Jazz Hands, Klatschen als Trigger und Schwule, die sich das Verhalten schwarzer Frauen aneignen

Ich hatte es seinerzeit gar nicht richtig verarbeitet, da es aber zum einen gerade noch mal erwähnt wurde und es im übrigen ja auch eine Anekdote ist, die den Irrsinn im Feminismus gut zeigt.

Die NUS ist die National Union of Students und diese hatte wie jedes Jahr auch 2015 eine Frauenkonferenz. Von dort gibt es zwei Meldungen, die ich interessant fand:

Zum einen zum Klatschen:

A U.K. student feminism conference is asking attendees to refrain from clapping and use “jazz hands” instead so as to not trigger anxiety in others.

The National Union of Students (NUS) Women’s Campaign announced the clapping “ban” at the West Midlands conference on Twitter Tuesday, shortly after receiving a request from the Oxford University Women’s Campaign.

“@nuswomcam please can we ask people to stop clapping but do feminist jazz hands? it’s triggering some peoples’ anxiety. thank you!” Oxford representatives wrote.

Ein Statement dazu war beispielsweise:

“Jazz hands are used throughout NUS in place of clapping as a way to show appreciation of someone’s point without interrupting or causing disturbance, as it can create anxiety,” said Nona Buckley-Irvine, general secretary at the London School of Economics Students’ Union. “I’m relatively new to this and it did feel odd at first, but once you’ve used jazz hands a couple of times it becomes a genuinely nice way to show solidarity with a point and it does add to creating a more inclusive atmosphere.”

Oder auch hier:

LSE SU women’s officer Gee Linford-Grayson added: ‚As someone who is new to the NUS conference culture it surprised me at first, but actually within a few rounds of jazz hands applause it began to make a lot of sense, as loud clapping and whooping can be intimidating and distracting when you’re speaking on stage.

‚Plus who doesn’t like jazz hands?!‘

The annual event decides the female issues for the NUS to campaign on, and elects the campaign’s representatives.

An NUS spokesperson said: ‚The request was made by some delegates attending the conference.

‚We strive to make NUS events accessible and enjoyable for all, so each request is considered.‘

„Whooping“ war auch nicht erwünscht, wohl auch, weil einige Menschen weder Whoopen nocht klatschen können und auch, weil es einigen Leuten Angst macht.

Wenn man ein schlechtes Bild von Frauen erzeugen will, dann muss man eigentlich nur in einem machohaften Tonfall solche Meldungen vortragen. „Ja, mal lieber nicht klatschen, wenn Frauen in der Nähe sind, das halten die nicht aus, da sind die zu zart für. Besser man richtet ihnen eine kleine Ecke ein, wo sie in Ruhe heulen können, vielleicht mit ein paar Katzenbabykindern und etwas Knete zum spielen, Tierbabybilder, da werden Frauen immer ruhig“

Die nächste Forderung dort betraf Intersektionalität und kulturelle Aneignung:

Weiße, Schwule Männer sollten aufhören, sich wie schwarze Frauen zu verhalten.

According to the NUS Women Conference document, Motion 512’s supporters believe that the “appropriation of Black women by white gay men is prevalent within the LGBT scene and community.” It states that this appropriation is found in the “emulation of the mannerisms, language (particularly AAVE- African American Vernacular English) and phrases that can be attributed to Black women.” Furthermore, the NUS Women’s Campaign motion supporters find it offensive when white gay men say they have an “inner black woman.” The motion claims that white gay men “benefit from both white privilege and male privilege.

Der Vorschlag lautete: 

Motion 512: Dear White Gay Men: Stop Appropriating Black Women
Submitted by: NUS LGBT Committee
Speech for: NUS LGBT Committee
Speech against: Free
Summation: NUS LGBT Committee
Conference Believes:
1. The appropriation of Black women by white gay men is prevalent within the LGBT scene and community.
2. This may be manifested in the emulation of the mannerisms, language (particularly AAVE- African American
Vernacular English) and phrases that can be attributed to Black women. White gay men may often assert that
they are “strong black women” or have an “inner black woman”.
3. White gay men are the dominant demographic within the LGBT community, and they benefit from both white
privilege and male privilege.
4. The appropriation of Black women by white gay men has been written about extensively. This quote is taken
from Sierra Mannie’s TIME piece entitled: “Dear white gays, stop stealing Black Female culture”:
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You are not a black woman, and you do not get to claim either blackness or womanhood. There is a clear line between appreciation and appropriation. I need some of you to cut it the hell out. Maybe, for some of you, it’s a presumed mutual appreciation for Beyoncé and weaves that has you thinking that I’m going to be amused by you approaching me in your best “Shanequa from around the way” voice. I don’t know. What I do know is that I don’t care how well you can quote Madea, who told you that your booty was getting bigger than hers, how cute you think it is to call yourself a strong black woman, who taught you to twerk, how funny you think it is to call yourself Quita or Keisha or for which black male you’ve been bottoming — you are not a black woman, and you do not get to claim either blackness or womanhood. It is not yours. It is not for you.”

