Feministische Strömungen und der Umgang mit männlicher Diskriminierung (nach Leszek)

Leszek zur Anerkennung männlicher Diskriminierungen

Da ich zum Thema der Beurteilung feministischer Strömungen hinsichtlich ihres Potentials zur Anerkennung männlicher Diskriminierungen mal einen Beitrag geschrieben hatte, sei dieser an dieser Stelle wiederholt:

Man muss bei diesem Thema m.E. drei Feminismus-Varianten unterscheiden:

1. Feminismus, der von seinen weltanschaulichen Grundlagen her keine Thematisierung von gegen Jungen und Männer gerichteten Sexismus zulässt, z.B. klassischer Radikalfeminismus oder (vulgär-)poststrukturalistischer Gender/Queer-Feminismus (noch einige andere könnten genannt werden, auch solche Feministinnen, die einen radikalen Feminismus im liberalen, marxistischen oder anarchistischen Gewand vertreten, anstatt tatsächlich an diese Traditionen anzuknüpfen, fallen darunter.)
Gegen Männer gerichteten Sexismus kann es im Radikal- und Gender/Queer-Feminismus schon per Definition nicht geben:

http://feminismus101.de/was-ist-sexismus/

Diese erstgenannte Feminismusvariante (von Emma bis Mädchenmannschaft bis Femen) ist in Bezug auf Männer selbst sexistisch, zur Zeit aber leider diskursprägend.

Aus meiner Sicht können diese Strömungen des Feminismus quasi nicht reformiert werden, weil eine Zuweisung einer Opferposition von Männern ganz tief in das System eingreifen würde und damit dessen Zusammenbruch bewirken würde. Der wichtigste Grund ist, dass man jedem Opfer Macht zuweist, in Form von Definitionsmacht und dem Recht, die Abschaffung der Diskriminierung verlangen zu können bei einseitiger Schuldzuweisung. Männer als Opfer anerkennen zu müssen wäre schlicht der Untergang für diese Form des Feminismus.

Was allerdings möglich ist, ist die Zuweisung einer „Opferstellung durch Selbstverschulden“. Also die Ansicht, dass Männer auch unter dem Patriarchat leiden und sich insofern mit dessen Aufrechterhaltung selbst schaden. Das Heil liegt dann im Feminismus (und der Akzeptanz der Schuld).

2. Feminismus, der von seinen weltanschaulichen Grundlagen her eine Thematisierung von gegen Jungen und Männer gerichteten Sexismus prinzipiell zulassen würde, solches aber gegenwärtig nicht praktiziert, entweder, weil die entsprechenden Feministinnen sich dafür zu wenig interessieren oder weil sie über männliche Diskriminierungen zu wenig informiert sind. Unter diese Kategorie fallen meiner Erfahrung nach viele untheoretische Alltagsfeministinnen, aber auch einige zeitgenössische liberale, marxistische und anarchistische Feministinnen. Bei ECHTEM liberalen, marxistischen oder anarchistischen Feminismus, die authentisch an diese politischen Traditionenen anknüpfen, wäre es prinzipiell möglich diese mit männerrechtlichen Anliegen in Einklang zu bringen.

Diese zweitgenannte Feminismusvariante ist in Bezug auf Männer nicht sexistisch, aber auch nicht antisexistisch.

In der Tat können untheoretische Feministinnen hier entsprechendes zugestehen, verstehen aber meist gar nicht, warum das der Rest des Feminismus als großes Problem sieht und was daraus für deren Theorie folgt. In IHREM Feminismus geht es eben. Warum das der Fall ist, dafür müssen sie sich nicht interessieren, auch nicht darum, warum das im Rest des Feminismus nicht geht.

3. Feminismus, der von seinen weltanschaulichen Grundlagen her eine Thematisierung von gegen Jungen und Männer gerichteten Sexismus prinzipiell zulässt und dies auch mehr oder weniger stark praktiziert. Findet sich heutzutage in westlichen Gesellschaften primär bei einigen Vertreterinnen des liberalen Feminismus (z.B. Christina Hoff Sommers, Daphne Patai, Cathy Young, Wendy McElroy, Elisabeth Badinter, Astrid von Friesen), vereinzelt auch schon mal bei Alltagsfeministinnen. Wäre prinzipiell auch im marxistischen und anarchistischen Feminismus möglich, wird dort aber m.W. zur Zeit leider nicht praktiziert.

Diese drittgenannte Feminismus-Variante ist leider noch selten und bei Feministinnen der erstgenannten Kategorie wenig beliebt. Sie ist auch in Bezug auf Männer antisexistisch und daher ein Beispiel für eine feministische Annhäherung an das, was ich als “Integralen Antisexismus” bezeichne.

Ich behaupte übrigens explizit nicht, dass die meisten Feministinnen männerfeindlich seien. Meiner Erfahrung nach handelt es sich bei vielen Feministinnen um nicht-theoretische Alltagsfeministinnen, die nicht männerfeindlich aber auch keine Kritikerinnen von Männerfeindlichkeit sowie nicht diskursprägend sind.

Hiermit verlassen wir, wenn man die oben genannten Namen sieht, meist den Bereich dessen, was Feministinnen noch als Feminismus betrachten würden. Die meisten der dort genannten sind aus meiner Sicht bereits „exkommuniziert“ und werden von Feministinnen nicht als Feministen gesehen. Das wesentliche Element des Feminismus ist eben die Unterdrückung der Frau durch Männer. Nur wer einen Befreiungskampf für die Frau führt ist nach dieser Ansicht eine echte Feministin. Wer ihn nicht führt, der wird entsprechend ausgegrenzt werden

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69 Gedanken zu “Feministische Strömungen und der Umgang mit männlicher Diskriminierung (nach Leszek)

  1. Oh, schwierig, sehr komische Verschachtelungen, ich weiß nicht so richtig, ob ich mich nun bei Typ 2 oder 3 einsortieren würde. Irgendwie beides, denn ich verstehe, welche Probleme beim Typ bestehen, praktiziere aber den von Leszek benannten Antisexismus in der von ihm geforderten Form eher nicht – es sei denn, zum Beispiel auf Diskriminierung (von Mädchen und Jungen ebenso, wie von Mitarbeitern wie Mitarbeiterinnen gleichermaßen, je nachdem, welcher Kontext; am Beispiel, hier auch mal kommentiert, Kindertagesstätte) hinzuweisen fällt auch schon darunter, dann wäre ich wohl Typ 3?
    Also ich hoffe sehr, in den Ferien mal ein paar der Trillionen begonnenen/skizzierten Artikel fertigzuschreiben und veröffentlichen zu können, auch den Dir versprochenen, Christian ^^

    • Wenn du diesen Satz unproblematisch findest, bist eher Typ 1 als Typ 3
      „Ein historisches und aktuell fortgesetztes Machtungleichgewicht vorausgesetzt, wonach die Klasse der Männer gegenüber der Klasse der Frauen privilegiert ist, ist Macht oder auch Herrschaft ein wichtiger, aber oft übersehener Teil der Definition.“

      Männer sind keine Klasse. Frauen auch nicht. Und Sexismus hat nur etwas mit Macht zu tun, wenn du Typ 1 bist.

