Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 1. Oktober 2015

Cisgender und Cissexismus

Bei der Gelegenheit lohnt es sich vielleicht auch noch einige Begriffe näher zu betrachten, hier insbesondere Cisgender und Cissexismus.

Die Wikipedia definiert Cisgender wie folgt:

Cisgender (lat.cis- „diesseits“ und engl.gender „Geschlecht“), teilweise auch Zisgender, ist das Gegenteil von Transgender (lat.trans- „jenseitig“, „darüber hinaus“), bezeichnet also Menschen, deren Geschlechtsidentität mit ihrem körperlichen Geschlecht übereinstimmt. Dies trifft auf die meisten Menschen zu.

Den Ausdruck „Zissexualität“ bzw. „Zissexuelle“ hat 1991 der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch eingeführt, um auszudrücken, dass es Zissexuelle geben müsse, wenn es Transsexuelle gebe, und dass das als normal unterstellte Zusammenfallen von Körpergeschlecht und Geschlechtsidentität keine Selbstverständlichkeit sei.[1][2]

Neben dem Begriff „Cisgender“ existieren weitere Bezeichnungen für Nicht-Transgender, wie „geborene Frauen (oder Männer)“ oder „genetische Männer (oder Frauen)“ oder auch „Biomann“ und „Biofrau“.

Der Hintergrund ist denke ich im poststrukturalistischen Ansatz zu sehen, wonach alles durch die Sprache bestimmt wird. Um die Normativität die dadurch entsteht, dass es sehr sehr wenige Transsexuelle und sehr viele Nicht-Transsexuelle gibt und zur Vermeindung des diese Normativität verstärkenden Begriffs „Normal“ für Nicht-Transgender wurde eben ein entsprechender Begriff geschaffen, den man verwenden kann. Außerhalb der entsprechenden Szene dürften ihn aber die wenigsten kennen.

Hier eine Defintion, die das auch noch einmal so wiedergibt und zudem „Cissexismus erklärt:

Cissexismus

Cissexismus beschreibt die Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung von Trans*Menschen durch Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht in Einklang steht bzw. noch nie hinterfragt wurde (auch cisgender oder cisgeschlechtliche Menschen genannt). Cissexismus resultiert in Abwertungsstrategien, der Aufrechterhaltung von zweigeschlechtlichen Überlegenheitssystemen und oft in Gewalt gegen Trans*Personen. Das lateinische Präfix “cis-” (auf dieser Seite, diesseits, binnen, innerhalb) bildet das Antonym von trans- (über-, hinüber-, durch-, hindurch-). Cis- und Begriffe wie cisgender, wurden von der Trans*Bewegung eingeführt, um Trans* nicht immer als Abweichung von der Norm zu definieren. Cissexismus soll im Unterschied zu Transphobie außerdem die Gewaltförmigkeit und systemische Verankerung des Zweigeschlechtersystems betonen und auch die Spezifika der Ablehnung von Trans* im Vergleich zu Sexismus deutlich machen.

Mein erster Gedanke bei „Cissexismus“ war ja, dass es sich um Sexismus gegen Cis handelt. Aber es scheint eher Transfeindlichkeit dadurch zu sein, dass man entweder nicht bedenkt, dass es Transsexuelle gibt oder tatsächlich feindselig ist. Damit kann natürlich nahezu alles, was irgendwie den Umstand, dass es einige wenige Transsexuelle gibt nicht mitbedenkt, Cissexismus sein, auch so schlichtes wie die Aussage, dass es Mann und Frau gibt oder andere Aussagen dieser Art.

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Responses

  1. Naja, normal hört sich diskrimminierender an, obwohl cis auch nichts Anders sagt, nur ein anderes Verhältnis suggeriert. Und da ungefähr 20-30 % der Leute eh denken Transsexualität wäre ein moralisch verwerflicher Fetisch über den man sich lustig machen kann ist die Wortwahl irrelevant, diese Leute sollten einfach wenn das in 100 Jahren technisch möglich ist zu einem Tag Geschlechtsidentitätsumwandlung verurteilt werden, dann hätte sich das Problem innerhalb von einem Tag erledigt und die Wortwahl wäre irrelevant, bis dahin wünsche ich denen, dass sie dafür sollte es ein Jenseits geben möglichst lange ins Fegefeuer dürfen^^

    • „bis dahin wünsche ich denen, dass sie dafür sollte es ein Jenseits geben möglichst lange ins Fegefeuer dürfen“

      Ist so unfrommer Wunsch nicht auch Grund fürs Fegefeuer?

      • Ich habe ein gutes Herz und musste viel Leiden, laut der Bibel wäre das der direkte Weg ins Paradies

        • Toi toi toi

        • Wenn du lesen willst, das Gott gar nichts gegen transsexuelle hat und die Bibel da ganz anders zu verstehen ist, dann empfehle ich roughgarden evolutions rainbow

    • @nina

      Wie schätzt du denn die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas sich durchsetzt, angesichts des sehr hohen Anteil an CIS-Genderpersonen?
      Schafft man damit nicht einfach nur eine interne Sprachregelung, die eher abgrenzt?

      • Nicht sehr hoch, ich kämpfe ja offline auch nicht für Transsexuellenrechte, sondern habe mir den „Luxus“ erarbeitet habe nicht groß aufzufallen

    • @NR
      „sich lustig machen kann …. möglichst lange ins Fegefeuer dürfen^^“

      Sich lustig über die neue gender-Religion machen ist schliesslich blasphemisch und ab in die Hölle mit denen!

      Ganz gelassen zurück ins finsterste Mittelalter!

      • Transidentität als Fetisch verstehen und transidente Menschen auslachen oder Witze über sie machen ist doch was völlig anderes als sich über Genderkram lustig zu machen. Aus meiner Sicht jedenfalls.

        • @miss „Transidentität als Fetisch verstehen“

          Das ist ja *der* wesentliche Teil des „Genderkrams“ — die Verherrlichung und Vergöttlichung des „Geschlechtslosen“, „Queeren“, das sich ausserhalb der „unterdrückenden Norm“ der „Heteronormativität“ befindlichen.

          Als Mann und Frau ist man der Erbsünde aller Unterdrückung schuldig, über allem enthoben steht der Zwitter.

          Das ist die Quintessenz der gender-Philosophie.
          Ich meine schon, dass diese Vorstellung abgrundtief komisch ist.

          Übrigens ist die Vorstellung des herrschenden „Hermaphroditen“ (= griech. für Zwitter) eine obskure irgendwie christliche oder ketzerische Vorstellung (Gnosis?) aus dem Mittelalter. Darauf wird sich die gender-Philosophie wohl (natürlich ausausgesprochen) beziehen.

        • „Das ist die Quintessenz der gender-Philosophie.“
          Nein, das ist deine seltsame Interpretation davon.

          Du hast doch das ganze Chaos um den Text der Gender Studies-Fachschaft der HU mitbekommen, oder? Spätestens damit müsste doch klar sein, dass es so, wie du es hier darstellst, eben absolut nicht ist.

        • @miss
          „…dass es so, wie du es hier darstellst, eben absolut nicht ist.“

          Da ging es doch um irgendein hickhack. Wobei ja nichtmal richtig klar wurde, um was es ganz konkret ging. Ein schlechter Ansatzpunkt.

          „Nein, das ist deine seltsame Interpretation davon.“

          Diese Interpretation ist lediglich konsequent zuende gedacht.
          Welchen speziellen Aspekt würdest du als fehlinterpretiert ansehen?

        • Die, dass irgendetwas verherrlicht wird oder Cis-Frauen oder -Männer automatisch zu Täter_innen gemacht werden, zum Beispiel. Und auch, dass Intersexuelle keine Täter_innen sein können.

