Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 27. Oktober 2015

Fettlogik, Bevormundungsfeminismuslogik und Veränderung im Feminismus

Erzählmirnix ist ja bekannterweise von Feministinnen ins Visier genommen worden, ist aber aus dem Shitstorm mit einem weitaus höheren Bekanntheitsgrad, vielen neuen Followern und einem Plus an verkauften Büchern hervorgegangen.

Der Grund war dafür aus meiner Sicht der Folgende:

  • sie macht lustige Comics, die ein weites Feld haben und Feminismuskritik ist nur ein sehr kleiner Teil davon
  • Bei ihrem eigentlichen Kernthema, Abnehmen, hat sie die wissenschaftliche Methode verwendet und Studien ausgewertet, sie hat Mythen als solche bezeichnet und konnte auf Fakten verweisen

Das hatte den Vorteil, dass sie mit dem Thema Feminismus nur am Rande in Berührung kam und man ihren Blog so lesen konnte ohne dass man beständig in Bereichen, in denen es für alle außer Fataktivistinnen relevant ist, auf zu heikle Angriffe auf Tabuthemen stieß. Fataktivismus ist denke ich auch für die meisten eine echte Herausforderung an unlogisches Denken, so dass man da mit dem Hinweis, dass es nicht gesund sein kann, offene Türen einrennt. Diejenigen, die eben keine radikalen intersektionalen Feministinnen sind, konnten mit den anderen Punkten nocg ganz gut leben, hatten aber auch genug Kontakt mit der feministischen Szene, dass sie Erzählmirnix auch immer wieder den radikalen Feministinnen in die Timeline gespült haben, für die solche Bereiche unerträglich sind. Deswegen konnten diese radikalen Feministinnen Erzählmirnix auch nicht ausblenden und mussten darauf reagieren, eben mit Aufforderungen „so etwas“ nicht mehr in die Timeline zu spülen, sondern wie es sich gehört zu blocken.

Erzählmirnix hat diese Art des radikalen Feminismus den Bevormundungsfeminismus genannt, weil er einem vorschreiben will, was man machen darf, was man lesen darf und was man denken darf. Dagegen hatte sie kurz ein bereits wieder eingestelltes Experiment gestartet, dessen Arbeitstitel „Freiheitsfeminismus“ war, eben als Abgrenzung zum Bevormundungsfeminismus. Jetzt will sie sich aber lieber wieder auf das Kerngeschäft, eben Abnehmen und Comics beschränken.

Ich würde es ja hoch interessant finden, wenn Erzählmirnix auf gleiche Weise wie bei der „Fettlogik“ in das Thema Feminismus einsteigen würde, ich bin überzeugt davon, dass sie allerdings viele viele Sympathien aus dem Bereich verlieren würde, denn dann würde sie eben bei vielen Feministinnen und Feministen tatsächlich Themen berühren, die diese als Tabu ansehen. Es wäre aber interessant, wie man dort auf eine Besprechung einer Studie zu der Wirkung von pränatalen Testosteron auf die Bildung von Geschlechterrollen und den Hinweis, dass eine rein soziale Konstruktion eine „Bevormundungsfeminismuslogik“ ist reagieren würde.

Ich denke ihre übrigen Comics würden viele nach wie vor retweeten, aber einige, die sie jetzt gut finden, würden sich empört abwenden und sie blocken, weil es in dem Bereich dann für sei wesentlich wichtiger ist, diese Logik aufrechtzuerhalten.

Ich würde es genial finden, wenn eine Feministin sich an Erzählmirnix ein Vorbild nehmen würde und einfach mal den wissenschaftlichen Weg angeht und versucht, Studien zu finden, die ihre Sicht auf den Feminismus stützen und sich kritisch mit Theorien auseinandersetzt, die ihrer Sicht des Feminismus entgegenstehen. Die meinetwegen sogar versucht „Biologistenlogik“ oder „Biothrutherlogik“ aufzuzeigen, indem sie Studien bespricht, die gegen zb hier und hier geäußerte Theorien sprechen und Fehler in der Argumentation aufzeigt.

Eine so gebildete oder verteidigte feministische Theorie hätte dann tatsächlich einen gewissen Anspruch.

Wer eine Reform des Feminismus weg von den ideolgoischen Bevormundern will, der muss von der Idee weg, dass man über die Grundlagen nicht diskutieren darf und hin zu der Idee, dass man seine Grundlagen beweisen und offen für eine Diskussion sein sollte.

Die Öffnung des Feminismus weg von der reinen Philosophie hin zum wissenschaftlichen Prinzip wäre die radikalste Revolution  überhaupt.
Dazu passend sind einige andere interessante Artikel erschienen:

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Responses

  1. Wissenschaft ist aber schwer.

    • Man kann sich ja auch hier entwickeln. Etwa indem man anfängt sich zB Cordelia fine durchzulesen und die dortigen Studien auf Google scholar zu suchen und zu besprechen, wenn man näher an der feministischen Theorie bleiben will. Da werden sich dann genug Leute finden, die einen in den Kommentaren helfen.
      Oder einfach bei Google scholar so etwas wie „Gender“ oder „social construction“ eingeben. Oder sich ein Studienbuch aus den Gender Studies zulegen und schauen, was sie da zitieren.

      • Das sind zwei verschiede Sachen: Wissenschaft fragt nach Wahrheit. Feminismus ist eine politische Bewegung. Politik fragt nach Macht und ist an Wahrheit naturgemäss nicht interessiert. Mann wird nicht erwarten können, dass sich Feminismus jemals wissenschaftlichen Prinzipien unterwerfen wird.

        • @m

          Gleichzeitig wäre es die beste Hoffnung oder nicht?

          Insofern ist es aus meiner Sicht ein sinnvoller Ansatz:

          1. Gehst du davon aus, dass das wissenschaftliche Prinzip wichtig ist und Erkenntnisse und Theorien ihm genügen sollten?
          2. Wenn ja: Welche Studien stützen deine Annahme?

          Dies als Fragen an Feministen zu formulieren ist aus meiner Sicht immer der richtige Weg.
          Entweder wird deutlich, dass sie das wissenschaftliche Prinzip ablehnen
          Oder es wird deutlich, dass sie keine Studien haben
          Oder sie zitieren Studien und mit denen muss man sich dann auseinandersetzen und ggfs sein eigenes Weltbild hinterfragen

          Würdest du soweit zustimmen?

        • Gehst du davon aus, dass das wissenschaftliche Prinzip wichtig ist und Erkenntnisse und Theorien ihm genügen sollten?

          Die Frage müsste sein: „Welches wissenschaftliche Prinzip ist dein Prinzip?“

          https://de.wikipedia.org/wiki/Methodenstreit_(Sozialwissenschaften)

        • @kardamon

          Ah, interessant:

          Der Methodenstreit entbrannte mit der Etablierung der Soziologie besonders in Deutschland zwischen Vertretern eines naturwissenschaftlichen Methodenideals (Methodenmonismus) und den Gegnern der Übernahme dieser Methoden in die Sozialwissenschaften (Methodendualismus), die für diese eine eigene wissenschaftliche „Logik“ beanspruchten. Eine besondere Rolle spielte bei diesen Auseinandersetzungen auch das Postulat der Wertfreiheit der Wissenschaften, das Gegenstand des sogenannten Werturteilsstreites wurde.
          Max Weber formulierte die Grundposition einer eigenen sozialwissenschaftlichen Methodik mit der Einführung des Begriffes des Verstehens in die Soziologie. Er definiert die Soziologie als „eine Wissenschaft, welche soziales Handeln deutend verstehen und dadurch in seinem Ablauf und seinen Wirkungen ursächlich erklären will.“[1] Soziales Handeln, das verstehend erfasst werden soll, zeichnet sich nach Weber dadurch aus, dass die Handelnden mit ihm einen subjektiven Sinn verbinden. Das erklärende Verstehen der Sozialwissenschaften geht insofern über das aktuelle Verstehen des gemeinten Sinns einer Handlung hinaus, als dass es den Sinnzusammenhang erfasst, in den die Handlung hineingehört. Verstehen ist also die Rekonstruktion des gemeinten Sinns bzw. des Sinnzusammenhanges und zwar methodisch angeleitet durch die Konstruktion eines Idealtypus.
          Ein solches Verstehen kann nach Weber auch als Erklären (d.h. auf eine Ursache zurückführen) angesehen werden, beruht aber auf Sinnverstehen und trägt der Besonderheit des sozialwissenschaftlichen Gegenstandes, nämlich sinnhaft zu sein, Rechnung. Es unterscheidet sich insofern von einer Kausalerklärung der Naturwissenschaften.
          Die Vertreter eines naturwissenschaftlichen Methodenideals dagegen versuchten die Wissenschaftlichkeit der neu entstandenen Disziplin dadurch sicherzustellen, dass sie dieselben methodischen Verfahren anwenden sollte, die in den Naturwissenschaften entwickelt worden waren. Sie postulierten die Gültigkeit wissenschaftlicher Methoden wie die naturwissenschaftliche Kausalerklärung, Quantifizierung und mathematische Behandlung der Daten, Verifizierung, Falsifizierung usw. für alle Disziplinen, die den Anspruch der Wissenschaftlichkeit erheben.

          Würde denn deiner Meinung nach Feminismus eine der beiden Definitionen erfüllen können?

        • Der Feminismus scheint mir die Methode des „erklärenden Verstehens“ zu erfüllen. Oder zumindest erfüllen zu wollen.

          Der Wikitext verweist ja auf den „Idealtypus“ Idealtypus: Weber meinte: Der Idealtypus selber ist bloß „Mittel“, „Gedankenbild“ bzw. rein „idealer Grenzbegriff“, um die Wirklichkeit analytisch trennscharf erfassen zu können.

          Allerdings ignoriert der Feminismus, dass es sich dabei nur um eine Modellbildung handelt.

          Für mich persönlich ist die „Methode des erklärenden Verstehens“ allerdings nicht streng genug, um für mich den Begriff der Wissenschaftlichkeit zu erfüllen.

