„Frauen sollten in die Vorstände aber ich als Frau will die Arbeit nicht, ich hab ja die Kinder“

Adrian bringt ein interessantes Beispiel, welches denke ich gar nicht mal so selten ist:

Bei mir gab es neulich auf der Arbeit eine Diskussion mit einer Kollegin, die gemeint hat, es wäre an der Zeit, dass der “Boysclub” bei uns im unteren Management (zu dem ich gehöre) eine Ende findet und dass man bei der nächsten Ausschreibung eine Frauenquote berücksichtigen sollte. Der Einwand, es bewerben sich kaum Frauen auf diese Position (obwohl etwa die Hälfte der regulären Angestellten Frauen sind) nahm sie zwar zur Kenntnis, insistierte aber weiterhin auf diesen Punkt. Schließlich wurde sie gefragt, warum sie sich nicht bewerbe. Das ginge nicht, meinte sie, sie habe schließlich ein Kind, und sie könnte das zeitlich nicht stemmen. Quelle surprise.

Ich denke viele Frauen sind der Auffassung, dass mehr Frauen in Vorständen sein wollen, aber sie selbst planen ihr Leben ganz anders. Dennoch meinen sie eben, dass andere Frauen das schon anders gemacht haben werden und die dann eben die Arbeit „für die Gruppe“ machen sollen.

Ich denke da unterschätzen sie den Effekt, den bereits kleine Unterschiede haben können und der dazu beiträgt, dass sehr wenige Frauen die Mühen wirklich auf sich nehmen wollen. Selbst in Parteien, die aufgrund ihrer Frauenquote verzweifelt Frauen suchen, die Jobs übernehmen wollen, in denen die Chancen für Frauen also sehr gut sind, gestaltet es sich sehr schwierig, die passenden Frauen zu finden.

Natürlich muss man sich dann auch fragen, ob es den selben Effekt auch bei Männern gibt. Viele Männer wollen vielleicht mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, aber dafür die Berufstätigkeit einschränken wollen sie dann vielleicht auch wieder nicht. Auch hier halten sich die Rollen beständig.

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84 Gedanken zu “„Frauen sollten in die Vorstände aber ich als Frau will die Arbeit nicht, ich hab ja die Kinder“

  1. Was ist größer?
    Der Hang zur Stutenbissigkeit oder die weibliche In-Group-Bias?
    Die gelebte Erfahrung, lieber unter einem männlichen Chef zu arbeiten, oder die Illusion der Moderne, Frauen seien „die Guten“?

    Schon doof, wenn man nur mit dem Herzen sieht und die Augen nicht aufkriegt.

    • Also, mit dem Herzen zu sehen ist schon mal nicht schlecht. Das Problem ist ja, daß nicht mit dem Herzen gesehen wird, sondern mit der Tränendrüse, um mal ein passendes Bild zu bemühen.

      Wer mit dem Herzen sehen könnte, würde in der aktuellen Asylkrise auch die Bedürfnisse der heimischen Bevölkerung berücksichtigen, würde die fragwürdigen Motive vieler Invasoren sehen können, das respektlose Verhalten nicht weniger dieser Leute etc.

      Die Empathiefähigkeit wäre nicht durch Ideologie beeinträchtigt.

      Es fehlt ja gerade an Herzensbildung. Gerade bei den Gutmenschen. Wobei es auf der anderen Seite eben auch die Tendenz zu rechtem Zynismus als Antwort auf linkes Gutmenschentum gibt.

      Wer mit dem Herzen sehen könnte, würde registrieren, daß die Anzahl weiblicher Führungskräfte irrelevant für das Ideal der Gleichberechtigung ist und es keinen zwingenden Zusammenhang zwischen Prozentanteilen und dem Grad der Gleichberechtigung gibt.

      Aber diese einfache Analyse ist wohl schon zu „sophisticated“. Sie ist einfach zu schlicht. Zu entwaffnend. Zu unangepaßt. Gerade bei dieser Thematik sieht man, was ein pervertierter und aufgeblasener Intellekt alles anrichten kann.

      • @kirk
        „Wer mit dem Herzen sehen könnte, würde registrieren, daß die Anzahl weiblicher Führungskräfte irrelevant für das Ideal der Gleichberechtigung ist…“

        Wer nur mit dem „Herzen sieht“, der kann den Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gleichstellung vielleicht nicht mehr recht wahrnehmen, denn dafür brauch man auch den Verstand.

