Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 30. Juli 2015

„Wer so sexy ist, darf alles“

Ein schönes Beispiel, wie eine feministische Perspektive einen recht harmlosen Flirt kaputt machen kann. Die Bloggerin berichtet:

Eben war ich mit einer Freundin ‘ne Limo und ‘n Bier am Späti trinken. Ich war von ihrem Selbstbewusstsein ein bisschen beeindruckt. Es hat mich gepusht, ohne, dass ich es gemerkt habe. Als die Limo alle und der letzte Schluck vom Bier warm war, sind wir Richtung nach Hause. Am Pavillon wollte sich die Freundin noch Nudeln holen, einmal gebratene Nudeln bitte, danke, fertig, tschüss. Nein, nicht ganz. Sie bestellt, der Verkäufer fängt an zu scherzen. Bis er zu mir sagt “Wer so sexy ist, darf alles.” Er grinst triumphierend.

Der Verkäufer scherzt etwas mit zwei Frauen und macht dann ein recht harmloses Kompliment. Die Bloggerin reagiert ohne erkennbaren Anlass gereizt:

“Aha”, antworte ich trocken, “dann würde ich jetzt gerne einmal bei dir in die Kasse greifen.” Und ich deute auf das Geld, das grade von der Freundin in die Hand des Typen wandert: “Und das hier soll auch nicht gezahlt werden.” Ich bin nicht schlagfertig. Normalerweise. Aber der Typ schiebt das Geld zurück zu meiner Freundin und geht mit verkniffener Mine in seine Koch-Area zurück. Wir bekommen das Essen und meine Freundin muss nichts zahlen.

Ich ärgere mich fast ein bisschen, dass ich nicht darauf bestanden habe, in die Kasse zu greifen. Hatte ich es so weit treiben können?

Gar keine übertriebene Reaktion! Mal sehen, worauf sie es zurückführt:

An diesem Abend war etwas anders. Ich habe mich stark gefühlt. Seitdem ich mich mit Feminismus beschäftige, verstehe ich, was mir geschieht. Warum es geschieht. Und dass es nicht in Ordnung ist. Nur weil ich in den Augen des Verkäufers sexy bin, heißt das nicht, dass ich alles darf. Mein Aussehen ist keine Einladung dazu. Ich möchte ernst genommen werden als vollständige Person. Ich möchte nicht auf mein Aussehen reduziert werden.

Und ich bin froh, dass ich diesmal nicht nur unsicher gekichert habe, sondern ihm klar gezeigt habe, was für ein Eigentor er sich da grade geschossen hat. Immerhin stand er zu seinem Wort.

Kurz denkt man ja, dass sie versteht, dass ihr Verhalten nicht in Ordnung ist. Aber es ist sein harmloses Kompliment, welches übergriffig ist und welches sie dank der empowernden Kraft des Feminismus dazu berechtigt, es ihm mal richtig zu zeigen.

So wird man ernst genommen. Ein großer Schritt für die Frauen und den Feminismus!

 

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Responses

  1. Man sollte niemals die Menschen verärgern die einem das Essen machen.

    Aber agressiv und etwas böswillig auf Männer zu reagieren das ist genau das was ich von Feministinnen erwarte.

  2. Geil. Die Privilegien des guten Aussehens voll ausgeschöpft und sich dabei moralisch überlegen fühlen — indem man den anderen vermeintlich für das Gewähren der Privilegien bestraft! 😀

  3. „Aber der Typ schiebt das Geld zurück zu meiner Freundin und geht mit verkniffener Mine in seine Koch-Area zurück.“

    Der „verkniffene Blick“ ist ihre Interpretation.

    Er hat auch auf ihren Kommentar hin das Spiel mitgemacht, obwohl er ihr absolut nichts geschuldet hätte.
    Wäre er tatsächlich sauer gewesen (was ich nachvollziehen könnte), dann hätte er einfach sagen können: „okay, doch nicht ganz alles“, und eben abkassieren. Der Flirt wäre dann eben aus gewesen. In seinen Augen war er das möglicherweise aber noch nicht, bzw. war ihm die paar Euro wert, und er freut sich zumindest auf den nächsten.

