Der Begriff „Manspreading“ ist sexistisch gegenüber Frauen, weil im Feminismus alles sexistisch sein kann

Es gibt nicht, was im Feminismus nicht sexistisch sein kann. Diesen Grundsatz bekräftigt ein Artikel (via) zum Thema Manspreading anlässlich der Aufnahme des Begriffs ins Oxford Dictonary (das Oxford Dictonary nimmt meines Wissens nach Worte auf, wenn sie wiederholt in Publikationen verwendet worden sind, ohne das der Begriff bei der Verwendung erklärt worden ist, was als Zeichen dafür gesehen wird, dass der Autor davon ausgeht, dass die Bedeutung bekannt ist).

Aus dem Artikel:

Yesterday, the term “manspreading” was added to the online Oxford Dictionary. It made the news and I felt surprisingly pissed off about it. On the way to work, I counted three women participating in fine examples of “manspreading”. Ever since I was a teenager, it has always irritated me that sitting with your legs open was seen to be the preserve of men. It seemed to be based on the outmoded assumption that women always wear skirts and that even in trousers they should be making themselves small and polite in public spaces. In an admittedly minor rebellion, I started to sit like that too.

(…)

There are obviously bigger feminist battles to be fought and I write this very aware of the brilliantly feminist roots of “manspreading” and the need to highlight an action men feel entitled to and women often feel they can’t do. Squishing women on the tube isn’t cool. Other man-prefixed words work the same way.

(…)

In the end, though, it seems to me that the man prefix compounds the idea that men are aggressive and women are always pleasing, always good, never in the way, and that they can’t act up sometimes themselves. Their knees always remain where they are meant to be, while assertive behaviour is still only associated with men.

If as a woman you indulge in “manspreading”, “mansplaining” or any other type of “man” action, you’re not just doing something irritating, you’re doing something unfeminine too. These terms have a really important function to point out acts which silence women, but they risk reinforcing the supposed differences between men and women. There’s a danger that, though helpful now, in the long run they could start to shame women as well as the men they are aimed at.

If my leg spreading annoys you, then tell me off for what it is, whether I’m male or female. Language has power and, despite the feminist intentions of the word, my 15-year-old self is unsure about having “manspreading” preserved in the annals of the Oxford Dictionary, even if it was just the online version.

Also man schafft ein Wort mit dem man bestimmtes Verhalten von Männern abwerten will und regt sich dann auf, dass damit Frauen dann doch wieder den kürzeren ziehen, weil man ihnen dann solch Verhalten nicht zutraut und das sei auch wieder schlecht. Und das alles kritisiert man, während man die geniale Art lobt, wie Feministinnen dieses Wort geschaffen haben.

Der Feminismus schafft es doch immer wieder einen zu überraschen.

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78 Gedanken zu “Der Begriff „Manspreading“ ist sexistisch gegenüber Frauen, weil im Feminismus alles sexistisch sein kann

  1. Frauen werden nie zufrieden sein. Es wird nie genug sein, sie werden immer mehr wollen. Weil sie es verdienen. Frauen verdienen es einfach. Und Feministinnen sind frauen.

    Das ist ja das Problem. Feminismus, also die ganzen freistehenden frauen, bräuchten ein männliches kontra. Wer glaubt man könnte mit Erfüllung der Forderungen Feministinnen besänftigen, der irrt. Es geht immer so weiter. Weil man frauen schlechtes verhalten durchgehen lässt, weil man sie nicht ernst nimmt. Als veritable Bedrohung für den sozialen Frieden anerkennt.

    und das wiederum, diese heforshe denke ist der eigentliche sexismus. Der glaube frauen seien nicht lebensfähig ohne fremde Hilfe. Denn das ist ja das ursprüngliche Problem im feminismus. Er konzentriert sich nur auf Männer, aktiviert sie und passiviert frauen.

    Das führt dann Formschön zu diesem guardian Artikel, wo man als frau plötzlich auch rüpel sein will. Es ist nichts modern im feminismus. Feminismus ist die perpetuierunh traditioneller Geschlechterstereotype. Und wir alle finden das gut! Wir alle machen seit jahrzehnten mit! Wer behauptet wir wären antisexistischer als vor 50 jahren der irrt. Wir werden immer sexistischer. Das fällt nur nicht so auf, weil feminismus entkernt ist und nur insntitionell besteht und nicht mehr als soziale Bewegung.

    Manspreading….was für ein scheiss. Aber klar. Aus der einseitigen Aktivierung des mannes folgt zwangsläufig die passivierung und Entmündigung der frau. Nichts anderes sehen wir. Der weibliche infantilismus treibt seine Blüten….

