Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 29. September 2015

Der „Einer aus der Gruppe muss doch auch mal was für X machen“-Effekt

Ich hatte schon einmal in einem Artikel ausgeführt, dass kleine Unterschiede große Auswirkungen haben können. Ein andere Effekt, der häufig nicht beachtet wird, ist, dass es sich häufig nicht lohnt, seine Wahl auf Minderheiten auszurichten, sondern – gerade wenn die Kosten hoch sind – alle sich an den Gruppen orientieren, die ihnen den meisten Profit bringen. Eine dies nicht beachtende Fehlvorstellung ist der „Einer aus der Gruppe muss doch auch mal was für X machen“-Effekt. Demgegenüber steht das „Nischenprodukt“.

Dies spielt stark in etwas rein, was im Feminismus und anderen poststrukturalistischen Theorien unter „Heteronormativität“ oder anderen „Normativitäten“ diskutiert wird:

Wenn man beispielsweise dort anführt, dass die Hauptdarsteller meist heterosexuell sind und eine klassische Liebesgeschichte in einen Plot eingebaut wird und große Blogbuster nicht andere Gruppen, etwa Homosexuelle einbeziehen, dann liegt dem eben dieser Aspekt zugrunde. Ein heutiger Blockbuster kostet zumindest zweistellige, meist sogar dreistellige Millionenbeträge. Er muss sich demnach an ein Publikum richten, dass diese Beträge wieder reinbringen kann. Das ist eben aufgrund der Häufigkeit der Homosexualität die klassisch heterosexuelle Liebesgeschichte.

Und wenn eine Geschichte sich um eine Minderheitengruppe geht, dann lohnt es sich dennoch, den gesamten Film eher auf ein heterosexuelles Publikum auszurichten. Vielleicht auch der Grund, warum „Queer as folk“ eine Hauptfigur hat, die eher nicht den Klischees entspricht.

Ähnlich ist es mit gutem Aussehen. Klar kann man auch Filme mit hässlichen Menschen drehen, aber die meisten Leute schauen sich eben lieber hübsche Menschen an, gerade wenn es um Filme geht, die sich um Liebe und Attraktivität drehen. Demnach machen solche Besetzungen es eben wahrscheinlicher, dass man sein Geld wieder reinbekommt.

Natürlich gibt es Nischenfilme, die meist entweder mit geringeren Kosten produziert worden sind oder eben auf da besondere setzen und dies in eine spezielle Geschichte einbinden, aber eben gerade nicht Filme sind, in denen dies nicht weiter thematisiert wird, in denen also zB ohne das dies eine besondere Rolle spielt eine Transsexuelle vorkommt.

Es ist also in gewisser Weise kein Wunder, dass sich Nadine Lantzsch in diesen Filmen und Serien nicht wiederfindet:

Bis auf L-Word und Orange Is the New Black konnte ich mich bisher weniger für queere (in den verschiedenen historischen und ahistorischen Bezugnahmen und Bedeutungen des Begriffs) Serien begeistern, weil die Darstellung von Identität, Begehren, Sexualität und Beziehungen in diesen oft klischeebehaftet und für ein hetiges und anderweitig privilegiertes Publikum gemacht ist. Ja, auch L-Word zählt mitunter dazu, aber als die Serie vor genau zehn Jahren auf Pro7 in deutscher Synchronisation anlief, war es genau das, was mein von Homophobie und Kleinstadt-Mief und ausschließlich von Heten geprägtes Herz begehrte: Das Gefühl von Identifikation. Dennoch müssen sich Begehren, Sexualität und Beziehungen in Serien mit „LGBT-Fokus“ in ein hetiges, zweigenderkonformes, rassifiziertes, ableisiertes, klassenprivilegiertes Körper- und Performancebild einpassen, weil die „Masse“ der Zuschauer_innen in der Film- und Fernsehwelt als eine solche definiert wird. Umfassend privilegierte Menschen scheinen die Mehrheit der Weltbevölkerung und damit Zuschauer_innen zu stellen, obwohl das Gegenteil der Fall ist. Außerdem geht es häufig um ökonomische Ausbeutung und Verwertbarkeit queerer/widerständiger Körper und Geschichten für ein umfassend privilegiertes Publikum und je höher die angenommene oder tatsächliche Kaufkraft des antizipierten „Masse“-Publikums, desto vermarktbarer und diskriminierender die Figuren und Erzählungen.

Das es gerade Serien sind, die im übrigen eher aus dem Schema ausbrechen können, liegt daran, dass sie schlicht mehr Zeit haben, Charaktere zu entwickeln und damit auch einen Bedarf an besonderen, teilweise eben auch an stereotypen Charaktern haben, die man in einer größeren Gruppe dennoch schnell einordnen kann und deren Besonderheit man zu Handlungssträngen verarbeiten kann, gerade im Zusammenhang mit den Besonderheiten anderer. Bei Serien wie „How I met your Mother“ gibt es eben den Romantiker, den Aufreißer (der gleichzeitig Comic Relief ist um das abzufangen und sozial verträglicher zu machen), das Paar mit dem netten Beziehungsmann und der unkomplizierten Traumpartnerin, die auf die Beziehung ausgerichtet geradezu nymphoman ist, und den Loveinterest, der etwas dadurch aufgepeppt wird, dass sie Kanadierin ist. Diese Charakterzeichnungen und Besonderheiten kann man sich auch aus anderen Bereichen holen und entsprechend variieren und um so größer die Gruppe um so interessanter wird es eben auch Randthemen einzubauen. Bei einer Serie in einem Frauengefängnis bietet es sich zudem natürlich auch an, Homosexualität einzubauen, weil man dann andere Beziehungen ausbauen kann und gleichzeitig mit ein paar Nackt- und Sexszenen auch andere Interessen bedienen kann.

Auch in anderen Bereichen wirkt sich der Fehlschluss aus, er spielt beispielsweise bei einem allgemeinen „Entitlement“ herein, zB bei der Vorstellung, dass einen doch eine Frau mögen muss, dass die Gruppe der Frauen eine Frau abstellen muss, die einen mag und das sonst den Frauen anzulasten ist.

