ebenen des intersektionalen Feminsmus erfordern hier also, dass man zu solchen Thema am besten schweigt. Allenfalls darf man darauf hinweisen, dass Frauen aus diesen Kulturkreisen damit nicht einverstanden sind und man sie darin unterstützt (aber ihnen gleichzeitig nicht die westlichen Regeln aufdrückt oder sich ihre Symbole aneignet  und sie natürlich machen können, was sie wollen).

4. Disclaimer

Kommentare, die an Einzelfällen die Fürchterlichkeit des Islams und den Untergang des Abendlandes darlegen wollen, bitte ich in anderen Blogs unterzubringen, hier werde ich sie löschen, da es nicht das Thema ist.

Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit

Eine interessante Studie hat weltweit Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit untersucht:

Numerous studies have documented subtle but consistent sex differences in self-reports and observer-ratings of five-factor personality traits, and such effects were found to show welldefined developmental trajectories and remarkable similarity across nations. In contrast, very little is known about perceived gender differences in five-factor traits in spite of their potential implications for gender biases at the interpersonal and societal level. In particular, it is not clear how perceived gender differences in five-factor personality vary across age groups and national contexts and to what extent they accurately reflect assessed sex differences in personality. To address these questions, we analyzed responses from 3,323 individuals across 26 nations (mean age = 22.3 years, 31% male) who were asked to rate the five-factor personality traits of typical men or women in three age groups (adolescent, adult, and older adult) in their respective nations. Raters perceived women as slightly higher in openness, agreeableness, and conscientiousness as well as some aspects of extraversion and neuroticism.Perceived gender differences were fairly consistent across nations and target age groups and mapped closely onto assessed sex differences in self- and observer-rated personality. Associations between the average size of perceived gender differences and national variations in sociodemographic characteristics, value systems, or gender equality did not reach statistical significance. Findings contribute to our understanding of the underlying mechanisms of gender stereotypes of personality and suggest that perceptions of actual sex differences may play a more important role than culturally based gender roles and socialization processes

Quelle: Gender Stereotypes of Personality: Universal and Accurate

Hier einige der Zahlen:

Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit

Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit

Wie man dort sieht gibt es also durchaus Länder mit stärkeren und solche mit schwächeren Geschlechterstereotypen. In der USA und der Slovakei scheint es recht deutliche Stereotype zu geben, in Indien und der Schweiz geringere.

Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit und Stereotype

Geschlechterunterschiede in der Persönlichkeit und Stereotype

Diese Tabelle gibt wieder, dass es teilweise recht deutliche Differenzen zwischen den Stereotypen und der Feststellung dieser Unterschiede bei anderen oder sich selbst gibt. Bei Frauen nimmt man also zB bei dem Neurotizismus, also der emotionalen Labilität, einen größeren Unterschied war als es das Stereotyp angibt, bei Verletzlichkeit gibt es auch deutliche höhere Werte, gerade in der Selbstbetrachtung. Bei Kompetenz sagt das Stereotyp einen höheren Wert für Frauen voraus, in der Selbstbetrachtung scheinen hier eher Männer die Nase vorn zu haben. Und auch bei verärgerter Feindseligkeit zeiht das Stereotyp eigentlich Männer leicht vorne, in der Selbstbebrachtung liegen hingegen Frauen leicht vorne

#GamerGate, Anita Sarkeesian und UN-Women

Kommentator „Stapel Chips“ hat einen interessanten Kommentar abgegeben, der leider erst im Spam-Filter gelandet ist, und den ich auf diese Weise noch einmal hervorheben möchte:

Dear Mr. Sullivan, people of the UN especially people of UN Women

This is an open letter to you, in which I’d like to point out a few concerns I have about recent events. My writing in English is not good enough to frame my concerns accurately. Therefore I am going to write this letter in German. I assume, that you have people in your ranks who can translate it in a sufficient manner.

Ich wollte mich etwas damit beschäftigen, dass Frau Anita Sarkeesian und Frau Zoe Quinn bei der UN-Women als Gastsprecher geladen waren. Im Zuge meiner Recherche stieß ich auf eine „In-Depht Analysis“ ihres Gastschreibers David Sullivan (1). Dieser Beitrag hat mich etwas bestürzt.
Ihnen und ihrem Gastschreiber war zu dem Zeitpunkt des Beitrages bewusst, dass die Studie auf denen das Resultat der wachsenden Anzahl genderbasierter Gewalt fußt, sehr lückenhaft ist. Sowohl die Quellenangabe als auch Inhaltlich gab es einiges zu beanstanden, wie sie ja auch selbst schreiben. Ich frage mich und ich frage auch Sie, ob man eine Studie, die derartig viele Fehler aufweist tatsächlich als Beweis nutzen kann, um eine wachsende Anzahl genderbasierter Gewalt zu belegen. Ist eine solche Studie geeignet um daraufhin Politik zu betreiben? Ich möchte hierzu gerne auf ein Video einer wundervollen Frau namens Professor Christina Hoff-Sommers verweisen (2). Sie ist eine Feministin (The Factual Feminist), war Philosophieprofessorin, ist Demokratin und ein hochangesehenes Mitglied der Konsumentenrevolte #GamerGate. Man bezeichnet sie dort liebevoll als Based Mom (3).

Dies bringt mich zum zweiten Punkt der mich sehr stark irritiert: #GamerGate
Ich würde mich als Anti-Feminist bezeichnen. Daher habe ich mich ganz bewusst noch nicht öffentlich zu #GamerGate geäußert, denn #GamerGate dreht sich eigentlich um ethisches Verhalten im Gaming-Journalismus. Warum ich von diesem Verhalten abweiche möchte ich relativ zum Ende dieses Briefes beleuchten.
Ich gebe zu, dass die Genderdebatte mittlerweile mit #GamerGate verbunden ist, da sie den GamerGatern quasi aufgezwungen wurde.
Dementsprechend bin ich ein stiller Unterstützer von #GamerGate gewesen. Ich habe weder die Federal Trade Commission der USA über Native-Advertising informiert, ich habe kein Feedback an Video Game Webseiten gegeben und ich habe bis vor kurzem mich auch nicht am Twitter-Aktivismus beteiligt. Ich habe nicht einmal für die diversen Hilfsorganisation oder für die guten Zwecke gespendet die GamerGater unterstützt haben. So zum Beispiel UNICEF, American Society for Suicide Prevention, the Center for National Bullying Prevention, für ein (weibliches) Opfer einer Vergewaltigung, für eine Rollstuhlfahrerin, die einen Treppenlift benötigte und auch The Fine Young Capitalists (TFYC) (4).

Also nachdem wir festgestellt haben, dass GamerGater gegen Bullying und Suizid geholfen haben, zwei Frauen in Notlagen unterstützt haben, wollen wir uns noch einmal genauer mit TFYC auseinandersetzen. Denn Ihr Vorwurf ist es ja, dass #GamerGate eine Hasskampagne ist, die Frauen aus der Tech Industrie und speziell Gaming heraushaben will.

