Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 31. Oktober 2015

Wer bestimmt für was Geld ausgegeben wird?

Über MGTOW deutsch bin ich auf diesen Artikel im Handelsblatt gestoßen, der mit einer interessanten Zahl beginnt:

Etwa 80 Prozent der Konsumentscheidungen treffen mittlerweile Frauen

Das grauenhafte Patriarchat schlägt mal wieder zu und legt Frauen die Verwantwortung für die Konsumentscheidungen auf.

Eine Grafik veranschaulicht das entsprechend:

Konsumentscheidung Männer Frauen

Konsumentscheidung Männer Frauen

Demnach entscheiden bei Kleidung Männer kaum allein, ebensowenig bei Medikamenten und Kinderbetreuung sowie bei Freizeit und Vereinen. Allerdings kommen die 80% da, wenn ich das richtig verstehe, auch nur dann hin, wenn man die „beide gleichermaßen“ dabei berücksichtigt. Richtier scheint mir zu sein, dass in den meisten Fällen beide zusammen die Konsumentscheidung treffen.

Der Bereich, den Frauen eher alleine entscheiden sind Kinderbetreuung zuhause und Kleidung, einen höheren Anteil haben sie bei Medikamenten. Ansonsten liegen Elektronik, Haushalts- und Bürogeräte und das Auto selten in allein weiblicher Hand.

Interessant wäre es jetzt, wie die gemeinsamen Entscheidungen getroffen werden. Ich vermute mal, dass sie abgesprochen werden, häufig aber einer von beiden eher empfänglich für Daten etc ist und der andere vielleicht eher zustimmt. Es wäre interessant das mit Werbungen abzugleichen, die ja häufig auf ein Geschlecht ausgerichtet sind.

Die 80% ergeben sich jedenfalls aus diesen Zahlen nicht. Vielleicht hat ja noch jemand eine andere Studie.

Was ich noch dazu gefunden habe:

What gave rise to the 80% figure, marketing consultants note, was an effort to draw attention to the importance of women’s preferences and purchasing power, which for decades was often overlooked by product designers and advertisers.

Ms. Barletta says that many companies have paid too much attention to „who pulls out the credit card or whose name is first on a contract,“ parts of the buying process where men are more visible. „In other stages, women tend to take the lead,“ she adds.

Researchers say so many judgments and emotions go into consumer purchases that it likely isn’t possible to measure who makes which household spending decisions.

„[80%] is not a credible figure,“ says Esther Duflo, an economist at the Massachusetts Institute of Technology who studies consumer behavior. „There just is not one. How would you possibly estimate it?“

Diese Zahl könnte also ein recht unseriöser Mythos sein. Aber ungeachtet dessen ist die weibliche Beteiligung hoch und dies passt auch nicht zum Bild des unterdrückten Geschlechts. Es spricht eher dafür, dass sich Eheleute als gleichberechtigt wahrnehmen und Kaufentscheidungen abstimmen, dabei aber durchaus bestimmte Fachgebiete des anderen anerkennen.

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Responses

  1. Guten Morgen,

    Die Originalstudie ist noch verwirrender. 6.500 Frauen aus der ganzen Welt wurden befragt.

    http://www.agbnielsen.com/Uploads/Hungary/res_Women_of_Tomorrow_whitepaper_2011_07_25.pdf

    Das ist Marktforschung, keine Wissenschaft.

    Besser:

    https://www.fom.de/2014/september/konsumforschung-wie-werte-unsere-kaeufe-beeinflussen.html

    Best:

    https://hbr.org/2009/09/the-female-economy

    Women make the decision in the purchases of 94% of home furnishings…92% of vacations…91% of homes… 60% of automobiles…51% of consumer electronics
    …..
    In aggregate, women represent a growth market bigger than China and India combined—more than twice as big, in fact. Given those numbers, it would be foolish to ignore or underestimate the female consumer.

    MfG
    Yeph

  2. Schon Esther Vilar hat das gewusst. Es ist auch recht offensichtlich. Man muss sich nur z.B. Warenhäuser und Internet-Shopping Seiten anschauen. Dann wird auch klar, dass es ein Mythos ist, dass die weibliche Kaufkraft unterschätzt wird. Der Großteil des Marketings richtet sich an Frauen.

