„Moralische Panik“ (Moral Panik)

Leser Keppla kommentierte:

Gab es hier schon mal was zu “moral panic”?

Ich habe den Eindruck, dass sich vieles im Bereich Feminismus/SJWism recht gut dadurch erklären lässt.

Der englische Wikipediaeintrag dazu:

A moral panic is an intense feeling expressed in a population about an issue that appears to threaten the social order. The Oxford University’sDictionary of Sociology defines a moral panic as „The process of arousing social concern over an issue – usually the work of moral entrepreneurs and the mass media.“ The media are key players in the dissemination of moral indignation, even when they do not appear to be consciously engaged in crusading or muckraking. Simply reporting the facts can be enough to generate concern, anxiety or panic.

Auf der deutschen Seite heißt es:

Moralische Panik (aus englischMoral Panic) bezeichnet ein Phänomen, bei dem eine soziale Gruppe oder Kategorie aufgrund ihres Verhaltens von der breiten Öffentlichkeit als Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft gekennzeichnet wird. Ziel des öffentlichen Aufruhrs ist die Unterbindung des als Bedrohung empfundenen Verhaltens auf langfristige Sicht. Die dabei entstehende öffentliche Dynamik wird durch eine sensationsfokussierte Medienberichterstattung und privat organisierte Initiativen begleitet. Häufig handelt es sich dabei um Problematiken wie Kindesmissbrauch, Drogenmissbrauch oder Jugendkriminalität. Letztendlich führt die moralische Panik zu einer Verstärkung der sozialen Kontrolle und der Verringerung der Wahrscheinlichkeit für einen normativen Wertewandel.[1] Der Begriff ist von dem der Massenhysterie abzugrenzen, die nicht der sozialen Kontrolle gilt.

Es werden also bestimmte Personen bzw. eine bestimmte Gruppe als „die Bösen“ dargestellt und als Gefahr für die moralische Ordnung der Gesellschaft ausgewiesen.

Das passt durchaus gut zu

  • toxischer Männlichkeit
  • Rape Culture
  • der weiße Mann als Verursacher allen Leids
  • Eine Hierarchie der abgestuften Bösartigkeit wie in der intersektionalen Theorie

Es passt natürlich auch zu Äußerungen von Anne Wizorek (marthadear) a la “ Für ganz viele Frauen ist es extrem schlimm einfach schon auf die Straße zu gehen

Wobei ich bezweifeln würde, dass viele Feministinnen in dieser Hinsicht kühle Ausnutzer dieses Mechanismus sind, sie sind eher tatsächlich überzeugt davon, in gewisser Weise also selbst Produkte der „Moralischen Panik“, die sich mit den Anhängern immer weiter verstärkt.

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24 Gedanken zu “„Moralische Panik“ (Moral Panik)

  1. „Das passt durchaus gut zu
    toxischer Männlichkeit
    Rape Culture
    der weiße Mann als Verursacher allen Leids
    Eine Hierarchie der abgestuften Bösartigkeit wie in der intersektionalen Theorie“

    Ja, passt.
    Es passt aber auch auf die Diskursstrategien in Teilen des konservativen Lagers.
    Es ist eine der Gemeinsamkeiten zwischen radikalem Feminismus und radikalem Konservatismus, dass sie beide auf das Mittel der Erzeugung von „Moral Panic“ setzen.

    Von daher finde ich es gut, dass es jetzt einen Artikel hier dazu gibt, denn das Thema „Moral Panic“ ist auf jeden Fall eine Analyse wert.
    Nick hatte ja auch schon mehrfach zum Thema „Moral Panic“ was geschrieben.

    • @ petpanther

      „Könnte es sein, dass beides dasselbe ist?
      Nur in unterschiedlicher Erscheinungsform.“

      Also eine Gleichsetzung würde mir zu weit gehen, aber es verweist mal wieder darauf, dass es einige Gemeinsamkeiten zwischen radikalem Feminismus und radikalem Konservatismus gibt.

      Gemeinsamkeiten zwischen radikalem Feminismus und radikalem Konservatismus waren hier ja auch schonmal Thema:

      https://allesevolution.wordpress.com/2013/08/07/gemeinsamkeiten-zwischen-radikalem-feminismus-und-radikalem-konservatismus/

      • Feminismus ist versteckt reaktionär. Geschlechterrollen on Steroids und ultrakonservativer Gynozentrismus.