  2. P.S.
    Was genau stimmt denn bitte eurer Meinung nach nicht an dem 101-Text?
    Es ist unbestritten, dass Macht vornehmlich von Männern ausgeübt wird in so ziemlich allen westlichen Industrienationen (den sonstigen auch), nicht von Frauen. Pro Forma Frauen Rechte zugestanden zu haben ist wichtig, allerdings auch noch nicht ausreichend, wenn diese nicht praktiziert werden – also in den Köpfen und Werten der Allgemeinheit das Patriarchat noch immer fest verankert und deshalb mehrheitlich praktiziert wird. Kann euch unzählige Beispiele nennen, falls es sein muss, gehe aber davon aus, dass ihr auch einige kennen solltet.
    Nur mit der Komponente Macht wird ein -ismus aus einem Vorurteil.
    Vorurteile an sich können gehäuft am falschen Ort zum falschen Zeitpunkt ebenso Schaden anrichten, aber nicht unmittelbar.
    Mittelbare Faktoren sind nicht mehr zweifels- und verstrickungsfrei zu isolieren, da sich Kausalketten in Vorfällen dann bereits überschnitten haben können (und dies auch mehrheitlich tun, die Welt ist nicht schwarz-weiß, sondern schwarz, grau, weiß und bunt)

    • Haben alte Männer macht? War bringt es Männern wenn bestimmte Männer macht haben? Handeln Leute die macht haben immer im Interesse ihres Geschlechts oder verfolgen sie Eigeninteressen? Er hat macht in einer Demokratie und gibt es mehr männliche oder mehr weibliche Wähler?
      Wie ist die Machtverteilung in einer Beziehung?
      Es gibt so viele fragen die man sich da stellen kann, die einer so simplen binären Annahme, das eine Gruppe alle macht hat und die a andere keine entgegenhalten kann

    • Gleichberechtigung ist in unserem Land keineswegs »pro forma« vorhanden.

      Macht ist ein sehr weitgehender Begriff und es ist ja nun keineswegs so, dass Frauen »ohnmächtig« sind.

      Bis auf das repräsentative Amt des Bundespräsidenten haben Frauen schon alle hohen Staatsämter innegehabt. Die Kanzlerin Angela Merkel regiert nun schon seit vielen Jahren. Frauen beeinflussen mit ihren Stimmen bei Wahlen die Politik und die Politik reagiert: Mütterrente, Kita-Plätze, Quotenregelungen, AGG, Frauenbeauftragte …

      Die oben genannte Feministin Christina Hoff Sommers hat sich u. a. damit befasst, warum Jungen in westlichen Bildungssystemen ihre Potentiale nicht ausschöpfen. Es liegt kurz gesagt daran, dass die Bewertung von Leistungen und Verhaltensweisen in Schulen eher den Mädchen entgegenkommt. In den Schulen üben aber v. a. Frauen Macht aus, indem sie Leistungen und Verhalten bewerten.

      In jeder einigermaßen modernen Beziehung treffen Frauen selbständig Entscheidungen über tägliche Ausgaben und investieren Geld (zumindest mit dem Mann gemeinsam). Der Familienpatriarch existiert in nennenswertem Anteil noch in den Generationen >60 Jahre. In den Altersgruppen darunter sieht man kaum noch welche.

      Ich bin als Ingenieur ein Fan des Gleichgewichts der Kräfte. Ich will keinen Rückschritt in der Gleichberechtigung und ich will eine bessere Ausgestaltung des Gleichgewichts. Dazu gehört aber auch, dass wir die weiblichen und männlichen Anteile realistisch messen. Wenn die Waage kaputt ist, stellt sich nämlich auch kein Gleichgewicht ein …

        • @ddbz
          „Wir haben in unserem Land keine Gleichberechtigung. Auch nicht pro forma.“

          Sie wird im höchsten Gesetz mit Nachdruck gefordert. Das ist Fakt.

        • Ja weisst du, Gesetze werden nicht immer befolgt. Und das ist so grundsätzlich ein Problem mit denen. Spricht aber keineswegs gegen sie, darf man ihnen nicht zum Vorwurf machen.

          Immerhin ist das mit der Gleichberechigung nur mit 2/3 Mehrheit aus dem GG zu entfernen, immerhin ein Schutz.

        • Der Gleichberechtigungsgrundsatz kann überhaupt nicht geändert werden. Die Grundrechte im GG haben eine Ewigkeitsgarantie. Leider auch der doofe Ehe-und-Familie-Paragraf…

        • Ob die Hürde da wirklich höher ist?

          Wenn ich mir anschaue, wie „Menschenrechte“ bei der UN mittlerweile vollkommen zur Unkenntlichkeit umgedeutet wurden, dann kann ich mir vorstellen, dass „Gleichberechtigung“ auch einst so umgedeutet sein könnte – dass man dieses Wort als Formalie ersetzen würde, vielleicht durch „Gleichstellung“.

          „Ewigkeitsgarantie“ hört sich nicht an sich überzeugend an, vor allem in Zeiten, in dem von „ewigen“ oder sagen wir lieber universellen Werten immer weniger die Rede ist.

        • “ Die Grundrechte im GG haben eine Ewigkeitsgarantie. “

          Darum ist der entsprechende Art. des GG auch noch NIE geändert worden … 🙂

          „Ja weisst du, Gesetze werden nicht immer befolgt.“

          Der Staat braucht sich ja auch nicht an seine eigenen Gesetze halten. Alles halb so schlimm also.

        • @ Adrian:
          „Der Gleichberechtigungsgrundsatz kann überhaupt nicht geändert werden. Die Grundrechte im GG haben eine Ewigkeitsgarantie. Leider auch der doofe Ehe-und-Familie-Paragraf…“
          Lach! Er wurde geändert, wenn ich mich gerade nicht irre 1994 ( hat Bettina Röhl vor ein paar Tagen einen interessanten Artikel zu geschrieben )

        • Dadurch wurde der Paragraf ja nicht geändert, nur ergänzt. Mit Änderung meinte ich, Abschaffung, Streichung.

          Im Übrigen polemisiert Röhl mal wieder völlig übertrieben. Denn die Ergänzung impliziert keineswegs eine Förderung von Feminismus. Da der Paragraf ist geschlechtsneutral formuliert ist. Falsch ist er natürlich dennoch. Aber da das GG eh eine dumme Verfassung ist, fällt das auch nicht mehr auf.

        • Die Grundrechte können in ihrem Wesenszug erweitert werden, nie jedoch abgeschafft. Das ist mit der „Ewigkeitsklausel“ gemeint.

          Gleichberechtigung ist festgestrieben, der Zusatz, dass der Staat dieses Rechtsgut aktiv durchsetzen müsste, dass ist ein Zusatz der problemlos reinschreibbar ist.

          Und der problemlos auch wieder herausgelöscht werden könnte. Wie gesagt, unter der Prämisse das der Wesenszug von Art. 3 gewährleistet bleibt:

          Der Staat sichert „Gleichbrechtigung“.

        • @ddbz, all

          „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

          Klar, das ist eine klare Verletzung des abendländischen oder westlichen Rechtsverständnisses. Ich denke, hier ist der gravitätische Begriff „abendländisch“ mal ganz richtig eingesetzt.

          Man muss aber auch sehen, dass die abendländische Tradition nicht nur in hehrer Aufklärung und der Suche nach universalistischen Werten besteht, sondern auch eine – sogar längere – elitaristisch-faschistische (–> Rom) Tradition hat, die offenbar wieder erstarkt.

        • Im übrigen ist es ja auch ein Zeichen bemerkenswerter Schwäche der guten Traditionen unser Kultur, wenn jemand wie Röhl so ausdrücklich auf die Missstände hinweist. Die ja von einem „Naturrecht der Völker“ ausgeht, was sie natürlich klar auf die andere Seite der Tradition positioniert.

          Wenn die Feinde der „guten Tradition“ deren schärfste Verteidiger werden, dann ist was ganz faul im Staate Dänemark.

