Selbermach Samstag 153 (12.09.2015)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

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287 Gedanken zu “Selbermach Samstag 153 (12.09.2015)

  1. Jippiiieeeeeh, Selbermach-Samstag. Endlich wieder Marenleinchen, Robin Urban, Alice Schwarzer und andere Feministinnen ärgern, solange es noch legal ist. (vgl. z.B. http://www.blu-news.org/2013/09/26/eu-will-feminismus-kritik-verbieten/)

    Alles fällt, wie üblich, unter „meiner Meinung nach“. Von den verlinkten Inhalten distanziere ich mich, empfehle sie aber als lesenswert weiter.

    Erstmal zum ***Gender Gaga der Woche***:

    https://reason.com/blog/2015/09/11/teen-boy-kissed-girl-on-a-dare-now-he-fa

    Küssen in der Jugend ist schon ein schweres Verbrechen, solange man nicht die Tussi ist. (Sorry für den Begriff „Tussi“, aber Fräulein Gegnerin sagt ja auch immer „Typ“ für Junge oder Mann.)

    Wie heißt es noch so? Schön war die Jugend, sie kommt nicht mehr?!? Naja…

    Schon am Mittwoch verlinkt, aber zu wichtig, deshalb heute noch einmal:

    http://www.danisch.de/blog/2015/09/02/dammbruch-an-der-uni-kassel-gender-gegen-wissenschaftsfreiheit/

    Der andere Biologieprofessor, der die Gendersens öffentlich kritisiert hat, heißt übrigens „Axel Meier“ und das hier ist sein Buch:

    Siehe auch:

    http://www.swr.de/swr1/bw/programm/leute/meyer-prof/-/id=1895042/did=15971560/nid=1895042/jznhzo/index.html

    Nun das Übliche wieder:

    Agens:

    http://agensev.de/content/frauen-morden-nicht-%E2%80%93-sie-t%C3%B6ten-nur

    Manndat-Forum:

    http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=13963

    http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=13965

    http://www.forum-maennerrechte.de/index.php?id=13958

    Schoppe:

    http://man-tau.com/2015/09/07/ilse-lenz-und-die-angst-vor-der-demokratie/

    Cuncti bzw. Arne Hoffmann:

    https://cuncti.net/geschlechterdebatte/869-maenner-in-den-medien-drei-forderungen-an-journalisten-die-ihre-verantwortung-ernst-nehmen

    Nicht-Feminist:

    http://nicht-feminist.de/2015/09/link-bettina-roehl-heterophobie-ii/

    http://nicht-feminist.de/2015/09/clip-interview-mit-professor-spreng-genderismus-contra-hirnforschung/

    Danisch:

    http://www.danisch.de/blog/2015/09/10/wie-feministen-und-juristen-universitaten-wissenschaft-und-ausbildung-ruinieren/#more-11279

    Wolfgang Wenger:

    http://linker-maskulismus.blogspot.de/2015/08/hausliche-gewalt-und-wieder-muss-ein.html

    …und der Surftipp des Tages:

    http://www.freimann.at/aktuell.htm

    Sonst, DIE Informationsquelle zum täglichen Gebrauch, gerade auch für Journalisten, die noch richtig recherchieren, statt wie auf der Schule den Blödsinn von anderen abzuschreiben:

    http://genderama.blogspot.de (URL gut zum Weiterverbreiten in Kommentarspalten der Mainstreammedien geeignet, da Linklisten dort eher zensiert werden.)

    Da ist alles höchst relevant – deshalb verlinke ich die einzelnen Artikel nicht mehr extra, von Ausnahmefällen abgesehen.

    Das hier

    https://allesevolution.wordpress.com/2015/01/31/ubersicht-evolution-evolutionare-psychologie-und-partnerwahl/

    ist ein guter Überblick über die Theman hier bei Allesevolution. Wer richtig professionell mit „biologistischen“ Argumenten „trollen“ will, dem sei dieser Überblick sehr empfohlen, gerade auch Autoren & Journalisten.

    Auch sonst sag ich nur: Weiterverbreiten, wenn möglich auch „offline“ (z.B. Weitersagen, Flugblätter)

    http://frauengewalt.wordpress.com/ (Auch auf einer meiner beiden „supitollen“ Listen zu finden. Extra-Verlinkung als besondere Empfehlung! Da sind die Studien drin, die zeigen, dass es in Sachen häuslicher Gewalt eine Pattsituation zwischen den Geschlechtern gibt.)

    Liste des radikalfeministischen Hate Speech:

    https://allesevolution.wordpress.com/2014/02/22/selbermach-samstag-lxxiii/#comment-112353

    Normale „supitolle“ Liste:

    https://allesevolution.wordpress.com/2014/04/19/selbermach-samstag-lxxxi/#comment-118618

    http://femokratie.com/tatort-diese-vaeter-sind-zum-grauen/04-2014/comment-page-1/#comment-31698 (nicht meine Liste, aber nicht schlecht)

    Zu guter Letzt: Meine Reihe „Feministinnen mit Tierfilmszenen ärgern“ (Hintergrund: http://www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html), heute: Der Mensch (Homo sapiens), geschlechterpolitische Debatte

    • ät Matthias:

      Kam doch mal bei Arne, oder? Jaja, ist erst einmal eine Ideologie installiert, setzt ein Wettrennen der Charakterschweine ein, wer die Ideologie am absurdesten weitertreiben kann…
      „Race to the bottom“ laut Evochris.

      Da sind dann schon Blicke und Küssen satanisch. Nichts Neues unter der Sonne…..

      Tja, die Anne-Rehauge. Leider kann ich das Video nicht hören (PC kaputt). Hattest Du das schon mal geguckt: https://www.youtube.com/watch?v=nHKw15NZvTk ?

      Typisch Lügenpresse/GEZ-Medien, diesen Sektentussi-Paranoia-Quatsch auch noch zu senden.

      Rehauge dürfte seit fast 20 Jahren so attraktiv-begehrenswert sein wie heute. Das hat sie wahrscheinlich zu dem gemacht, was sie heute ist: ein Mädchen im Körper einer 33jährigen.

      • @ Axel

        „Kam doch mal bei Arne, oder?“

        Yepp.

        „Jaja, ist erst einmal eine Ideologie installiert, setzt ein Wettrennen der Charakterschweine ein, wer die Ideologie am absurdesten weitertreiben kann…
        “Race to the bottom” laut Evochris.“

        So isses.

        „Da sind dann schon Blicke und Küssen satanisch. Nichts Neues unter der Sonne…..“

        Nee, nix neues, der ganz normale Wahnsinn. Motto: Was, zwei Siebenjährige beim Händchenhalten? Ich ruf die Polizei! Der Junge wird dann eingebuchtet, und das arme „Opfer“-Mädchen kriegt dann Schadensersatz. Auch wenn es das schön fand.

        „Tja, die Anne-Rehauge.“

        Das mit dem waidwunden Rehblick ist ja gerade in dem Fall der Punkt. Die Frau ist hochattraktiv und führt vermutlich seit ihrer Jugend ein durchaus lebenswertes Liebesleben, von dem männliche Absolute Beginner nicht mal zu träumen wagen. Sie aber kriegt trotzdem viel leichter als solche Männer der Gesellschaft gegenüber durch, als „benachteiligt“ eingestuft zu werden. Warum kriegt sie es hin? Einmal, weil sie eine Frau ist, und wegen ihrem Rehblick.

        Da fragt man sich? Was hat die eigentlich? der müsste es doch eigentlich sehr gut gehen.

        “ Leider kann ich das Video nicht hören (PC kaputt).“

        So’n Mist.

        „Hattest Du das schon mal geguckt: https://www.youtube.com/watch?v=nHKw15NZvTk ?“

        Nee, guck ich aber heute noch.

        „Typisch Lügenpresse/GEZ-Medien, diesen Sektentussi-Paranoia-Quatsch auch noch zu senden.“

        Vermutlich ja.

        „Rehauge dürfte seit fast 20 Jahren so attraktiv-begehrenswert sein wie heute.“

        Eben. Deshalb: Was hat sie eigentlich?

        „Das hat sie wahrscheinlich zu dem gemacht, was sie heute ist: ein Mädchen im Körper einer 33jährigen.“

        Sie kommt einem halt mädchenhaft vor. Und vertritt eine Ideologie. Dadurch kommt sie einem unreif vor.

        • ät Matthias:

          „Da fragt man sich? Was hat die eigentlich? der müsste es doch eigentlich sehr gut gehen.“
          – Ich denke, sie hat Borderline oder ähnliches. Anders ist es nicht zu erklären, daß man rumstudiert (3* Literatur) und dann einfach aufgibt, „um zu arbeiten“. Was arbeitet sie denn?

          Heißt, sie hat ihr Leben nicht im Griff. Mit ihrer Schönheit könnte sie sich heiraten und schwängern lassen, aber selbst dafür ist sie nicht stabil genug.
          Deshalb wird sie radikal, weil das Schwarz-weiß-Freund-Feind-denken ihr Halt gibt. Zudem kriegt sie Jobs und Geld für ihren Fanatismus; nicht zuletzt Sympathien und Aufmerksamkeit. Sie soll ja mit Anita Sark befreundet sein.

          Das alles ist nicht zu unterschätzen.
          Denn:
          Ist sie normal, ist sie schön.
          Ist sie genderbekloppt, ist sie schön, hat viele Freunde, die sie bauchpudern, sie ist berühmt und verdient viel Geld (aus Sicht einer Beruflosen).

          Tja, da fällt die Wahl nicht schwer, oder?

          So funktioniert Genderismus.

        • @ Axel

          „– Ich denke, sie hat Borderline oder ähnliches.“

          Na gut, also so weit will ich jetzt nicht gehen, ihr sowas zu bescheinigen. Es kann natürlich sein. Es kann aber auch ein psychisch gesunder Mensch eine Ideologie vertreten.

          „Anders ist es nicht zu erklären, daß man rumstudiert (3* Literatur) und dann einfach aufgibt, “um zu arbeiten”.“

          Das finde ich schon. Studienabbrecher, die psychisch gesund sind, gibt es schon.

          „Was arbeitet sie denn?“

          Ja, das ist in der Tat das Problem. Sie isthalt Feministin von Beruf!

          „Heißt, sie hat ihr Leben nicht im Griff.“

          Weiß nicht, ob man das sagen kann. Jedenfalls nicht wegen dem Studienabbruch, der ist da bei Menschen grundsätzlich nur ein Indiz für.

          „Mit ihrer Schönheit könnte sie sich heiraten und schwängern lassen,“

          Könnten viele Frauen und tun es heutzutage nicht mehr oder verschieben es immer weiter.

          „aber selbst dafür ist sie nicht stabil genug.“

          Ich weiß nicht, ob sie stabil ist. Ich könnte mir selbst zwar eher vorstellen, dass sie es nicht ist, ich weiß es aber nicht.

          „Deshalb wird sie radikal, weil das Schwarz-weiß-Freund-Feind-denken ihr Halt gibt.“

          Das stimmt allerdings auch aus meiner Sicht.

          „Zudem kriegt sie Jobs und Geld für ihren Fanatismus; nicht zuletzt Sympathien und Aufmerksamkeit.“

          Das auch.

          „Sie soll ja mit Anita Sark befreundet sein.“

          wer ist das?

          „Das alles ist nicht zu unterschätzen.“

          Unterschätzen sollte man es natürlich auch nicht.

          „Denn:
          Ist sie normal, ist sie schön.
          Ist sie genderbekloppt, ist sie schön, hat viele Freunde, die sie bauchpudern, sie ist berühmt und verdient viel Geld (aus Sicht einer Beruflosen).

          Tja, da fällt die Wahl nicht schwer, oder?“

          Nö.

          „So funktioniert Genderismus.“

          Unter anderem so.

        • ät Matthias:

          „Das finde ich schon. Studienabbrecher, die psychisch gesund sind, gibt es schon.“

          – Sicher, aber die machen dann eine alternative Ausbildung. Außer radikalen Ideologen wie Volker Beck, Claudia Roth und eben Annelein. Die haben ziemlich sicher eine Störung oder zumindest problematische Disposition.

          A propos: Guck Dir mal die Langversion von Log-in an. Dort berichtet Anneleinchen, daß sie von einem Professor und Studenten angemacht wurde.
          Bei ihrem Aussehen glaub ich das – allerdings kein Grund, auf systematische Verfolgung zu schließen. Darüberhinaus beinhalten häufige Anmachen auch ein Kompliment. Es gibt nur wenige Frauen, die von Männern solch extreme Aufmerksamkeit erfahren. Daß das Gute plötzlich schlecht sein soll – eine kranke Denkweise!

          „wer ist das?“
          -Anita Sarkeesian aus den USA. Die, die sich von Computerspielen sexuell verfolgt fühlt 🙂
          Petpanther verlinkt doch immer die Gamergate-Sachen. Kennste den: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Politisch-korrekte-Spiele-Echt-jetzt-2309230.html

        • @ Axel

          „– Sicher, aber die machen dann eine alternative Ausbildung. Außer radikalen Ideologen wie Volker Beck, Claudia Roth und eben Annelein. Die haben ziemlich sicher eine Störung oder zumindest problematische Disposition.“

          Weiß ich nicht. Sie wirken auch auf mich so, aber ich denke, dass auch psychisch völlig gesunde Menschen an den Weihnachtsmann glauben oder radikal werden können.

          „A propos: Guck Dir mal die Langversion von Log-in an.“

          Es gibt davon eine Langversion?

          „Dort berichtet Anneleinchen, daß sie von einem Professor und Studenten angemacht wurde.“

          Solche Frauen machen sich nicht klar, dass das die Schattenseite davon ist, eine attraktive Frau zu sein. Wenn sie ein männlicher Absoluter Beginner wäre, würde sie nicht belästigt. Genau das würde sie allerdings auch nicht umsonst kriegen. Vermutlich würde sie sich dann, wenn sie das kennenlernen könnte, zurücksehnen zu ihrer jetzigen Lebensrealität.

          „Bei ihrem Aussehen glaub ich das – allerdings kein Grund, auf systematische Verfolgung zu schließen.“

          Systematisch verfolgt werden schöne, junge Frauen aus westlichen Industrieländern ohnehin als allerletzte auf der Welt.

          „Darüberhinaus beinhalten häufige Anmachen auch ein Kompliment. Es gibt nur wenige Frauen, die von Männern solch extreme Aufmerksamkeit erfahren. Daß das Gute plötzlich schlecht sein soll – eine kranke Denkweise!“

          Allerdings.

          „“wer ist das?”
          -Anita Sarkeesian aus den USA. Die, die sich von Computerspielen sexuell verfolgt fühlt :-)“

          Solche Probleme hätte ich auch gerne.

          „Petpanther verlinkt doch immer die Gamergate-Sachen. Kennste den: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kommentar-Politisch-korrekte-Spiele-Echt-jetzt-2309230.html

          Nee, gucke ich mir noch an.

    • Zum Buch von Axel Meier – hier ist die Verlagsseite dazu:
      http://www.randomhouse.de/Buch/Adams-Apfel-und-Evas-Erbe/Axel-Meyer/e453095.rhd

      Es gibt dort auch eine relativ lange Leseprobe:
      http://www.randomhouse.de/leseprobe/Adams-Apfel-und-Evas-Erbe/leseprobe_9783570102046.pdf

      Liest sich sehr gut, insb. auch für Anfänger auf dem Gebiet. Diplom-Biologen sind vermutlich unterfordert, aber für ist das Buch nicht gedacht.
      Kleiner Auszug aus der Leseprobe:

      „… dass in diesem Land, dem Land der Dichter und hoffentlich auch immer noch der Denker und Ingenieure, zum Teil die Ignoranz fundamentalster biologischer Kenntnisse gesellschaftlich akzeptiert wird und Naturwissenschaft überhaupt einen negativen Beigeschmack zu haben scheint. Oder warum zum Beispiel haben so viele Menschen in Deutschland eine so starke Abneigung gegen Statistik?

      Die zunehmende Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit befremdet mich, denn in einem Land ohne Rohstoffe sind kluge Köpfe nun einmal das einzige Kapital, das wir haben. Daher ist dieses Buch auch ein Plädoyer für rationales, ja materialistisches Denken gegen hierzulande leider weit verbreiteten antiwissenschaftlichen Hokuspokus wie etwa Anthroposophie, Homöopathie oder Genderstudies.“

      • „Es gibt dort auch eine relativ lange Leseprobe:“

        Vielen Dank für diesen interessanten Hinweis auf die Leseprobe. Das Buch hatte ich mit Interesse erwartet.

        Habe nur das Vorwort von Harald Martenstein gelesen und bin jetzt ein wenig entsetzt. Ein Kommentar dazu:

        Offensichtlich stellt Martenstein die Vorzüge des materialistischen Weltbilds heraus, welches ja vollkommen kompatibel mit den Naturwissenschaften ist, sich sogar explizit darauf beruft.

        Völlig unironisch spricht er von der „angenehmsten Welt, die es je gab“, in der Naturwissenschaftler, Ingeniöre und Unternehmer ein „Land Utopia“ geschaffen hätten.

        Auch wenn dieses objektiv wahr wäre (wenigstens für einen besser gestellten Teil der Menschheit), möchte man entgegnen, dass der Autor des „Candide“ eben jenen naiven Optimismus geisselte. Als reiner Philosophen und „Geisteswissenschaftler“ von Martenstein von der Erfolgsgeschichte der Menschheit offenbar prinzipiell ausgeschlossen (und offenbar noch nachgetreten), half dieser Mensch, Voltaire hiess er, politische Grundlagen zu schaffen, die zum demokratischen Egalitarismus, zum modernen Rechtsstaat und nicht zuletzt auch zur vorurteilslosen Neugier und Skepsis führte, die das Lebenselixier der Wissenschaft selber ist.

        Ist diese Denkweise, die rein philosophisch begründet wurde, mit der Freiheit des Menschen, also keine bedeutsame Grundlage gewesen? Oder kann man das aufrechte Häuflein um Voltaire, Kant und wie sie alle heissen bedenkenlos mit dem Sündenregister anderer Denker aufrechnen und nivellieren?
        Es stimmt, im letzten Jahrhundert sind tatsächlich Millionen Menschen an (Martenstein schreibt „für“) Ideologien gestorben, die die „Geisteswissenschaften“ begründeten.

        Diese Ideologien allerdings konnten sich als die Speerspitze eines fortschrittlichen, materialistischen Weltbilds ausgaben, was Martenstein verschweigt.

        Es ist hochgradig naiv, wenn nicht fahrlässig, dies nicht einzugestehen: die Wissenschaft und Technik liefert nur die Mittel. Was wir wollen, dass sagt sie uns nicht.

        Und hierin liegt die eigentliche Gefahr, dass das menschliche Handeln eben nicht durch Biologie und Naturwissenschaften bestimmt wird, wie die Geschichte uns leidvoll gelehrt haben sollte. Auch wenn dies nur eine rein ethisch-moralische Lektion ist.

        • Alex schrieb:

          „Habe nur das Vorwort von Harald Martenstein gelesen und bin jetzt ein wenig entsetzt.“

          Das Vorwort von Martenstein gehört mit zum Dümmsten, was ich dieses Jahr gelesen habe. Wird von mir bei Gelegenheit noch ausführlicher kritisiert werden.

          Auch Axel Meyer selbst bringt ein paar Klöpse, die man aus geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive nicht unkritisiert lassen sollte.

          Sollte es mit dem Buch eventuell auch ein bißchen darum gegangen sein, Geistes- und Sozialwissenschaftlern Forschungsergebnisse und Theorien der biologischen Verhaltenswissenschaften nahe bringen zu wollen, dann hätten die Beiden es jedenfalls vergeigt.

          Bei einem Buch mit einem solchen Vorwort dürfte der erste Gedanke vieler Menschen sein: Ab in die Tonne damit.

          Und eine solche Dreistigkeit wie Axel Meyers Forderung Kulturwissenschaftler – nicht nur die Gender Studies, sondern Kulturwissenschaftler allgemein – sollten sich einige Semester mit Forschungsergebnissen und Theorien der Naturwissenschaften befassen müssen, aber nicht umgekehrt, dürften ihm auch keine Sympathiepunkte einbringen.

          Ich bin auch für mehr Interdisziplinarität in der Ausbildung – aber selbstverständlich auf beiden Seiten!

          An einer Stelle versteigt sich Axel Meyer zu einer argumentfreien Abwertung einiger französischer postststrukturalistischer Denker in wenigen Sätzen, es macht nicht den Eindruck, dass er diese überhaupt beurteilen kann.

          Peinlich auch seine angegebene Begründung dafür, warum Judith Butler es verdiene ignoriert zu werden: weil sie schwierig schreibt. Für so eine Kritik würde ein Geistes- oder Sozialwissenschaftler ausgelacht. Viele tatsächlich große Denker der Menschheit haben schwierig geschrieben, das ist überhaupt kein Argument. Judith Butlers geschlechtsbezogene Theorien sind falsch und schlecht, aber sie sind es nicht deshalb, weil sie schwierig schreibt. Wer ein gender-kritisches Buch schreibt, sollte dazu in der Lage sein kritikwürdige Formulierungen Judith Butlers inhaltlich auseinanderzunehmen und nicht damit brillieren, dass er sie nicht verstanden hat.

          Naturwissenschaftliche Gender-Kritik ist im Allgemeinen dort stark, wo es um Darstellung biologischer Forschungsergebnisse und Theorien zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden der Geschlechter geht, aber das war´s auch schon.
          Meyer hätte vielleicht besser mal einen Kulturwissenschaftler als Korrekturleser anheuern sollen, das hätte dem Buch auf jeden Fall gut getan.

