Crumar und Teardown zum Gender Pay Gap

Kommentator Cumar hat einiges zum Gender Pay Gap geschrieben:

In einem ersten Kommentar:

Die legendären 23% waren eine Lüge und selbst die Aussage, es handle sich um 8% unterschlägt die getätigte Einschränkung, es handle sich um eine HÖCHSTGRENZE.

Weil für viele Faktoren, die diese Differenz messen und erklären könnten ganz einfach keine Zahlen vorliegen.

Das ist aber gar nicht das entscheidende Problem, sondern ich nenne hier mal drei gruselige Details, die in der Regel komplett unter den Tisch fallen:

1. Frauen studieren an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes vorbei. Ob Kunst- und Literaturwissenschaft, gender studies – all das sind *keine* Studiengänge, mit denen in Zukunft mehr finanziert werden kann als das eigene Leben.
Und das nicht eben sicher.

Wovon soll eigentlich eine “gleichberechtigte Partnerschaft” mit Kind oder Kindern finanziert werden?
Wer diesen Anspruch großmäulig vor sich her trägt, sollte auch *gleichberechtigt* in der Lage sein, die ökonomischen Bürden zu tragen. Das wäre ECHTE Gleichberechtigung und echte EMANZIPATION.

Es ist aber offensichtlich, dass weiblicher Kinderwunsch – und Kinder verursachen Kosten – sich damit ohne männliche Finanzierung gar nicht realisieren lässt.
Ohne den finanziellen Support eines Mannes oder des Staates blieben diese Frauen ohnehin kinderlos, weil sie sich ein (1) Kind gar nicht leisten könnten.

2. Die Zahl der Studentinnen hat sich in 30 Jahren verdreifacht, ihre Studienwahl ist jedoch identisch geblieben.

Was demnach heißt, wenn der Frauenanteil im Studienfach Germanistik bei 75% liegt, dann werden auch drei Mal so viele Frauen Germanistik studieren.
Wenn 1985 die Zukunftsaussichten für Germanistinnen nicht eben rosig waren, wie werden diese sein, wenn sich ihre Anzahl VERDREIFACHT hat!?

Der gesellschaftliche Bedarf für die Qualifikation dieser Frauen existiert nicht PUNKT
Es spielt keine Rolle, ob sie einen Master hat oder in diesem Fach promoviert; die Qualifikation ist wertlos.
Die *gesellschaftlichen* Konsequenzen für die *individuelle* Wahl dieses Studienfachs nach Neigung werden natürlich sein, dass irgendwelche ABM-Stellen für diese Frauen geschaffen werden müssen (s. den Vorstoß von Schwesig in Sachen Gleichstellungsbeauftragten).

Und damit sind wir beim uralten Thema: Männer finanzieren durch Selbstverpflichtung die Selbstverwirklichung von Frauen.
Dass nennen wir NOCH nicht Prostitution, weil es zur reinsten Selbstverständlichkeit geworden ist, dass Männer arbeiten gehen und SELBSTVERSTÄNDLICH das Produkt ihrer Arbeit teilen – mit einer Frau, die das als SELBSTVERSTÄNDLICH ansieht.

Wenn Männer endlich anfangen, diesen irren, konditionierten Altruismus in Frage zu stellen, wird es noch sehr lustig in dieser Gesellschaft.

Ich habe überhaupt nichts dagegen mit Armen zu teilen, mit Kranken, mit Flüchtlingen etc..
Ich habe allerdings etwas dagegen, wenn mir Geld aus der Tasche gezogen wird für Frauen, die – bei völliger Wahlfreiheit – Entscheidungen für ihr Leben treffen, beim Eintritt der absehbaren (!!!) Konsequenzen jedoch auf Unmündigkeit plädieren.

Und betont: Es liegt nicht daran, dass ich/die Gesellschaft/das Patriarchat Frauen nicht genug “wertschätzen” und deshalb ihre Arbeit so gering bezahlt wird, sondern der Markt verfährt konsequent nach Angebot und Nachfrage. Wird eine Qualifikation nicht nachgefragt sinken die Preise, steigt dann das Angebot weiter, fallen sie ins Bodenlose.

3. Konsequenterweise verzichten Frauen im Studium komplett auf die Entwicklung einer Gehaltsvorstellung für das erste Vorstellungsgespräch.

In den Köpfen von Frauen ist noch immer nicht angekommen, was Selbst*verantwortung* wirklich heißt, weil Selbst*verpflichtung* historisch nicht weiblich war.
In ihren Köpfen ist daher – ich möchte fast sagen STRUKTURELL – verankert, es gibt in ihrer eigenen Zukunft einen Plan B, der es ihnen ermöglicht, diese Verantwortung abzugeben.

Und Plan B, die angestrebte Delegation dieser Verantwortung auf die Gesellschaft/Männer ist der wahre Grund, warum sich zuerst “die Gesellschaft” ändern muss.
Weil diese eben beschriebenen Frauen gar nicht vorhaben, sich tatsächlich zu emanzipieren.
Diese Frauen brauchen TRADITIONELLE Verhältnisse und Männer in TRADITIONELLEN Rollen, anders wäre ihre Lebensplanung gar nicht zu realisieren, weil diese nicht finanzierbar ist.

Irgendwann muss dieser Betrug und Selbstbetrug eigentlich auffliegen – alles nur eine Frage der Zeit.