        • @ Adrian: geändert ist geändert, unabhängig von der Art der Änderung. Und es ging mir auch lediglich darum, daß es keine Ewigkeitsklauseln mehr gibt, die sind nur noch folkloristisches Tüdelü. Selbst die Präambel wurde schon geändert.
          Übrigens sind es keine §§, sondern Artikel, aber das ist hier unwesentlich.
          Daß Röhl jede Formulierung mehrfach wiederholt, ist mir auch aufgefallen ( unangenehm ). Aber das ändert nix daran, daß diese Änderung den Charakter des Artikels ziemlich heftig verfälscht. Das hat sie m.E. richtig erkannt.

        • “Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.”

          Das ist allerdings auch nicht skandalöser als die verfassunsgrechtlich gebotene Förderung von Ehe und Familie. Ich weiß nicht, was sich Röhl so aufregt.

        • „Aber das ändert nix daran, daß diese Änderung den Charakter des Artikels ziemlich heftig verfälscht.“

          Das seh ich nicht so. Es ist doch klar, dass der Staat als Gesetzgeber Gleichberechtigung durchsetzen muss. Wer denn sonst?

        • @adrian
          „Es ist doch klar, dass der Staat als Gesetzgeber Gleichberechtigung durchsetzen muss. Wer denn sonst?“

          Gleichberechtigung wird vom Gesetz eingeräumt, nicht „durchgesetzt“. Das Duchsetzen ist Sache der Gerichte, der Judikativen.

          Im Grunde handelt es sich hier um ein Verwischen der Gewaltenteilung, wenn die Legislative eine „Durchsetzung von Gleichberechtigung“ machen will. Das ist ein Bruch mit dem westlichen Staatsverständnis.
          Im Grunde hat das GG schon von vorneherein Schwächen gehabt, zB die „Religionsfreiheit“ und natürlich der besondere Schutz der Ehe.
          Die amerikanische Verfassung ist mE besser, da weniger leicht zersetzbar.

        • „Das Duchsetzen ist Sache der Gerichte, der Judikativen.“

          Die ja Teil des Staates sind.

          „Im Grunde handelt es sich hier um ein Verwischen der Gewaltenteilung.

          Strikte Gewaltenteilung gibt es im parlamentarischen System ohnehin nicht.

        • Dass Richter von der Judikativen gewählt werden, ist natürlich so ein Ding, weshalb die Gewaltenteilung nicht absolut ist.

          Wenn aber der Gesetzgeber Gesetze erlässt, die durch Diskriminierung „Gleichberechtigung“ verwirklichen sollen, dann ist eindeutig die Grenze der Gewaltenteilung überschritten.

    • „Es ist unbestritten, dass Macht vornehmlich von Männern ausgeübt wird in so ziemlich allen westlichen Industrienationen (den sonstigen auch), nicht von Frauen.“

      Von dem top 1 Prozent der Entscheider in westlichen Ländern sind ca. 80 prozent männlich. Ja das stimmt. Deine analüse jedoch lässt zwei Punkte ausser acht:

      1. Die 99 prozent der restlichen Bevölkerung sind von deiner Aussage überhaupt nicht betroffen.

      2. Es ist ja keineswegs so, dass diese 0,8 Prozent der mächtigen Männer unisono gegen frauen kämpfen. Im Gegenteil, die mächtigen der politik zB. sind voll auf deiner Seite. Hinzu kommt: diese top Entscheider Männer treten selbst verständlich auch zu allen seiten. Da ist Geschlecht egal.

      Ich könnte jetzt noch weiter erzählen, dass frauen weit überwiegend andere Themen wichtiger sind als führungspostionen und die mit ihnen verbundenen hohen Investitionen. In all meinen beruflichen Stationen hatten die Männer ein ausgeprägteres Führungsinteresse. Das bestätigen auch Umfragen.

      Was würde sixh eigentlich für dich konkret ändern, wenn von dem einen Prozent der topentscheider morgen die Hälfte frauen wären? Wenn also in deutschland ca. 200.000 frauen mehr in machtpositionen kommen?

      Und was habe ich persönlich davon, dass derzeit 200.000 Männer mehr in führungspostionen sitzen als ihnen nach gleichstellungsparadigma zustünde?

      wo ist meine macht?  

    • Diese Sexismus Definition widerspricht sich schlicht selbst.

      Entweder Männer haben die Macht, dann ist das Ergebnis von 50.000 Jahren Entwicklungsgeschichte und Ausweis der Überlegenheit des Mannes. Wenn Frauen insgesamt gegenüber Männern weniger mächtig sind, dann bedeutet dass, dass Frauen schwächer und weniger befähigt sind. Und dann ist es vertretbar Frauen nur als Sexobjekt zu sehen, für „niedere Tätigkeiten“ heranzuziehen, zu „diskriminieren“. So wie man nicht Gleiches ungleich behandeln soll, soll man auch nicht Ungleiches gleich behandeln.

      Oder Männer haben in Summe gar nicht die Macht, sind gar nicht überlegen, sondern allenfalls anders. Dann müsste man nicht mehr auf Frauen herabblicken, aber dann ist auch ein Sexismus von Frauen gegen Männer ohne weiteres möglich und kommt in der Praxis auch sehr häufig vor.

      Entscheidet Euch mal, welche Variante Euch lieber ist. Die aus Sexismus 101 ist jedenfalls selbstwidersprüchlicher Blödsinn. Und dass der Feminismus mit so unlogischem Quatsch kommt, spricht aus meiner Sicht deutlich für Variante 1.

    • „Es ist unbestritten, dass Macht vornehmlich von Männern ausgeübt wird in so ziemlich allen westlichen Industrienationen (den sonstigen auch), nicht von Frauen. Pro Forma Frauen Rechte zugestanden zu haben ist wichtig, allerdings auch noch nicht ausreichend, wenn diese nicht praktiziert werden – also in den Köpfen und Werten der Allgemeinheit das Patriarchat noch immer fest verankert und deshalb mehrheitlich praktiziert wird.“

      Macht wird auch nicht von 20-jährigen ausgeübt. Insofern werden diese noch mehr als Frauen diskriminiert. Das ist unbestritten.
      Solange den 20-jährigen nur pro forma Rechte eingeräumt werden, diese aber nicht in den Köpfen verankert ist, bla.

      Du siehst hoffentlich das Problem.

      Sowohl der Begriff der Macht als auch der des Mannes sind abstrakt, zu abstrakt um hieraus etwas über Macht und Männer abzuleiten.

      Es gibt übrigens auch viel zu wenige Sorben im deutschen Bundestag, obwohl diese fast 1000 Jahr länger auf deutschem Boden beheimatet sind als die „Deutschen“.

    • @☕ 月の うさこ ( oder wie Du heißt ):
      „Was genau stimmt denn bitte eurer Meinung nach nicht an dem 101-Text?“ u.s.w.

      Sollte dieser Kommentar jetzt irgendwie satirisch sein, oder willst Du einen Backlash provozieren?
      Der Text von 101 ist absolut unterirdischer Quatsch, der regelmäßig von Leuten perpetuiert wird, die auf aktuelle Fragen keine Antworten wissen und deshalb so tun, als müßte man ihnen die Erkenntnisse der letzte Hälfte des letzten Jahrhunderts des letzten Jahrtausend ( mindestens ) noch mal haarklein erklären.
      Fragt man etwas gewitztere Feministen von heute, so bestreiten sie den 101 -Bullshit einfach und behaupten, derartiges wäre nie nich feministischer Inhalt gewesen.
      Ja, watt denn nu?
      War doch gerade vor ein paar Tagen Thema hier, daß Göre ( dazwischenplapper ) Wizorek zu erklären versucht, daß man ja gaanz bestimmt gaaanz viel Empathie für Männer hätte und diese selbstverständlich total verstehen könnte, wenn sie denn auch „mal“ sexistisch benachteiligt würden u.s.w……..
      101 dazu:
      “ Daher lehnen Feministinnen die Auffassung ab, dass Frauen gegenüber Männern sexistisch sein könnten, denn Frauen fehlt die institutionalisierte Macht, die Männer haben.“
      Etc. bla bla……..