Auch die Entscheidung, mit wem man in einer exklusiven Partnerschaft leben will ist eben eine kostenintensive Frage, da sie wesentlich das Leben bestimmt. Dabei setzen die meisten Personen in bestimmten Bereichen gewisse Mindestwerte voraus, unter denen sie eine Beziehung oder eben auch nur ein näheres Kennenlernen als Vorstufe der Beziehung interessant finden. Wenn jemand wie zB Rodger Eliot als Extrembeispiel in diesem Bereich deutlich macht, dass er sich extreme Probleme hat, kein Selbstbewußtsein und einen entsprechenden Frauenhass entwickelt hat bzw eben meint, dass die Gruppe ihm etwas schuldet, dann erfüllt er diese Mindestkriterien bei den meisten Frauen nicht, genau wie umgekehrt wohl die meisten Männer an einer  Beziehung mit einer Radikalfeministin nicht interessiert wären.

Es gibt eben keinen Grundsatz, dass einer aus der Gruppe das schon übernehmen muss, sondern jedes einzelne Mitglied der Gruppe möchte für seine Situation die Lösung finden, die für ihn jeweils die Beste und Sicherste ist. Es gibt keinen Anlass, dass eine Person aus der Gruppe davon abweicht und eine suboptimale Entscheidung trifft, um Einzelinteressen einer anderen Person zu genügen. Insbesondere gibt es keinen Anlass, wenn dieser jemand erhebliche Defizite in wichtigen Bereichen mit sich bringt und man die Aussicht hat, in Zukunft einen besseren Fang zu machen, der einem nicht möglich ist, wenn man sich bereits jetzt darauf einlässt, mit dieser anderen Person etwas anzufangen.

Ein anderes Beispiel wäre die Auffassung „eine von diesen Frauen muss doch mit mir schlafen wollen, ich würde ja auch mit jeder von ihnen schlafen“. Das bewertet nicht, dass Frauen zum einen ein geringeres Interesse an Sex einfach so haben und wenn sie diesen haben eben etwas anderes brauchen als reine Verfügbarkeit und hinreichendes Aussehen, sie brauchen eben jemand, der ihre Lust weckt, ihnen ein Gefühl der Sicherheit gibt etc. Es berücksichtigt auch nicht, dass Frauen nicht das gleiche Nachfrageproblem haben wie Männer sondern eben eher ein Luxusprodukt mit hoher Nachfrage anbieten und deswegen zu ihren Bedingungen (oder jedenfalls wesentlich besser) verkaufen können. Auch hier wird die Asymmetrie des Markes und die daraus erfolgende individuelle Entscheidung nicht wahrgenommen, wenn man einfach darauf abstellt, dass die Gruppe schon groß genug ist als das einer davon bereit sein müsste (zumal „einer davon“ da auch sehr relativ ist: Meist wird auch derjenige es einengen auf „eine von den hübscheren“ oder etwas in der Art).

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Responses

  1. Hallo,

    Sie kennen diese Studie?

    http://www.pnas.org/content/110/15/5802.full

    ‚Consequently, predictions rely on less informative but more popular likes, such as ‘Britney Spears’ or ‘Desperate Housewives’ (both moderately indicative of being gay).”‘

    Abgesehen von diesen Erkenntnissen finde ich es besonders interessant, dass die meisten Leute sich beim Film wünschen dass der Loser gewinnt.

    Das kann m.E. auch durchaus ein unterprivilegierter Mensch sein, dunkelhäutig, homosexuell usw… Was zählt ist dass diese Person ungerecht behandelt wurde. Die Rache ist umso süßer.

    Selbstverständlich identifiziere ich mich eher mit einem weißen Europäer als z.B. mit Will Smith. In „Men in Black“ bin ich aber auch problemlos „Will Smith“.

    Das gilt sogar wenn der Film“loser“(held) eine Frau ist, die sich konform meinen moralischen und ethischen Regeln verhält, was in den Filmen eher selten vorkommt, was ICH z.B. persönlich als diskriminierend gegenüber den Frauen empfinde.

    Umso mehr stört mich diese stumpfsinnige, dumme, kleinkarierte, sexistische und ideologische Borniertheit vieler (Extrem)Feministinnen, die sich gerade NICHT auf solche echten Problem in der Gesellschaft berufen, sondern ihren oft lesbisch verbrämten Männerhass als DIE WAHRHEIT zum Thema Geschlechterdiskrimination weltweit verbreiten wollen.

    Das ist m.E. sehr schädlich, weil die wahren Probleme, die es m.E. auf dem Gebiet auf beiden Seiten (Mann und Frau) gibt, gar nicht angesprochen werden DÜRFEN“. Niemand soll merken wer hinter dem weltweit agierenden lesbischen Extremfeminismus steht.

    Bis auf die Politik merkt es fast jeder.

    (Wieder das Thema verfehlt?) Sorry!!!! Ganz ehrlich!!!

    Nette Grüße
    Yeph

    • @yeph

      Dafür gibt es eigentlich die Selbermachartikel, nutze die doch bitte entsprechend.

      • Ok, kein Problem 🙂

  2. Hieß der nicht Elliot Rodgers?
    Und Naddel Lantsch ist immer noch im Geschäft?

    (editiert: Wenn überhaupt dann bitte in den Selbermachartikeln, wobei das Thema hier etwas überhand nimmt)

    • @RM

      Danke, habe den Namen korrigiert

    • Elliot Rodger, ohne S.
      An mindestens einer Stelle(da wo du verlinkst) steht es noch falls.
      Okay, das andere dann in den Selbermachsamstag 😉

  3. Menschen sind eben zuerst Individuen und erst in zweiter Linie Mitglieder von Gruppen. Dass gerät z.B. bei Lantzsch völlig aus dem Blick. Wenn sie darauf hinweist, „dass es außer Heten auch noch andere Menschen gibt, die ein Recht darauf haben, ein gutes Leben zu führen“ (http://maedchenmannschaft.net/von-der-schwierigkeit-nicht-hetero-zu-sein-und-hetero-zu-kritisieren/), dann argumentiert sie nur aus der sicht einer Lesbe, die sich beeinträchtigt fühlt und erwartet, dass die anderen etwas dagegen tun. Dass das natürlich für die „Heten“ geauso gilt, spielt keine Rolle.