Und in einem weiteren Kommentar:

Das praktische ist, ich brauche eigentlich nur noch copy&paste für meine Antwort – hier zur Situation in den USA:

“Frauen – das macht es mit der hiesigen Situation vergleichbar – haben sich in der Wahl der Studienfächer nicht geändert:

“As may be expected, women do still dominate many of the traditionally “soft” majors. On the list of women’s most popular majors, education (No. 4), English (No. 9) and liberal arts (No.10) rank far above their positions on men’s list. These fields of study lend themselves to careers like teaching, writing and editing, public relations or sales. While there are well-paid positions in these fields, median salaries range between $35,000 and $55,000.
Interestingly, the appeal of studying education seems to be slipping. Over the last decade education degrees have decreased 3%, though women still dominate the major and receive 85.4% of education degrees.”

Was sie hier auslässt: Auf Nr. 5 Psychologie mit einem Frauenanteil von 77% und im Vergleich zu den Männern (Hervorhebung von mir):

“However, men still dominate many of the majors with the highest earning potential. Engineering ranks at No. 3 on the list of men’s most popular majors, and 83.2% of students in the major are men. Meanwhile, it is absent from women’s top-10 list (!!!). The Bureau of Labor Statistics (BLS) expects the field of engineering to grow 11% by 2018 and estimates it pays an average $132,000 to the top 10% of workers.
Similarly, men make up the vast majority (82.4%) of computer and information science majors. This is another field that will be in demand and well-paid. The BLS projects job openings for computer and information scientists will increase 24% in the next decade. Top talent earns an average of $155,000.”
http://www.forbes.com/2010/08/10/most-popular-college-degrees-for-women-forbes-woman-leadership-education-business.html?boxes=Homepagechannels

Hier kann man a. an den Gehältern deutlich erkennen, das Gejammer über den “gender pay gap” wird auch in Zukunft bleiben. Und b. ist interessant, die Formulierungen “grow” und “increase” werden bei den Frauenstudiengängen nicht verwendet. Warum wohl? 😉
Weiterhin ist c. ein schönes Detail am Rande, dass der Frauenanteil an “computer and information science” noch geringer wäre, hätte man statistisch nicht auch “Web page, digital/multimedia and information resources design” und “Computer graphics” dazu gezählt. http://nces.ed.gov/programs/digest/d12/tables/dt12_317.asp

Man kann also ernüchtert feststellen, dass sich nicht viel geändert hat und eine Erklärung für diese Stagnation ist eben aus meiner Sicht, es gibt für das weibliche “Projekt Selbstverwirklichung” im Hirn der Frauen einen zukünftigen Finanzier.
Der sozusagen das “bail out” (Anm.: bei der Zurückzahlung der oft horrend hohen Studienkredite) bewerkstelligt – entweder ein er oder Papa Staat.
Bzw. einen Plan B für das weitere Leben, den Männer nicht haben und der ihnen vorenthalten wird.
Wesentlich bequemer, weil unkritischer und auch im Einklang mit dem sehr positiven Selbstbild von Frauen in den USA ist allerdings, dies auf Diskriminierung und Geschlechterstereotype zurückzuführen. D.h. in diesem Sinne verrichtet der Feminismus einen prima Job: Er erzählt Frauen, was sie gerne über sich hören wollen. “Ich bin nicht schuld, sondern die Gesellschaft (Patriarchat)” – feministischer Ausredenkalender.

Du schreibst: “Das Entschuldigungsmuster ist nicht neu, aber dieses Verhalten ermöglicht diese unverantwortlichen Frauen erst, was dich dann zu einem Teil des Problems macht.”

Das ist richtig. Aber was soll man machen? Männern raten, sich lieber nicht in eine Frau zu verlieben, die Germanistin ist? Oder sich eher einen Knoten in den Schwanz zu machen, als eine Frau zu vögeln, die liberal arts studiert hat?
Männer SIND Teil des zukünftigen Problems; das halst man ihnen ohnehin auf (entweder per Beziehung/Ehe oder über Steuern – so oder so, die materiellen Transfers gehen in *eine* Richtung). So lange dies gesellschaftlich gewährleistet ist, brauchen sich Frauen auch nicht zu ändern/zu emanzipieren.

Man kann m.E. Männer nur aufklären und ihnen raten, Frauen und die Perspektiven einer Beziehung mit ihnen knallhart realistisch zu sehen.
Es wäre schön, wenn Männer lernen würden Forderungen zu stellen und sich die Bedingungen einer Beziehung und ihre Zukunft nicht diktieren ließen.”

Teardown ergänzte noch:

>>”Als gäbe es keine BWL-, Jura-, Medizin-, Pharmazeutik-, etc. -Studentinnen, sondern nur diese klischeehaften Kunst- oder Literaturwissenschaftsstudentinnen.”

Und in all diesen Studiengängen wählen Frauen weit überwiegend Spezialisierungen, deren Einkommenskorridore kleiner sind als jene, die weit überwiegend Männer wählen. Ich kann z.B. für meine BWL sprechen: Der Steuer/Controlling-Master war zu 90 Prozent männlich, der Distributions/Marketing-Master war zu ca. 75 Prozent weiblich.

Marketing ist das schlechtentlohnteste Spezialisierung in der BWL, Rechnungslegung hingegen zum gehobenen Mittelfeld.

Das ist ja nun auch wirklich sattsam bekannt, dass Frauen nicht nur andere Fächer, sondern auch innerhalb der Fächer anders (also weniger Arbeitsmarktorientiert) spezialisieren als Männer.

Sie können es sich einfach leisten!