        Es scheint bis auf die gegenteilige Maske (funktionierende die Blendung) in diesem Sinne tatsächlich beides das Gleiche zu sein.

      • „Gemeinsamkeiten zwischen radikalem Feminismus und radikalem Konservatismus“

        Danke, das ist eine sehr gute Darstellung.

        Die „Identitätspolitik“ ist nichts anderes als eine Kollektivierung, die das Individuum hintanstellen und dann entwerten soll. Mythische Kollektive („Die Nation“, „Rasse“, „Frauen“) werden zur einzigen Realität gemacht, dann ist auch die Rechtfertigung geschaffen, dass sie „ihre Interessen“ rücksichtslos durchsetzen können.

        Ist die Gemeinsamkeit nur der Form der politischen Organisation geschuldet oder ist der Feminismus ein tatsächlicher Ableger eines „radikalen Konservatismus“?

        Viele der feministischen Chefideologinnen kommen ja von den christlichen Kirchen oder von anderen Glaubensströmungen her…

        • „oder ist der Feminismus ein tatsächlicher Ableger eines “radikalen Konservatismus”?“

          Nein, er ist der Ableger postmodernen linken Denkens. Identitätspolitik hat die Linke erobert, was nicht schwer ist, bedenkt man, dass der Großteil der Linken immer schon kollektivistisch gewesen ist. Kollektivismus a la Quoten, „Affirmative Action“, „Black History Month“, „Gay Rights“ und „Diversity“ sind keine rechten Konzepte.

        • „Nein, er ist der Ableger postmodernen linken Denkens.“

          Ob du dich hier von Etiketten täuschen lässt?

          Denn „die Linke“ ist nie an sich derart kollektivistisch gewesen, sondern ist im Gegenteil mMn mit den Ideen von Egalitarismus, Individualimus und Rationalismus entstanden, die für die Linke wesentlich sind.

          „Postmodernismus“ ist vor allem eine Haltung der politischen Rechten, die mit Traditionalismus, Anti-Modernismus, Rückgriff auf vorchristliche Werte und ähnliches nicht erst seit Ende der 2. WK ihre „geistige Weltanschauung“ verbreiten will.

          Was vermutlich besonders verwirrt ist, dass die Kommunisten ebenfalls heftig mit „Postmodernismus“ geflirtet haben und sich sogar als moderne „Linke“ hinstellen konnten, wie ganz zB Satre mit seinem Existenzialismus.

          Die „progressive Linke“ kommt mir vor wie eine neue Strömung der Rechten, die unter falscher Flagge segelt, und die übliche Weltanschauung der Rechten — Ungleichheit der Menschen (jetzt: Privilegien für Frauen und „verfolgte Minderheiten“), Kollektivismus (Geschlechter, „soziale Gerechtigkeit“) und Irrationalismus (Esoterik, soziale Konstruktion, etc) verkauft.

        • „Denn “die Linke” ist nie an sich derart kollektivistisch gewesen, sondern ist im Gegenteil mMn mit den Ideen von Egalitarismus, Individualimus und Rationalismus entstanden, die für die Linke wesentlich sind.“

          Nein, das sind Werte der Liberalen. De Linke i. w. S. ist mit dem Sozialismus/Kommunismus entstanden, einer zutiefst kollektivistischen Ideologie.

          „Die “progressive Linke” kommt mir vor wie eine neue Strömung der Rechten“

          Ja, man kann natürlich versuchen alles Übel der Linken, das einem nicht passt, den Rechten anzulasten. Tatsache ist, dass Feminismus, Progressivismus, Frauenquoten, soziale Gerechtigkeit, Esoterik, soziale Konstruktion überwiegend in Gruppen gepfelgt werden, die eine linke Tradition besitzen und sich selbst als links bezeichnen.

          Die Rechte ist antiindividualistisch und die Linke i. w. S. auch. Individualismus ist eine Domäne der Liberalen.

          Hierzu auch Sargon von Akkad:

        • „Die “progressive Linke” kommt mir vor wie eine neue Strömung der Rechten, die unter falscher Flagge segelt, und die übliche Weltanschauung der Rechten — Ungleichheit der Menschen (jetzt: Privilegien für Frauen und “verfolgte Minderheiten”), Kollektivismus (Geschlechter, “soziale Gerechtigkeit”) und Irrationalismus (Esoterik, soziale Konstruktion, etc) verkauft.“

          Kommt mir mittlerweile ganz genauso vor.