“ Our focus is to empower women and to encourage them to take part into a leadership role while interacting with a creative framework. We want to support and embrace a higher number of women hired by any entity in the whole spectrum of the videogame industry.“ (5)

Ich denke, dass es klar geworden ist, dass GamerGater -als gesamtes- Frauen nicht aus der Tech Industrie und dem Gaming heraushaben wollen.
Aber abgesehen von diesen einzelnen Beweisen möchte ich mir auch so noch einmal Gedanken über die – meines Erachtens- Irrationalität dieses Vorwurfes Gedanken machen. Gaming ist ein Hobby. Es macht Spaß, es bereitet Freude.
Ist es nicht etwas wundervolles sein Hobby mit der Person zu teilen die man liebt? Ist es nicht schön seine Freundin oder seinen Freund über das Hobby kennenzulernen? Ich für meinen Teil finde es total klasse, wenn ich mich mit anderen Leuten und ja, auch Frauen, über Gaming unterhalten kann. Es ist ein wundervolles und vielfältiges Medium über das man mit vielen Menschen in Kontakt treten kann. Die meisten Gamer die ich kenne feiern geradezu, dass es so vielfältig und abwechslungsreich ist. Und dementsprechend auch so viele Leute anzieht. Was zählt ist die gemeinsame Liebe und das Interesse am Spielen. Und ich bin mit dieser Ansicht bei weitem nicht alleine. Nach allem was ich in #GamerGate gesehen habe, bei allen inneren Streitigkeiten, ist es das, was verbindet.
Ich habe vier Jahre lang World of Warcraft gespielt. In dieser Zeit wurde ich Zeuge von – ich glaube – fünf Ingame-Hochzeiten. D.h. in dem Spiel wurde rollenspielerisch eine Hochzeit abgehalten. Ich habe nicht auf einem Rollenspielserver gespielt und auf Nachfrage stellte sich heraus, dass diese Leute tatsächlich geheiratet hatten und sich sogar in drei der Fälle über WoW kennengelernt hatten.
Um das Ganze mal zusammenzufassen: #GamerGate, als doch recht große Konsumentenrevolte, zu bezichtigen gegen Frauen in der Tech Industrie oder Gaming zu sein, ist nicht richtig. Und dabei haben wir noch nicht einmal den Schwesterhashtag #NotYourShield betrachtet (6). In diesem melden sich ethnische Minderheiten, Leute unterschiedlicher Sprache, Religion und diverser sexueller Orientierungen zu Wort, aber auch Frauen und Transsexuelle, die #GamerGate unterstützen und gegen unethisches Verhalten im Gaming-Journalismus stehen.
Wenn wir die Vielfältigkeit an Sprachen, Religionen, Ethnien, Nationalitäten, Geschlechtern, sexuellen Orientierungen und Weltanschauungen betrachten, braucht sich #GamerGate nicht vor dem Feminismus oder der Social Justice Worrior Bewegung zu verstecken. Einen Vergleich in Vielfältigkeit, was diese intersektionale Feminismuskathegorien angeht, (ich erwähne dies nur, weil Zoe Quinn den intersektionalen Feminismus vor der UN erwähnte) braucht #GamerGate nur vor größeren Staaten und der ganzen Menschheit zu scheuen.
Wenn man sich das Video, das ich als Quelle benutzt habe (6) ansieht, sieht man auch, dass mehrere dieser Frauen angegriffen, belästigt oder gedoxxed wurden, weil sie zu #GamerGate gehören. Der Journalist Milo Yiannopoulos hat eine Spritze mit unbekanntem Inhalt (7) zu sich nach Hause geschickt bekommen. Ein weiterer #GamerGate Supporter sagt, dass er gedoxxed wurde und seine Frau bedroht wurde. Später im Twitterverlauf sagt er, dass er, wenn er jede Morddrohung gegen ihn bei der Polizei melden würde, wöchentlich am Telefon sein würde (8).
Wir sehen also, dass auch GamerGater Opfer von Doxxing, Morddrohung usw. geworden sind. War das nun die Gegenseite? Möglich. Sogar wahrscheinlich. Aber nicht ausschließlich. Denn es gab so genannte Third-Party-Trolls, die „einfach ein wenig“ Unruhe gestiftet haben. Und zwar in beide Richtungen. Gab es Angriffe von Seiten von #GamerGate. Ja, gab es. Aber GamerGater haben versucht, diese Personen zu stoppen. Die #GamerGate harassment patrol war ein Versuch dies zu tun und war sogar an vielen Stellen erfolgreich (9).
Ich möchte das Thema #GamerGate an dieser Stelle zu Ende führen. Wie ich bereits an mehreren Stellen dargelegt habe, geht es sehr vielen bei #GamerGate um ethisches Verhalten im Gaming-Journalismus. Das sagt sowohl Quelle (3.3) von Professor Christina Hoff-Sommers, als auch Quelle (6) betreffend #NotYourShield. Auch dies hat natürlich Effekt gehabt und ich möchte hier einfach auf die Quelle (4.1) verweisen, wo beschrieben wird, dass die Gamingseiten ihre Ethik-Standards angepasst haben, diverse Journalisten ihren Job wegen ihres Verhaltens verloren haben, aber auch, dass die Federal Trading Commission der USA ihre Standards zum Thema Native Advertising geändert hat.
Zu behaupten, dass #GamerGate eine “ online harassment campaign against women in technology and feminist critics of gaming culture“ sei, ist also falsch. Gibt es in #GamerGate Leute, die genau das wollen? Möglicherweise. Es ist eine große Gruppe, es gibt kein Aufnahmekriterium, jeder kann den Hashtag nutzen und nachdem in den Mainstream Medien verbreitet wurde, dass dies das Ziel von #GamerGate ist, ist es wahrscheinlich, dass entsprechende Leute zumindest mal reingeschaut haben.

Das man als Mitarbeiter oder Gastschreiber der UN viele Dinge um die Ohren hat und sich mit solch einem, doch recht komplexen Thema, nicht bis in die Tiefe auseinander setzen möchte, halte ich zwar für nicht ideal, aber legitim. Aber selbst mit einem ganz kleinem bisschen Recherche kann man feststellen, dass es zumindest auch um Ethik geht. Da ihr Beitrag aber unter „In-Depth Analysis“ steht, muss ich vom absichtlichen Ignorieren von Fakten ausgehen. Die Beschreibung von #GamerGate wird nicht einmal annähernd den Tatsachen gerecht.