          Wieso sollte das so sein?

          Verherrlichst du Männlichkeit, wenn jemand dich als „Frau XYZ“ anspricht und du die Person korrigierst? Oder wenn jemand irgendwas von „Alle Menschen, die größer als 1,90m sind, sind Männer“ sagt und du darauf eingehst?
          Es geht nur darum, auf Fehlannahmen über Geschlechter hinzuweisen und Menschen dafür zu sensibilisieren, dass das es nicht immer „ganz offensichtlich“ ist, was und wer männlich oder weiblich (oder gar nix oder beides) ist.

        • @miss

          „Die, dass irgendetwas verherrlicht wird oder Cis-Frauen oder -Männer automatisch zu Täter_innen gemacht werden, zum Beispiel.“

          Die Verherrlichung des Weiblichen ist zentral im Feminismus. Frauen seien die „besseren Menschen“, verfügten als einzige über „Empathie“ etc pp, was sich dann zur wahren Selbstvergötterung steigert –> Göttinnen
          Bei gender ist die Vergöttlichung des geschlechtsneutralen oder nicht-konformen Menschen angelegt, er ist der einzige, der ausserhalb des Sansara der ewigen Unterdrückung steht.

          Das mit der automatischen Täterschaft ist eine logische Folge der gender Weltanschauung, die sich ganz folgerichtig ergibt (zB white guilt, male guilt).

          „Verherrlichst du Männlichkeit ….“

          Das sähe dann so aus, dass Männlichkeit als das Mass aller Dinge gefeiert werden würde, als alleiniger Kulturbringer der Menschheit zB, gegen den finsteren Widerstand der Weiblichkeit, etc pp und dies übersteigert bis zur Gleichsetzung mit Zeus, Herkules, ich weiss nicht was …

          Einführung in das Thema zB (from the horse´s mouth)

          Goddesses and Witches: Liberation and Countercultural Feminism
          http://www.religion-online.org/showarticle.asp?title=1754

        • Hat nix mit Blasphemie zu tun, aber ich bezweifele das die Religion der Nächstenliebe es toll findet unglückliche Menschen noch unglücklicher zu machen

    • normal hört sich diskrimminierender an

      Wenn über 90% aller Menschen „cis“ sind, dann ist das eben „normal“, bzw. der Default.
      Alles andere ist Wortklauberei.

      Was es selbstverständlich keineswegs rechtfertigt, sich über Transsexualität lustig zu machen.

  2. Alles reine idealistische Philosophie. Es wird einfach willkürlich getrennt zwischen Körper und Identität, Sozialkonstruktivismus stillschweigend als Fakt unterstellt („bei Geburt zugewiesenes Geschlecht“, „systemische Verankerung des Zweigeschlechtersystems“).

    Typische Blase aus dem sozialwissenschaftlichen Diskursuniversum, ohne jede praktische Relevanz.

  3. Wenn cis auf dieser Seite bedeutet, dann sind die Nichtcis doch auf der anderen Seite, also aus diesseitiger Sicht ist cis doch wieder normal und nichtcis unnormal?

    Warum erinnert mich das an, vom anderem Ufer?

    • Ja, genau das drückt’s, genau genommen, auch aus, weswegen die Bezeichnungen cis* und trans* von einigen Personen(gruppen) auch hart kritisiert werden (mit dem Argument, dass sie zu Othering führen).

      Christian, im letzten Absatz müsste „Transsexualität“ durch „Cissexismus“ ersetzt werden, oder?

      • @missmindfock

        „Christian, im letzten Absatz müsste “Transsexualität” durch “Cissexismus” ersetzt werden, oder?“

        Richtig, danke, habe es korrigiert

        • https://twitter.com/daspatriarchat schickt mir seit 17 Std keine tweets mehr. Geht’s nur mir so?

        • @quellwerk

          Danke für den Hinweis, Twitter hat etwas gemeckert, ich hoffe es geht jetzt wieder, wird aber wohl eine zeitliche Lücke bleiben

        • Bei mir steht immer noch Transsexualität. 😀

        • qmmf

          grmpf, da hat er nicht richtig gespeichert. Jetzt aber!

  4. @chris
    „Aber es scheint eher Transfeindlichkeit dadurch zu sein, dass man entweder nicht bedenkt, dass es Transsexuelle gibt oder tatsächlich feindselig ist.“

    „Everything is sexist“. Cissexualität = Cissexismus.

    Da Cissexualität rein konstruiert sei, ist sie 100%ig auch cis-sexistisch!
    Mit anderen Worten: nicht nur Männer, sondern Frauen machen sich in Bezug auf diese Erbsünde schudig, wenn sie dem Cis-Sexuellen huldigen und damit die Unterdrückung reproduzieren….

    Das ist natürlich so unglaublich beknackt, dass man allzu gerne glauben möchte, etwas anderes sei gemeint — wie „tatsächliche Feindseligkeit“.

  5. „Cissexismus soll im Unterschied zu Transphobie außerdem die Gewaltförmigkeit und systemische Verankerung des Zweigeschlechtersystems betonen und auch die Spezifika der Ablehnung von Trans* im Vergleich zu Sexismus deutlich machen.“

    Ist es nicht eher so, dass man die, die es als normal empfinden „normal“ zu sein, als „privilegiert“ und „unbewusst dikriminierend“ labelt, ob sie nun Trans- oder Homo- oder sonst was „hassen“, als nicht „normal“ ansehen, oder schlicht sich wundern was es alles so gibt?

    Aber nicht nur das, „Cis“ allein bedeutet schon „Diskrimination“.

    In Wirklichkeit ist das genaue Gegenteil wahr. Leute die tolerant gegenüber fast allem sind, werden in eine „rechte“ oder „radikale“ Ecke gedrängt, ohne sich rechtfertigen oder erklären zu können. Jede gerechtfertigte und wissenschaftliche Kritik am Genderwahn wird als „rechtsradikal“ „Trollen“ „Hatespeech“ abgetan. Wie lange soll so ein Unsinn wohl noch durchgehen?

    „Free speech for the dumb, free f****** Speech“ (Metallica)

    MfG
    Yeph

    • @yeph

      „werden in eine “rechte” oder “radikale” Ecke gedrängt, ohne sich rechtfertigen oder erklären zu können.“

      Der Clou ist, dass dies von einer Philosophie geleistet wird, die selbst extrem radikal „rechts“ ist.

      Was könnte radikaler sein, als die Vorstellung der totalen und ausschliesslichen Konstruiertheit der „normalen“ Zwischengeschlechtlichkeit als Kern eines ewigen Unterdrückungsapparats?!

      Soweit ist nicht mal die feudale Ordnung gegangen. Und ich glaube auch nicht, dass dies in der Antike so ausschliesslich gesehen wurde. Am ehesten erinnert es noch an das Selbstverständnis der römischen Kaiserzeit.

      „Wie lange soll so ein Unsinn wohl noch durchgehen?“

      Religiös-irrationaler Wahn scheint jedenfalls überall auf dem Vormarsch zu sein.

      • „Was könnte radikaler sein, als die Vorstellung der totalen und ausschliesslichen Konstruiertheit der “normalen” Zwischengeschlechtlichkeit als Kern eines ewigen Unterdrückungsapparats?!“

        Du meinst Zweigeschlechtlichkeit, nehme ich an?
        Oben hast du selbst von Intersexualität geschrieben.
        Was ist dann dein Argument dafür, dass ein System, in dem dennoch nur zwei klar definierbare Geschlechter vorkommen, nicht sozial konstruiert ist?