          Zu dieser eigentümlichen und nicht von der Hand zu weisenden Ähnlichkeit ein Kommentar von Joe auf den Danisch Seiten, den ich bemerkenswert finde.

          http://www.danisch.de/blog/2015/09/02/dammbruch-an-der-uni-kassel-gender-gegen-wissenschaftsfreiheit/#comment-94943

          “ „Gleiche Methode. Zeigt wieder mal, wie sehr sich links- und rechtsradikale Gruppen gleichen.“

          Den Nationalsozialismus nach “rechts” zu stellen war nichts weiter als ein rhetorischer Trick von Sozialisten, um weiter straffrei linksextrem sein zu können. Nur weil man es mal braun, mal rot und mal grün anmalt, ändert sich doch an der grundlegenden Ideologie und der Art ihrer Umsetzung (Propaganda, Zensur, Hetzjagden, Massenmord, Völkermord) nichts.

          Der politische Begriff “rechts” ist im deutschen Sprachraum absichtlich komplett sinnentleert worden. Politische Positionen, die man in anderen Ländern unter “right-wing” subsumiert, existieren schlicht überhaupt nicht, sind in keiner Hinsicht durch Parteien repräsentiert.

          Die hiesige politische Kultur sehe ich als durchgängig linksextrem auf einen Punkt gleichgeschaltet mit einem Pseudo-Spektrum auf der orthogonalen Achse liberal – autoritär. Wobei sich Linke dann gern liberal geben, aber autoritär handeln: Logisch, daß sie dann wie Nationalsozialisten aussehen, denn die waren genau autoritär, genauso wie die SED im gescheiterten Nachfolgestaat.“

        • @adrian
          Die politische Linke entstand im Zuge der epochalen Umwälzung als das Bürgertum als „dritter Stand“ die Macht des Feudalismus brach und herrschend wurde. Handel, das moderne Rechtssystem und Naturwissenschaft und Technik waren die Mittel. Die Rechten oder Reaktionäre waren der Adel und der Klerus, die ihre „göttliche Ordnung“ verloren.
          Der Liberalismus ist ein politischer Ausdruck der rein linken Werten des Bürgertums.
          Erst dann kamen die Kommunisten, die eine weitere Revolution machen wollten, nach dem vorangegangenen Muster. Ironischerweise bedienten sie sich dabei aber reaktionärer Mittel, so wurde die Philosophie der „göttlichen Ordnung“ als „dialektischer Materialismus“ wieder aufgelegt.
          Mit anderen Worten: Der Kommunismus ist gar nicht „links“, sondern rechts zu verorten.

          „Ja, man kann natürlich versuchen alles Übel der Linken, das einem nicht passt, den Rechten anzulasten.“

          Ich meine das wirklich ernst. Das soll kein Umdefinieren sein, wie´s mir in den Kram passt.
          Vielleicht ist „liberal“ aber eine leicht bessere Bezeichnung als „links“.
          Auf die entscheidene Bedeutung der Idee des Egalitarismus für Linke/Liberale hat der Sargon ja wiederholt hingewiesen, der hat da natürlich vollkommen recht (gutes Video!).

          @petpanther
          „Zu dieser eigentümlichen und nicht von der Hand zu weisenden Ähnlichkeit ein Kommentar von Joe auf den Danisch Seiten“

          Vorsicht, das ist das typische rechte Geschwurbel, die den NS als eigentlich „links“ hinstellen will. Aber die NS-Ideologie, der unverhohlene Rückgriff auf die römische Antike mit dem Absolutheitsanspruch der römischen Kaiser, ist natürlich rein rechts (Faschismus). Oder sollte das Imperium links gewesen sein, weil „Brot und Spiele“ so wunderbar sozialistisch gewesen seien?