          In Diskussionen mit einer mit mir befreundeten dreissigjährigen(!) Historikerin sehe ich allerdings immer wieder, wie diese junge Frau angesichts der Fülle von Fakten immer wieder geneigt ist, die „strenge“ Methode zu verlassen und auf die „weiche“ Methode des „erklärenden Verstehens“ zu schwenken.
          Sie will ums Verrecken eine gültige Theorie haben und ist dafür bereit, die Logik zu opfern. Ich kann nicht beurteilen, wie weit dieses Verhalten „typisch weiblich“ oder „typisch sozialwissenschaftlich“ ist. Ich habe aber den Eindruck, dass so ein Verhalten beispielsweise am CERN das Ende einer wissenschaftlichen Karriere wäre.

        • @ kardamom
          Der Grund ist im wesentlichen ein ideologischer, allerdings kommt Feminismus den Bedürfnissen von Frauen nach Safe Space und einer Pippi Langstrumpf-Welt entgegen. Jeder (Htero)-Mann weiß das, muss er doch mindestens einmal im Leben die Frage beantworten, ob er seine Angebetete zu dick findet, oder andere Frauen sexy. Die wisenschaftliche Methode wäre hier der schlechteste Weg, um darauf zu antworten 🙂

        • @ Adrian:

          Jeder (Hetero)-Mann weiß das, muss er doch mindestens einmal im Leben die Frage beantworten, ob er seine Angebetete zu dick findet, oder andere Frauen sexy. Die wisenschaftliche Methode wäre hier der schlechteste Weg, um darauf zu antworten

          Nö. Mann muss sich nur trauen. Eigene Erfahrung:

          Frau: „Bist du mir treu?“
          Mann: „Oft, sehr oft sogar!“
          Frau: „Willst du damit sagen, dass du auch mit anderen Frauen ins Bett gehst?“
          Mann: „Zwischenfrage: Gefällt es dir zu hören, dass du die Beste im Bett bist?“
          Frau: „Aber klar doch.“
          Mann: „Dann willst du doch sicher, dass solch ein Kompliment aktuelle Grundlagen hat, oder?“
          Frau: – sprachlos –

          Die Treue-Frage kam NIE wieder; der Beziehung hat der Dialog nicht geschadet.

        • Ich hätte die Frage anders beantwortet:

          Frau: “Bist du mir treu?”
          Adrian: “Mein Privatleben geht Dich nichts an.“

        • @kardamon, all
          Wissenschaftlichkeit macht noch längst keine Wissenschaft.

          Einen „Idealtypus“ in Weberschen Sinn liefert der Feminismus doch: es ist die Vorstellung vom „Patriarchat“. Dieses erklärt auch die „soziale Konstruktion“ absolut hinreichend. Wobei natürlich von dieser Pseudo-Zentral-Hypothese immer streng deduktiv abgeleitet wird.

          Ganz wie in der antiken Philosophie bei den Idealisten (Plato zB) und in der abendländischen Theologie.

          Deshalb hapert es auch bei der Datenerhebung und Auswertung. Diese ist nämlich von völlig untergeordneter Bedeutung in einer deduktiven pseudo-wissenschaftlichen Philosophie und dient natürlich höchstens dem Rauspicken von Rosinen.

        • @ Alex
          Wissenschaftlichkeit hätte natürlich den Vorteil, den Fakt auf den Tisch zu bringen, dass weiße westliche Frauen (die größte Gruppe von Feministen), die privilegierste Gruppe in der Geschichte der Menschheit sind. Allerdings ist dies auch so reichlich offensichtlich.

        • @adrian
          „Wissenschaftlichkeit hätte natürlich den Vorteil, den Fakt auf den Tisch zu bringen, dass weiße westliche Frauen …. ist dies auch so reichlich offensichtlich.“

          Es spricht ja gar nichts dagegen, dass man sich dem Feminismus wissenschaftlich nähert. Aber davon ist nicht mehr Wissenschaft zu erwarten als von jeder Historiographie auch. Immerhin kann sie zutreffend sein und die Zusammenhänge beschreiben 🙂

        • @kardamom
          „Eigene Erfahrung:“

          Witzig, dass erinnert mich bei mir an die Zeit, als Brad Pitt mir einen Dreier mit James McAvoy vorgeschlagen hat, nachdem ich ihn und Ewan McGregor eine Zeitlang parallel hatte laufen lassen. Gute Zeit.

        • Ein bisschen Game, echt oder nicht und schon hat selbst die toughe Feministin nur noch Sex im Kopf…

  2. Das geht aber schon damit los, daß man sich über die Knvention des richtigen Schließens und die Bedeutung der Korrektheit von Aussagen einigen müßte.
    In der empirischen Wissenschaft sind Experiment und auch Datenanalyse die Eckpunkte. Nur Aushandeln? Das passt doch gar nicht.
    Ebenso die Formulierung von Aussagen in kausaler Form ist nicht möglich.

    • Wenn Geschlecht konstruiert ist und Worte dies erreichen, dann muss das auch mit Studien testbar sein.
      Auch interessant wäre es feministische Thesen zu nehmen und sich testbare vorhersagen dazu zu überlegen.
      Wenn die intersektionale privilegientheorie stimmt, dann müssten … Ja, was eigentlich? Müssten lesbische Frauen weniger verdienen als heterofrauen? Wenn nicht, wie ist das in die Theorie einzubauen?
      Müssten Asiaten weniger verdienen als weiße bei sonst gleichen Grundlagen im selben Land? Wenn nicht, warum nicht?

      Müssten Länder mit weiblichen Staatsoberhäuptern, die zb ausgebildete Physikerin sind als Vorbild einen Sprung im Frauenanteil in bestimmten Studienfächern bewirken oder müsste sich der Gender pay gap verringern? Warum nicht?

      Ich würde es lieben mal einen feministischen blog zu lesen, der konkrete aussagen dazu macht, was nach feministischer Theorie zu erwarten wäre

      • „Wenn die intersektionale privilegientheorie stimmt, dann müssten … Ja, was eigentlich? Müssten lesbische Frauen weniger verdienen als heterofrauen?“

        Wird nicht klappen, denn Männer sterben weit häufiger als Frauen im Beruf und überhaubt durchschnittlich früher, werden aber als privilegiert behauptet.

        Auf’s feministische Gefühl kommt’s eben an … 🙂

        • „Auf’s feministische Gefühl kommt’s eben an …“

          Genau das ist das Problem, an dem alle rationalen Erklärungsversuche scheitern.
          Wir (Männer) versuchen, das Phänomen „Feminismus“ rational zu begreifen und finden so viele logische Brüche, dass sich einfach kein philosophisches Gebäude entwickeln will, ohne nach den ersten Bausteinen wieder einzustürzen.

          Wenn wir eine Hardcore-Feministin fragen, wo und wieso der Penner dort unter der Brücke privilegiert ist, wird sie irgendwas von „nach meinem Gefühl ist er privilegiert“ schwadronieren.
          Wie soll man dagegen logisch argumentieren?

      • „Wenn Geschlecht konstruiert ist und Worte dies erreichen, dann muss das auch mit Studien testbar sein.“
        Um dies zu tun müßte man ein „Metageschlecht“ definieren, welches sowohl die biologischen als auch die sozialen Geschlechtsbegriffe empirisch umfaß, und dann Aussagen der entsprechenden Untergruppe zuordnen.

        Prinzipiell gibt es mehr Varianten dies begrifflich zu tun, als es Möglichkeiten gibt dies zu testen.

        • @dummerjan

          Man kann ja zumindest die Unterschiede in den Geschlechterrollen auf der Welt darstellen, man kann (unfreiwillige oder freiwillige) Umerziehungsexperimente untersuchen, vom Kibbuz bis zu David Reimer und ähnliche Fälle, etwa cloacal extrophy etc.

          Man kann eine Studie machen, indem man den Erziehungsstil der Eltern mit dem pränatalen Testosteronspiegel abgleicht und die Unterschiede durch die Erziehung betrachten.

          Es gibt viele Möglichkeiten da Experimente zu machen

      • Das wäre wenn, dann ein Thema für wissenschaftliche Gender Studies, nicht für Feminismus. Feminismus ist eine politische Bewegung, die viele Strömungen hat, welche sich teilweise erheblich widersprechen. ZB Behauptet der Differenzfeminismus, dass es sehr wohl Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt – und Frauen die besseren Menschen sind, weil sie einfühlsamer, pazifistischer, umsichtiger, gewissenhafter und eben „lieber“ seien, als Männer („Wenn Frauen an der Macht wären, bräuchten wir keine Justiz“ Antje Schrupp).

        Würde es sich bei Gender Studies um eine neutrale, ergebnissoffene Wissenschaft handeln, dann würden diese Punkte untersucht und debattiert. Das findet aber nicht statt, denn Gender Studies als Wissenschaft existiert nicht, sondern nur als universitärer Arm des Feminismus als politischen Aktivismus.

  3. Wer diesen Weg wählt, ist ganz schnell kein feminist mehr.
    Es gibt diese „Beweise“ eben nicht, es gibt nur eine riesenladung Gegenbeweise.
    Sobald man anfängt danach zu suchen stößt man darauf.

    Deshalb bleiben die, die im Feminismus verharren, immer die irrationalen ideologen.

    • Es sollte aber der Anspruch sein, den man ab eine solche Bewegung für sich selbst stellt.
      Eine Bewegung, die das von vorneherein ablehnt oder sogar davon ausgeht, dass die Fakten gegen die dortigen Theorien sprechen, die muss sich eben auch entsprechend unseriösität vorwerfen lassen.

      Allerdings gibt es ja definitiv einen sozialen Anteil ab den Geschlechterrollen. Zumindest für diesen sollten sich auch Studien finden lassen. Das wäre ja ein Anfang.

      Wer es gar nicht erst für möglich hält, dass Studien seine Sicht bestätigen, der bringt jedenfalls ein gehöriges maß an Irrationalität und wissenschaftsfeindlichkeit in die Sache

      • Aber es gibt keine seriösen Studien, die den Sozialkonstruktivismus oder die Machttheorie von Foucault stützen, eher im Gegenteil. Deshalb wird man sich nie der Wissenschaft zuwenden, weil man dann konsequenterweise den eigenen Feminismus aufgeben oder stark modifizieren müsste.
        Daher rührt doch auch das ganze irrationalistische Getöse.