    Alle vertreten ihre individuellen Interessen, und niemand kann von von den anderen erwarten, dass diese ihre eigenen Interessen zu seinen Gunsten zurückstellen und z.B. das Küssen in der Öffentlichkeit unterlassen.

  4. Jetzt muß Christian aber auch mal einen schwulenfeindlichen Artikel schreiben, in dem er Homosexualität pathologisiert.

    Hier eine Inspirationsquelle: Afghanen haben Sex mit Männern, ohne schwul sein zu wollen

    Es kann nicht sein, daß die Homophobiker in der Männerbewegung ständig ausgegrenzt, stigmatisiert und als Feindbild aufgebaut werden.

    Man tut ja gerade so, als hätten wir unzählige Verbündete. Warum muß man da die Homophobiker verprellen? Ziemlich unklug.

    Hat Arne Hoffmann neulich auch gesagt.

    • Ich verprelle homophobiker gerne und was sollten die Ersatzpraktiken der Afghanen daran ändern?
      In einigen Kulturen, die keine effektive Verhütung hatten existierte vergleichbares

      • Das Problem des Verprellens von Homophobikern ist erstens, daß es kaum welche gibt und zweitens es eine Sauerei wäre, Leute mit Angststörung so zu behandeln.

        • Blub.

        • Leute verprellen, die nicht verstehen können, dass ein Fremdwort über seine direkte Übersetzung hinaus eine andere Bedeutung erlangen kann, stört mich auch nicht 🙂

        • Verprellst du dann auch Leute gerne, die den Begriff der Transzendenz nicht verstehen oder die Ironie des Gutmenschenbegriffs?

          Da scheint es ja auch eine gewisse semantische Legasthenie zu geben.

          Welche bei mir übrigens nicht vorhanden ist. Ich weiß schon, daß Homophobie eine begriffliche Fehlgeburt ist, die angeblich keine Angststörung beschreiben soll, sondern eine feindselige Einstellung.

          Dir scheint es ja recht gut zu gehen in deinem geistigen Kokon. Möge dieser Kokon lange halten, damit das Erwachen nicht allzu unangenehm wird.

          Nebenbei ist es schon erstaunlich, mit was für einem psychologischen Analphabetismus man den Artikel über die homosexuellen und pädophilen Afghanen lesen kann.

          Möge dir weiterhin solch eine ausgeprägte Homophilie beschieden sein. Damit gehörst du ganz sicher zu den besonders Guten.

          Bis das gesellschaftliche Bewußtsein sich ändert.

        • @james

          „Verprellst du dann auch Leute gerne, die den Begriff der Transzendenz nicht verstehen oder die Ironie des Gutmenschenbegriffs?“

          Ich verprelle jedenfalls gerne Leute, die meinen, dass sich hinter Transzendenz irgendwas wichtiges versteckt außer einem Rettungsanker für die Religion für den es keinerlei Anhaltspunkte gibt

        • Ich meine nicht, daß sich hinter Transzendenz etwas Wichtiges versteckt.

          Aber danke für die Demonstration deines Unwissens.

          Daß ein Leben nach dem Tode nicht im Diesseits stattfinden kann, versteht sich wohl von selbst. Dieses mutmaßliche Jenseits muß ja irgendwie benannt werden.

          Aber es ist schon erschreckend, in was für einer geistigen Monokultur du dich bewegst.

        • @james

          es gibt nur keinerlei anhaltspunkte für ein Jenseits. Ebenso wenig wie für einen Gott. Wenn du da an eine Fantasie glauben willst, dann muss ich das genauso wenig anerkennen, wie du Valhalla, den Hades oder sonstige Jenseitsfantasien anerkennst. Ich lehne Transzendenz lediglich bezüglich einer Fantasie mehr ab als du.

        • @ Kirk

          „Aber es ist schon erschreckend, in was für einer geistigen Monokultur du dich bewegst.“

          O.k, dann hier genau das Richtige für einen Transzendenz-Gläubigen wie dich. (Hatte ich dir, glaube ich, schonmal empfohlen):

          Andrew Harvey – The Essential Gay Mystics

          http://www.amazon.de/Essential-Gay-Mystics-Booksales/dp/0785809074/ref=sr_1_cc_1?s=aps&ie=UTF8&qid=1443542714&sr=1-1-catcorr&keywords=Essential-Gay-Mystics-

          Das Standardwerk über homosexuelle Mystiker. (In ihren Transzendenz-Erfahrungen scheinen diese Leute allerdings nichts erlebt zu haben, was sie davon überzeugt hätte, dass Gott homophob ist.)

        • „Blub“

          Wie würde denn der Blubmaster Leute bezeichnen, die eine tatsächliche Angststörung vor Homosexuellen haben, die es wohl gibt, und würde er diese auch so behandeln oder verprellen wollen?

        • Die sollen meinetwegen zum Psychiater gehen und sich dort mit ihrer Angststörung auseinandersetzen. Danach können sie auch gerne wiederkommen. Meinetwegen kann man das auch Homophobie nennen, dann eben in einer engeren medizinischeren Bedeutung, das ändert ja rein gar nichts am sonstigen Sprachgebrauch

        • Natürlich gibt es Anhaltspunkte für ein Jenseits. Sie sind nur nicht wissenschaftlich objektivierbar.

          Ich behaupte auch nirgends, daß es ein Jenseits gibt.

          Aber danke noch mal, daß du uns immer wieder demonstrierst, was für einen Tunnelblick atheistische Fundamentalisten haben und wie wenig sie das verstehen, wovon sie eigentlich reden.

          Ich habe bisher nirgends gefordert, daß du eine Phantasie über das Jenseits meinerseits anerkennen müßtest. Es ist immer wieder obskur, deine Aussagen zu diesem Thema zu lesen.