      Und da fragst Du, was an dem Text falsch wäre? Nix! Garnix! Als Bullshit ist er völlig richtig……..

    • @_tsukino_usako

      Es ist unbestritten, dass Macht vornehmlich von Männern ausgeübt wird

      Ach, dann bestreite ich einfach mal.
      Schon meine Oma meinte gerne sinngemäß: „In der Familie ist der Vater das Haupt der Familie. Und die Mutter ist der Hals. Sie dreht ihn, wohin sie will.“
      So haben die meisten „mächtigen Männer“ Ehefrauen und Geliebte, die durchaus einen nicht unerheblichen Einfluss ausüben. Die negativen Folgen – wie Verantwortung und die Konsequenzen zu tragen – überlassen sie aber großzügig dem Mann.

    • @tsukino
      „Pro Forma Frauen Rechte zugestanden zu haben ist wichtig, allerdings auch noch nicht ausreichend, wenn diese nicht praktiziert werden“

      Das ist vollkommen ausreichend und alles, was der Gesetzgeber überhaupt machen kann.

      Das „Praktizieren“ von Gleichheitsrechten in Form der Bevorteilung von Frauen weil sie Frauen sind ist geschlechtliche Diskriminierung und Ungleichbehandlung. Was prinzipiell nicht erlaubt ist aber trotzdem praktiziert wird.

      Diese Negation der Gleichheit vor dem Gesetz ist ein „backlash“, der immer das Bemühen der „Reaktionären“ war, die jetzt offenbar als „progressive Linke“ diese Tradition fortsetzen. Leider sehr erfolgreich, nicht zuletzt wegen des politischen Etikettenschwindels, sie seien „links“.

    • Es ist unbestritten, dass Macht vornehmlich von Männern ausgeübt wird in so ziemlich allen westlichen Industrienationen (den sonstigen auch), nicht von Frauen.

      Ein leider allzu alltägliches Beispiel dafür, wie tief prägend das radikalfeminisistische Paradigma auch für den „theorielosen“ Alltagsfeinismus ist. Solche Schlüsse kann man nur ziehen, wenn man Männer und Frauen als „Klassen“ kollektiviert.

      Wenn 99% der DAX-Vorstände männlich sind, dann partizipiere ich nicht deshalb an den Entscheidungen der DAX-Unternehmen weil ich männlich bin.

      Auch die Behauptung, dass Männer im Sinne von Männern entscheiden ist hier äußerst fragwürdig, zum Einen ist dem DAX-Vostand die eigene Tochter wohl zweifelsfrei näher als der ihm unbekannte Mann und zum Anderen gibt es keine „männliche Essenz“, die ein solches (materialistisches) Interesse begründen könnte (ganz im Gegensatz wie z.B. das materialistische Interesse der Kapitalbesitzer – das ist wohl der Kernfehler dieser vulgärmarxistischen Adaption)

      Mal ganz abgesehen davon, dass diese Pöstchen Exekutivpostchen sind – wenn man hier mit dem Begriff „Die Macht“ operiert dann haben die Shareholder (m/w) hier „Die Macht“. Wenn der Vorstand gegen deren Interessen entscheiden würde, wäre er sehr schnell sein Pöstchen los, er hat also selbst gar nicht „Die Macht“, die er nur repräsentiert. Es mag zwar richtig sein, dass mehr Männer als Frauen Macht repräsentieren, allerdings sagt das in modernen Gesellschaften praktisch nichts über ein Potenzial aus, „machen zu können“. In so einem Pöstchen kann der Gestaltungsspielraum verdammt eng sein.

      Es täte vielen Feministinnen nicht schaden, wenn sie erkennen würden dass der Feudalismus langsam so vorbei ist. Der DAX-Vorstand ist kein König. Und selbst zu Zeiten des Feudalismus gab es sehr machtlose Könige.

      Der Radikalfeminismus lebt offenbar in einer ziemlichen Märchenwelt aus Prinzen, Prinzessinnen, Königinnen und Aschenputteln.

    • „Es ist unbestritten, dass Macht vornehmlich von Männern ausgeübt wird “
      Ich bestreite das vehement. Wenn man macht nur daran misst, wieviel Geld jemand erwirtschaftet, mag das noch stimmen. Wenn man sie danach misst, wer entscheidet, was mit dem Geld gemacht wird, sieht das schon anders aus.
      Wenn man von dem Geld ganz weggeht, und Macht als „ich kann entscheiden wer was tut“ oder gar „ich kann Verhaltensweisen prägen und ändern, sanktionieren und belohnen, Karrieren ermöglichen und zerstören“ definiert, dann dreht es sich noch mehr.
      Wenn ich einen neuen Mitarbeiter, frisch von der Uni bekomme, dann wurde der zumeist 12 Jahre fast ausschliesslich von Frauen gebildet und erzogen, danach 4 Jahre Uni (Ein ITler wird da mehr männliche Profs haben). Welches Geschlecht hatte da mehr Macht? Welches Geschlecht entschied schon in der 4. Klasse, ob Gymnasium oder Hauptschule?
      Beim Sexismus am arbeitsplatz, ok. Aber beim Alltagssexismus? Welches Geschlecht hat denn eher die Macht sich seinen Sexpartner auszusuchen? Wer hat im Paarungsspiel eher die Oberhand?
      Aber ganz generell gilt für mich ein Grundsatz ganz besonders, und das ist: „Was du nicht willst das man dir tu, das füg‘ auch keinem anderen zu.“ Das wird mit der Sexismus Definition schlicht ausgehebelt.

    • Unzählige Beispiele??? die Bundeskanzlerin, die alles schafft; die Flintenuschi, die Material nirgends wohin fliegen kann zusammen mit ihrer Unternehmensberaterin, die Küstenbarbie Schwesig, die Flüchtlingen das Grundgesetz beibringt indem sie Frauen und Kinder bevorzugen möchte; Malu aus Rheinland-Pfalz, die Wahlzettel genderistisch gestalten Wollte, bis ihr das Gericht Einhalt gebieten musste, in Bayern Haderthauerts bis Modellautos fertig sind; Lagarde stöckelt durch die Welt und zahlt keine Steuern aufs Gehalt; die Clinton die ihren Bill mit häuslicher Gewalt traktierte … etc. etc.
      Wo leben Sie denn und deshalb sind Sie 1 und sonst nichts!

    • „dass Macht vornehmlich von Männern ausgeübt wird“

      Das scheint mir sowas wie der letzte Strohhalm zu sein, mit dem Feministinnen dann doch bitte abschließend klarstellen, das Frauen es ganz schlimm haben und alle die von Feministinnen geforderten oder unterstützten Diskriminierungen gegen Männer gerechtfertigt sind. Das muss nicht mal aus Böswilligkeit geschehen, sondern kann auch einfach an inneren Denkblockaden (Männer diskriminiert? GIbt doch nicht!) oder dem Hang zum leichten unangestrengtem Denken (Männer haben Macht, Frauen nicht) liegen.

    • „Es ist unbestritten, dass Macht vornehmlich von Männern ausgeübt wird in so ziemlich allen westlichen Industrienationen (den sonstigen auch), nicht von Frauen. “

      Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau, schon mal gehört ?

      Es ist ja nun aus der geschichtlichen Alltagsforschung mehr als bekannt, dass so manche Entscheidung, die ein starker Monarch am Tage traf, ihm in der Nacht zuvor eingeflüstert wurde.

      Man kann darüber streiten wer Macht hat, da Pferd das den karren zieht, oder der Kutscher, der die Zügel führt.