        „Allerdings gibt es ja definitiv einen sozialen Anteil ab den Geschlechterrollen. Zumindest für diesen sollten sich auch Studien finden lassen. Das wäre ja ein Anfang.“

        Diese Studien müssten aber auch auf einer materialistischen /biologischen Basis beruhen; Jonathan Haidt hat das z.B. für die Politik ganz gut geleistet.

    • @maddes8cht

      „Sobald man anfängt danach zu suchen stößt man darauf.“

      Deswegen wäre es ja so sinnvoll, dass man grundsätzlich das wissenschaftliche System in dem Bereich als Voraussetzung sieht.

      Ich gestehe jedem dabei die Grundlage zu, dass er bei seiner Suche davon ausgeht, dass sie die feministische Theorie bestätigen wird, wenn er eben versucht, dabei die Forschung zu sichten und zu werten

    • „Deshalb bleiben die, die im Feminismus verharren, immer die irrationalen ideologen.“

      Eigentlich nicht zwingend.
      Aber genau weil es so ist, ordne ich den Feminismus eher einer Religion zu, denn einer politischen Richtung.
      Politische Ideen beginnen normalerweise nach einer mehr oder weniger kurzen chaotischen Phase, sich zu konsolidieren und eine sichtbare klare Linie anzunehmen.
      Oder sie verschwinden wieder.
      Religionen zeichnen sich durch dauernde Diffusivität und fortdauernde logische Brüche aus.
      Gerade diese Heterogenität macht sie unangreifbar und sichert ihr Überleben, weil jeder in diesem Kramladen der Allgemeinplätze für sich was finden kann – solange er nicht nach Logik sucht.

  4. „Die Öffnung des Feminismus weg von der reinen Philosophie hin zum wissenschaftlichen Prinzip wäre die radikalste Revolution überhaupt.“

    Du hast da versehentlich „Philosophie“ geschrieben statt „Religion“.

  5. Der Wunsch, dass Feministinnen freiwillig Anstrengungen unternehmen, um sich selbst zu widerlegen, wird unerfüllt bleiben.
    Feministinnen verbringen (in Ermangelungung eines produktiven Berufslebens und eines ausgefüllten Privatlebens) lieber ihre Zeit damit, anders denkende Bloggerinnen zu shitstormen und vollzuspammen.

    • Ich finde es dennoch sinnvoll Anforderungen zu formulieren, die aus meiner Sicht durchaus moderat sind:
      Anerkennung wissenschaftlicher Grundsätze
      Belegung von Theorien mit Studien
      Festlegung auf überprüfbare aussagen

      Ich wüsste nicht, wie man dem ernsthaft widersprechen kann.

      Mich würde es schon freuen, wenn jemand sagt, dass das in der tat verlangt werden kann und es entweder versucht oder einsieht, dass der Feminismus da ein Defizit hat.

      • Auf solche patriarchalen WHM-Forderungen einzugehen, ist nicht mit dem feministischen Weldbild vereinbar.

        • Ich spreche natürlich gemäßigte und rationalere Feministinnen und Feministen damit an, die noch nicht radikalisiert sind

        • Die Botschaft hör‘ ich wohl ..

          Und falls sich wirklich jemand findet, muss diese* Ketzer* mit immensen intrafeministischen Widerständen und Anfeindungen rechnen.
          Dagegen ist das, was gegenwärtig an Shitstorms abläuft, nur ein laues Lüftchen.

        • @breakpoint

          Das mag ja sein, aber wenn dabei dennoch eine neue Gruppierung herauskommt, bei der Frauen sich besser vertreten fühlen und die durch ihre Existenz einmal den Alleinvertretungsanspruch des Feminismus untergräbt als auch dessen Irrationalität deutlich macht, dann ist schon viel gewonnen.

          Momentan sind wir in der bizarren Situation, dass viele Unternehmen und Institutionen immer dann, wenn sie etwas gutes für Frauen tun wollen oder sich und sei es aus politischen Gründen Diskriminierung beseitigen wollen oder sich den Kampf dagegen als imageaufbau anrechnen lassen wollen, Gender Studies Absolventen oder überzeugte Gendergfeministen beschäftigen.

          Siehe zB Twitter: Es wurde gemeckert, dass Twitter für Frauen die Hölle ist, also mussten sie jemand engagieren, bei dem niemand sagen konnte, dass sie das Problem nicht angehen. Also haben sie Jaclynn Fucking Friedmann, eine radikalfeministin genommen. Was sie macht ist ihnen wahrscheinlich relativ egal, wenn sie zB heartiste sperren, dann wirkt sich das auf den Umsatz nicht aus. Sie können aber nach außen sagen, dass sie die Sache in feministische Hände gelegt haben.
          Gleichstellungsbeauftragte etc werden teilweise nach dem gleichen Prinzip angeworben: Sie haben einen Abschluss in gender studies? Wunderbar, da kann keiner sagen, sie sei nicht qualifiziert.

          Wir brauchen nichts dringender als einen vernünftigen Feminismus, wenn man da rauskommen will. Leute, die eine vernünftige feministische Szene hinter sich haben, die sich gegen Vorwürfe von Radikalfeministinnen behaupten kann und die man anstellen kann um sein öffentliches Bild zu bewahren.
          Es muss dahingehen, dass man nachfragt, warum sie denn einen verrückte Feministin angeheuert haben und nicht eine von den vernünftigen

        • „Ich spreche natürlich gemäßigte und rationalere Feministinnen und Feministen damit an, die noch nicht radikalisiert sind“

          Spontaner erster Gedanke:
          Du sprichst eine leere Menge an…
          Okay – in wirklichkeit sprichst Du die Szene der Equity-Feministen an.

          Die haben die Probleme des mainstream- feminismus und des institutionalisierten Feminismus ja längst erkannt und laufen bereits Sturm dagegen.
          Sie haben genau diesen Weg, den Du nennst, beschritten, und dabei zwangsläfig den institutionalisierten Feminismus als lügengebäude erkennen müssen. Folgerichtig haben sie sich von diesem abgewandt. Manche in der Form, dass sie aufhören, sich feministen zu nennen, manche, wie C.H. Sommers, eben so, dass sie einen anderen, eben „equity-“ Feminismus ausrufen.

          Das Problem ist, dass diese selbst massiv vom institutionalisierten Feminismus angegriffen und ausgegrenzt werden und dieser institutionalisierte Feminismus alles tut, damit dieser Feminismus nicht als legitimer Feminismus anerkannt werden darf.

          Ich gebe Dir aber recht: Man muss solche Leute unterstützen, die einen solchen feminismus zu betreiben versuchen.

        • Es wird niemals eine vernünftige feministische Gruppierung geben, dafür müsstest zu viel der bereits bestehenden Theorie und Weltanschauung abtragen um überhaupt diskutieren zu dürfen. Einen rationalen Diskurs mit einer solchen Gruppierung wird es per Definition nie geben können. Das kann man entweder akzeptieren oder die nächsten 70 Jahre nach Anschlussfähigkeit suchen.

          Wenn man davon ausgeht, dass es im harten Kern des Feminismus tatsächlich um Männerhass geht (und dafür spricht momentan relativ viel), dann ist Feminismus in erster Linie ein Ventil für Menschen, deren Einstellung sich sowieso nie wieder ändern wird. Es gibt keine Anhaltspunkte, dass sich radikale Feministinnen über die Zeit in irgendeiner Weise bessern oder, dass ihr Hass nachlässt. Es ist also z.B. sehr wahrscheinlich, dass Wizorek und Tugendfurie bis an ihr Lebensende behaupten werden, dass wir in einer Rape Culture leben und alle Männer nur Frauen vergewaltigen wollen. Es scheint dort schlicht keinen Ausstieg zu geben; die Rhetorik von Exponenten wie Dworkin oder Greer wurde ja nicht gerade besser über die Jahre.

          Die Idee, man müsse nun als Mann mit einer Teilmenge dieser Ideologie irgendwie kommunizieren um eine Brücke zu schlagen, ist zutiefst dysfunktional und erniedrigend. Sollte dies jemals passieren ist es wohl eher ein weiteres Indiz dafür, dass man die eigene Werte vollkommen verraten hat und über kein Rückgrat mehr verfügt. Sogar Warren Farrell hat irgendwann (und zwar ganz ohne das Wissen und die Vorwarnungen, die wir nun haben) erkannt, dass es rein gar keinen Sinn macht mit Feministinnen zu agieren oder zu reden, wenn es um die Probleme von Männern geht.

        • @toxic

          „Es wird niemals eine vernünftige feministische Gruppierung geben, dafür müsstest zu viel der bereits bestehenden Theorie und Weltanschauung abtragen um überhaupt diskutieren zu dürfen. Einen rationalen Diskurs mit einer solchen Gruppierung wird es per Definition nie geben können.“

          Diese Vermutung erfordert aus meiner Sicht ein sehr schlechtes Frauenbild. Warum sollte man da nicht etwas vernünftiges Entwicklen können?

          Wenn man früher gesagt hätte, dass die Männer die Frauen nie im gleichen Maße und in den gleichen Bereichen wie sie arbeiten lassen werden, weil sie dazu zuviel Weltbild abtragen müssen, dann hätten wahrscheinlich auch viele genickt.
          Ebenso vielleicht bei der Frage, ob sich das heliozentrische Weltbild oder die Evolutionstheorie durchsezten können
          Die Zeiten entwickeln sich aber weiter. Ein reiner Sozialkonstruktivismus wird eben immer angreifbarer und damit auch immer schwerer aufrechtzuerhalten.

          Das kann natürlich auch eine Änderung bringen.

          Es ist auch sehr mutig, sich da auf ein „niemals“ festzulegen. Nicht in 20, 100, 1000 Jahren? Da müsstest du ein ziemlicher Hellseher sein

        • „Diese Vermutung erfordert aus meiner Sicht ein sehr schlechtes Frauenbild“

          Wenn man Feminismus mit Frauen gleichsetzt, dann ja.