        • @Leszek
          „Peinlich auch seine angegebene Begründung dafür, warum Judith Butler es verdiene ignoriert zu werden: weil sie schwierig schreibt.“

          Keine autschfreie Zone also. Oder hat das ein Praktikant geschrieben?

          Wer soll redet, verhüllt doch die Bedeutung. Er bleibt also im Spiel. Ich wollte schon schreiben, die Technik sei eine Hure, die sich der Macht andient. Und die Wissenschaft ist auch willfährig.

          „Viele tatsächlich große Denker der Menschheit haben schwierig geschrieben, das ist überhaupt kein Argument. “

          Denen tut er auch noch nebenbei Unrecht, wie Martenstein Voltaire spezifisch (die Anspielung ist doch klar).

          Die semantische und syntaktische logische etc Analyse der gender-Grundlage würde es ja schon bringen. Auf der anderen Seite ist es auch wie ein versiegelte Botschaft, absichtlich unverständlich geschrieben.

          „Kulturwissenschaftler als Korrekturleser “

          Hätte bestimmt keinen Unterschied gemacht. Auf was will das Buch eigentlich hinaus? Das kommt vielleicht im Vorwort nicht heraus.

          Das Buch ist wohl echt nur für „die Tonne“.

          Immerhin gut finde ich das ungehemmte Bekenntnis zum Kapitalismus 🙂
          Wenn auch nur eine Floskel.

        • ät Alex und Leszek:

          „Und hierin liegt die eigentliche Gefahr, dass das menschliche Handeln eben nicht durch Biologie und Naturwissenschaften bestimmt wird, wie die Geschichte uns leidvoll gelehrt haben sollte. “

          – Ooooch, hat da wieder ein bööööser Naturwissenschaftler den Schnullilogen die Leviten gelesen?

          So, das menschliche Handeln wird also NICHT von Biologie bestimmt? Das Handeln eines Organismus wird also NICHT von Biologie bestimmt?
          Wovon denn sonst?

          Sind hier mal wieder ein paar verkappte Kreationisten am Werk?

          Wen ich Alexens Geschwafel lese, werden meine Hemmungen, im Fall der M-MINT-Machtübernahme die Schnulli-Fächer komplett dicht zu machen, immer geringer.

          Wie wäre es mal mit Arbeit? Wir brauchen noch Facharbeiter in der Industrie. Philosophen und Sozios hingegen so gar nicht.
          ————

          „Sollte es mit dem Buch eventuell auch ein bißchen darum gegangen sein, Geistes- und Sozialwissenschaftlern Forschungsergebnisse und Theorien der biologischen Verhaltenswissenschaften nahe bringen zu wollen“…

          – Ich denke, Meyer weiß recht genau, daß das überhaupt nicht möglich ist.
          Ich kann ja auch meiner klugen Farbratte Erich nichts über Biologie beibringen. Wieso sollte das bei Gendermarxisten (etc) funktionieren?

        • @axel
          „So, das menschliche Handeln wird also NICHT von Biologie bestimmt?“

          Nein, sondern vom Wollen. Die Biologie setzt natürlich alle möglichen Rahmenbedingungen.

          „Wen ich Alexens Geschwafel lese, werden meine Hemmungen, im Fall der M-MINT-Machtübernahme die Schnulli-Fächer komplett dicht zu machen, immer geringer.“

          Freut mich, dass ich zu deinem Vorurteil beitragen konnte 😉

          Warum forderst du eigentlich nicht die Auflösung der Kirchen? Die müssen doch genauso weniger als nützlich sein wie die verhassten Geisteswissenschaften?
          Kann es sein, dass wir hier ein wenig bigott sind?


        • So, das menschliche Handeln wird also NICHT von Biologie bestimmt? Das Handeln eines Organismus wird also NICHT von Biologie bestimmt?

          Doch klar, Axel. Biologie, die Wissenschaft menschlichen Handelns 😉

          Meine Güte, wenn ich nicht ein paar (im Gegensatz zu dir) promovierte Biologen kennen würde, die was auf dem Kasten haben, eine gute allgemeine Bildung und somit auch Kenntnis über die Grenzen ihrer Disziplin besitzen, müsste ich mir ernsthaft Sorgen über den Fachbereich machen.

        • Äh, den Hinweis auf Candide habe ich nicht verstanden. Der richtet sich gegen den Gedanken von Leibnitz, dass wir in der bestmöglichen Welt leben. Nicht gegen den Gedanken, dass es den Menschen noch nie so gut ging wie heute.

          Ging es den Menschen schon mal besser?

          Ich muss wahrscheinlich das Vorwort noch mal selbst lesen.

        • Das Vorwort von Martenstein hatte ich nur überflogen, allerdings war mir die übertriebene Lobhudelei der Naturwissenschaften auch unangenehm aufgestoßen. Wobei ich noch leicht sarkastisch anfügen würde, daß die von Martenstein so gepriesenen realen Verbesserungen überwiegend auf das Konto von Ingenieuren gehen. Das Thema Spannungen zwischen Ingenieuren und Naturwissenschaftlern spare ich mir hier aus Platzgründen 😉

          @Leszek: „Ich bin auch für mehr Interdisziplinarität in der Ausbildung – aber selbstverständlich auf beiden Seiten!“

          Tendenziell richtig. Ich widerspreche aber gerade laufend der These, die Gender Studies seien überhaupt ein interdisziplinäres Fach.

          In einer einzelnen Person kann man eine interdisziplinäre Kompetenz fast nie erreichen, weil es die Leute überfordert. In interdisziplinären Teams geht es schon eher, dort müssen die Beteiligten aber nur „kommunikationsfähig“ mit den Kompetenzträgern der anderen Wissenschaften sein. Um dies zu erreichen, muß man wiederum einen Crashkurs in den anderen Wissenschaften bekommen, der die zu anspruchsvollen Grundlagen ausläßt. Das Buch von Meyer ist ein solcher Versuch. Ich würde mich weniger über die paar unproduktiven Ausfälle ärgern als diesen Versuch honorieren.

          Wenn man den Tip, „sich einige Semester mit Forschungsergebnissen und Theorien der Naturwissenschaften befassen“ versteht als Aufforderung, sich in die Vorlesungen für die Hauptfachstudenten hineinzusetzen, ist das Unsinn und zum Scheitern verurteilt. Diese Veranstaltungen gehen normalerweise viel zu sehr in die Tiefe.

          „Peinlich auch seine angegebene Begründung dafür, warum Judith Butler es verdiene ignoriert zu werden: weil sie schwierig schreibt.“

          Klassischer Culture Clash. MINTler schreiben zwar auch oft genug schlecht lesbar, aber das ist nicht notwendig und wird sehr schlechter Stil angesehen. Wenn man speziell bei Butler noch beobachtet (also mir zumindest scheint das so), daß auch die Experten der Philosophie und einschlägiger Fächer die Texte von Butler sehr verschieden und untereinander inkompatibel interpretieren, dann ist es mehr als eine Stilfrage, sondern ein inhaltliches Problem einer Disziplin, nicht fehlerfrei untereinander kommunizieren zu können. Als MINTler schlußfolgert man dann, solche nicht eindeutig interpretierbaren Produkte einfach zu ignorieren. Das ist pragmatisch gesehen auch die einzig gangbare Option.

        • ät Alex:

          Oh, Du explodierst ja gar nicht.

          „Nein, sondern vom Wollen. Die Biologie setzt natürlich alle möglichen Rahmenbedingungen.“
          – Uff, so eine Aussage kann nur von einem politisierten GSGWler kommen.
          Preisfrage: Wo kommt das Wollen denn her? Ein Beispiel: Du willst (WOLLEN!) eine Frau flachlegen (oder einen Mann, je nachdem). Wo kommt das Motiv denn her? Sozial konstruiert?

          „Kann es sein, dass wir hier ein wenig bigott sind?“
          – Wir haben eine traditionelle Leitkultur, die auf Christentum, römisch-griechischen Traditionen und der Aufklärung basiert. Ein bißchen was Germanisches ist auch dabei (deutsche Sprache).

          Das ist es, was uns ausmacht, und was unseren Wohlstand und unsere Sicherheit garantiert.

          Jüngste krebsartige Auswüchse dieser Leitkultur wie Gendergrütze, Sozialismus oder PC, die erwiesenermaßen nur Schaden anrichten, müssen vernichtet werden.

          Ein gutes Mittel: Faule und dumme Pseudowissenschaftler in die Produktion!

        • ät David, der kleine Dreckwerfer:

          „Meine Güte, wenn ich nicht ein paar (im Gegensatz zu dir) promovierte Biologen kennen würde“

          – Kennst Du mich denn wirklich so genau?
          Dein Kommentar beinhaltet wieder mal nur Beleidigungen ohne jegliches Argument.
          Möchtest Du sie ergänzen?

          Du darfst mir zB gerne erklären, wieso die Psychologie des Menschen von der Biologie unabhängig ist.
          Was bist Du eigentlich für ein Psychologe? Marxistischer, positiver oder gutmenschlicher?

        • ät Man-in-the.. und Leszek:

          „allerdings war mir die übertriebene Lobhudelei der Naturwissenschaften auch unangenehm aufgestoßen. “
          – Er erwähnt immerhin auch die dunkle Seite der Medaille.

          Allerdings hat er mit der Aussage recht, daß unser heutiges Leben tatsächlich Ingenieuren, Technikern, Ärzten, Grundlagenforschern und nicht zuletzt Politikern wie Bismarck oder Entrepreneuren wie Rathenau etc zu verdanken ist.

          Was der Beitrag zB von Philosophen, auch sehr guten wie Locke oder Rawls, ist, ist beileibe nicht so deutlich ersichtlich. Es wird immer gern behauptet, daß diese Spitzendenker unseren Staat geformt hätten – aber wie genau ist da der Wirkmechanismus? Das bleibt unklar.

          „“Ich bin auch für mehr Interdisziplinarität in der Ausbildung – aber selbstverständlich auf beiden Seiten!”“
          – Uff, weißte, das Bio-Studium ist randvoll, erst recht beim Bachelor. Was willste denn da noch reinknallen? Etwas Philosophie ist ja schön, aber was nützt das später im Beruf?

          Den GSGW echte Wissenschaft beizubringen halte ich für vergeudete Mühe- bei dem technikfeindlichen Personal ist das schlicht unmöglich.
          Axel Meyer hat völlig recht, daß sich bei einem Teil der akademischen Bevölkerung – den „Intellektuellen“, eine erstaunliche Wirklichkeitsabneigung breitgemacht hat.

          Wir fallen wieder in eine Art religiöses Zeitalter zurück – paradoxerweise nach dem Niedergang der Religion.

        • @onlyme
          „Äh, den Hinweis auf Candide habe ich nicht verstanden.“

          Du hast natürlich vollkommen recht, dass der Leibnitzsche Idealismus nicht mit dieser angeblich „angenehmsten Welt von heute“ vergleichbar ist. Aber Martenstein stoppt da nicht und kommt noch mit “Land Utopia”, welches ja bekanntlich ein Land jenseits der Zeit ist und damit der Vorstellung von Leibnitz sehr nahe rückt – freilich von einer Philosophie des immerwährenden Fortschritts aus, der in diese Utopie führen würde, während Leibnitz ja davon ausgeht, dass zu jeder Zeit der angemessen allerbeste Zustand existiert. Wie in der Mathematik sich zwei Parallelen im Unendlichen schneiden, so schneiden sich auch Martensteins technische Utopie und Leibnitz beste aller möglichen Welten an dem Punkt, an dem das Paradies auf Erden erklärt wird. Jedenfalls nach Martenstein, sonst kann man ja hochgradig skeptisch ein.
          Kleiner Gag am Rande: der Idealismus von Leibnitz ist gar nicht so dumm, denn er beschreibt als Idee eigentlich den stabilen Zustand, den auch die Evolutionstheorie annehmen muss: dass zu jeder Zeit ein jeder Organismus optimal sein muss. Denn optimal bedeutet er überlebt und es gibt ihn. Wenn man sich das vergegenwärtigt, wird nochmal klar, worin die Gefahr eines Besserwissens über die angebliche Richtung der Evolution und anderer Geschichte bestehen kann… Im Sinne Darwins ist diese Haltung aber nicht, sie ist aber immer typisch für die tendenziösen Interpreten von ihm…

        • @axel
          „Preisfrage: Wo kommt das Wollen denn her?“
          Weiss ich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass ich sehr vorsichtig sein würde, der dieses zu wissen meint.
          In analoger Weise kann ich dir auch nicht sagen, warum der Evolutionsverlauf oder die menschliche Geschichte so war wie sie war, von der Geschichte des Universums mal ganz zu schweigen.

          „Wir haben eine traditionelle Leitkultur, die auf Christentum….“
          Und genau die hat doch diese ganzen Geisteswissenschaften hervorgebracht, die du in toto abschaffen willst, nicht aber eine ganz unstrittene muffig Institution, die X-Steuermittel zieht (ist dir überhaupt klar warum? und was ich meine?) und nach deiner Einstellung mehr als überflüssig sein sollte….
          Das verrät mir, du hast nicht gegen solche Dinge was an sich, sondern nur gegen ganz gewisse…

          „Wir fallen wieder in eine Art religiöses Zeitalter zurück – paradoxerweise nach dem Niedergang der Religion.“

          Frag mal Lehrmeister Nietzsche, den Lehrmeister aller Konstruktivisten:
          „Das Zeitalter der Barbarei beginnt, die Wissenschaften werden ihm dienen!“
          Aber ist natürlich alles nur von dieser pöhsen, pöhsen Frau, der arme Mann ist ja sooo missrepräsentiert worden….

        • ät Alex:

          „Weiss ich nicht. Ich bin mir aber sicher, dass ich sehr vorsichtig sein würde, der dieses zu wissen meint.“
          – Die evolutionäre Psychologie hat einiges aufgeklärt. Tipp: Buss, Evol. Psychologie, PS.

          „Und genau die hat doch diese ganzen Geisteswissenschaften hervorgebracht, die du in toto abschaffen willst“
          – Das ist Eigenwerbung der GSGW. Halte ich zumindest für deutlich überschätzt.
          Nietzsche u.a. sind Gesprächsthemen für Inti-Studis. Im Leben hat das keine Relevanz.

          „nicht aber eine ganz unstrittene muffige Institution, die X-Steuermittel zieht“
          – Die Steuermittel gehen hauptsächlich für die sozialen Aufgaben wie Kindergärten etc. drauf. Die nebenbei gesagt sehr beliebt sind.
          Und immer beliebter werden, weil in christlichen Kitas die bekloppten Ideologien der studierten Erzieherinnen eher draußengehalten werden. Zumindest in katholischen.

          Was Geldverschwendung für Protz angeht (Tebartz-van Elst), dem muß natürlich ein Riegel vorgeschoben werden.

          Ansonsten haben Leit-Zivilisationsträger wie Kirche, echte Forschung etc meiner Meinung nach ein Recht auf Alimentierung, weil sie etwas leisten.

          Daß irgendwelche aggressiven Linken anderer Meinung sind, juckt mich so gar nicht.

          Schon deswegen nicht, weil die bei ihren eigenen Steckenpferden (Asylindustrie, Gender“forschung“) überhaupt keine Hemmungen haben, Steuergelder zu verballern.

        • @ Leszek

          „Und eine solche Dreistigkeit wie Axel Meyers Forderung Kulturwissenschaftler – nicht nur die Gender Studies, sondern Kulturwissenschaftler allgemein – sollten sich einige Semester mit Forschungsergebnissen und Theorien der Naturwissenschaften befassen müssen, aber nicht umgekehrt, dürften ihm auch keine Sympathiepunkte einbringen.“

          Natürlich nicht, zumal das Bevormundung wäre. Wo er wohl auch nicht dran denkt, ist auch die Umsetzbarkeit. Ich wüsste nicht, wie man in das Biologiestudium, das ich hinter mir habe, geisteswissenschaftliche Inhalte „reinquetschen“ könnte, also jetzt mal abgesehen zu einigen Bioethik-Basics in der Biologiedidaktik. Besonders im Hinblick aufs Grundstudium wäre ich da skeptisch.

          Umgekehrt sehe ich auch noch ein Problem: Würde man Geisteswissenschaften vielleicht einen oder zwei Scheine/Module mit naturwissenschaftlichen Inhalten aufzwingen, würde das in vielen Fällen inhaltlich eh kaum was bringen. Denn erfahrungsgemäß sind es nicht einzelne Scheine/Module/Crashkurse, die einen fachlich stark machen, sondern eine Vielzahl von Scheinen, die zusammenpassen – erst dadurch baut sich ein naturwissenschaftliches Weltbild auf. Es dürfte zumindest oft so laufen.

          Denn vieles in unserem „lovely“ Bildungssystem, was man „gehabt hat“, hat man eben nur gehabt. Aber das da auch ein nachhaltiger Lerneffekt/ein nachhaltiges Verständnis für die Sache eintritt, das geht ja längst nicht immer gut.

          Ich wäre deshalb dafür, dass weder Studenten von MINT-Fächern geisteswissenschaftliche Inhalte, noch das Studenten geisteswissenschaftlicher Fächer naturwissenschaftliche Inhalte aufgezwungen werden.

          Wichtig ist, dass alle Wissenschaftler, die nach ihrem Abschluss bzw. auch schon während solcher Arbeiten wie der Diplom- oder Masterarbeit wissenschaftlich arbeiten, dass die offen dafür sind, über den Tellerrand zu gucken, sofern die notwendig ist.

          Notwendig ist es z.B. wenn ein Genderforscher etwas zum Geschlecht sagt bzw. diesbezügliche Theorien entwickelt, dann sollte er das schon mit dem abgleichen, was andere Wissenschaften wie z.B. die Biologie zu dem Thema sagen.

        • Interview mit Axel Meyer zu seinem Buch:

          http://www.tagesspiegel.de/wissen/genderstudies-und-biologie-da-treffen-zwei-welten-aufeinander/12314996.html

          Er korrigiert seinen einseitigen Vorschlag zum Studieren:

          Frage: Zurück zu den Paralleluniversen der Geschlechterforschung und der Lebenswissenschaften. Wie können sie sich annähern?

          Axel Meyer: Wie überall, durch Bildung und Kommunikation. Es wäre gut, wenn Studenten der Geisteswissenschaften Grundkurse in Genetik und Evolutionsbiologie besuchen würden, Naturwissenschaftler umgekehrt Wissenschaftsphilosophie oder Soziologie hören müssten.

          Das hört sich schon besser an, ich nehme diesen Kritikpunkt daher zurück.

        • @axel
          „Die evolutionäre Psychologie…“
          Ist das nicht auch aus einer Richtung, die du nur als „geisteswissenschaftliches Laberfach“ begreifen könntest? Oder soll die deiner Meinung nach der Biologie zugehörig sein?

          „Nietzsche u.a. sind Gesprächsthemen für Inti-Studis. Im Leben hat das keine Relevanz.“
          Durchaus doch. Aber eigentlich war das nur so ein Zitat, welches klar macht, wie sehr er über all seinen Epigonen steht. Aber egal.

          „…hauptsächlich für die sozialen Aufgaben…“
          Jaja, schon klar, wer will was gegen Kindergärten haben? Da kann man auch nichts gegen die andauernden Entschädigungszalungen für die Enteignungen vor über 100 Jahren haben und den priviligierten Zugriff auf den Staatsapparat.

          „Leit-Zivilisationsträger“ (wie die Kirche)
          Welch ein Wortschöpfung. ich meine weiterhin dein Massstab ist willkürlich. Da ich fairer sein würde, sollten diese Veranstaltungen 100%ig vom Staat getrennt werden.
          Es geht hier auch gar nicht mal um Geld. Auf dieser Schiene kannst du (und „Sci-files“ etc) meinetwegen weiter rumklagen. Wenn da einer mit dem Bündel winkt, dann macht eurereiner doch die Kelle :mrgreen:

        • @Matt
          „Notwendig ist es z.B. wenn ein Genderforscher etwas zum Geschlecht sagt bzw. diesbezügliche Theorien entwickelt, dann sollte er das schon mit dem abgleichen, was andere Wissenschaften wie z.B. die Biologie zu dem Thema sagen.“

          Da sind die Begriffe „Interdisziplinarität“ und dann „Transdisziplinarität“ genau von all diesen Wissenschaftlern bis zum Exzess angepriesen worden… und haben dann offenbar nichts oder … gar das Gegenteil erreicht?
          Wir brauchen jetzt …. eine Hyperdisziplinarität!

        • @Lesek, Meyer-Interview

          Die „Frage“ bzw auf den Einwurf des Interviewers hier:

          „Die biologische Interpretation der Conditio humana gilt selbst als ideologisch, als „biologistisch“, und sie vermittelt einen Determinismus, der mit unserem Freiheitsbegriff und Erfahrung nicht zusammenpasst.“

          hat Prof Meyer diplomatisch reagiert, nicht erwähnenswert.
          Es gibt natürlich keine seriöse, biologische Interpretation des menschlichen Seins (die Conditio ist eine rein philosophische Idee) aber warum muss Meyer mit dieser unpassenden Frage traktiert werden?

          Und das, *nachdem* er endet: “ …. Da geht es um Evidenz, um Studien, um statistisch abgesicherte Daten. Und nicht um Interpretation, um Philosophie oder um Ideologie.