  3. Moin

    Ich hab mir die Mühe gemacht, alle Werte zusammenzurechnen und in einen Durchschnitt zu packen (also: Alleinige Kaufentscheidung + Gemeinsame Kaufentscheidung).
    Frauen machen im Schnitt ~21,33% der Kaufentscheidungen alleine.
    Männer machen im Schnitt ~20,89% der Kaufentscheidungen alleine.
    ~58,11% der Kaufentscheidungen werden gemeinsam getroffen.

    Frauen sind demnach an ~79,44% der Kaufentscheidungen beteiligt. Also rund 80%. Technisch gesehen ist die Aussage also nicht falsch, ist jedoch irreführend.
    Man kann nämlich genauso sagen, dass Männer ~79% der Kaufentscheidungen treffen – also auch vereinfacht 80%.

    Um hier Genaueres zu erklären, müsste man das Ganze noch in Geldwerten umrechnen, um zu bestimmen wer über wieviel Geld (mit-)bestimmt.
    Zudem ist dabei dann noch interessant: Sind die gekauften Produkte für die Person alleine bestimmt (Kleidung, Spielekonsole, Medikamente) werden sie geteilt (z.B Auto, Haushaltsgeräte, Wohnung/Haus, Computer, Spielekonsole) an dritte weitergegeben (Also Babymaterieal aller Art, Geschenke) oder an den Partner „verschenkt“ (Kleidung, Spielekonsole).

    • Ein Paar, das etwa seine Wohnung renoviert, wird die dazugehörigen Kaufentscheidungen auch „gemeinsam“ getroffen haben. Wer faktisch die Tapeten, Farben, Teppiche und Möbel ausgesucht hat, braucht wohl kaum erörtert zu werden 🙂

      • Ähm …
        die Frau entscheidet die „Farbe“, also den Farbton, der Mann dann das Produkt, also feste Farbe oder günstig oder besondere Eigenschaften…

        • Ganz bestimmt…

    • Allerdings würde ich „gemeinsam“, wenn ich so auf mir bekannte Paare schauen, auch stark relativieren, denn da haben die Männer schlussendlich anekdotisch wenig zu sagen. So war es natürlich auch bei mir, ich wurde auch gefragt und sie hätten wohl auch darauf bestanden, dass man gesagt hätte, dass wir die Entscheidung gemeinsam getroffen hätten, aber das waren in diesem Fall sowieso alles nur Floskeln. Ich war aber natürlich froh genug, wenn wir rauslaufen konnten.

      Ich kannte ein Paar aus Deutschland, bei dem durfte der Mann nicht mal mehr entscheiden, welche Games er sich selber mit seinem eigenen Geld kaufen darf. Er war natürlich Alleinverdiener und sie hat zu Hause für die Kinder gesorgt, aber Geldnot hatten die natürlich auch nicht, dass so etwas berechtigt gewesen wäre.

      • @ Adrian und @toxicvenguard
        Ich stimme euch dem zu. Dennoch wurde es ja mit dem Partner/der Partnerin abgesprochen. Das ist schon in gewisser Weise gemeinsam.
        Anders könnte man natürlich ausdrücken, dass die alleine getroffenen Kaufentscheidungen ohne Rücksprache mit Partner/Partnerin getroffen wurden

        • Es wurde nicht abgesprochen. Der Mann hat nicht widersprochen. Was auch kein Problem darstellt, denn das meiste von dem, was Frauen wichtig ist, interessiert ihn eher peripher.

      • @ toxicvanguard

        Das ist nicht sonderlich neu, mein Großvater hat jeden Sonnabend seinen Lohn bei meiner Großmutter abgeliefert und Sie hat ihm davon das Zigarettengeld für die nächste Woche zugeteilt.

        • @ Idiota

          Ja, das stimmt schon, nur handelt es sich bei den Personen ja um Leute, die im Jahr 2015 von „Gleichberechtigung“ sprechen und wäre die Situation umgekehrt, die Frau würde sich das zumindest in diesem Fall nie bieten lassen und würde dies als frauenfeindliche Unterdrückung einordnen (In Amerika würde das tatsächlich bereits unter „Gewalt“ in der Beziehung fallen).

    • Man müsste es noch mit den Umsätzen in jedem Bereich abgleichen um tatsächliche Prozente zu ermitteln

      • Das ergibt doch keinen Sinn. Man fragt nur die Frauen. Man erklärt nicht wieviel die einzelne Sparte am Gesamtumsatz ausmacht. Man rechnet alle Werte weltweit zusammen, was nichts über die westliche Welt aussagt.