        • @missmindfock

          „Was ist dann dein Argument dafür, dass ein System, in dem dennoch nur zwei klar definierbare Geschlechter vorkommen, nicht sozial konstruiert ist?“

          Zweigeschlechtlichkeit ist ja in der Tat etwas hoch biologisches, was recht offensichtlich ist.
          Warum es in biologischer Hinsicht nur zwei Geschlechter gibt ist auch recht gut wissenschaftlich darstellbar: Jedes weitere Geschlecht bringt hohe Kosten mit sich:
          https://allesevolution.wordpress.com/2015/04/06/warum-es-in-biologischer-hinsicht-nur-zwei-geschlechter-gibt/

          Deswegen müssen Geschlechter aber nicht binär sein.
          https://allesevolution.wordpress.com/2015/07/28/zwei-geschlechter-und-binaritaet/

          Sie können durchaus fließende Übergänge in den Ausgestaltungen haben, was bei einer evolutionären Entstehung, die ja immer auf bestehenden aufbaut und es modifiziert, sogar zu erwarten ist. Gleichzeitig können dennoch im schnitt ganz erhebliche unterschiede bestehen und „echte Vermischungen“ sind nicht in großer Zahl zu erwarten, weswegen Intersexualität extrem selten ist.

          Sprachlich kann man das auch als „drittes Geschlecht“ bezeichnen, biologisch nicht, da macht es schlicht keinen Sinn, denn es ist ja nichts, was andere Formen der Fortpflanzung ermöglicht

        • @miss
          „Du meinst Zweigeschlechtlichkeit, nehme ich an?“

          Nein, wirklich *Zwischen*-geschlechtlichkeit. Das bedeutet ja dieses „Cis“.
          Eigentlich müsste man diese logisch als Transgeschlechtlichkeit bezeichnen (also die Mann-Frau-Beziehung) und die Homosexualität als „Cis“. Aber gender ist in jeder Hinsicht und auf jeder Ebene ein einziger „mindfuck“, voll von Absurditäten.

          Aber wie schon die Kirchenväter wussten: „Ich glaube, *weil* es absurd ist“….

          https://de.wikipedia.org/wiki/Credo,_quia_absurdum_est

          „Was ist dann dein Argument dafür, dass ein System, in dem dennoch nur zwei klar definierbare Geschlechter vorkommen, nicht sozial konstruiert ist?“

          Die Biologie erklärt das ganz, ganz anders. Und deren Erklärungen sind überaus nachvollziehbar und rein rational. Also genau das Gegenteil von der gender-Philosophie (die ja die Biologie als apologetische Konstruktion der Zwischengeschlechtlichkeit ablehnt, mögen ihre Vertreter dies auch verleugnen).

        • Nein, wirklich *Zwischen*-geschlechtlichkeit. Das bedeutet ja dieses “Cis”.
          „Eigentlich müsste man diese logisch als Transgeschlechtlichkeit bezeichnen (also die Mann-Frau-Beziehung) und die Homosexualität als “Cis”.“

          Es geht bei den Begriffen aber nicht um die Beziehung unterschiedlicher Individuen zueinander, also deren sexuelle Orientierung, sondern um geschlechtliche Identität und du vermischt das gerade einfach.
          Aber ja, wenn du’s so sehen willst, wäre Intergeschlechtlichkeit eine mögliche Bezeichnung für jegliches zwischenmenschliche Verhalten unterschiedlicher Geschlechter zueinander.
          Was du mit deinen Ausführungen sagen willst, erschließt sich mir aber nicht.
          Aber ich vermute, dein Ziel ist es, zu verwirren, um keine „richtige“ Diskussion über das Thema zu führen?

        • „Was ist dann dein Argument dafür, dass ein System, in dem dennoch nur zwei klar definierbare Geschlechter vorkommen, nicht sozial konstruiert ist?“

          Man muss da unterscheiden. Es gibt die Realität, diese ist nicht sozial konstruiert sondern chaotisch aber real. Davon zu unterscheiden sind Denkmodelle um das Chaos der Realität fassen und verstehen zu können. Diese sind sozial konstruiert indem sie das Ergebnis von Erkenntnisprozessen sind, Rationalisierungen.

          Die Realität ist wie sie ist und im Zweifel lässt sich nichts darüber sagen. Denn diese Realität funktioniert nicht in Kategorien oder Differenzierungen, das gehört alles zum Modell.
          Das Modell dagegen (also hier konkret die Zweigeschlechtlichkeit) ist so gut wie seine sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten. Das bedeutet, dass mit dem Modell der Zweigeschlechtlichkeit zu arbeiten immer dann sinnvoll ist, wenn es für die konkrete Betrachtung nicht darauf ankommt, ob es mehr als 2 Geschlechter gibt oder wenn nur Einzelfälle betrachtet werden sollen, die mit den 2 Geschlechtern und ihren Unterschieden hinreichend gut erfasst werden können. Was auf gut Deutsch bedeutet, dass mehr als 2 Geschlechter im Modell nur dann benötigt werden, wenn es um die sehr wenigen Fälle geht, die tatsächlich dazwischen liegen. Für alles andere hat das einfach keine Relevanz, es ist nur unnötige Verkomplizierung.

        • Da bin ich tatsächlich deiner Meinung.

        • @miss
          „Es geht bei den Begriffen aber nicht um die Beziehung unterschiedlicher Individuen zueinander, also deren sexuelle Orientierung und du vermischt das gerade einfach.“

          Das ist das gleiche, vom Standpunkt gender aus. Wobei die Individuen bei gender keine Rolle spielen, es handelt es um eine rein kollektivistische Betrachtungsweise.

          „Intergeschlechtlichkeit eine mögliche Bezeichnung“

          Ich wollte nur auf den zutiefst unlogischen Aspekt der gender-Begrifflichkeit „cis“ hinweisen.

          „Was du mit deinen Ausführungen sagen willst, erschließt sich mir aber nicht.“

          Irgendwann wirds dämmern, keine Sorge. Einfach im Hinterkopf behalten.

          „Aber ich vermute, dein Ziel ist es, zu verwirren, um keine “richtige” Diskussion über das Thema zu führen?“

          Im Gegenteil.

        • „“Es geht bei den Begriffen aber nicht um die Beziehung unterschiedlicher Individuen zueinander, also deren sexuelle Orientierung und du vermischt das gerade einfach.”

          Das ist das gleiche, vom Standpunkt gender aus. “

          Wie kommst du darauf?

        • „Da bin ich tatsächlich deiner Meinung.“

          Dir ist aber schon klar, dass mit der Argumentation weite Teile der feministischen oder genderistischen Theorie nichts weiter als narzistische Betrachtungen zum Selbstwert der Theoretisierenden sind?

        • Achja?

          Ich kann dir durchaus generell zustimmen und dennoch davon ausgehen, dass wir im konkreten Fall wohl nicht einer Meinung wären, wenn es um die Frage geht, ob die Nennung von mehr als zwei Geschlechtern nun notwendig ist oder nicht.

        • ob die Nennung von mehr als zwei Geschlechtern nun notwendig ist oder nicht.“

          Ist es nicht, denn es gibt nur zwei Geschlechter.

        • Mein Reden.

        • @miss
          „““Es geht bei den Begriffen aber nicht um die Beziehung unterschiedlicher Individuen zueinander, also deren sexuelle Orientierung und du vermischt das gerade einfach.”