  2. Es ist hier doch schon angesprochen worden: Es werden mehr Frauen in Vorständen und in MINT-Fächern gefordert, aber man selber will lieber seine Kinder großziehen oder Genderwissenschaft studieren.

    Natürlich ist das dann bei Männern nicht anders, wer wechselt schon gerne Windeln?

    Spricht natürlich alles in allem dafür, dass die traditionellen Rollen doch nicht so sozial konstruiert sind, wie unterstellt wird.

    • Diese Traditionellen Rollen existieren aber erst seit der Industrialisierung. Vorher haben sich Männer und Frauen um die Aufzucht und um die Arbeit gekümmert.

    • @mocho
      „Spricht natürlich alles in allem dafür, dass die traditionellen Rollen doch nicht so sozial konstruiert sind, wie unterstellt wird.“

      Es gibt auch eine andere Deutung:
      Die soziale Bestätigung von „traditionellen Rollen“ ist ungebrochen und die Forderung nach „Frauen in Vorständen“ etc zielt lediglich darauf ab, dass möglichst viele Kader des Feminismus in Machtpositionen gehievt werden können. Unter dem Vorwand für „alle Frauen“ zu sprechen.

      Denn wo würde der Feminismus denn Frauen dazu auffordern, sich Mühe zu geben, etwas zu leisten, die Besten sein zu wollen?
      Statt dessen ist doch immer nur die Rede davon, dass es „den Frauen“ zustehen würde, sie das verdienen würden (ohne Leistung, wegen Gleichstellung und eben weil sie „Frauen“ wären, etc).

    • Belege?

      Auch in vorindustriellen Zeiten wird es eine deutliche Gewichtung gegeben haben. Das Leben war aber ganzheitlicher, weil Arbeits- und Wohnstätte eins waren. Diesen Effekt meinst du wohl. Aber auch dort wird sich vor allem die Mutter um die Kinder gekümmert haben.

      Habe sogar eine Illustration vor meinem geistigen Auge, die aus der Frühen Neuzeit zu stammen scheint, vielleicht 17. oder 18. Jahrhundert. Da sieht man affirmativ die Frau als Kindeserzieherin beschrieben.

      Bist du Gender-Theoretiker?

      Dann hinterfrage mal die Kategorisierungen in Mensch und Tier sowie Stadt und Land.

      Es gilt einen epochalen Schwindel aufzudecken!

      • @kirk
        Dann schlag mal ein Geschichtsbuch auf. Kinder wurden sehr schnell zu ihrem jeweiligen Geschlecht gebracht und von diesem grossgezogen, damit sie die Fertigkeiten erlernen konnten, die sie benötigt haben. Desweiteren, auf einem Bauernhof hat jeder Erwachsene die Kinder erzogen, geht gar nicht anders.

        Erst in der Industrialisierung kam die Versorgerehe auf, aufgrund der 16 Stunden Schichten und langen Arbeitswege der Männer.

        • @imion
          „Erst in der Industrialisierung kam die Versorgerehe auf“

          Wobei noch zu ergänzen ist, dass die mehr oder minder höher gestellten Mitglieder der sich formiert habenden bürgerlichen Gesellschaft ihre Kinder alsgleich nach der Geburt weggegeben haben und auch später nur noch losen Kontakt unterhielten. Die Überlebensrate war miserabel. Dies änderte sich erst durch die Implementierung der „traditionellen Geschlechterrollen“.

        • @alex
          „Die Überlebensrate war miserabel. Dies änderte sich erst durch die Implementierung der “traditionellen Geschlechterrollen”.“
          Ob das allein daran gelegen hat…..auch während der Industrialisierung sind ja noch etliche Kinder gestorben.

          @christian
          Klar. Unter dem Punkt Arbeitsteilung:
          https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%A4ger_und_Sammler

          Und noch weiter:
          https://www.cai.org/de/bibelstudien/die-familie-wiederherstellen-erholung-von-der-industrialisierung

          “ Die häuslichen Fähigkeiten der Mutter: Backen, Kochen, Nähen usw. wurden im Haus dringend benötigt. Die Kinder arbeiteten von jungen Jahren an eng mit ihren Eltern zusammen. Der Vater arbeitete mit den Söhnen auf dem Feld (oder in seinem Handwerk), die Mutter mit den Töchtern im Haus. Die Kinder lernten nicht nur die Fertigkeiten, sondern gleichzeitig auch Charakter und Werte.“

          So, damit sollte nun endgültig schluss sein mit, „Es ist biologisch das Frauen zu Hause bleiben wollen und Männer Karriere machen wollen und nicht um die Kinder“.