        Die Studie selbst, so wie sie als PDF vorliegt sagt überhaupt nichts darüber, dass Frauen 80 Prozent der Konsumentscheidungen treffen würden.

        Dazu gibt es, wie oben verlinkt, seriösere Studien. Was letztendlich zählt ist die Wahrheit und keine Spekulationen über theoretische Prozentsätze die man aus einseitigen Aussagen von Frauen herleitet.

        Dieser Blog scheint doch wissenschaftlich orientiert zu sein. Wieso kommen immer wieder solche allgemeinen Aussagen, die wissenschaftlich nicht haltbar sind?

        Wir sollen genau erklären, wieso wir denken dass die Frauen sich so oder so benehmen. Und obschon es dazu Studien gibt und es im Allgemeinen aus dem Umkreis direkt ersichtlich ist, werden solche Erkenntnisse hier regelmäßig mit solchen Schrott“studien“ hinterfragt.

        Es ist sind ja gerade diese Tatsachen, die die Idee des Patriarchats in unserer westlichen Welt ad absurdum führen.

        Ich weiß dass das hier eine Filterbubble ist. Ich würde mir gerade deswegen mehr Wissenschaft wünschen. Die 80% stammen nicht aus der oben zitierten Studie. Punkt!

        MfG
        Yeph

    • Öhm – hast Du einfach die Prozentwerte aller 9 Kategorien zusammengezählt und durch 9 geteilt ?
      Das wäre ja noch seriöser als die Ermittlung des Gender Pay Gap.

      Du müsstest berücksichtigen, dass .B. der Posten „Haushalts und Bürogeräte“ so im Gesamthaushalt durchaus einen anderen anteil haben könnte als z.B. Kleidung oder Auto.
      Ohne das zu berücksichtigen ist das eine Milchmädchenrechnung. Nein, sorry, das darf man nicht mehr sagen, ist ja sexistisch.

      Der Düsseldorfer „Klartext! Eine Arbeitshilfe für geschlechtergerechtes Formulieren“ sieht in seiner ursprünglichen Fassung vor:
      >> Milchmädchenrechnung
      Besser: Trugschluss, naive Betrachtung <<

      http://www.bild.de/regional/duesseldorf/duden/damit-keiner-diskriminiert-wird-35126216.bild.html
      (wird inzw. aber offenbar überarbeitet)
      https://www.duesseldorf.de/gleichstellung/download/online-publikation-klartext.pdf

      • Ja das habe ich getan. Ich hätte vielleicht deutlich machen sollen, dass ich mich auf „Die 80% ergeben sich jedenfalls aus diesen Zahlen nicht. Vielleicht hat ja noch jemand eine andere Studie.“ bezog und daher mich in einer Herleitung bemüht habe.

        Zudem habe ich das selbe ja zu Männern gemacht und bin zu einem vergleichbaren Ergebnis gekommen.

        Den Punkt mit der Unterschiedlichen Anzahl der Gegenstände habe ich in der Tat vergessen anzuschneiden, ist aber glücklicherweise auch über den Geldwertteil meines Beitrages – zu mindest zu teilen – abgedeckt.

  4. Mich wundert, daß Du das Wort Gender Pay Gap nicht benutzt hast. Männer arbeiten, Frauen geben es aus.

    Allerdings muß ich hinzufügen, daß meiner bescheidenen Erfahrung nach Frauen eher sparsamer und vernünftiger sind. Bei den alltäglichen Dingen und durchaus auch beim Klamottenkauf. Kik und Primark sind ja nun auch weibliche Phänomene. Aber auch bei dem anderen Kram. Autos zB.

    • Das ist zum Beispiel nicht meine Erfahrung. Denn auch Wenn Frauen tendenziell eher bei Primark und Kik kaufen als Männer, sagt das im Regelfall nichts über die Menge der gekauften Kleidungsstücke aus (Wir kennen das Klischée vom überfüllten Frauenkleiderschrank ;-)) und auch nichts über deren Qualität. Die Menge macht ja sehr wohl auch was aus in Sachen Sparsamkeit und die Qualität etwas in Sachen vernunft.

      • Ich meinte die allgemeine Sparsamkeit. Kleidungskauf und –verhalten gegenüberzustellen und dann auch noch zu werten finde ich schwierig und tendentiell ungerecht. Nebenbei gibt es ja auch bei Kik Männer- und Kinderklamotten, die wohl auch viel von Frauen gekauft werden.