      Also man kann das bei weitem nicht mit solcher Sicherheit behaupten, wie es oberflächlich scheint.

  3. Vielleicht könnte Leszek mal erklären was marxistischer Feminismus sein soll. Wenn Frauen alleine über Produktionsmittel verfügen? Und was ist anarchistischer Feminismus? Wenn für Frauen keine Regeln gelten?

    • „was marxistischer Feminismus sein soll“

      Für den Marxismus sind die Geschlechter eigentlich völlig uninteressant. Da müssen Männer wie Frauen und umgekehrt sein. Es ist schon eine komische Begriffsausdehnung, Marxismus mit Feminismus in Zusammenhang zu bringen. Obwohl dies geschichtlich schon Sinn macht, ein Schwarm irgendwie marxistisch orientierter DenkerInnen hat ja versucht, die Geschlechtsdifferenz als Mittel des Klassenkampfs zu nutzen, in den 60er/70ern vor allem. Inwieweit das jetzt echte oder Pseudomarxisten sind, entzieht sich meiner Geduld 😉

      „Und was ist anarchistischer Feminismus? Wenn für Frauen keine Regeln gelten?“

      LOL, wahrscheinlich.

    • @ Adrian

      „Vielleicht könnte Leszek mal erklären was marxistischer Feminismus sein soll.“

      So wie liberaler Feminismus im Allgemeinen eine Beschäftigung mit Diskriminierungen und Problemlagen von Frauen bezugnehmend auf eine Richtung der liberalen politischen Theorie bezeichnet, bedeutet marxistischer Feminismus eben eine Beschäftigung mit Diskriminierungen und Problemlagen von Frauen im Rahmen einer Richtung der marxistischen Theorie.

      Während der ersten Welle der Frauenbewegung beruhte die marxistische Frauenbewegung auf der Idee der Klassensolidarität zwischen den Frauen und Männern der Arbeiterklasse, war nicht männerfeindlich und unterstützte auch Anliegen, die wir heute als männerrechtsrelevant bezeichnen würden.

      Z.B. kämpfte die bürgerliche Frauenbewegung damals zu größeren Teilen nur für ein Wahlrecht für bürgerliche Frauen.
      Die marxistische Frauenbewegung setzte sich hingegen für ein Wahlrecht für alle Frauen UND Männer ein, auch manche Männer der unteren sozialen Schichten waren damals ja noch nicht wahlberechtigt.

      Leider haben marxistische Feministinnen – die heute aber ohnehin nur eine kleine Minderheit im Feminismus ausmachen – im Gegensatz zur marxistischen Frauenbewegung der ersten Welle der Frauenbewegung oft zu viel Unsinn aus dem Mainstream-Feminismus übernommen, sich also in dieser Hinsicht von ihren Wurzeln entfernt, aber grundsätzlich wäre es im marxistischen Feminismus von seinen marxistischen theoretischen Grundlagen her möglich radikalfeministischen Unsinn rauszuwerfen und männerrechtliche Anliegen zu integrieren.

      „Wenn Frauen alleine über Produktionsmittel verfügen?“

      Nein, so etwas wurde im marxistischen Feminismus nie vertreten.

      „Und was ist anarchistischer Feminismus?“

      Das bezeichnet entsprechend die Beschäftigung mit Diskriminierungen und Problemlagen von Frauen bezugnehmend auf eine Richtung der anarchistischen politischen Theorie.

      Auch die sozial-anarchistische Frauenbewegung der ersten Welle der Frauenbewegung beruhte im Wesentlichen auf der Idee der Klassensolidarität zwischen den Frauen und Männern der Arbeiterklasse, war nicht männerfeindlich und unterstützte auch Anliegen, die wir heute als männerrechtsrelevant bezeichnen würden.

      Ein wesentlicher Unterschied zur bürgerlichen und marxistischen Frauenbewegung war, dass einige anarchistische Frauenrechtlerinnen das Frauenwahlrecht ablehnten, da sie nicht glaubten, dass Wahlen zu irgendwelchen Verbesserungen führen könnten und darin nur eine Ablenkung von wichtigeren Themen sahen. (Die Position der Ablehnung des Frauenwahlrechts vertritt im heutigen Anarchismus natürlich niemand mehr, allerdings halten wir auch heute noch Wahlen ganz allgemein für überschätzt.)

      Daneben gab es noch die individual-anarchistische Strömung der ersten Welle der Frauenbewegung, die etwas stärker radikal-liberal geprägt, aber trotzdem kapitalismuskritisch war und die ebenfalls nicht männerfeindlich war. An die individual-anarchistische Strömung der ersten Welle der Frauenbewegung knüpft die pro-maskulistische Feministin Wendy McElroy u.a. an, verbindet dies aber leider mit pro-kapitalistischen Positionen aus dem Libertarismus.

      Leider hat – von Wendy McElroy und ihrer Strömung des pro-maskulistischen Individual-Feminismus abgesehen – auch der heutige anarchistische Feminismus oft zu viel Unsinn aus dem Mainstream-Feminismus übernommen, dabei wäre der anarchistische Feminismus von seinen anarchistischen theoretischen Grundlagen her eigentlich perfekt dafür geeignet, männerrechtliche Anliegen zu integrieren.

      „Wenn für Frauen keine Regeln gelten?“

      Nein, für anarchistische Feministinnen haben die Werte und Prinzipien des Sozial-Anarchismus oder die des individualistischen Anarchismus zu gelten, je nachdem welcher Hauptströmung des Anarchismus sie sich selbst zuordnen.

      • „bedeutet marxistischer Feminismus eben eine Beschäftigung mit Diskriminierungen und Problemlagen von Frauen im Rahmen einer Richtung der marxistischen Theorie.“

        Also Beschäftigung mit Blödsinn.

        • @Adrian

          Wenn eine Marxistin über Frauen auf dem Arbeitsmarkt schrieb, dann hörte sich das so an:

          „Dass Frauen sich überrepräsentiert in bestimmten Tätigkeiten finden lassen und in der Regel den größten Teil von Betriebsentlassungen tragen müssen, liegt nicht an ihrem weiblichen Geschlecht (…), sondern wohl in erster Linie an ihrer mangelnden Qualifikation und an ihrem geringen Organisationsgrad (Anm. gemeint ist der gewerkschaftliche). Die unqualifiziertesten Arbeiterinnen sind die entbehrlichsten, weil jederzeit wieder neue angelernt werden können. Arbeiterinnen sind bei uns zu 90% ungelernt. Angestellte dagegen haben in der Regel eine Berufsausbildung, und es ist auch nicht bekannt, dass weibliche (ausgebildete) Angestellte häufiger gekündigt werden als männliche.“

          Jutta Menschik, Feminismus, 1977

          Wie man feststellt, ist sie geneigt, einer rationalen Argumentation gegenüber dem moralischen Aufschrei „Diskriminierung!“ den Vorzug zu geben.

          Und sie sucht und findet Gründe, warum „Geschlechtersegregation“ und Nachteile auf dem Arbeitsmarkt durch Faktoren verursacht werden können, die nicht auf dem Geschlecht beruhen.
          Sondern z.B. mit der (beruflichen) Qualifikation erklärt werden können.

          Weil auch heute noch der weibliche Anteil der ungelernten Arbeitskräfte fast doppelt (!) so hoch ist wie der männliche, hat dies den statistischen Effekt, einen entsprechend höheren Anteil von Niedrigverdienerinnen in die Durchschnittslöhne einzubringen.
          Womit der weibliche Durchschnitt natürlich sinkt, während der männliche Durchschnittslohn statistisch durch die prozentual ebenfalls größere Gruppe von Besserverdienern nach oben gedrückt wird.