          • 1. Du willst nicht ernsthaft eine Seite über bibelstudien als ernsthafte Quelle bringen
            2. da geht es nicht um Jäger und Sammler, sondern um Ackerbau
            3. ich habe nie gesagt, dass Frauen aus biologischen gründen zu Häuse bleiben müssen. Ich habe gesagt, dass sie aus biologischen gründen eher Kinderbetreuung übernehmen

        • @imion
          „Ob das allein daran gelegen hat…..auch während der Industrialisierung sind ja noch etliche Kinder gestorben.“

          Nein, es gab da wirklich eine geziele Umkrempelung der Gesellschaft, die die Überlebensrate der Kinder wesentlich verbesserte. Dass die Kindersterblichkeit nicht ganz wegging ist auf die Infektionskrankheiten, die noch nicht im Schach waren, und auf andere Faktoren (allg. med. Versorgung, Umweltverschmutzung, etc) zurückzuführen.

          Damals sind unsere „traditionellen Geschlechterrollen“ wie wir sie heute kennen, entstanden.

          • Die traditionellen Geschlechterrollen bestanden dem Grunde nach, wenn auch nicht in dieser Ausformung schon sehr sehr lange, schließlich sind wir Säugetiere.
            Es gibt auch keine Gesellschaft, für sich wirklich von ihr gelöst hat oder welche würde dir da vorschweben?

        • @christian
          1. Doch, denn diese haben im gegensatz zu dir schon mal in ein Geschichtsbuch geblickt.

          2. Zu Jägern und Sammlern steht im Wiki Artikel etwas. Auch hieraus ist abzuleiten, das sich nicht nur Frauen um die Kinderaufzucht gekümmert haben. Insbesondere euer „der Mann hat die Frau mit der Jagd versorgt“ wird dort knallhart wiederlegt.
          Weiter, warum sollte es bei einer Jäger und Sammlersippe anders sein, als auf einem Hof der vorindustrialisierung? Warum sollte sich da was ändern? Die bedingungen sind fast identisch.

          3. ausser Mich geben, welche Biologischen Gründe währen das?

          „Die traditionellen Geschlechterrollen bestanden dem Grunde nach, wenn auch nicht in dieser Ausformung schon sehr sehr lange, schließlich sind wir Säugetiere.“
          Nein, woher nimmst du dieses Wissen? Auch bei Säugetieren kümmert sich nicht allein das Muttertier um die Aufzucht.

          „Es gibt auch keine Gesellschaft, für sich wirklich von ihr gelöst hat oder welche würde dir da vorschweben?“
          Was heist gelöst? Bei Indianerstämmen ist es immer noch so, das die Männer die Jungs aufziehen. Nur überall dort, wo der Europäische Einfluss durch die Kolonialisierung massiv war, dort gibt es die „Tradtionelle Geschlechterrolle“, sprich das, was während der Industrialisierung entstanden ist.

          @alex
          „Nein, es gab da wirklich eine geziele Umkrempelung der Gesellschaft, die die Überlebensrate der Kinder wesentlich verbesserte. “
          die da wäre? Allein mit Kinder weggeben ist es halt nicht getan. Was gemacht wurde, ist die Kinderarbeit zu verbieten. Nichtsdestotrotz, ist es erst während der Industrialisierung entstanden, das sich die Frau allein um die Kinder gekümmert hat. Ging nicht anders, da der Mann 16 Stunden am Tag gearbeitet hat, plus Arbeitsweg. Vorher war es halt anders, da man die Kinder direkt auf dem Hof und um sich rum hatte.

  3. Klar gibt es das auch bei Männern. Im fussball sagt man „leo“…wenn keiner leo sagt wissen beide, dass einer von ihnen nun aus dem Quark kommen muss.

    Frauen fehlt mehrheitlich das „leo“: „Ich machs!“

    Zumindest in Sachen karriere.