          Das ist das gleiche, vom Standpunkt gender aus. ”

          Wie kommst du darauf?“

          Für gender existiert kein objektives Geschlecht in einem biologischen Sinne.
          Die biologische Erklärung der Geschlechter wird vielmehr als Reproduktion und Mittel der geschlechtlichen Unterdrückung erklärt!
          Mit anderen Worten, die böse Männlichkeit hat sich die Biologie nur zu dem Zweck erfunden, die Weiblichkeit zu unterdrücken.

          Das ist natürlich für nicht-Gläubige so hanebüchen blödsinnig, dass diese „Wahrheit“ mit allen Regeln der Kunst geleugnet wird, von den gender Apologeten. Eine offene Konfrontation können sie ja nicht wagen.

        • http://www.tagesspiegel.de/wissen/serie-gender-in-der-forschung-1-keine-angst-vorm-boesen-gender/12258504.html

        • Ein schlechter Artikel.
          Natürlich stellt die Biologie die Gender studies in Frage. Wenn die da mal aus ihrer Filterblase rauskommen würden, dann wäre das auch offensichtlich
          Aber ich merke ihn mal für eine Besprechung vor

          Keine Angst vor dem bösen Gender?
          Wenn die Gender Studies keine Angst vor der Kritik haben, dann sollen sie sich ihr doch einfach mal stellen.

        • Huh? Es steht da doch nicht, dass die Biologie die Gender Studies nicht in Frage stellt, sondern umgekehrt, dass Gender Studies Biologie und biologische Fakten nicht ablehnen. 🙂
          Huh? Mit dem Artikel _wird_ doch gerade auf Kritik und gängige Vorurteile eingegangen.

        • @mmf

          Natürlich lehnen die Gender Studies Biologie ab.
          Oder kannst du mir einen Artikel nennen in den konkrete biologische Faktoren, die sich auf das Verhalten auswirken anerkannt werden?

          Den Artikel hier hatte ich dazu schon mal verlinkt?
          https://allesevolution.wordpress.com/2013/07/07/biologen-ihr-musst-euch-das-so-vorstellen-als-wurde-man-das-wort-regelrecht-ausspucken/

        • Ist doch logisch, dass sich jede_r auf die eigene Fachrichtung konzentriert.
          Ein_e Humanmediziner_in, der_die nicht über Veterinärmedizin schreibt, lehnt die deswegen doch auch nicht ab, sondern konzentriert sich schlicht auf den eigenen Fachbereich.

        • @missmindfock

          Das ist ein altes Argument. Aber es ist aus meiner Sicht deswegen falsch, weil man ein Thema nicht beliebig behandeln kann. Auf dein Beispiel übertragen: Wenn ein Fischmediziner sein Wissen auf Pferde anwendet, dann konzentriert er sich nicht auf seinen Fachbereich. Und wenn er dann feststellt, dass dieser „Fisch“ krank ist, weil er keine Schwimmblase hat und seine Flossen an der falschen Stelle, dann ist das eben keine Wissenschaft. Diese muss bestimmt davon sein, die Wahrheit über den Sachverhalt zu ermitteln. Dazu können verschiedene Disziplinen etwas beitragen, aber das kann nicht in der Weise geschehen, dass man einfach einmal festlegt, dass der eigene Ansatz per se richtig ist

          Hier ein Artikel dazu:
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/11/19/machtmittel-im-diskurs-disziplinverstandnis/

          Daraus zitiert:

          Sichtweisen können entweder ein großes Bild ergeben oder sie können sich ausschließen.

          Hierzu hatte ich beim ersten Auftreten dieses Arguments das Autismusbeispiel genannt:

          Ich bringe noch einmal ein anderes Beispiel:

          Autismus wurde lange Zeit auf Erziehung zurückgeführt, die „Eisschrankmütter“ sollten schuld sein, die ihrem Kind nicht genug Liebe gaben. Die Sozialwissenschaften konnten es eben nicht anders erklären. Macht es dies für dich, jetzt da wir wissen, das es rein biologische Ursachen hat, zu einer neben der biologisch stehenden Erklärung für den Autismus? Oder würdest du sie aufgrund der neueren medizinisch-biologischen Studien ablehnen?

          Hier können nicht beide Sichtweisen gegeneinander stehen, weil zumindest eine falsch ist. Auf seinem Disziplinverständnis zu bestehen bedeutet hier den Bereich der Forschung für ein “Na und, so sehen wir es eben nicht” zu verlassen

          In diesem Bereich steht das Disziplinverständnis dem wohl wichtigsten Prinzip der Wissenschaft entgegen:

          Dem Anspruch, dass ein Verständnis für die tatsächlichen Vorgänge ermittelt werden soll.

          Meiner Meinung nach kann eine wissenschaftliche Vorgehensweise bei sich widersprechenden Meinungen nur dazu führen, dass man die Argumente der Gegenseite aufgreift und sich mit ihnen auseinandersetzt. Der simple Verweis darauf, dass man eine andere Disziplin vertritt entbindet nicht von der Auseinandersetzung mit den Argumenten der Gegenseite.

          Ich hatte dann bei Onyx noch weitere Beispiele angeführt, die dies verdeutlichen sollten:

          Wie will man denn verschiedene Aspekte vernünftig beleuchten, wenn man die andere Forschung komplett ignoriert.

          Nach der These wäre es vollkommen okay in einem anderen Zweig weiter davon auszugehen, dass die Erde eine Scheibe und der Mittelpunkt des Universums ist – wir beleuchten das Erdkörperproblem nur aus unterschiedlichen Aspekten.

          Und da soll man dann nicht einwenden können, dass sie eben eine Kugel ist und nicht der Mittelpunkt des Universums, weil es eben eine andere Disziplin ist?

          Unter dem Gesichtspunkt ist Kreationismus dann immerhin eine ernst zunehmende Wissenschaft.

          Würde mich interessieren, wie du dieses Verständnis am Beispiel Kreationismus durchziehst: „Sie dürfen ignorieren, dass Fossilien älter als 6000 Jahre sind, sie betreiben theologische Archäologie, dass ist ein anderer Gesichtspunkt, vollkommen seriöse Forschung“

          In dem Bereich der Geschlechterdebatte verhält es sich ähnlich. Wenn die Geschlechter eine deutliche biologische Komponente haben und diese durch besondere biologische Fallkonstellationen (CAIS, CAH etc) nachgewiesen wird, dann ist eine Auffassung, nach der die Unterschiede zwischen den Geschlechtern allein durch die Gesellschaft hervorgerufen wird falsch.

          Sie muss dann entweder erklären, warum die biologischen Fallkonstellationen gar kein sind, sondern allein auf der Gesellschaft beruhen oder aber es müssen die Theorien angepaßt werden, bis sie zumindest diese Fälle ebenfalls erklären können.

          Der einfache Hinweis, dass man einen anderen Blickwinkel hat, ersetzt dies nicht. Er ist dann eine simple Ausrede um sich mit den Gegenargumenten nicht auseinander setzen zu müssen.

          Dies gilt um so mehr, wenn die andere Auffassung nicht eine schlichte Meinung einiger Verwirrter ist, sondern innerhalb der Biologie und Medizin führend ist.

          Vor diesem Hintergrund wäre der “wissenschaftliche Feminismus” gehalten, auf diese Argumente zu reagieren.

          Er kann sich nicht hinter seinem Disziplinverständnis verstecken.

        • Dass der Fokus nicht auf biologischen, sondern auf soziokulturellen Faktoren liegt, heißt für mich nicht, dass biologische Faktoren deswegen nicht anerkannt werden.
          Hast du ’nen Artikel, wo ein Gender Studies-Mensch so was äußert wie: „Alles Bullshit, das mit der pränatalen Prägung.“, um bei deinem Beispiel zu bleiben?

        • Wie denn, wenn sie auf so etwas erst gar nicht eingehen?

