Ashley Madison Datenklau

Ashley Madison ist ein „Fremdgehportal“, also ein Portal, bei dem Seitensprünge organisiert werden konnten.

Hacker haben die Benutzerdaten abgegriffen und versucht haben das Portal zu erpressen. Diese zahlten wohl nicht und die Daten wurde veröffentlicht.

1. Analyse der Daten

Damit ergab sich natürlich auch eine interessante Möglichkeit die Daten zu analysieren. Die Ergebnisse bestätigen eindrucksvoll die Unterschiede zwischen Männer und Frauen was das Interesse an „Casual Sex“ angeht:

What I discovered was that the world of Ashley Madison was a far more dystopian place than anyone had realized. This isn’t a debauched wonderland of men cheating on their wives. It isn’t even a sadscape of 31 million men competing to attract those 5.5 million women in the database. Instead, it’s like a science fictional future where every woman on Earth is dead, and some Dilbert-like engineer has replaced them with badly-designed robots.

Those millions of Ashley Madison men were paying to hook up with women who appeared to have created profiles and then simply disappeared. Were they cobbled together by bots and bored admins, or just user debris? Whatever the answer, the more I examined those 5.5 million female profiles, the more obvious it became that none of them had ever talked to men on the site, or even used the site at all after creating a profile. Actually, scratch that. As I’ll explain below, there’s a good chance that about 12,000 of the profiles out of millions belonged to actual, real women who were active users of Ashley Madison.

Neben anderen Belegen ist insbesondere dieser hier aussagekräftig:

Then, three data fields changed everything. The first field, called mail_last_time, contained a timestamp indicating the last time a member checked the messages in their Ashley Madison inbox. If a person never checked their inbox, the field was blank. But even if they’d checked their messages only once, the field contained a date and time. About two-thirds of the men, or 20.2 million of them, had checked the messages in their accounts at least once. But only 1,492 women had ever checked their messages. It was a serious anomaly.

Und etwas später heißt es:

Overall, the picture is grim indeed. Out of 5.5 million female accounts, roughly zero percent had ever shown any kind of activity at all, after the day they were created.

The men’s accounts tell a story of lively engagement with the site, with over 20 million men hopefully looking at their inboxes, and over 10 million of them initiating chats. The women’s accounts show so little activity that they might as well not be there.

Sure, some of these inactive accounts were probably created by real, live women (or men pretending to be women) who were curious to see what the site was about. Some probably wanted to find their cheating husbands. Others were no doubt curious journalists like me. But they were still overwhelmingly inactive. They were not created by women wanting to hook up with married men. They were static profiles full of dead data, whose sole purpose was to make men think that millions of women were active on Ashley Madison.

Es haben sich hier also ein paar Millionen Männer um ein paar Tausend Frauen bemüht, Frauen waren im wesentlichen nicht interessiert, diese Möglichkeit zu nutzen, obwohl sie im Gegensatz zu den Männern nichts dafür zahlen mussten. Eigentlich ein guter Grund die Seite wegen Betrugs zu verklagen, denn es wurde anscheinend im großen Stil vorgetäuscht, dass Frauen auf dem Portal vorhanden sind. Allerdings ist eine Klage gegen eine Seite, auf der man Ehebruch begehen wollte, wahrscheinlich für die meisten der Männer uninteressant.

Natürlich kann es sein, dass Frauen eher andere Möglichkeiten nutzen, aber der Unterschied wird anhand des Zahlenverhältnis deutlich und bestätigt andere Experimente. Der ausgeprägtere Sextrieb der Männer macht sich bemerkbar.

Es macht auch deutlich, wie einfach es ist für eine Frau an Sex zu kommen: 20 Millionen Männer warteten nur darauf, dass sich dort mal eine tatsächliche Frau findet. Bei einer vergleichbaren Quote im umgekehrten Fall würde der entsprechende Mann wahrscheinlich sehr sehr beschäftigt sein.

Ein anderer Artikel drückt es wie folgt aus:

Plenty of married men lament that they are no longer able to go after anything with nice legs. But women are much more prone to saying, “I’m so glad I’m not on the dating scene anymore.”

