Konservative Geschlechterrollen: Der starke Mann

Die konservativen Geschlechterrollen geben vor, dass Männer stark sein sollen. Darunter kann man sicherlich vieles verschiedenes verstehen, aber im Grundsatz erforderte „ein Mann sein“ immer Punkte wie

  • stark sein
  • seine Gefühle beherrschen
  • etwas leisten
  • etwas sein
  • sich hervortun
  • sich Herausforderungen stellen
  • nicht klagen

Und viele weitere Vorgaben dieser Art. Sie bilden aus meiner Sicht den Grundsatz vieler Probleme für Männer und insoweit wäre dem Genderfeminismus sicherlich zuzustimmen, dass eine Lockerung der konservativen Geschlechterrollen durchaus einige Vorteile mit sich bringen würde.

Allerdings ist natürlich gleichzeitig auch zu beachten, dass viele dieser Eigenschaften Ausprägungen intrasexueller Konkurrenz und Signalling in Hinblick auf einen hohen Partnerwert sind. Es sind idealisierte Anforderungen an bestimmte Aspekte eines Alphamanns. Natürlich gehören auch viele positivere Eigenschaften dazu, die gerne unter den Tisch gekehrt werden, von Fürsorge und Schutz, von Kooperation und Partnerschaft. Es wäre auch zu hinterfragen, inwieweit man es tatsächlich als konservativ betrachten kann, es gibt wohl kaum eine Gesellschaft, die sich wirklich von diesem Ideal, sei es in aufgelockerter Form, von ihnen verabschiedet hat. Natürlich gab es auch andere Formen, etwa Sturm und Drang oder der „Softie“, aber letztendlich haben sich diese nicht wirklich durchgesetzt.