Ashley Madison Datenklau

Ashley Madison ist ein „Fremdgehportal“, also ein Portal, bei dem Seitensprünge organisiert werden konnten.

Hacker haben die Benutzerdaten abgegriffen und versucht haben das Portal zu erpressen. Diese zahlten wohl nicht und die Daten wurde veröffentlicht.

1. Analyse der Daten

Damit ergab sich natürlich auch eine interessante Möglichkeit die Daten zu analysieren. Die Ergebnisse bestätigen eindrucksvoll die Unterschiede zwischen Männer und Frauen was das Interesse an „Casual Sex“ angeht:

What I discovered was that the world of Ashley Madison was a far more dystopian place than anyone had realized. This isn’t a debauched wonderland of men cheating on their wives. It isn’t even a sadscape of 31 million men competing to attract those 5.5 million women in the database. Instead, it’s like a science fictional future where every woman on Earth is dead, and some Dilbert-like engineer has replaced them with badly-designed robots.

Those millions of Ashley Madison men were paying to hook up with women who appeared to have created profiles and then simply disappeared. Were they cobbled together by bots and bored admins, or just user debris? Whatever the answer, the more I examined those 5.5 million female profiles, the more obvious it became that none of them had ever talked to men on the site, or even used the site at all after creating a profile. Actually, scratch that. As I’ll explain below, there’s a good chance that about 12,000 of the profiles out of millions belonged to actual, real women who were active users of Ashley Madison.

Neben anderen Belegen ist insbesondere dieser hier aussagekräftig:

Then, three data fields changed everything. The first field, called mail_last_time, contained a timestamp indicating the last time a member checked the messages in their Ashley Madison inbox. If a person never checked their inbox, the field was blank. But even if they’d checked their messages only once, the field contained a date and time. About two-thirds of the men, or 20.2 million of them, had checked the messages in their accounts at least once. But only 1,492 women had ever checked their messages. It was a serious anomaly.

Und etwas später heißt es:

Overall, the picture is grim indeed. Out of 5.5 million female accounts, roughly zero percent had ever shown any kind of activity at all, after the day they were created.

The men’s accounts tell a story of lively engagement with the site, with over 20 million men hopefully looking at their inboxes, and over 10 million of them initiating chats. The women’s accounts show so little activity that they might as well not be there.

Sure, some of these inactive accounts were probably created by real, live women (or men pretending to be women) who were curious to see what the site was about. Some probably wanted to find their cheating husbands. Others were no doubt curious journalists like me. But they were still overwhelmingly inactive. They were not created by women wanting to hook up with married men. They were static profiles full of dead data, whose sole purpose was to make men think that millions of women were active on Ashley Madison.

Es haben sich hier also ein paar Millionen Männer um ein paar Tausend Frauen bemüht, Frauen waren im wesentlichen nicht interessiert, diese Möglichkeit zu nutzen, obwohl sie im Gegensatz zu den Männern nichts dafür zahlen mussten. Eigentlich ein guter Grund die Seite wegen Betrugs zu verklagen, denn es wurde anscheinend im großen Stil vorgetäuscht, dass Frauen auf dem Portal vorhanden sind. Allerdings ist eine Klage gegen eine Seite, auf der man Ehebruch begehen wollte, wahrscheinlich für die meisten der Männer uninteressant.

Natürlich kann es sein, dass Frauen eher andere Möglichkeiten nutzen, aber der Unterschied wird anhand des Zahlenverhältnis deutlich und bestätigt andere Experimente. Der ausgeprägtere Sextrieb der Männer macht sich bemerkbar.

Es macht auch deutlich, wie einfach es ist für eine Frau an Sex zu kommen: 20 Millionen Männer warteten nur darauf, dass sich dort mal eine tatsächliche Frau findet. Bei einer vergleichbaren Quote im umgekehrten Fall würde der entsprechende Mann wahrscheinlich sehr sehr beschäftigt sein.

Ein anderer Artikel drückt es wie folgt aus:

Plenty of married men lament that they are no longer able to go after anything with nice legs. But women are much more prone to saying, “I’m so glad I’m not on the dating scene anymore.”

It’s not that women don’t commit adultery as often because they are happier in their marriages than men are. In fact, women are more likely to be the ones initiating divorce nowadays. But women know that casual (or anonymous) sex is not going to make them any happier. Research shows that women who have multiple partners are more likely to be depressed. And cheating on their husbands with a guy they met online is certainly not going to fill the hole of whatever was missing from their marriages.

The men on Ashley Madison may have been living in a fantasyland, but if they read the media’s messages on women and sex, they might have had good reason to do so. Since the “expert” view is now that gender is a social construct, men might wonder why women don’t act more like them. They are told it’s because of society’s backward patriarchal views that women don’t want to be seen as slutty.

So voilá! We have a website that will allow women to cheat without all those judgmental eyes on them. And behind those closed doors . . . women aren’t interested.

Sorry, guys. The Internet can do a lot of things, but it’s not going to change human nature.

Durchaus passend. Es ist eben nicht die soziale Konstruktion der Geschlechter, die Frauen zurückhält, sie haben schlicht weniger Interesse an anonymen Sex mit unbekannten Männern, die sie nur über ein paar Fotos und ein Internetprofil kennen.

2. Moralisches 

Was soll man moralisch sowohl zu einer Fremdgehseite und einem Hack einer Fremdgehseite sagen?

Natürlich ist es sowohl verwerflich, seine Partner zu hintergehen (sofern man nicht als Single oder jemand in einer offenen Beziehung auf der Seite war) als auch solche Daten aus Profitgier ins Netz zu stellen. Man kann hier natürlich vertreten, dass Leute, die ihre Partner betrügen es eben verdient haben und so auch die Partner die Wahrheit erfahren. Aber andererseits geht es eben auch niemanden etwas an, wie Leute ihre Ehe leben und ob Partner vielleicht bewußt weggeschaut haben, weil sie wussten, dass der andere mehr Sex braucht als sie (das wird der geringere Teil sein, aber dennoch) oder aber Ehekrisen auszulösen, die ansonsten vielleicht nicht entstanden wären.