        • @ Christian

          Weil es einfacher ist, einen anderen Namen für eine legitime Vertretung zu wählen als einen zu benutzen, der bereits so viel Theorie und Ballast hat, dass er niemals wieder auf eine saubere Ausgangslage zurückkehren kann.

          Um eine einfache Analogie zu wählen; man nehme an man hat eine Gruppe, die für Kommunistische Planwirtschaft einsteht und diese als die best mögliche Wirtschaftsform ansieht, in voller Kenntnis anderer Modelle. Was du nun wünschst, ist, dass diejenigen, die sich schon voll der Planwirtschaft mit Haut und Haaren verschrieben haben, bitte respektieren würden, dass es auch kapitalistische Modelle gibt, die Menschen nicht nur ausbeuten und zerstören. Nun, aber die sind doch gerade deswegen Vertreter der Planwirtschaft geworden, weil sie alle anderen Marktwirtschaften bereits ablehnen. Das heisst eben auch, dass die Chance, dass die Leute, die explizit Planwirtschaft vertreten eher nicht ihre eigene Ideologie aufgeben, weil sie sie bereits absichtlich so gewählt haben, dass sie alle anderen Wirtschaftsformen ablehnen.

          Beim (Radikal)Feminismus ist es ähnlich, die sind eben gerader dort, weil sie Männer hassen und es gut finden, wenn Männern möglichst viel Schaden zustösst. Die sind eben genau in dieser Position, weil sie sich absolut sicher sind, dass Männer weiter geschädigt werden müssen. Sie haben sich nicht das Label „Feminist“ gegeben, weil sie an Gleichberechtigung glauben, sondern weil sie sich persönlich benachteiligt fühlen und Männern als ausgleichende Gerechtigkeit Schaden zufügen wollen. Die Rhetorik des Radikalfeminismus lässt doch eben genau dort überhaupt keinen Zweifel mehr zu.

          Kurzum, du hast bei jeder anderen Frauengruppe mehr Chancen als bei den Feministinnen. Es macht keinen Sinn deine Gesprächspartner dort zu suchen, wo dich bereits alle hassen, viel eher muss man die Unentschiedenen oder Zweifelnden erreichen.

        • @toxic

          „Weil es einfacher ist, einen anderen Namen für eine legitime Vertretung zu wählen als einen zu benutzen, der bereits so viel Theorie und Ballast hat, dass er niemals wieder auf eine saubere Ausgangslage zurückkehren kann“

          ich glaube da überschätzt du, dass dieser begriff für die meisten Leute eben nicht mit der Ballast verbunden ist. Zudem kann man ja an der Geschichte des Feminismus sehen, welche Änderungen bereits unter dem Begriff gelaufen sind.

          Beauvoir hat noch etwas davon geschrieben, dass die Frauen gefälligst so sein sollen wie Männer und man sie bloß nicht an Küche und Kinder lassen soll, weil sie sonst nicht in die Erwerbsarbeit wollen.
          Damit kommt man ja heute nicht mehr weit.

          Ich glaube auch nicht, dass so viel gewonnen ist, wenn man es „Frauismus“ oder Frauenrechtsbewegung oder wie auch immer nennt. Denn es ist nicht der Name, sondern das Thema, welches die Ideen trägt. Die gleichen Frauen, die jetzt unter Feminismus laufen würden dann eben in den Frauismus oder die Frauenrechtsbewegung übergehen. Eine Namensänderung bringt da rein gar nichts. Das ist wie bei Neger-Schwarzer-Farbiger-Poc.
          Man verschwendet nur Energie wenn man sein Heil in neuen Begriffen sucht.
          Was man fördern muss ist ein neues Herangehen an die Frage, wie man Frauenrechte vertreten sollte. Und dafür ist es eben einfacher es gleich als Opposition im Feminismus unterzubringen, weil es dann schwerer ist, ein Outgrouping zu betreiben.

        • @ Christian

          Es muss nicht einmal zwangsläufig etwas neues sein; du kannst dir aktuell fast jede Richtung ausser Feminismus aussuchen, ausser vielleicht extrem konservative Positionen. Du klammerst dich an den Gesprächspartner, von dem du ja bereits schon weisst, dass er dich nicht mag.

          „Ich glaube da überschätzt du, dass dieser begriff für die meisten Leute eben nicht mit der Ballast verbunden ist. Zudem kann man ja an der Geschichte des Feminismus sehen, welche Änderungen bereits unter dem Begriff gelaufen sind.“

          Die Einschätzung der meisten Leute ist ja nicht relevant, sondern was tatsächlich unter diesem Label für Gesellschaftsstrukturen gesetzlich verankert werden. Das sich das Label Feminismus gewandelt hat, darüber müssen wir auch nicht diskutieren, aber wie beim Beispiel mit der Planwirtschaft, sind die prinzipiell möglichen Entwicklungsstränge nun verdichtet, rar und verlaufen nur in eine Richtung. Ein fixer Endpunkt ist für eine Ideologie relativ normal; eine Aufweichung ihrer Prinzipien unter dem Namen der gleichen Ideologie hingegen sehr unwahrscheinlich.

          Du hast auch jetzt nach 100 Jahren keine Gruppen von Kommunisten, die den Kapitalismus als gleichberechtigtes Konzept dulden, genau so wenig werden wir in 50 Jahren Feministinnen haben, die auf die Interessen von Männern Rücksicht nehmen.

          Kurzum, wenn wir in 10 Jahren noch hier diskutieren, dann wird sich nichts am Feminismus verändert haben, weil er von Grund auf eine Interessenvertretung von Frauen darstellt, die Männer nicht mögen. Dass sich unter dem Label Feminismus Frauen versammeln, die Männern nicht schaden ist dabei genau so wahrscheinlich, wie dass sich unter dem Label Kommunismus kapitalistische Strömungen breit machen. Rein theoretisch natürlich möglich, nur würde ich dann eher auf Transhumanismus oder die Singularität hoffen.

        • Ich hatte die Unterschiede ja schon mal angeführt:
          Du gehst von einem essentialistischen Feminismus aus, ich davon, dass man einen Begriff umgestalten kann, gerade wenn er so allgemein ist wie Feminismus, ein Begriff, unter dem die verschiedensten Theorien aufgetreten sind.

          Du scheinst davon auszugehen, dass man ihn abschaffen muss, weil man ihn sonst stärkt, ich glaube, dass man auf interne Konkurrenz setzen muss, weil er sonst seine Sonderstellung behält.

          Letztendlich wird man es nicht klären können.
          Mal sehen, was die Zukunft bringt

  6. …einfach mal den wissenschaftlichen Weg angeht und versucht, Studien zu finden, die ihre Sicht auf den Feminismus stützen und sich kritisch mit Theorien auseinandersetzt, die ihrer Sicht des Feminismus entgegenstehen…

    An sich schon wirkungslos, wie beispielsweise Palmstroem so treffend formuliert:

    Thus, 3rd wave feminism, or „Social Justice“ feminism, is not the result of some weird in-group construction, of intellectual shortcomings or insincere intentions. Its discursive strategies and judgments are entirely logical and meaningful–if one accepts the radical idea that reality is a social construct. But this also makes social constructionist activism a very risky project: if its basic foundational premise is wrong, it may turn out that its strategies instigate new kinds of oppression and even sabotage liberal activism, without resulting in actual progress on its social goals. And if one already presupposes that reality is a social construct, then it becomes impossible to verify the viability of that premise, because any investigation that proves it wrong must be an act of faulty social construction.

    Quelle: http://palmstroem.blogspot.de/2015/10/feminism-and-social-constructionism.html

    Auf Deutsch in etwa: „Und wenn man schon voraussetzt, dass die Wirklichkeit ein soziales Konstrukt ist, dann wird es unmöglich, die Richtigkeit dieser Prämisse zu überprüfen, da jede Überprüfung, die diese Prämisse widerlegt, ein Folge der fehlerhaften sozialen Konstruktion sein muss.“

    • @kardamon

      Das wäre ja dann die Abkehr vom wissenschaftlichen System und von einer überprüfbaren Realität.
      Wenn der Feminismus sich umfassend dazu bekennt, dass wissenschaftliche System abzulehnen, wäre das aus meiner Sicht auch ein Ergebnis.

      • Wenn der Feminismus sich umfassend dazu bekennt, dass wissenschaftliche System abzulehnen…

        Grins. Der Feminismus lehnt das „wissenschaftliche System“ ja nicht ab. Er postuliert „lediglich“ ein „anderes“ „wissenschaftliches System“. Und diese rhetorische Taschenspielerei funktioniert anscheinend in der medialen Öffentlichkeit.

        siehe auch: Franziska Schutzbach, Gender Studies Uni Basel, in der WoZ:

        Darin spiegelt sich eine zunehmend antiintellektuelle, ja autoritäre Geisteshaltung, die sich weigert, Wissen und damit auch Gesellschaft als immerwährenden Prozess von Aushandlungen zu verstehen. Geworben wird für positivistische Ideale und eine Alleingültigkeit bestimmter naturwissenschaftlicher Methoden. Nach diesem Verständnis ist Wissenschaft nur dann richtig, wenn sie universell gültige Aussagen trifft, zum Beispiel darüber, wie Männer und Frauen wirklich sind.

        https://www.woz.ch/-629a

        treffende Entgegnung von
        https://drehumdiebolzeningenieur.wordpress.com/2015/10/06/absurde-symmetrien/ :

        Es wird den Naturwissenschaften unterstellt, sie mache aus einer deskriptiven Analyse eine normative Aussage und das sei unredlich. (…) Nur macht die Naturwissenschaft keine normativen Aussagen. Dieser Schluss wird ihr lediglich von einer Denkschule unterstellt, die schlicht nicht versteht, wie naturwissenschaftliche Erkenntnis funktioniert.

        • @kardamon
          „Und diese rhetorische Taschenspielerei funktioniert anscheinend in der medialen Öffentlichkeit.“

          Klar, weil die Medien da voll mitziehen. Vermutlich deshalb, weil die Femi-Kader dort überall sitzen und das absegnen.