Conference Further Believes:
1. This type of appropriation is unacceptable and must be addressed.
2. Low numbers of Black LGBT women delegates attend NUS LGBT conference. This can be attributed to many
factors, one of which may be the prevalent appropriation by white gay men, which may mean that delegates
do not feel comfortable or safe attending conference.
Conference Resolves:
1. To work to eradicate the appropriation of black women by white gay men.
2. To work in conjunction with NUS LGBT campaign to raise awareness of the issue, to call it out as unacceptable
behaviour and, where appropriate, to educate those who perpetuate this behaviour.

Schwarze schwule Männer dürfen also anscheinend immerhin „womanhood claimen“. Warum sie das dürfen ist mir ein Rätsel, aber schwarzen schwulen Männern ein entsprechendes Verhalten zu untersagen, das wäre vermutlich selbst dieser Konferenz zu offensichtlich falsch gewesen.

Immerhin dürfen sich ja auch weiße schwule Männer nach wie vor wie weiße Frauen verhalten.

 

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22 Gedanken zu “Jazz Hands, Klatschen als Trigger und Schwule, die sich das Verhalten schwarzer Frauen aneignen

  1. Ob die wirklich glücklich damit sind ihre Hände zu jazzen, anstatt zu klatschen?

    Oder müssen die das toll finden, weil die Sisterhood das vorschreibt?

    Wenn solche Leute die Zukunft schreiben… dann gute Nacht. Keine Aufregung mehr und keine Überraschung. Alle lächeln sich nur noch falsch an um niemandes Gefühle zu verletzten.

    Wird Männer sollten auch mal eine Männer-Konferenz abhalten und dann den Frauen sagen, dass sie aufhören sollen sich wie Männer zu verhalten. Aber nee, es ist ja keinem Mann erlaubt einer Frau irgendetwas vorzuschreiben…

    Rutsch mir doch den Buckel runter ^^

  2. So wie richtig harte Männer gerne mal das taffe Rauhbein mimen, so gibt es bei Frauen die Tendenz, sich grenzenlos zu infantilisieren und zu viktimisieren. Auch bei Nichtfeministinnen.

    Die oben beschriebenen Männer sind lächerlich und kompensieren ihre Ängste und Minderwertigkeitsgefühle (aus der Kindheit). Die Frauen gehen eben in die andere Richtung.

    Aber immer mehr Männer lassen sich das nicht mehr Gefallen in dem Glauben, sie seien ein toller Gentleman. Man muß diesen Tussen, also diesen Feministinnen richtig ins Gesicht treten (rein verbal natürlich 🙂 ), daß sie aus dem Staunen nicht mehr rauskommen, daß die Welt begreift, wie lächerlich sie sind, und daß sie keinen Artenschutz mehr genießen.

    Es trauen sich leider zu wenige so wie Akif Pirincci vom Leder zu ziehen. Man muß es ja nicht gleich so wie er machen und Hunderte Schimpfwörter benutzen. Aber man sollte sich nicht mehr zieren und in die Normalisierungsfalle tappen.

  3. „Immerhin dürfen sich ja auch weiße schwule Männer nach wie vor wie weiße Frauen verhalten.“

    Ich kann es übrigens nicht glauben, dass es dazu tatsächlich mal eine Diskussion bei CNN (!!!!!) gegeben hat.

    Erstaunlich, dass die Progessiven den Bogen zurück zur Rassentrennung schlagen.

  4. Wenn man etwas sucht, findet man sogar Logik in dem Absurden:

    Händeklatschen macht soviel Lärm, dass frau ihre Nachbarin nicht mehr versteht. Die Möglichkeit, dass diese gerade tratscht und justamente in dem Augenblick, wo sie die Pointe erzählt lautes Klatschen alles übertönt ist traumatisierend.

    Wie soll frau denn da gegenüber ihrer Nachbarin wahlweise Anteilnahme und Mitgefühl oder Abscheu und Entsetzen heucheln, wenn sie aufgrund der überhörten Pointe gar nicht weiss, was die jetzt erwartet? Verstörend, das.

    Das andere ist nur eine politiserte Variation der weiblichen Grundhaltung „Alles was Deins ist ist auch meins, aber nicht umgekehrt“.

    Im Zweifel scheissen Feministas eh auf Gender, Wahlfreiheit oder sexuelle Präferenzen. Da gilt dann nur der Kampf „Eierstöcke gegen Schwanzträger“. Schwule eingeschlossen 😉

  5. Interessant ist doch, dass man bei totalitären Bewegungen auch innerhalb derselben nicht sicher ist. So wie beim Kommunismus immer wieder mit Säuberungen unliebsame Elemente liquidiert wurden oder heutzutage in Nordkorea, attackieren die LGBTXYZ-Leute die weißen Schwulen. Zum Glück haben sie im Moment keine stärkeren Mittel.

  6. Zum Verständnis: Was ist das Verhalten schwarzer Frauen? Wen muss ich mir dafür vorstellen: Nichelle Nichols, Lauryn Hill, Whoopi Goldberg, Serena Williams, Condoleezza Rice, Aretha Franklin, Florence Griffith-Joyner, Michelle Obama?

    • Ich denke, das ist absichtlich schwammig formuliert. Sonst könnte ja noch einer auf die Idee kommen zu belegen, dass er sich gar nicht so verhält. Wäre ja noch schöner.

      Was ein echter Social Justice Warrior ist, der formuliert seine Anklage unwiderlegbar, also so, dass gar niemand genau weiß, was die Anklage ist.

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