Kommen wir nun zu Zoe Quinn und Anita Sarkeesian und dem ganzen online harassment Teil ihres Beitrages. Existiert online harassment gegen Frauen? Natürlich. Sollte das nicht passieren? Ganz klar. Verdient irgendjemand Mord- oder Vergewaltigungsdrohungen? Wenn man mal von Josef Stalin, Mao tse Tung, Adolf Hitler und vergleichbaren Personen absieht – nein, niemand. Haben Anita Sarkeesian und Zoe Quinn das verdient? Nein. Haben GamerGater die sich mit Leuten der Society for Professional Journalism getroffen haben, sich in Melbourne und Washington DC treffen wollten (10), aber auch generell GamerGater und -nennen wir sie mal- Anti-GamerGater das verdient? Nein. Der Youtuber Sargon of Akkad hat in einem Interview im BBC über #GamerGate klar gesagt, dass er solche Sachen nicht wünscht und dass er hofft, dass diejenigen, die diese Drohungen versendeten zur Anzeige gebracht werden. Ich bin der festen Überzeugen, dass fast alle GamerGater diesem zustimmen (11).

Ich möchte hier vorwegnehmen, dass nichts, was im Folgenden kommt, online harassment rechtfertigt. Aber es wird zumindest einen großen Teil erklären können.

Zoe Quinn und Anita Sarkeesian sind aber in der Tat extrem gute Beispiele für den Punkt den ich zu machen gedenke.
Frau Quinn ist gerade im Gaming unter anderem für die Programmierung ihres Spieles Depression Quest (12) bekannt. Es gibt viele Gamer, die diesem Spiel den Status „Spiel“ nicht geben würden, da es kein wirkliches Ziel gibt, keinen Erfolg, keine Gewinn-Bedingung. Es gibt viele Programmierer, die sagen, dass es kein programmiertes Spiel ist, da HTML keine Programmiersprache ist. Aber sei es drum.
Viel interessanter ist, dass Frau Quinn für etwas anderes mindestens genauso bekannt ist. Sie ist für eine DDoS Attacke auf The Fine Young Capitalists verantwortlich (13). Ja richtig. Diejenigen, die versuchen Frauen dabei zu unterstützen in die Spieleindustrie einzusteigen. Diejenigen, die durch #GamerGate unterstützt wurden.
Dazu kommen noch andere moralische Verfehlungen wie halt zum Beispiel, dass sie ihren Freund mit mehreren anderen betrogen hat (was ja nun letztendlich zum Zoe-Post und zu den Anfängen von #GamerGate führte). Zudem war sie aktiv daran beteiligt u.A. Furrys zu doxxen (14). Sie hat wiederholt Leuten etwas vorgeworfen, was nicht passiert ist und sich nachher als Opfer dargestellt (15). Nur um einige Beispiele zu nennen, die VOR #GamerGate kamen. Man kann also mit Sicherheit behaupten, dass Frau Quinn nicht unbedingt den besten Charakter hat. Dies führt selbstverständlich dazu, dass es Leute gibt, die ihr Verhalten nicht tolerieren und sie daher auch dafür kritisieren. Nun sollte man meinen, dass kritisieren keine Belästigung ist. Dem stimme ich zu. Aber es werden Worte gefallen sein wie „whore“ oder „cunt“, was im Bezug auf ihre sexuellen Eskapaden durchaus nachvollziehbar ist oder auch Worte wie „psychotic“ oder „Asshole“ die im Bezug auf das Doxxing und die DDoS Attacken ebenfalls nachvollziehbar sind. Es ist eine – nicht freundliche – Charakterbeschreibung wenn man so will. Das dies wiederholt geschieht, kann eigentlich nur dadurch erklärt werden, dass Frau Quinn sich bis zum heutigen Tage weigert ihre Verfehlungen einzugestehen und sich dafür zu entschuldigen, bzw. diese Dinge wieder gut zu machen. Nein stattdessen stellt sie sich als Opfer dar. Ein Dasein, an dem sie offensichtlich nicht ganz unschuldig ist und das von wenig Selbstreflektion zeugt.

Kommen wir zu Anita Sarkeesian. Frau Sarkeesian ist eine feministische Popkultur Kritikerin. Und sie befasst sich aktuell mit Videospielen. Soweit, so gut. Das ist erst einmal absolut in Ordnung. Jede Form von Kunst und Entertainment sollte kritisiert werden (im Positiven wie im Negativem) und offen für Kritik sein. Genauso wie Politik, Nachrichten, Forschungen, wissenschaftliche Arbeiten, Journalismus, Feminismus und natürlich auch Kritik und KritikerInnen.