    Sie inszeniert sich übertrieben als Siegerin in einem Kampf, den er möglicherweise gar nicht als solchen wahrgenommen hat.
    Feministische Kampfrethorik halt.
    Sie glaubt, etwas zu verstehen – aber sie „versteht“ überall nur noch Kampf.

    • Genau das fragte ich mich auch – wie sicher können wir uns sein, dass er nach ihrem Konter so klein war, wie sie behauptet?
      Es ist ja nicht davon auszugehen, dass er sich wie sie in einer Kampfsituation fühlte.

      Dieses Überinterpretieren scheint vielen Feministinnen aber wirklich (verdient) den Alltag zu erschweren.
      Eine Bekannte von mir war zu Schulzeiten in einem dieser Selbstbehauptungskurse für Mädchen und da hatte man ihr erzählt, wenn ein Junge ihr nachpfeife, sei das ein aggressiver Akt. Sie müsse ihn sofort aggressiv darauf ansprechen, wie unverzeihlich das war und wenn er sich auf das Gespräch einlasse, habe er sich „unterworfen“.
      Das war dann auch so lächerlich, dass sie nicht weiter hingegangen ist, aber Leute, die so etwas ernst nehmen, dürften natürlich recht verdreht durch den Alltag gegen.

      Wie unhöflich die Antwort der Dame im Beispiel hier war, würde ich allerdings auch nicht bestimmen wollen. Hängt hier so ziemlich vom Ton ab, den wir uns jetzt natürlich böse keifend vorstellen, was er aber nun nicht unbedingt sein muss. Denn den anfänglichen Spruch finde ich ehrlich gesagt auch ziemlich dämlich.
      Nicht so aggressiv blöd, dass man da gleich eine große Konfrontation suchen muss, aber ein generelles Aufzeigen (also ruhig eben die gesagten Sprüche, nur augenzwinkernd) ginge schon in Ordnung.

      • Denn den anfänglichen Spruch finde ich ehrlich gesagt auch ziemlich dämlich.

        Es kommt wohl auf den Kontext an.

        Vielleicht erschien dem Nudelverkäufer etwas, was sie gesagt oder getan hat, ziemlich anmaßend. Er wollte es aber auch nicht eskalieren, das vermeidet man ja möglichst, als Servicepersonal. Immer freundlich bleiben und im Zweifel kriegt der Kunde halt mal seine Nudeln umsonst..

        • ..ich finde es überhaupt .. ein wenig belustigend, dass sie meint, ausgerechnet mit der Demütigung von Servicepersonal sich glorreich gegen das Patriarchat zu behaupten.

        • „ein wenig belustigend, dass sie meint, ausgerechnet mit der Demütigung von Servicepersonal sich glorreich gegen das Patriarchat zu behaupten“

          Nun ja, bleiben wir mal auf dem Teppich. Der Nudelverkäufer hat es herausgefordert. Es schickt sich nicht, Kunden sexuell konnotierte Komplimente zu machen und auf dieser Grundlage Zechprellerei und sexistische Diskriminierung zu unterstützen.
          Würde jemand zu mir sowas sagen, wäre ich mehr als befremdet, selbst wenn der Typ mir gefällt.
          Ich finde ihre Reaktion gar nicht so schlecht. Das zeugt von Potential und entspricht in etwa meinem Wesen 🙂

        • @adrian

          Es kam ja auch nicht aus dem nix:

          Sie bestellt, der Verkäufer fängt an zu scherzen. Bis er zu mir sagt “Wer so sexy ist, darf alles.” Er grinst triumphierend.

          Es scheint also scherze vorweg gegeben zu haben und sich daraus entwickelt zu haben. Klar, wenn er vorher schon merken musste, dass sie genervt sind, dann würde ich es auch verstehen, wenn sie pampig wird. Aber anscheinend hat er vorher ein paar scherzhafte Sprüche gemacht und es hat sich entwickelt.