          Aber nach ein bisschen Zwischengeplänkel wird er deutlich, dass er Judith-WTF-Butler doch verstanden hat:

          „..Aber für mich gehört zu menschenwürdigem Leben das Recht, eigenen biologischen Veranlagungen zu folgen. Doch es ist absurd, auf unhaltbare Konstrukte von Ungleichheit mit genauso unbegründeten Konstrukten von Uniformität zu antworten.“

          Keine schlechte Grundlage für eine „Annäherung“, vor allem wenn
          „Orientiert euch an Daten, an Fakten, an Experimenten, an Statistik. Und nicht an Anekdoten und an denen, die am lautesten brüllen.“
          gelten sollte…

        • ät Alex:

          „“Die evolutionäre Psychologie…”
          Ist das nicht auch aus einer Richtung, die du nur als “geisteswissenschaftliches Laberfach” begreifen könntest? “

          – Was erzählst Du denn da? Die evolutionäre Theorie hat nichts mit den politischen Schwafeleien der GSGW zu tun. Die Psychologie ist eine Naturwissenschaft. Nur im Bereich Sozialpsychologie gibt es meist Probleme; wie in allen Fächern mit „sozial“.

          „und den priviligierten Zugriff auf den Staatsapparat.“
          – Erzähl mal.

          „Welch ein Wortschöpfung. ich meine weiterhin dein Maßstab ist willkürlich.“
          – Die Begründung ist Dir entgangen?

        • @axel
          „Die Psychologie ist eine Naturwissenschaft.“

          Dann kannst du mir verraten, was das Pendant zur Evolutionstheorie bei denen ist? Was hält das als Wissenschaft zusammen?
          Wie die Sozialwissenschaften etc pp ist das genauso ein wissenschaftlich orientiertes Konglomerat….

          „Die Begründung ist Dir entgangen?“

          Wirklich nicht. Bei der Kirche könnte man allerdings auch von Leidkultur sprechen (blöder Kalauer ich weiss), schau mal nach dem Staatsvertrag von 18soundso, der die Reparationszahlungen bis heute (waren es 100te Mio oder sogar ein paar Mia/a?) festzulegen scheint.

        • @ Axel

          „Die Psychologie ist eine Naturwissenschaft.“

          Die Psychologie ist sowohl Naturwissenschaft als auch Sozialwissenschaft und Geisteswissenschaft. Sie steht an der Schnittstelle aller drei wissenschaftlichen Hauptrichtungen.

          „Nur im Bereich Sozialpsychologie gibt es meist Probleme; wie in allen Fächern mit “sozial”.“

          Es dürfte wenig andere psychologische Forschungsbereiche geben, in denen deine geliebte Evolutionäre Psychologie so anerkannt ist wie in der Sozialpsychologie.

        • ät Leszek:

          Ich hatte Motivation und Persönlichkeit. Das war schon sehr biologisch-naturwissenschaftlich.

          „Es dürfte wenig andere psychologische Forschungsbereiche geben,“
          – Dein Wort in Gottes Öhrchen. Glaube aber nicht recht dran: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25036715
          Robert Trivers sagt dasselbe. Und der kennt sich mit Sicherheit besser aus als ein anarchistscher Soziologe oder ein Molekularbiologe.

        • @axel

          “Es dürfte wenig andere psychologische Forschungsbereiche geben,” – Dein Wort in Gottes Öhrchen. Glaube aber nicht recht dran: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25036715

          Das ist doch ein klares Eingeständnis, dass man (auch) nur Politik machen will. Unter Rückgriff auf die höchst verschwurbelte Idee von „diversity“ und mit politischen Positionsbezeichnungen, die noch fragwürdiger erscheinen (das amerikanische „liberal“).

        • @ Axel

          „Ich hatte Motivation und Persönlichkeit. Das war schon sehr biologisch-naturwissenschaftlich.“

          Es gibt diese Komponente in der Psychologie ja, aber die sozial- und geisteswissenschaftlichen Komponenten gibt es eben auch.
          Außerdem wäre es vermutlich sinnvoll „naturwissenschaftlich“ und „empirisch-wissenschaftlich“ stärker auseinanderzuhalten. Ein großer Teil der Sozialwissenschaften beruht auf empirischer Forschung, ist aber deswegen trotzdem nicht naturwissenschaftlich.

          „Robert Trivers sagt dasselbe.“

          Nein, der sagt lediglich, dass er der Ansicht ist, es gebe in der Sozialpsychologie zu wenig Konservative.

          Ich hingegen habe gesagt, dass die Evolutionäre Psychologie gerade in der Sozialpsychologie relativ anerkannt ist. Das erkennt man einerseits daran, dass evolutionär-psychologische Theorien in Lehrbüchern der Sozialpsychologie oft vorhanden sind, andererseits daran, dass bekanntere Psychologen, die sich positiv auf die Evolutionäre Psychologie beziehen (z.B. der Experte für Beziehungspsychologie in Deutschland Manfred Hassebrauck oder der bekannte US-amerikanische Psychologe Roy Baumeister) oft Sozialpsychologen sind.

          Die eine Aussage hat mit der Anderen nichts zu tun, schließlich sind auch Evolutionäre Psychologen nicht zwangsläufig konservativ, der neben Steven Pinker bekannteste Evolutionäre Psychologie David Buss ist z.B. linksliberal und Pinker selbst zumindest liberal-konservativ.

          „Und der kennt sich mit Sicherheit besser aus als ein anarchistscher Soziologe oder ein Molekularbiologe.“

          Ein „anarchistischer Soziologe“, der während seines Studiums die Evolutionäre Psychologie im Fach Sozialpsychologie relativ ausführlich vermittelt bekam.

          Das Gejammer mancher Leute über den relativ geringeren Anteil von Konservativen in der Sozialpsychologie (oder in der Soziologie oder in der Philosophie etc.) erscheint mir übrigens manchmal etwas befremdlich.

          Meinem Eindruck nach sind Konservative meist nicht willens und fähig in diesen Disziplinen etwas zu leisten, (sieht man ja auch an sämtlichen konservativen Kommentatoren auf „Alles Evolution“).
          Wenn Konservative aufgrund ihrer persönlichen Präferenzen nicht dazu bereit sind Standards wissenschaftlichen Arbeitens in diesen Disziplinen einzuhalten und ernsthafte und konstruktive Beiträge zu leisten, dann sollen sie eben auch nicht jammern, dass sie in diesen Bereichen im Schnitt weniger vertreten sind.

          Mit geistigem Dünnschiss wie „Kulturmarxismus“ brüllen, aber nie Belege liefern können, kommt man in geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen eben nicht weit – da zählen Kenntnisse, Recherche, Belege, um Objektivität bemühtes und differenziertes Denken, Einhaltung von Standards wissenschaftlichen Arbeitens.
          So lange Konservative mehrheitlich dazu nicht bereit sind, müssen sie eben draussen bleiben – selbst schuld.

          Konservative, die bereit sind in diesen Disziplinen wirklich etwas zu leisten und die nicht einfach nur Müll produzieren, haben auch Erfolg, siehe z.B. Niklas Luhmann als bekannter konservativer Soziologe.

        • Hier findet sich eine Untersuchung von amerikanischen Psychologen über die mangelnde politische Diversität innerhalb der akademischen Psychologie:

          „ABSTRACT

          Psychologists have demonstrated the value of diversity – particularly diversity of viewpoints – for enhancing creativity, discovery, and problem solving. But one key type of viewpoint diversity is lacking in academic psychology in general and social psychology in particular: political diversity. This article reviews the available evidence and finds support for four claims: (1) Academic psychology once had considerable political diversity, but has lost nearly all of it in the last 50 years. (2) This lack of political diversity can undermine the validity of social psychological science via mechanisms such as the embedding of liberal values into research questions and methods, steering researchers away from important but politically unpalatable research topics, and producing conclusions that mischaracterize liberals and conservatives alike. (3) Increased political diversity would improve social psychological science by reducing the impact of bias mechanisms such as confirmation bias, and by empowering dissenting minorities to improve the quality of the majority’s thinking. (4) The underrepresentation of non-liberals in social psychology is most likely due to a combination of self-selection, hostile climate, and discrimination. We close with recommendations for increasing political diversity in social psychology.“

          http://heterodoxacademy.org/2015/09/14/bbs-paper-on-lack-of-political-diversity/

        • @mocho
          „mangelnde politische Diversität innerhalb der akademischen Psychologie“

          Das kann ja alles sein. Aber Wissenschaft und wissenschaftliches Arbeiten sollte überhaupt nichts mit Politik zu tun haben, von vorne herein nicht. Und wenn sich hier so klare Demarkationslinien und Zuordnungen zeigen, dann spricht das gegen die ganze wissenschaftliche Richtung. Backlash.

          Wem würde es einfallen, die politische Orientierung zB eines Physikers hervorzuheben, wenn es um irgendwas seiner Arbeiten geht?

        • Auch Axel Meyer selbst bringt ein paar Klöpse

          Fleischhauer fühlte sich auch gleich berufen, das Ende der Nature-Nurture Debatte aufzurufen (die Naturwissenschaften haben das längst geklärt, das ist eigentlich ganz einfach), nachdem er ein Buch dieses Zoologen von der Handelsblatt-Kolumne gelesen hatte.
          Ein weiterer dicker Klops daraus: Meyer schreibt wohl, Frauen seien häufiger schizophren. Das Gegenteil ist der Fall.

          Ganz lustig auch, wie er klassischerweise psychologische Studien (zum Verhalten) als Biologie ausgibt.

        • Wem würde es einfallen, die politische Orientierung zB eines Physikers hervorzuheben, wenn es um irgendwas seiner Arbeiten geht?

          Wenn die Erkenntnisse der Physik und ihre widerstreitenden Theorien gesellschaftspolitische Fragen berühren würden, wäre das ganz sicher der Fall.
          Es ist nicht zuletzt die Physik höchstselbst gewesen, der wir die Erkenntnis verdanken dass das Objekt einer Beobachtung/Messung niemals unabhängig von ihrem Subjekt betrachtet werden kann.

        • „Es ist nicht zuletzt die Physik höchstselbst gewesen, der wir die Erkenntnis verdanken dass das Objekt einer Beobachtung/Messung niemals unabhängig von ihrem Subjekt betrachtet werden kann.“

          Ach gar? Wie und wo das?

          Was hätte das denn mit der politischen Meinung des Phsikers zu tun, selbst wenn es stimmen würde?

        • @Sheera:

          wer (viel) misst, misst (viel) Mist.

          oder auch:
          wer wenig weiß, erzählt viel selbigen.

          @buchstabe:

          https://de.wikipedia.org/wiki/Heisenbergsche_Unsch%C3%A4rferelation

          Eine Messung kann niemals gänzlich unabhängig vom Messenden sein.
          Übertragen bedeutet dies, dass quasi alle Forschungsergebnisse sich durch systematische, verdeckte Effekte tendenziell in Richtung desjenigen neigen, der sie erstellt und die entsprechenden Fragen stellt.

          Wissenschaftsskeptiker wie Semikolon nutzen diese Erkenntnis als relativistisches Totschlagargument. Natürlich nur gegen all das, was ihren Glauben und ihre Ideologie stört.

        • @onlyme
          „Beispiele oberhalb des subatomaren Levels“

          Du kannst zB überschlagen, wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass Newtons Apfel hoch fällt. Dann kommst du auf eine praktisch verschwindend kleine Wahrscheinlichkeit, aber sie ist theoretisch möglich, eben theoretisch (!). Lädt zu allerlei Spekulationen ein und tatsächlich ist das um die 50er Jahre auch kräftig mystifiziert worden, dann allerdings wurde es still darum.

        • man kann die energie E für einen zeitraum T aus dem nichts holen oder verlieren. das produkt von E und T muss aber kleiner als 10^-34 sein. makroskopische beispiele für diesen effekt kann es nicht geben, @only_me.

          das ist, etwas blumig umschrieben, die heisenbergsche unschärferelation.

          das eine messung das experiment/ergebnis beeinflusst ist völlig klar. ein voltmeter muss möglichst hochohmig sein, um wenig messstrom abzuzapfen, der das ergebnis verfälscht. leider gibt es keine voltmeter mit unendlichem widerstand, weswegen das ergebnis immer verfälscht wird, @david. die wechselwirkung zwischen beobachter und beobachtetem ist immer vorhanden. man meint allerdings diesen einfluss kontrollieren, ja stetig reduzieren zu können. in der quantenmechanik ist das auf mikroskopischem niveau (10^-34) nicht möglich. das system verhält sich aber völlig berechenbar, der einfluss lässt sich nur nicht beliebig reduzieren. also gar nicht mystisch und ungeeignet die messmethode an sich in frage zu stellen.

        • @ david

          „Eine Messung kann niemals gänzlich unabhängig vom Messenden sein.
          Übertragen bedeutet dies, dass quasi alle Forschungsergebnisse sich durch systematische, verdeckte Effekte tendenziell in Richtung desjenigen neigen, der sie erstellt und die entsprechenden Fragen stellt.“

          ???

          Du schriebst: “ … dass das Objekt einer Beobachtung/Messung niemals unabhängig von ihrem Subjekt betrachtet werden kann.“

          Das „niemals“ stimmt eben nicht, denn nicht alles in der Physik ist Quantenphysik. Der Apfel fällt einfach, egal ob Du hinsiehst und zB die Fallzeit misst, dem Newton auf die Birne. Dein Hinsehen und Stopuhr drücken hat hier keinen Einfluß.

          Was hätte aber die politische Einstellung des Zeitnehmers oder des Newton mit dem Ergebniss zu schaffen?

      • http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jsm.12975/full#jsm12975-sec-0011

        Die Studie zeigt hohe Signifikanz und starke Homophobie bei ‚immature defense mechanisms‘ die anscheinend projection, acting out, isolation, devaluation, autistic fantasy, denial, passive aggressiveness, displacement, disassociation, splitting, rationalization, and somatization umfassen. Außerdem beim Symptom Check rechte hohe Signifikanz bei phobic anxiety und psychoticism.

        Intuitiv würde ich sagen dass das in der Mehrzahl auf unsichere, ängstliche Menschen hindeutet. Da wäre es verständlich wenn man sich ein Feindbild sucht über das man sich erheben kann. Und bei Schwulen gibt es dafür gesellschaftliche Unterstützung. Es gibt ja hinreichend Leute die Schwule als defizitäre Mängelwesen ansehen.

        Von daher denke ich auch dass es eher eine Begleiterscheinung ist, deren spezifische Ausprägung sich kulturbedingt eben anbietet.

        Ich bin allerdings kein Psychologe.

        • @nsg, das erscheint eine sehr vernünftige Erklärung zu sein.

          Das Fieseste ist es dann, solche „Angstbeisser“-Typen dann zu verarschen, und ihnen Homosexualität nachzusagen. Ein übliches Spiel unter Männern, um Dominanz zu erringen (bloss nicht „schwul“ sein).
          Dieses „schwul“ hat die Altagssprache voll erreicht, und meint alles lalle, laue, abtörnende.
          Ist auch eine soziale Ausgrenzung. Harmloser, aber weitverbreitet.

          Unter Frauen dürfte es ja die Bezeichnung als in irgendeiner Weise „Schlampe“ sein, die das Analog ist. Auch nicht nett.

          Das menschliche Dominanzstreben trifft auf kulturelle Gegebenheiten, in diesem Spielfeld wird agiert.

          Psychologie braucht man nicht, nur Zustandsbeschreibungen, es sind ja kulturelle Muster.

    • Vielleicht kann man sagen, dass „Phobien“ im Allgemeinen irgendwie mit „psychischen Störungen“ zu tun haben, so auch die Homophobie.

      Warum sind Männer angeblich mehr betroffen? Weil es einfach zu sehr zu unserer männlichen Geschlechtsrolle passt, dass das „igitt“ ist? Bei der weiblichen Geschlechtsrolle scheint Homosexualität kein besonderes Thema zu sein, vielleicht übernimmt ja die dort offensichtlich verbreitete Spinnenphobie psychische Spannungen zu kanalisieren…

      btw Was passiert eigentlich, wenn eine homosexuelle Frau übergriffig gegenüber einer anderen wird – das wäre interessant. Gibt es da irgendwelche Studien dazu?

      • „Warum sind Männer angeblich mehr betroffen?“

        Roslin sagte mal, das sei ein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Halte ich für durchaus nciht unplausibel. Ich denke aber, dass da auch Geschlechtsrollenerwartungen mit hineinspielen.

        • @adrian
          Aha….
          Das glaube ich aber gar nicht. Denn die Übertragbarkeit aller möglichen sexuell iwS übertragbaren Parasiten, die eine Rolle in der Menschheitsgeschichte spielten, hat ganz starke Beziehungen zur Heterosexualität.

          Andersherum könnte eher ein Schuh draus werden: homosexuelle Beziehungen könnten eher ein Schutz sein, schon allein weil sie nicht das Übliche sind. Parasiten bevorzugen natürlich Verlässlichkeit bei ihrer Verbreitung. Das wäre natürlich zu zeigen, keine Ahnung wie.

          Vermute mal, der Roslin stand zu sehr unter dem Eindruck von Hiv und daher die Idee.

          Ich würde mal davon ausgehen, dass die Art der Sexualität keinen Einfluss hat. Aber dass, wenn doch – daraus auch noch eine instinktive Abneigung entstehen hätte können, halte ich für abwegig.

          Kulturelle Praktiken wie Körperhygiene könnten auch eine Rolle spielen. Waren homosexuelle Männer immer besonders reinlich und haben sich hygienischer verhalten als Heterosexuelle?

          Dann könnte man Homophobie als kulturtell bedingtes Ressentiment begreifen….

        • @Adrian:

          Wo ist eigentlich Roslin abgeblieben? War recht lange nicht mehr hier.
          (Ratloser, Borat etc. sind auch wie vom Erdboden verschluckt.)

        • Könnte die offizielle Homophobie arabischer Länder (während es unter der Hand teilweise höher hergehen mag als hier) was damit zu tun haben, dass sie „zu viel“ HomoSOZIALITÄT haben?
          Vielleicht würden heteromänner sich sonst „unwohl“ fühlen, wenn sie etwas machen würden, was sonst eher „schwul“ wirkt. Wobei sie sich ja nur dann unwohl fühlen müssten, wenn Homosexualität etwas gesellschaftlich Schlimmes wäre.

          Das ist eine Begrüßung unter Freunden in den Golfstaaten

        • Ergibt aber in Anbetracht der Tatsache keinen Sinn, dass menschheitsgeschichtlich kaum auf eine gerechte Verteilung Wert gelegt wurde. Es gab ja Männer mit 400 Frauen. Und damit einige, die unbeweibt blieben, selbst in Zeiten hohen Männerverschleißes durch Kriege (die möglicherweise teilweise auch nur deshalb ausbrachen, weil es einen Männerüberschuss gab). Das war aber offenbar völlig egal.
          Die Frau, die einem homosexuellen mann „zugeteilt“ wäre, könnte also einfach Zweitfrau eines Heteromannes werden, der sich wahrscheinlich sogar freuen würde, weil er seine gene doppelt weitergeben kann.
          Und der homosexuelle Mann kann derweil die sixtinische Kapelle bemalen oder einfach nur ein Feld bestellen und somit durch seine Arbeitskraft seinem Dorf zur Hand gehen, statt sich durch eine Alibi-Ehe zu quälen – wenn man ihn am Leben lässt/ihm keine Scherereien macht, die ihm das Okkupieren eines kostbaren Weibchens als notwendig erscheinen lassen , was mir selbst unter rein ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoller erscheint.

          Das finde ich sowieso wieder so unlogisch an der Argumentation vieler homophober (Nationen). Schwule sollen nichts mit Kindern zu tun haben und sich nicht fortpflanzen („können“ sie ja nicht, was als (völlig absurder) Kritikpunkt vorgebracht wird), sollen aber gleichzeitig gegängelt werden. Und schwule, die Frauen heiraten, sind sowieso ganz ganz böse.
          Also im Grunde wird erwartet, dass sie sich einsperren oder mobben, entlassen und drangsalieren lassen, aber gleichzeitig auch nicht versuchen, ihre Homosexualität so weit zu verbergen, dass sie als Hetero durchgehen und ein Hetero-Leben führen, weil dann kann man sie ja nicht so gut rausfiltern. Gleichzeitig will man sie aber auch nicht „wahrnehmen“ (als schwul).

          Und: Vorwurf: Schwule sind böse, weil sie sich nicht fortpflanzen können.

          Gleichzeitig werden die, die sich doch fortpflanzen (weil sie es eben doch tun auch wenn ein paar Pfaffen sagen dass sie nicht können) kritisiert für eben dieses. Also fortpflanzen ist falsch, nicht fortpflanzen auch. Das ist so bescheuert.

          • Ich glaube, Du missverstehst den Zweck der Strafbarkeit männlicher Homosexualität. Diese soll ja gerade einen Mann davon abhalten sich homosexuell zu betätigen und ihn in Richtung Heterosexualität zwingen. Zumal in Ländern, die Homosexualität bestrafen, diese als Dekadenzerscheinung gesehen wird, asl etwas mit das ein Mann verdorben werden kann.