          Es gibt ja noch nicht einmal Artikel, die diese Theorien überhaupt erwähnen und feministische Grundlagen besprechen.

          Genderfeminismus ist Poststrukturalismus und in diesem ist eben alles sozial konstruiert.

          Ich finde es erstaunlich, dass so viele Feministinnen ihre Grundlagen gar nicht kennen.

          Ich hatte das schon ein paar mal hier:

          https://allesevolution.wordpress.com/2014/05/21/niemand-streitet-ab-dass-das-geschlecht-eine-biologische-komponente/

          Selbst in einer Doktorarbeit zu dem Thema wird es auf über 300 seiten mit drei Sätzen abgetan, die bizarrerweise sogar zugestehen, dass diese Theorien den wissenschaftlichen Diskurs beherrschen

          Besprechung: Heinz-Jürgen Voss: Making Sex Revisited
          https://allesevolution.wordpress.com/2011/08/04/besprechung-heinz-jurgen-voss-making-gender-revisited/

        • Ich hab die Links noch nicht gelesen, da komm ich heute nicht mehr dazu.
          Ich schätze aber, das wird auch nichts ändern.
          Ich sage: Nein, niemand sagt, dass Biologie keine Rolle spielt und jegliche Verhaltensweisen sozial konstruiert sind, sondern nur, dass soziokulturelle Faktoren eine wichtige Rolle spielen und biologische Faktoren auch vor diesem Hintergrund interpretiert werden müssen.
          (Wenn alles rein biologisch bedingt und beeinflusst wäre, könnte es ja bspw. keine Matriarchate mit völlig anderer Aufgabenteilung und Lebensweise als unserer (westlichen) hier geben, oder? )
          Du sagst, es sei anders, ich wüsste nicht Bescheid und alle Menschen und Artikel, die das auch so sehen wie ich wüssten eben auch nicht Bescheid oder würden bewusst lügen. Dass wir da nicht auf einen Nenner kommen werden, ist wohl abzusehen.
          Find ich jetzt aber nicht so schlimm (also die Tatsache, dass wir, was die (Interpretation der) Theorie angeht, wohl nicht auf einen Nenner kommen werden), da wir ja was unsere Grundannahmen darüber, wie Geschlechter(ausdruck) entsteht, nicht so weit auseinander zu liegen scheinen.

        • „Ich sage: Nein, niemand sagt, dass Biologie keine Rolle spielt und jegliche Verhaltensweisen sozial konstruiert sind, sondern nur, dass soziokulturelle Faktoren eine wichtige Rolle spielen und biologische Faktoren auch vor diesem Hintergrund interpretiert werden müssen.“

          Das wäre ja schön. Ich habe nur noch nur eine stelle in feministischen Texten gefunden, die das so sagt.

          Es wäre ja auch das perfekte Einfallstor für mich, wenn man dort aus eine Interpretation abstellen würde, ich wäre also sehr begeistert so etwas zu finden.

          GenderFeminismus ist ein sozial Konstruktivismus. Das du das unlogisch findest ehrt dich und ich würde mich freuen, wenn deine Sicht da pupulärer wird.
          Die typische Reaktion ist aber eher ein ablehnen aller biologischer Ansätze.
          Allenfalls noch das Lippenbekenntnis, das sie eine Rolle spielen, das aber dann bei nachfragen dergestalt ausgeweitet wird, das sie vollkommen durch soziales überlagert werden und doch unwesentlich sind.

          Wie gesagt: wenn du was gegenteiliges hast, dann bin ich sehr interessiert.

        • Voll vergessen. 😀 Clarisse Thorn geht zum Beispiel immer wieder auf biologische Fakten ein.
          Zum Beispiel hier: http://clarissethorn.com/2011/05/08/towards-my-personal-sex-positive-feminist-101/

        • @missmindfock

          Habe ich da gerade was überlesen? Auf welche biologische Fakten geht sie denn da ein?

        • „I write about this cautiously: I have no intention of telling anyone what “real” men do or feel, or what “real” women do or feel.
          However, it seems conceivable to me that most men are generally more likely to enjoy promiscuity and emotionless sex than most women are — if only for hormonal reasons. Here’s a quotation from the brilliant trans man sex writer Patrick Califia on the effects of testosterone: (…)“.

        • Jut, „biologische Fakten“ war dafür wohl die falsche Formulierung. Jedenfalls liefert sie eine durch Evolution hergeleitete Theorie für unterschiedliches Sexualverhalten und schreibt über die Wirkung von Geschlechtshormonen.

        • @missmindf0ck

          Thorn scheint mir in der Hinsicht tatsächlich noch relativ undogmatisch zu sein. Es wären ja Anfänge, wenn im Feminismus die Bedeutung von Sexualhormonen näher untersucht werden würden. Bisher sind Hormone in dem Zusammenhang aber eher der Teufel und Evolutionsbiologie auch pfui.

          Einen Ansatz, der das miteinbezieht sehe ich leider noch nicht wirklich. Er müsste aber denke ich auch mit der umfassenden Opferposition der Frau brechen. da wird es den größten Widerstand im Feminismus geben

        • Ich hab echt einen anderen Eindruck, aber ich werde in Zukunft auch noch mehr darauf achten. 🙂

        • Genau das war so ein Beispiel von Abwiegeln, Ausweichen und Drumrumreden.
          Immer leicht zB daran zu erkennen, dass „Biologie“ ganz halbherzig als Entschuldigung über die Lippen kommt, dann aber strikt vermieden wird.

        • Da sich Miß Mindfuck auf die gespielte Empörung von Ilse Lenz bezieht, verlinke ich hier zur Info mal Schoppes Befassung damit:
          http://man-tau.com/2015/09/07/ilse-lenz-und-die-angst-vor-der-demokratie/

      • @miss
        „Ich sage: Nein, niemand sagt, dass Biologie keine Rolle spielt und jegliche Verhaltensweisen sozial konstruiert sind“

        Jawoll. Die wissen nämlich ganz genau was sie tun. Und du weisst es ja auch 🙂

  6. In deren Liste fehlt irgendwie noch die Definition von Transsexismus

    • „Transsexismus“ kann es nicht geben, da nach gender logisch von vorneherein ausgeschlossen.
      Ganz analog: weiblicher Sexismus vom Standpunkt des Feminismus.

      gender greift den Feminismus tatsächlich recht grundsätzlich an, bzw verschiebt das Koordinatensystem erheblich…

      • „“Transsexismus” kann es nicht geben, da nach gender logisch von vorneherein ausgeschlossen.
        Ganz analog: weiblicher Sexismus vom Standpunkt des Feminismus.“

        Stimmt nicht. (Und das ist nicht nur meine persönliche Ansicht. Anne Wizorek hat’s bei Hart aber Fair selbst gesagt. 😉 )

        Transsexismus wäre, wenn Transidentität als der _Normalfall_ gelten würde und Cisgender als Abnormalität dargestellt würden.
        Da wohl niemand auf eine derartige Idee kommen würde, gibt’s den Begriff auch nicht.

        • @mmf

          „Stimmt nicht. (Und das ist nicht nur meine persönliche Ansicht. Anne Wizorek hat’s bei Hart aber Fair selbst gesagt. 😉 )“

          Was hat sie denn da gesagt?

        • Dass selbstverständlich auch Frauen sexistische Grundsätze verinnerlichen können.
          Wer was anderes behauptet, lebt ja wohl auch in einer sehr, sehr, SEHR eigenen Realität.
          Ich hab das Beispiel aber nur angeführt, um dem vorzubeugen, dass gleich wieder mit „DER FEMINISMUS…“ argumentiert wird.