Sie hat vor der UN gesagt, dass sie konstant als Lügnerin bezichtigt wird und das man ihr sagt, dass sie „sucked“. Nun wird sie aber nicht von irgendwem als Lügnerin bezeichnet sondern von Gamern. Männlichen wie weiblichen. Wenn eine Kritikerin eines Mediums von Experten dieses Mediums (d.h. Gamer) als Lügnerin bezeichnet wird, dann muss man eigentlich hellhörig werden. Es ist ja nicht nur so, dass ihr damit gesagt wird, dass sie falsch liegt, sondern sogar, dass sie weiß, dass sie etwas Falsches sagt. Es kann ja durchaus passieren, dass man etwas Wichtiges übersieht, es kann durchaus passieren, dass man etwas falsch interpretiert oder im Zusammenhang mit der Zeit oder Kultur in der das Spiel produziert wurde missversteht. Nein, man bezichtigt sie quasi der beabsichtigten Falschaussage. Als Einführung soll uns Quelle (16) dienen, in der ein Video von ihr im Jahr 2010 gezeigt wird wo sie sagt, dass sie kein großer Fan von Videospielen ist im Vergleich zu einem Bild von 2015, wo sie das Gegenteil behauptet. Schauen wir uns zudem ihre Kickstarterseite an (17), sagt sie auch da, dass sie ein großer Fan von Videospielen ist. Es steht somit außer Frage, DASS sie gelogen hat, die Frage ist: Wo hat sie gelogen? In dem Video, oder bei Kickstarter und in dem Bild?
Auf der Kickstarter Seite finden wir zudem noch mehrere Zeitangaben, wann die Belohnungen für die Spenden abgesendet werden sollten. Etwa im August 2012 bzw. im Dezember 2012 sollte die vollständige Serie zur Verfügung stehen. Nun hat sie natürlich wegen des riesigen Erfolges ihrer Kampagne nicht nur 5 sondern 12 Videos machen müssen, was dementsprechend auch länger dauert. Aber wenn wir uns anschauen, dass wir mittlerweile Oktober 2015 haben und die Serie immer noch nicht abgeschlossen ist, dann müssen wir auch sagen können, dass dies nun wirklich SEHR lange dauert. Zudem sei angemerkt, dass das erste Video ihrer Serie erst am 07. März 2013 veröffentlicht wurde (18), also knapp drei Monate nach dem eigentlichen Termin für die Versendung der ganzen Serie. Das lässt tief blicken.
Gucken wir einmal ins Transscript ihres „Fundingvideos“: “ Each video in this new series will be between ten and twenty minutes long with well researched, indepth analysis.[…] As you might imagine, this project requires and [sic] enormous amount of research.[…] This is an incredibly ambitious project because of the scope and scale of the research and production involved, so please donate any amount you can to bring this series to life.“
An drei Stellen in diesem Transscript und im entsprechenden Video sagt sie, dass sie Recherche also „research“ betreiben wolle. Schauen wir aber in die Videobeschreibungen, sehen wir keine Quellenangaben, nur die Namen der besprochenen Spiele. Nicht, woher sie ihre Aussagen nimmt. Also ihre wissenschaftlichen Grundlagen. Nirgendwo eine Quelle zu ihren Thesen. Diese werden nicht einmal in den Videos erwähnt. Alles was sie dort bespricht, sind also erst einmal nichts anderes als Behauptungen (20).
Der Youtuber MrRepzion (Daniel Sulzbach) hat in einem Video (21) in etwa einer Stunde erklärt, wie Frau Sarkeesian Szenen der Spiele aus dem Kontext reißt und das sie Videomaterial von anderen Youtubern benutzt. Wobei ersteres Problem natürlich selbsterklärend ist und in sich zeigt, warum viele Gamer sie eine Lügnerin nennen, bedarf Letzteres eine Erklärung. Es gibt die Online-Kultur, als Sub-Kultur der Gamingszene, der Let’s Player. Das sind Gamer, die ihr Spielen und teilweise auch sich selbst aufnehmen, kommentieren und dann online stellen.
Von diesen Youtubern stammen die Videogameausschnitte, die Frau Sarkeesian in ihren Videos benutzt. Es ist natürlich absolut legal, dass sie dies tut, aber hier geht es nicht nur darum, was legal und was illegal ist, sondern es geht um etwas mehr.
Auf ihrer Kickstarter Seite (17) sagt sie:
„will be researching and playing hundreds of titles from across the gaming industry […] support will go towards production costs, equipment, games and downloadable content.“
Sie macht also deutlich, dass sie die Spiele spielen wird und das sie von dem Erlös Spiele und Equipment kaufen wird. Sie hat von knapp 7000 Unterstützern fast 160 000$ erhalten. Man sollte meinen, dass in diesem Budget Geld für ein Programm enthalten ist, mit dem man Spiele aufnehmen kann. Dies legt also den Verdacht sehr nahe, dass sie auch hier gelogen hat und das Geld weder wie versprochen eingesetzt hat, noch, dass sie die Spiele auch tatsächlich gespielt hat.
Gucken wir uns mal ihr Beispiel Hitman: Absolution an (22; ab 22:20). Ich möchte sie dabei Einladen, sich die obere linke Ecke des Videomaterials genauer anzusehen. Dort sieht man, dass man für das töten dieser Frauen Punktabzug bekommt. Frau Sarkeesian erwähnt nicht, dass das Selbe auch passiert, wenn man Männer tötet und sie erwähnt auch nicht, dass das töten von manchen NPCs, die nicht das eigentliche Ziel einer Mission sind, manchmal eine Notwendigkeit darstellt und daher die Option vorhanden ist. Niemand muss das aber tun. Gerade in diesem Fall ist es absolut nicht erforderlich. Es gibt sogar einen anderen – einfacheren – Weg den man gehen kann. Sie würde es wissen, hätte sie das Spiel tatsächlich gespielt oder sich zumindest mit dem Material auseinandergesetzt.
Wir können also mit relativer Sicherheit sagen, dass sie noch kein einziges Video zur „Tropes vs. Women in Videogames“ Reihe veröffentlicht hat, dass dem von ihr gesetzten Standard entspricht.
Wenn ich ein Produkt anpreise, mich dafür bezahlen lasse und die Lieferung drei Jahre überfällig ist und sich dann auch noch herausstellt, dass das Produkt nicht zur Beschreibung passt, dann muss ich davon ausgehen, dass meine Kunden sich beschweren und dies auch anderen Menschen mitteilen. Nun ist der Fall hier etwas anderes. Es ging um Spenden und damit auch um zutiefst erschüttertes Vertrauen. Die Leute sind massiv enttäuscht von ihr.

Wenn sich Frau Sarkeesian also darüber beschwert, dass sie eine Lügnerin genannt wird, dass sie „sucked“ und -ich möchte hinzufügen- als „Con-Artist“ bezeichnet wird, dann ist das eine äußerst akkurate Beschreibung für den Charakter und das Verhalten dieser Frau. Es gibt zudem Hinweise, die darauf schließen lassen, dass sie die ein oder andere Bedrohung gegen sich selbst gerichtet hat. Ob dies wirklich so war, werden wir wohl nicht so leicht herausfinden (23).

Ein Vorschlag also von mir für das „Stoppt Cyper-Gewalt gegen Frauen“: Bringt Frauen bei, dass sie nicht immun gegen Kritik sind und das ihr Verhalten ihnen, gerade im Internet, wiedergespiegelt wird. Sie tragen eine Mitverantwortung dafür, wie mit ihnen umgegangen wird.
Dies ist eine der unfreundlichen, dafür aber ehrlichen Seiten des Internet und der größte Vor- aber gleichzeitig auch der größte Nachteil der Anonymität.
Ich denke, dass man dies ALLEN Menschen beibringen muss, denn letztendlich ist dies auch einer der Gründe, warum ich hier so ausführlich und mit Quellen überhaupt schreiben muss.

Zudem ist mir aufgefallen, dass in dieser Debatte online häufig etwas vermsicht wird. Es gibt Frauen die z.B. aus „whore/Hure“ oder „slut/Schlampe“ beschimpft werden. Dies wird häufig als genderbasierte Gewalt/Belästigung beschrieben. Das männliche Äquivalent wäre „dick/Schwanz oder Depp“ oder „prick/Arschloch oder Scheißkerl“.
Was hier oft verwechselt wird ist die Ursache für die Auswahl der Beleidung und die Ursache dafür, das überhaupt beleidigt wird. Mit anderen Worten. Eine Frau würde vermutlich niemals mit „dick/Schwanz“ beleidigt werden, während ein Mann nicht als „slut/Schlampe“ bezeichnet werden würde. Es muss überhaupt erst einmal einen „Grund“ geben zu beleidigen. Wenn der „Grund“ dafür zu beleidigen das Geschlecht ist, dann kann man von genderbasiert sprechen. Würde die Person aber wegen ihres Charakters oder ihrer Taten beleidigt, dann ist es eben nicht genderbasiert.

Gehen wir nun zu Ihren Aussagen bezüglich „conservative conspiracy theorists“ und „gamergate trolls“ über. Wenn sie sagen, dass Regierungen ihr Lizensierungsvorrecht benutzen sollen um sicherzugehen, dass Telekommunikations- und Suchmaschinen nur eine Erlaubnis bekommen sollen mit Menschen in Kontakt zu kommen, wenn sie den Inhalt und dessen Verbreitung überwachen, dann ist es nicht so weit hergeholt, an Zensur zu denken. Wenn man kontrolliert wer sprechen darf und was gesprochen werden darf, dann kontrolliert man auch, welche Meinungen erlaubt sind, welche Fakten verbreitet werden und welche Statements verbreitet werden – und wer zum Schweigen gebracht wird.