  4. „Viele Männer wollen vielleicht mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, aber dafür die Berufstätigkeit einschränken wollen sie dann vielleicht auch wieder nicht“
    Doch, wollen sie, aber das habe ich dir schon vor Jahren gepostet.

  5. @adrian
    „Diskussion mit einer Kollegin, die gemeint hat, es wäre an der Zeit, dass der “Boysclub …”

    Tja, die Folgen der identitätspolitischen Ideologisierung: ist ja heute irgendwie fair oder gerecht, wenn Menschen nach ihrem Sein behandelt werden und nicht nach ihren Fähigkeiten.

    Alltagssexismus, wie er leibt und lebt.

    @chris
    „Ich denke viele Frauen sind der Auffassung, dass mehr Frauen in Vorständen sein wollen ….“

    besser wohl: sein *sollen*.

    Das Bemerkenswerte ist, dass jemand, die eigentlich uninteressiert an der Position ist, sich für „ihr Kollektiv“ aus dem Fenster hängt und damit zum Ausdruck bringt: mir doch egal, was jemand kann, hauptsache im Management sitzt jemand, mit dem ich mich identifizieren kann.

    • Vielleicht hat ja auch die Frau die Mauer errichtet und jetzt beschwert sie sich, er hätte seine Zeit nutzen können ein Boot zu bauen…

      Bleibt das nicht irgendwie offen?

      Der Witz ist in jedem Fall, dass das einzige Material dazu auf ihrer Seite ist. Das geht aber ein wenig unter, vielleicht hätte man die Palme etwas mehr nach vorne rücken können …

      • „Vielleicht hat ja auch die Frau die Mauer errichtet und jetzt beschwert sie sich, er hätte seine Zeit nutzen können ein Boot zu bauen…“

        Das kann man zu 100 Prozent ausschließen. Frauen machen keine körperlich schwere Arbeit, wenn ein Mann dabei ist.

        • @adrian

          das stimmt nicht. Eigene Erfahrung 😉

          Allerdings muss ich zugeben, den Witz überhaupt nicht verstanden zu haben.
          Weil ich den nicht vergrössert angesehen habe :/

          Der ist ja noch viel fieser als ich überhaupt ahnte :mrgreen:

  6. „Natürlich muss man sich dann auch fragen, ob es den selben Effekt auch bei Männern gibt. Viele Männer wollen vielleicht mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, aber dafür die Berufstätigkeit einschränken wollen sie dann vielleicht auch wieder nicht.“

    KÖNNEN sie nicht. Sie wissen, das, wenn sie dies tun,

    a) ihren Lebensstil einschränken müssen (weil Frauen sie nicht finanziell unterstützen werden)
    b) langfristig von Frauen abgestraft werden.

    • Das Problem ist doch, dass die Frage unvollständig gestellt ist. Es wird eben nicht gefragt, unter Wochen Bedingungen sie das wollen und wie sie sich den job dann vorstellen.
      „Würden sie gern mehr Zeit mit den Kindern verbringen“ kann man auch dann mit ja beantworten, wenn man „würden sie gern Karriere machen“ mit ja beantwortet und die Frage „wollen sie bei reduzierten Lohn und mit geringen Karrierechancen/ansehen bei ihren chef etc ihre Arbeitszeit reduzieren?“ mit nein beantwortet.

      • Natürlich ist diese Frage insofern sinnlos. Denn die meisten würden vmtl. gerne sowohl einen tollen Job mit ausreichend Geld haben wollen, daneben massig Zeit für sich, den Partner und die Kinder und das alles ohne Abstriche von Zeit und ohne Mühe.

      • Die Frage ist aber auch insofern unvollständig, unter welchen Voraussetzungen sie welche Entscheidung treffen würden.
        Laut Warren Farrell und anderen verdienen z.B. alleinstehende Frauen eher mehr als alleinstehende Männer – es ist alleinstehenden Männern offenbar weniger wichtig, Karriere zu machen. Somit ist schon auch die Frage, für wen denn Männer sich da Karrieremäßig ins Zeug legen.

        Und ob da nicht durchaus der Anspruch der Frau dahinter steht, für ihr daheimbleiben und für Kind sorgen versorgt zu sein.