          D.h. der heutige, *unbereinigte* „gender pay gap“, mit den Feministinnen hausieren gehen können, hätte sich nicht so dreist medial verbreiten lassen, wenn es mehr marxistische Feministinnen gegeben hätte, die diesem Unsinn widersprochen hätten.

          Der Einwand „hätte, wäre, wenn“ ist angebracht – ich will damit nur zeigen, der bestehende Feminismus war nicht alternativlos und er wurde kritisiert.
          Die von Leszek dargestellten Typen des heutigen Feminismus haben sich durchgesetzt, indem andere feministische Strömungen an den Rand gedrängt worden sind.

          Schönen Gruß, crumar

      • @Leszek
        Ist es nicht so, dass man als Anarchist prinzipiell jede Form des staatlichen Zwangs ablehnt, ablehnen muss? Also auch Gesetze und Kompromisse zum politischen Meinungsausdruck wie Wahlen?

        „… allerdings halten wir auch heute noch Wahlen ganz allgemein für überschätzt.“

        Weil man sich da einem Kompromiss unterwerfen müsste…

        Weiterhin kann es eine Unterwerfung unter universelle, universalistische Werte unter einem ideal verstandenen Anarchismus auch nicht geben, per definitionem nicht.

        Für mich ist der Begriff Anarchismus völlig leer, er drückt die prinzipielle Prinzipienlosigkeit aus, also letztlich die Bereitschaft zu Willkür.

        Hat jemand mal der Judith Butler nachgesagt, sie wäre eine anarchistische Philosophin? Das würde auch gut passen, btw.

      • @ Adrian

        „Ernsthaft: Was ist die spezifische Problemlage einer Frau nach der marxistischen Theorie?“

        Du meinst, nach den Theorien des marxistischen Feminismus?
        Kommt drauf an, es gibt da unterschiedliche Ansichten und Schwerpunktsetzungen:

        Es gibt marxistische Feministinnen, die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen thematisieren, es gibt solche, die unbezahlte Haus- und Reproduktionsarbeit kritisieren, es gibt solche, die sich z.B. für höhere Löhne für Frauen in frauenspezifischen Berufen wie z.B. Pflegeberufen einsetzen oder die die Situation von Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen thematisieren – solche Themen halt. Muss man meiner Erfahrung nach immer im Einzelfall schauen, was Quatsch ist und was berechtigt ist.

        Kann dir Crumar wahrscheinlich mehr zu erzählen, wie der heutige marxistische Feminismus so aus männerrechtlicher Perspektive zu beurteilen ist.

        Interessanterweise gibt es eine eigenständige marxistisch-feministische Gender-Kritik, da viele marxistische Feministinnen den Gender-Feminismus als neoliberalismus-kompatibel ansehen.

        • „Es gibt marxistische Feministinnen, die mangelnde Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen thematisieren, es gibt…“

          Und worin unterscheidet sich dann der marxistische Feminismus vom Feminismus überhaupt? Alles was Du aufgezählt hast, ist in jeder feministischen Strömung vorhanden.

        • @Lesz
          „da viele marxistische Feministinnen den Gender-Feminismus als neoliberalismus-kompatibel ansehen.“

          Das ist ja so ungefähr die abseitigste Betrachtung, die man sich vorstellen kann. Natürlich hassen die Feministen den Kapitalismus. Und mit dem Über-Strohmann „Neoliberalismus“ kann man immer besonders gut rumpfuschen.

        • @ Adrian

          „Und worin unterscheidet sich dann der marxistische Feminismus vom Feminismus überhaupt?“

          Durch die stärkere Ausrichtung an ökonomischen Themen und die Bejahung der marxistischen Kapitalismuskritik und anderer Aspekte marxistischer Theorie und Analyse.

          Theorien der sozialen Konstruktion und Dekonstruktion von Geschlecht interessieren marxistische Feministinnen z.B. eher weniger.

          Außerdem sehen sich marxistische Feministinnen explizit als Teil der marxistischen Bewegung und treten im Schnitt weniger männerfeindlich auf als Radikal- oder Genderfeministinnen.

          Marxistisch-feministische Theoretikerinnen sind auch oft intelligenter und in theoretischer Hinsicht interessanter als Radikal-und Genderfeministinnen. Marxistische Feministinnen reden zwar leider heutzutage auch einigen Blödsinn, wenn es um geschlechtsbezogene Themen geht, schreiben zu anderen Themen aber manchmal auch Lesenswertes.

        • @ Alex

          „Das ist ja so ungefähr die abseitigste Betrachtung, die man sich vorstellen kann.“

          Da bin ich anderer Meinung.
          Der zeitgenössische marxistische Feminismus ist – im Gegensatz zur marxistischen Frauenbewegung der ersten Welle der Frauenbewegung – zwar leider meistens nicht mit männerrechtlichen Anliegen vereinbar, da auch heutige marxistische Feministinnen wie gesagt viel Unsinn aus dem Mainstream-Feminismus übernommen haben, trotzdem ist die marxistisch-feministische Analyse der Neoliberalismus-Kompatibilität des Gender-Feminismus in vielen Punkten zutreffend (und sollte daher m.E. von linken Männerrechtlern rezipiert werden).

          Ein paar Texte zu einer Kritik am Gender-Feminismus aus der Perspektive marxistischer Feministinnen finden sich hier (die Texte sind in ihrem feministischen Gehalt wie gesagt leider nicht mit der Männerrechtsbewegung vereinbar, aber in einigen Kritikpunkten am Gender-Feminismus trotzdem treffend):

          Nancy Fraser – Neoliberalismus und Feminismus: Eine gefährliche Liaison

          http://emanzipatorischelinke.files.wordpress.com/2013/12/fras1312.pdf

          Nancy Fraser – Feminismus, Kapitalismus und die List der Geschichte

          http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2009/august/feminismus-kapitalismus-und-die-list-der-geschichte

          Tove Soiland – ‚Gender’: Kontingente theoretische Grundlagen und ihre politischen Implikationen

          http://www.fu-berlin.de/sites/gpo/pol_theorie/Zeitgenoessische_ansaetze/Kontingente_theoretische_Grundlagen/soiland.pdf?1361541238

          Tove Soiland – Subversion, wo steckst Du? Eine Spurensuche an den Universitäten

          http://subjektstruktur.blogsport.de/images/Soiland.pdf

          Tove Soiland – Wie die Frauenbewegung zum gender-Management kam, oder: Warum gender im patriarchalen Kochtopf verdampft

          http://www.agpolpsy.de/wp-content/uploads/2010/01/soiland-11.pdf

        • @Leszek

          Das sind die typischen haltlosen Schwurbeltexte, die man vom Feminismus so sattsam kennt. Das Patriarchat tritt hier zugunsten des „Neoliberalismus“ zurück, aber erfüllt offenbar genau die gleiche Funktion. Diese Texte sind alles andere als analytisch, aufklärerisch oder gar wissenschaftlich, sondern Phrasendreschmaschinen im overdrive.

          Immerhin ulkig sind:
          „Postneoliberaler Anti-Androzentrismus“ „Postneoliberaler Anti-Etatismus“ (aus Frasers 2. link)

          Auch Soiland sagt nichts, was irgendwie über die Kompliziertheit seiner Sätze hinausgehen würde.

        • @Leszek

          Ich komme mit deiner Aufforderung:

          „Kann dir Crumar wahrscheinlich mehr zu erzählen, wie der heutige marxistische Feminismus so aus männerrechtlicher Perspektive zu beurteilen ist.“

          ernsthaft in die Bredouille.
          Kann ich nicht.

          Außer den noch existierenden marxistischen Feministinnen wie Frigga Haug und die Szene des „Argument“-Verlags sowie denjenigen, die sich im Dunstkreis der Kritischen Psychologie befinden kenne ich keine.