      • Nicht schlecht. Das habe ich gesagt. Ich habe gesagt „nicht zufrieden“. Auch gute Menschen können nicht zufrieden sein. Bei Feministinnen sind es dann halt überwiegend schlechte Menschen.

      • – Männer sollten auf Frauen (besonders) Rücksicht nehmen.
        – Männer sollten Frauen schützen.
        – Männer brauchen den zivilisierenden Einfluss von Frauen.
        – Männer sind gefährlich.
        – Beschämung von Männern, die sich nicht frauenkonform Verhalten, ist ein probateste Mittel.

        Das sind keine feministischen Einstellungen. Das sind weibliche Einstellungen. Es sind ganz normale Frauen, die pro Frauenparkplatz sind.

        Und lass den „alle Frauen“ Strohmann weg.

        • Eine ähnliche Liste könnte man sicherlich auch über Frauen aufstellen und der Feminismus arbeitet ja auch genau damit. Eben „Frauen sind schlecht(er) in diesen oder jenen Bereichen und brauchen da die Unterstützung von Männern“.

          Man lässt eben Einschränkungen und Abstufungen oder auch nur Tendenzen absolut werden.
          Das Frauen etwa durchaus einen zivilisierenden Einfluss haben können (können), einfach weil bestimmte Punkte für sie wichtiger sind und es den Typ Mann, dessen Wohnung nach dem Zusammenzug mit einer Frau tatsächlich „zivilisierter“ ist und der sein Leben anders ordnet durchaus gibt, das würde ich durchaus auch so sehen. Was aber eben etwas ganz anderes ist als generelle unterstellungen, dass Männer den Einfluss brauchen.

        • @Christian,

          ich habe deinen Text jetzt vier Mal gelesen. Und habe immer noch keine Ahnung, worauf du hinaus willst.

          Daher sicherheitshalber noch mal mein Gedanke:
          „Breitbeinig sitzende Männer sollten ein Straftatbestand sein“ ist feministisch.
          „Männer nehmen zu viel Raum ein und Frauen haben es dadurch schwer“ ist weiblich, nicht nur feministisch.

          Im Sinne von: Viele Frauen denken oder empfinden so. Und nicken, wenn Feministinnen die radikalere Variante durch die Medien kloppen.

          Da geht es nicht um AWALT. Das ist als Gedanke nicht radikaler als „Frauen wollen lieber ‚was mit Menschen‘ machen als was mit Technik.“

        • „Das sind keine feministischen Einstellungen. Das sind weibliche Einstellungen.“

          Zustimmung. Feminismus stellt eine bis in ihr Extrem überzeichnete Weiblichkeit dar.

        • @Christian, vielleicht solltest Du einmal Pause machen, Abstand nehmen und mal wieder einen high-level-Blick auf die Sache werfen. Du klingst nun langsam und manches Mal ähnlich fahrig wie die Mädchenmannschaft. ^^

      • gute Analyse von teardown.

        richtig er hat nicht schlecht gesagt, sondern nicht zufrieden.
        schön das auch jemanden hier an die Fischersfrau erinnert.

        Man muss auch daran erinnern, das wen man „die Frauen“ sagt, dies eine Verallgemeinerung ist, die nicht ALLE Frauen meint sondern ein typisches Verhalten. Das sollte sprachlich eigentlich klar sein.
        Es ist ja auch jedem klar das die Aussage „die Tschechen trinken gerne Bier“ nicht bedeutet, das ALLE Tschechen gerne Bier trinken.
        Ich rede der Einfachheit halber auch von den Frauen, obwohl ich persönlich welche kenne die ganz anders sind, auf die meine Aussagen überhaupt nicht zutreffen, aber Sprachverkomplizierung
        (herrlich diese Substantivbildung im Deutschen !) überlasse ich Feministeninnen

        Bemerkenswert ist vielleicht noch, das der Feminismus, der, wie schön dargestellt von teardown, lediglich eine Entartung normalen weiblichen Verhaltens ist, ausgerechnet in dem Kulturkreis entstanden ist, in dem den Frauen die größte Wertschätzung entgegengebracht wurde, jedenfalls was den überschaubaren Zeitrahmen der letzten paar Jahrhunderte betrifft.
        Denn vieles, was als Unterdrückung bewertet wird, war ja im Grunde als Schutz gemeint.