        Mein Punkt war nur, daß dieser Billigbereich quasi von einkaufenden Frauen geschaffen wurde. Deiner Erfahrung nach sind Frauen eher nicht sparsam?

        • „Mein Punkt war nur, daß dieser Billigbereich quasi von einkaufenden Frauen geschaffen wurde“

          Aber nur weil diese Frauen und deren Männer kaum Geld haben, und Frauen nun mal die Rolle der Klamottenkäuferin für die Familie innehaben.

    • Wie war das wieder mit den Statussymbolen und den Frauen.

      Karl Grammer: 120 Kulturen untersucht … es gibt keine einzige Kultur auf dieser Planeten wo der Status des Mannes bei der Partnerwahl durch die Frau keine Rolle spielt

      Kleidung, Haus, Schmuck, Handtaschen, Autos usw…. sind allesamt Statussymbole und meist durch die Frau bestimmt.

      Es ist doch egal ob der Mann „mit“bestimmt. es zählt wer die endgültige Entscheidung trifft. In meinem Umkreis ist das Statusbewusstsein bei Frauen weit deutlicher ausgeprägt als bei Männern, es sei denn um den Frauen zu gefallen.

      Das ist wie bei den Affen … einfach erbärmlich imho!

      Dieses ganze Herumeiern macht mich noch wahnsinnig 😉

      Schaut euch doch mal um, verdammt noch mal 😉

      Break stuff (aber echt jetzt) a m….rf…… chainsaw aaahhhhhhh

      • diesem Planeten …
        aaaaaaaahhhhhhhhhh

      • Yeph, „Kleidung, Haus, Schmuck, Handtaschen, Autos usw…. sind allesamt Statussymbole und meist durch die Frau bestimmt.“

        Autos ist ein gutes Stichwort. Also werden arme Männer von den Frauen unterdrückt weil sie dazu gezwungen werden, dicke, schnelle Protzautos zu kaufen? Nun ja.

        • Naja, solange Frauen Männer für ihre intersexuelle Konkurrenz verantwortlich machen (Schönheitsideal etc.) spricht eigentlich nichts dagegen, Frauen vorzuwerfen, sie würden Männer dazu „unterdrücken“ dicke Autos zu fahren. Und dicke Autos sind gewiss schlechter für die Umwelt als schlank sein.

        • „intrasexuelle Konkurrenz“ natürlich

      • „120 Kulturen untersucht … es gibt keine einzige Kultur auf dieser Planeten wo der Status des Mannes bei der Partnerwahl durch die Frau keine Rolle spielt“

        Eine Binsenweisheit, für Deutschland z.B. durch die Vorwerk-Studie 2007 belegt.
        http://www.absolutfamilie.de/2007/09/10/vorwerk-familienstudie-2007/

        Ich meine, dass in irgendeiner dieser Studien auch ermittelt wurde, dass die Frauen weit überwiegend die Kaufentscheidungen im Haushalt treffen.

        Problematisch an der obigen Studie sind nicht nur die absoluten und relativen Gewichtungen, sondern auch, dass nur Frauen befragt wurden.
        Aus sehr eigener Erfahrung weiß ich, dass Frauen besonders teure Entscheidungen gern als „gemeinsam“ angeben, die in Wirklichkeit nur von ihnen allein getroffen wurden.

        Die Frage im Hintergrund ist also: würde das Ergebnis genauso aussehen, würde man Männern die gleiche Frage stellen?

  5. Top 5 Things Men and Women Choose To Spend Their Money On

    Men:

    Men don’t spend, they invest. Men don’t want something, they need it. Theirs is a future-money orientation. Men are trained to fix and provide, so they view money as a means to capture and accumulate things to add more value.

    Women:

    Women are trained to nurture and seek acceptance and so view money as a means to create a lifestyle. Women spend on things that enhance day-to-day living. Theirs is a now-money orientation. “Women are the collectors of stuff and are taught that what they need to get through life is approval. They have to look good, act good and be good, as their Top 5 choices expose:

    http://goodcents.123abc.co.nz/personal-finance/guest-posts/top-5-things-men-and-women-choose-to-spend-their-money-on/

    • Klar. Und jetzt würde ich gerne mal die Verkaufsstatistik der Apple Watch sehen. Getrennt nach Geschlechtern.


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