Kommentator David meinte noch das Folgende:

Was haltet ihr eigentlich von dem Ashley Madison – Leak?

Natürlich hochkriminell, aber ein gewisses Maß an Schadenfreude gegenüber Plattform und Nutzern kann ich nicht ganz verhehlen.

40 Millionen Nutzer sind schon ne Hausnummer, das betrifft also eine erhebliche Menge an Paaren, bei denen gerade die Scherben fliegen dürften.
Ich könnte mir zwar vorstellen, dass die Seite mehr männliche Nutzer hat (Frauen müssen zum Fremdgehen ja eher passiv bloß auf eine Gelegenheit warten, oder sich ein wenig offenherziger geben) – aber dafür werden es auch wesentlich mehr Männer sein, die findig genug sind um sich den Leak zu ziehen. Es müssen also vermutlich vor allem untreue Frauen um ihr Geheimnis bangen.

Vielleicht aber auch die Chance für den einen oder anderen gefriendzoneten Nerd, seiner heimlichen Liebe die Wahrheit über ihren Stecher zuzuspielen?

Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, da einige Ehen daran gescheitert sind. Bei der entsprechenden Anzahl von Nutzern werden sicherlich auch einige Leute gefunden worden sein und ihre Partner werden sicherlich nicht erfreut gewesen sein. Wobei es heutzutage ja auch einfach ist, eine Emailadresse zu haben, die nicht ohne weiteres zu dem realen Namen zurückzuverfolgen ist. Angeblich sollen ja aber viele auch ihre Arbeitsemail verwendet haben, wohl weil sie eben davon ausgingen, dass ihre Partner diese eben nicht am heimischen PC abrufen können und die Chance eines Auffliegens so geringer ist. Was ein erstaunliches Vertrauen in den Arbeitgeber offen legt.

Ich persönlich würde es erbärmlich finden, solche Informationen aus einem Hack weiterzuleiten, jedenfalls wenn man meint, dass die Beziehung ansonsten in Ordnung ist und man nichts weiter über seine Aktivitäten dort weiß. Ich jedenfalls würde nicht nach mir bekannten Personen in der Datenbank suchen.

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52 Gedanken zu “Ashley Madison Datenklau

  1. Ich glaube Frauen sind allgemein ja kaum auf Onlineportale angewiesen, ausser sie entsprechen nicht den üblichen Schönheitsidealen. Dass die Verteilung bei Ashley Madison so extrem ist (Falls tatsächlich auch weibliche Profile geleakt wurden; anfangs drohten die Hacker ja nur mit der Auslieferung der männlichen Accounts; weil die ja die „echten“ Arschlöcher seien) hätte ich aber nicht gedacht.

    Grundsätzlich aber nur ein weiterer Grund nicht zu heiraten; es scheint viele Männer in Ehen zu geben, die mit ihrem Sexleben nicht zufrieden sind, aus welchen Gründen auch immer.

    • @toxicvanguard

      „Grundsätzlich aber nur ein weiterer Grund nicht zu heiraten; es scheint viele Männer in Ehen zu geben, die mit ihrem Sexleben nicht zufrieden sind, aus welchen Gründen auch immer.“

      Das würde erst einmal gegen exklusive Beziehungen an sich sprechen. Allerdings nur dann, wenn es einen anderen Weg geben würde, sonst ein zufriedeneres Sexleben zu haben. Und das ist eben für die meisten Männer nicht der Fall: Beziehungen sind abgesehen von Männern, die sehr gut mit Frauen sind oder eben sehr gut aussehen der Weg über den Männer den meisten Sex erhalten. Einmal die Woche schlägt eben problemlos die 2 ONS pro Jahr als Single, die viele Singles noch nicht einmal haben.

      Hinzu kommt, dass viele Männer eben schlicht ein höheres Interesse an Abwechselung haben.

      Exkusive Beziehungen mögen nicht eine optimale Umsetzung männlicher Sexualvorstellungen sein, stellen aber unter Betrachtung aller Umstände für Männer die üblicherweise effektivste Umsetzung dar. Natürlich sieht man auch anhand der umfangreichen Sexindustrie oder eben an „Seitensprungportalen“ oder eben nur an konventionellen Seitensprüngen, wie man beide Welten zu vereinbaren versucht: Die exklusive Beziehung, deren Ausbrüche der andere eben schlicht nicht mitbekommen soll.

      • Ich teile deine Einschätzung; das viele Männer gar keine andere Optionen haben werden; gleichzeitig bezweifle ich aber auch, dass fast kein Sex (i.e. die 1/Monat oder weniger für länger verheiratete Männer) und sehr oft schlechter Sex eine formale Beziehung wie die Ehe/Konkubinat wert ist. Dann noch viel eher einfach eine reguläre Langzeitbeziehung; generell wird bei dem Beziehungsstatus gelten, je sicherer die Frau sich des Mannes sein kann, desto schlechter und seltener wird der Sex.

        Klar, je nach Land und Moralvorstellungen wird die Prostitution wegfallen; so viele Optionen gibt es schlich nicht; was bleibt ist die Pornografie und neue Entwicklungen wie VR-Sex und später vielleicht Sexbots. Mit steigender weiblicher Hypergamie wird sich die Zahl an Männern, die sowieso keinen Zugriff auf „echte“ weibliche Sexualität haben zwangsweise weiter erhöhen.