    • @teardown
      „Frauen werden nie zufrieden sein. Es wird nie genug sein, sie werden immer mehr wollen. Weil sie es verdienen. Frauen verdienen es einfach. Und Feministinnen sind frauen.
      Das ist ja das Problem.“

      you got it completely backwards…
      Feministinnen sind eben nicht einfach „Frauen“, sondern haben eine ganz besondere *Ideologie* oder besser gesagt *Weltanschauung*. Eine, die „Identität“ stiftet durch Selbststilisierung und Selbstverherrlichung.

      „Feminismus, also die ganzen freistehenden frauen, bräuchten ein männliches kontra.“

      Ein männliches Pendent zu dieser negativen Weltanschauung kann nichts Positives sein, ausser man will die „Identitätspolitik“ last not least auch bei den Männern und einen „double trouble“ (was ja schon durch „Gender“ so angelegt ist btw).

      „Feminismus ist die perpetuierunh traditioneller Geschlechterstereotype.“ „Er konzentriert sich nur auf Männer, aktiviert sie und passiviert frauen.“

      Das ist schon in den gender überleitend, die „Einladung“ nicht zuletzt an die Gruppe der Männer sich an diesem Identitätstheater zu beteiligen.

  2. Ich finde es grundsätzlich richtig, wenn Widersprüche erkannt und angesprochen werden. Allerdings befasst sich die Autorin mit den falschen Widersprüchen.

    Es fehlt eine qualitative und quantitative Feldforschung in den U-Bahnen, Straßenbahnen und S-Bahnen der europäischen Großstädte. Denn wenn wir uns alle nur auf anekdotische Evidenz stützen, werden die Probleme nicht gelöst. Das Ziel sollte doch nicht sein, Männer und Frauen gegeneinander aufzubringen – sondern im öffentlichen Nahverkehr besser ans Ziel zu kommen.

    • Meine Anekdotische Evidenz ist allerdings auch, dass Menschen insgesamt immer weniger Rücksicht in massenverkehrsmitteln aufeinander nehmen. Da wird breit gemacht, da steht man beim Einstieg im zug vorne an der Tür, da meckert man rum, wenn man aus versehen auf einem reservierten Platz sitzt, da schwingen die Taschen durch die gänge, die Rucksäcke hängen im Gesicht, auf Treppen geht man nicht mehr innen nach oben und außen nach unten…

      Letztens im ice hatte ich einen alten herrn der einen jungen angemacht hatte, weil der ein kappi aufhatte! Einmal einen, der eine frau anmachte, weil die sich die Fingernägel lackierte. Klar nicht schön, aber der tonfall war schon bemerkenswert barsch. Achja und Leute hört Bitte auf Döner in der u bahn zu essen! Ihh…

    • Gehen Dönerinnen?

      Haben mehr soziale Kompetenz.

      Muß man nur überlegen, wie die weiblich apostrophiert werden. Einfach mittels mentaler Zuweisung. Alles andere würde Rollenstereotype stärken.

      _____________________________

      Das eigentlich Traurige an diesem ganzen feministischen Schwachsinn in unserer Gesellschaft ist die Kritiklosigkeit der breiten Masse. Oder nur der gehobenen Schicht. Das ist einfach erbärmlich.

      Dieses ganze Ausmaß der Anpassung schockt mich als Ossi, der ich als Kind das Ende der DDR erlebt habe, ungemein.

      Was ist das denn mit eurer Scheiß-Meinungs- und Pressefreiheit?

      Da war man ja in der DDR mutiger.

      • Weil so was keinen interessiert. Wenn du in der Bahn jemanden fragst, was er von mansprwading hält, wird er vermutlich nicht mal wissen wohin du redest. Man muss einfach mal unterscheiden zwischen twitter, Blogs und Realität.

        • „Wenn du in der Bahn jemanden fragst, was er von mansprwading hält, wird er vermutlich nicht mal wissen wohin du redest.“

          Noch.

          Frag mal eine Frau, was sie von Frauenparkplätzen und Frauentaxis und Frauenquoten Frauenbetonung durch geschlechterungerechte Sprache hält.

          Wenn manspreading lange genug durch die Morgenpost geht, wird auch die Trulla mit den 8 Beuteln auf den Typen einschimpfen, dessen Knie sich nicht berühren.

        • Zu wenig Infos. Wieso sind das die einzigen? Und. Was ist die Strafe? Davon abgesehen: das hier ist d nicht Usa. Könnte man sich dann nicht wenigstens mit deutschen oder Eu Quellen beschäftigen zumindest wenn es um einen selbst geht? Bzw wenn ein Gesetz in diese Richtung verabschiedet werden soll?

