„Frauen sind sicher keine schlechteren Menschen“ David zu Hypergamie und Partnerwahl

David sagte zum gestrigen Artikel etwas, was ich so unterschreiben würde und was ich deswegen gleich noch einmal hervorheben möchte:

Da wir hier keine Zwangsehe haben, ist die Ehe ebenso wie die Berufswahl (die wir ja Frauen gerne vorhalten) eine freie Lebensentscheidung, die Männer offenbar in Massen gerne treffen, meist ohne Ehevertrag.
Okay, man kann argumentieren, dass es als Mann ohne Ehe nahezu unmöglich ist, Kinder zu haben und mit ihnen langfristig zusammenzuleben (auch mit Ehe stehen die Chancen eher schlecht).

Eben, auch Männer haben in dieser Hinsicht die Wahl, auf was sie sich einlassen und das einfach nur unter Zwang einzuordnen ist eben ein Opfermaskulismus.

Aber Frauen sind sicher keine schlechteren Menschen.

Das finde ich einen wichtigen Satz.

“Hypergamie” wird hier maßlos überhypet, wahrscheinlich, weil sich viele halt als benachteiligt auf dem Partnermarkt sehen. Könnte bei dem einen oder anderen auch mit seinem Frauenbild zusammenhängen.

Da würde ich ebenfalls zustimmen. Ich denke auch, dass der Faktor häufig der eigenen Entlastung dient („nicht ich werde abgelehnt, Frauen sind einfach zu geldgeil und heiraten nur weit nach oben“). Paare bilden sich aber in allen Schichten und meist auf gleichen Bildungsniveau, über gemeinsame Bekannte oder den Job etc. Der einfache Angestellte kann mit seiner hübschen Kollegin zusammensein, während der Abteilungsleiter, obwohl er mehr verdient, schlechter bei Frauen ankommen kann, weil er eben weniger witzig etc ist.

Dass Frauen tendenziell statushohe Männer bevorzugen, ist nicht moralisch anders zu bewerten, wie die Bevorzugung junger, physisch attraktiver Frauen durch Männer. Auch Männer “stehen” übrigens auf statushohe Männer, als Freunde oder allgemein in der Bewertung.

In der Tat ist Status über unsere gesamte Art wichtig, wobei noch eine gewisse Tendenz hinzukommen kann, „unter sich“ zu bleiben. Wer immer nur mit dem Chef rumhängt wird vielleicht beim Rest als Aussenseiter wahrgenommen, weil er sich für etwas besseres hält etc.

Äußerlich unattraktive Männer oder ungebildete Frauen haben es ebenfalls nicht grade einfach auf dem Partnermarkt. Kaum ein erfolgreicher Mann gibt sich heute noch mit der Krankenpflegerin oder der Sekräterin ab.

Ja, ich denke auch, dass diese Konstellation heute abgenommen hat, während sie vor 20 Jahren noch üblicher war. Man lernt seine Partnerin häufig im Studium oder später im Beruf kennen, aber eher auf der gleichen Ebene. Man erwartet eben von einer Partnerin mehr als das sie Hausfrau ist und sich um die Kinder kümmert.

Und ein gesellschaftlicher Aussteiger ohne Status hat, wenn er über Aussehen und Humor verfügt, keinerlei Schwierigkeiten, Frauen flachzulegen.

„Game-Status“ bzw. Status in der Kleingruppe ist eben etwas anderes als gesellschaftlicher Status per se.  Wer Cool, witzig etc ist und Game hat, der wird auch bei Frauen entsprechend ankommen. Und tolle Frauen gibt es eben in jeder gesellschaftlichen Schicht.

Ich würde sagen, dass der „gesellschaftliche Aussteiger“ durchaus seine Abzüge hat, was etwa das Interesse von Frauen mit einer gewissen Auswahl für eine Langzeitbeziehung angeht. Aber es ist ja nicht so, dass nur die oberen 10% in ihrem Bereich eine Frau bekommen. Im Gegenteil: Die meisten Menschen auf allen Schichten haben eine Partnerschaft. Und die, die keine haben, können durchaus studiert sein, wenn sie eben ansonsten schlecht im flirten sind oder/und wenig Frauen in ihrem Umfeld haben.

Da werden graduelle Unterschiede zu Essenzialismen aufgeblasen und dann wild moralisiert, in wirklich feministischer Manier.

Auch da würde ich zustimmen. Punkte wie „Hypergamie“ wirken sich durchaus über den Schnitt aus aber bei den Chancen des einzelnen spielen andere Faktoren eine wesentlich größere Rolle.