        • @toxivanguard

          „gleichzeitig bezweifle ich aber auch, dass fast kein Sex (i.e. die 1/Monat oder weniger für länger verheiratete Männer) und sehr oft schlechter Sex eine formale Beziehung wie die Ehe/Konkubinat wert ist. Dann noch viel eher einfach eine reguläre Langzeitbeziehung; generell wird bei dem Beziehungsstatus gelten, je sicherer die Frau sich des Mannes sein kann, desto schlechter und seltener wird der Sex.“

          ich habe auch nicht gesagt, das das der einzige Grund ist. Eine Beziehung bietet neben Sex natürlich auch Verbundenheit, Liebe, gegenseitig um einander kümmern und eine Familie. Und gerade da wollen es eben viele auf eine festere Basis stellen. Das ist aus meiner Sicht auch verständlich: Die Ehe ist in gewisser Weise ja auch ein costly signal dafür, dass man tatsächlich langfristig mit dem anderen zusammen sein will und das verbessert die Basis für Kinder.

          Zudem spielt hier eben auch das engere Zeitfenster für Frauen hinein: Ab einem gewissen Alter sinkt die Fruchtbarkeit. Will man also Kinder in einer festen Partnerschaft dann muss man sich sicher sein, dass der andere auch wirklich langfristig mit einem zusammen sein will und etwas gemeinsames aufbauen will.

          Dessen ungeachtet muss der Sex in einer Beziehung eben auch nicht schlecht sein. Vielen Männern ist neben der emotionalen Verbindung die Zeit des frustrierenden Suchens sicherlich noch gut in Erinnerung.

        • @ Christian

          Ich würde auch sagen, dass die traditionelle Ehe die sicherste Institution für Kinder ist (auch wenn ich diese Form aus den oben genannten Gründen ablehne); das macht sie aber für den Mann nicht positiver, ausser das Wohl seiner Kinder steht weit über seinem eigenen, was bei konservativen Konstrukten natürlich immer der Fall ist.

          Das ändert aber wenig daran, dass der Sex in Ehen für Männer verhätnismässig schlecht ist, in normalen Beziehungen wahrscheinlich im Schnitt etwas besser ist. Man sollte also gute Gründe haben eine Ehe einzugehen (Kinderwünsche werden zentral sein), da diese Entscheidungen meistens ein sehr schlechtes Sexleben zur Folge haben wird. Gesellschaftlich wird ja weiterhin so getan, wie wenn das Gegenteil davon der Fall wäre, was zu dem Problem führt, was Ih beschreibt; der Mann hat alles für die Frau getan (zumindest aus seiner Sicht), damit sie sich möglichst sicher fühlt und stellt sich nun vor, dass das Sexleben wie vorher weiter geht bzw. noch besser wird; obwohl das natürlich oft das genaue Gegenteil bewirkt.

      • „Einmal die Woche schlägt eben problemlos die 2 ONS pro Jahr als Single, die viele Singles noch nicht einmal haben.“

        Es ist natürlich schwer, an Daten dazu zu kommen. Aber so weit ich das aus den mir bekannten Ehen (unserer Generation, früher war das anders) erfahren konnte, ist da 2 x mal im Jahr Sex schon eher viel. Erschreckend viele hatten seit Jahren gar keinen Sex.

        Das Problem scheint auch nicht zu sein, dass die Ehe mit der männlichen Sexualität inkompatibel wäre. Meinem Eindruck nach schätzen Männer die Bequemlichkeit. Die Monogamie ist mit der weiblichen Sexualität inkompatibel. Frauen haben keine Lust auf Kerle, derer sie sich sicher sein können.

        • @LH

          Ja, zwei ONS pro Jahr ist schon sehr hoch gegriffen. Die meisten Männer haben in ihrem Singleleben schlicht eine lange sexlose Zeit.

          Und in der Tat ist eine Beziehung in der Hinsicht bequem. Ich würde auch nicht von Inkompatibilität sprechen, es ist schlicht ein Kompromiss, die Zustände hier sind nicht binär, also 0 oder 100%. Es ist genau wie beim Gehalt. Natürlich hätte man gern 20.000 Euro netto im Monat. Aber die sind eben unrealistisch. Insofern findet man sein bestehendes Gehalt häufig fair angesichts der bestehenden Möglichkeiten.
          Würde nun ein Mann plötzlich reich und/oder berühmt, dann mag sich die Bewertung ändern, genau wie bei einer Frau, die schöner wird.

          Das Frauen keine Lust auf Kerle haben, derer sie sich sicher sein können, ist auch wieder so eine Verallgemeinerung, die ich nicht teile, die aber typisch „red pill“ ist. Natürlich bedient „dread game“ bis zu einer gewissen Weise Attraktion und sexuelles Verlangen. Aber das bedeutet nicht, dass Frauen keine Sicherheit haben wollen oder gar unsichere Kerle vorziehen oder noch fälscher nur die unsicheren wollen. Genug Frauen ist ein Player schlicht zu anstrengend.

        • Die „2 mal im Jahr“ auf die ich mich bezog, war in der Ehe, nicht ONS. Was die „Sexquote“ im Single-Leben angeht, dürften die Zahlen viel damit zu tun haben, dass es die meisten Single-Männer überhaupt nicht ernsthaft probieren, geschweige denn gut darin werden. Man(n) träumt halt lieber vom Special-Snowflake, der schon irgendwann kommen wird und dann wird alles gut.

          Ein völlig unzugänglicher „Player“ mag tatsächlich für viele Frauen zu anstrengend sein. Wobei ich vermute, dass das umso mehr gilt, je mehr Frau Vorsorge für die Zeit ihrer verblühten Attraktivität treffen muss.

          Aber wie Du richtig sagst geht es nicht um schwarz/weiß und das gilt auch für die Frage der Sicherheit. Bei vielen mir bekannten Ehen funktionierte das mit dem Sex noch ganz gut, solange es eine monogame Langzeitbeziehung war. Es gibt auch in Beziehungen unterschiedliche Level an Sicherheit, die von „Fuckbuddy“ bis Ehe ansteigen. Und meine These ist, dass je weiter in Richtung Sicherheit, umso weniger Sex. Und vor allem: Männer, die eine Gleichung Ehe = sicherer Sex aufmachen, dürften böse überrascht werden. Das Performance-Erfordernis ist in der Ehe kaum geringer als beim ONS, nur dass die Bedingungen wegen ständiger Nähe und Vertrautheit eher ungünstiger sind. Beim Fuckbuddy wiederum sind die Bedingungen sehr günstig.