          Mögen wenigstens die anderen erkennen, was du hier von dir gibst. Es ist offenbar kein Anreiz für dich, wenn man dir philosophischen Analphabetismus vorwirft, dich mal ernsthaft zu hinterfragen. Du ähnelst hier sehr den Gender-Theoretikern.

          Es ist wirklich obskur, wie sehr du dich in deinem fundamentalistischen Bunker verbarrikadiert hast. Denn diese Punkte hatten wir alle schon x-mal.

          Ich setze mir mal ein Lesezeichen und verarbeite das in einem Artikel über den atheistischen Fundamentalismus.

        • „Natürlich gibt es Anhaltspunkte für ein Jenseits. Sie sind nur nicht wissenschaftlich objektivierbar.“

          Dann sind es auch keine Anhaltspunkte

        • „Dann sind es auch keine Anhaltspunkte“

          Eben. Unfassbar, dass Kirk simpelste Logik nicht versteht. Ich bin immer wieder sprachlos ob dieser Zurschaustellung von Naivität und Wunschdenken 🙂

        • Ja, immer dieses rumgerede ohne Substanz. Religion ist nun einmal eine just so Geschichte ohne die geringsten Anzeichen dafür, dass da was dran ist.

          Schon auch zu sehen an den cargo cults. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Cargo-Kult

          Auch aus der falle, dass sie für ihre Religion etwas einfordern, was sie selbst andren Religionen nie gewähren würden, nämlich Behauptungen ohne Beweis zu akzeptieren, kommen sie nicht raus

        • Yep. Religion macht mich mittlerweile nur noch verrückt 🙂 Es ist so offensichtlich ausgedachter Unsinn, mit so offensichtlichen logischen Fehlern, dass man schlicht verzweifelt wie Menschen auf so etwas Tumbes reinfallen können.

        • @Kirk
          „Natürlich gibt es Anhaltspunkte für ein Jenseits. …

          Ich behaupte auch nirgends, daß es ein Jenseits gibt.“

          Du willst aber dran glauben.
          Natürlich gibt es ein „Jenseits“. Weil es auch ein „DIesseits“ gibt und beide Begriffe zueinander ein Paar sind. Es gibt somit auch kein Diesseits.

          Für den logic epic fail von oben hätte Godzilla den facepalm gemacht, ist ja dein Lieblingsbild 😉

        • „yep. Religion macht mich mittlerweile nur noch verrückt 🙂 Es ist so offensichtlich ausgedachter Unsinn, mit so offensichtlichen logischen Fehlern, dass man schlicht verzweifelt wie Menschen auf so etwas Tumbes reinfallen können.“

          Religiöse Argumentation:
          Gott braucht keine Logik. Bzw. wer sagt dir, dass das unlogisch ist nur weil du es nicht verstehst, als kleiner Mensch? Das ist Hybris die dich in die Hölle bringen wird und wenn ich dir zu lange zuhöre, komme ich da vielleicht auch hin. Oder es würde dazu führen, dass ich mein ganzes bisheriges Leben (je nachdem, WIE religiös man denn gelebt hat) völlig Banane war. Das ist ein Gefühl, das ich gar nicht so mag. Deswegen muss ich dich jetzt leider wegen „Blasphemie“ oder so verklagen, dich anderweitig ins Abseits stellen oder gleich umbringen, damit solche Ideen keine Schule machen.

          Außerdem sind dann ja noch die, die ganz knallhart von Religion proitieren. Die an der Spitze haben doch eine Menge Einfluß und Ressourcen. Wozu so eine Spitzen-Geschäftsidee aufgeben.

        • „Bzw. wer sagt dir, dass das unlogisch ist nur weil du es nicht verstehst, als kleiner Mensch?“

          Wenn kleine Menschen es nicht verstehen, ist es müßig überhaupt über Religion zu reden, nach ihr zu leben oder sie zu propagieren. Wenn Menschen Religion nicht verstehen (können) ist sie irrelevant.

        • „Wenn kleine Menschen es nicht verstehen, ist es müßig überhaupt über Religion zu reden, nach ihr zu leben oder sie zu propagieren. Wenn Menschen Religion nicht verstehen (können) ist sie irrelevant.“

          Dafür gibt es ja die, die angeblich den Draht nach oben haben und an deren Lippen die Masse (teilweise) so begierig hängt. Priester, Pfarrer, Imame, Muftis usw.

          Außerdem sollst du es ja nicht verstehen, du sollst einfach glauben und dich unterwerfen.
          Als Gott Abraham gesagt hat, dass er seinen Sohn opfern soll, hat der ja auch nicht nachgefragt sondern es (fast) ausgeführt. Das ist doch ein schöner Beweis, dass sich Nicht-Hinterfragen total lohnt. Denn damit testet Gott Glaubensfestigkeit.
          Leute die hinterfragen, sind also potentiell gefährlich für die Religion.

    • „Ich verprelle homophobiker gerne“

      Ich auch.

    • Der Text wäre eigentlich eher ein Beleg dafür, dass Bisexualität der Normalfall ist, und Männer halt doch ohne Probleme Sex mit Männern einfach so haben könnne – was Kirk ja gerne bestreitet.

      • @adrian

        es wäre interessant, ob die Afghanen da biologisch eine Tendenz in die Richtung haben.
        meine Vermutung ist eher, dass es eine kulturelle Gegenentwicklung zur strengen Sexualmoral ist, irgendwie muss man ja den geschlechtstrieb ausleben.

        Sie scheinen ja auch eher an Jungen interessiert zu sein, vermutlich, weil diese eben weiblicher aussehen als ausgewachsene Männer

        • Faustregel: wenn man mit einem Geschlecht eng befreundet sein kann, dann kann man prinzipiell auch mit diesem Sex haben, ohne dass es einen abtörnt. Alles eine Frage der Umstände.

        • Ich kann mit Männern natürlich befreundet sein aber nichts an einem Mann spricht mich sexuell an. Ich möchte nichts sexuelles mit ihm machen.