        „würden sie gern mehr Zeit mit den Kindern verbringen“: Ja, aber wenn die Frau fordert, dass das Geld reinkommt, bleibt dafür keine Zeit.

        Siehe die aktuelle Allensbach-Studie:
        Als Grund für die gewählte Rolenverteilung wird von beiden Seiten mehrheitlich der Wunsch der Frau genannt, bei den Kindern bleiben zu wolen. Der entsprechende Wunsch des Mannes spielt dabei ebensowenig eine Rolle wie ein möglicher Wunsch des Mannes nach Karriere.

        • „…verdienen z.B. alleinstehende Frauen eher mehr als alleinstehende Männer – es ist alleinstehenden Männern offenbar weniger wichtig, Karriere zu machen.“

          Männer die keine Karriere machen sind weniger erfolgreich auf dem Partnermarkt, weil sie für Frauen weniger attraktiv sind.

          Frauen die keine Karriere machen sind erfolgreicher auf dem Partnermarkt, weil ihre Karriere für Männer irrelevant ist, sie sich selbst aber bei der Auswahl der möglichen Partner weniger einschränken.

          • Guter Punkt.

            Bei Warren Farrell klingt es allerdings auch so, dass Männer weniger als alleinstehende Frauen, _bevor_ sie in Partnerschaft stehen…
            also sie karriereorientierter werden, sobald da eine Frau ist.

      • >>“Würden sie gern mehr Zeit mit den Kindern verbringen” kann man auch dann mit ja beantworten, wenn man “würden sie gern Karriere machen” mit ja beantwortet und die Frage “wollen sie bei reduzierten Lohn und mit geringen Karrierechancen/ansehen bei ihren chef etc ihre Arbeitszeit reduzieren?” mit nein beantwortet.<<

        Die Frage könnte man auch so formulieren:
        "wären sie bereit, für mehr Zeit mit den Kindern beruflich kürzer zu treten?"
        Ganz ehrlich: da würden viele Männer gerne mit "Ja" antworten.
        So beliebt ist Arbeit gegenüber freier Zeit durchaus nicht.

        DIe Antwort ist allerdings weniger: "Nein, die kariere ist mir wichtiger", sondern: "Ja, eigentlich gern, aber das können _wir_ uns nicht leisten." Und _wir_ bedeutet dabei, dass das Geld des Mannes gebraucht wird.

      • Daher:

        Eine Frau, die wie im Artikel beschrieben argumentiert, bzw. die sagt, sie will daheim bleiben, findet aber „grundsätzlich“, dass Männer sich mehr um Kinder kümmern sollten, sollte sich die Frage gefallen lassen, warum sie selbst den Wunsch ihres Mannes torpediert, im Beruf kürzer zu treten und mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen.

        Die Frage ist mindestens so berechtigt wie die umgekehrte Frage an den Mann, warum er nicht Beruflich kürzer tritt.

      • @christian
        Männer sagen ganz klar aus, das sie gerne weniger Arbeiten würden, um mehr Zeit mit der Familie zu habe. Aber auch das wird von dir ja immer ignoriert.

        • Wo sagen sie das denn? Und wo sagen sie, das sie die Nachteile in Kauf nehmen? Und wo, dass sie mit der Rollenverteilung in funktionierender Beziehung nicht einverstanden sind?

          Sogar die Männer, die tatsächlich die Kinder betreuen gehen in der Regel vollzeit arbeiten, so wie ich das kenne.

        • Nicht unhöflich werden, Christian …

          Aber offenkundig stellt auch niemand die entsprechende Frage.

          Wobei zu der Frage auch gehört, wer denn da diese Erwartung an den Mann richtet.
          „würden sie beruflich kürzer treten, um mehr Zeit für die kinder zu haben, wenn die Frau das Akzeptiert bzw. selbst die Verdienstlücke ausgleicht?“
          Oder wie immer man die Frage formuliert, die auch beinhaltet, dass es ohne den Verdienst des Mannes in der aktuellen Konstellation sonst nihht reichen wird – bei den aktuellen Ansprüchen der – äh – Familie?

          Und ebenfalls bzw.:
          Wer formuliert diese „Ansprüche der Familie“ eigentlich am meisten/deutlichsten?

        • „Oder wie immer man die Frage formuliert, die auch beinhaltet, dass es ohne den Verdienst des Mannes in der aktuellen Konstellation sonst nihht reichen wird – bei den aktuellen Ansprüchen der – äh – Familie?