Vielleicht müssen wir aber analysieren, woher die „gamergate trolls“ ihren Blick für Zensur haben, zu den „konservativen Verschwörungstheoretikern“ komme ich später.
Seit Beginn von #GamerGate, begleitet die GamerGater Zensur. Der Zoe-Post war ein Sexskandal. Nicht mehr und nicht weniger. Manche haben darüber gesprochen. Viele nicht. Erst als jemand bemerkte, dass Frau Quinn mit einem Spielejournalisten ein sexuelles Verhältnis hatte wurde die Aufmerksamkeit größer (24). Ein Video des Youtubers MundaneMatt wurde mit einem falschen DMCA-Claim bedacht (25). Diskussionen auf 4Chan und Reddit wurden gelöscht bzw. User gebannt (26). Und wenn wir uns betrachten, wie wenig die Mainstream Medien über die Ziele von #GamerGate veröffentlicht haben und wie viel über die Falschbeschuldigung, dass GamerGater Frauen nicht im Gaming haben wollen berichtet wurde, dann können Sie sich vorstellen woher das kommt. Zudem sei noch erwähnt, dass von Anti-GamerGatern ein Twitter-Blogbot erstellt wurde (27) der mögliche Diskussionen und überhaupt Interaktionen mit Anti-GamerGatern nur sehr schwer möglich machte.
GamerGater sind also „vorgeschädigt“ vor allem wenn es um Identitäts-Politik (intersektionaler Feminismus)/Feminismus an sich/SJWs geht. Da sie hier die APC, deren Ziel ja auch Social Justice ist (28), anführen, trägt dies nicht gerade dazu bei, die Bedenken zu zerstreuen.

Aber abgesehen von alledem. Sie haben ein Statement veröffentlicht, das manche Leute als ein Aufruf zur Zensur des Internet aufgefasst haben. Als Mitglied bzw. Gastschreiber für die UN, einer der mächtigsten politischen Institutionen dieses Planeten, ist es wirklich unangemessen, diese Kritiker als Trolle und Verschwörungstheoretiker zu denunzieren oder als Konservative zu bezeichnen (was manche Leute ebenfalls Denunziation auffassen).
Anstelle solcher Rhetorik, wäre es wohl angemessen gewesen zu schreiben, dass man sich hier missverständlich ausgedrückt hat.
Es sei denn natürlich man möchte das Internet zensieren.

Folgen wir ihrem Link, den sie mit „gamergate trolls“ in Verbindung bringen kommen wir zu einem Daily Caller Artikel von Scott Greer. Wie kommen sie darauf, dass er ein GamerGater ist? Ja, der Daily Caller hat mehrfach relativ ausgewogen über #GamerGate berichtet (eine Seltenheit möchte ich hinzufügen), das heißt aber nicht, dass sie GamerGater sind oder dass der Autor GamerGater ist. Tatsächlich habe ich seinen Twitterfeed überflogen und nichts zum Thema #GamerGate gefunden (29). Ich kann also mit relativer Sicherheit sagen, dass er nichts mit GamerGate zu tun hat, lasse mich aber natürlich gerne eines Besseren belehren.
Wenn Sie den Artikel aufmerksam gelesen hätten, dann wüssten sie, dass eine Zensur des Internet ebenfalls nicht so weit hergeholt ist. Unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie unser Justizminister Heiko Maas haben mit Facebook besprochen, dass fremdenfeindliche Kommentare gelöscht werden sollen. So ich es verstehen kann und es auch gut heiße, dass Kommentare, die zu Gewalt aufrufen oder „Ausländer raus“ Parolen gelöscht werden sollen, frage ich mich, wo Fremdenfeindlichkeit anfängt und wo es aufhört. Wer entscheidet? Wenn überwacht wird, wer garantiert, dass nicht auch „ganz ausversehen“ andere Kommentare mit verschwinden. Wo ist die Grenze? Wenn ich bei jedem potenziellen Verstoß erst ein Gericht heranziehen muss bevor ich etwas freischalte (um sicher zu gehen, dass ich niemandes Redefreiheit beeinträchtige), dann sind wir uns doch einig, dass dies nciht praktikabel ist.

Die freie Meinungsäußerung ist ein Menschenrecht. Die Menschenrechte wurden nicht mit Blut, Schweiß und Tränen erstritten, damit wir uns wohl fühlen, sondern damit wir frei sind.

Kommen wir zur „Gendered Violence“. Wie ich bereits in den Ausführungen zu #GamerGate deutlich gemacht habe, werden Männer wie Frauen Opfer solcher Kampagnen und von online harassment. Das PEW-Research Centre hat in einer Studie mitgeteilt, dass Männer häufiger davon betroffen sind als Frauen (30).

Das sich Leute über #TakeBackTheTech lustig machen bzw. den Hashtag übernehmen, sollte ihnen zu denken geben. Zumal, wenn man sich durchließt, was die Nutzer da so schreiben (31):
Oliver Campbell ‏@oliverbcampbell 8. Okt.
Yes, #TakeBackTheTech from scare mongering race-baiting cultural ideologues who want to banish anyone they don’t approve of from it.

xXCringelord666Xx ‏@cringe_channel 10. Okt.
The tech industry isn’t hostile to feminists, it’s hostile to people who AREN’T feminist. #TakeBackTheTech
(mit einem Video zu Dr. Matt Taylor)

Ceara McCord ‏@CearaRobin 10. Okt.
So, feminists, let me ask you something. How can you #TakeBackTheTech when it was never yours? Most of you majored in gender studies.

Calem ‏@CalemAnnk 9. Okt.
This is what you are doing right now. Extinguish all dissenting opinions. #TakeBackTheTech #ImagineAFeministInternet

Liana K ‏@redlianak 9. Okt.
This narrative that the awful stuff that happens to women online is all at the hands of men is dangerous. Women do it too. #TakeBackTheTech

Jesse ‏@jessemeixsell 9. Okt.
Gamers don’t care about you gender, race or sexuality, but if you abuse gaming for your own ends, they WILL call you out. #TakeBackTheTech

товарищ красный ‏@redstarwarrior 9. Okt.
#ImagineAFeministInternet? Move to North Korea. Close enough. #TakeBackTheTech from the SJW invaders.

Traci ‏@Traci_the_weeb 8. Okt.
Why does it seem like the professional victim industry wants to kick men and women they don’t like out of tech? #TakeBackTheTech

Aber wie wir dem Statement der ACP entnehmen können geht es hier nicht um Frauen, wie sie hier so wundervoll vor sich herschieben, es geht um Feministen (32).
Man kann nicht etwas zurückfordern oder sich zurücknehmen, was einem niemals gehört hat. Technik ist für alle. Ich weiß nicht mehr wo ich das gelesen habe, kann es deshalb also nicht verlinken, aber folgendes war inhaltlich die Aussage, mit der ich mich sehr identifizieren kann: „Wenn Feministen das Internet und Technik ‚zurückfordern‘, dann fordern wir es von ihnen zurück, damit alle daran frei teilhaben können.“

Und wenn wir uns mal die größeren Länderübergreifenden Twitterstorms anschauen, dann sind sie auffällig oft von Feministinnen gestartet worden. Sei es Dr. Matt Taylor (in einem der Tweets erwähnt), Sir Tim Hunt oder Kaley Cuoco (33). Wären Feministen und SJWs nicht so massiv gegen #GamerGate vorgegangen ohne deren Bedenken zu adressieren, wäre #GamerGate niemals so groß geworden.