        • Wieso “auch“? Bisher habe ich ausserhalb dieses Blogs noch nie jemanden darüber reden hören. Ich bezweifle dass das für besonders viele Leute ein Thema ist.

        • „Wieso “auch“? Bisher habe ich ausserhalb dieses Blogs noch nie jemanden darüber reden hören. Ich bezweifle dass das für besonders viele Leute ein Thema ist.“

          Ja, wie ich sagte: Bisher hat die einheimische Presse das noch nicht zum Thema gemacht. Im Moment ist „Flüchtling“ für eine Zeit ja auch wichtiger als „Frauenunterdrückung“.

          Meine These ist, dass auch deutsche Frauen im Schnitt die Veranlagung haben, breitbeinig sitzende Männer als unzumutbar zu empfinden, wenn es nur oft genug im Fernsehen wiederholt wird.

        • @atacama
          „Man muss einfach mal unterscheiden zwischen twitter, Blogs und Realität.“

          Vielleicht sagst du das mal dem Oxford dictionary online.

          Und das Bewusstsein über diese Exzesse sollte uns doch davor schützen können, dass sich „manspreading“ oder vergleichbarer Agitprop hierzulande breitmacht (und den Weg in Gesetze findet). Das ist eben auch eine Realität, wenn auch nur eine, die sich abzeichnet.

        • Und weil man nicht warten kann bis die deutschen Medien es verbreiten (ich glaube nicht dass das ein Thema wird) übernimmt man diese Aufgabe präventiv selbst?

        • Im Grunde genommen schon. Je mehr ein Phänomen diskutiert wird, desto höher die Wahrscheinlichkeit dass es in den normalen Medien landet. Der Witz ist auch dass viele hier lesende Personen solche Sachen auf sich beziehen (ähnlich wie rape culture) selbst wenn es kein europäisches Phänomen ist. Ich glaube nicht mal dass es ausserhalb von Twitter in den USA ein sonderliches Phänomen ist.

        • In den USA kein sonderliches Phänomen? Obama, Joe Biden und Hillary betreiben jeweils dick Wahlkampf mit „One in Five“, „Rape epidemic on campus“ „war on women“ und härteren Gesetzen für Hochschulprozesse hin zu Beweislast-Umkehr. Auch das darauf zurückgehende radikalgenderfeministische Konsensprinzip ist international auf dem Vormarsch, wird in Österreich zunehmend gesetzlich implementiert.

          Aber nein, das betrifft uns sicher nicht.

        • Der Mann auf dem Bild in dem Artikel nimmt doch überhaupt keinen Platz weg. Seine Beine sind so weit auseinander wie die schultern und auch mit geschlossenen beinen würde da kein weiterer Mensch hinpassen.

        • Nick betont ja zwar, dass wir aufgrund unseres weniger evangelikal geprägten Sittlichkeitsdiskurses ein Stück weit immun gegen den Unsinn sein sollten, aber zu glauben dass so etwas rein gar nicht rüberschwappt, ist dann doch sehr naiv.

          Zu den Manspread-Schildern in der Metro muss ich sagen, dass ich im Frühjahr in New York neben „Stop the Spread“-Zeichen auch entsprechende „Keep your stuff to yourself“-Hinweise gesehen habe, die eine weibliche Figur mit ausgebreiteten Tüten zeigen. Da wurde dann zumindest fairerweise nachgebessert.

          Hätte das Konzept nicht von Beginn an eine Gender-Note gehabt und wäre es nicht durch Misandrie geboren, wäre ja auch gar nicht viel dagegen einzuwenden.

        • „wäre ja auch gar nicht viel dagegen einzuwenden.“

          Da stifte ich gerne sofort einen Werbe-Spruch zu:

          „Keep to your seat.“

          Wie einfach wäre das gewesen… (aber darum ging es ja gar nicht).

        • „…“war on women” und härteren Gesetzen für Hochschulprozesse hin zu Beweislast-Umkehr. “

          Na, das wäre ja immerhin schon ein Schritt in Richtung europäischer Rechtstaatlichkeit. In den USA muss nämlich der Beklagte seine UNschuld belegen, nicht der Kläger dessen Schuld.
          Das macht es dort ja so einfach, jemanden mit einem Vorwurf existenziell zu vernichten, wenn er sich vor Gericht nicht auf einen Deal einlässt und eine Geld-, verbunden mit einer Vorstrafe hinnimmt.
          In Deutschland wurde die Unschuldsvermutung aufgrund der Hexen-Progrome des 17. und 18. Jahrhunderts eingeführt.
          In den USA gab es Vergleichbares nicht, daher gilt dort noch die mittelalterliche Justiz.