          Wie wär’s mit der Frage an die Frau: „Würden Sie Ihren Beitrag zum Familieneinkommen erhöhen, damit Ihr Mann mehr Zeit mit den Kindern verbringen kann?“

    • Die Frauen in den Vorständen selbst haben keine direkten Vorteile. Aber die Frauen, die nicht in den Vorständen sitzen haben Vorteile, wenn sie auf die Frauen in den Vorständen verweisen können.
      Hierzu Esther Vilar:

      „[Der Mann] muß den Glauben haben, daß er etwas Großes tut, wenn er Geld für seine Frau verdient. Daß er etwas leistet, wozu eine Frau nicht fähig wäre. Hätte er dieses Gefühl der Überlegenheit nicht, müßte er an der Stumpfsinnigkeit seiner Arbeit verzweifeln. Sobald er den Eindruck hat, etwas zu tun, das ebenso gut eine Frau tun könnte (und hin und wieder finden die Frauen es opportun, diesen Eindruck zu erwecken), versucht er, seine Leistung zu steigern und so den gewohnten Abstand zwischen sich und dem »schwachen« Geschlecht wiederherzustellen. Er braucht das für sein Selbstbewußtsein.“

      „[Emanzipierte Frauen]erweisen der Ausbeuterin in der Vorortvilla unschätzbare Dienste: »Seht ihr«, sagt diese, »wir Frauen könnten auch so manches, wir verzichten nur immer zugunsten der Männer.« Und anhand der abschreckenden Beispiele dieser Intelligenzbestien kann sie dem Sklaven an ihrer Seite immer wieder klarmachen, wie häßlich, hart und uncharmant (wie »unweiblich«) eine große Leistung die Frau macht. Und er wird selbstverständlich die Gehirnamputierte in seinem Bett jener anderen immer noch tausendmal vorziehen (reden kann er ja notfalls auch mit Männern).“

    • @anne

      .. dadurch wird für die Verbreitung der feministischen Ideologie gesorgt. Der Vorteil ist einzig dort auszumachen (Aufbau von Seilschaften, funneling von Mitteln an Dritte, etc).

      Allein die super-suggestive Eröffnung des „Formus“ a la „jeder weiss ja…..“ sollte das ja klarmachen.

      Vielleicht ist das so ein eklatanter Fall, was passieren kann, wenn so jemand erst mal an der richtigen Stelle sitzt:

      http://www.youtube.com/watch?v=bDyCMGEN_As
      Chairman Pao and the Ministry of Truth

    • Weil sie die Frage an sich bereits für unverschämt und die Antwort für selbstverständlich halten:
      Weil es ausschließlich die Frauen sind, die ausschließlich von Männern unterdrückt werden, und die weiblichen Gleichstellungsbeauftragten dafür einen „Ausgleich“ schaffen sollen.

    • „nur von Frauen gewählt“

      1) weil sie das glauben, dass sie benachteiligt sind
      2) weil sie nicht wagen, dem zu widersprechen (als „Nestbeschmutzerin“)
      3) weil es ihnen gleichgültig ist

      Hab ich was übersehen?

  7. Diese Art der Argumentation ist mir schon so oft vorgekommen. Generell muss es mehr Frauen in X geben, aber bitte nicht ich, weil ich hab keine Zeit/kein Interesse/keine Lust.

    Ich hatte die gleiche Diskussion schon einmal mit einer Studentin der Sozialwissenschaften zum Thema „zu wenige Frauen in der Informatik“. Sie konnte nicht verstehen, dass „Ich habe kein Interesse am Fach“ zwar für sie ein triftiger Grund war, das Argument aber offenbar nicht auf die Mehrheit der Frauen gelten könne.

    Umso mehr erstaunt es mich, da sonst immer auf alle Frauen pauschalisiert wird. Alle Frauen sind nicht in der Informatik, weil sie unterdrückt werden. Außer mir, ich habe einfach kein Interesse.

    Wenn man alles aus dem Blickwinkel von Unterdrückter und Unterdrücker betrachtet, dann kommt eben sowas dabei raus.