        • Frauen sprechen mich sexuell auch nicht an. Trotzdem habe ich schon mal eine mit Zunge geküsst.
          Ein Kopfkissen spricht mich sexuell auch nicht an. Trotzdem habe ich schon mal eines gefickt.

        • Ich sag nicht, dass man sich nicht daran gewöhnen könnte, wenn man es wirklich wollte und ich vermute, das das gerade für homosexuelle aufgrund der Grundannahme Heterosexualität auch vertrauter und einfacher ist.
          Nur sehe ich wenig Anlass dazu, da Frauen für noch wesentlich ansprechender sind und diese ja unproblematisch vorhanden sind. Sollte ich mal einem längeren Aufenthalt in einem Gefängnis haben mag das anders aussehen

    • „Übrigens gilt bei Muslimen ein Mann, der einen anderen Mann fickt, nicht als schwul, sondern bloß der Gefickte. Deshalb wird in muslimischen Ländern in Wahrheit (notgedrungen) mehr Homosexualität praktiziert, als im Westen, zumal die geisteskranke Separation der Geschlechter in diesen Gefilden ihr Übriges tut. Z. B. gibt es keinen einzigen afghanischen Mann, der noch nicht von einem anderen Mann als Kind oder Jugendlicher gefickt wurde – oder umgekehrt.“

      http://der-kleine-akif.de/2015/07/02/arschlochdehnen-auf-cduisch/

      • Ab 3:55.

        Ganz generell.

        • Ich weiß noch wie hart mich mein afganisch-muselmanischer Klassenkamard angeschwult hat -inklusive Griffe in den Schritt und an meinen Arsch. Fand ich nicht weiter schlimm, aber hab ich so nichtmal mit bekennenden Schwulen erlebt – nix was ansatzweise dem gleichkäme.

          Bin mir sicher das Pimmelfechten etc. zum Repertoire eines jeden Koranschülers gehört.

          Habe auch mehr als einmal beobachteten können, wie sich Jungtürken in der Dusche des Hallenbades gegenseitig eingeseift haben.

          Ich finde das hier trift die Verlogenheit/Ignoranz dieser Ethnien bzgl. auch ihrer eigenen Homosexualität ganz gut.

          Ist bestimmt kein zufall, dass sich unsere Kanax hier gegenseitig mit Wangenküsschen begrüßen und sich als „brudah“ und „Brudi“ anreden 🙂

        • Diese ganze Kanax-Gangster-Subkultur ist auch hochgradig schwuchtlig/tuckig.

          http://www.graphizzle.de/no-homo/

        • https://www.google.de/#q=porta+potty+dubai
          googelt das mal lol

      • Vielen Dank für diese Einlassungen. Ist mir auch schon aufgefallen dieses Herumgeschwule unter Türken. Habe mich immer gewundert, was das soll.

        Wie oben zu sehen, haben ein paar Weicheier in der Männerbewegung größte Probleme, sich mit der Frage der Pathologie von Homosexualität zu beschäftigen. Ist immer wieder lustig, wie diese Leute alles ausblenden, was nicht in ihr Weltbild paßt.

        Sie sollten eine Religion gründen und die Natürlichkeit der Homosexualität als transzendentale Wahrheit postulieren.

        • „Herumgeschwule unter Türken“

          Deshalb ist dieser Akif auch so tuckig?

          „Natürlichkeit der Homosexualität als transzendentale Wahrheit“

          Als natürliche Tatsache.
          Das mit der „transzendentalen Wahrheit“ ist eher dein Ding.

  5. Interessanterweise scheint der neue Film „Stonewall“ ja zu floppen, obwohl (?) der Haupdarsteller normativ und attraktiv geframed wurde, was allerdings bereits vorher zu heftiger Kritik geführt hat.
    http://www.queer.de/detail.php?article_id=24694&pk_campaign=LSVD

    • Ich kenne nur die story hier:
      https://en.m.wikipedia.org/wiki/Stonewall_(2015_film)

      Da fehlt ja recht eindeutig eine heterosexuelle Liebesgeschichte. Wenn man aus den Untergang eines Schiffes und dem Tod vieler Menschen eine der größten Liebesgeschichten machen kann, dann hätte das hier auch gehen können.

      • „Da fehlt ja recht eindeutig eine heterosexuelle Liebesgeschichte.“

        Das ist ja auch gut so. Das fehlte noch, dass unsere Geschichte auch noch mit Heterosexualität infiltriert wird.
        Im Übrigen fehlt in vielen Filmen eine heterosexuelle Liebesgeschichte. Und „Queer as Folk“ hatte auch keine, war aber erfolgreich.

        • Das ist eben der Vorteil einer Serie. Sie kann Charaktere entwickeln und man zahlt auch nicht zehn Euro eintritt pro Person.
          Zudem war es eben im wesentlichen eine dreiecksliebesgeschichte, gemischt mit einer klassischen Verteilung gewisser stereotyper Charaktere, ein friends im schwulenbereich bei der homophobie nur an Rande eine Rolle spielte.
          Interessanterweise wäre Brian als hetero mit zwei frauen, einer sehr jungen, bei der er erzählt, das er nur Sex will und seiner besten Freundin, die ihn schon immer liebte, glaube ich nicht gegangen. Er wäre glaube ich herzloser und ausbeuterischer rübergekommen

        • Was ist mit Brokeback Mountain? Da kommen zwar zwei heterosexuelle Ehen vor, aber es ist wohl kaum ein heterosexuelle Liebesgeschichte.

    • HOFFENTLICH floppt der. 😀
      Hab am Sa. auch was drüber geschrieben.

      • Die Frage ist m. E. ob dieses „das waren alles farbige lebische Transpersonen im Rollstuhl“ nicht auch bereits ein Zeitgeist-Mythos ist. Schaut man sich Fotos des Stamnklientels des damaligen Stonewall Inn an, stellten weiße Cis-Männer selbstredend die Mehrheit.

      • Er transportiert dich immer noch eine gute Botschaft. Warum wäre es gut, wenn er floppt? Es schreckt ja dann eher andere Filmemacher ab.