          Die Frage ist daher: Für wen lohnt sich Ehe überhaupt? Frauen leiden unter der Sexlosigkeit durchaus auch. Aber im Gegensatz zu Männern können sie gar nicht begreifen, warum sie keine Lust haben.

        • „Aber im Gegensatz zu Männern können sie gar nicht begreifen, warum sie keine Lust haben.“

          Das ist ein interessantes Phänomen, das ich auch aus einigen Beziehungen kenne. Heute ist mir die Antwort klar, ich hatte damals halt an „attraction“ verloren. Aber keine Frau konnte das sagen, bzw. Konsequenzen daraus ziehen, bis ich es tat.

    • Zitat toxicvanguard: „es scheint viele Männer in Ehen zu geben, die mit ihrem Sexleben nicht zufrieden sind, aus welchen Gründen auch immer.“

      Ich bin da zu dem düsteren Schluss gekommen dass Sex jenseits der Fortpflanzung den Männern nicht irgendeiner „Lusterfüllung“ dient, sondern schlicht Kompensation ist. Man (Mann) reagiert sich dabei einfach nur ab als Reaktion auf den extremen sozial-darwinistischen Druck in der Gesellschaft.
      Im Idealfall ist dieses Abreagieren für beide am Sex Beteiligte sehr befriedigend, weil weibliche Lust tendenziell masochistisch ist (ich, der ich mich aufgrund starker weiblicher Anteile als eine Art Hybrid betrachte, weiss über diesen Aspekt weiblicher Sexualität genau Bescheid). Dieser Idealfall ist aber eine seltene Ausnahmeerscheinung.
      Ich denke daher dass der stärkere Sexualtrieb bei Männern nicht genetisch bedingt ist, sondern Resultat davon ist dass Männer im evolutionären Kampf viel stärker gefordert worden und daher viel mehr zu kompensieren haben.
      In einer fiktiven Gesellschaft ohne evolutionären Druck würden Männer vermutlich einen ebenso „schwächer“ ausgeprägten Sextrieb haben wie Frauen.

      • „Ich denke daher dass der stärkere Sexualtrieb bei Männern nicht genetisch bedingt ist, sondern Resultat davon ist dass Männer im evolutionären Kampf viel stärker gefordert worden und daher viel mehr zu kompensieren haben.“

        Nettet These. Problem ist bloß, dass der Trieb zur Ejakulation zwingender Teil des evolutionären Kampfes beim Mann ist. Sexualität ist evolutionär nicht als Kompensation für Stress entstanden.

      • Dem kann ich so nicht wirklich zustimmen.

        Ein einfaches Argument gegen deine Theorie ist natürlich bereits Testosteron an sich. Obwohl Testosteron natürlich genau wegen intrasexueller Konkurrenz und Druck so funktioniert, reguliert Testosteron auch dein ganz primäres Verlangen, ohne auf intrasexuelle Konkurrenz im aktuellen Moment angewiesen zu sein.

        Sprich, auch wenn du tatsächlich keinem Druck ausgesetzt bist und z.B. ganz trivial gesagt regelmässig genug rotes Fleisch isst und Krafttraining betreibst, dann wird dein Organismus trotzdem vom einem Chemiecocktail überflutet werden, der alles möglich tun wird, sonstige Einflüsse und Gedanken beiseite zu schieben. Dieser Mechanismus macht natürlich um so mehr Sinn in einer stark sozialdarwinistischen Umwelt und ist nicht mehr als eine spezifische Anpassung an diese.

        Testosteron wird also seine Wirkung schlicht unabhängig davon entfalten, ob noch Stressoren vorhanden sind, daher kann es auch kein Kompensationsmechanismus für diese sein, da du trotzdem immer Testosteron produzierst. Extremer Stress über längere Zeit scheint dabei aber z.B. die Testosteronproduktion eher zu verringern.

      • Hinzu kommt, dass Sex an sich Stress ist. Schau Dir doch die Rothirschbullen an. Könnte irgendjemand bestreiten, dass diese Tiere entspannter leben würden, wenn sie nicht alljährlich ihrem Sextrieb folgen würden? Oder See-Elefanten? Oder Pfauen?
        Sexualität ist ziemlich anstrengend. Aber die Ejakulation ist es halt wert. Und es kann auch gar nicht anders sein, weil es sonst keine Fortpflanzung gäbe.

        • Sex ist wie die Beispiele zeigen für Männer anstrengend, genauer gesagt Sex zu bekommen.
          Ich bin schon der Meinung das der Sex dem Abbau des hormonell aufgebauten Druckes dient, aber wie ich schrieb, wenn er gut gemacht ist liegt das größere Vergnügen beim „normalen“ heterosexuellen Akt eindeutig bei der Frau, was natürlich kaum zugegeben wird.
          Frauen sind ja wie Bauern, die jammern auch immer wie schlecht sie es haben, egal mit wie viel Fördermitteln sie überschwemmt werden.

      • interessante These. Zumal ja objektiv betrachtet, wenn er gut gemacht ist eine Frau vom Sex ja ein sehr viel intensiveres Lusterlebnis hat als der Mann. Bildlich gesprochen, er brennt seine Wunderkerze ab, und das war’s, hat bei ihr aber im Gegenzug ein riesen Silvesterfeuerwerk ausgelöst.
        Nur wenige „normale“ Heteros machen sich das klar. Deshalb ist Frauen ja auch so wichtig, das ein Mann Erfahrung hat.