        • @mmf

          Ich fange mal anders an:

          Im Intersektionalismus wird vertreten, dass es klare „hierarchien“ in jeder Diskriminierungsebene gibt. Der der Macht hat steht oben, der andere hat keine Macht und steht unten. Bei der Ebene „Geschlecht“ hat der Mann die Macht (dank Patriarchat / hegemonialer Männlichkeit oder was auch immer), er ist also privilegiert. Er kann daher nicht wegen seines Geschlechts diskriminiert werden, weil das nur jemand machen kann, der Macht hat, und die hat in der Kategorie Geschlecht keine andere der dortigen Gruppen.
          Demnach kann ein Mann vielleicht benachteiligt sein durch von seiner Gruppe gemachte Regeln. Er kann aber nicht diskriminiert werden.

          Stimmst du dieser Betrachtung feministischer Theorie zu?

        • Haben wir da nicht schonmal drüber geschrieben? Ich hab das irgendwie so im Hinterkopf.
          Ich stimme teilweise zu, differenziere aber nicht auf diese Art zwischen Diskriminierung und Benachteiligung, d.h. ich meine, dass Männer sehr wohl situativ diskriminiert werden (können), genauso wie ich meine, dass Frauen situativ privilegiert und nicht „nur positiv von Sexismus betroffen“ sein können (oder auch, dass ein weißer Mensch von PoC diskriminiert werden kann).
          Das Denkmodell erschließt sich mir schon und im Groben stimme ich zu, ich kann aber nicht komplett mitgehen.

        • @mmf

          Mir erschließt sich das Modell gar nicht, weil es zu starr ist.
          Wenn überhaupt, dann weisen Geschlechterrollen den Geschlechtern nicht per se Macht zu, sondern allenfalls in bestimmten Bereichen bestimmte Kompetenzen. Will man in einem Bereich tätig sein, in dem dem anderen geschlecht kompetenzen zugeschrieben werden, dann kann man nachteile haben und diskriminiert werden.

          Das mag bei Frauen in Führungspositionen der fall sein (wobei man da auch gut gegen argumentieren kann), bei Männern könnte man es eben im Bereich „aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind“ annehmen (auch da kann man verschieden argumentieren).

          Die einseitige Zuweisung zieht eine klare Grenze der Benachteiligung, die eher selbst diskriminierend ist.
          Sie bietet aber einen Ausweg auf dem „Definitionsmachtsdilemma“, weswegen sie denke ich so attraktiv für den Feminismus ist.

          Sobald man Männern zugestehen würde, dass sie (und dann noch von Frauen) aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert wären, müsste man sie auch so behandeln. Sie wären also Opfer, das bedeutet sie hätten deren volle Rechte, also Definitionsmacht, man müsste ihnen zuhören, Frauen müssten aktiv gegenüber Männern Privilegien in dem Bereich abbauen und sich diese vorhalten lassen, wenn Männer was sagen in dem Bereich müssten sie reumütig nicken.

          Das ist aus meiner Sicht der Grund, warum eine Privilegierung von Frauen und eine Diskriminierung von Männern in dem System niemals zugestanden werden kann und wird.

          Es wäre das Ende des klaren Feindbilds

        • Gerade in Bezug auf größtenteils von Männern besetzte Führungspositionen ist es aber doch dann faktisch so, dass Männer da mehr Macht haben, oder siehst du das anders?

          Was das Zuhören und Feindbild angeht, werden wir wohl nie auf einen Nenner kommen. Aus meiner Sicht ist das durchaus gegeben und negative Auswirkungen von Sexismus auf Männer sind (bspw.) Thema. Auch ohne, dass das als Diskriminierung bezeichnet wird.

        • @issmindfock

          „Gerade in Bezug auf größtenteils von Männern besetzte Führungspositionen ist es aber doch dann faktisch so, dass Männer da mehr Macht haben, oder siehst du das anders?“

          Kennst du die Apex Fallacy, auch Gipfel Trugschluß genannt?

          Es haben nicht Männer die Macht. Es haben einige bestimmte Männer einen bestimmten Job, der ihnen dort viel Macht verleiht.
          Über mich selbst hat Matthias Müller als neuer Chef von VW keinerlei macht. Und wenn sich seine Frau von ihm scheiden läßt, dann kann man nur hoffen, dass er einen guten Ehevertrag hat.

          Was bringt es einem Mann, dass Großkonzerne von einem Mann geführt werden?
          Das ist eine Frage, die aus meiner Sicht wenig beantwortet wird.

          Es ist auch keineswegs klar, dass ein Mann in hoher Position zugunsten der Männer arbeitet, nur weil er ein Mann ist. Politiker tun beispielsweise gut daran, dass sie zugunsten von Frauen entscheiden, denn die stellen die Mehrzahl der Wähler.
          Man könnte insofern auch unproblematisch sagen, dass in einer Demokratie die Gruppe die macht hat, die die meisten Wähler stellt, also die Frauen

        • Nö. Der VW-Chef hat die nicht. Schuldirektoren, Professoren, Unileitung, Vorgesetzte, Polizisten, etc. aber schon.

          Natürlich heißt das nicht automatisch, dass Entscheidungen immer zugunsten von Männern getroffen werden, aber an Macht oder eben Ohnmacht ändert das doch nichts.

        • @missmindfock

          „Nö. Der VW-Chef hat die nicht. Schuldirektoren, Professoren, Unileitung, Vorgesetzte, Polizisten, etc. aber schon.“

          Das ist auch keine geschlechtliche Macht.
          Zumal du dann auch Merkel rechnen müsstest, ihres Zeichens Bundeskanzlerin.

          Im übrigen scheinen Frauen auch einfach zB den Schichtdienst als Polizist wenig attraktiv zu finden, was ihnen auch kaum zu verdenken ist, er ist für das Privatleben nicht gerade ideal.
          Und Schuldirektor und Unileitung betreffen Schüler nahezu nicht. Die Noten werden zB in der Schule von den Lehrern gemacht, mit einen sehr hohen Frauenanteil.

          Zumal du eine der wichtigsten Machtpositionen über einen Menschen auch ausblendest: Die mutter

        • @mmf

          „Aus meiner Sicht ist das durchaus gegeben und negative Auswirkungen von Sexismus auf Männer sind (bspw.) Thema. Auch ohne, dass das als Diskriminierung bezeichnet wird“

          Warum wird es denn nicht als Diskriminierung bezeichnet?
          Was ist da der Unterschied?
          und warum dann nicht Männern für den Bereich die gleichen Rechte gewähren, die sonstige Diskriminierte auch haben?

        • Das kann ich dir nicht beantworten, da ich in diesem Fall ja offenbar deiner Meinung bin.

        • @issmindfock

          “Gerade in Bezug auf größtenteils von Männern besetzte Führungspositionen ist es aber doch dann faktisch so, dass Männer da mehr Macht haben, oder siehst du das anders?”

          Sie haben ihre Position, weil sie dafür die geeigneten Leute waren, und *nicht* weil sie Männer waren.

          Der Feminismus tut so, als wären diese Führungskräfte nur deshalb Männer, *weil sie Männer sind*. Und deshalb fordern sie auch Positionen für Frauen, *nur* weil sie Frauen sind. Das nennen sie dann Gleichstellung.

          Sie wollen also genau das, was sie vollkommen unzutreffend den anderen vorwerfen.
          Mit dem Vorwurf des Partiarchats wollen sie nur ihre eigene Günstlinginnen-Hierarchie errichten.