        • Was ist denn aus deiner Sicht die gute Botschaft, die er transportiert?

        • Toleranz, Verständnis dafür, dass da auch nur zwei Leute sind, die eine Beziehung führen wollen und sich lieben, die Ungerechtigkeit sie daran zu hindern

        • Ich glaube nicht, dass Menschen, die das nicht sowieso schon so sehen, sich den Film anschauen, sondern meine, dass vor allem Menschen aus „der Community“ und Allies daran interessiert sind, den Film zu sehen.
          Wenn nun aber ein Film, der die Hintergründe von Pride Walks und CSDs beleuchtet, den Fokus auf einen „heterosexuell handelnden“ Cis-Mann legt, um doch bloß das heterosexuelle Cis-Publikum anzusprechen, wo es gerade darum geht, alles, was eben NICHT ins heteronormative Weltbild passt, zu feiern und sich trotzdem, dass das gesamtgesellschaftlich nicht unbedingt positiv bewertet wird, zu zeigen, passt das für mich nicht zusammen.

  6. Hallo nocnmal,

    Ich muss gestehen, dass ich den Artikel nicht vollständig verstehe:

    Sie schreiben:

    ‚Eine dies nicht beachtende Fehlvorstellung ist der “Einer aus der Gruppe muss doch auch mal was für X machen”-Effekt. Demgegenüber steht das “Nischenprodukt”.‘

    Anderseits schreiben Sie:

    ‚Ein anderes Beispiel wäre die Auffassung “eine von diesen Frauen muss doch mit mir schlafen wollen, ich würde ja auch mit jeder von ihnen schlafen”.‘

    Handelt der Artikel von den Erwartungen einzelner Personen dass doch mal gefälligst jemand was zu dem oder dem Problem tun sollte, wie bei dem Witz: Frau sagt zu ihrem Mann „Schau Hermann, die Welt geht unter, dann tu doch endlich mal was“.

    Oder handelt der Artikrel über die Medien, Politiker, Aktivisten, Filmindustrie usw. die sich nicht genug um Minderheiten kümmern, hier aus der Perspektive des Einzelnen, der nicht versteht wieso seine sexuelle Ausrichtung oder seine seltene Krankheit nicht berücksichtigt wird?

    Die angesprochenen Feministinnen die „Heteronormativität“ verlangen sind doch ein Paradebeispiel von ebenjenem Fehlschluss, dass gerade SIE sich selbst als eine dieser Minderheiten verstehen, wobei sie den Ausschluss der Mehrheit der Männer (als Minderheit oder als diskriminiert) geradezu mit allen Mitteln erzwingen.

    Geht es um die Vorstellung des Einzelnen auf die Anerkennung seines spezifischen Problems oder um den Fehlschluss einer Gruppe von Personen, die sich als ausserhalb der Norm sieht (z.B. der Feminismus)?

    Ein Männerrechtler würde sich wohl kaum als Minderheit ansehen. Wogegen Frauenrechtler dies quasi als Rechtfertigung gebrauchen, wenn sie sich so daneben benehmen.

    In ihrem Artikel sieht es aber fast so aus, als wollten Sie das Problem auf die ganze Gesellschaft ausdehnen, bzw. wie DIE mit der Vielfalt und den Minderheiten umgeht.

    Besonders interessant finde ich das Problem, wenn es um Leben und Tod geht, wie bei seltenen Krankheiten. Oder die Diskussion um die Pflege der Alten. Hier sieht selbstverständlich jeder erst einmal sein Problem als das Wichtigste an.

    Bei den Feministinnen habe ich immer noch nicht so recht verstanden, wie sie sich als Minderheit betrachten können. Sie beherrschen ja fast 90% der medialen Aufmerksamkeit. So werden 70 Tote wegen Magersucht problemlos als dringenderes Problem angesehen als 10.000 Selbstmorde.

    Dann stellt sich nicht das Problem, ob man die Minderheiten berücksichtigt, sondern mit welchem Aufwand man am meisten Leben retten kann.

    Zu ihrem letzten Beispiel kann ich nur sagen, dass ich es als sehr unwahrscheinlich ansehe, dass Männer das verlangen. Als „Reductio ad Absudrum“ finde ich es jedoch sehr treffend.

    MfG
    Yeph

  7. Kommen wir da nicht wieder auf die Subjekt/Objekt Dichotomy und „acted upon“ vs. „acting“? Mit anderen Worten, typische Feministische Terminologie und victim-culture?

    Im Grunde die Idee „Warum soll ich was tun, wenn andere es für mich tun können“, bzw. sogar soweit, dass die Gedanken in Richtung „Ich kann nichts tun, man muss für mich tun“ gehen.

    Früher habe ich das immer für ein Anspruchsdenken gehalten, aber mittlerweile habe ich immer mehr das Gefühl, dass die Leute die so denken tatsächlich mit jeder Faser ihres Seins glauben, was sie da sagen. Sie können nichts tun, nicht einmal, weil sie nicht glauben, dass sie es schaffen, sondern weil für sie die Welt ein Ort ist, der nicht zulässt, dass sie etwas tun.

    Was natürlich auch wieder in die Theorien von Privilegien, Patriarchat und ähnlichem geht.

    In dem Zusammenhang hatte ich in letzter Zeit öfter einmal Gedanken zu Macht, die ja da auch immer eine Rolle spielt. Insbesondere habe ich über Momente nachgedacht, in denen ich in irgendeiner Weise Macht hatte (z.B. Leitung einer Gruppe, etc.).

    Eine Sache die sich für mich herauskristallisiert ist, dass ich in den seltensten Fällen aktiv nach der „Macht“ gegriffen habe. Vielmehr habe ich lediglich die Aktionen ausgeübt, die für die entsprechende Position entscheidend sind. Wenn also z.B. im Studium in Gruppenprojekten Arbeitsaufträge verteilt wurden, und niemand sich äußern wollte, habe ich irgendwann das Steuer in die Hand genommen und angefangen das zu organisieren. Dadurch war ich dann plötzlich der Gruppensprecher. Mehrfach und in unterschiedlichsten Konstellationen.