          „“Keep your stuff to yourself”-Hinweise gesehen habe, die eine weibliche Figur mit ausgebreiteten Tüten zeigen. “

          Dafür hatte ich mir schon das Attribut „Fembagging“ bereitgelegt, wenn mich so eine Tusse angemacht hätte.
          als Wochenendpendler von Stuttgart nach Köln (und zurück) habe ich einschlägige Erfahrung zu dem Thema.
          Und ich kann sagen, dass Fembagging das eindeutig größere Problem ist.

        • @carn
          „In den USA muss nämlich der Beklagte seine UNschuld belegen, nicht der Kläger dessen Schuld.“

          Das stimmt nicht. Wie aber kommst du überhaupt auf diese Vorstellung??

        • Weil so was keinen interessiert. Wenn du in der Bahn jemanden fragst, was er von mansprwading hält, wird er vermutlich nicht mal wissen wohin du redest. Man muss einfach mal unterscheiden zwischen twitter, Blogs und Realität.

          Du scheinst schwer von Begriff zu sein, Ata.

          Ich sprach von dem „ganzen feministischen Schwachsinn“. Finde es immer wieder komisch, was sich hier einige Leute leisten. Man sollte doch halbwegs real diskutieren. Dieses ständige Banalisieren, Verfremden und Weglassen zugunsten eines vordergründigen Argumentationserfolges nervt.

          Diese Art des Diskutierens trifft man sehr häufig bei Feministinnen und Gemäßigten/Homophilen.

          Da hat man schon fast das Gefühl von Legasthenie angesichts meines Ausgangsbeitrages, in dem ich mich über die Kritiklosigkeit mokiere und mich logischerweise Manspreading als solches nicht interessiert. Zumal es um die feministische Schuldlogik dahinter ging, die die Gesellschaft in der Zange hat.

        • „Wie aber kommst du überhaupt auf diese Vorstellung??“

          Nun, ich hab zwar nicht das zweifelhafte Vergnügen gehabt, selbst mit dem Justizsystem in Kontakt zu kommen, habe aber in den USA gearbeitet. Und aus Gesprächen mit meinen Kollegen dort ergab sich dieser Unterschied zu unserem System.
          Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, sie derart falsch verstanden zu haben.

        • Ich vermute ein gängiges Missverständnis: die Unschuldsvermutung gilt in beiden Ländern im Strafrecht.
          Arbeitsrecht und fragen des internen universitätsrechts oder sonstige fragen des Zivilrechts oder Verwaltungsrechts kennen die unschuldsvermutung nicht, sie kennen beweislastverteilungen.

        • @car
          da muss es wohl um was anderes gegangen sein.
          Dass die Anklage den Beschuldigten der Tat zu überführen hat, ist zentral für „unser“ Rechtssystem, ob USA oder sonstwo. Auch sonst der Grundgedanke, seit Menschengedenken.
          Selbst jedes diaktatorische Regime versucht allermeistens wenigstens den Schein zu wahren.

        • „… oder sonstige fragen des Zivilrechts oder Verwaltungsrechts kennen die unschuldsvermutung nicht, …“

          OK, ist schon ein paar Jahre her, dass ich dort gearbeitet habe, aber es kann gut sein, dass wir hier über Strukturen des Familienrechts gesprochen hatten, meinem Steckenpferd.
          An der Stelle kann sich natürlich ein Interpretationsfehler meinerseits eingeschlichen haben.

      • Kennst du Poe’s Law?

        I fight against this by refusing to take advice or direction from men and smearing anyone who tries to offer it in a Jezebel post. I just did this with my boss, actually, and guess what? He fired me! Just more proof of sexism in the workplace

        Das kann m.E. nicht ernst gemeint sein.

      • Haha – klasse Artikel.
        So bei den ersten ein, zwei Punkten hab ich noch für möglich gehalten das sei Ernst gemeint, aber dann wurde es zunehmend satirisch.

        Für einen Zufall ist der 10 Abschnitt zu sehr auf den Punkt:
        nachdem sie so ziemlich jede Möglichkeit der Selbstäußerung eines Mannes angeklagt und dämonisiert hat und sich von jeder möglichen Äußerung angegriffen fühlt, dabei mehrfach betont hat, warum es nicht das selbe sei, wenn eine Frau das selbe macht, sagt sie als letztes:
        „when men censor their cool partybro bro-time stories around women because they don’t think we can handle anything offensive.
        Seriously? Treat us the same! It’s not like we’re easily offended or anything!“

        Herrlich.