  2. Als ich die Zahlen gesehen habe, war ich zunächst auch erstaunt. Aber dann auch nicht. Frauen haben Gelegenheiten, Männer müssen Gelegenheiten schaffen. Ersterem steht, bei Risiko der Entdeckung, die Mechanik eines Seitensprungportals entgegen.

    Das ist wie mit Lebensmitteln. Hier wird es auch sehr schwer so etwas online zu distribuieren, weil weniger Sinne angesprochen werden können, als im Supermarkt. Dem augentier mann reicht ein Profil um zu bestellen, frauen tendenziell eher nicht.

  3. Bloss nicht. es gibt mittlerweile Reportagen über so was steht oft sogar im Kleingedruckten, dass die meisten Frauen bots oder bezahlte Schreiber sind mit falschen angaben.

  4. Frauen für ons sollte man auf der Strasse oder Kneipe ansprechen.
    http://www.poppen.de/forum/ da kann man es gut sehen wie die er sucht sie, sie sucht ihn, er sucht ihn, sie sucht sie Verteilung ist. Mann mann ist noch häufiger vertreten als Mann sucht Frau:D und lesben sind offenbar auch inkompatibel denn die suchen am wenigsten.

    • @Atacama also online hatte sogar ich schon Treffer. Das geht da als Mann weit leichter als im RL. Das wo wirklich was draus wurde war zwar nur mittelmäßig und es war nur zweimal, im realen Leben ises aber schon ein Erfolg, wenn fünfMinuten Smalltal rauskommen. Online hatte ich sogar ein paar Handynummern etc. da wurde zwar nix draus, ist für mich aber eher viel.

      • Ok jeder macht andere Erfahrungen.

        Vorrteile: man kann sich erstmal in Ruhe umsehen. Auch schüchterne können kommunizieren weil man sich mehr Zeit mit dem antworten lassen kann.

        Nachteil man sieht die person nicht als Gesamtbild mit Chemie, Ausstrahlung muss und viele nehmen gephotoshoppte fotos von vor 10 Jahren und sehen in wahrheit anders aus.

        • Dass die Leute in echt anders aussehen stimmt. Also bei mir nicht, ich hab zwei Fotos reingestellt damals, da sah ich aus, wie ich bin. Wobei das mit den Fakebildern ja nichts damit zu tun hat, dasd du denkst da gehts eher schwer. Mein letztrr Versuch war bei Lovoo ( ok nicht nur Sex aber auch angeblich oberflächliche Apps). Hatte innen paar Tagen zig interessierte, paar Nummern und ein Treffen, wo ich hin war Noch zwei wurden abgesagt von mir. An anderen Stellen wie Vereine odee von dir angesprochene Kneipen hatte ich nie so einen Erfolg. Meine Erfahrung ist, dass im Netz gerade als eher nicht sooooo toller Kerl eher was geht. Das widerspeicht dem Post vob heut morgen, stimmt aber, wenn man die Frauen nimmt, die ernsthaft da was suchen.

    • Danke, da steigt die Anzahl der Frauen etwas, aber wohl hauptsächlich in den Kategorien „Paare suchen eine weitere Frau“ und „Frau sucht Frau“ wenn ich das richtig sehe. Was ja gut zu dem oben passt: sperm is cheap, eggs are expansive. In den Fall, indem man für das finden von Frauen zahlt, für das finden von Männern aber nicht.

      Ausnahme scheinen schwule zu sein, dürre nach Männern suchen, vermutlich insbesondere solche, die das besonders heimlich machen wollten oder mussten und die Anonymität des Internets wichtig fanden.

      Auch interessant sind die Ausführungen zum bot-Netzwerk.

        • Weil Eier flüssig sind wenn sie roh sind und daher nicht in der Lage, mangels Festigkeit, sich nicht auszudehnen wenn man die schale zerstört. Ausserdem ist spiegelei doch lecker.

          • Wenn du jetzt argumentiert hättest, dass Eier sich ausdehnen, weil sie im Wesentlichen gasförmig, also viel heiße Luft, sind, dann würde ich ja zustimmen.

            Spiegelei hingegen ist in der Tat lekker.
            Vor allem auf Labskaus.

  5. „Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, da einige Ehen daran gescheitert sind.“

    Glaub ich weniger.
    Eine Frau, die in den Daten nachschaut, wird i.d.R. eh schon einen verdacht haben, und in der Ehe krieselt es ohnehin.

    viel wahrscheinlicher werden allerdings Firmen den Bestand durchsehen.
    Ist ja nicht mal persönlich auf bestimmte Mitarbeiter gerichtet. Man sucht lediglich nach der Firmendomain hinter dem @.
    Und dann gibt Stunk.
    Ich denke, Probleme mit dem Arbeitgeber werden hier sehr viel häufiger entstanden sein.

    andererseits ist natürlich möglich, dass Leute den Bestand einfach mal nach sämtlichen ihnen bekannten E-mail adressen absuchen, um was zum ratschen zu haben. Auch dadurch kann natürlich das eine oder andere auffliegen.

    Nochmal was anderes ist der Umstand, dass ein sich anmelden an so einem Portal nicht das selbe ist, wie tatsächlich fremd zu gehen. Es befasst sich halt jemand mit dem Gedanken. Ob der auch die Gelegenheit wahrgenommen hätte, wenn sich real etwas ergeben hätte, ist nicht klar.
    Und dass sich nichts ergeben haben wird, ist nach den veröffentlichten Zahlen ebenfalls ziemlich klar.

  6. Noch mal was zum moralischen Aspekt: Ich finde es verwerflich, solche Daten zu veröffentlichen. Es interessiert mich nicht, ob Menschen da ihre „Versprechen“ gebrochen haben, einander treu zu sein. Denn erstens sind solche Versprechen eh murks weil sie unter dem Einfluss von Hormoncocktails und/oder sozialem Druck abgegeben werden; und zweitens ist das Brechen eines Versprechens gegenüber einem Partner nichts, was die Gesellschaft etwas angeht, sondern nur die beiden Betroffenen.