          Mehr als Inversionen haben diese Feministen nicht zu bieten, was auch wieder an diesem Artikel von Schutzbach klar wird, die „Antiintellektualismus“ bei den Genderstudies-Kritikern aus der Wissenschaft konstatiert. Wobei der Antiintellektualismus natürlich rein auf der Seite der Genderstudies liegt, die die bekannten Glaubensinhalte reflexhaft abruft.

          Die anti-kapitalistische Grundeinstellung ist dabei immer mit von der Partie:

          aus der Woz:
          „Die Philosophin Rosi Braidotti beschreibt diese Haltung als Ausdruck einer «theoriefeindlichen Wende». Für Braidotti zeigt sich darin auch die Ideologie der freien Marktwirtschaft, die den Antiintellektualismus zu einem hervorstechenden Merkmal unserer Zeit gemacht hat.“

          Auch dieser Artikel von Schutzbach tut der Sache keinen Gefallen. Die Leute lassen sich durch hohle Rhetorik, die immerfort nur mit dem Finger auf andere zeigt, nicht ewig hinhalten.

      • @chris
        „Das wäre ja dann die Abkehr vom wissenschaftlichen System und von einer überprüfbaren Realität.“

        Aber darauf kommt es denen doch gar nicht an. Sie brauchten das nie und brauchen es weiterhin nicht. Der „mainstream“ oder „middle of the road“ Feminismus war immer schon eine rein esoterische Angelegenheit, die rationalen Ansätze allesamt Nebenentwicklungen ohne weiterführende Bedeutung.

        „Wenn der Feminismus sich umfassend dazu bekennt, dass wissenschaftliche System abzulehnen, wäre das aus meiner Sicht auch ein Ergebnis.“

        Das ist schon längst geschehen. Allerdings ungeheuer verklausuliert ausgedrückt, zB von Butler.

        Dass keine grössere Zahl von Feministen sich ausdrücklich dazu bekennen will oder kann, sollte ja auch klar sein.

        • @alex

          „Dass keine grössere Zahl von Feministen sich ausdrücklich dazu bekennen will oder kann, sollte ja auch klar sein“

          Dann sollte man sie eben Fragen, damit sie deutlicher werden müssen. Ist ja quasi eine Zwickmühle: Wenn sie sich dazu bekennen, dann müssen sie Studien anführen. Wenn sie sich nicht dazu bekennen, dann sind sie als reine Ideologie, die wissenschaft ablehnt erkennbar.

          Es geht mir eben gerade darum, dass dieses Vortäuschen von Wissenschaftlichkeit öffentlich bekannt wird.

        • @chris
          „Dann sollte man sie eben Fragen, damit sie deutlicher werden müssen. …“

          Wenn du da irgendwen nur halbwegs wichtiges fragst, wirst du doch nur abgekanzelt…

          Ich finde deine Beharrlichkeit ja irgendwo bewundernswert, aber ich fürchte, du willst mit dem Kopf durch die Wand.

          „Es geht mir eben gerade darum, dass dieses Vortäuschen von Wissenschaftlichkeit öffentlich bekannt wird.“

          Da gelingt durch Analysen der massgeblichen Texte der Protagonisten. Dabei muss es sich um einen echten „crossover“ aller möglichen Kritiken handeln, von der Philosophie angefangen bis zur Ideologiekritik. Besonders tief muss diese aber nicht mal gehen. Denn der Feminismus ist vor allem eine Weltanschauung, die nie hinreichend rein philosophisch, ideologisch oder gar rational begründet wäre — alles Versatzstücke.

          Der Feminismus ist ein totaler Eklektizismus! Eine wilde Zusammensammlung von halbfertigen Versatzstücken aus den verschiedensten Bereichen.

          Dummerweise hocken sie jetzt in grösserer Zahl in der Öffentlichkeit, mit wissenschaftlichen Ansrüchen, die sie natürlich nicht ausfüllen. Eine wirklich „losing position“, der Druck auf sie dürfte immer stärker werden. Ironischerweise wird ihre Institutionalisierung sich möglicherweise als ihre Achillesferse erweisen. Es könnte natürlich aber auch sein, dass sie gewinnen und zB Teile der Biologie erobern können, besonders auf die Neurowissenschaften haben sie es ja offenkundig abgesehen.

        • @alex

          „Wenn du da irgendwen nur halbwegs wichtiges fragst, wirst du doch nur abgekanzelt…“

          Da habe ich ja gar nichts gegen. Da wäre mein Ziel ja indirekt auch erreicht. Wer auf die Frage, ob er die wissenschaftliche Methode akzeptiert, den anderen abkanzelt gibt ja auch eine antwort

        • Natürlich gibt das niemand zu – und sie glauben das auch selbst nicht, dass sie unwissenschaftlich seien.

          Es kommen dann gerne Antworten, wie dass niemand ernsthaft bezweifeln könne, dass wir in einem patriarchat leben,
          bzw. :
          „Wenn es um gleichberechtigung unter dem Gesetz geht, um politische Repräsentation, um die politischen Machtlöcher, die geschäftlichen Machtlöcher, sind Männer immer noch im Vorteil gegenüber Frauen, ohne Frage. Niemand kann das bestreiten.“

          Zitat auf 5:23

          Da hat man öffentlich schon einen sehr schlechten Startpunkt, wenn man eben genau das doch bezweifelt und Beweise sehen will. Aber das ist so formuliert, dass da schwer beizukommen ist.
          Es ist leichter, einen Pudding an die Wand zu nageln.

          Dass gerade vor dem Gesetz und der Rechtsprechung Männer deutlich benachteiligt sind, dass mit Quoten und vielen anderen Regeln Frauen in vieler Hinsicht gerade in Politik und Wirtschaft bevorzugt werden und deshalb häufiger zum Zug kommen, als es ihrer Repräsentanz (!) in der jeweiligen Partei, unter den Bewerbern oder unter Betriebsangehörigen entspräche – das muss man erst mal erkämpfen, dass es überhaupt als Argument gehört wird.

          Viel zu oft schaffen es die befragten, den Frager mit ihren unbelegten Behauptungen so dastehen zu lassen, dass er etwas derart ausgesprochen dämliches gefragt hat, dass sich jede weitere Diskussion erübrigt.
          Was natürlich daran liegt, dass das feministische Gedankengut fest im allgemeinen Bewusstsein verankert ist. Was in sich bereits ein Widerspruch zum feministischen Theoriegebäude ist – danach dürfte eigentlich kaum irgendwer lauben, was Feministen so sagen.

        • „Aber das ist so formuliert, dass da schwer beizukommen ist.“

          Ach was. Es ist extrem simpel: Warum können nur Frauen Frauen repräsentieren? Warum soll es mehr Macht bedeuten, wenn man arbeitet? Was hindert Frauen daran, Politik zu machen?

        • @maddes
          „Es ist leichter, einen Pudding an die Wand zu nageln.“

          Das ist eigentlich ganz einfach. Man darf sich nur nicht bei Kleinigkeiten aufhalten. Der Kleinkrieg um irgendwelche Studien ist da zB gar nicht zielführend.

          Ausser natürlich man hisst die weisse Fahne und gibt sich mit Antworten zufrieden, die keine sind:

          Arne Hoffmann: „…gibt es natürlich auch hierzulande Fundamentalisten, die lieber politisch impotent bleiben, als irgendeinen wie auch immer gearteten freundlichen Kontakt mit welcher Feministin auch immer einzugehen.“
          http://genderama.blogspot.de/2015/10/fairer-film-uber-die.html

          Ich denke auch nicht, dass der satirisch besonders begabte Milo irgendeinen verbindlichen Massstab liefern könnte.

        • p.s. über Arne Hoffmann:

          „….gemeinsam mit dem antizionistischen Antifeministen Arne Hoffmann schrieb. Letzterer ist u.a. Begründer der Männerrechtsbewegung MANNdat, die gute Kontakte zur antisemitischen Zeitschrift deutscher Patriot*innen Junge Freiheit pflegt.“

          Dazu er:

          „Für jeden Stammleser dieses Blogs ist der zitierte Absatz derart bizarr, dass ich ihn nur wegen seiner bemerkenswerten Kuriosität blogge.“
          http://genderama.blogspot.de/2015/10/vermischtes-vom-27-oktober-2015.html

          Was die Frage nach sich zieht, warum er die Gegenheit nicht nutzt eine der oberste Antizionistinnen überhaupt, die Judith Butler, zu outen und damit die besagten „Fantifa (feministische Antifa) in Frankfurt“ als Heuchler zu entlarven.

          Der „Antizionismus“ ist ja untrennbar mit dem Feminismus und seinen Ablegern („Postkolonialismus“) verbunden und wäre ohne ihn heute gar nichts.

        • „Ach was. Es ist extrem simpel: Warum können nur Frauen Frauen repräsentieren? Warum soll es mehr Macht bedeuten, wenn man arbeitet? Was hindert Frauen daran, Politik zu machen?“

          Damit kannst Du möglicherweise in einer indiv. Diskussion mit einer Feministin punkten, aber nicht in einer öffentlichen mit einer erfahrenen.

          Deine Fragen sind typisches patriarchalisches Verteidigen männlicher Privilegien und zeigen nur, wie wichtig Feminismus immer noch ist.

  7. Warum eigentlich dieser fortwährende Versuch, Feminismus zu retten, wenn Feminismus schlicht nicht nur unrettbar verloren, sondern darüberhinaus absolut überflüssig ist?

    • @adrian

      Weil das aus meiner Sicht der allerbeste Weg ist, den radikalen Teil zu isolieren und seinen Einfluss zu verringern.

      Es wird immer eine Lobby/interessenvertretung für Frauen geben, was ja auch okay ist, und ich fürchte den Namen Feminismus dafür bekommt man nicht weg. Also bleibt ja nur, diesen mit neuem Leben zu erfüllen.