          Dessen ungeachtet kann man so eine Bemerkung wie ihre ja durchaus auch scherzhaft machen, als Herausforderung oder Shittest. Dann wäre sie auch unproblematisch. Aber sie scheint es ja schlicht geärgert zu haben.

          Ich persönlich würde so einen Spruch einer Kellnerin zu mir klasse finden. Aber gut, dass wäre im Kontext auch etwas anderes.

        • Der Nudelverkäufer hat es herausgefordert.

          Naja, vermutlich hat er tatsächlich eher sowas wie „Wer so schön ist, darf alles“ gesagt und es gibt dazu einen Kontext, der uns leider vorenthalten wurde.

          So einen Spruch lässt niemand ohne jeden konkreten Anlass vom Stapel, und die Darstellung dieses Anlasses ist eine Leerstelle in dem Artikel.

          Würde jemand zu mir sowas sagen, wäre ich mehr als befremdet, selbst wenn der Typ mir gefällt.

          Du bist ja auch ein Mann. Es ziemt sich nicht, Männern Komplimente bezüglich ihres Aussehens zu machen. Wenn das dann doch mal passiert, ist man natürlich befremdet weil man spürt, dass eine Konvention gebrochen wurde. Das erweckt den Verdacht, dass da ein Mangel an Respekt im Spiel ist.

        • Das zeugt von Potential und entspricht in etwa meinem Wesen 🙂

          Fehlt dir etwa auch die soziale Kompetenz, solche Sprüche angemessen zu kontern?

          „Oh, dann darf ich Sie ja auffordern, einen Kopfstand zu machen“ hielte ich beispielsweise für schon etwas kompetenter.

        • „So einen Spruch lässt niemand ohne jeden konkreten Anlass vom Stapel“

          Ah geh. Migranten aus Spanien, Frankreich oder Italien machen das öfter mal.

          „Du bist ja auch ein Mann.“

          Ich bin schwul. Ich bin es, wie jeder Mann, nicht gewohnt, dass Frauen Männern Kmplimente machen, aber das Männer Männern Komplimente machen, habe ich schon öfter gehört. Mein Befremden würde aus der Situation des Geschäftsverhätnisses heraus rühren. Ich will Nudeln kaufen und wenn er flirten will, kann er das subtiler machen, anstatt mich zu privilegieren und mich zu entmündigen indem er mir kostenlos was aufdrängen möchte. Wenn er dies tut, würde er mich als Mann nicht ernst nehmen.

        • @adrian

          „Ich will Nudeln kaufen und wenn er flirten will, kann er das subtiler machen, anstatt mich zu privilegieren und mich zu entmündigen indem er mir kostenlos was aufdrängen möchte.“

          Er hat ihr doch gar nichts aufgedrängt? der ansatz, dass sie was kostenlos bekommen, kam von ihr

        • Ah, sorry, Du hast Recht. Kommando zurück. Meine ganze Analyse war falsch.

        • @adrian

          Wie wäre dann deine neue Analyse?

        • Also noch mal.

          „Der Nudelverkäufer hat es herausgefordert.“
          – Nope.

          „Es schickt sich nicht, Kunden sexuell konnotierte Komplimente zu machen“
          -Yes

          „und auf dieser Grundlage Zechprellerei und sexistische Diskriminierung zu unterstützen.“
          – obsolet

          „Würde jemand zu mir sowas sagen, wäre ich mehr als befremdet, selbst wenn der Typ mir gefällt.“
          – Bleib ich dabei. Ich möchte nicht besser behandelt werden. Schon gar nicht in einer Geschäftssituation. Und dieser Besserbehandlung wird bereits schon die Aussage „darf alles“ deutlich. Es ist gar nicht so sehr das sexuelle Kompliment, es ist das auf den Teppich heben. Mag ich nicht. Damit kommt man bei mir nicht durch. Das empfinde ich in der Tat als plumpen Angriff auf meine Männlichkeit und meine Persönlichkeit.

          Ich finde ihre Reaktion gar nicht so schlecht. Das zeugt von Potential und entspricht in etwa meinem Wesen
          – Wie gesagt, das Potential ist gut. Sie hat den Willen zu kontern.