Aber nicht nur diese „großen“ Sachen sind mit dem Feminismus auf diese Art verknüpft. Auch Frauen die sich gegen Feminismus aussprechen (#WomenAgainstFeminism) werden immer häufiger Opfer von feministischen Shitstorms (34).
Oder wenn wir mal nach Argentinien herüberblicken, dann sehen wir echte Gewalt von Frauen – von Feministinnen (35). Sollte diese echte Gewalt nicht auch Beachtung finden? Wo sind die lauten Stimmen der UN Women, die solch ein Verhalten ablehnen?

Worum es mir in diesem Brief aber eigentlich geht ist folgendes. Wir haben dem Feminismus viel Gutes zu verdanken. Ja, das sage ich als Antifeminist. Es ist gut, dass Frauen wählen können, es ist gut dass Frauen viele Rechte haben, die sie früher nicht hatten, es ist gut, dass Feministen die Themen häusliche Gewalt, Vergewaltigung und auch endlich Cyber-Violence auf den Tisch gebracht haben. Ein lange überfälliges Thema wie ich finde, das bisher nur Stiefmütterlich behandelt wurde.
Was mich stört ist diese extrem einseitige Betrachtung die vom Feminismus ausgeht.

Seit dem in den 1970er Jahren das Thema häusliche Gewalt auf dem Plan steht, geht die Mehrheit aller Menschen davon aus, dass häusliche Gewalt von Männern gegen Frauen ausgeführt wird und das es ganz selten mal anders herum der Fall ist. Das resultiert darin, dass wir in Deutschland 353 Frauenhäuser und 41 Schutzwohnungen für Frauen haben (36) und 2 Männerhäuser (37). Beschrieben wird dies im Duluth Model (38), in dem häusliche Gewalt als ein Mittel von Männern dargestellt wird um Frauen zu unterdrücken. Dabei hat Erin Pizzey, die Gründerin des ersten modernen Frauenhauses, direkt bemerkt, dass diese Annahme falsch ist und dass von den ersten 100 Frauen die sie betreute über 60 genauso oder gewalttätiger waren als ihre Ehemänner waren (39). Zudem zeigen Metastudien, dass das Verhältnis nahezu gleich ist zwischen männlichen und weiblichen Opfern (40). Ich glaube nicht, dass ich erwähnen muss, dass das Duluth Model ein feministisches Modell ist.

Das Selbe haben wir zum Thema Vergewaltigung gesehen. Auch hier werden Frauen vornehmlich als Opfer gesehen, obwohl dies so nicht haltbar ist. In der Studie des CDC (40.4) sehen wir, dass die Opferzahlen von Vergewaltigung (weiblich) und „zur Penetration gezwungen“ (männlich) nahezu gleich sind. Wobei hier nicht einmal anerkannt wird, dass „zur Penetration gezwungen“ das selbe wie Vergewaltigung ist. Zudem wird in der öffentlichen Wahrnehmung gerne mal übersehen, dass „im Gefängnis die Seife aufheben“ sich auch auf Vergewaltigung bezieht. Und hierbei darf man auch weibliche Wachen als mögliche Täterinnen nicht außer Acht lassen.
Auch „Frauen sind die überwältigende Mehrheit von Vergewaltigungsopfern“ ist etwas, das Feministen sehr gerne propagieren.

Ich möchte noch einmal kurz auf Anita Sarkeesian zurückkommen, um die einseitige Betrachtung die der Feminismus mit sich bringt noch etwas weiter zu untermauern. In mehreren Videos spricht sie davon, dass Frauen unrealistische Körperproportionen haben, die Gewalt die gegen Frauen gezeigt wird, suggeriert, dass diese in Ordnung sei, oder dass Frauen nur als Objekte dargestellt werden und als Hintergrunddekoration dienen. Dabei lässt sie vollkommen außer Acht, dass viele männliche Charactere und NPCs ebenfalls mit sehr unrealistischen Körperproportionen (überdimensionierte Muskeln usw.) dargestellt werden, dass die Mehrheit der Gewalt in Videospielen gegen Männer ausgeübt wird und das männliche NPCs die selben Funktionen wie weibliche NPCs einnehmen. Wenn dies alles also so negativ für Frauen sein soll, dann müsste es genauso negativ für Männer sein.

Warum ich also nun diesen sehr, sehr ausführlichen Brief schreibe ist, dass ich Bedenken habe, dass mit der erneut sehr einseitigen Betrachtung eines Problems, erneut männlichen Opfern Hilfe vorenthalten wird, die sie dringend benötigen.
Menschen haben Sie für ihr Vorgehen und für ihre schlechte Hintergrundforschung kritisiert. Menschen haben Sie auch für die Auswahl ihrer vor den UN Women präsentierten Opfern kritisiert. Und Menschen haben Sie auch für ihr weiteres Vorgehen kritisiert. Nehmen Sie sich das bitte zu Herzen.
Online Gewalt ist kein Gender Problem. Es ist nichts, was von Männern gegen Frauen oder von Frauen gegen Männer ausgeführt wird. Es ist etwas das jeder von jedem erfahren kann. Frauen stellen keine besondere Opferklasse dar und auch keine besondere Täterklasse. Hilfe muss für alle Opfer vorhanden sein. Und wenn wir mit Opfern sprechen und sie unterstützen, dann dürfen wir uns auch nicht scheuen ihnen zu sagen, was sie das nächste Mal anders machen könnten.

Ich hoffe ich konnte etwas Licht ins Dunkel bringen.