    Im Kleineren habe ich das auch in diversen Foren mitbekommen, nicht nur bei mir, sondern auch bei anderen. Dort sehe ich 2 Arten von Moderatoren. Die eine Sorte sind die die so schnell wie möglich Moderator werden wollen, sobald sie in einem Forum sind, einfach weil sie unbedingt jede noch so minimale Macht ergreifen wollen, einfach um sie zu haben. In dem Zusammenhang lässt sich ja auch wunderbar noch einmal Gamergate nennen, und die Art und Weise wie Diskussionen da systematisch geblockt und gelöscht wurden von eben diesen Leuten.
    Auf der anderen Seite wurde mir und auch anderen nach langer Zeit in einem Forum, einer Gruppe, wie auch immer, und entsprechender Präsenz und Handelns irgendwann der Moderatorstatus verliehen, damit wir das was wir eh schon gemacht haben besser und offiziell machen können.

    Letztlich zeichnet sich da für mich ab, dass es da im wesentlichen 2 Arten von Menschen gibt. Die einen, die eben einfach machen, und solche die glauben, dass es einer bestimmten Machtstellung bedarf um etwas machen zu können. „Die anderen aus der Gruppe X“, das sind dann eben die mit Macht, und die müssen eben was für mich tun, weil ich habe ja keine Macht, kann also nichts tun.

    • „Im Grunde die Idee “Warum soll ich was tun, wenn andere es für mich tun können”, bzw. sogar soweit, dass die Gedanken in Richtung “Ich kann nichts tun, man muss für mich tun” gehen.“

      Genauer: „Ich will/brauch nichts zu tun (weil victim blaming), man(n) muss für mich tun.“

      Genau genommen ist das eine ganz normale Einstellung ganz normaler Frauen. Wie viele Mädchen gehen schon mit gebremster Energie durch die Schulzeit, weil sie eh in der Erwartung aufwachsen, irgendwann vom Gehalt ihres Mannes (ob verheiratet oder nicht) zu leben.
      Ich hab zuhause zwei Mädel, bei denen mich manchmal das Gefühl beschleicht, sie studieren eher lustlos vor sich hin, bis ihnen eine feste Beziehung/Ehe die Übernahme einer klaren Frauenrolle ermöglicht.

      • Naja, das „so vor sich hin studieren“ kenne ich als Vertreter der männlichen Gattung aber auch. Das hat nichts so sehr mit klassischen Rollen als vielmehr mit fehlender Zielsetzung zu tun. Mir ist es passiert als ich „ich studiere Elektrotechnik“ entschieden habe, anstatt zu überlegen „ich würde später gerne X machen“. Es stellt sich heraus, X passte nicht zu Elektrotechnik, und so habe ich dann 4 Jahre lustloses Studium geschmissen und nochmal von vorne angefangen.

        Was aber wohl stimmt ist, dass sowohl Mann als auch Frau zu „traditionellen“ Rollen tendieren, wenn die Zeiten wirtschaftlich schlechter werden. Nun stehen wir in Deutschland ja durchaus noch ganz gut da, aber ich denke, dass auch bei uns dieser Einfluss schon zu spüren ist.

        Wobei da ja noch hinzu kommt, dass der Berufswunsch „Hausfrau und Mutter“ ja heutzutage von allen Seiten verpönt ist. Wie kann man nur, das ist doch so letztes Jahrhundert und außerdem stärkt es das Patriarchat und… jede Menge anderer Unsinn. In meiner Abschlussklasse war eine Frau dabei, deren sehnlichster Wunsch es war, Hausfrau und Mutter von mindestens 4 Kindern zu sein. Ich find das toll, und keineswegs rückwärts gewandt oder sowas. Besser als auf Teufel komm raus „Karriere“ machen zu müssen.

        „Genau genommen ist das eine ganz normale Einstellung ganz normaler Frauen.“

        Darauf wollte ich nochmal genauer eingehen. Ich stimme dir zu, in dem Fall, wo „Macht“ oder „Führungsposition“ nicht nur als Privileg, sondern in erster Linie als Pflicht, als Verantwortung verstanden wird. Da würde ich wieder die männliche Experimentierfreude gegenüber dem weiblichen Sicherheitsbedürfnis stellen. Das zeigt sich ja schon auf Ebene der DNA, wo auf dem Y Chromosom mehr „experimentiert“ wird, als woanders, eben weil die Natur es sich beim Mann leisten kann. So hätten wir hier also Männer die bereit sind das Risiko und die Bürde auf sich zu nehmen, die solche Stellen beinhalten, was aber eben auch bedeutet, dass mehr von ihnen scheitern werden, während Frauen eher den sicheren Mittelweg gehen.

        Wenn eine solche Machtposition aber sicher ist, also Macht ohne Verantwortung, sieht das schon wieder anders aus, denke ich. Da gibt es ja nichts mehr zu verlieren.

        • „Wobei da ja noch hinzu kommt, dass der Berufswunsch “Hausfrau und Mutter” ja heutzutage von allen Seiten verpönt ist.“
          Ist das so?

        • „Ist das so?“

          Ich hatte mal ein Mädel kennengelernt, die wollte auf jeden Fall Mutter werden, so früh wie möglich.
          Die hat das auch knallhart durchgezogen. Mit 16 kriegte sie nen dicken Bauch, mit 17 hatte sie ihr Ziel erreicht – kurz nach dem Abitur.
          Ich habe sie noch etwa fünf Jahre sporadisch erlebt und muss sagen, sie hat wirklich ihre Erfüllung gefunden. Sie war mit 20 erwachsener (im positiven Sinne), als manche 45jährige. Eine selbstbewusste, souveräne Frau, wie man(n) sie sich nur wünschen kann und in deren Nähe man sich wohlfühlte.