  8. Der Beitrag ist natürlich richtig, aber der Fairness halber muss man anmerken, dass es nun durchaus auch AktivistInnen geben dürfte, denen es ums Prinzip und die Möglichkeiten, nicht den eigenen Fall geht.

    Ich zum Beispiel (der ich natürlich kaum ein Aktivist bin 😉 ), äußere auch zuweilen Besorgnis über die „verweiblichte“ Schulerziehung, in der etwa auch freundschaftliches Raufen unterbunden wird, weil man es nicht vom böswilligen Kämpfen unterscheiden kann.
    Dabei war ich selbst zu Schulzeiten nie an Raufereien interessiert (also… eigenen; zugeguckt habe ich natürlich schon), hätte mich in so einem „verweiblichten“ Umfeld also problemlos wohl gefühlt, vielleicht sogar wohler.

    Nur weiß ich natürlich, dass viele Altersgenossen das anders sahen und echten Wert auf ihre Rangeleien legten. Ob hingegen wirklich genug Frauen Interesse an langweiliger, harter Vorstandsarbeit hätten (hätte ich übrigens auch nicht), steht weniger fest.

    Aber der von kinchkun gebrachte Cartoon hat natürlich schon seine Richtigkeit. Der Teil der Frauen, der sich am meisten über Frauenmangel in der Technik beschwert, hat sich ja auch gerade gegen eine Karriere darin entschieden (wie, dritter Treffer, ich ja auch wieder).

    • „Der Beitrag ist natürlich richtig, aber der Fairness halber muss man anmerken, dass es nun durchaus auch AktivistInnen geben dürfte, denen es ums Prinzip und die Möglichkeiten, nicht den eigenen Fall geht.“

      Das verstehe ich nicht. Frauen haben doch alle Möglichkeiten das Prinzip durchzusetzen.

      • @Adrian:

        Sie gehen halt davon aus, dass es wenig Frauen in bestimmten Bereichen gibt, weil sie nicht hereingelassen werden. – Deren These, nicht meine, aber eben die Grundlage ihrer Beurteilung. Wenn man von ihr überzeugt ist, dann glaubt man natürlich, die Durchsetzung des Prinzips erst erkämpfen zu müssen.

        @Alex:
        „Die Frage wäre doch, ob sie etwas Sinnvolles machen oder etwas Schädliches (wie Frauen in die Unzufriedenheit überreden).“
        Das ist tatsächlich der Knackpunkt!
        Wo sie Frauen motivieren, etwas zu tun, was ihnen gefällt, bin ich vollkommen damit einverstanden, aber zu oft geht es ja dahin weiter, dass sie davon ausgehen, Frauen einzureden, sie müssten irgendwas wollen, doch die Illuminaten… äh… das Patriarchat hätten es ihnen ausgeredet.

    • @dmj
      „denen es ums Prinzip und die Möglichkeiten, nicht den eigenen Fall geht.“

      Selbstverständlich. Wäre ja nur ein Zeichen egoistischer Befangenheit, wenn sie es auch machen würden.

      „über die “verweiblichte” Schulerziehung, in der etwa auch freundschaftliches Raufen unterbunden wird, weil man es nicht vom böswilligen Kämpfen unterscheiden kann.“

      Im Zweifel lieber unterbinden! Wenn du das nicht vollkommen richtig einordnest, dann kommst du doch sofort in Teufels Küche, wenn die Eltern auf der Matte stehen und sich wegen ihres gemobbten Kinds beschweren.

      „Ob hingegen wirklich genug Frauen Interesse an langweiliger, harter Vorstandsarbeit hätten (hätte ich übrigens auch nicht), steht weniger fest.“

      Warum nicht? Selbstverwirklichung ist doch in aller Munde und man kann doch auch im Vorstand von irgendwas aufgehen.
      Warum aber müssen das überhaupt „genug Frauen“ sein? Warum sollte das erzwungen werden? Wenn du Leute zu etwas überredest, was sie eigentlich nicht wollen, werden sie unglücklich.

      „Der Teil der Frauen, der sich am meisten über Frauenmangel in der Technik beschwert, hat sich ja auch gerade gegen eine Karriere darin entschieden ….“

      Den geht es doch nur um das Prinzip, wie du schon festgestellt hast.

      Die Frage wäre doch, ob sie etwas Sinnvolles machen oder etwas Schädliches (wie Frauen in die Unzufriedenheit überreden).

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