          Weil ich auch streng zwischen *marxistischen* Feministinnen – die sich explizit auf Materialismus, historischen Materialismus und materialistische Dialektik berufen – und *marxisierenden* Feministinnen unterscheide.

          Letztere verwenden marxistische Begriffe, wie „Klasse“, „Reproduktion“, „Hegemonie“, „Produktionsmittel“ ohne damit zu meinen, was diese Begriffe per Definition ausdrücken.
          Sie nutzen „progressiv“ klingendes Vokabular, es sind aber in der Regel reine Worthülsen.

          Nur weil Laurie Penny als „Neo-Marxistin“ bezeichnet wird, muss ich sie nicht für eine halten.
          Ich halte sie für völlig durchgeschallert.

          Und man kann noch nicht einmal sagen, der Einzug des „Mainstream-Feminismus“ in den Marxismus wäre nicht von uns selbst verschuldet gewesen.
          Dazu hat Engels mit seinem – aus Männer Perspektive – idiotischen „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats“ eine Menge beigetragen.

          Denn sein bekannter Satz über die Einzelehe der Athener:

          „Der erste Klassengegensatz, der in der Geschichte auftritt, fällt zusammen mit der Entwicklung des Antagonismus von Mann und Weib in der Einzelehe, und die erste Klassenunterdrückung mit der des weiblichen Geschlechts durch das männliche.“

          War nicht nur die ideologische Legitimation des radikalen Feminismus, sondern er ist auch ebenso falsch wie unmarxistisch.

          Schönen Gruß, crumar

      • @ Alex

        „Ist es nicht so, dass man als Anarchist prinzipiell jede Form des staatlichen Zwangs ablehnt, ablehnen muss?“

        Man muss prinzipiell zentralistische Nationalstaaten als Organisationsformen ablehnen – aber nicht jede Form von rechtlichem Zwang – um sich als Anarchist bezeichnen zu können.

        „Also auch Gesetze“

        Es gibt keinen anarchistischen Theoretiker, der jegliche verbindliche Rechtsnormen abgeleht hätte. Einige anarcho-kommunistische Theoretiker haben schriftliches Recht abgelehnt – was für komplexe Gesellschaften allerdings nicht realistisch ist – andere anarchistische Theoretiker haben schriftliches Recht hingegen bejaht.

        „und Kompromisse zum politischen Meinungsausdruck“

        Anarchisten präferieren direktdemokratische Formen der Entscheidungsfindung – und bei diesen müssen selbstverständlich auch Kompromisse gefunden werden.

        „wie Wahlen?“

        Wir lehnen politische Parteien ab, Wahlen von Individuen in bestimmte Positionen sind hingegen mit basisdemokratischen Grundsätzen im Einklang. Solche „Repräsentanten“ unterliegen im Anarchismus aber einem imperativen Mandat:

        https://de.wikipedia.org/wiki/Imperatives_Mandat

        sind an die Weisungen der Basis gebunden und dieser gegenüber rechenschaftspflichtig und können jederzeit von der Basis abberufen werden.

        “… allerdings halten wir auch heute noch Wahlen ganz allgemein für überschätzt.”
        „Weil man sich da einem Kompromiss unterwerfen müsste…“

        Nein, weil parlamentarische Demokratie zu zu wenig kontrollierten Machtkonzentrationen führt.

        „Weiterhin kann es eine Unterwerfung unter universelle, universalistische Werte unter einem ideal verstandenen Anarchismus auch nicht geben, per definitionem nicht.“

        Ich finde es ja immer wieder amüsant, wenn mir Nicht-Anarchisten erklären, was es im Anarchismus nicht gibt oder nicht geben darf. 🙂

        In der Realität beruhen sowohl der Sozial-Anarchismus als auch der Individual-Anarchismus von jeher auf universalistischen moralischen Grundlagen.

        „Für mich ist der Begriff Anarchismus völlig leer, er drückt die prinzipielle Prinzipienlosigkeit aus, also letztlich die Bereitschaft zu Willkür.“

        Tja, normalerweise wird uns eher vorgeworfen, wir seinen zu gesinnungsethisch (was allerdings ebenfalls m.E. meist nicht stimmt).

        „Hat jemand mal der Judith Butler nachgesagt, sie wäre eine anarchistische Philosophin?“

        Dann wäre dies wohl eine Person mit wenig Ahnung vom Thema gewesen.

        „Das würde auch gut passen, btw.“

        Da Judith Butler auf poststrukturalistische theoretischen Grundlagen aufbaut und nicht auf anarchistische würde das überhaupt nicht passen, sondern ist schlicht falsch.

        • @Leszek
          „Ich finde es ja immer wieder amüsant, wenn mir Nicht-Anarchisten erklären, was es im Anarchismus nicht gibt oder nicht geben darf.“

          Und ich finde es immer wieder amüsant, wie dieser Kern des Anarchismus missverstanden wird. Der ist die Ablehung jeder Herrschaft, per definitionem. Und daher sind Anarchisten auch „anschlussfähig“ an jede politische Bewegung. Sie sind die vollendeten Opportunisten, die Söldnertruppe des Politischen.

          „Nein, weil parlamentarische Demokratie zu zu wenig kontrollierten Machtkonzentrationen führt.“

          Man kann leicht argumentieren, dass der demokratische Parlamentarismus die bisher pragmatischste und beste Lösung des gesellschaftlichen Machtausgleichs ist.

          „In der Realität beruhen sowohl der Sozial-Anarchismus als auch der Individual-Anarchismus von jeher auf universalistischen moralischen Grundlagen.“

          Da mag was dran sein, ich halte das aber für den Anarchismus als solchen für vollkommen unverbindlich. Wie alles im Anarchismus von vorne herein unverbindlich ist und sein muss.

          „Da Judith Butler auf poststrukturalistische theoretischen Grundlagen aufbaut und nicht auf anarchistische würde das überhaupt nicht passen, sondern ist schlicht falsch.“

          Nein, ihr Poststrukturalismus ist hochgradig subjektiv und anerkennt keine anderen Gesetze, als die eigenen dogmatischen. Was ein Grundkonsenz der Anarchisten ist. Besonders deutlich wird ihr Anarchismus auch darin, dass sie ihre Lehre auch bereit ist, augenblicklich abzulegen, wie neulich an diesem Interview rauskam, was viele total verwirrt hat.
          Den Anarchisten geht es nämlich im Grunde nur um die Unbedingtheit der eigenen Macht und insofern kann man Butler schon zu diesem „illustren“ Kreis zählen.

        • @ Alex

          „Und ich finde es immer wieder amüsant, wie dieser Kern des Anarchismus missverstanden wird. Der ist die Ablehung jeder Herrschaft, per definitionem. Und daher sind Anarchisten auch “anschlussfähig” an jede politische Bewegung. Sie sind die vollendeten Opportunisten, die Söldnertruppe des Politischen.“

          „Da mag was dran sein, ich halte das aber für den Anarchismus als solchen für vollkommen unverbindlich. Wie alles im Anarchismus von vorne herein unverbindlich ist und sein muss.“

          „Nein, ihr Poststrukturalismus ist hochgradig subjektiv und anerkennt keine anderen Gesetze, als die eigenen dogmatischen. Was ein Grundkonsenz der Anarchisten ist. Besonders deutlich wird ihr Anarchismus auch darin, dass sie ihre Lehre auch bereit ist, augenblicklich abzulegen, wie neulich an diesem Interview rauskam, was viele total verwirrt hat.
          Den Anarchisten geht es nämlich im Grunde nur um die Unbedingtheit der eigenen Macht und insofern kann man Butler schon zu diesem “illustren” Kreis zählen.“

          Auweia, was soll man zu diese ganzen Blödsinn sagen?