        • „Stimmt nicht. (Und das ist nicht nur meine persönliche Ansicht. Anne Wizorek hat’s bei Hart aber Fair selbst gesagt. 😉 )“

          Nich Dein Ernst, oder? Göre Wizorek hat in der Sendung praktisch gar nichts gesagt, sondern sich darauf beschränkt, andere am Reden zu hindern. V.dh. ist der Unfug, den sie dazwischengeplappert hat, nicht verwertbar, sondern eben Unfug.

      • „Da wohl niemand auf eine derartige Idee kommen würde“

        Bist du dir da sicher? In Zeiten der Zwangsheterosexualisierung?

  7. Cis- und Begriffe wie cisgender, wurden von der Trans*Bewegung eingeführt, um Trans* nicht immer als Abweichung von der Norm zu definieren

    Aber genau das ist es doch. Eine Abweichung von der Norm. Diese Sprachregelung erinnert mich schon wieder an das „magische Denken“ wo durch Worte die Realität geändert werden soll. Ich fürchte wirklich, daß die meisten Radikalfeministen, Genderisten und Konsorten in diesem frühkindlichen Denkmuster hängengeblieben sind.

    • Jemadn der sich „lawgunsandfreedom“ nennt, sollte sich nicht so pedantisch mit Sprache haben.

    • @lawgunsandfreedom

      Das Problem ist, dass sie über Derrida die Norm als etwas ansehen, was Raum einnimmt und der Ausnahme damit Raum wegnimmt. In einer sozialen Konstruktion schaffen Normsetzungen erst die zahlenmäßigen verhältnisse. Das ist natürlich gerade bei Geschlecht ziemlicher Blödsinn.
      Etwas als Norm zu definieren ist aber in diesem Kontext damit gleichzusetzen, es als gut anzusehen, die Ausnahme ist gleichzusetzen mit schlecht. Allein schon weil etwas, was Norm werden konnte andere Formen unterdrücken muss.

      • Danke für die „gut“ – „schlecht“ Erklärung. Aber genau die dahinter steckende Denkweise erschließt sich mir gar nicht. Vermutlich, weil ich selbst nicht so denke.

        @Adrian
        Ich komme von der eher rationalen Seite des Denkspektrums. Deshalb kann ich mit Befindlichkeiten und Emotionen in der Sprache wenig anfangen und halte mich einfach an die gängigen sprachlichen Regeln. Kurz: Ich nehme geschriebenes erst mal wörtlich und gehe mit Logik ran.

        Die deutsche Sprache eignet sich vorzüglich, einen Sachverhalt sehr klar zu beschreiben. Das mag halt manchem pedantisch erscheinen. Weswegen ich die Sprachverdrehungen der Genderisten halt nicht mag.

        • Mir ging es um die Konzepte Deines Nicknames: Law and Freedom. Which law?

        • Mein Nick hat was mit meinem Blog zu tun.

          Da ich ein Waffenblog habe, geht’s primär um’s Waffenrecht und nicht notwendigerweise was mit anderen Themen 😉

    • Wenn eine Abgrenzung aus irgendwelchen Gründen nötig ist, blieben, wenn es den Begriff „Cisgender“ nicht gäbe, nur Optionen, wie zum Beispiel von „normalen“ Frauen und Männern zu sprechen und denen dann eben die „unnormalen“ Transfrauen und -männer gegenüberzustellen.
      Das ist ja nochmal was anderes als zu sagen, dass die Mehrheit der Menschen cis* ist.

      • „Wenn eine Abgrenzung aus irgendwelchen Gründen nötig ist, blieben, wenn es den Begriff “Cisgender” nicht gäbe, nur Optionen, wie zum Beispiel von “normalen” Frauen und Männern zu sprechen und denen dann eben die “unnormalen” Transfrauen und -männer gegenüberzustellen.
        Das ist ja nochmal was anderes als zu sagen, dass die Mehrheit der Menschen cis* ist.“

        Stimmt! Etwas völlig anderes. Normal ist nunmal normal, „cis“ ist ein Schimpfwort, das einige bekloppte erfunden haben und benutzen, um normale Menschen verächtlich zu machen.

    • Ergänzung: Um es anders zu sagen: Von einem „Du bist doch nicht normal!“ dürften die meisten Menschen sich beleidigt oder abgewertet fühlen, weil es in der Mehrheit der Fälle heißt: „Mit dir stimmt was nicht.“/“Du bist nicht richtig wie du bist.“/“Du gehörst nicht dazu.“ und wir nun einmal soziale Wesen sind, für die ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl und das Gefühl von Annahme eine Rolle spielt.

      • @MsMF

        Von einem „Du bist doch nicht normal!“ dürften die meisten Menschen sich beleidigt oder abgewertet fühlen,

        Aber wieso denn? „Normal“ ist doch nicht per se gut oder schlecht.
        Es bedeutet lediglich, dass in den meisten Fällen Normalität gegeben ist (da Normalität nun mal durch die mehrheitliche Häufung der Fälle definiert ist), und was stärker davon abweicht eben einen Ausnahmefall darstellt.
        Normal ist also mittelmäßig und durchschnittlich – also oft schlicht langweilig.

        • Ja. Deswegen hab ich auch von der mehrheitlichen Verwendung gesprochen. Sicherlich kann ein „Du bist doch nicht normal!“, von bspw. einem Freund in einer Situation, in der etwas Besonderes geleistet wurde, ein Kompliment sein.
          Deutlich häufiger ist es aber Othering im Sinne von „Du gehörst nicht zu uns.“

        • @MsMF
          Auch in diesen Fällen würde ich aber nicht von Böswilligkeit, sondern lediglich von Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit ausgehen.

        • Richtig! Und deswegen gibt’s die Begrifflichkeiten ja auch.
          Je mehr Menschen sie verwenden, desto mehr Menschen werden damit konfrontiert und _können_ diesbezüglich achtsamer mit Sprache umgehen bzw. überhaupt dafür sensibilisiert werden, dass es eben nicht nur Schwarz und Weiß (bzw. nicht nur Cis-Menschen) gibt.

          Ich würde von niemandem erwarten, dass er sich damit auskennt, aber wenn jemand in dem Kontext von „normalen“ Frauen oder Männern spricht, weise ich die Person darauf hin, dass es dafür ein Wort (bzw. Wörter) gibt, die weniger diskriminierend sind.

        • @miss
          „weise ich die Person darauf hin, dass es dafür ein Wort (bzw. Wörter) gibt, die weniger diskriminierend sind.“

          Welches aus dem Kanon derjenigen kommt, welche so richtig Ernst machen wollen mit Diskriminierung….

          Indem sie sogar alles Männliche aus der Sprache ausrotten wollen…. Dass es solche Versuche überhaupt gibt, spricht doch Bände.

      • Bevor diese seltsame Debatte aufkam, wieso Unnormal normal sein sollte, war es im allgemeinen Sprachgebrauch so, daß die Floskel „das ist nicht normal“ wertfrei war. „Du bist ja nicht normal“, oder „Du bist ja verrückt“ ( noch mehr ) war lediglich als Feststellung der Abweichung zum Durchschnitt, im zweiten Fall meisten sogar als Kompliment, gemeint.
        Ein gern gebrauchtes Sprichwort dazu lautete: „Wer heutzutage nicht verrückt ist, ist nicht normal“. Das war gesamtgesellschaftlicher Konsens.
        Vielleicht bist Du, Miß Mindfuck, zu jung, um Dich an insofern normale Zeiten zu erinnern, als man mit Sprache noch locker und im Interesse einer möglichst einfachen und klaren Kommunikation umgegangen ist, anstatt sie als Waffe im Krieg gegen alle anderen Bevölkerungsgruppen zu mißbrauchen.
        Deshalb dieser Hinweis.