        • Adrian schrieb:

          „Nein, das sind Werte der Liberalen. De Linke i. w. S. ist mit dem Sozialismus/Kommunismus entstanden, einer zutiefst kollektivistischen Ideologie.“

          Das ist natürlich Adrians übliche anti-linke, radikal-liberale Propaganda. Alles was nicht radikal-liberal ist, sei „kollektivistisch“.
          In Wahrheit hat es selbstverständlich immer libertäre und antiautoritäre sozialistische und kommunistische Strömungen gegeben (z.B. Anarchismus, Syndikalismus, libertärer Marxismus – alle mit zahlreichen Unterströmungen). Ein großer Teil der sozialistischen/kommunistischen Arbeiterbewegung war in diesem Sinne libertär und antiautoritär, konsequent demokratisch und mit einer hohen Wertschätzung für individuelle Freiheit.
          Auch in der zeitgenössischen radikalen Linken existieren zahlreiche libertär-sozialistische Strömungen und spielen eine zunehmend größere Rolle.

          Auch der ursprüngliche französische Poststrukturalismus war – trotz seines kritikwürdigen Hanges zum Relativismus – im Wesentlichen antiautoritär. Erst im Zuge einer einseitigen, selektiven und dogmatischen US-amerikanischen Rezeption des Poststrukturalismus entstanden Political Correctness, Gender Studies, Multikulturalismus, Identity Politics etc. als autoritäre Ableger des US-amerikanischen (nicht des ursprünglichen französischen) Poststrukturalismus.

          Des Weiteren ist Adrians Behauptung natürlich auch im Hinblick auf das gemäßigte linke Lager falsch, wo es von jeher Linksliberale gab und auch auf echte traditionelle Sozialdemokraten (wie z.B. Schoppe) passt seine Beurteilung nicht.

          Liberale haben eine Wertepräferenz für den Wert Freiheit, Linke haben eine Wertepräferenz für den Wert Gerechtigkeit, Koservative haben eine Wertepräferenz für den Wert Sicherheit.

          Verbindet sich die linke Wertepräferenz für den Wert Gerechtigkeit in stärkerer Weise mit der liberalen Wertepräferenz für den Wert Freiheit, dann begünstigt dies die Entstehung einer freiheitlich-linken Strömung.
          Verbindet sich die linke Wertepräferenz für den Wert Gerechtigkeit in stärkerer Weise mit der konservativen Wertepräferenz für den Wert Sicherheit, dann kann dies die Entstehung einer autoritären linken Strömung begünstigen. Und darum finden sich in autoritär-linken Strömungen in der Tat oft eine ganze Reihe konservativer/rechter Elemente, während sich in freiheitlich-linken Strömungen eine ganze Reihe liberaler Elemente finden.

        • Der von Petpanther zitierte Kommentar ist typische rechte Verdummungspropaganda.
          Der „Der Nationalsozialismus war links“-Diskurs ist wesentlicher Bestandteil der rechten Variante der Political Correctness, mit dessen Hilfe die politische Rechte kulturelle Hegemonie anstrebt.
          Ideen- und sozialgeschichtlich absoluter Blödsinn, denn die nationalsozialistische Ideologie diente der Zerschlagung der klassischen Arbeiterbewegung, hatte die Funktion Ausbeutung und Klassenteilung durch das Konstrukt der „Volksgemeinschaft“ zu verschleiern, die klassische strukturell-soziologische Kapitalismuskritik der Linken durch Antisemitismus zu ersetzen und den Klassenkampf von unten zum Erliegen zu bringen und eine Ideologie des Rassenkampfes an dessen Stelle zu setzen.
          Und genau darum ist der Nationalsozialismus auch von den ökonomischen Eliten gefördert worden.

        • Mal ganz abgesehen davon, dass die Nationalsozialisten Kommunisten und andere Linke verfolgt und in Lager gesteckt haben – und nicht Rechte.

          Die rhetorischen Verrenkungen, mit denen sich viele abmühen, die aberwitzige These zu legitimieren, der Nationalsozialismus sei „links“ gewesen, sind ja durchaus faszinierend zu beobachten, aber ich frage mich, wie viele von denen, die damit herumkaspern, ihren eigenen Quatsch glauben und wie viele einfach nur auf Dummenfängerei gehen wollen. Offenkundig sind Nazis und andere Rechtsextremisten für viele Rechte derart peinlich, dass sie keinen anderen Weg sehen.