It’s not that women don’t commit adultery as often because they are happier in their marriages than men are. In fact, women are more likely to be the ones initiating divorce nowadays. But women know that casual (or anonymous) sex is not going to make them any happier. Research shows that women who have multiple partners are more likely to be depressed. And cheating on their husbands with a guy they met online is certainly not going to fill the hole of whatever was missing from their marriages.

The men on Ashley Madison may have been living in a fantasyland, but if they read the media’s messages on women and sex, they might have had good reason to do so. Since the “expert” view is now that gender is a social construct, men might wonder why women don’t act more like them. They are told it’s because of society’s backward patriarchal views that women don’t want to be seen as slutty.

So voilá! We have a website that will allow women to cheat without all those judgmental eyes on them. And behind those closed doors . . . women aren’t interested.

Sorry, guys. The Internet can do a lot of things, but it’s not going to change human nature.

Durchaus passend. Es ist eben nicht die soziale Konstruktion der Geschlechter, die Frauen zurückhält, sie haben schlicht weniger Interesse an anonymen Sex mit unbekannten Männern, die sie nur über ein paar Fotos und ein Internetprofil kennen.

2. Moralisches 

Was soll man moralisch sowohl zu einer Fremdgehseite und einem Hack einer Fremdgehseite sagen?

Natürlich ist es sowohl verwerflich, seine Partner zu hintergehen (sofern man nicht als Single oder jemand in einer offenen Beziehung auf der Seite war) als auch solche Daten aus Profitgier ins Netz zu stellen. Man kann hier natürlich vertreten, dass Leute, die ihre Partner betrügen es eben verdient haben und so auch die Partner die Wahrheit erfahren. Aber andererseits geht es eben auch niemanden etwas an, wie Leute ihre Ehe leben und ob Partner vielleicht bewußt weggeschaut haben, weil sie wussten, dass der andere mehr Sex braucht als sie (das wird der geringere Teil sein, aber dennoch) oder aber Ehekrisen auszulösen, die ansonsten vielleicht nicht entstanden wären.

Kommentator David meinte noch das Folgende:

Was haltet ihr eigentlich von dem Ashley Madison – Leak?

Natürlich hochkriminell, aber ein gewisses Maß an Schadenfreude gegenüber Plattform und Nutzern kann ich nicht ganz verhehlen.

40 Millionen Nutzer sind schon ne Hausnummer, das betrifft also eine erhebliche Menge an Paaren, bei denen gerade die Scherben fliegen dürften.
Ich könnte mir zwar vorstellen, dass die Seite mehr männliche Nutzer hat (Frauen müssen zum Fremdgehen ja eher passiv bloß auf eine Gelegenheit warten, oder sich ein wenig offenherziger geben) – aber dafür werden es auch wesentlich mehr Männer sein, die findig genug sind um sich den Leak zu ziehen. Es müssen also vermutlich vor allem untreue Frauen um ihr Geheimnis bangen.

Vielleicht aber auch die Chance für den einen oder anderen gefriendzoneten Nerd, seiner heimlichen Liebe die Wahrheit über ihren Stecher zuzuspielen?

Ich kann mir ohne Probleme vorstellen, da einige Ehen daran gescheitert sind. Bei der entsprechenden Anzahl von Nutzern werden sicherlich auch einige Leute gefunden worden sein und ihre Partner werden sicherlich nicht erfreut gewesen sein. Wobei es heutzutage ja auch einfach ist, eine Emailadresse zu haben, die nicht ohne weiteres zu dem realen Namen zurückzuverfolgen ist. Angeblich sollen ja aber viele auch ihre Arbeitsemail verwendet haben, wohl weil sie eben davon ausgingen, dass ihre Partner diese eben nicht am heimischen PC abrufen können und die Chance eines Auffliegens so geringer ist. Was ein erstaunliches Vertrauen in den Arbeitgeber offen legt.

Ich persönlich würde es erbärmlich finden, solche Informationen aus einem Hack weiterzuleiten, jedenfalls wenn man meint, dass die Beziehung ansonsten in Ordnung ist und man nichts weiter über seine Aktivitäten dort weiß. Ich jedenfalls würde nicht nach mir bekannten Personen in der Datenbank suchen.