        • Ich habe mehrfach geschrieben, dass ich mich auf die (m.E.) hauptsächliche Verwendung beziehe. Dass das irgendwann mal anders war ändert nichts daran, dass es jetzt so ist wie es ist.

  8. Okay, man kann zu einem Thema natürlich ganz toll versuchen, eine ellenlange, vermeintlich „intellektuelle“, oder gar „akademische Diskussion“ zu führen. Allein das ist aber schon nicht der gesellschaftliche Normalzustand und es ergibt sich daraus auch kein Recht, sich irgendeine Überlegenheit einzubilden.

    Also mache ich es einfach mal andersrum und benehme mich wie ein normaler Mensch mit durchschnittlich gesundem Menschenverstand. Das kann ich, als Ex-Hilfsarbeiter und sog. „Angehöriger bildungsferner Schichten“ ( Neusprech für „irgendein Depp der Unterklasse“ ) ganz hervorragend.

    Normale Menschen haben heutzutage i.d.R. einen Internetanschluss, TV und lesen meist auch Zeitungen.
    Sie wissen also, daß es Leute gibt, die nicht normal sein wollen und daß diesen von noch mehr Leuten in den Hintern gekrochen wird, um sich als besonders sozial zu profilieren. Dazu werden die, die nicht normalen Menschen nicht hinterherlaufen, abgewertet und beschimpft.

    Manche normalen Menschen haben auch schon die Kampfbegriffe „Heteronormativität“ und alle möglichen „Cis“-Termini gelesen und zwar meistens als Formen von mehr oder weniger verklausulierten Beschimpfungen. Man wird als normaler Mensch angepöbelt, man würde ja „nur“ die tatsächlich existierende Zweigeschlechtlichkeit erhalten wollen ( was per se schwachsinnig ist, da dieselbe von Natur aus existiert ), oder man wäre halt „CIS-Scum“.

    Anders gesagt: Einige ( hoffentlich wenige ) Transen und noch mehr sonstige Nichttransen ( die Transen instrumentalisieren ) brauchen ein Feindbild, um irgendwelche Komplexe zu verdrängen, indem sie die Schuld für ihre psychosozialen Defizite den ganz normalen Menschen in die Schuhe schieben.
    Tatsache ist aber, daß Heterosexualität der Normalzustand ist und Transen eben nicht normal sind, sondern Ausnahmefälle.

    Das Perverse an der Sache ist, daß
    a – verlangt wird, normale Menschen sollten sich selbst mit Schimpfworten bezeichnen, nämlich als irgendwas mit „CIS“.
    um dadurch zum Ausdruck zu bringen, daß Normalität eben nicht normal wäre ( eine Selbstgeißelung, um dem Unnormalen – wie Alex es auch schon sagte – eine
    b – Verherrlichung angedeihen zu lassen),
    so soll
    c – ein „Ausgleich“ hergestellt werden ( ha ha! ).

    Tatsächlich wird dadurch aber das absolute Gegenteil erreicht, Denn: Die ( hoffentlich ) wenigen Transen, die so beknackt sind, daß sie normale Menschen hassen, werden ihr Feindbild dadurch keineswegs abbauen, sondern sich eher darin bestätigt sehen.
    Die ansonsten vernunftsbegabten Transen werden dadurch dazu gedrängt, sich diesem Feindbild anzuschließen.
    Die noch beknackteren Nichttransen, die Transen instrumentalisieren werden ihr Feindbild eher noch ausweiten und dadurch, daß manche nicht besonders hellen Gemüter sich von ihnen belabern lassen, Zulauf für ihre Hassgrupe rekrutieren, nützliche Idioten anwerben also.

    Im Endeffekt wird die Spaltung der Bevölkerung so perfektioniert, indem man mehr verfeindete Gruppen schafft und deren gegenseitige Abgrenzung fördert.

    Ich sage:
    Wenn ich einem schwulen, oder einer Transe begegne, respektiere ich ihn als zwar nicht normal, aber abgesehen vom geschlechtlichen Dingen normal zu behandelnden Menschen.
    Fängt derjenige an, mich mit irgendwelchen Schimpfworten zu bepöbeln, wende ich mich bestenfalls ab, wird derjenige immer bekloppter, setze ich mich zur Wehr. In welcher Form ich mich wehre, ist fallabhängig. Mancher verbeult ihm die Nase, andere würden vlt. Strafanzeigen erstatten und es wäre u.U. sogar sinnvoll Begutachtungen durchzuführen, ob Fremdgefährdung vorliegt, die zur Sicherheitsverwahrung führen müßten.

    Wobei ich Schwule oder Transen sogar noch für eher therapierbar halte, da man davon ausgehen kann, daß sie durch ihr anormales Geschlechtsempfinden vorbelastet sind, es also ein relaiv leicht zu findendes Muster geben kann, von dem ein Therapieansatz herzuleiten wäre.

    Bei heterosexuellen Normalmenschenhassern müßte man erstmal herausfinden, was sie zu Perversen gemacht hat. Das könnte, gerade bei ansonsten hochintelligenten Leuten, schwierig werden.

    Jedenfalls sehe ich keinen Grund, mich als irgendwie „Cis“ beschimpfen zu lassen, oder gar zum Masochisten zu werden und mich selbst so zu beschimpfen. Ich bin ein Man, ein ganz normaler Mann und basta.
    Das Gelaber, daß Schimpfworte, die überwiegend auch als solche verwendet werden, ja gar keine Schimpfworte wären, ist jedenfalls so weit weg vom gesunden Menschenverstand, daß ich mich frage, wie gerade oft Akademiker auf die vollkommen absurde Idee kommen, darüber diskutieren zu müssen.

    Eine typische Verwendung des Präfixes „CIS“ ist diese:

    Um mal ein Beispiel anzuführen, das den Lesern hier bekannt sein dürfte: Adrian
    Bekanntermaßen schwul, oftmals etwas bissig ggü. Frauen an sich. Frech noch dazu.
    Aber er bepöbelt normale Menschen nicht aufgrund ihrer Normalität und schmeißt auch nicht mit Schimpfworten um sich. Jedenfalls habe ich noch nix derartiges von ihm lesen müssen.

    Ergo: ein Mensch der zwar ein Ausnahmeverhältnis zu geschlechtlichen Dingen hat, sich aber ansonsten recht normal verhält ( in meinen Augen sogar oftmals noch etwas besser als normal, da er den Schnabel auf- und sich selbst gerade macht und das überdurchschnittlich ). Also habe ich überhaupt kein Problem damit, ihn als vollwertig zu respektieren, auch wenn mir seine Meinung gelegentlich gar nicht passt.

    Gegenbeispiele kann von Evochris‘ Blog z.Zt. nicht anführen ( und das ist auch gut so, finde ich ), da diese miesen Charaktere i.d.R. viel zu feige sind sich offen an kritischen Diskussionen zu beteiligen, wohlmöglich als einzelne Individuen. Sie treten oft in Horden auf oder suhlen sich in hermetischen Garagen.

    Sodele!
    Ich hätte das ganze zwar auch ein wenig diplomatischer formulieren können, habe ich aber extra nicht, um die Absurdität mancher „hochintellektuellen“ Auseinandersetzung mit dem Thema „Kampfbegriffe von Bescheuerten und Hasspredigern“ zu betonen.
    Da schien mir eine Verkürzung auf die Ebene der wohl allermeisten normalen Menschen in D. angemessen.

  9. […] also Transsexualität, von dem Ausnahmestatus zu befreien, indem man „Trans“ und „CIS“ gegenüberstellt. Eine Versuch, dass bisherige Wort „Normal“ zu […]


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