Eine weibliche Perspektive auf den One Night Stand

Auf dem Blog „Männer und Gefühle“ stellt die Bloggerin ihre Sicht auf „One Night Stands“ dar, die denke ich durchaus so von vielen Frauen geteilt wird:

Für mich passieren One-Night-Stands eher ungewollt. Wenn ich jemanden mit nach Hause nehme, tue ich das, weil ich diese Person mag und mir mehr vorstellen könnte. Gelegentlich kennt man sich in dieser Situation noch nicht wirklich gut, aber der erste Eindruck passt und man könnte darauf aufbauen. Ich lasse Männer nur dann so nah an mich heran, wenn ich mir relativ sicher bin, dass sie mich zu schätzen wissen.

Frauen müssen eher als Männer eine gewisse Verbundenheit haben, ein gewisses Vertrauen, dass man im Pickup unter „Komfort“ oder „Rapport“ einordnet.

Nun sieht es die Gegenseite ein wenig anders. Meiner Wahrnehmung nach, ist Männern für ein ONS heutzutage nur noch wichtig, ob die Frau einigermaßen attraktiv und “willig” ist. Dann geht man mal mit, macht sich danach aus dem Staub und stellt sich tot (Thema Ghosting). Es macht den Eindruck, als würden menschliche Werte nicht zählen. Einzig und allein die Befriedigung ist ausschlaggebend. Es zählt nicht der Charakter, der Humor, die Lebensansichten. Der Gegenüber wird somit um alles reduziert, was ihn liebenswert macht.

Wenn man tatsächlich nur auf einen One Night Stand aus ist, dann spielt in der Tat hauptsächlich das optische eine Rolle. Und noch nicht einmal das muss eine sehr große Rolle spielen, wie man zB an Lewinsky und Clinton sieht. Häufig genug ist „Gelegenheit“ weitaus entscheidender. Natürlich spricht auch nichts dagegen, wenn sie Charakter, Humor, passende Lebensansichten hat, ganz im Gegenteil. Aber wenn man weiß, dass sich daraus nicht mehr entwickelt, dann ist das in der Tat auch nicht so wichtig.

Schönheit vergeht, das wissen wir alle. Nun geht es also nur um die Hülle des Menschen, die man sich nun leider nicht selbst aussuchen kann.

Man kann sie sich nicht aussuchen, aber man kann natürlich einiges an ihr verändern und sie mit Sport und passender Ernährung gestalten (oder verunstalten)

Wie man einen Menschen danach direkt vergessen kann, aus dem Leben streichen, ist mir ein Rätsel. Man hat, wenn auch nur körperlich, eine Verbindung aufgebaut. Man war sich so nah, wie man es einem Menschen nur sein kann.

Das geht vielen Männern ja nicht anders. Die meisten Männer sind froh, wenn sie eine passende Frau gefunden haben, die ihnen gefällt und mit der sie auch charakterlich zurechtkommen und mit der sie dauerhaft Sex haben können. Allerdings kommt hier eben der obige Unterschied zu tragen: Die Kriterien für eine Beziehung sind gänzlich andere als für Sex. Weswegen Frauen eben wesentlich schneller als Männer in der „Sexzone“ landen (Männer hingegen häufiger in der Friendzone, auch wenn sich in beiden auch das andere Geschlecht findet, zB Frauen in der Friendzone)

Auch wenn man sich danach keine Beziehung vorstellen kann, besteht trotzdem eine besondere Verbindung zwischen diesen beiden Menschen. Heutzutage fühlt man sich wie weggeworfen, aussortiert, liegen gelassen. Man kann den tollsten Charakter dieser Welt haben. Das zählt alles nicht, man wurde benutzt und ist nur in den seltensten Fällen “wiederverwendbar”. Das klingt hart, aber so erlebe ich es immer wieder. Dass sich aus einem ONS mehr ergibt, ist mir noch nicht untergekommen.

Dann spricht vieles dafür, dass sie entschieden zu hoch rangeht und Männer aussucht, denen sie nichts bedeutet, weil sie meinen auf einer wesentlich höheren Stufe zu stehen bzw. die gut genug mit Frauen sind („Game haben“) als das sie sich um „Nachschub“ keine Sorgen machen müssen.

Oft hört man Sätze wie: “Man kann ja erstmal schauen wie es ist, und dann verliebt man sich vielleicht.”

Nein! Jeder Frau, die so etwas gesagt bekommt, kann ich versichern: Das wird nicht passieren! Das ist Taktik.

Die Chance würde ich bei einer solchen Äußerung auch eher für gering halten.

Heutzutage kann man froh sein, wenn man vom ONS nach einigen Wochen noch gegrüßt wird, sobald man sich zufällig auf der Straße trifft. Das was am Ende bleibt, ist ein Name auf einer “Vögelliste”. Man ist einfach nur ein Name, kein Mensch, keine Persönlichkeit.

Das spricht dafür, dass sie ENTSCHIEDEN zu hoch rangeht. Oder die Männer aus anderen Gründen lieber keinen Kontakt wollen, etwa weil sie fremd gegangen sind.

Wie schafft ihr Männer das? Wie könnt ihr alles ausblenden, nur damit ihr euren Spaß habt? Was bleibt da in euren Köpfen, wenn ihr den Walk of Shame (mit den selben Klamotten heim gehen, mit denen man am Abend in den Club gegangen ist) hinter euch bringt? Hinterlassen ONS irgendwas in euren Köpfen oder sind es nur Nummern?

Klar hinterlassen sie Spuren. Aber eben nur, wenn die Betreffende für uns interessant ist und wir uns mehr erhofft haben oder zumindest interessiert sind. Üblicherweise werden die meisten Männer sich vermute ich auch durchaus höflich verhalten, wenn sie Sex hatten. Zumindest habe ich es so (meistens) gehalten. Bei einigen war es sicherlich eher Geilheit und Alkohol und insofern für mich danach relativ uninteressant. Andere Frauen haben ganz erhebliche Spuren in meinen Kopf hinterlassen. Andere waren schon vorher gute Freundinnen und sind es auch geblieben. Andere wurden mehr.