        • @les
          „Auch der ursprüngliche französische Poststrukturalismus war – trotz seines kritikwürdigen Hanges zum Relativismus – im Wesentlichen antiautoritär.“

          Diese Philosophie war so besessen von der Idee von Macht, so dass es kein Wunder nehmen kann, dass ihre Adapten heute hyper-autoritär daherkommen.

          Die Erfahrung mit den Nietzsche und Konsorten-Interpreten hätte damals ja schon klar zeigen müssen, wohin die Reise mit dem „Poststrukturalismus“ geht.

          Die ganze Vorstellung von „antiautoritär“ ist absurd und paradox. Diese Haltung ist nur gut, wenn man eine bestehende Autorität radikal angreifen will und durch eine eigenmächtige Willkür ersetzen will. Denn wer gar keine Autorität anderer anerkennen will, kann nur meinen die eigene an absoluter Stelle gesetzt zu sehen.

  2. Das Konzept einer „Moralpanik“ scheint mir für das Verhalten von (mehr oder weniger organisierten) Menschengruppen mit politisch-weltanschaulicher Ausrichtungvon zentraler Bedeutung zu sein, mit fast unendlichen Anwendungsmöglichkeiten.
    Gruppen schliessen sich zusammen und werben für einen moralischen Konsensus, der vorschreibt, was zu tun ist. Im Grunde ist das erstmal ein demokratischer Prozess. Dann aber entgleitet der Prozess und es findet die Steigerung eines Konsensus in eine „Panik“ statt, die eine Moral dann irrational überhöht und so kopflos Schaden anrichten kann.

    Auch wenn das von „Massenhysterie“ wegen der spezifischen Zielsetzung abzugrenzen wäre – die Mechanismen sind bestimmt die selben.

    Ein alter, interessanter Klassiker dazu aus der Mitte des 19. Jhr:
    https://en.wikipedia.org/wiki/Extraordinary_Popular_Delusions_and_the_Madness_of_Crowds

    • Hm, „Antifa“ passt da nicht so sauber rein, imho, weils mehr eine Organisation ist. Das Mindset aber („alles Faschisten, erkennt man ja schon daran, dass sie nicht unsere neue Sprachregelung von vor fuenf Minuten verwenden“) aber definitv.

      • @ keppla

        „Hm, “Antifa” passt da nicht so sauber rein, imho, weils mehr eine Organisation ist.“

        Antifa ist keine Organisation, sondern eine Szene, die aus mehreren Unterströmungen und einer Vielzahl von Gruppen besteht. Unter manchen Antifa-Gruppen gibt es Vernetzungen, unter anderen nicht.
        Manche Antifa-Gruppen vertreten rationale und humanistische Standpunkte, andere sind einseitig, irrational und autoritär und manche liegen irgendwo dazwischen. Manche Antifa-Gruppen können dem freiheitlich-sozialistischen Spektrum der Linken zugeordnet werden, andere sind faktisch autoritär (unabhängig davon, wie sie sich selbst definieren).
        Erst Recht können sich Antifa-Aktivisten als Individuen in ihren Einstellungen deutlich unterscheiden, z.T. auch innerhalb einer Gruppe.

        Negative Phänomene, die in der Antifa-Szene vorkommen können, resultieren oft daraus, dass es sich zwar nicht ausschließlich, aber wesentlich um eine Szene mit einen jugendsubkulturellen Charakter handelt. Manche Antifa-Gruppen und Antifa-Aktivisten fallen auf politisch korrekten Blödsinn rein, bei anderen spielt dies keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Gewaltbereit ist nur eine Minderheit von Antifa-Aktivisten, aber die Gewaltbereitschaft dieser Minderheit ist selbstverständlich scharf zu kritisieren.

        Antifa passt nicht in die Aufzählung, weil die Antifa-Szene zu viele verschiedene Einstellungen umfasst, keine einheitliche Ideologie oder Strategie aufweist und sich in ihr rationale ebenso wie irrationale Tendenzen finden.

        • Ich wollte nicht sagen, dass die Antifa ein eingetragener Verein ist. Ich sehe auch, dass Organisation sicher nicht das beste wort war, worauf ich aber rauswollte ist, dass die Antifa, vonmiraus als Metagruppe oder Szene oder wasweisich eine andere Kategorie von Ding ist als z.B. „Die Angst vor Paedophilen“ oder „Die Hysterie um fiktive Vergewaltigungsfraternities“.

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