  3. Aha. Das Wort „Manspreading“ wurde also nicht nur erfunden um Männer dazu zu ermutigen (und Manspreading ist ein schöner, einfacher Einstieg in „Maskulinität für Anfänger“), sie wollen angeschnautzt werden, wenn sie es selber machen. Das gehört natürlich schon zum Fortgeschrittenenkurs.

    • Ich habe die RadFems ja schätzen gelernt: Das sind in unserer Gesellschaft die letzten, die angehenden Männern sagen, wie richtige Männer sind. Mann muss nur das Gegenteil von dem machen, was sie sagen, dass sie wollen – ein denkbar einfacher Kniff, den kleine Jungs schon bei der Mutter lernen sollten.

      “He who makes a beast of himself
      Gets rid of the pain of being a man.”

      • >>“Mann muss nur das Gegenteil von dem machen, was sie sagen, dass sie wollen – ein denkbar einfacher Kniff, den kleine Jungs schon bei der Mutter lernen sollten.“

        Ja. Bei Frauen die zufrieden sind, verlierst du die attraction. (@Christian)

    • Die Aussage war aber nicht, dass im Feminismus alles sexistisch _ist_, sondern dass alles sexistisch _sein_kann_.
      Die Deutungshoheit, was nun sexistisch ist und was nicht, hast aber nicht Du, denn Du bist ein patriarchalischer hegmonialer Mann, sondern ausschließlich eine definierende Feministin.

      Außerdem musst Du die feministische Definition von Sexismus beachten, nach der es ausschließlich Sexismus gegen Frauen gibt. Einen „reverse sexismus“ gibt es nicht, und ihn zu behaupten ist sexistisch. Schukd ist immer der Mann.

      Unter Beachtung dieser Punkte kann dann natürich schon sein, dass feminismus als sexistisch erkannt werden kann:
      Das findet sich konsequenterweise dort, wo Feminismus von Männern unterwandert und missbraucht wird. Beispiele gefällig?
      Denk mal an die schönen Texte, wo Feministinnen sich abfällig über männliche Allies auslassen.

      • @ maddes

        „Die Deutungshoheit, was nun sexistisch ist und was nicht, hast aber nicht Du, denn Du bist ein patriarchalischer hegmonialer Mann, sondern ausschließlich eine definierende Feministin.“

        Ich weiß. War ja nur eine Frage.

        Aus Deiner Antwort nerhme ich mit, daß Feminismus sexistisch gegen Frauen sein kann. Er ist es dann auch, wenn eine Feministin gehauptet dies so zu fühlen!? Oder darf das auch jede Feld-Wald und Wiesen-Frau feststellen?

        • Interessante Frage.
          Wenn Birgit Kelle Feminismus als sexistisch bezeichnet, dann gilt das sicher nicht.
          Ich würde sagen, dass muss eine kompetente Feministin von Fall zu Fall entscheiden.
          So nach ihrem Gefühl.

        • „Ich würde sagen, dass muss eine kompetente Feministin von Fall zu Fall entscheiden.“

          Ab wann ist eine Feministin kompetent? Streng genommen ist sie es doch genau ab dem Moment nicht mehr, wo sie von einer kompetenteren Feministin als sexistisch erkannt wurde.
          Die wiederum …
          Ach, lassen wir das. Für diese Logik muss ich erst noch nen Fortgeschrittenenkurs in Gender-„Wissenschaften“ belegen.

          „So nach ihrem Gefühl.“

          Das ist das Schöne am Feminismus. Eine Frau braucht nur „das Gefühl“ der Bedrohung zu haben, um einen Mann in den Knast zu bringen.
          Das feministische Gefühl adelt also jede Entscheidung als richtig – notfalls noch nachträglich.
          Aber da war das konträre Gefühl der anderen Feministin, die …

          Ups, ich hab mich schon wieder in meiner männlichen Logik verheddert.

  4. Ein um sich selbst kreisendes Hasskarussell.

    Erst fordern und setzen sie die „gegenderte“ Sprache durch, die (positive) Bezüge auf „das Männliche“ auslöscht und dann kommen sie mit der Einführung von höchst wertenden Ausdrücken, die sich alle negativ wertend und ausschliesslich auf „das Männliche“ beziehen, mit dem Präfix „man-sonstwas“. Und dieses wird dann in den offiziellen Sprachkanon hineingedrückt (Oxford dict.) und so versucht festzuschreiben. Das sehen sie dann offenbar als „Geschlechter-Gerechtigkeit“ an.