        • Dann sollte man aber aufhören, Homosexuelle als irgendwie „minderwertig“ zu betrachten/behandeln. Weil das etwas unglaubwürdig wirkt, wenn man gleichzeitig diese „Minderwertigen“ zur Fortpflanzung nötigt.
          Wenn ich schwule für minderwertig halten würde, würde ich doch alles tun um zu verhindern, dass solch Minderwertiges Sperma in die nächste Generation übertragen wird, z.B dadurch, dass ich homosexuelle in Ruhe lasse, was vermutlich dazu führen wird, dass sie (mehrheitlich) Frauen in Ruhe lassen und die „echten richtigen Männer“ sich um die Frauen kümmern können.
          Denn wenn ich sie verfolge (was – wenn man nicht besonders weit denkt – natürlich vordergründig auch eine Lösung wäre), werden die, die an ihrem Leben/Freiheit hängen, natürlich alles tun um sich zu verstecken und zwar mehrheitlich hinter eines heterosexuellen Fassade, was insbesondere dann der Fall ist, wenn, wie in Gesellschaften mit rigiden Geschlechtsrollen, das Singlesein ab einem gewissen Alter schon als verdächtig wirkt.

        • „ie Bestrafung dient dem Zweck die Ausbreitung und Anerkennung von Homosexuelität zu verhindern und junge Männer vor dieser Dekadenzerscheinung zu schützen. Ähnlich wie bei Drogen.“

          Glaub ich nicht. Warum wird bei uns der Sex mit bereits geschlechtreifen (jungen) Mädchen verboten?

          Es geht ganz sicher nicht gegen die Ausbreitung der (männlichen) Homosexuelität …

          Im Gegentum, je mehr männliche Homos, je weniger Bewerber um die Weibchen … 🙂

        • Die alle eint ihr drunterliegender Gynozentrismus. Verschieden ausgeprägt.

          Männliche Homosexualität ist unser natürlich Verbündeter. Viele blue pill Heteros (darf ja nicht die gängigen Bezeichnungen benutzen) checken das nicht. Und Feminismus ist maskierter Gynozentrismus on Steroids.

          Stärkt auch männliches Selbstbewusstsein. Nur haben viele Homos das auch noch nicht so durchdrungen und sehen nur ihre Feindbilder. Bei blue pills liegen sie richtig. Nur sind heutzutage viele sog. “progressive“ männliche Feministen auch ausgesprochen blue pill, Gynozentriker eben.

        • „Die Bestrafung dient dem Zweck die Ausbreitung und Anerkennung von Homosexuelität zu verhindern und junge Männer vor dieser Dekadenzerscheinung zu schützen. Ähnlich wie bei Drogen.“

          Ganz klar. Oder gab es je noch ein anderes Gesetz in der BRD, welches bestimmte Eigenschaften unter Strafe stellte, unter Volljährigen?
          Die Vorstellung muss geherrscht haben, Homosexualität sei frei wählbar. Nur so ist sie überhaupt bestrafbar. Und dann könnte sie auch durch Vorbild verbreitet werden.

        • Übrigens ist Homosexualität gar kein echtes Problem der Evolutiontheorie.
          Was kümmert es auch die Art oder Fortpflanzungsgemeinschaft, ob irgendwelche Mitglieder derselben nicht können, nicht wollen und keine Nachkommen hinterlassen und aus welchen Gründen dies geschieht.
          Der Evolutionsprozess hat nichts mit dem negativen Einzelschicksal (-> keine Fortpflanzung) zu tun und er kümmert sich auch gar nicht darum, die Fortpflanzungsgemeinschaft effektiver zu machen als sie sein muss. Und da kann sie sehr flexibel sein.
          Die Homosexualität ist also nur ein Kuriosum, biologisch gesehen, da sie nicht die Theorie herausfordert.

      • „Die Bestrafung dient dem Zweck die Ausbreitung und Anerkennung von Homosexuelität zu verhindern und junge Männer vor dieser Dekadenzerscheinung zu schützen. Ähnlich wie bei Drogen.Die Bestrafung dient dem Zweck die Ausbreitung und Anerkennung von Homosexuelität zu verhindern und junge Männer vor dieser Dekadenzerscheinung zu schützen. Ähnlich wie bei Drogen.“

        Die einen nennen es Dekadenzerscheinung, die anderen nennen es barbarisch/Zeichen für animalische Unzivilisiertheit.
        Die einen sagen, es ist was linksgrünversiftes, die anderen sagen, die Nazis waren/sind schwul oder die Liberalen.
        Die einen sagen, die Ungläubigen tun es, die anderen sagen, die Musels tun es. Die einen sagen, es ist etwas Modernes, die anderen sagen, es ist etwas Archaisches.
        Aber niemandem geht ein Licht auf.

        • Ja, aber ich hätte dann gerne wenigstens eine schlüssig durchdachte und logische Begründung.
          Oder wenigstens, dass zugegeben wird, dass „man“ das nicht mag/eklig findet und man aufgrund von Mehrheitsverhältnissen das halt durchsetzen kann und es deshalb tut. Wenn das wenigstens (und sei es vor sich selbst) zugegeben werden würde, wäre es wenigstens noch ansatzweise fair. Stattdessen wird immer nur drum herum laviert und solange das so ist, weise ich auf Logikfehler hin. Wenn man unbedingt versuchen will, eine „objaktive“ Begründung zu liefern, versuche ich genauso objektiv auf (aus meiner Sicht) Fehlschlüsse hinzuweisen.

        • „Ja, aber ich hätte dann gerne wenigstens eine schlüssig durchdachte und logische Begründung.“

          I.d.e.o.lo.gie. Die sagt´s so. „Es stand geschrieben…..“

          Und sowas wirkt nach, auch wenn die Quellen der Indoktrination schon versiegt sind.

    • Adrian:

      Typisch linke rosa Sichtweise: Der Mensch ist im Grunde gut. Böse müssen krank sein.

      Quatsch. Die Homohasser („Phobie“ ist ein psychologoscher Begriff und gehört nicht die Soziologistik) sind meistens Männer, die auch ein bißchen schwul/bi sind und das nicht wahrhaben wollen.

      So, und jetzt die Retoure: Axel ist ein Homo, jaja..
      Dummerweise bin ich Genderhasser, und kein Homoverächter.

    • Ich habe dazu etwas auf der Müllhalde geschrieben. Solche Texte stellen eine Pathologisierung des politischen Gegners dar – und das ausgerechnet von einer Gruppe, die stets gegen derartige Diskursstrategien gekämpft hat.

      Nach der gleichen Logik müsste man auch Homosexuelle als krank einstufen. Sie leiden ja deutlich häufiger an Depressionen, Bulimie und ähnlichen Krankheiten. Sie sind daher auch verstärkt abhängig von Drogen, Antidepressiva und ähnlichen Substanzen. Die Homo-Lobby schiebt das ausschließlich auf die gesellschaftliche Diskriminierung.
      Genauso könnte man die echte oder vermeintlich schlechte psychologische Verfassung der Homophoben auf die Homo-Lobby und ihre allgegenwärtige Verherrlichung durch die Mainstream-Lügenpresse zurückführen. Nicht die Homophoben sind das Problem, sondern deren Pathologisierung und Diskriminierung durch die Müllstream-Presse und Homo-Lobby 🙂

      Und warum Männer homophober sind? Na, liegt doch auf der Hand. Frauen haben von Schwulen weniger zu befürchten als Männer. Man vergleiche, was los ist, wenn sich ein nackter Mann in eine Frauendusche „verirrt“. Dagegen reagieren die meisten homophoben Männer geradezu besonnen, wenn ein homosexueller Mann in ihre Dusche kommt. Der Hass von Frauen auf Omega-Männer ist deutlich größer als die Homophobie unter Männern. Frauen lässt man es durchgehen, während Männer, die offen aussprechen, was sie fühlen, sich auf einen shitstorm einstellen müssen.

    • @adrian

      Homophobie eine Krankheit? Eine Infektionskrankheit?

      Diese Möglichkeit vertrat @Alexander Roslin, @Chris hatte ja auf diesen thread verlinkt, unten im Forum 21. Oktober 2013, 1:42

      „Greg Cochran reiterated what I have called his “gay germ” hypothesis, that is, that obligate male homosexuality is caused by a pathogen, likely a virus.“
      https://allesevolution.wordpress.com/2013/10/21/evolutionare-wurzeln-der-homophobie/

      Das ist natürlich eine sehr gute Idee, der Mann versteht was von Biologie, überhaupt auf diese Frage zu kommen. Es gibt zahllose Vorbilder in der Natur, mitunter wunderbar anmutende Vorgänge.

      Doch warum so ein Virus so latent sein würde, ist nicht klar. Daher müsste es identifiziert werden. Wäre doch bestimmt nebenbei gefunden worden, bei all den genetischen Untersuchungen, klar.

      Interessanter ist es aber, wenn man die Analogie der Infektionskrankheit, der Seuche, bei sozialen Prozessen benutzt.

      Das Homophobie geht in diese Richtung, denn „instinktiver Hass“ könnte eine kurzgeschlossene extreme emotionale Erregtheit, die kulturell entfacht wird, sein.

      Diese „Hymne“ über die Homophobie stammt natürlich noch aus anderen Zeiten, ist sehr äh links (eine Art kommunistische Hymne) und übersieht natürlich den Elefanten im Raum. Der Text ist interessant, bei der Quelle nachzulesen.

  2. Auf Genderama wurde hier
    http://genderama.blogspot.de/2015/09/antidiskriminierungsstelle-des-bundes.html
    und hier
    http://genderama.blogspot.de/2015/09/antidiskriminierungsstelle-erkennt.html
    darauf hingewiesen, dass auf der Facebookseite
    https://m.facebook.com/events/1694101844158817?view=permalink&id=1694101850825483
    der Antidiskriminierungsstelle des Bundes Beiträge gelöscht werden, die auf die Diskriminierung von Jungen durch die rechtliche Situation in der Gesetzgebung bei Beschneidung hinweisen.
    Die Stelle diskriminiert die betroffenen dabei selbst.

    Wo bleibt eigentlich der Shitstorm auf Twitter
    https://twitter.com/hashtag/antidiskriminierungsstelle
    ??

  3. ät Matthias2 und alle anderen Interessierten an der gepflegten Zensur:

    A propos ***Lügenpresse***: Der PC-Multikulti-Scheiß, den die Miljöh-Presse seit Jahrzehnten propagiert, wird langsam auch den pc-vergenderten Schweden zu viel:

    „Zehntausende Frauen“, schreibt die Bloggerin Julia Caesar, [seien] auf dem Altar des Multikulturalismus“ geopfert [worden].

    https://jungefreiheit.de/politik/ausland/2015/luegenpresse-auf-schwedisch/

    Seit 2005 ist die Zahl der ausländischen Sexstraftäter fünf mal höher als die der einheimischen.

    Das kennzeichnet einen Wahn: zwei Dinge tun, die sich widersprechen. Multikulti UND Gender geht nicht!

    • So viel ich weiß, ist Schweden jetzt mit Abstand die Vergewaltigungshochburg Europas (ggf. sind die Stats von Rumänien etc nur rudimentär vorhanden).

      Das deckt sich auch mit der Entwicklung in UK. Wo es dann zusammen mit bigottem Progressivismus auch zu Vorfällen wie Rotherham kam.

      … alles natürlich wegem dem zu verachtenden WHM.

      • ät RM und Petpanther:

        Ein Busfahrer mit harten Argumenten, sehr gut. Der Mann hat mehr Ahnung als Angie und ihre Profis zusammen.

        Daß in den Asylheimen Islamisten und Kriminelle ihr Unwesen treiben, ist seit langem bekannt, wird von der Lügenpresse aber gezielt verschwiegen, wie immer.
        2014 wurde bekannt, daß eine christliche Frau von Islamistinnen in einem hessischen Heim gemobbt wurde. Durfte nicht waschen, kochen etc.

        Suhl nicht vergessen. Und die freilaufenden Integrierten gehen mittlerweile Schwedinnen an. Das wird sich die Bevölkerung nicht mehr lange bieten lassen. Die Realität läßt sich mit Ideologie nur bis zu einem gewissen Grad verleugnen.

        Und die Presse weiß das. Nicht umsonst werden bevorzugt Frauen mit Kindern gezeigt, obwohl die meisten Forderer junge gesunde Kerle sind. Da ist das hier schon fast wieder ehrlich:

    • Ich wäre mit den Zahlen vorsichtig. Schweden ist nicht nur ein Multi-Kulti-Horror-Land, sondern auch ein feministisches Horror-Land. Die Definition von Vergewaltigung wurde so weit verwässert, dass da alles mögliche drunter fällt. Man kann die Vergewaltigungs-Zahlen Deutschlands nicht mit denen von Schweden vergleichen, weil jeweils was ganz anderes gemeint ist.

      Trotzdem wird uns das Thema natürlich noch weiter begleiten. Wenn Millionen junge Männer im besten Alter sich ohne weiblichen Anhang auf Wanderschaft begeben, ist ein Häufung sexuelle Übergriffe in deren Umfeld wohl unausweichlich. Man hört ja bereits von entsprechenden Zuständen in Asyl-Unterkünften: http://lfr-hessen.de/images/Brief_an_Frauenpolische_Sprecherinnen_Ltg._18.08.2015.pdf

      • Stimmt.

        Es ist allerdings auch bekannt, dass die meisten Vergewaltigungen neueren Datums auf die Kappe von muslimischen Immigranten gehen. Und unter diesen eben die jungen Männer von denen du auch sprichst. Das ist in Schweden wie auch UK so. Beide Länder haben hier erheblichen Zulauf gehabt. Interessant wäre auch Frankreich zum Vergleich.

        • Dem würde ich zustimmen. Wird der Pograbscher vom Asylanten eben auch als Vergewaltigung bezeichnet.
          Allerdings: Werden Straftaten von edlen Wilden nicht nach Möglichkeit verschwiegen?

        • Von den Medien.

          Benign racist Wohlstands- und Wohlfühlfetisch der bessergestellten Gutmenschen zur Maskierung ihrer Bigotterie und Absicherung nach bzw. gegen Unten. Zu der auch Feminismus zählt.

          Er wird bedient.

  4. Ein interessanter Fakt:

    Josef Martin „Joschka“ Fischers Strafakte verschwand, als er Minister werden sollte, spurlos.
    So ein Zufall.

    Nun hat ein Mitarbeiter der hessischen Staatskanzleri die Akte entdeckt, in einen Koffer gesteckt und am Frankfurter Flughafen ausgesetzt.

    Die Zöllner befürchteten, daß ihr Fund erneut „zufällig“ verschwindet, und übergaben das Konvolut der Presse:

    https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/polizeiakte-von-joschka-fischer-wieder-aufgetaucht/

    1976 war Fischer übrigens wegen Verdacht auf versuchten Mordes verhaftet worden.
    Unglasublich, daß so ein Subjekt Minister werden konnte. Ist fast wie nachm Krieg, als alte Naziverbrecher in Amt und Würden gehievt wurden.

        • Keine Ahnung, wie es war. Eines aber ist klar: Der Mann hätte nie Minister werden dürfen. Ich verstehe auch gar nicht, warum ausgerechnet er damals als Bundesaußenminister so beliebt war.

          Mir reicht es schon, wenn eine Steine wirft oder sich am sog. „Bullenklatschen“ beteiligt hat, das reicht schon, um ihm so ein Amt zu verwehren.

          Ich fänd es gut, wenn man die nun aufgetauchte Akte mal einsehen könnte. Wenn die online stünde für alle.

        • Das ist interessant:

          http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18204046.html

          „Die Fotos und ein Film von einer Demonstration am Rande zeigen, dass der spätere Außenminister der Bundesrepublik und ein Polizist aufeinander zurennen. Fischer stoppt aus vollem Lauf, der Polizist rennt weiter. Beide tragen Helme, der eine dunkel, der andere weiß. Geduckt erwartet Fischer seinen Gegner. Seine Kumpels von der Putzgruppe eilen herbei, darunter Hans-Joachim Klein. Fünf gegen einen.

          Sie ringen den Polizisten nieder. Der spätere Außenminister bleibt im Hintergrund, rückt erst vor, als der Gegner überwältigt

          ist, dann schlägt er mit der Faust zu, einmal, zweimal, dreimal. Als ein Polizist seinem Kollegen mit vorgehaltener Waffe zur Hilfe eilt, fliehen die Schläger.

          Der geschundene Beamte, ausgerechnet ein Mann namens Marx, hat erst jetzt erfahren, dass einst Joschka Fischer sein Gegner war. „Es hat mich schon ein bisschen überrascht, es bekommt ja nicht jeder vom Außenminister eins über die Mütze.““

        • ät Matthias:

          Daß Keule Fischer so beliebt war, liegt wohl daran, daß er 1. ein durchsetzungsfähiger Testosteronpfropfen ist, und das kommt in der Politik immer gut.
          Und 2., daß er durch seine RAF- und Grünenkontakte die Politik sozusagen von der Pieke auf gelernt hat. Das Rumlavieren, Mehrheiten gewinnen, Tricksen, verdrängen, das sind alles Fähigkeiten, die man auch in der großen Politik gebrauchen kann.
          Fazit: Ein guter Mensch KANN in der Politik erfolgreich sein. Ein Arschloch WIRD in der Politik erfolgreich sein.

          Gute Idee, die Akte zu veröffentlichen. Hoffentlich kopieren sie es ins Netz.

          Den Bericht über Fischers Straftat kenn ich irgendwo her. Bäh, was ein widerlicher Kotzbrocken. Prügelt gerne „Bullenschweine“, aber erst, wenn die Genossen die gefährliche Vorarbeit geleistet haben.

          Ich bin dafür, daß alle, denen eine politisch motivierte Straftat nachgewiesen wurde, Berufsverbot in bezug auf Exekutive und Parlamente erhält. Lebenslang also kein passives Wahlrecht mehr als Abgeordneter oder Bürgermeister/Minister…

  5. Hab die letzte Folge der 40. Staffel von Saturday Night Live gesehen. Bei Weekend Update gab es einen Witz über eine Frau, die mit einem Messer auf ihren Freund eingestochen hat, weil er alle Taccos aufgegessen hat. So nach dem Motto: kann man ja verstehen.

    Anscheinend wird in den USA gerade überlegt auf den 20-Dollar-Scheinen eine schwarze Frau abzubilden. Was für ein großer Schritt in Richtung Gender-Equality und gegen Rassismus. Besser, so der Nachrichtensprechen, wäre es jedoch Frauen für die gleiche Arbeit das gleiche Geld zu bezahlen.- Tja, wie heißt es doch: „Wenn etwas immer wiederholt wird, ist es meistens gelogen.“

    Und eine Boston University Professorin bezeichnete „White males“ als die „Problem Population“. Der Witz war dann, dass sie sich entschuldigte und das so ernst gemeint war wie eine Entschuldigung einer „Basic-Ass-Latina“. Das ist wohl schon älter. Die Frau wurde am 1 Juli eingestellt. Ist ja auch nicht so schlimm wie zu sagen das Frauen eher weinen.

    • Und aus der Folge davor:

      “A group of astronomers have calculated the distance to a galaxy as more than thirteen billion light years away, which is most distant galaxy ever measured. It’s so distant, the astronomers have given it the nickname ‘Dad.’

  6. Der rumänische vLogger veemonro “vee“ lässt nicht locker. Nochmal Cultural Marxism.

    M.E. erwächst es aus Dekadenz. Gutmenschmaske mit dem Ziel das gleichere Schweinchen (Macht, Status) zu sein bei Kostenübernahme und herunterbrechen von anderen (“check your privilege“). Animal Farm eben. Genauso willkürlich wie betrügerisch totalitär.

  7. Habe übrigens den Eindruck, dass GamerGate allmählich doch bröckelt.

    Es hat, was niemand angenommen hatte, über ein Jahr durchgehalten und es sogar vor die SPJ geschafft (was von den Normalmedien fast vollständig ignoriert wurde – trotz der Bombendrohungen gegen die Konferenz), aber nach dem Geburtstag scheint es immer wieder Risse zu geben.
    Die Diskussion, wie weit man zu Verbündeten wie Breitbart stehen sollte, wie die Nyberg-Pädophiliedebatte läuft und dergl. bringen immer öfter Gatoren gegeneinander auf. Teils ist das gut (so wurde etwa völlig zurecht hinterfragt, wie ethisch GG-Chronist Ralph Retort ist), aber es könnte nun doch noch zu einer Selbstzerfleischung führen.

    Zwar bliebe es in dem Fall schade, dass die Öffentlichkeit dann nach wie vor keine vieldimensionale Darstellung der Sache gehört hat, aber zumindest hat es ja für ein paar Ethik-Richtlinien gesorgt, diverse Wohltätigkeitsvereine unterstützt und bislang unbekannteren Seiten einen Aufschub gegeben.

      • Baldwin auch? Nein, das habe ich nicht mitbekommen.

        Ich sah heute Mark Kern gehen (wenn er auch gerade mitgeteilt hat, mit GG weiter zu sympathisieren, aber keine Lust auf Twitter-Drama zu haben), nachdem man in der Nyberg-Sache uneins war und das war natürlich schon ein herber Verlust.

        Dass Baldwin weg ist könnte imagetechnisch gar nicht schlecht sein (da ja viele Leute seine politischen Ansichten für die von ganz GG hielten), aber wenn der Namensgeber abspringt, ist das natürlich irritierend.

  8. Did you know?

    Es gibt ja die Stufen moralischer Entwicklung nach Lawrence Kohlberg.
    Man hat festgestellt, dass seine höchste Entwicklungsstufe sehr viel häufiger von Männern erreicht wird als von Frauen.