          Du hast etwas Naturwissenschaftliches studiert, oder? Bei Naturwissenschaftlern auf diesem Blog ist es erfahrungsgemäß manchmal sehr schwer ihnen die minimalsten Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu vermitteln.

          Also: In geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive kannst du dir nicht einfach einen Begriff, der für eine bestimmte real existierende politische Philosophie und eine bestimmte real existierende soziale Bewegung steht, ohne jede Recherche und Kenntnis, basierend nur auf subjektiven Neigungen und Behauptungen so zurechtbiegen, wie er dir gefällt.

          Es ist völlig irrelevant, was du in den Begriff Anarchismus hineininterpretieren möchtest oder was du subjektiv Anarchisten gerne für Eigenschaften und Einstellungen zuschreiben möchtest, in wissenschaftlicher Perspektive zählt nur, wofür der Begriff Anarchismus als Bezeichnung für eine bestimmte politische Philosophie und soziale Bewegung tatsächlich steht, was die realen und nachprüfbaren Inhalte anarchistischer Theorie und Praxis sind und welche Eigenschaften und Einstellungen bei Anarchisten tatsächlich vorhanden sind.

          Und dies alles hat nichts mit dem zu tun, was du behauptest.

          Anarchisten vertreten die von dir behaupteten Auffassungen nicht, weder vergangene, noch gegenwärtige Anarchisten. Was Anarchisten unter Anarchismus verstehen, hat nichts mit dem zu tun, was du darunter verstehst.

          Geht es darum, wissenschaftlich zu erfassen, was Anarchismus als politische Philosophie und soziale Bewegung bedeutet, dann darf man also nicht von deinen selbst erfundenen Definitionen und willkürlichen Interpretationen ausgehen, sondern muss von den realen Anarchisten in Geschichte und Gegenwart ausgehen, von deren Theorie und Praxis, wie sie wissenschaftlich nachprüfbar gegeben war und ist.

          Was Anarchismus ist, bestimmt sich in wissenschaftlicher Hinsicht also nach den Auffassungen realer Anarchisten und wenn diese etwas ganz anderes unter Anarchismus verstanden haben und verstehen als du, dann ist dein Verständnis von Anarchismus in wissenschaftlicher Hinsicht FALSCH.

          War das soweit verständlich. 🙂

        • @Leszek
          „Was Anarchismus ist, bestimmt sich in wissenschaftlicher Hinsicht also nach den Auffassungen realer Anarchisten“

          Will gar nicht den Anspruch auf „wissenschaftliche“ Analyse des Gesamt-Phänomens Anarchismus erheben. Es ist nunmal so, dass diese Leutchen mir alluhäufig als Vertreter der linken Boheme unterkamen, was meine Einschätzung wohl schon geprägt haben wird. Dort, in dieser „Szene“ ist der Selbstausweis als Anarchist sowas wie ein Adelstitel, wenn man nicht so plebejisch und folgsam wie ein Kommunist sein will 😉

  4. Nur noch mal zur Erinnerung :

    Frauen können wählen, sie dürfen lernen, studieren und arbeiten, ihr erwirtschaftetes Geld selbst verwalten, sie dürfen verhüten, ihre Kinder zu Hause erziehen oder zwecks Karriere betreuen lassen und diese Kinder in den meisten Fällen auch behalten, sollte man sich vom Erzeuger trennen. Ihr Sexualleben wird nicht staatlich diskriminiert, sie dürfen heiraten, niemand bezeichnet sie als krank oder pervers.

    Sie leben länger, sie werden hofiert, man hält ihnen die Tür auf, man bezahlt ihnen sogar die Rechnungen, sie haben das meiste Geld zur Verfügung, die Konsumwelt ist hauptsächlich auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet, sie dürfen sich in Benehmen und Kleidungsstil nahezu alles erlauben. Selbst öffentliche Nacktheit ist bei ihnen nur eine Ordnungswidrigkeit. Sie brauchen nicht zur Armee und Status sowie Ansehen erlangen sie bereits dadurch, dass sie einen erfolgreichen Mann heiraten. Nicht zu vergessen können sie ihren Lebensunterhaltrecht problemlos mit Sex verdienen.

    Es gibt nichts was westliche Frauen entbehren, der Feminismus dient letztendlich dazu, die Frau zu privilegieren, ihrem Narzissmus zu schmeicheln und ihr das Leben als Prinzessin noch angenehmer zu machen, als es eh schon ist.

  5. Logisch, es geht darum, den Geschlechterkrieg als Klassenkampf zu rechtfertigen, nix weiter. Dazu braucht man eine herrschende Klasse ( die sollen gefälligst die Männer spielen ) und eine unterdrückte ( das sind die armen Frauen, als Synonym für Priviliegien einfordernde Feministen ).
    So kann man dann lustig illusorisch ein ulkiges Theoriengebäude basteln und das mit tollen Fundamenten stützen, wie z.B. daß Männer eben öfter in Chefpositionen sitzen wäre ein „Beweis“ für ein Patriarchat, welches sich selbst konstruiert hat, um Frauen zu unterdrücken.
    Daß hier nicht nur Korrelationen und Kausalitäten vertauscht werden, sondern einfach gar nix logisch ist, merkt selbst ein dummer Angehöriger bildungsferner Schichten ( Neusprech für Leute meines Schlages ) durch ’ne meterdicke Betonwand.
    Dieses Javasymbol mit dutzenden angehängten Sonderzeichen hat nix anderes vor ( oder wurde dazu abgestellt ) die ganze Kommentatorenrunde hier am altbewährten Nasenring durch eine noch ältere Manege zu zerren.

    Das ist das, was ich, wenn ich mal höflich zu sein versuche, als „Übung in Rhetorikkurs 1“ bezeichne.

    Anders gesagt: es geht hier um aggressive Zeitverschwendung zu masturbativen Zwecken ( oder irgendwas in der Art ).

    • @Fiete

      Nehme „Klassenkampf“ und „Nationalismus“ und ersetze diese durch „Geschlechterkampf“. Beim letzteren kann man die eine Hälfte der Leute gegen die andere aufhetzen, das ist doch was!

      • So kann man durch eifaches Austauschen von ein paar Begriffen tagesaktuelle Parallen aufdecken, Alex, sehe ich insofern ähnlich. Und wenn man das alles hübsch durcheinanderwürfelt, kommt man quasi zwangsläufig darauf, daß ja die pösen Maskus eigentlich Nazis und Kumpels von Anders Breivik sind ( selbst wenn sie gar keine Maskus sind, sondern für die Umsetzung der Kinderrechte nach UN-krk eintreten )….
        So’ne Art grünbraunes Feministenscrabble-Spiel.
        Was mich hier und heute ärgert ist einfach die Tatsache, daß hochgebildete Theoretiker sich in den stinkenden Kuhfladen setzen lassen.

        • @Fiete

          „So kann man durch eifaches Austauschen von ein paar Begriffen tagesaktuelle Parallen aufdecken“

          Das war ja schon *sehr viel* Mühe und nicht einfach ein simples Austauschen. Der Prozess hat 50 Jahre angedauert! Wieviel Leute sind daran beteiligt gewesen, wieviele haben dagegen wirkungslos gekämpft…

          „die Tatsache, daß hochgebildete Theoretiker sich in den stinkenden Kuhfladen setzen lassen.“

          Dafür sind allzuviele von denen doch da. Mit der Lupe sind jene zu suchen, die wirkliche, desinteressierte und treffende Kritik dazu machen.

          „Belehrte Unwissenheit“
          https://de.wikipedia.org/wiki/De_docta_ignorantia

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