    Diese sprachlich angelegte Deligitimationskampagne scheut keine Unverschämtheit, hanebüchende Logik und hämische Überheblichkeit, wie auch dieser Artikel aus dem berüchtigten „Guardian“ wieder mal zeigt.

    Am Ende werden aus all diesen Worten Taten werden. Was ist anderes zu erwarten?

    • „Am Ende werden aus all diesen Worten Taten werden. Was ist anderes zu erwarten?“

      Was für Taten erwartest bzw. befürchtest Du denn? Das Frauen sich massenhaft manspreading im ÖPNV aneignen, so wie sie sich Hosen angeeignet haben?

      So what, Männer haben da ja eher weniger Berührungsängste und quetschen sich bestimmt liebend gerne zwischen zwei nylonverpackte Beine in der Bahn… 😉

      Ernsthaft: Aus Worten werden nicht immer Taten. Manchmal ist bereits das texten befreiend und vermittelt frau das schöne Gefühl, „etwas getan zu haben“ oder „es denen endlich mal gezeigt zu haben“. Umso besser, wenn dies dann auch noch in der sicheren Innenwelt am heimischen iBook passiert und frau so nicht vor lauter Angst ins Höschen macht.

  5. Wie wäre es denn dann mit Femspreading™ und Femsplaining™? Soviel mediales „Raum einnehmen“ und „Ich erklär mal wie’s wirklich ist“ verdient doch seine eigenen Markennamen.

    • das könnte dann auf eine Klage auf Plagiat mit sexistischem Hintergrund hinauslaufen….

      Lieber ein „gendern“ von „manspreading“ einfordern! „Legspreading“ liegt doch mehr als nahe. Oh, das im Oxford dictionary schon drin? Dann können wir das manspreading ja als überflüssig wieder entfernen. Sollte man natürlich NIE machen, denn dann könnte man ja die überaus vielfältige englische Sprache von eventuell unangenehmen angeblich synonymen Worten säubern…. nur so mal als Warnung.

    • Sag‘ mal Christian, lieber Gemäßigter, wieso hast du denn meinen Satz vom Juden, den man erfinden müßte, wenn es ihn nicht gäbe, gelöscht?

      Wenn es die männliche Schuld nicht gäbe, müßte man sie erfinden.

      Ist doch ein lustiger Kommentar zum feministischen Schuldkult und zur Struktur von Ideologien.

  6. Und wieder geht es keineswegs darum, irgend etwas zu verändern oder zu verbessern, sondern nur darum, etwas anzuprangern, damit man sich selbst als besser darstellen kann – eben typischer Nicht-Gut-Genug-Feminismus.

    Die Selbstwidersprüchlichkeit feministischer Ideologie erweist sich hier als praktisch. Denn einerseits sind ja Männer und Frauen völlig gleich, andererseits sind sie natürlich völlig unterschiedlich. So kann man, je nach Empörungspotenzial, mal in die eine, mal in die andere Richtung argumentieren und jeden, der das jeweils andere behauptet, als Sexisten darstellen.

  7. der Artikel aus dem Guardian, bzw die Zitate daraus von chris Beitrags nochmal auf andere Weise durchgekaut:

    „I felt surprisingly pissed off about it“

    Gut, dass es die überlegene Urteilsfähigkeit der femininen Empathie gibt. Daher kann ich jetzt einfach mal fordern, dass ich als Frau weiterhin meine Beine spreizen darf!

    Das ist auch der gesamte eigentliche Inhalt des ganzen Machwerks.

    „In an admittedly minor rebellion, I started to sit like that too.“

    Sie dachte eigentlich mal, dass das Beinespreizen emanzipert sei und machte das deshalb. Dann aber kamen ihre Feminstinnenfreudinnen und erkärten das zur Machtdemonstration der bösen Männlichkeit. Wie kann man sie damit aber in einen Topf schmeissen?! Und …

    … Beinespreizen sei *ebenso* un-feminin!

    Dies ist eine rein erfundene Behauptung, die eher gar nie von ihren Feminstinnenfreudinnen gesagt wurde, aber diese Betonung des „Un-femininen“ ist rhetorisch wichtig…

    Dann beklagt sie erstaml, die Bezeichnung von Handlungen wie dem Beinespreizen als männlich, frauenunterdrückend (acts which silence women) und unweiblich (ihre Erfindung) würden vielleicht „angebliche Unterschiede“ zwischen Mann und Frau „verstärken“.