    • „Denn erstens sind solche Versprechen eh murks weil sie unter dem Einfluss von Hormoncocktails und/oder sozialem Druck abgegeben werden; und zweitens ist das Brechen eines Versprechens gegenüber einem Partner nichts, was die Gesellschaft etwas angeht, sondern nur die beiden Betroffenen.“

      Angenommen es gäbe eine Datenbank mit eindeutigen Informationen über Kuckuckskinder (Nicht mit anderen Männern zu schlafen und kein Kind zu zeugen und dem falschen Vater anzudichten ist auch „nur“ ein Versprechen); wäre es auch falsch diese Information zu veröffentlichen?

      Ich finde es da (noch) relativ schwierig da für mich moralisch gültige Grenzen zu ziehen.

      • „wäre es auch falsch diese Information zu veröffentlichen?“

        Das käme zunächst darauf an, wer diese Datenbanken pflegt, und zu welchem Zweck. Es ist kaum davon auszugehen, dass Frauen sich dort anmelden, um ihre Tat zu dokumentieren.

        Letzendlich ist ein Kuckuckskind eindeutig eine Leistungserschleichung gegenüber dem Mann, vorausgesetzt, die Frau weiß davon. Es ist nicht einfach nur ein gebrochenes Versprechen, sondern eine Ausbeutung emotionaler udn finanzieller Ressourcen des Mannes. Purer Betrug. Es ist wie die GEZ, die Gebühren eintreibt, auch wenn man keinen ÖR Rundfunk schaut.
        Eigentlich müssten solche Frauen strafrechtlich belangt werden.

        • „Das käme zunächst darauf an, wer diese Datenbanken pflegt, und zu welchem Zweck. Es ist kaum davon auszugehen, dass Frauen sich dort anmelden, um ihre Tat zu dokumentieren.“

          Sagen wir um es neutral zu halten eine Krankenkasse, die das ohne Absichten der Verwertung Richtung Big Data etc. heimlich gemacht hat um Erbkrankheiten besser einschätzen zu können. Überhaupt nicht realistisch, aber ein Szenario ohne böse Absichten.

          „Es ist nicht einfach nur ein gebrochenes Versprechen, sondern eine Ausbeutung emotionaler und finanzieller Ressourcen des Mannes.“

          Klar, in diesem Fall kommt noch der finanzielle Aspekt dazu; aber grundsätzlich ist ja auch das ein Betrug zwischen zwei Privatpersonen.

          „Eigentlich müssten solche Frauen strafrechtlich belangt werden.“

          Korrekt; wir haben hier natürlich eine gynozentrische Moral. Männer können für fehlende Unterhaltszahlungen schon nach kurzer Zeit eingesperrt und zu Zwangsarbeit verpflichtet werden, hingegen kann eine Frau, die es schafft einem Vater ein Kuckuckskind unterzujubeln kommt nicht nur straffrei davon, sondern kann den Mann sogar zwingen für das Kind aufzukommen.

  7. Affaire18 hat in ihren AGBs: http://m.affaire.com/index.php?event=showagb

    15. „Kommunikation zwischen Mitgliedern
    Dem Kunden ist bekannt, dass Cyberservices B.V. zur Animation und Unterhaltung mit anderen Mitgliedern professionelle Animateure und Operator einsetzt, die im System nicht gesondert gekennzeichnet werden. Diese Dienstleistung wird in höchster Qualität betrieben und es sind mit diesen Animateuren keine realen Treffen möglich.“

    Diese höchstqualitativen Animateure und Operatoren sind auf gut deutsch Fake-Profile, die den Kunden tonnenweise sexgeile Frauen vorgaukeln sollen. Affaire18 ist sicher kein Einzelfall. Wahrscheinlich muss man bei jedem aggressiv beworbenen Portal von ähnlich “ höchstqualitativen Dienstleistungen“ ausgehen.

    • Hop deshalb rate ich auch davon ab. Rausgeschmissenes Geld meistens. Erinnert mich etwas an diese Porno adds. “Achtung Anmeldung für Männer für kurze Zeit kostenlos weil wir zuviele Frauen haben. diese Frauen wollen nur ficken“😅

  8. Im Vergleich dazu kann man sich ja mal die weiblich orientierten, sprich die Deutschen Normalpartnerbörsen ansehen, wie pairship. Das ist alles eine einzige Ironie, weil die Werbeplakate ja explizit mit den Visagen werben, aber die Site selbst nur mit verpixelten Gesichtern arbeitet. Freilich werden die Daten, wie Einkommen, Beruf etc. nicht verpixelt. Partnerbörsen sind die Abzocke schlechthin.

  9. „We have a website that will allow women to cheat without all those judgmental eyes on them. And behind those closed doors . . . women aren’t interested. Sorry, guys.“

    Ja, schade eigentlich. Das Konzept des freien Sex um des Sex selbst willen, hierarchie- und konventionsfrei, war ja nicht zuletzt eine Kernidee der gesellschaftliche Modernisierung, die Reise in den Garten Eden, ausgehend von den „68ern“.

    Der Fickplan der Kommune 1 war da ja nur ein erster – sehr bürokratisch anmutender – Gehversuch in diese Richtung.

    Eine zugegebenermaßen schöne Illusion. Nur halt wirklich „Fantasyland“. Wenn diese Illusion erstmal vollständig zerstoben ist, wird sich die sexuelle Energie der Männer neue (alte) Wege der Ableitung suchen. Wird interessant werden…

    • Und welche alten Wege sollen das sein? Es gibt keine alten Wege von „freier Liebe“, ausser vielleicht 1x im Jahr bei Beltane bei den Heiden.
      Es bleiben ohne Affären oder Kurzzeitbeziehungen nur die Optionen Ehe oder Zwangsehe bzw. Vergewaltigung. Anders geht’s nicht.
      Freier als heute wird es kaum werden. Dass halt nicht jeder seine Optionen nutzen kann, war auch schon immer so.