    Kohlbergs Research Assistant Carol Gilligan sieht den Grund darin, dass Kohlbergs Modell typisch männlich sei und es anderer Kategorien bedarf, um weibliche Moral angemessen zu erfassen.

    The masculine voice is „logical and individualistic“,[9] meaning that the emphasis in moral decisions is protecting the rights of people and making sure justice is upheld. The feminine voice places more emphasis on protecting interpersonal relationships and taking care of other people. This voice focuses on the „care perspective,“ [10] which means focusing on the needs of the individual in order to make an ethical decision.

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    Das scheint mir eine sehr sinnvolle Spezialisierung zu sein, wenn die eine Gruppe schwerpunktmäßig mit Unbekannten zu tun hat (Handel war eine der wichtigsten „Entdeckungen“ in der menschlichen Entwicklung) und die andere schwerpunktmäßig „den Stamm zusammenhält“.

    Turd Flinging Monkey verlinkt drei Artikel zum Thema, von denen ich den dritten am interessantesten finde.

    Allen Artikeln merkt man die feministische Prägung an. „Women are caring“ und das ist doch schon irgendwie besser als die kalte Denkweise der Männer, oder?

    Da ich von Gilligan eben das erste Mal gehört hab, habe ich noch nichts vertiefen können; aber mir scheint, dass die weibliche Moral – den Beispielen in den Artikeln zu folge – geprägt ist von Vermeidung von Leid, Vermeidung von Konfrontation und In-Group-Preference. Ein Autor stellt die weibliche Entwicklung dar als die Herausforderung, die Eigen- und die Fremdinteressen in eine Balance zu bringen.

    Natürlich ist das alles „im Schnitt“ und „nicht alle sind so“ usw.

    Ein Extremfall weiblicher Moral, die das mit den Fremdinteressen noch überhaupt nicht auf die Karre gekriegt hat, scheint mir Semikolon zu sein. Die sieht nur weibliches Leid, das muss weg, alles andere ist egal.

    Es scheint mir aber auch, dass Deutschlands Umgang mit dem Flüchtlingsproblem sehr weiblich ist: Da ist Leid, wir müssen helfen.

    Fragen wie Wie soll das gehen? Kann das langfristig funktionieren? Ist es fair gegenüber der einheimischen Lower Class, wenn wir Bildungs- und Sozialressourcen von ihr abziehen und in die Neuankömmlinge investieren? Welche Folgen hat es, wenn man ohne Vorüberlegung Menschen aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen en Masse zusammenwürfelt? sind eher die männliche Perspektive.
    Die, wie wir wissen, nicht menschlich genug ist.

    Hat jemand hier mehr von Gilligan gelesen und kennt das eine oder andere gute Essay zum Thema?

    • „…focusing on the needs of the individual in order to make an ethical decision.“

      Sie erklärt Mitleid also zur weiblichen Tugend. Das ist originell, wenn sie Männlichkeit mit Gerechtigkeit parallelisiert. Das Schwert und der Palmwedel (auch so eine Mystifizierung).

      Die Vernunft und der Verstand sind aber keine Geschlechtsmerkmale, sozusagen genderfrei.

      „Wie soll das gehen?“
      Essiss nochh emmme jutgejange.

      „Kann das langfristig funktionieren?“
      Nur so, die müssen Deutsche werden.

      „Ist es fair gegenüber der einheimischen Lower Class, wenn wir Bildungs- und Sozialressourcen von ihr abziehen und in die Neuankömmlinge investieren?“
      Das muss gar nicht so sein. Mutti bezahlt beides 🙂

      „Welche Folgen hat es, wenn man ohne Vorüberlegung Menschen aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen en Masse zusammenwürfelt?“
      Tja, die Politik hat das mit dem Asylgesetz völlig verschlafen, wer hat das Einwanderungsreform unterbunden? Macht ja, nichts, wird schon gutgehn. Ist nicht Gelassenheit eine deutsche Tugend? 😉

    • @OM

      Der Biologismus der mgtows. Dann neigen sie zum Fatalismus, weil es ja alles Natur ist, lässt sich da nichts machen –> Begründung für den Rückzug.
      Andere wie monkey argumentieren vielseitiger und sicherlich sind zum grossen Teil kulturelle Muster entscheidend.
      Eine Theorie vom Gynozentrismus besagt, dass er zum Mittelalter in der „besseren“ feudalen Herrschaft Europas entstand. Diese wurde von allen Kulturen bis heute nachgemacht. Teilweise in grotesker Verzerrung des Originals (vgl. Godzilla).
      Wenn die kulturelle Theorie zutreffend sein sollte, sind die Geschlechterrollen tatsächlich sehr plastisch und das ist wieder Grund zur Hoffnung. Gynozentrismus ist schliesslich genauso wenig fortschrittlich wie Religion.

    • „The masculine voice is “logical and individualistic”,[9] meaning that the emphasis in moral decisions is protecting the rights of people and making sure justice is upheld. The feminine voice places more emphasis on protecting interpersonal relationships and taking care of other people. This voice focuses on the “care perspective,” [10] which means focusing on the needs of the individual in order to make an ethical decision. “

      Dann wäre meine Denke in der Asyldebatte also „männlich“. Liegen die Gründe dafür in „Gender-Ursachen“, oder muss ich meinen pränatalen Testosteronpegel untersuchen lassen?

      Ihr Mann hat auch ein paar interessante Theorien auf Lager, die sicher auch einen Blick wert sind. Deckt sich ein bisschen mit dem was Kirk sagt.
      Jedenfalls verfolgt er einen eher psychologischen Zugang zu Gewaltphänomenen.
      https://www.psychotherapy.net/interview/gilligan-violence

      • Schlimme Sache, weil es mittelfristig dazu führen wird, dass weniger geglaubt wird und man mit zerrissenen Klamotten und blauen Flecken ankommen muss, damit die Polizei überhaupt den PC hoch fährt, schlimmstenfalls.
        Perfide ist es deshalb, weil Vergewaltigung kein Pappenstil ist und man geneigt ist, erstmal eher dem vermeintlichen Opfer zu glauben.
        Wer will schon dafür verantwortlich sein, dass ein Vergewaltigungsopfer zusätzlich traumatisiert wird, indem man es nicht ernst nimmt oder sogar noch als Täter darstellt.

        • Warum denkst du jetzt sofort an die Nachteile nur für Frauen? Klar sind die echten Vergewaltigungsfälle schlimm genug.

          Aber die falschen Vorwürfe sollten auch eine Straftat sein, wegen der Ersthaftigkeit der Vorwürfe!

          Dies an dieser Stelle zu verkennen ist schlicht Heuchelei.

        • „Aber die falschen Vorwürfe sollten auch eine Straftat sein, wegen der Ersthaftigkeit der Vorwürfe!“

          Sind sie das nicht?

          „Warum denkst du jetzt sofort an die Nachteile nur für Frauen? Klar sind die echten Vergewaltigungsfälle schlimm genug.“

          Keine Ahnung, vielleicht weil ich eine Frau bin und deshalb im ersten Impuls näher dran als an einem falschbeschuldigten Mann (auch wenn man sich da natürlich auch reindenken kann, es dauert nur etwas und auch wenn Männer natürlich ebenfalls Vergewaltigungsopfer sein können)? Strenggenommen wüsste ich spontan auch nicht, wie man bewerten sollte, ob und was „objektiv schlimmer“ ist, vergewaltigt zu werden oder falschbeschuldigt zu werden.

          btw wenn ich „zuerst“ an die Männer gedacht hätte, hätte ich die Frauen „vernachlässigt“ und es wäre dann auch nicht „gerecht“ gewesen oder?^^

        • @ata
          „ob und was “objektiv schlimmer” ist, vergewaltigt zu werden oder falschbeschuldigt zu werden.“

          Stell dir einfach mal vor, jemand beschuldigt dich völlig fälschlicherweise und absichtlich des Mordes und du sitzt deshalb lebenslang in Haft.
          Dann überleg, ob dieser falsche Ankläger nicht eine lange Gefängnisstrafe verdient hätte.
          Wieviel Jahre? Bewährung?

        • „Strenggenommen wüsste ich spontan auch nicht, wie man bewerten sollte, ob und was “objektiv schlimmer” ist, vergewaltigt zu werden oder falschbeschuldigt zu werden.“

          Wenn man in Betracht zieht, wie allgemein mit vermeintlichen Vergewaltigungsopfern einerseits und der Vergewaltigung beschuldigten Männern andererseits, auch insbesondere durch die Öffentlichkeit umgegangen wird, kann man sich hierzu schon eine Meinung bilden. Gerade deswegen ist es wichtig, bekannt zu machen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Falschbeschuldigung tatsächlich ist.

          „Wer will schon dafür verantwortlich sein, dass ein Vergewaltigungsopfer zusätzlich traumatisiert wird, indem man es nicht ernst nimmt oder sogar noch als Täter darstellt.“

          Und diese Empathie müsste man eben auch einem möglichen Falschbeschuldigungsopfer zuteil werden lassen, welches ja mit Sicherheit hierdurch auch massiv traumatisiert wird.

        • „Dann überleg, ob dieser falsche Ankläger nicht eine lange Gefängnisstrafe verdient hätte.
          Wieviel Jahre? Bewährung?“
          gute Frage. Wie viel kriegt der durchschnittliche Vergewaltiger?

        • 9 von 10 Frauen die sich zu Geschlechterthemen äußern, sind beim Thema Falschbeschuldigung entweder komplett still oder relativerien und leugnen nach Leibeskräften.

          Das hat Atacama immerhin nicht getan, also sei ihr ihre weibliche Perspektive da zugestanden.
          „Wir“ hier in der Mano-Sphäre zeichnen uns ja auch meist nicht gerade gegenüber beiderlei Geschlecht als Empathie-Wunder aus.

        • aber sie hat fleissig relativiert und sich überdies total an einer Verurteilung von Falschbeschuldigungen herumlaviert. Das ist natürlich keine „weibliche“, sondern eine klar feministische Perspektive. Auch die Konsequenz, mit der vom Thema bewusst abgelenkt wird und wie versucht wird das Thema in das Gegenteil zu verkehren, scheint mir typisch feministisch (Wobei es noch eine berüchtigte Art von Diskussionen gibt, die genau den gleichen Spielregeln folgt, insofern nicht ganz klar feministisch).

          „“Wir” hier in der Mano-Sphäre zeichnen uns ja auch meist nicht gerade gegenüber beiderlei Geschlecht als Empathie-Wunder aus.“

          Natürlich. Zum Glück wird das aber häufig auch scharf kritisiert, so dass man merkt, dass hier Individuen mit ihren eigenen Gedanken und Vorurteilen unterwegs sind und eben keine gleichgeschaltete Masse, die roboterhaft einer bestimmten Weltanschauung folgt.

        • Eigentlich wollte ich mit
          „Perfide ist es deshalb, weil Vergewaltigung kein Pappenstil ist und man geneigt ist, erstmal eher dem vermeintlichen Opfer zu glauben.“
          auch die männliche Perspektive mit abdecken. Perfide ist es (für den Mann), weil eine Vergewaltigung in diesem Land eine schwere Anschuldigung bzw. Straftat ist (reputationsschädigend, Knast, Verlust sozialer Bindungen usw.) und gleichzeitig man normalerweise doch geneigt ist, einer weinenden Frau zu erstmal zumindest nicht nicht zu glauben, wenn die Geschichte nicht zu abenteuerlich ist. Wäre doch auch schlimm, wenn man sich (wenn es echt passiert ist) in so einer Situation noch mit Glaubwürdigkeitsverteidigungen rumschlagen muss.

          Wenn jemand aufgelöst bei der Polizei auftaucht und behauptet, Person x hätte den I-Pod geklaut, da ist die Brisanz weniger da, vermute ich.

        • „aber sie hat fleissig relativiert und sich überdies total an einer Verurteilung von Falschbeschuldigungen herumlaviert.“

          wieso? Weil mir nicht spontan ein exaktes Strafmaß einfällt?

        • Wäre doch auch schlimm, wenn man sich (wenn es echt passiert ist) in so einer Situation noch mit Glaubwürdigkeitsverteidigungen rumschlagen muss.

          Ähm, muss Frau ja auch, vor Gericht dann evt. Weil eben zuvor beschriebenes noch sehr viel schwerer wiegt als ungangenehme Frage, und unter allen Umständen verhindert werden muss.

          Wenn jemand aufgelöst bei der Polizei auftaucht und behauptet, Person x hätte den I-Pod geklaut, da ist die Brisanz weniger da, vermute ich.

          Das ist allerdings jetzt wieder ein Satz, der gut und gerne von Semikolon kommen könnte.
          Bei dem trivialisierenden Vergleich und dem (gespielt?) naiven Zusatz „vermute ich“, fragt man sich, ob das einfach nur geschickt provozieren soll oder wirklich ein Empathie-Defizit vorliegt.

          Vielleicht hilft dir ein für Frauen nachvollziehbares Beispiel auf die Sprünge:
          Stell dir vor, du feierst deine Hochzeit, alle deine Freunde und Bekannten sind da, sogar dein Chef. Der Trauzeuge spielt bei seiner Foto-Präsentation plötzlich für alle überzeugende Fotos ein, auf denen du ihm (vermeintlich) einen Blowjob gibst. Und vielleicht noch ein paar anderen Leuten.
          Deine Versuche es abzustreiten scheitern auf ganzer Linie, die Anschuldigungen sind zu überzeugend. Niemand den du kanntest will jemals wieder etwas mit dir zu tun haben.
          Dass du im Anschluss an deine soziale Exekution noch in den Knast kommst lassen wir mal weg, das liegt wahrscheinlich zu weit außerhalb deiner Vorstellungskraft.

          Wie sehr würdest du dir wünschen, die Fotos seien stattdessen echt und gegen deinen Willen, sprich bei deiner Vergewaltigung (für die du also nichts kannst und Mitgefühl verdient hast) aufgenommen worden?

        • @ata
          „Eigentlich wollte ich mit “Perfide ist es deshalb … auch die männliche Perspektive mit abdecken.“

          Das hast du tatsächlich getan und auch den passenden Begriff verwendet. Da ich das völlig falsch aufgefasst habe, dachte ich auch du wolltest „rumlavieren“, mit der Perfidie kam ja das entscheidene statement aber schon. Mein Irrtum und mein ausdrückliches Bedauern! der David hats mit der „weiblichen Perspektive“ getroffen. Feministisch ist das nicht, eher das Gegenteil.

        • „Vielleicht hilft dir ein für Frauen nachvollziehbares Beispiel auf die Sprünge:
          Stell dir vor, du feierst deine Hochzeit, alle deine Freunde und Bekannten sind da, sogar dein Chef. Der Trauzeuge spielt bei seiner Foto-Präsentation plötzlich für alle überzeugende Fotos ein, auf denen du ihm (vermeintlich) einen Blowjob gibst. Und vielleicht noch ein paar anderen Leuten. […] Wie sehr würdest du dir wünschen, die Fotos seien stattdessen echt und gegen deinen Willen, sprich bei deiner Vergewaltigung (für die du also nichts kannst und Mitgefühl verdient hast) aufgenommen worden?“

        • Ich nehme auch zu ihren Gunsten mal an, dass „vermutlich weniger brisant“ vielleicht doch eher ein ungeschickt gewähltes, ironisches Stilmittel war.

  9. Hallo, mich hat diese Woche die Postkarten-Kampagne vom Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe beschäftigt, bei der man eine Postkarte an Justizminister Maas schicken kann, um sich für eine Verschärfung für das Sexualstrafrecht auszusprechen. Die Aktion läuft noch bis Ende September, wer mitmachen will 🙂 leider bleiben in Deutschland immer noch 92 Prozent der Vergewaltigungen straffrei: https://fromcomicstopolitics.wordpress.com/2015/09/07/postkarten-aktion-jetzt-mithelfen-das-sexualstrafrecht-in-deutschland-zu-andern/

    • „leider bleiben in Deutschland immer noch 92 Prozent der Vergewaltigungen straffrei“

      Bitte Herr Justizminister Maas! Geben sie die Adressen an den Verfassungsschutz! Diese Leute sollten überwacht werden, sie sind eventuell eine Gefahr für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung.

    • Ich bin verwirrt. Redest du jetzt von 92% von den 20% der Anzeigen, bei denen keine Falschbeschuldigung vorliegt?
      Oder sind in den 92% die 80% Falschbeschuldigungen noch drin?

  10. Homophobie? Islamophobie?

    Why does the left care more about Islamophobia than anti-Semitism?

    „The second reason is that many on the left seem to think anti-Semitism is politically justified. From Karen Armstrong’s insistence that the deli attack in Paris ‘had nothing to do with anti-Semitism’ and rather was ‘about Palestine’ to various commentators’ claims that anti-Semitism in Europe is the inevitable byproduct of Israel’s antics in the Middle East, many very respectable people now view assaults on Jews almost as a form of protest, as political rather than hateful.

    That’s the terrifying message of the media and leftists’ implicit downgrading of the seriousness of anti-Semitism. Whether they’re excusing these crimes or simply acquiescing to them, they’re giving a green light to anti-Semitism“

    http://blogs.spectator.co.uk/brendan-oneill/2015/09/why-does-the-left-care-more-about-muslims-than-jews/

    Das geht schon ganz lange so.

      • Warum haben die progressiven Linken, die SJW und Feministen alle auf die Verfolgung des Antisemitismus vollkommen verzichtet und treiben diesen im Gegenteil voran?

        Hier liegt doch eine allerdeutlichste Parallele zu den Nazis überhaupt und dann kann man sich auch über diese Dinge wie Detentionscamps für Männer von Bindel, den Antisemitismus einer Judith Butler, die Ähnlichkeit der „Patriarchats-Verschwörung“ zu den infamen „Protokollen der Weisen von Zion“ und die Islamophilie absolut gar nicht mehr wundern.

        • Der Knackpunkt ist eher das man Religion oder whatever nimmt und das zur Dämonisierung von individuellen Menschen benutzt.

          In allen Religionen gibt es Punkte die kritisch sind und besser nicht als Ersatz für allgemeine Gesetze herangezogen werden sollten. Das Judentum ist da nicht besser als der Islam oder das Christentum. Was man sieht, ist allerdings dass die jeweiligen Religionsvertreter immer die „besten“ Kritiker anderer Religionen sind. Und die doppelte Katastrophe der NS Zeit war die Folge, dass man nicht gelernt hat, dass Diskriminierung und Verfolgung per se Mist sind, sondern danach auch da wieder das Judentum unter speziellen Schutz gestellt hat – sicher in gewisser Weise verständlich, war es doch das vorgebliche Vernichtungsziel der NS Zeit, aber das beschwört dann wieder neues Unrecht auf.

          Wenn also heute Leute meinen (Broder, die PI Fraktion etc.), die selbst keinen direkten Bezug zum Holocaust haben, gegen Anhänger anderer Religionen hetzen zu können nur weil sie selbst jüdische Vorfahren haben ist das genauso falsch.
          Der ehemalige „Verfolgtenstatus“ einer Religion ist kein Persilschein für Übergriffe auf Anhänger anderer Religionen.

          Genau das sehen wir doch in aller Deutlichkeit bei den SJW oder diversen „Anti“-Rassismus Bewegungen.
          Sie sind ein Hilfsmittel, um die dem Menschen anscheinend inhärente Rassismusneigung sozial toleriert auszuleben.

          Es ist ein Irrtum zu glauben, dass alles immer wieder auf die gleiche Weise passiert. Auch der Rassismus entwickelt sich.
          Und die Gesetze und sozialen Schutzmechanismen, die aus der Folge der NS Zeit implementiert wurden, werden ziemlich effizient unterwandert, wenn man eine priviligierte Gruppe mit Sonderregeln hat.

          Gesetze sollen so beschaffen sein, dass sie unabhängig von Herkunft, Religion etc. angewendet werden können.
          Selbst wenn eine Religion mehr Spinner hervorbringen sollte als andere, ist das m.E. kein Grund für z.B. Straftaten andere Maßstäbe anzusetzen als für anders / nicht religiöse.

        • @gedwerk
          „Der Knackpunkt ist eher das man Religion oder whatever nimmt und das zur Dämonisierung von individuellen Menschen benutzt.“

          Ein Kollektiv wird zuerst immer „dänonisiert“ und der konkrete Niederschlag dieser Dämonisierung entlädt sich dann auch ganz individuell, an Individuen des dämonsierten Kollektivs.
          Ohne eine langwierige Dämonisierung wird dieser Gruppenhass nicht erzeugt, der sich dann in Ausschreitungen äussert.
          Eine Grundbedingung scheint auch noch zu sein, dass „niemand etwas davon weiss“ oder wissen will.

          „Und die doppelte Katastrophe der NS Zeit war die Folge, dass man nicht gelernt hat, dass Diskriminierung und Verfolgung per se Mist sind“

          Eigentlich war das mal Konsenz, nach dem NS.

          „… aber das beschwört dann wieder neues Unrecht auf.“

          Dass man die Juden nach dem NS „unter besonderen Schutz“ gestellt hätte, das hat welches „neue Unrecht“ angeblich heraufbeschworen? Ich kann nicht folgen.

          „Der ehemalige “Verfolgtenstatus” einer Religion ist kein Persilschein für Übergriffe auf Anhänger anderer Religionen.“

          Humoristisch-sarkastische beissende Kritik oder Rumgeschrei sollen also schon „Übergriffe“ sein?

          Wie kommt es dann eigentlich, dass diese von dir genannten eher Gegner, aber keine Gefolgsleute der SJW Meute sind? Die hätten doch nach deiner Vorstellung den perfekten „Persilschein“, um diese progressive Opferinszenierung perfekt zu inszenieren.