    (they risk reinforcing the supposed differences between men and women)

    Wenn die Autorin nicht total dumm ist, muss sie total lügnerisch sein. Denn allein die Betonung des männlichen in manspreading schafft schon genau diese Betonung und Heraushebung eines Geschlechtsunterschieds, ist also schon längst vollzogen – von ihren Feminstinnenfreudinnen. Sie trägt sogar selbst noch dazu bei, denn niemand kam vor ihr wohl auf die Idee, das „manspreading“- Beinespreizen als „unweiblich“ auch für Frauen bannen zu wollen!

    Diese Idee der „Unweiblichkeit“ des Beinespreizens nun aber würde dazu dienen können Frauen in der Zukunft zu „beschämen“!

    Dafür hat sie also die angebliche „Unweiblichkeit“ durchgeschmuggelt.

    (There’s a danger that, though helpful now, in the long run they could start to shame women as well as the men they are aimed at.)

    Sie beklagt also einen zukünftigen Zustand …. den sie selbst herbeiphantasiert hat.

    Aber wieso sind Frauen mit dem Vorwurf der „Unweiblichkeit“ überhaupt „beschämbar“ und warum ist das wichtig?
    Das geht doch nur, wenn die Autorin beim Beinespreizen sich vom Verbot eines „manspreading“ nicht betroffen fühlen will, indem sie auf ihr Frausein verweist!
    — what do you want? I am not manspreading, I am a woman.
    Worauf dann vielleicht noch entgegnet würde, auch als Frau würde man das ja nicht machen. Und dann kann sie sagen: ich werde beschämt! Ich habe es ja gleich gesagt, diese Sexisten!

    Sie schreibt also eine Kolumne, in dem sie sich bei ihren Feministinnenfreundinnen beklagt, dass sie als Frau weiterhin mit gespreizten Beinen sitzen will und sie bestenfalls als „unweiblich“ „beschämt“ werden sollte (Dann kann sie eine neue Kolumne sich aus den Fingern saugen). Keinesfalls sollten sie ihr Beinespreizen als „männliche Dominanzgeste“ verstehen. Was sie da macht, wäre ja Beinespreizen und nicht „manspreading“! Und da kann sie sich auf das diskriminierende Sprachgefühl ihrer Feministinnenfreundinnen und auf das Oxford dict. verlassen. Denn es ist ja nur ihre innere 15-Jährige, die den Begriff „manspreading“ ablehnen würde. Als reife Feministin aber weiss sie ihre Privilegien zu sichern und zu verteidigen!

    Das liest sich im Original natürlich etwas weniger direkt:

    „If my leg spreading annoys you, then tell me off for what it is, whether I’m male or female. Language has power and, despite the feminist intentions of the word, my 15-year-old self is unsure about having “manspreading” preserved in the annals of the Oxford Dictionary, even if it was just the online version.“

    „Der Feminismus schafft es doch immer wieder einen zu überraschen.“ (Chris)

    Es ist eigentlich die verlogene, verdreherische Unverschämtheit und Selbstgerechtigkeit, die einen immer wieder überrascht.

    Das ist absichtlich so geschrieben, dass man jetzt bei oberflächlicher Lektüre meinen könnte, sie sei gegen das Verbot des Beinespreizens an sich.

    • sehr treffend analysiert und unterhaltsam geschrieben, @alex, allein deine überraschung, als erfahrener „alles evolution“ kommentator, kann ich nicht nachvollziehen. als „frischling im feministischen universum“ ging es mir auch so. mittlerweile weiß ich, dass heutzutage in diesem „paralleluniversum“ nur pathetischer, unlogischer, realitätsferner unsinn verbreitet wird. ausnahmen gibt es keine.

  8. Ich habe einen ziemlich großen Hodensack und sitze zumeist eher breitbeinig. Das werde ich auch beibehalten und starte zeitgleich eine Aktion gegen Breastnuzzling/Titpushing von Frauen im ÖPNV. Wobei nur von denen die hässlich sind, da will ich selektiv wie ne Frau sein.

  9. Hatte vorhin in der U-Bahn einen klassischen Fall von „Bitch-Spreading“. Zwei junge, aufgetakelte Frauen mit vollen Einkaufstaschen, die natürlich auf den Sitzbänken platziert werden mussten – während der Rush-Hour. Dazu eine Unterhaltung in einer Lautstärke, die nicht nur physischen Raum eingenommen hat. Auch anekdotisch, aber keine Seltenheit …

  10. Pingback: „Mansplaining“ und unterschiedliche Gesprächstile von Mann und Frau | Alles Evolution

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