Mit freundlichen Grüßen:
Jens Harborg

(1) http://www.undispatch.com/gamergate-vs-the-united-nations/
(2) https://www.youtube.com/watch?v=Uo01-NHoeBk
(3.1) https://www.aei.org/scholar/christina-hoff-sommers/
(3.2) https://twitter.com/CHSommers/status/512223300828012545
(3.3) https://www.youtube.com/watch?v=5RVlCvBd21w
(4.1) https://youtu.be/NZvaYbnB2Bc
(4.2) https://www.youcaring.com/emergency-fundraiser/help-get-cytherea-back-on-her-feet/305446
(4.3) https://www.youtube.com/watch?v=9Z85GQF9–s
(4.4) https://twitter.com/Liberal_Lunacy/status/609073873447845888
(5) http://www.thefineyoungcapitalists.com/
(6.1) https://www.youtube.com/watch?v=tzwGIHUCtjU
(6.1) https://twitter.com/search?q=%23NotYourShield&src=tyah
(7) https://twitter.com/Nero/status/513666683916255232/photo/1
(8) https://twitter.com/Boogie2988/status/522156760623484928
(9.1) https://www.reddit.com/r/KotakuInAction/comments/2ks2e6/psa_its_gamergate_
harassment_patrol_and_its_only/
(9.2) http://nichegamer.com/2014/11/the-gamergate-harassment-patrol-is-a-success/
(10.1) https://reason.com/archives/2015/05/04/bomb-threat-targets-gamergate-meetup-hea#.m3yztk:2l0Q
(10.2) http://knowyourmeme.com/photos/1011168-gamergate
(10.3) http://spjairplay.com/update13/
(11.1) https://www.youtube.com/watch?v=PNrCieKUq4s
(11.2) https://www.reddit.com/r/TiADiscussion/comments/2gsgi0/fbi_investigating_death_threats_made_against/
(12) http://www.depressionquest.com/dqfinal.html#
(13.1) https://www.youtube.com/watch?v=1d6Q3VpqXyk
(13.2)https://archive.is/PHOt3
(13.3)https://archive.is/REEHO
(13.4)https://archive.is/YGkbp
(14) https://pbs.twimg.com/media/B8FiGk-CIAEjh-G.png:large
(15) https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10152274323855882&set=a.
412206445881.199341.597085881&type=1#
(16) https://www.youtube.com/watch?v=LVPiwN2STPM
(17) https://www.kickstarter.com/projects/566429325/tropes-vs-women-in-video-games/description
(18) https://www.youtube.com/watch?v=X6p5AZp7r_Q
(19) http://feministfrequency.com/2012/05/18/help-fund-tropes-vs-women-in-video-games/#more-2318
(20) https://www.youtube.com/user/feministfrequency
(21) https://www.youtube.com/watch?v=yCsfXkbzRI4
(22) https://www.youtube.com/watch?v=4ZPSrwedvsg
(23.1) http://www.staresattheworld.com/wp-content/uploads/2014/09/Sarkeesian-threats.jpg
(23.2) https://www.reddit.com/r/KotakuInAction/comments/2fl3yn/did_anita_sarkeesian_
actually_fake_death_threats/
(24) https://www.youtube.com/watch?v=ipcWm4B3EU4
(25) https://www.youtube.com/watch?v=FXK6P8dbrCo
(26.1) https://www.youtube.com/watch?v=OcV2RCvPKvM
(26.2) https://twitter.com/wikileaks/status/511654810752655360
(27) http://blog.randi.io/good-game-auto-blocker/
(28) https://www.apc.org/en/about
(29) https://twitter.com/ScottMGreer
(30) http://www.pewinternet.org/files/2014/10/PI_OnlineHarassment_72815.pdf
(31) https://twitter.com/search?q=%23takebackthetech&src=typd
(32) https://www.apc.org/en/pubs/take-action-takebackthetech-and-imagineafeministin
(33.1) http://www.telegraph.co.uk/news/science/space/11234620/Dr-Matt-Taylors-shirt-made-me-cry-too-with-rage-at-his-abusers.html
(33.1) https://reason.com/archives/2015/07/23/sexist-scientist-tim-hunt-the-real-story
(33.1) http://www.independent.co.uk/news/people/big-bang-theorys-kaley-cuoco-sweeting-apologises-for-saying-shes-not-a-feminist-9956393.html
(34) http://www.telegraph.co.uk/news/politics/11928533/Why-are-feminists-so-unpleasant-to-women.html
(35.1; 2013) https://www.youtube.com/watch?v=sr0qU8hHHyo
(35.2; 2015) https://www.youtube.com/watch?v=T0BsB0BOgGo
(36) http://www.frauenhauskoordinierung.de/
(37) http://de.wikimannia.org/M%C3%A4nnerhaus
(38) http://www.theduluthmodel.org/about/index.html
(39) http://www.dailymail.co.uk/femail/article-1215464/Why-I-loathe-feminism—believe-ultimately-destroy-family.html
(40.1) http://www.batteredmen.com/ArcherSexDifferencesMeta-AnalyticReviewf2000.pdf
(40.2) http://web.csulb.edu/~mfiebert/assault.htm
(40.3) http://www.familytx.org/research/ViolentTouch.pdf
(40.4) http://www.cdc.gov/ViolencePrevention/pdf/NISVS_Report2010-a.pdf

Sexuelle Anziehung

Ein Bericht über ein Date:

 

Heute erzählte mir eine Freundin von ihrem ersten Date seit zwei Jahren. Es war wohl recht gut, der Kerl lud sie in einem ziemlich teuren Laden ein und zahlte die Rechnung. Nachdem sie gesehen hatte, was allein die Vorspeise kosten sollte entschied sie sich dafür, darauf zu verzichten um seinen Geldbeutel zu schonen. Sie verbrachten einen langen Abend miteinander und tranken ein paar Cocktails. Insgesamt redeten sie fast sechs Stunden und die Zeit verging wie im Flug. Fazit des Abends: Er ist echt nett, aber eben nur nett. So als Freund. Sie meinte, dass ihr einfach völlig die sexuelle Spannung fehlte. Das ist für sie das Kill-Kriterium. Sie wollte ihn nicht küssen. Da war keine Spannung, kein prickeln, keine Erotik, kein Anziehung. Sie will ihn jetzt in die Friend Zone abschieben. Er kommt als Partner nicht in Frage.

Für einen Mann wohl schwer vorstellbar. Wenn man mit ihr auf ein Date geht, dann wird man sie ja in der Regel schon mal gesehen haben und damit sollte auch klar sein, ob sexuelle Anziehung vorhanden ist. Wenn dann noch das Gespräch super ist, dann passt ja eigentlich alles.

Der Arme wird vielleicht auch nicht verstehen, warum er in der Friendzone gelandet ist.

Aus meiner Sicht hätten ihm da Pickup Kenntnisse durchaus helfen können. Dann hätte er verstanden, dass das teuerste Restaurant weniger wert ist als die Frage, wie man sexuelle Anziehung erzeugt.

 

 

 

 

Selbermach Samstag 158 (17.10.2015)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Bitte keine Debatten zur Flüchtlingskrise.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Patriarchatssondersitzung: Der Playboy will keine Nackbilder mehr abdrucken!

Werte Patriarchatsbrüder,

während wir bei unserer letzten Sitzung noch genüsslich an einer Verbesserung der weiblichen Unterdrückung arbeiten konnten habe ich die Sitzung dieses mal zusammengerufen, weil Besorgnis an mich herangetragen wurde.

Der amerikanische Playboy, Jahrelang ein bewähretes Machtmittel bei der Objektivierung von Frauen, will nunmehr keine Nacktbilder mehr veröffentlichen:

Was die Menschen zumeist für eine testosterongesteuerte faule Ausrede halten, dass nämlich der Playboy , dieses Magazin mit „allem, was Männern Spaß macht“, gerade auch wegen seiner tollen Interviews und intellektueller Essays gelesen werde, stimmte. Und es stimmt vielleicht ab jetzt sogar noch mehr. Denn der Playboy erfindet sich ohne jene Damen, die erschütternd wenig oder gar nicht bekleidet sind, neu.