          Keine Ahnung, was aus ihr geworden ist, aber sie war eine der ganz wenigen Frauen, die ich als Hausfrau und Mutter als vollkommen authentisch empfand.
          Wenn also eine Frau Hausfrau und Mutter sein will, sei es ihr gegönnt. Nervig sind nur Frauen, über die wir hier beinahe täglich lesen; die ihr Muttersein als Tragödie in die Welt schreien und nur Hausfrau sind, weil Siemens sie nicht durch die gläserne Decke hindurch in den Aufsichtsrat lässt.

        • Eben – ich kenne auch genügend Frauen, die glücklich damit sind, und bekomme zumindest nichts davon mit, dass das verpönt wäre. Meinem Eindruck nach ist immer noch eher das Gegenteil der Fall, also, dass Frauen, die sehr schnell nach der Entbindung wieder arbeiten gehen, schief angesehen werden.

          (Und ja, natürlich gibt’s auch genügend Feminist_innen, die der Ansicht sind, Frauen würden sich nur einreden, damit wirklich glücklich zu sein. Die sehe ich durchaus, aber meinem Eindruck nach ist es nicht die Mehrheit der Menschen, die das so sieht.)

        • @missmindf0ck
          „Ist das so?“

          Ich habe es so erlebt. Das Mädel aus meiner Klasse z.B. hat jedenfalls von allen Seiten Verachtung für diesen Wunsch geerntet, weil sie sich damit ja jede Chance auf Karriere verbauen würde usw. Vielleicht war es in meiner Klasse auch besonders krass, weil da sehr viele Karrierefrauen draus entsprungen sind, das mag natürlich sein.

        • Ich erlebe es leider auch so, dass die Frauen die arbeiten (mit solchen habe ich hauptsächlich zu tun) sehr verächtlich auf Hausfrauen herabsehen. Sogar halbtags Arbeiten wird oft als Schmach, Makel angesehen.

          Ich habe ausserdem das Gefühl, dass sich sehr viele Frauen nach diesen Rollenbildern orientieren und sogar diese Rollenbilder den Männern anlasten, obschon das absolut gar nicht der Fall ist. Die meisten Männer die ich persönlich kenne überlassen ihren Frauen und Freundinnen komplett allein die Entscheidung wie sie leben/arbeiten wollen.

          Ich kenne viele Männer dessen Frauen nicht einmal das Buch von Arne Hoffmann sehen dürfen, weil sie Angst davor haben.

          Komische patriarchalische Strukturen gibt es … 😉

          Diese Haltung alle Problem aussen zu sehen, erkenne ich leider bei sehr vielen Frauen. Fehler, Irrtümer, falsche Lebensentscheidungen gibt es nicht, darf es nicht geben, jedenfalls nicht nach aussen, FRAUEN entschuldigen sich NIE. Sorry für diese Pauschalisierung, die Gott sei’s gedankt, oder der Mutation, es gibt auch Ausnahmen. Es kann auch nicht sein, dass Männer grössere oder wichtigere Probleme haben als Frauen. Das wird sogar gesamtgesellschaftlich negiert.

          Das wird immer grotesker je offensichtlicher eine Frau sich daneben benommen hat und der Mann deswegen Probleme hat. Er kann bis zum Ende des Universums auf eine Entschuldigung warten.

          Frauen die jemanden falsch beschuldigt haben vertrauen das, oh Wunder, der Universitätsstudie an, aber so gut wie nie dem Opfer selbst.

          Diese gabze Opferkultur mitsamt der Schuldanerkennungsverweigerung macht die Gesellschaft von Frauen allmählich unerträglich für Männer. Und NUR für einen F… sich selbst, seine Integrität, seine Ethik und Moral aufzugeben? Sorry. Nichts für mich.

          MfG
          Yeph

      • @carnofis

        „Ich hab zuhause zwei Mädel, bei denen mich manchmal das Gefühl beschleicht, sie studieren eher lustlos vor sich hin, bis ihnen eine feste Beziehung/Ehe die Übernahme einer klaren Frauenrolle ermöglicht.“

        Die meisten Frauen, die ich kenne, haben ihr Studien durchaus durchgezogen. Ich würde das daher nicht so sehen.
        Auch wenn ich den Ausspruch „und wenn es schief geht, dann heirate ich eben und bekomme Kinder“ durchaus häufiger gehört habe, wenn auch mehr im scherzhaften ton

        • „Die meisten Frauen, die ich kenne, haben ihr Studien durchaus durchgezogen. Ich würde das daher nicht so sehen.“

          Also, zumindest bei der Älteren habe ich auch keine Bedenken, dass sie das Studium zielstrebig beendet.
          Vielleicht bin ich auch wirklich ungerecht und das Argument von Paul, dass es auch genügend männliche lustlose Studenten gibt, ist sicherlich richtig.
          Aber ich sehe so Null naturwissenschaftliches Interesse, oder irgendeine Begeisterung dahingehend. Zuhause liegen nur Modezeitschriften herum und im TV kommen sie über diese unsäglichen Sitcoms nicht hinaus. Schon wenn ich am Wochenende komme und Nachrichten sehen will, verdrehen sie genervt die Augen.

          Aus meinem eigenen Selbstverständnis heraus erwarte ich einfach mehr.
          Zuviel?

          „Auch wenn ich den Ausspruch “und wenn es schief geht, dann heirate ich eben und bekomme Kinder” durchaus häufiger gehört habe, wenn auch mehr im scherzhaften ton“

          Das mag aus der Situation heraus scherzhaft gemeint sein, ist aber tatsächlich eine reale Option, auf die Frauen zurückgreifen können.

          Eine berühmte österreichische Soziologin – Name habe ich vergessen – erzählte mal in einer Rundfunksendung über ihr Leben und ihre Arbeit. Da konnte man erfahren, dass sie nach dem Ende ihres Studiums noch keine so rechte Lust auf Erwerbsarbeit hatte und sich auch noch nicht so richtig thematisch orientieren konnte. Ganz freimütig erzählte sie: „Da nahm ich erstmal meine Schwangerschaft und setzte ein paar Jahre aus“.
          Toll, wenn ich das auch gekonnt hätte.

          Und erst recht, wenn das auch noch jemand unbegrenzt finanziert hätte.


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