      • ich denke er meint mit anderen Wegen der Ableitung solche, bei denen Frauen keine Rolle spielen.
        Das kann viel sein, eine Forschungsreise, ein Kunstwerk schaffen, was weis ich, alles mögliche.
        Vielleicht wurden aus gerade diesem Grunde, weil sich Männer mehr mit Frauen beschäftigen als umgekehrt, von euphorisierten oder enttäuschten Männern mehr Entdeckungen gemacht, bzw. Kunstwerke geschaffen als von Frauen ?

        Man könnte natürlich meinen, das das falsch ist, bei oberflächlicher Betrachtung interessieren sich Frauen doch genau so für Männer wie umgekehrt Männer für Frauen.
        Bei genauer Betrachtung stellt man fest das sich Frauen aber nicht für Männer interessieren, sondern sie interessieren sich dafür, das die Männer sich für sie interessieren. Das hört sich nach Wortklauberei an, ist aber doch ein recht wichtiger Unterschied im Geschlechtsverhalten.

        • Das wäre ja noch gut und produktiv. Ich habe aber eher den Eindruck, dass viele ihre Zeit mit Daddeln, Feiern, DSDS, Haxball und Bundesliga verbringen, statt in obsessiver Manier eine sich selbst erhaltende Energiequelle zu erfinden oder so.
          Das Bildungsniveau in Deutschland scheint ja nicht mehr so dolle zu sein.

          „Bei genauer Betrachtung stellt man fest das sich Frauen aber nicht für Männer interessieren, sondern sie interessieren sich dafür, das die Männer sich für sie interessieren.“

          ich bin nicht sicher, ob ich richtig verstehe was du meinst, aber viele Männer wären denke ich überfordert wenn es so ist wie du beschreibst, was ja im Grunde nichts anderes heisst als dass die Frau in manchen sozialen Bereichen eine Männerrolle übernimmt.
          Ich denke schon, dass Frauen auch Männer als Individuum interessant finden (Pauschalaussagen nicht möglich), aber die Frage ist wie sich das zeigen soll ohne eine Art sozialen Geschlechtsrollentausch, denn das was du da beschreibst ist doch im Prinzip einfach nur das alte Jäger.Prinzip.
          Man findet Frau interessant und soll werben, Frau soll ihn machen lassen oder eben nicht und sich als „Ziel“ zur Verügung stellen.
          Ich denke, das was du dir vorstellst, wäre wahrscheinlich deshalb problematisch weil sie sich dann zu sehr in die „Frauenrolle“ versetzt sehen oder weil es eben „Jarhundertelang“ so war, dass der Mann Gedichte vortragend, liebesbriefe schreibend, blumensträuße überreichend usw. durch die Gegend wuselte und nicht andersherum, um es mal bildlich darzustellen und sich das irgendwie eingeprägt hat.
          Man müsste also ein Experiment über so einen situativen Switch machen. Irgendwie so. Man macht ein Date klar, fragt dann wo der Mann wohnt und sagt, dass man ihn um eine bestimmte Uhrzeit abholen wird. Dann klingelt man, führt ihn an der Hand zum Auto, öffnet ihm die Tür und lässt ihn einsteigen, danach schließt man die Tür. Beim Aussteigen genauso. dann geht man in ein Restaurant, nimmt ihm den Mantel ab, schiebt ihm den Stuhl hin, nimmt vom Kellner beide Speisekarten entgegen, überreicht ihm eine davon, übernimmt Weinbestellung und Bezahlung und bewundert wiederholt seine Schönheit und umwirbt ihn von oben bis unten wie ein spanischer Gigolo damit er sich auch vollkommen angebetet fühlt. Am Ende fährt man ihn dann nach Hause, weil man es nicht verantworten will, ihn alleine im Dunkeln zu Fuß gehen zu lassen. Ich vermute, danach müssten ziemlich viele erstmal in die Psychiatrie wegen synaptischem Kurzschluß.
          Aber vielleicht sehe ich das auch zu sehr unter der „alles evolution Interpretation“-Denkweise und überinterpretiere das und du meinst das ganz anders?

          Oder es liegt an Family Guy. Da gab es eine Folge wo Peter in ein Frauenkamp musste um seine Frauenfeindlichkeit abzulegen. Es gab vorher eine Szene, wo ein Mann und ene Frau in edler Opern-Garderobe eine Straße überqueren wollten, vor ihnen war aber eine riesige tiefe Pfütze.
          Da sagte Peter „Sie können doch unmöglich Ihre wunderschönen Schuhe in dieser Pfütze ruinieren.“ Normalerweise würde ja der Kavalier seinen trenchcoat über die Pfütze legen damit die Frau trockenen Fußes rüber kommt oder sie tragen.
          Peter hat aber die Frau mit dem Gesicht nach unten in die Pfütze gelegt und den Mann trocken und mit wohlwollendem Gesichtsausdruck über die Frau die als Brücke fungierte geführt^^

        • dr. caligari,

          „ich denke er meint mit anderen Wegen der Ableitung solche, bei denen Frauen keine Rolle spielen. Das kann viel sein, eine Forschungsreise, ein Kunstwerk schaffen, was weis ich, alles mögliche.“

          Genau. Und natürlich auch begeistert in den Krieg ziehen, etwas erobern und so Sachen. Möchte ich natürlich nicht unerwähnt lassen.