          „Genau das sehen wir doch in aller Deutlichkeit bei den SJW oder diversen “Anti”-Rassismus Bewegungen.“

          Ja, aber die kümmern sich um jedes vermeintliche Opfer, aber die Juden sind für sie die Bösen.
          Übrigens kam der linke Antisemitismus mit dem U-turn Wechsel der Sowjetunion von einer Pro-Israel-Haltung zu einer durchaus antisemitischen Position auf. Im Westen erfand dann die Linke im Rahmen des „Antizionismus“ all jene Versatzstücke, die ihre Nachfolger, Feministen & SJW jetzt einsetzen.

          „Sie sind ein Hilfsmittel, um die dem Menschen anscheinend inhärente Rassismusneigung sozial toleriert auszuleben.“

          Die Menschen haben keine „inhärente Neigung“ zu Rassismus oder Extremismus. Das ist ein kultureller Prozess, der sie dahin führt.

          „Gesetze sollen so beschaffen sein, dass sie unabhängig von Herkunft, Religion etc. angewendet werden können.“

          Das sind sie. Noch. Die progressive Linke versucht aber mit Macht, dies zu ändern. Und Juden ob in oder ausserhalb Israels gehören ganz offensichtlich nicht zu ihren Favoriten, sondern stehen in der Hackordnung ganz unten.

        • @Alex

          “Der ehemalige “Verfolgtenstatus” einer Religion ist kein Persilschein für Übergriffe auf Anhänger anderer Religionen.”

          Humoristisch-sarkastische beissende Kritik oder Rumgeschrei sollen also schon “Übergriffe” sein?

          Sie sind jedenfalls mehr en vogue als wenn man die gleichen Sprüche mit umgekehrten Vorzeichen gegenüber dem Judentum ablassen würde.

          Wie kommt es dann eigentlich, dass diese von dir genannten eher Gegner, aber keine Gefolgsleute der SJW Meute sind? Die hätten doch nach deiner Vorstellung den perfekten “Persilschein”, um diese progressive Opferinszenierung perfekt zu inszenieren.

          Weil Anhänger von Gruppen, Ideologien, Religionen höchst eigene Interessen haben und auch wenn die Funktionsweise ähnlich ist, sie sich aus tausend Gründen feindlich gegenüber eingestellt sein können.
          Selten hängt jemand einem Prinzip an, nur um des Prinzips willens.
          Man sucht sich schon was in der Farbe, die einem zusagt.
          PI nutzt das Judentum als Schutzschild, wie die SJW Randgruppen als Schutzschild benutzen.

        • Das sind sie. Noch. Die progressive Linke versucht aber mit Macht, dies zu ändern. Und Juden ob in oder ausserhalb Israels gehören ganz offensichtlich nicht zu ihren Favoriten, sondern stehen in der Hackordnung ganz unten.

          Das spielt für mich keine Rolle.
          Wenn Israel ein rein säkulärer Staat gäbe es die meisten Kritikpunkte nicht.
          Ich find es dämlich, da überhaupt eine „pro“ oder „contra“ Einstellung hegen zu wollen.

        • @gedankenw
          „Sie sind jedenfalls mehr en vogue als wenn man die gleichen Sprüche mit umgekehrten Vorzeichen gegenüber dem Judentum ablassen würde.“

          Gibt doch haufenweise Kritik am Judentum, vor allem in Israel. Musst du deren Zeitungen lesen. Das hast du auch gleich das ganze Spektrum.
          Sonst natürlich verkleidet sich das Ganze als „Antizionismus“ etc pp
          Finde das ungleich mehr „en vogue“ als Kritik am Islam. Und ich denke, dass diese Quellen, die du nanntest, nicht unbedingt lesenswert sind.

          Das nun ist völlig absurd:
          „Wenn Israel ein rein säkulärer Staat gäbe es die meisten Kritikpunkte nicht.“
          Das ist verfassungsgemäss genau so ein Ding. Keine Ahnung welcher Staat am besten vergleichbar wäre, aber irgendwo zwischen F und D anzusiedeln.
          Ich fürchte, auch hier solltest du die Seriösität solcher Quellen, die sowas behaupten, ernsthaft anzweifeln.

        • @Alex

          “Wenn Israel ein rein säkulärer Staat gäbe es die meisten Kritikpunkte nicht.”
          Das ist verfassungsgemäss genau so ein Ding. Keine Ahnung welcher Staat am besten vergleichbar wäre, aber irgendwo zwischen F und D anzusiedeln.
          Ich fürchte, auch hier solltest du die Seriösität solcher Quellen, die sowas behaupten, ernsthaft anzweifeln.

          D und F haben keine religiösen Symbole auf der Nationalflagge.

        • @gedankenwelt
          „D und F haben keine religiösen Symbole auf der Nationalflagge.“

          Daran entzündet sich also „die meisten Kritikpunkte“ am Staat Israel?
          An diesem religiösen Symbol (keine -e, ist nur eins da, oder?) auf der Flagge?

        • @Alex

          Daran entzündet sich also “die meisten Kritikpunkte” am Staat Israel?

          Nein, aber es ging darum, ob es ein sekulärer Staat ist.

          An diesem religiösen Symbol (keine -e, ist nur eins da, oder?) auf der Flagge?

          Es gibt einmal die Flagge mit Davidstern und dann das National-Emblem mit der Menora.

          Aber wir driften ohnehin zu weit in das religiöse Thema ab.
          Mir ist der nahe und ferne, über- und außerirdische Osten ziemlich wurscht.
          Das ist ein Pulverfass, was niemals entschärft werden kann und wird.

          Das Thema hat ohnehin nur eine kleine Schnittmenge zu den hier thematisierten Problemen und ist von der jeweiligen Religion m.E. auch unabhängig, sondern eher ein grundlegendes menschliches Problem, welches immer wieder in anderer Gestalt auftritt.

        • @gedankenwerk

          „Nein, aber es ging darum, ob es ein sekulärer Staat ist.“

          Ohne Ergebnis kurz im Kreis. Ich bin aber immer noch sicher, dass diese Symbole nichts darüber aussagen, inwieweit Israel ein säkularer Staat ist. Würde meinen fast 100%ig.

        • Israel ein säkularer Staat? Das ist ja nun wirklich mehr als Unsinn.
          Schon per Selbstdefinition ist es ein jüdischer Staat.

          Schon mal in Israel gewesen?
          Überall laufen die Haredim rum, die vom Staat leben, eigene Schulen führen, viele staatliche Ämter exklusiv in ihrer Hand haben, sowohl im Militär als auch Recht. Bis vor kurzem waren sie vom Wehrdienst auch gänzlich freigestellt, de facto sind sie es wohl auch weiterhin.
          Es gibt nicht mal eine Zivilehe. Das Oberrabinat ist eines von etlichen Staatsorganen. Die Staatsbürgerschaft bekommt man per Religionszugehörigkeit verliehen bzw. verweigert.
          Es ist noch nichtmal formal möglich, atheistischer Israeli zu sein:
          http://www.spiegel.de/politik/ausland/israel-gemeinsame-saekulare-identitaet-abgelehnt-a-926138.html

          Von der legalen Ebene mal abgesehen ist Religion überall präsent und dominant. Das geht so weit, dass In Jerusalems Bussen und generell vielen Orten Geschlechtersegregation besteht.

          Ein aktueller Trend hin zur Säkularisierung dürfte auch nicht lange anhalten, wenn man bedenkt, dass noch zusätzlich zu den 12% Haredim auch noch 20% der restlichen jüdischen Bevölkerung Orthodoxe sind, die ebenfalls analog zur Scharia die Torah als Staatsverfassung wollen. Ihre Geburtsraten sind astronomisch und übersteigen die der liberaleren Juden bei weitem

          Achja und übrigens: während von europäischer Seite Israel wahlweise wegen des Militärdiensts für Frauen als Speerspitze der Emanzipation gefeiert* oder aber für traditionalistische Lappalien wie das formal fortbestehende Vetorecht des Mannes bei der Scheidung („Get“ – der gleichnamige feministische Film dürfte wohl der langweiligste sein, den ich jemals sah) nach jüdischem Recht kritisiert wird, ist der eigentliche geschlechterpolitische Skandal, die Väterentsorgung und -entrechtung nahezu unbekannt:

          Nicht nur wird das Sorgerecht automatisch den Müttern zugesprochen. Sobald die Mutter die Trennung vom Vater offiziell macht, wird dessen Pass eingezogen und ihm generell verboten, das Land zu verlassen! Kein Scherz, israelische Trennungsväter sind Gefangene im eigenen Land!
          Der Grund: sie stehen vom Tag der Trennung unter dem Generalverdacht, türmen und Unterhalt prellen zu wollen.
          Dazu muss man wissen, dass Israel die höchsten Unterhaltszahlungen weltweit hat. Pro Kind werden monatlich an die 1000 $ fällig, bei Mindesteinkommen wohlgemerkt (gutverdienende Väter zahlen natürlich nochmal viel mehr). Da Väter sehr oft weniger verdienen als sie Unterhalt schuldig sind, muss der Staat übernehmen und verlangt horrende Zinsen, der Vater verschuldet sich auch Lebenszeit. Es gibt keine Gründe (Krankheit, Behinderung, Arbeitslosigkeit, Knast) die ihn entbinden.
          Hinzu kommen etliche Einmalzahlungen an die Mutter in Höhe mehrerer Tausend Dollar.
          Frauen sind grundsätzlich nicht unterhaltspflichtig, aber berechtigt, selbst wenn das Kind aus irgend einem Grund woanders untergebracht ist.
          Werden Misshandlungsvorwürfe oder ähnliches gegenüber dem Vater laut, wird ohne große Prüfung begleiteter Umgang in dafür vorgesehenen Zentren angeordnet. Da dies (mehr noch als bei uns) ein probates, risikofreies Mittel ist den Vater zu entsorgen, ist die Rate an begleitetem Umgang 6 mal höher als im internationalen Durchschnitt, die Zentren überfüllt und der (sowieso beaufsichtigte) Kontakt beschränkt sich für den obligatorischen Zahlvater so auf ein Minimum.

          *in Wahrheit werden nur exakt 18-jährige Frauen eingezogen, können sich aber im Gegensatz zu Männern aus vielfältigen Gründen befreien lassen, müssen 15 Monate weniger Grundwehrdienst machen, machen dort freilich auch hauptsächlich administrative oder sanitäre Aufgaben und werden danach auch nur in seltenen Fällen zum jährlichen Reservedienst (für die Männer jeweils 1 Monat pro Jahr!!) eingezogen. Es handelt sich also auch dort mehr um ein Recht als eine Pflicht.

        • Grade dazu noch gelesen, vom letzten Jahr:
          http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/181796#.VfbRuC5Il2l

          Das ist ja auch genial:

          Deputy Religions Minister Rabbi Eliyahu Ben Dahan (Jewish Home), who was Director of the Rabbinical Courts for 20 years, supports the recommended egalitarian reform in child support computation. However, “feminist” women’s organizations oppose it, saying the time is not yet ripe for equality in this matter.

          Wieder mal reichen sich Feminismus und religiöser Traditionalismus die Hand, beim Kampf GEGEN Gleichberechtigung.

          http://www.israelnationalnews.com/News/News.aspx/174956#.VfbSvi5Il2k

        • @david
          „Israel ein säkularer Staat? Das ist ja nun wirklich mehr als Unsinn.
          Schon per Selbstdefinition ist es ein jüdischer Staat.“

          Nein, ein Staat für die Juden sollte das sein. Die Zionisten waren auch schon weniger religiös.

          „Bis vor kurzem waren sie vom Wehrdienst auch gänzlich freigestellt…“

          Sie haben sich natürlich endlos Privilegien rausgeschlagen. Klar. Den Wehrdienst verweigern sie aufgrund ihres Gewissens und Glaubens, da kann man auch nichts gegen haben und es ist wohl eher ein Zeichen für die Toleranz von Israel die nicht zu ziehen.

          „Die Staatsbürgerschaft bekommt man per Religionszugehörigkeit …“

          Das ist unzutrefend, vor allem Moslems und auch Christen sind isr. Staatsbürger, die Moslems haben sogar eigene Parteien, etc

          Im Artikel des Spon geht es ja auch nur um die Zuordnung bei der Meldepflicht. Wenn das stimmt (den Spiegel halte ich für sehr tendenziös, wie auch die Quellen, die er nennt) wäre das natürlich ein Kratzer am Lack und sehr bedenklich.

          „Kein Scherz, israelische Trennungsväter sind Gefangene im eigenen Land!“

          Das hier ist aber natürlich der nackte Horror 😦
          Aber inwieweit ist das religiös bedingt? Vermute mal, dies haben die „Liberalen“ verbrochen. Wobei die Religiösen natürlich begünstigt werden: welcher Familienvater kann es sich da noch leisten nicht Kontrollfreak zu sein?!

          Würde ich sehr gerne mehr erfahren, was kann man da lesen?

          „Wieder mal reichen sich Feminismus und religiöser Traditionalismus die Hand, beim Kampf GEGEN Gleichberechtigung.“

          Da könnte das in besonders krasser Form der Fall sein 😦
          Bei uns ists genauso kommt es mir übrigens immer mehr vor.

          Da wundert es mich dann auch nicht mehr, wenn die „liberale“, „linke“ Presse den Staat Israel schon heute als nicht mehr säkular hinstellt….

        • Das ist unzutrefend, vor allem Moslems und auch Christen sind isr. Staatsbürger, die Moslems haben sogar eigene Parteien, etc

          Schon klar dass es arabische Israelis gibt. Ich sprach von der Erteilung der Staatsbürgerschaft. Weltweit jeder der eine jüdische Erblinie nachweist oder es irgendwie schafft, Jude zu werden, kann sich flugs einbürgern lassen. Christen und Araber nicht, viele von ihnen können nicht mal ihren eigenen Grund und Boden betreten.

          Ich schätze ja deine Postings sehr, aber du hast eine vollkommen verzerrte Vorstellung von Israel.
          Schon die Verfassung ist ein mehr oder weniger religiöses Dokument. Google doch mal „Israel säkular“, dann brauchst du nicht meine tendenziösen Quellen lesen, wirst aber trotzdem zum selben Ergebnis kommen. Nämlich dass Israel mit einem säkularen Staat nur sehr wenig zu tun hat.

        • @david

          „Weltweit jeder der eine jüdische Erblinie nachweist oder es irgendwie schafft, Jude zu werden, kann sich flugs einbürgern lassen.“

          Aber dass sie für Migranten diese Diskriminierung machen, ist ganz im Sinne der Staatsgründung und des -erhalts. Wobei ihnen das mit der „Erblinie“ ja aufgezwungen wurde und das mit der Konfession könnte ein Zugeständnis an die Religiösen sein (?).
          Ausserdem darfst du nicht vergessen unter welchem Druck dieser Staat steht, ich fürchte, du hast die „vollkommen verzerrte Vorstellung von Israel“.
          Ich will mich wirklich keinen Experten nennen, aber kein anderes Thema ist vermutlich so misrepräsentiert wie dieses, daher ist „googlen“, also Mehrheitsentscheid, schon gar keine Lösung.
          Die bösartige Verleumdung Israels ist so durchgehend, dass es erschreckend ist. Eine der besten und ehrlichsten Quellen (und selten) finde ich camera.org, welches auf den ersten Blick vielleicht allzu einseitig erscheinen mag, ich empfehle eine wirklich längere Beschäftigung.

  11. Wer von euch hat es eigentlich nötig sich Selbstvertrauen anzusaugfen?

    Ich zwar nicht, aber ich sag euch eins, das Forum hier ist viel interessanter wenna m an mal ein paar Bier zu viel intuso hat. Nicht weil es langweilig wäre, hgazn im ggegenteil, nur erlebt amn hier einfachj alles intensiver. wahrscheinlich der erste betrunkerne kommentar hier. egal jungs, geniest das wochenende noch, ich werde mich morgen warhscheinlich für diesen kommentar schämen, ich hoffe ihr nehtm ess mir nicht übel!

    Schöne Grüße!!

  12. Flüchtlings-Chaos:
    Ein merkwürdiger Plan

    Wer in diesen Tagen den immer stärker werdenden Flüchtlingszustrom nach Deutschland, nach ganz Europa, mit wachsender Sorge betrachtet, der wird gewiss viele Fragen haben. Doch er wird nur wenige schlüssige Antworten von den offiziellen Meinungsmachern erhalten. Lediglich einer geringen Anzahl von Menschen dürfte dabei klar sein, dass sie inzwischen selbst als Betroffene in einem zum Kriegsgebiet erklärten Land leben, welches nun von unzähligen Asylsuchenden, Stück für Stück, eingenommen wird. Eine subversive, perfide Kriegsstrategie, die auch schon das alte Rom einst vernichtete. Auch damals sah die Bevölkerung ihrem Untergang gleichermaßen tatenlos zu. Unsere herkömmlichen Lebensstrukturen werden jetzt vernichtet, die alte Ordnung bricht auseinander. Die Verzweiflung Einheimischer wächst, doch noch erahnen die meisten den Plan nicht. Ihr Ärger richtet sich entweder gegen die Politiker oder gegen die Flüchtlinge. Erste Unruhen unter den verschiedenen Glaubenskulturen malen hässliche Gesichter der Zukunft. Doch wichtig ist: Der Widersacher ist nicht in den Millionen fliehenden Migranten zu suchen – der Feind arbeitet in vielerlei subtiler Form an bislang für die meisten Leute unbekannten Nahtstellen. Wohl, weil dies ein Schatten bisher nur von der Gewalt des wirklichen Geschehens ist, scheint es allgemein schwerzufallen, die Zusammenhänge zu erkennen.

    Die ehemalige Tagesschausprecherin Eva Herman, wirft auf der „Wissensmanufaktur“ Fragen über eine Invasion und mögliche Hintergründe auf: http://www.wissensmanufaktur.net/fluechtlings-chaos

    Arne Hoffmann stellt derweil auf „Genderama“ fest (vgl. auch @Adrians Beitrag zu einer Studie, dass Manches eine Vorstufe zum Irrsinn sind:

    „Ich bin jetzt nicht gerade baff vor Verblüffung. Diejenigen, die in der Männerszene durch homophobe Kommentare auffallen, aber auch bekannte homophobe Autoren wie Akif Pirincci, zeichnen sich auch in anderen Zusammenhängen durch eine starke Aggression und Abwertungen von Menschengruppen (beispielsweise Zuwanderer und Muslime) aus.“

    http://genderama.blogspot.de/2015/09/vermischtes-vom-12-september-2015.html

    Er bezieht sich dabei auf diese Aussage:

    „Eine am Dienstag im „Journal of Sexual Medicine“ veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Homophobie eine psychische Störung ist. Bei homophoben Menschen wurden allgemeine Gefühlskälte, verstärkte Angstgefühle und ein Schutzbedürfnis auf dem Niveau von Kindern beobachtet. „Wir konnten einen erstaunlichen Zusammenhang zwischen Vorstufen von Persönlichkeitsstörungen und Homophobie beobachten“, schreiben die Forscher. (…) Die Ergebnisse belegen nun, das Psychotizismus, eine Vorstufe der Schizophrenie, eine wichtige Rolle bei homophoben Einstellungen zu spielen scheint. Aggressivität, Gefühlskälte, Egozentrik, Impulsivität, Kreativität und Antisozialität sind Grundlagen dieses Persönlichkeitstyps.“

    Mmh, das würde ja bedeuten, z.B. @Adrian wäre nun homophob, weil dieser dem Islam und der inhärenten Zuwanderungstematik ebenfalls kritisch gegenüber stehen zu scheint.

    • „Mmh, das würde ja bedeuten, z.B. @Adrian wäre nun homophob, weil dieser dem Islam und der inhärenten Zuwanderungstematik ebenfalls kritisch gegenüber stehen zu scheint.“

      Nein, das bedeutet es nicht. Hoffmann weist lediglich darauf hin, dass eine Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit oftmals mit anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit einhergeht.

      Im Übrigen; Der Text über die Migranten ist dämlicher Verschwörungsdummfug, aber vorhersehbar für eine hohle Nuss wie es Eva Herman nun mal ist.

      • Na ja, immerhin hat Arne dem Typus „hohle Nuss“ ein Buch geschrieben: http://www.amazon.de/Fall-Eva-Herman-Hexenjagd-Medien/dp/393956205X/ref=sr_1_2?ie=UTF8&qid=1442137892&sr=8-2&keywords=Arne+Hoffmann+Eva

        „Hoffmann weist lediglich darauf hin, dass eine Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit oftmals mit anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit einhergeht.“

        Komisch, dass er dabei die Feminist.I.nnen vergaß zu erwähnen.

        Und was ist überhaupt diese Truppe“gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“, Adrian?

        Mit Gruppendenken wird man den einzelnen Individuen und ihren Gedanken, meine ich, nicht gerecht.

        • „Na ja, immerhin hat Arne dem Typus “hohle Nuss” ein Buch geschrieben“

          Natürlich hat er das. Auch hohle Nüsse haben einen Anspruch auf Meinungsfreiheit.

          „Und was ist überhaupt diese Truppe”gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit”, Adrian?“

          Männerfeindlichkeit von Feministen zum Beispiel. Rassismus. Homophobie.