      • Meinetwegen. Ich sehe jedenfalls keinen Grund, mich daran zu beteiligen

      • @chris
        „Also bleibt ja nur, diesen mit neuem Leben zu erfüllen.“

        Das führt nur dazu die Sache am Laufen zu halten. Das ist in etwa so als ob man Pegida als respektablen Gespächspartner akzeptiert. Nein, schlimmer, die NPD oder den Front National.

        Kein Feminist wird je auf die Idee vom Patriarchat verzichten können, ohne die Selbstzuschreibung Feminist zu verlieren.

        Warum also darauf bestehen, die Selbstbezeichnung Feminismus zu retten?

        Oder ist das der eigentliche Job des „Makulismus“? Mal böse gefragt…

        • Agree.

        • Weil ich die Wahrscheinlichkeit den Begriff abzuschaffen für nicht existent halte, der Wahrscheinlichkeit, ihn zu „reclaimen“ oder neu zu besetzten aber durchaus Chancen zubillige

        • Die werden sich als nächstes womöglich die „evolutionäre Psychologie“ zu eigen machen und eine Rolle vorwärts…

          Im Moment, wo der Feminismus fertig hat, diesem Begriff dienlich zu sein, kann sich doch nur als kontraproduktiv rausstellen…

          Was sollte das bringen?

      • Barack Obama hatte doch zu Beginn seiner Amtszeit mal das Gespräch mit den „gemäßigten Teilen der Taliban“ gesucht…

        • @maddes8cht

          Ich würde es eher so sehen, dass man Regeln definiert für Afghanen damit diese eben keine radikalen Taliban werden statt davon auszugehen, dass ein Afghane nur ein Taliban werden kann und nichts anderes

        • Dem würde entsprechen, sich an Frauen zu richten, nicht an Feministen.

        • @maddes8cht

          Oder an Leute, die sich selbst als feministen sehen, weil sie natürlich für Gleichberechtigung sind. Das ist ja gar nicht mal selten.
          Zb hier der Artikel in dem ich neuer Peter zitiere:
          https://allesevolution.wordpress.com/2014/05/08/wie-man-zum-mannerrechtler-wird/

          Der Weg aus der Höhle sieht bei den meisten (liberalen) Feminismuskritikern wohl tendenziell so aus:

          1. Klar bin ich Feminist, ich befürworte schließlich die Gleichberechtigung!

          2. Irgendwie scheinen Männer auch Probleme zu haben. Naja, da muss man nur die patriarchalen Rollenbilder weiter aufbrechen, dann wird das schon!

          3. In Deutschland scheinen Frauen rechtlich deutlich besser gestellt zu sein als Männer und der Feminismus verstetigt diese Situation und baut sie aus.

          4. Der Feminismus hatte gute, richtige, und berechtigte Anliegen, hat sich mittlerweile aber zu einer tendenziell totalitären, dogmatischen, hasserfüllten, irrationalen Heilslehre für Narzissten, Neurotiker und privilegienheischende Opportunisten entwickelt.

          5. …war er das in der Tendenz vielleicht schon immer?

          Es geht also um die, die dem Feminismus nahe stehen, sich vielleicht etwas damit beschäftigt haben, Gleichberechtigung wollen, sich deswegen als Feministen sehen und bei denen man durchaus noch weichen stellen kann.
          Was wäre so unglaublich schrecklich daran, wenn die sagen: „stimmt, dem wissenschaftlichen Prinzip fühle ich mich verpflichtet, mal sehen was der feminismus denn da hat“. Und was wäre so schlimm daran, wenn derjenige sagt „diese Art von unwissenschaftlichen Feminismus ist nicht der meine, ich will mich für Frauenrechte einsetzen, aber ich sehe mich dem wissenschaftlichen Prinzip verpflichtet, selbst wenn mein Hauptanwendungsgebiet dann nicht per se deutschland ist“

          Sprich: Warum die Leute nicht da abholen, wo sie sind statt krampfhaft darauf zu bestehen, dass das berechtigte Einsetzen für Frauenrechte nie nie niemals nie Feminismus genannt werden darf, weil der unwiederbringlich böse ist?

        • Ich sag ja nicht, dass daran irgendwas „schlimm“ wäre.

          So etwa lief es bei mir ja auch….

          Wobei das eher Leute sind, die sich bis dahin eben nur mäßig mit Feminismus befasst haben und von jeher etwas gegen Radikalisierung haben.

          Sie sind also vorher nicht nur keine „radikalisierten“, sondern auch keine „engagierten“ Feministen gewesen.

          Es ist wohl schon so, dass (bis auf eine Handvoll equity-feministen) die „engagierten“ Feministen allesamt auch radikalisierte sind – oder, wenn nicht, auf dem Weg, vom Glauben abzufallen.

          Fazit: Über das Label „feministen“ erreichst Du vorwiegend radikale. Richte Dich an Frauen – und erzähle ihnen die Wahrheit über Feminismus.
          Namentlich: Über die Bevormundung, die Frauenfeindlichkeit, etc.

        • @maddes8cht

          Ich glaube einfach, dass dieses „wenn du dich feministin nennst, dann bist du eine von den bösen“ ein viel zu starkes Gruppendenken enthält, das Leute zwingt, sich gegen eine Seite zu entscheiden.

          Dafür sehe ich keinen Grund.

          Es mag sein, dass die Selbstbezeichnung Feministin eher bei radikalen vorkommt, aber warum muss man ihnen diese deswegen lassen, mit allen Vorteilen, die diese bietet, insbesondere dem bisher immer noch bestehenden Eindruck für Frauen einzustehen?

          Auch leute, die sich nicht Feminist nennen, verbinden mit Feminismus an sich häufig eben noch Gleichberechtigung und das Einsetzen für gleiche Rechte für Frauen.

          Wie sollen die sich denn, wenn sie dafür einstehen sollen, nach deiner Meinung nennen? Humanisten ist da schlicht nicht das gleiche.

          Aber letztendlich habe ich dazu auch schon hier das wesentliche geschrieben:

          https://allesevolution.wordpress.com/2015/03/04/kann-es-einen-humanistischen-feminismus-geben/

        • @maddes

          „Richte Dich an Frauen – und erzähle ihnen die Wahrheit über Feminismus.
          Namentlich: Über die Bevormundung, die Frauenfeindlichkeit, etc.“

          Ich halte es eher mit „erzähle ihnen die Wahrheit über den radikalen Feminismus“

          Ich glaube damit erreicht man mehr leute

        • , und nicht davon auszugehen, dass eine Frau nur eine Feministin werden kann und nichts anderes.

        • @chris
          „Auch leute, die sich nicht Feminist nennen, verbinden mit Feminismus an sich häufig eben noch Gleichberechtigung und das Einsetzen für gleiche Rechte für Frauen.“

          Die hängen halt irgendwelchen längst überkommenen Phantasien nach, man sollte ihnen diese Illusion nehmen, das ist Aufklärung.
          Sich dabei auf eine seltsame kleine Schar von „Gleichheits-Feministinnen“ zu berufen oder auf Relikte vergangener Epochen oder wirren Ausnahmeerscheinungen (Paglia zB) trübt nur den Blick aufs Ganze.

          Und den Gutmeienden, Ahnungslosen zB klar machen, was „Gleichberechtigung“ eigentlich meint und dass „Gleichstellung“ genau das Gegenteil davon ist und scharf gegen die Idee der Gleichberechtigung gerichtet ist….

          Macht man dies nicht, leistet man der Erosion von Gleichheit und Demokratie nur Vorschub.

        • „Ich glaube einfach, dass dieses “wenn du dich feministin nennst, dann bist du eine von den bösen” ein viel zu starkes Gruppendenken enthält, das Leute zwingt, sich gegen eine Seite zu entscheiden.

          Dafür sehe ich keinen Grund.“

          Darin stimme ich Dir zu.
          Ich mag ja auch grundsätzlich Deinen Anspruch, aufeinender zuzugehen.

          Aber wie ich schon schrieb: Die paar Feministen, die sich noch Feministen nennen und sich argumentativ erreichen lassen sind in der Regel keine „engagierten“ Feministen, denn die sind praktisch alle radikalisiert. Somit macht es natürlich keinen Sinn, diese Leute wegen ihrer Selbstbezeichnung als „Feind“ zu betrachten.
          Was aber durchaus Sinn macht, ist, ihre Selbstbezeichnung in Frage zu stellen. Insbesondere damit, in Frage zu stellen, womit sie sich da solidarisieren.
          Und dabei eben auch eine positive alternative entgegen zu halten: Humanismus zum Beispiel. Und Gleichberechtigung auf Augenhöhe, ohne Männer abzuwerten – eine Gleichberechtigung, in der auch Männer mal das Wort haben können. Ohne dieses „shut up and listen“, Männer sollen erst mal Klappe halten und erst mal Frauen zuhören (weil das angeblich zuvor niemals so war…)

          Dazu fand ich die letzten Tage diese Diskussion bei Onyx interessant:
          Zu diesem „sich gegen eine Seite entscheiden“.
          So klammert Onyx aus den legitimen Gesprächspartnern die Antifeministen komplett raus.
          Was somit Leute wie Erin Pizzey oder Karen Straughan betrifft.

          Und sie spricht insbesondere dem Antifeminismus (anhand eines bestimmten Artikels einer bestimmten Person) deshalb gleich mal vollständig den humanistischen Anspruch ab.

        • „Und dabei eben auch eine positive alternative entgegen zu halten: Humanismus zum Beispiel.“

          Halte ich für nicht erfolgsversprechend. Wer meint, dass man etwas für Frauen ändern muss, der wird sich eben in der Regel als Feminist bezeichnen.
          Eine Bewegung die einfach Gerechtigkeit für alle will ist zwar auf dem Papier schön, aber eben in der Gruppenidentität schwierig.