          „Vielleicht wurden aus gerade diesem Grunde, weil sich Männer mehr mit Frauen beschäftigen als umgekehrt, von euphorisierten oder enttäuschten Männern mehr Entdeckungen gemacht, bzw. Kunstwerke geschaffen als von Frauen ?“

          Böse Zungen behaupten ja, dass die Engländer wegen ihrer Frauen in Scharen auf die Segelschiffe und damit dann in alle Weltmeere geflüchtet sind…böse Zungen, sicher. Wobei…passt irgendwie auch zum Klischee über die englische Küche (nein, leider kein Klischee…) und das englische Sexualleben…

          „Bei genauer Betrachtung stellt man fest das sich Frauen aber nicht für Männer interessieren, sondern sie interessieren sich dafür, das die Männer sich für sie interessieren.“

          Stimmt. Und da sind sie dann auch richtig kreativ…

          Atacama,

          „Man müsste also ein Experiment über so einen situativen Switch machen…Am Ende fährt man ihn dann nach Hause, weil man es nicht verantworten will, ihn alleine im Dunkeln zu Fuß gehen zu lassen.“

          Genau. Und vor der Tür angekommen, bedankt er sich dann bei Ihr lächend für den schönen Abend, schließt die Tür auf, geht alleine in die Wohnung und macht die Tür hinter sich zu…Ja, witziges Setting.

          „Ich vermute, danach müssten ziemlich viele erstmal in die Psychiatrie wegen synaptischem Kurzschluß.“

          Die Männer oder die Frauen in dem Experiment? 😉

  10. Datingportal Ashley Madison
    Hacker-Opfer nimmt sich das Leben

    Glaubt noch jemand, der Hack von Ashley Madison sei harmlos? Oder moralisch? In den Vereinigten Staaten hat sich ein Pfarrer, dessen Name öffentlich wurde, das Leben genommen.

    „Hätte mich meine Frau mit einer anderen in einem Hotelzimmer erwischt, wäre das etwas anderes gewesen“, so der Geoutete aus Kentucky. „Jetzt aber rede ich mit einem Reporter in Kalifornien, der meinen Namen und meine Adresse kennt und dass ich auf einer Dating-Plattform für Verheiratete unterwegs war. All das ist öffentlich. Aber ich bin keine öffentliche Person. Ich bin eine Privatperson.“

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/opfer-von-ashley-madison-hack-nimmt-sich-das-leben-13795695.html

  11. Ich finde die Datenklau-Geschichte aus mehreren Gründen interessant (und sogar jetzt noch kommentierenswert):

    1. Vgl. zum „Fappening„, als allen möglichen prominenten Frauen die Nacktfotos aus der Cloud geklaut wurden. Da war die Aufregung um das Veröffentlichen privater Daten groß – jetzt ist es z.T. eher unverhohlene Häme.

    2. Einige wichtige Details kommen in Don Alphonsos Beitrag „Ashley Madison und die Auspeitschung der Datenwilligen“ zur Sprache:

    zusätzlich verlangte man Gebühren, wenn die Daten der Nutzer nach Ende der Mitgliedschaft wirklich gelöscht werden sollen.

    Das ist gegen jeden Datenschutz, der seinen Namen verdient. Es kommt einer Erpressung gleich – zumal die Nutzer ja nie letztendlich sicher sein konnten, ob die Daten wirklich gelöscht wurden. Nun ist ein Seitensprungportal ein Honeypot aus dem Lehrbuch und wer hier seine Daten eingibt, selten dämlich. In einer ähnlichen Größenlage dämlich übrigens wie Frauen, die ihre Nacktfotos der Cloud anvertrauen („Was kann da schon passieren? Wer würde schon den Aufwand treiben, da zu hacken, nur um schöne und bekannte Frauen nackt zu sehen“ – eben!).

    „Vermutlich konnte man Anmeldeversuche auch mit Emailadressen anderer Leute unternehmen – und auch die sind jetzt öffentlich. Es gibt es keine Garantie, dass sie also wirklich von den Besitzern der Emailadressen erzeugt wurden.“

    Das Grundproblem jeder Datenveröffentlichung: Was, wenn die Daten falsch sind? Wenn die angebliche Selbstmordattentäterin ein ganz normales Leben in Marokko führt (so ähnlich vorgekommen)? Was, wenn jemand diese Möglichkeit kannte und die Daten eines Erzfeindes eingegeben hat, um seine Beziehung oder seine berufliche Stellung zu vernichten? Die Hacker hätten auch vor dem Datenabsaugen selbst noch schnell einige Datensätze einfügen können…

    „Und das mit Material, das bis zu sieben Jahre alt sein soll. Sieben Jahre sind eine lange Zeit, da kann sich im Leben von Menschen viel geändert haben.“

    Eben das. Mal abgesehen davon, dass nicht automatisch jedesmal dieser Zeitaspekt berücksichtigt werden wird. Auch das ist ein Problem an solchen Datenleaks: Unvollständige Informationen sind u. U. gefährlicher als das, was ursprünglich drin stand.

    „gleichzeitig ist Ashley Madison auch aus Ländern nutzbar, die Ehebruch noch unter Strafe stellen.“

    Mit anderen Worten: Wer solche Leaks verwendet, stellt die Leute unter die Gerichtsbarkeit von (aus westlicher Sicht) rückständigen Gesellschaften. Es ist also gerade kein Fortschritt, sondern ein Rückschritt. (Eigentlich auch leicht nachvollziehbar, dass ein Durchsetzen von Moralvorstellungen gegen, nicht für eine moderne Gesellschaft steht.)

    „Eine Warnung ist der Fall auch für die Pläne des Familienministeriums, ein sog. „Prostituiertenschutzgesetz“ einzuführen, das eine Zwangsregistrierung bei Landesbehörden je nach Gusto der Bundesländer beinhaltet. (…) Aber für Ausländer, in deren Heimatstaaten Prostitution verboten ist und bestraft wird, ist es das gleiche Bedrohungsszenario wie Ashley Madison für Bewohner von Ländern, die Ehebruch und Seitensprünge immer noch unter Strafe stellen.“

    Insofern ist der Datenklau auch interessant für zukünftige Debatten um Prostitution.

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