        • @ Emannzer

          „Komisch, dass er dabei die Feminist.I.nnen vergaß zu erwähnen.“

          Hat er nicht.
          Verschiedene Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bei radikalen Feministinnen werden ausführlich kritisiert in:

          Arne Hoffmann – Plädoyer für eine linke Männerpolitik, insbesondere das Kapitel: Was haben linke Männer (und Frauen) gegen den Feminismus?

        • @emmanzer
          „Mit Gruppendenken wird man den einzelnen Individuen und ihren Gedanken, meine ich, nicht gerecht.“

          Aber gerade das ist das Problem: es gibt eben solche, die meinen *gerade* und *nur* mit Gruppendenken würden man den Individuen „gerecht“ werden. Das nennt man dann „soziale Gerechtigkeit“ heute.

          Die Begründung der Gruppe erfolgt dabei freilich immer äh etwas willkürlich, aber das kann ja wirklich nicht überraschen.

          • @Alex:

            „Aber gerade das ist das Problem: es gibt eben solche, die meinen *gerade* und *nur* mit Gruppendenken würden man den Individuen “gerecht” werden. Das nennt man dann “soziale Gerechtigkeit” heute ..“
            rm bo
            Danke dir. Falls ich dich nicht missverstanden habe. ist das u.a. ein großes Problem – neben vielen Anderen.

            Das AGG (Allgemeines Gleichstellungsgesetz) hat diesem Land, neben Gender-Mainstreaming, eine Menge Müll und Gefühle der Betroffenheit erzeugt.

            Ohne jeden Grund …

        • @emannzer
          „Falls ich dich nicht missverstanden habe.“

          Nun, der Bezug war natürlich darauf, dass alle „Menschenfeinde“ ihren Agit-Prop und jedes Pogrom gegen ihre Zielgruppe immer damit rechtfetigen, sie täten denen nur „Gerechtigkeit“.

          Gegen eine Gruppe kann man gar keine „Gerechtigkeit“ in einem praktischen Sinne üben, höchstens gegen Individuen. Und hierin liegt die grosse Ungerechtigkeit einer kollektiven Bestrafung, etc.

          Intellektuell sollte eigentlich höchst klar sein, dass Gleichstellung nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat, sondern genau ihr Gegenteil ist.

      • ät Adrian:

        „Hoffmann weist lediglich darauf hin, dass eine Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit oftmals mit anderen Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit einhergeht.“

        Der Begriff „gruppenbezogene blabla..“ ist ein Gender- und Antifa-Begriff. So was benutzt Du ernsthaft?

        Nimmt man den Ausdruck neutral, so trifft er auf die linke Szene perfekt zu:
        Menschenfeindlichkeit gegenüber:
        – Konservativen
        – Christen
        – Weißen
        – Hetero-Männern
        – Naturwissenschaftler & Techniker

        Andersrum sind folgende Gruppen sakrosankt:
        – Linksextremisten jeglicher Couleur, besonders Antifa-Schläger und RAF-Sympathisanten (Fischer)
        – LSBTTIQXYZ (außer Adrian, der ist ja „islamophob“)
        – Islamisten
        – Frauen, sofern nicht konservativ (Birgit Kelle und Sophia Thomalla sind also mehr Heteromänner)
        – GSGWler

        • „Nimmt man den Ausdruck neutral, so trifft er auf die linke Szene perfekt zu:“

          Das bestreite ich nicht. Wichtig ist bei Ablehnung immer der moralische Hintergrund. Warum lehne ich x ab?

        • Ich sehe das biologisch: Suche Dir eine symbolische Gruppe und hasse deren Gegnergruppe.
          Hat Jared Diamond bei Wildbeutern in Neu-Guinea genau so beschrieben: Da haßten sich zwei Nachbardörfer gegenseitig. Um das zu „begründen“, erfanden sie moralische „Fehler“ bei der jeweiligen Gegengruppe.

          Fazit: Die linken Extremisten auf unseren Unis benehmen sich vorzivilisatorisch, weil sie all die Errungenschaften Europas wegwerfen. Wie die Faschos.

        • @axel
          „…erfanden sie moralische “Fehler” bei der jeweiligen Gegengruppe.“

          Und da es nach dir um „Gruppen“, „Gegnergruppen“ und „Gegengruppe“ ging, was soll so denn so schlecht an dem Begriff „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ sein?

          aus dem post vorher:
          „Der Begriff “gruppenbezogene blabla..” ist ein Gender- und Antifa-Begriff. So was benutzt Du ernsthaft?“

          Weil der Begriff angeblich (!) aus dem Lager deiner Lieblingsgegner-Gruppe kommen würde, lehnst du ihn einmal vehement ab, dann aber verwendest du diesen implizierten Begriff mit voller Zustimmung einen post weiter….
          Vielleicht mal etwas weniger „gruppenbezogen“ denken?

        • ät Alex:

          „was soll so denn so schlecht an dem Begriff “gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit” sein?“

          – Für sich genommen ist er ganz OK, wenn auch etwas steif. Sozi-Jargon halt.

          Leider wird dieser sehr allgemein klingende Begriff von der Antifa-Baggage ausschließlich für „Rechte“ verwendet. Was Linksradikale so an Haß verbreiten, wird natürlich beflissentlich ignoriert.

          „dann aber verwendest du diesen implizierten Begriff mit voller Zustimmung“
          – Wie geschrieben, wenn der Begriff nicht agitatorisch verwendet wird, habe ich nichts dagegen.
          Das „wissenschaftliche“ Personal ist mal wieder das Problem

  13. Nachdem die ZEIT letztens zwei heiß diskutierte Texte zur Verteidigung der Gender Studies brachte, zieht jetzt auch der Spiegel nach:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gender-debatte-die-gekraenkten-kritiker-a-1052577.html
    Gender-Debatte: Die gekränkten Kritiker
    Ein Gastbeitrag von Lilian Peter
    Samstag, 12.09.2015 – 09:34 Uhr

    Frau Peter ist immerhin Lehrbeauftragte in Philosophie/ Kulturwissenschaft an der FernUniversität in Hagen und outet sich als Butler-Kenner. Das qualifiziert sie offenbar zur reichweitenstarken Meinungsbildung.

    Nach meinem Eindruck macht sie ziemlich dicke Argumentationsfehler (für Philosophen besonders peinlich).

    „Dass die Annahme der Genderforschung sei, das Geschlecht sei ausschließlich sozial konstruiert und bringe dann auf wundersame Weise körperliche Geschlechtsmerkmale hervor, ist natürlich blanker Blödsinn.“

    Kommt mir wie ein Strohmann vor. Egal, die körperlichen Geschlechtsmerkmale sind also nicht sozial konstruiert.

    „Die feministische Theoretikerin Judith Butler führte ja gerade den Unterschied zwischen sex und gender ein, um auf eine Differenz zwischen biologischem Geschlecht und sozialer Geschlechtsidentität aufmerksam zu machen.“

    Das scheinen andere Leser von Butler aber erheblich anders verstanden zu haben. Egal, nehmen wir ihr Verständnis i.f. an.

    „So wenig, wie Natur aus Kultur ableitbar ist, ist aber umgekehrt Kultur aus Natur ableitbar;“

    Krasser Denk- und Argumentationsfehler. Wenn A nicht B impliziert, dann kann man nicht folgern, das B auch nicht A impliziert. Konkret: große Teile unserer Kultur sind offensichtlich aus der Natur abgeleitet.

    „… dass nur die Biologie etwas zum Thema Gender sagen könne,“

    Strohmann. Niemand behauptet, daß NUR die Biologie etwas zum Thema Gender sagen könne. Das genaue Gegenteil wird ständig betont.

    “ … dass nur die Biologie etwas zum Thema Gender sagen könne, ist weder ein Naturphänomen, noch ein Ergebnis biologischer Forschung, sondern eine Meta-Behauptung, die auf unhinterfragten Annahmen (ergo: einer Ideologie) über die betreffende Wissenschaft beruht.“

    Völlig konfuser Unsinn, die Dame versteht offenbar nicht, was Naturwissenschaften machen und hat unhinterfragte Annahmen. Die Biologen erforschen die Natur und nicht das Sozialverhalten der Biologen. Wenn überhaupt sind die Biologen wissenschaftspolitisch aktiv. Wissenschaftspolitik ist kein Naturphänomen und nicht Gegenstand biologischer Forschung.

    „Historisch betrachtet dürfen Frauen erst seit sehr kurzer Zeit mitspielen im gesellschaftlichen Diskurs,“

    Wie schnell so 2 – 3 Generationen doch vorbeigehen.

    „Die Kränkung durch den Verlust des männlichen Diskursvorrechts ist das eine; “

    Welches „männliche Diskursvorrecht“? In welcher Welt lebt die Dame eigentlich? Wozu dienen Spekulationen über die Psyche der Kritiker? Argumentum ad hominem?

    Generell: auch Peter benutzt wie auch die ZEIT-Artikel den Trick, auf die zentralen fachlichen Kritikpunkte an den Gender Studies, die Hirschauer sehr genau benannt hat, gar nicht einzugehen. Sie unterstellt ein unrealistisches idealisiertes Bild der Gender Studies, und sie operiert mit Strohmännern und Argumentationsfehlern.

    • ät Mitm:

      „Kommt mir wie ein Strohmann vor. Egal, die körperlichen Geschlechtsmerkmale sind also nicht sozial konstruiert.“

      – Wenn man vor kritischem Publikum steht, verbirgt man seine wirrsten Ansichten halt und macht sich unbedeutend („NUR 190 Genderprofessuren“…).

      Daß der Körper sozial konstruiert sei, ist allerdings bei vielen Genderbekloppten absoluter Kanon:
      Bei einem Vortrag von Birgit Kelle im Juni war ein polternder Kerl, der allen Ernstes erzählte, es gebe keine Gene für weiblich/ männlich.
      Einem mir bekannten Studenten wurde in einem Seminar, daß er für ein Auslandsjahr besuchen mußte, erzählt, daß es „keine primären Geschlechtsmerkmale“ gebe (Dötli, Mumu).

      Und dann nicht zu vergessen das berühmte Marathonlauf-Beispiel, das selbst Professix zu Beginn des Jahres noch mal aufgewärmt hatte.

      Fazit: Glaubt dem weichgespülten Gender nicht. Das ist reine Taktik!

    • @mitm
      „“Dass die Annahme der Genderforschung sei, das Geschlecht sei ausschließlich sozial konstruiert und bringe dann auf wundersame Weise körperliche Geschlechtsmerkmale hervor, ist natürlich blanker Blödsinn.”
      —Kommt mir wie ein Strohmann vor.

      Ja und nein. Sie vermischt hier zwei Bedeutungsebenen.

      Natürlich ist das Geschlecht nach Butler *rein* sozial konstruiert. Das behauptet sie in dieser Ausschliesslichkeit. Sie unterlässt es, den biologischen Begriff von Geschlecht zu diskutieren, er wird nicht mal erwähnt! Nach Butler gibt es also gar keine Erklärung, warum überhaupt menschliche physische Geschlechtsmerkmale vorhanden sind, die spielen schlicht keine Rolle für *ihren* Begriff des „Geschlechts“.

      Dies wird jemand dann wohl höchstens polemisch so meinen können:

      „… und bringe dann auf wundersame Weise körperliche Geschlechtsmerkmale hervor“

      Und das ist der Strohfrau-Anteil.

      Ich denke, die vertuscht hier ganz bewusst. Denn Butlers „Philosophie“ ist so überaus falsch, dass sie nur mit Lügen, Missrepräsentation und Tricks verteidig werden kann.

      Aber hierin liegt gerade die Stärke und das Wesen dieser „Philosophie“.

      • „Sie vermischt hier zwei Bedeutungsebenen.“

        Wer ist „sie“?

        Ich hätte mich wohl klarer ausdrücken sollen, der zitierte Satz von Peter ist leider kompliziert aufgebaut und „Genderforschung“ ist ein Gummibegriff.

        In dem Satz unterstellt sie den Kritikern, folgendes über die Genderforschung zu behaupten: Die Genderforschung nimmt an, das Geschlecht sei ausschließlich sozial konstruiert und bringe dann [durch soziale Akte] auf wundersame Weise körperliche Geschlechtsmerkmale hervor.

        Bei der halbwegs um Seriösität bemühten Genderforschung stimmt das aber gar nicht, selbst Butler hat in einem Interview, das hier letztens Thema war, diese These verneint. Ein paar ganz durchgeknallte Feministinnen werden den Unfug trotzdem behaupten, OK, was wieder zur Frage führt, was alles zu den Gender Studies gehört und was nicht.

        MEINER Meinung nach unterstellen die Kritiker diese These der halbwegs seriösen Genderforschung aber gar nicht, insofern schiebt sie den Kritikern der Genderforschung eine Behauptung unter, die diese gar nicht aufstellen – daher der Strohmann.

        Diesen Strohmann widerlegt sie dann triumphierend: „…. ist natürlich blanker Blödsinn.”

        Meta-Anmerkung: ich weiß nicht, ob der Text von Peter so viel Analysearbeit wert ist.

        • @mitm
          „Sie“ ist natürlich L. Peter.

          „In dem Satz unterstellt sie den Kritikern, folgendes über die Genderforschung zu behaupten: Die Genderforschung nimmt an, das Geschlecht sei ausschließlich sozial konstruiert und bringe dann [durch soziale Akte] auf wundersame Weise körperliche Geschlechtsmerkmale hervor. “

          Nein, diese Art von „Urschöpfung“ behauptet sie nicht, dies bezeichnet sie eben als „Blödsinn“, hier das Zitat aus Spon, c&p

          “Dass die Annahme der Genderforschung sei, das Geschlecht sei ausschließlich sozial konstruiert und bringe dann auf wundersame Weise körperliche Geschlechtsmerkmale hervor, ist natürlich blanker Blödsinn.”

          Was andere Butler-„Interpreten“ natürlich nicht davon abzuhalten scheint, diesen Blödsinn anzunehmen, wie @axel meinte. Es sind genau diese Typen, die Peter hier zurückpfeift. Also eher kein Strohmann, eher ein Pseudostrohmann 😉 Sehr vertrackt.

          „Bei der halbwegs um Seriösität bemühten Genderforschung stimmt das aber gar nicht, selbst Butler hat in einem Interview, das hier letztens Thema war, diese These verneint.“

          Natürlich folgen sie ihr nicht und gehen einfach über „gender trouble“ hinweg. Sonst würden sie sich gleich unmöglich machen.
          Dass Butler ihren mystischen Mist „verneint“ hätte, halte ich für eine Fehlinterpretation. Ich hatte dazu im Interview-Beitrag hier was geschrieben.

          „Meta-Anmerkung: ich weiß nicht, ob der Text von Peter so viel Analysearbeit wert ist.“

          Ich finde das hochinteressant, wie sie um ihren unlogischen und unwahren bullshit rumeiern. Mit ein wenig Rechtfertigungsdruck kommen sie ins Schleudern…

  14. Kommt mir wie ein Strohmann vor. Egal, die körperlichen Geschlechtsmerkmale sind also nicht sozial konstruiert.

    Die Unterscheidung zwischen einem diskursiven Modell und einem materiellen Objekt scheint wirklich schwierig zu sein. Mir scheint es trivial, aber vielleicht mache ich ja Denkfehler. Lasst mich das mal aufdröseln, und sagt mir wo mein Fehler liegt.

    Nehmen wir einmal an wir Hübschen gingen in den Herbstwald. Keine Angst, wir bleiben angezogen. Jetzt nimmt jeder von uns den Wald unterschiedlich wahr. Das kann biologische Ursachen haben. Wenn einer von uns zum Beispiel rot-grün-blind ist, dann kann es sein, dass wir unterschiedliche Anzahlen herbstlich verfärbter Blätter sehen. Das kann Ursachen haben, die in unserem kulturellem und intellektuellen Hintergrund liegen. Ein zoologisch Interessierter wird vielleicht ein paar eingebürgerte Grauhörnchen zwischen den europäischen Eichhörnchen wahrnehmen, wo ich nur herum rennende Baumratten sehe. Ein botanisch Interessierter wird wohl eine Menge Rot- und anderer Fichten wahrnehmen, wo ich hauptsächlich Bäume sehe. Dafür kann es sein, dass ich einen Unterschied zwischen dem Sandboden dort drüben und dem Lehmboden hier mache, wo andere Leute nur Waldboden sehen.

    Jeder von uns baut also völlig unabhängig ein mehr oder minder detailliertes Modell des Waldes in seinem Kopf. Die können sich im Detailgrad und in den Bezeichnungen von Person zu Person durchaus unterscheiden, beschreiben aber alle den selben materiellen Wald.

    Natürlich müssen diese Modelle eine Ähnlichkeit zum materiellen Wald aufweisen, um irgendwie nützlich zu sein. Wenn ich zum Beispiel eine der Baumratten als Blume deklariere, und versuche sie in einen Blumenkranz zu flechten, dann werde ich wahrscheinlich gebissen, wenn das Vieh sich überhaupt fangen lässt. In dem Fall werde ich mein Modell wohl anpassen müssen. Das setzt der Modellgestaltungsfreiheit Grenzen.

    Da wir vermutlich nicht nur schweigend durch den Wald stolpern wollen, sondern uns vielleicht auch über den Wald austauschen wollen, müssen wir uns unterhalten. Unterhalten kann hier durch Worte, Gesten, Schemazeichnungen, chemische Formeln, Berechnungen über den Kapillardruck in Bäumen und vieles mehr geschehen. Die Gesamtheit dessen ist unser Diskurs über den Wald.

    Und da unser Diskurs recht unfruchtbar bleiben wird, wenn wir uns nicht über Begrifflichkeiten einigen, werde wohl entweder ich den Unterschied zwischen Grauhörnchen und europäischen Eichhörnchen lernen müssen, oder ihr stimmt zu, dass uns Baumratten gerade nicht interessieren, und wir sie einfach Hörnchen nennen. Um also einen Konsens über die Eigenschaften des Materiellen Waldes zu finden, haben wir begonnen ein diskursives Modell des Waldes mit u.A. diskursiven Hörnchen-Objekten zu schaffen, die wir in diskursive Klassen einordnen. Es wird zwar die materiellen Hörnchen nicht im Mindesten interessieren wie wir sie nennen, aber, falls wir über die Baumratten reden, ist es für unseren Diskurs doch gelegentlich wichtig dass wir über das selbe diskursive Hörnchen-Objekt reden, und uns darüber einig sind, zu welcher Klasse es gehört. Es wird also ganz zwangsläufig passieren, dass ich irgendwann auf eine Baumratte zeige, und sie zum europäischen Eichhörnchen deklariere. Das ist unabhängig davon, ob das nun materiell ein Grauhörnchen oder ein europäisches Eichhörnchen ist. Wenn ihr meine Deklaration akzeptiert, ist das Diskurshörchen (D-Hörnchen) jedenfalls ein Mitglied der Klasse europäisches Eichhörnchen. Und da Hörnchen normalerweise nicht widersprechen, bleibt es das auch, egal ob das korrespondierende materielle Hörnchen (M-Hörnchen) jetzt von einem Zoologen als Grauhörnchen oder als europäisches Eichhörnchen eingeordnet würde, und unabhängig davon, als was sich das M-Hörnchen gerade identifiziert. Gerade eben habe ich also, ganz ohne magisches Denken und ganz ohne tatsächliche Magie, einfach so eines der Hörnchen zum Mitglied einer bestimmten Gattung erklärt. Das ist eine deklarative Zuweisung eines biologischen Umstandes.

    Das betrifft zwar nur das D-Hörnchen, aber, und das ist der Knackpunkt, über das korrespondierende M-Hörnchen können wir, streng genommen, gar nicht reden. Jeder Versuch das zu tun, wird unweigerlich ein korrespondierendes D-Hörnchen in unserem Diskurs erschaffen, das unsere Zuschreibungen zu der entsprechenden Hörnchenklasse beinhaltet. Alles was wir tun können, ist die modellierten Eigenschaften des D-Hörnchens so ähnlich wie möglich zu den beobachteten Eigenschaften des M-Hörnchens zu machen. Wenn das D-Hörnchen dem M-Hörnchen ähnlich genug ist, können wir das M-Hörnchen anhand unseres diskursiven Hörnchenmodells, dem D-Hörnchen, wahrscheinlich erfolgreich manipulieren, also zum Beispiel Hörnchenangeln spielen.

    War das soweit verständlich?

    Bis hierhin ist es harmlos. Immerhin kommen wir im Zweifel damit zurecht, dass es alles Baumratten sind. Interessanter wird es, wenn wir beschließen unterschiedliche Teile des Waldes unterschiedlich zu behandeln. Sagen wir, wir wollten die Bäume wachsen lassen, bis sie groß genug zum Abernten sind um sie dann in der Sägemühle zu Brettern zu verarbeiten, und die Sträucher in den Häcksler stecken um später Papier daraus zu machen. Dann wird es für die Verwendung der verholzten M-Pflanze wichtig ob wir die korrespondierende verholzte D-Pflanze als Baum deklarieren, weil sie eine zentrale Sprossachse hat, oder als Strauch weil sie viele dünne Nebenäste hat und in die Breite geht. In den meisten Fällen werden wir uns da wohl schnell einig, aber hin und wieder streiten sich da selbst Botaniker. In jedem Fall werden wir eine ganze Menge deklarativer Zuordnungen machen müssen. Wo wir unser verholzte D-Pflanze einordnen ändert zwar immer noch nichts an den tatsächlichen Eigenschaften der M-Pflanze. Es ändert allerdings eine Menge daran, was mit der M-Pflanze später passiert.