          „So klammert Onyx aus den legitimen Gesprächspartnern die Antifeministen komplett raus.“

          Ich sehe keinen Grund mich in der Hinsicht an Onyx zu orientieren und ihr da nachzueifern. Aber gerade ihr Beispiel macht eigentlich deutlich, warum man damit Leute verärgert, die sich in falsche Schubladen eingeordnet fühlen.
          Das ist ja beim Feminismus nicht anders.
          Es bringt wenig Hoff-Sommers vorzuhalten, dass Feministinnen böse sind.
          Oder auch nur erzählmirnix, die das Label ja auch positiv besetzen will

        • „Ich sehe keinen Grund mich in der Hinsicht an Onyx zu orientieren und ihr da nachzueifern“

          War nicht meine Intention…
          😉
          Nur ein Beispiel, wie das bei Feministen gehandhabt wird.

        • @maddes8cht

          Allein schon deswegen sollte man es anders machen 😉

        • Exakt …

  8. Hallo,

    Wissenschaft ist doch im „modernen“ bzw. Extremfeminismus patriarchalische Bevormundung. Die Wahrheit ist konstruiert und somit durch Wissenschaft nicht erfassbar. Schon vor ungefähr 20 Jahren bin auf diesen Un/Wahnsinn gestoßen und konnte nur noch den Kopf schütteln. Dass man 20 Jahren nicht einen Millimeter voran gekommen ist sagt viel über diese Bewegung aus.

    MfG

    Yeph

    • z.B. hier:

      http://www.wsws.org/de/articles/2000/08/post-a15.html

      Luce Irigaray und Julia Kristeva

      Luce Irigaray ist eine prominente französische Feministin mit postmodernen Prätensionen im Bereich der Philosophie und der Wissenschaft. Ihr Werk ist in einigen akademischen Kreisen Europas und Amerikas hoch angesehen. In einem ihrer Essays, „Le sujet de la science est-il sexué?“ („Ist das Thema Wissenschaft geschlechtsspezifisch?“) (1987) wendet sie sich einem Aspekt zu, der in allen bisherigen Abhandlungen über Einsteins berühmte Relativitätstheorie gänzlich übersehen wurde. Sie stellt die Frage: „Ist e=mc² eine geschlechtsspezifische Gleichung?“, und fährt dann fort: „Vielleicht. Stellen wir die Hypothese auf, dass sie es insofern ist, als sie die Lichtgeschwindigkeit gegenüber anderen Geschwindigkeiten, die für uns elementar notwendig sind, vorzieht. Was in meinen Augen den möglicherweise geschlechtsspezifischen Charakter der Gleichung anzuzeigen scheint, ist nicht unmittelbar ihre Verwendung in Kernwaffen, sondern vielmehr die Bevorzugung dessen, was am schnellsten ist…“ (S. 130)

      https://de.wikipedia.org/wiki/Sokal-Aff%C3%A4re

      Die Sokal-Affäre (auch Sokal-Debatte oder Sokal-Kontroverse) war eine Auseinandersetzung über die intellektuellen Standards in den Sozial- und Geisteswissenschaften, die durch die Veröffentlichung eines Hoax-Artikels des Physikers Alan Sokal in der sozialwissenschaftlichen Fachzeitschrift „Social Text“ ausgelöst wurde. Sokals Artikel erschien 1996 in einer den Science Wars (Wissenschaftskriegen) gewidmeten Ausgabe, die die US-spezifische Auseinandersetzung zwischen wissenschaftlichem Realismus und Postmoderne thematisieren sollten. Sokals Beitrag war in postmodernem Jargon formuliert und gab vor, die Quantengravitation als linguistisches und soziales Konstrukt zu deuten, wobei die Quantenphysik die postmodernistische Kritik stütze. Sokal hatte dabei absichtlich zahlreiche logische und inhaltliche Fehler eingestreut, was von den Redakteuren der Zeitschrift − sie hatten für die Schlussredaktion keine Physikexperten hinzugezogen − jedoch nicht erkannt wurde. Es folgte eine wissenschaftstheoretische und öffentliche Debatte über mangelnde intellektuelle Strenge bei der Bewertung pseudowissenschaftlicher Artikel in den Sozial- und Geisteswissenschaften und einen möglicherweise schädlichen Einfluss postmoderner Philosophie auf diese Wissenschaften. Weiterhin wurde diesen Disziplinen vorgeworfen, naturwissenschaftliche Konzepte in sinnloser oder missbräuchlicher Weise für ihre Lehren zu verwenden.

      • Stellen wir die Hypothese auf, dass sie es insofern ist, als sie die Lichtgeschwindigkeit gegenüber anderen Geschwindigkeiten, die für uns elementar notwendig sind, vorzieht.

        Eben. Genau das. Sie>/b> stellt die Hypothese auf, formuliert aber im Konjunktiv und in der Mehrzahl: Stellen wir….

        Und formuliert mit dieser Hypothese, dass die Wissenschaft eine Geschwindigkeit „vorzieht“, demzufolge normativ arbeitet. Die Überprüfung dieser Hypothese aber bleibt aus…

        (alles vorbehaltlich des angegebenen Links; ich habe keinen Zugriff auf den Originaltext.)

      • @yeph
        „mit postmodernen Prätensionen“

        lol.

        „Postmodernismus“ = Irrationalismus.

        Viel mehr ist dazu gar nicht zu sagen.
        Nur zu ergänzen:
        Alle Wege des Irrationalismus führen in den Totalitarismus.

  9. Ich bin ja doch mal sehr gespannnt, wie es mit dem oben bereits verlinkten Film „the red Pill“weitergeht.
    Der Film ist ja fürs Kino gedacht;

    Frage ist natürlich, welche Kinos sowas überhaupt zeigen und wer dann in sowas reingeht.
    Dokumentationen haben es nicht leicht, wirklich in vielen Kinos gezeigt zu werden. Aber ab und zu schlägt doch mal eine ein.

    Vielleicht kommen uns dabei doch noch die Femnisten mit unfreiwilliger Werbung zu Hilfe, so wie bei erzählmirnix.

    Ich rechne da durchaus damit, dass Feministen so wie andere religiöse auf „blasphemische Filme“ reagieren: Mit Protesten vor den Kinos.
    Es erinnert sich doch sicher jeder an diverse protestierende Christen, z.B. Nonnen, vor Kinos angesichts „strittiger“ Filme wie „die letzt Versuchung Christi“ oder diesen Achternbusch-Film.

    Sowas ist ein richtiger Werbe-Nachbrenner für einen Film.
    Wenn Feministen erst mal anfangen, in verschiedenen Städten vor Kinos zu protestiern, die den Film tatsächlich zeigen, dann macht das natürlich schon Leute neugierig.

    Und vor allem bringt es Leute dazu über den Film zu reden.
    Wäre also schön, wenn man sich in dem Fall auf den religiösen Eifer der Feminista verlasen könnte.

    • @maddes8cht

      „Der Film ist ja fürs Kino gedacht;“

      Es scheint mir eher so ein typischer Festivalfilm zu sein. Mal schauen, ob er was wird und dann gespielt wird. Interessanter ist eher ob er es dann ins Fernsehen schafft

      • In unsere feinistisch korrekten öffentlich rechtlichen? Bestimmt nicht.
        Und die Privaten senden höchstens Historische oder Tirflimdokus.
        Ob ein MRA-Film als Tierfilm-Doku durchgeht?
        Wenn es blutrünstige Bestien darstellt vielleicht…

      • Jo -Festivalfil stimmt sicher.
        Die laufen aber auch imer in ein paar ausgewählten Kinos – und wenn dort die Resonanz gut ist, auch in ein paar mehr.
        Natürlich schielt jeder Dokumentarfilmer darauf, ins normale Kino zu kommen.

        Aus den „Rewards für die Kickstart-Unterstützer:
        Mindestbetrag: 1.000 $

        Diese Belohnung wählen
        Mindestbeitrag: 1.000 $

        „I Believe Everyone Should Have a Voice!

        All of the above rewards +
        The license to host a screening of The Red Pill documentary in your hometown with the option to charge ticket sales (if you choose to do so) and keep all of the profits. This is a great opportunity to ensure the film screens in your town!

        (Fine print: filmmaker and backers have to agree on the screening date in order to avoid conflicts with premiere dates)“

        Bislang 9 Unterstützer…

        Cleverer Trick, um in ein paar Kinos reinzukommen.

    • Jedenfalls ist seit Breitbarts Aufruf richtig Bewegung ins Spendenaufkommen geraten:
      Gestern dümpelte es noch bei 25.000 rum, in ein paar Minuten müsste er die 70.000 knacken – das sind 45.000 mehr.
      Wenn das nochmal so lange anhält, ist das Spendenziel bis morgen erreicht.

      • So schnell kanns gehen – jetzt sind es 70.005 $

  10. Hi

    Abstract:

    – Nachdem es keine allgemeinen Begriffsbestimmungen im Gender gibt, braucht man an eine wissenschaftliche Theorie gar nicht denken. Man weiss ja nicht mal von was der andere genau redet!
    – Der „real existierende Feminismus“ hierzulande kümmert sich nicht wirklich um Frauenprobleme, sondern besteht weitgehend aus nicht nachhaltigem Aktionismus.
    – Der „real existierende Feminismus“ hat starke neoliberale und intolerante Tendenzen, die den eigentlich propagierten Idealen diametral entgegengesetzt sind.

    Die Textwand:

    1. Das Problem geht imho tiefer:
    Es existiert gar keine halbwegs allgemein anerkannte Theorie des Feminismus. Es gibt einen Haufen mehr oder weniger (meist eher weniger) wissenschaftlich fundierter Axiome und Hypothesen, die sich noch dazu gerne mal wiedersprechen. das liegt vor allem am Begriffswirrwarr. (Man bedenke nur die unterschiedliche Verwendung des Begriffes „Gender“)
    Erst mal müssten sich die Vertreter des Feminsmus und Genderleutchen zusammensetzten und sich darüber einig werden
    – von was reden wir überhaupt
    – wie sind die Begriffe wie „Sex“ und „Gender“ überhaupt definiert.
    usw. usfort.
    Natürlich ist die Methode der Nichtdefinition recht praktisch in der Kritikabwehr, denn so kann man jede Kritik wegen „falsch verstandener Begriffe“ sofort abbügeln. Das führt aber nicht zu einer wissenschaftlichen Diskussion, und eigentlich ist ohne eine allgemein anerkannte Begriffsdefinition gar keine Diskussion möglich.