(..)

Das Magazin hat über seinen ewigen Gottvaterherausgeber, den Hochkultursammler Hugh Hefner, beschlossen, künftig keine nackten Frauen mehr zu zeigen. So der amtierende Playboy-Chef Scott Flanders gegenüber der New York Times. Jedenfalls nicht in der amerikanischen Ausgabe. Die deutsche hingegen, so deren Chefredakteur Florian Boitin, behält sich „redaktionelle Unabhängigkeit“ vor und stellt klar: „Auf die Ausrichtung des deutschen Playboy hat die Entscheidung der Amerikaner keinen Einfluss.“

In den USA will man ab März 2016, 63 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Hefnerheftes mit dem Marilyn-Monroe-Titel, zwar weiterhin sich anatomisch verrenkt rekelnde Damen jüngeren Alters zeigen, aber: Sie werden dann mehr als nur Häschen-Ohren und Nebel von Nichts anhaben.

Wer wie ich in der Vorinternetzeit seine Pubertät erlebt hat, der wird zumindest den damaligen Wert eines Playboys durchaus zu schätzen gewußt haben. Es war noch deutlich schwieriger an passendes Material zur Unterstützung gewisser Vorgänge zu kommen als heute.

Frühere Bilder aus der Playboszeit haben heute regelrecht einen gewissen Charme:

Playboy früher

Playboy früher

Und auch später fanden sich dort durchaus schöne Frauen:

Miss Juni 2013 Audrey Allen

Miss Juni 2013 Audrey Allen in jugendfreier Form

 

Ich kann meine werten Mitbrüder aber beruhigen: Der Grund ist nicht etwa, dass wir in der Objektifizierung klein beigeben, nein, dank verbesserter Strukturen hat sich diese einfach nur verlagert. Inzwischen ist so viel mehr Material im Netz und das Angebot kostenloser Pornografie so groß, dass aufgrund der allseitigen Verfügbarkeit jeder sein Smartphone nutzt, statt eine Zeitschrift zu bemühen. Die Unterdrückung der Frau ist damit nicht mehr nur an jedem Zeitschriftenstand, sondern überall verfügbar, wo es Internet gibt.

Entsprechend auch die weitere Begründung:

Man sei, so Playboy-Kapitän Flanders, heute jederzeit und ganz umsonst nur einen Klick „von jeder denkbaren Sex-Handlung entfernt“, Erotikmagazine hätten generell an Schockwert, an kommerziellem Wert und kultureller Relevanz verloren.

Mit der Nacktheit ist es vorbei
Für den Playboy bedeutet das konkret: Mitte der Siebzigerjahre verkaufte die US-Ausgabe 5,6 Millionen Magazine, heute sind es rund 800 000. Es sei mit der Nacktheit „einfach vorbei“,

Letztendlich also ein Sieg an der Objektifizierungsfront auf ganzer Länge.

Dies wurde auch schon beispielsweise auf Twitter festgestellt:

Auch Jessica Valenti stoßt in dieses Horn:

Yes, Playboy nixing the nudes probably won’t have much of an impact in the world of people who like to look at naked women nor will it move feminism forward. The move has more to do with business than progress and no matter what happens at Playboy, sexism will be still be around – not just in porn, but in life. And that’s a lot more worrying than a few less pairs of naked breasts on the drugstore shelf.

Ich denke also, dass kein Anlass zur Beunruhigung besteht.

Bedenken können natürlich gerne in den Kommentaren zu Protokoll gegeben werden.

Bericht eines Mannes aus den Genderstudies (via Genderama)

Bei Arne ist ein interessanter Bericht eines Mannes aus den Gender Studies erschienen:

Zu Anfang fühlte ich mich nicht besonders unwohl, trotz dem – nennen wir es in Ermangelung eines besseren Wortes – Argwohn der Frauenmehrheit in den entsprechenden Kursen. Das Ganze änderte sich, als ich anfing, bei einschlägigen Themen um Details nachzufragen. Wenn z.B. in einer Übung eine Kommilitonin – nicht selten mit offener Bewunderung – einen Text von Andrea Dworkin oder Susan Brownmiller o.ä. zur Besprechung ausgewählt hatte

Würde mich interessieren, welchen Stellenwert diese Autoren da noch haben.

und von der Vergewaltigung als patriarchalem Mittel der systematischen Frauenunterdrückung redete, lautete z.B. meine Frage, was die entsprechenden Autorinnen unter ’systematisch‘ verstanden. Ich habe nicht getrollt, es war eine ehrliche wenn auch im Nachhinein naive Frage nach dem Systembegriff, weil es in den Sozialwissenschaften mehrere davon gibt und ohne dessen Definition sich die These unabhängig von Zustimmung oder Ablehnung dazu nicht verstehen/erörtern liesse.

Die Antwort war meist eine unwirsch formulierte Ausflucht und entgeisterte Blicke von Kommilitoninnen und der Dozentin gleichermassen.

Das wäre ja schon eine ziemliche Entfernung von wissenschaftlichen Vorgehensweisen, aber durchaus zu erwarten. Wäre interessant, ob es da Bemühungen gibt, dass zu definieren und dann entsprechend nachzuweisen.

Das Klima wurde kälter. Klar sind es nicht immer die gleichen Leute in den Veranstaltungen, aber bei einem relativ kleinen Fachbereich überschneiden sich die Studienwege halt öfter. (Um fair zu sein, es gab auch jeweils einige Frauen, welche im freien Kreditpunktebereich Veranstaltungen besuchten, also nicht zu dem sich schnell gebildet habenden ideologischen Kern gehörten, deren Verdutztheit in solchen Situationen nicht zu Übersehen war).

Also einige normalere Studenten und ein ideologischer Kern, den es eben gar nicht auf die Begründung ankam, sondern die vollauf damit zufrieden waren, dass vorauszusetzen, wenn ich es richtig verstehe

Immer öfter beobachtete ich die beschriebene Situation, in der selbst grundsätzliche Fragen offen blieben und gar nicht erst das Interesse nach Klärung bestand. Es frustrierte mich so dermassen, dass in diesem Fach nicht das gelebt wurde, was ich in den anderen zwei als wissenschaftliche Grundregeln kennengelernt hatte.

Ich schien einfach nur der Störfaktor zu sein in einer quasi-religiösen Gemeinschaft, deren Veranstaltungen mit der Zeit eher wie esoterisch angehauchte Selbshilfegruppen auf mich wirkten.

Da liegt er glaube ich nicht so daneben.

Als ich dann auch noch – und ich möchte betonen, nicht in einer feindseligen Art und Weise – immer öfter den „Was-ist-mit-den-Männern?“-Aspekt in die Diskussion einbrachte, wurde mir klargemacht, dass diese Fragen nicht erwünscht seien. Mal über passiv-aggressive Zurechtweisungen im Untericht selber, mal über rhetorische Spitzen, wenn man sich zufällig über den Weg lief.

Das ist so ziemlich das Bild, welches man erwartet.