    Bis hierhin ist es immer noch harmlos. Wenn etwas, was ein guter Botaniker als dürren, flachen Baum eingeordnet hätte, jetzt in den Häcksler kommt, dann wird das unsere forstwirtschaftliche Produktivität meist nur unwesentlich beeinflussen.

    Mit den Geschlechtern machen wir es allerdings genauso. Wir nehmen unsere diskursiven Modelle D-Babymädchen und D-Babyjunge und vergleichen die mit dem M-Baby. Dadurch erschaffen wir ein zum M-Baby korrespondierendes D-Baby als Diskursobjekt, über das wir uns unterhalten. Die Zuordnung des D-Babies, die wir dann machen, ist allerdings keine rein deskriptive ‚Das ist ein Baby mit Vulva‘ vs. ‚Das ist ein Baby mit Penis‘, sondern eine deklarative Zuordnung zu einer Klasse. ‚Das ist ein Mädchen‘ vs. ‚Das ist ein Junge‘. Damit haben wir das biologische Geschlecht des D-Babies zugewiesen.

    Wiederum wichtig: Das betrifft das nur das D-Baby und ändert unmittelbar nichts an den Eigenschaften des M-Baby. Es ist allerdings ziemlich wichtig dafür, wie wir das M-Baby anhand der Zuschreibungen zu unserem D-Baby behandeln und wie wir die Reaktionen des M-Baby, anhand unserer durch das Modell des D-Baby, und anhand der durch die getroffene Klassenzuordnung geformten Erwartungen interpretieren.

    Und weil das M-Baby durchaus lernfähig ist, wird es sich wohl unseren Reaktionen und unserer Behandlung entsprechend, abhängig davon welcher Klasse wir das D-Baby zugeordnet haben, unterschiedlich entwickeln.

    Ich hoffe das war jetzt nicht völlig unverständlich. 🙂

    • Bei Butler ist die Zuordnung körperlicher Merkmale zu der Kategorie Frau sozial konstruiert. Theoretisch musste man rollen nicht nach diesen Merkmalen, also etwa penis, vagina, Brüste zuordnen, es wäre theoretisch auch möglich, dass man die gleichen rollen an der Haarfarbe vornimmt, also etwa helle Haarfarbe als männlich und dunkle als weiblich. In den system waren Penisse für die rollenzuweisung so relevant wie gegenwärtig die Haarfarbe.
      Deswegen sieht sie die Körper als soziale Konstruktion: als eine Einigung, das bestimmte körperliche Merkmale eine Einheit bilden, die eine bestimmte soziale Bedeutung haben.

      • Richtig. Und wie ich es verstanden habe, spricht sie dabei über die Diskursobjekte, nicht über die korrespondierenden materiellen Körper. Es ist also keine Magie notwendig.

        • „Und wie ich es verstanden habe, spricht sie dabei über die Diskursobjekte,“

          Vorsicht, Butler richtig zu verstehen scheint prinzipiell unmöglich. 😉

          Die D-Teile und M-Teile entsprechen dem Modell bzw. dem Original in Stachowiaks Modelltheorie, insofern bin ich mit allem einverstanden.

          Der mMn zentrale Fehler bei Butler (soweit ich sie indirekt über andere verstanden habe) liegt in der Annahme, daß die Modelle (hier: der menschlichen Sexualität) beliebig vom Original abweichen können, das hat Christian auch schon angedeutet. Dazu gehört auch die Annahme, daß unser M-Baby beliebig lernfähig ist (blank slate Theorie), also eine dynamische Eigenschaft des Systems „Mensch“.

          Solche Modelle bilden die relevanten Eigenschaften der Originale nicht mehr korrekt ab und sind insofern nutzlos. Handlungen, die auf den falschen Modellen beruhen, müssen scheitern.

        • Solche Modelle bilden die relevanten Eigenschaften der Originale nicht mehr korrekt ab und sind insofern nutzlos. Handlungen, die auf den falschen Modellen beruhen, müssen scheitern.

          Da stimme ich zu. Wie schon oben erwähnt, wenn unser Modell dem korrespondierenden Objekt zu unähnlich wird, wenn ich also z.B. versuche ein Eichhörnchen wie eine Blume zu behandeln, dann werde ich wahrscheinlich gebissen. 🙂

      • Ich muss mal probieren ob es mit denen vor dem Haus auch geht. Ängstlich sind sie jedenfalls nicht. Als Wohngebietshörnchen sind sie Menschen gewohnt. 🙂

    • @NSG
      „Lasst mich das mal aufdröseln, und sagt mir wo mein Fehler liegt.“

      Warum einfach, wenn man es auch kompliziert ausdrücken kann? 😉

      In einer überflüssigen Verkomplizierung liegt immer ein Fehler, man schwächt seine Überzeugungskraft.

      Verkomplizierung allerdings dient vor allem einem: man kann prima einen Fehler drin verstecken, der einer Sache dann eine ganz andere Richtung gibt als man hätte gehen müssen.
      Deshalb ist Verkomplizierung eine gute Wahl, wenn man lügen und dabei noch überzeugend sein will.

      Das wird alles (sofern ich mich erinnere) nett bei Sokrates gegen die Sophisten, in Plantons Gorgias etc diskutiert.

      Etwas schikanös war, nachdem endlos von A und B Hörnchen die Rede war, mit zwei A Babys gegenüber einem B Baby zu kommen…

      • Warum einfach, wenn man es auch kompliziert ausdrücken kann? 😉

        Ich schrieb ja, dass ich es im Grunde trivial finde. Aber trotzdem lese ich ständig Leute die der Butler anscheinend radikalen Idealismus oder gar magisches Denken vorwerfen, also die Ansicht das Materielle würde unmittelbar durch das Bewusstsein, oder durch die Sprache bestimmt. Das tut sie meines Wissens nicht. Sie streitet es sogar explizit ab.

        Zu der Ansicht kann man, denke ich nur kommen, wenn man nicht zwischen den D-Objekten und den M-Objekten unterscheidet.

        Was sie allerdings zu vertreten scheint, ist dass (a) das diskursive Modell der Geschlechter mit allen Zuschreibungen durch unseren Diskurs, und speziell durch unsere Performance von Geschlechtsrollen als Teil dessen, bestimmt wird und (b) dass es uns nicht möglich ist das materielle Geschlecht ohne Rückgriff auf das diskursive Modell der Geschlechter zu betrachten.

        Das scheint mir eigentlich auch eingängig, aber natürlich ist die Gestaltungsfreiheit beim Modell durch die Anwendbarkeit begrenzt.

        Der Umstand dass wir uns erfolgreich fortpflanzen können und schon ziemlich lange als ‚Männer‘ und ‚Frauen‘ überlebt haben, ist ein guter Hinweis darauf, dass unsere diskursiven Geschlechtsmodelle den materiellen Geschlechtern dafür hinreichend ähnlich sind.

        Die Ansicht dass als Konsequenz unserer Orientierung an den Diskursmodellen, aber auch nicht unmittelbar durch die Modelle, die materiellen Körper geformt werden, findet man z.B. bei der Fausto-Sterling. Das ist sicher nicht ganz falsch, weil Aktivität im Kindesalter wohl einen Einfluss auf die Knochendichte und Aktivität im Allgemeinen einen Einfluss auf den Muskelaufbau hat, ist aber, denke ich , stärker von den biologischen Gegebenheiten der materiellen geschlechtlichen Körper bestimmt.

        In einer überflüssigen Verkomplizierung liegt immer ein Fehler, man schwächt seine Überzeugungskraft.

        Und ich dachte ich hätte die Unterscheidung mit Kleinkinderschritten erklärt. Einfacher kann ich es nicht.

        Etwas schikanös war, nachdem endlos von A und B Hörnchen die Rede war, mit zwei A Babys gegenüber einem B Baby zu kommen…

        Das lag einfach daran, dass ich denke dass ‚Geschlecht‘ hier ein geladenes Wort ist. Ich dachte mir, wenn ich den Unterschied zwischen dem Modell im Diskurs und dem korrespondierenden materiellen Objekt hier anhand des Geschlechts von Babies zu erklären versuche, dann schaltet die Hälfte wieder ab und geht reflexartig in eine Verteidigungshaltung. Eichhörnchen sind da weniger provokant.

        Nur fiel mir für den nächsten Schritt, die Wechselwirkung zwischen D-Objekt und M-Objekt, keine Verwendung von Eichhörnchen ein, die eine unterschiedliche Behandlung von europäischen Eichhörnchen und Grauhörnchen erfordert hätte, so dass ich auf Bäume und Sträucher ausgewichen bin. Den Übergang zur Geschlechtszuweisung von Babies hätte ich allerdings freundlicher gestalten können.

        • @NSG
          „Aber trotzdem lese ich ständig Leute die der Butler anscheinend radikalen Idealismus oder gar magisches Denken vorwerfen, also die Ansicht das Materielle würde unmittelbar durch das Bewusstsein, oder durch die Sprache bestimmt. Das tut sie meines Wissens nicht. Sie streitet es sogar explizit ab.“

          Ah, da bist du ja an genau der richtigen Adresse 😉
          Wie kommst du darauf, das „Materielle“ würde hier beeinflusst werden? Das kann diese Magie iwS ohnehin nie leisten, sie verspricht es immer nur. Im Fall von Butler wird eine Utopie versprochen, die sich rein aus einer völlig überhöhten und mystifizierten Geschlechter-Dichotomie ergeben soll.
          Was dabei allerdings beeinflusst wird, ist eine gläubige Gefolgschaft, die den bullshit glaubt. Man muss sich nur Sekten und andere Kulte ansehen, dann weiss man, wie das im Kleinen läuft. Hier haben wir einen Irrsinn im grösseren Massstab.

          Und diese soziale Komponente ist dann auch die echte M-Komponente, die du nicht siehst, vermutlich nicht zuletzt, weil Butler deine vermeintliche M-Komponente „explizit abstreitet“. Um sich mal an dein diskursives Spielchen anzulehnen.

          Der Rest ist banal, natürlich sind Geschlechterrollen plastisch. Aber darin besteht ja die „magische Kunst“, Banales zum Phantastischen aufzublasen und völlig ins Absolute zu überhöhen.

          take a rough wild ride through the cultural imaginery of the „Mystic Bourgeoisie“ and see what you can find … (ist so ein blogspot)

          „Eichhörnchen sind da weniger provokant.“

          Naja, da musste ich schon ein wenig daran denken, ob das nicht Tierquälerei sein könnte, ganz reflexartig. @adrian hat ja gezeigt, dass das durchaus spassig sein kann 🙂

  15. http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-09/muenchen-fluechtlinge-innenminister-tillich-ungarn

    So gaaaanz langsam trauen sich die ersten Söhnchen hinter dem Ofen hervor und fangen an, ganz vorsichtig, Mutti zu kritisieren.

    „Die Öffnung für Flüchtlinge habe die Bundesländer völlig überrascht, sagt der Innenminister von Rheinland-Pfalz. In München gab es erstmals nicht genügend Schlafplätze.“

    Vielleicht hätte man sich das vorher überlegen sollen, dass „keine Obergrenze“ im schlimmsten Fall Realität werden könnte? Es gab ja schon ein paar, die das voraus gesehen haben, aber das waren Schwarzmaler und Nazis, die sowieso nur Quatsch reden.
    Es wird ernsthaft behauptet, das sei nicht vorhersehbar gewesen. Das ist denen nicht mal peinlich, sowas zu sagen.

    • Ob der Vater und Ehemann, der da seine Tochter und seiner Ehefrau das Leben finanziert, welches sie wollen, überhaupt checkt was er da eigentlich macht, selbst wenn er dieses Video sehen würde.

    • „Father says he’s going to challenge the wage gap by giving his daughter more money than his son.“

      Auf eine glückliche Vater-Sohn-Beziehung.

      Feminismus machen Gehirn kaputt…

    • „Of course women get one career option which no man in history has ever had. The option not to have a career.“

      („ever“ ist natürlich übertrieben, aber die Tendenz stimmt)

  16. Noch ein Joke zum Wochenanfang.

    Aus einer aktuellen Stellenausschreibung der Uni HH bwz. der Stadt:

    „Die FHH fördert die Gleichstellung von Frauen und Männern. In dem Bereich, für den diese Stelle ausgeschrieben wird, sind Männer im Sinne des Hamburgischen Gleichstellungsgesetzes unterrepräsentiert.
    Wir fordern Männer daher ausdrücklich auf, sich zu bewerben. Sie werden bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung vorrangig berücksichtigt.“

    Der Wahnsinn breitet sich aus und kollabiert dann wohl hoffentlich bald …

    • Seinen Höhepunkt hat er erreicht, wenn wir folgende Ansprache als selbstverständlich hinnehmen:
      „Soldatx! Beim gestrigen finalen Angriff haben 5.000 Männer mehr ihr Leben verloren, als Frauen. Da der Feind kapituiert hat, müssen wir leider auf den nächsten Angriff, für den wir zum Ausgleich eine schwach bewaffnete Frauen-Division einsetzen wollten, verzichten.
      Aus Gründen der Gleichstellung werden daher morgen abschließend noch 5.000 Frauen erschossen.
      Freiwillige vor!“

      Völliger Quatsch?
      Wir sind offensichtlich auf dem Weg dorthin.

  17. Hat Christian retweetet:

    „Why More Gay Men Need To Claim Feminism

    There have long been complaints from some women about the lack of solidarity they feel from gay men. In a blog for The Huffington Post last November, Rose McGowan wrote, „Gay men certainly aren’t MORE misogynistic than heteros, but I’ve met some that have come damn close.“

    Als Mann ist man immer irgendwie misogyn. Es ist nur die Frage wie stark. Warum nochmal wrid Feminismus oft mit Männerhass in Verbindung gebracht?

    „Gay male privilege is also reflected when gay men feel they have license to grope women’s bodies and then insist that it is not harassment because of a lack of sexual attraction.“

    LOL, kein Wort darüber das Frauen Männer auch mal einfach so anfassen…

    „That doesn’t mean feminism has a duty to gay men. It means gay men have a duty to feminism. Gay men oppressed by patriarchal systems should be fighting alongside the rest of us to break them all down.“

    Gay men need to stop perpetuating misogyny and ally themselves with the feminist movement. And the first step toward becoming a true ally is listening to women speak about the issues that are important to them, whether it’s wage equality, reproductive rights, access to birth control or anything else.

    Jammi! Wie verlockend!

    http://www.huffingtonpost.com/aaron-barksdale/more-gay-men-need-to-claim-feminism_b_8106446.html

    • Auch so schlicht wie zutreffend:

      „Es gehört dazu, dass die verletzte Partei ihrem Hass dann in möglichst beleidigender Weise freien Lauf lassen darf.“

      Wenn nach den Ursachen gefragt wird, schweift man denn allerdings ab. Aber trotzdem mutig von der letzten grossen liberalen Stimme im deutschsprachigen Raum.

  18. Der Safe Campus Act versucht wieder Recht und Verantwortung herzustellen.

    Doch natürlich laufen die üblichen Gruppen dagegen Sturm. Ihre Intention ist es ja auch nicht Recht und Verantwortung zu haben sondern selbstgerechte weibliche Willkür.

    Nämlich genau im Sinne des oben von Slavo verlinkten Artikels.

    25 Groups That Work With Rape Victims Think The Safe Campus Act Is Terrible

    People who work with sexual assault victims slam the proposal as „colossally stupid legislation.“

    The Safe Campus Act, originally sponsored by Republican Reps. Matt Salmon of Arizona, and Pete Sessions and Kay Granger of Texas, would prohibit colleges and universities from punishing a student accused of sexual assault and battery unless the reporting victim also goes to police with the complaint.

    http://www.huffingtonpost.com/entry/rape-victims-safe-campus-act_55f300cce4b063ecbfa4150b

      • „Zwar sind bestimmte Gruppen von Frauen besonders stark betroffen, im Durchschnitt aber sei die Armut unter Männern seit der Finanzkrise sogar stärker gestiegen, was sich mit einer gewissen Portion Zynismus als Trend zu mehr Gleichheit interpretieren lässt.“ Antje Schrupp

        http://www.zeit.de/kultur/2015-07/feministische-oekonominnen-gegen-austeritaetspolitik-iaffe/komplettansicht

        Auch noch interessant…

        „Sylvia Walby, Professorin für Gender Research bei der Unesco .. … Finanzkrisen seien nicht einfach „real“, sondern ein „soziales Konstrukt“, ein Narrativ – und die Erzählung von den alternativlosen Marktmechanismen, die kaum Raum für politisches Handeln lassen, sei schädlich und destruktiv.“

        „Um eine neue Erzählung davon zu entwerfen, was Wirtschaft bedeutet, greift die feministische Ökonomie auf Lebenserfahrungen und Wertvorstellungen von Frauen zurück und unterzieht die Dynamik historischer Geschlechterkonstruktionen einer kritischen Betrachtung.“

        „Pflegearbeit als Neokolonialismus“ “ … rührt unmittelbar aus einer bestimmten ideengeschichtlichen Tradition her.“

      • weiterhin:

        „Mein zweiter Workshop hieß „Engendering Economic Policy“ und nahm den Appell von Silvia Walby … auf, dass Feministische Ökonomie sich mehr mit Finanzpolitik beschäftigen soll. Den Auftakt machte Brigitte Young, die ein Forschungsprojekt vorstellte, mit dem sie die „Black Box Finance“ knacken will.“

        „….blah blah blah ….. verschleiert, wie gravierend sich der Finanzmarkt und Finanzpolitik mit Geschlechterverhältnissen verwoben sind.“

        http://antjeschrupp.com/2015/08/03/feminismus-und-finanzpolitik/

  19. „Auch Gewalt in lesbischen Beziehungen muss thematisiert werden

    Das österreichische feministische Magazin „Anschläge“ sieht Defizite im Umgang mit häuslicher Gewalt

    Häusliche Gewalt, gleichgültig ob sie nun physischer oder psychischer Natur, kommt in vielen Beziehungen vor. Vielfach wird sie fast automatisch mit einem Klischee des schlagenden Mannes innerhalb einer Hetereobeziehung assoziiert. Doch so vielfältig wie die heutigen Beziehungskonstrukte sind, so vielfältig sind auch die Täter-Opfer-Konstellationen. Das österreichische feministische Magazin „Anschläge“ hat in seiner derzeitigen Ausgabe Angela Schwarz von der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) ◥interviewt, die beim Thema „Gewalt innerhalb von lesbischen Beziehungen“ erhebliche Defizite sieht und darauf hofft, dass hier innerhalb der nächsten Jahre ein Umdenken stattfindet.

    Frau Schwarz konstatiert, dass das Ausmaß der Beziehungsgewalt ähnlich wie in Heterobeziehungen sei. Jedoch suchten dort bereits ca. 20 bis 24% der Betroffenen Hilfe, bei lesbischen Beziehungen sei die Quote lediglich bei 3% bis 5 %. Hintergrund sei unter anderem, dass viele Frauen denken, sie wären eine Art Nestbeschmutzer, wenn sie zugeben, dass die lesbische Beziehungen auch nicht gewaltfrei sei. Der Anspruch, dass eine lesbische Beziehung, wenn sie schon eingegangen wird, problemlos und vor allen Dingen gewaltfrei sein muss, mache es schwer, sich einzugestehen, dass die Beziehung diesem Anspruch nicht gerecht wird.

    „Wie lässt sich der Mythos erklären, lesbische Beziehungen wären gewaltfrei?“ merkt sie an: „Ich glaube, das kommt schon auch aus der Gewaltschutzbewegung, in der es um Männergewalt gegen Frauen ging, und wo die Rollen klar waren: Männer sind Täter, Frauen sind Opfer. Es stimmt schon, dass das hauptsächlich so ist. Aber wenn es in einer Beziehung keinen Mann gibt, fällt die Gewalt weg? Es gibt ein gesellschaftliches Bild, vor dem wir ja auch nicht gefeit sind, nämlich, dass Frauen keine Gewalt ausüben.““

    http://www.heise.de/tp/news/Auch-Gewalt-in-lesbischen-Beziehungen-muss-thematisiert-werden-2812378.html

    „Es stimmt schon, dass das hauptsächlich so ist.“ – Nicht das da noch Zweifel aufkomen…

    • „Es gibt so viele gewalttätige Frauen wie Männer“, erklärt auch Erin Pizzey, die Gründerin des ersten modernen Frauenhauses der Welt. „Aber es steckt viel mehr Geld darin, Männer zu hassen, vor allem in den Vereinigten Staaten – Millionen von Dollar. Es ist politisch gesehen keine gute Idee, das hohe Budget für Frauenhäuser zu bedrohen, indem man sagt, dass nicht alle Frauen dort ausschließlich Opfer sind. So oder so, die Aktivistinnen dort sind nicht da, um Frauen dabei zu helfen, mit dem fertig zu werden, was ihnen widerfahren ist. Sie sind da, um ihre Budgets zu begründen, ihre Konferenzen, ihre Reisen ins Ausland und ihre Stellungnahmen gegen Männer.“

  20. Neologismus: Vagicode
    auf feministischer Basis geschriebener Quellcode für Software.

    „Vagicode- does half the work for twice the total cost and is unusable several days each month and may be unavailable for extended periods while it replicates. Post-replication, licensing agreements mandate that it be reinstalled into previous (or higher) functionality even if it is no longer compatible with the current operating system.“

    GNOME- Desktop und das „Outreach for Women“ -Programm:

    http://voxday.blogspot.co.at/2015/09/more-social-justice-convergence-in.html

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