    Vermutlich denke ich jetzt etwas zu Naturwissenschaftlich 🙂

    2. der „real existierende Feminismus (reF)“ hat das Problem, dass es hierzulande keine wirklich zündenden Probleme mehr gibt, die mit geringem Aufwand abgearbeitet werden können.
    Die letzte große Kampange war die der „Frauenquote“. Das kommt ein paar 100 Frauen zugute, die sich so in die existierende Wirtschaft integriert haben, dass von ihnen wohl auch keine Frauenspezifischen Impulse mehr ausgehen werden.
    Dass z.B. bei der Schlecker-Pleite hauptsächlich Frauen betroffen waren, lief im reF unter ferner liefen. Dass derzeit noch 300 000 Frauen in der ehem. DDR wg einer Falschberechnung zu geringe Renten beziehen, sich der Kram seit 25 jahren hinzieht und die Sache jetzt bei der UN liegt….
    http://www.zeit.de/kultur/2015-10/ddr-frauen-renten-altersarmut-uno-10nach8
    Nüscht!
    Dass die gegenwärtigen Wirtschaftsstrukturen immer noch das „Eine Familie, einen Verdiener, der andere kümmert sich um die Brut Modell“ fördert…
    Geschenkt! (Besonders krass übrigens im Wissenschaftsbetrieb…) Das Frauen, wenn sie eine Zwangsbabypause einlegen müssen (z.B. weil sie in einem nuklearen Sicherheitsbereich forschen müssen… Schwangerschaft bedeutet sofort weg von der Bench, aus bekannten Gründen) nur noch sehr schwer in diesen Bereich zurückkommen können… Intressiert niemanden (Ausser dem Professor, der so seine beste Doktorantin verloren hat, tatsächlich passiert)
    Dann natürlich die „Rape Culture“. *seufz*
    Lt KFN enden Unter 10 % der Anzeigen in einer Verurteilung. Selbst wenn man die wohl recht hohe Zahl an Fehl- und Falschanzeigen abzieht sowie die Fälle, in denen ein Täter nicht ermittelt werden kann, ist das immer noch recht viel. (ich will jetzt nicht über die Zahlen an sich diskutieren, gehen wir einfach mal davon aus, dass das in etwa so ist, die Femis gehen ja auch davon aus).
    Wo bleibt die große Kampange?
    Der Ruf nach mehr Polizei, mehr Ermittler, mehr Justizpersonal, um diese Verbrechen zu verfolgen, und die Personen, die derartige Verbrechen begehen, gesiebte Luft atmen zu lassen?
    Nix dergleichen!
    Und wenn dann doch eine Kampange zugunsten einer Gruppe gestartet wird, dann soll sich die begünstigte Gruppe bitte mit Kritik und eigenen Meinungen zurückhalten… was die ganze Kampange dann ad absurdum führt!
    usw. usfort.

    3. der Feminismus hierzulande verfolgt ein Top to Bottom Modell: Man ändere was oben = an den Auswirkungen der gesellschaftlichen Realität (= Managerposten, Sprache usw) und hofft, dass dadurch die Gesellschaft sich ändert. Das ist typisch neoliberales „Trickle-Down“ Denken: Man scheisst auf den größten Misthaufen und hofft, dass für die unten auch was ankommt.
    Blöderweise ist das dann meistens Gülle die auf die da unten herabtröpfelt!
    Dieser Handlungsansatz ist nicht nachhaltig, aber produziert wenigstens spektakuläre Schlagzeilen.

    Zugleich erfordert z.B. die Managerquote, dass Frauen quasi so werden wie Männer, zumindest dass sie in den Strukturen genauso funktionieren wie Männer. (Also sozusagen die „besseren Männer“ werden). Und alle Frauen, die diesem Neoliberalen Gedankenschlecht eine Absage erteilen, werden als „Un- bis Antifeministisch“ denunziert.
    Hier liegt übrigens ein sympatischer Zug von L. Penny, dass sie diesen verkniffen-verbiesterten Zug des Mainstreamfeminismusses mal aufgezeigt hat. Dieser Zug der Intoleranz zeigt sich auch darin, dass Interne Kritik weitgehend verpönt ist, Personen mit anderen Lebensmodellen als das Eigene abgelehnt werden, und generell andere Ansichten prinzipiell nicht mal diskussionwürdig sind. Auf diese Weise sind die Stimmen gemäßigter Feministinnen in der öffentlichkeit weitgehend nicht hörbar. das hat aber auch mit unseren Medien zu tun, bei denen gemäßigte Stimmen schlechte Quoten ergeben, Krawall in der Talkshow kommt einfach besser an.

    Mike
    (P.S.: über die real existierende Männerbewegung liesse sich auch so ein Rant verfassen, natürlich mit anderen Schwerpunkten)

    • Mike,

      1. Das sehe ich auch so: Es gibt keine allgemeine „feministische Theorie“. Sondern lediglich eine variantenreiche Sammlung an Gedankenfragmenten, welche das Etikett „feministisch“ angeheftet bekommen. Die gemeinsame Basis ist zwar vorhanden, aber nicht im Fokus. Mein Lieblingsvergleich ist der eines Schuhgeschäftes, in dem es auch die unterschiedlichsten Arten an Schuhen gibt.

      Es geht dabei allerdings m.E. nicht so sehr um Kritikabwehr, sondern eher darum, dass durch Verwendung der Gedankenfragmente Gefühle transportiert werden sollen, die ja nicht selten schon in sich ambivalent sind.

      Gemeinsame Gefühlsbasis der Feministas ist, aus ihrer körperlichen Existenz als Frau irgendwie aber deutlich benachteiligt zu sein.

      2. Der “real existierende Feminismus (reF)” hat das Problem, dass sich hierzulande die weiterhin bestehende Gefühlslage nicht mehr an greifbaren, konkreten und aus der Lebenswirklichkeit der feminismusaffinen Frauen heraus wahrnehmbaren Problemen abarbeiten kann.

      Das Probleme von Unterschichtsfrauen dabei genauso ungeeignet sind wie auch Probleme von DDR-Rentnerinnen liegt an der Zielgruppe der „feminismusaffinen Frauen“, welche sich in ganz anderen Milieus bewegen.

      Hinzukommt, dass Gefühlslagen ja eigentlich nur kommuniziert werden wollen oder als Faustpfand für Kompensationsforderungen dienen sollen. keinesfalls sollen diese ignoriert werden oder an eine Ursache gebunden sein, die womöglich beseitigt werden kann (womit die Kompensationsforderung obsolet würde)

      Dazu sind Konstruktionen wie „Rape-Culture“ hervorragend geeignet, da sich nunmal das Ding mit der Penetration nicht einfach beseitigen lässt. Ausserdem ist das wegen dem extrem hohen Emo-Faktor bei Frauen und ihrer ebenso hohen Ambivalenz bei dem Thema ein Evergreen-Thema.

      3. „Der Feminismus“ verfolgt hier kein Modell. Vielmehr versuchen sich Feministas aller Sorten an den verschiedensten Methoden der Kommunikation und der Einflussnahme. Oftmals aus dem Eigenzweck der Selbstdarstellung, gerne mit ökonomischen Nutzen, manchmal auch aus dem Gedanken der Selbsttherapie heraus.

      Manchmal ist es auch einfach nur die destruktive Lust der Frauen, sich untereinander zu zoffen bis die Fetzen fliegen.

      Und natürlich wird „der Feminismus“ auch dazu verwendet, andere, übergeordnete, ökonomische Interessen durchzusetzen.

      Die Behandlung des Themas in den Massenmedien zum Beispiel folgt klar aufmerksamkeitsökonomischen Prinzipien, die sich für die Massenmedien am Ende in Bekanntheit, Klicks und Auflage auch auszahlen soll.

      • @Matthias
        „Das sehe ich auch so: Es gibt keine allgemeine “feministische Theorie”. ..“

        Natürlich gibt es die. Am besten umschrieben mit „Frauen sind die besseren oder die eigentlichen Menschen“. Ob als „Rassenbewahrerin und Begründerin der überlegenen weissen Rasse“ oder als Vermittlerin „übersinnlicher Welten“ (Spiritismus) zum Entstehen des Feminismus oder später ganz ähnlich als „Göttinnen“, „Hexen“ oder gar als „Verfolgtes, unterdrücktes Geschlecht“. Meme chose. Interessant ist, dass seit dem 2. Weltkrieg der Verfolgungswahnidee mit dem Patriarchat universell dem Feminismus zu eigen zu sein scheint.

        Aus letzterem resultiert dieser Eindruck:
        „Gemeinsame Gefühlsbasis der Feministas ist, aus ihrer körperlichen Existenz als Frau irgendwie aber deutlich benachteiligt zu sein.“

        „Und natürlich wird “der Feminismus” auch dazu verwendet, andere, übergeordnete, ökonomische Interessen durchzusetzen.“

        Ja, irgendeine kollektivistische Ökonomie, die eher Fata Morgana ist als wirklich gewollt und durchdacht. Eine überlegene Spezies, die zum Herrschen berufen ist, interessiert sich nicht für so profane Dinge wie Ökonomie.

        „Die Behandlung des Themas in den Massenmedien zum Beispiel folgt klar aufmerksamkeitsökonomischen Prinzipien, die sich für die Massenmedien am Ende in Bekanntheit, Klicks und Auflage auch auszahlen soll.“

        Das Nerven des Publikums mit diesem besserwisserischen, autoritären und narzistischem Geschwafel ist sicherlich eine der Gründe für den Niedergang der Printmedien. Als kostenfreier Internetklick gerade noch erträglich, aber ansonsten Zeitverschwendung für die allermeisten Lesewilligen.

        • Alex, das sind verschiedene Versatzstücke die Du da nennst, aber keine allgemeine Theorie des Feminismus. Zumindest wenn man „Theorie“ irgendwie auch nur in irgendeinem wissenschaftlichem Zusammenhang verwendet.

          (ich bin da als „Fachmann für langweilige Felsformationen“ aber auch zart vorbelastet)

  11. Btw: FUNDED!


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