        • @adrian

          “Es schickt sich nicht, Kunden sexuell konnotierte Komplimente zu machen”
          -Yes

          Man müsste wohl den gesamten Austausch gesehen haben. Wenn er vorher schon gescherzt hat und ihre Freundin das positiv fand, dann kann er auch nen Spruch machen. Es kommt auch auf seine übrige kommunikation in Verbindung mit dem Spruch an. Klar, wenn er dabei einmal den Körper rauf und runter schaut und es sehr sexuell betont, dann überschreitet es Grenzen, wenn er es einfach spasshaft und mit einem Lächeln hinwirft, als „fühl dich gut“-Spruch, dann kann es vollkommen okay sein

          „– Bleib ich dabei. Ich möchte nicht besser behandelt werden. Schon gar nicht in einer Geschäftssituation. Und dieser Besserbehandlung wird bereits schon die Aussage “darf alles” deutlich. Es ist gar nicht so sehr das sexuelle Kompliment, es ist das auf den Teppich heben. Mag ich nicht. Damit kommt man bei mir nicht durch. Das empfinde ich in der Tat als plumpen Angriff auf meine Männlichkeit und meine Persönlichkeit.“

          Ich finde „verkäufer im Park“ ist noch etwas anderes als LAdenverkäufer. Das Bedienungen in Speiselokalen mal etwas flirten ist ja nun nicht ungewöhnlich, es kann eine sehr gewünschte Stimmung erzeugen, wenn man es beiläufig genug macht.
          Ein Freund von mir hat ein trendiges hippes Snack/Cafe. Die Bedienungen sind meist Studenten (m/W) und gutaussehend. Er meint, dass er seine Bedienungen anhält etwas harmlos zu flirten, weil das allgemein super gut ankommen würde. Neulich war ich auch mal da und er bediente gerade einen Tisch mit Schülerinnen, so um die 17-18 jahre alt. Da fing er auch an mit „na ihr hübschen, was darf es sein?“ und „heiß wie ihr seid, braucht ihr doch bestimmt einen frozen Yoghurt“ und verabschiedete sich mit „ich glaube ich mach mir auch erst mal was kaltes“ zwinkerte und ging mit einem Lachen ab. Bei den Mädels war die Reaktion gekicher, lachen und das typisch „lass und mal diskutieren,wie süss er ist“ Köpfe zusammenstecken als er ging.
          Bei weiblichen Kellneren ist uns das glaube ich intuitiver bewußt: Sie hat den ausschnitt nicht an, weil du da bist und sie lächelt nicht, weil du so toll bist und es ist auch nicht so, dass attraktive Menschen irgendwie sich besser bestellungen merken können und deswegen häufiger angestellt werden, sondern es ist ein Geschäft.
          Und wenn du eben die Nudelbude hast, bei der die Frauen noch ein Kompliment dazu bekommen und dadurch ein besseres Gefühl bekommen, dann hast du eben die Nudelbude mit mehr Umsatz. Der Kellner wollte vielleicht gar nicht so großartig mit der mittelmäßig attraktiven Frau flirten, er wollte ihr ein Feel-Good-Kompliment geben, zusätzlich zu ihren Nudeln.

          Gut, vielleicht war er auch creepy. Da müßte man dabei gewesen sein

          „– Wie gesagt, das Potential ist gut. Sie hat den Willen zu kontern.“

          Aber leider aggressiv und aus Gründen, die wahrscheinlich vollkommen an der Sache vorbeigehen

        • “Oh, dann darf ich Sie ja auffordern, einen Kopfstand zu machen” hielte ich beispielsweise für schon etwas kompetenter.“

          Ich sagte ja, sie hat das Potential. Sie hat den Willen zu kontern, es fehlt ihr die Kreativität und Klasse. Sie ist vmtl. schon zu tief im Feminismus verstrickt.

        • Ah geh. Migranten aus Spanien, Frankreich oder Italien machen das öfter mal.

          Da fehlt aber immer noch der Kontext. Auch ein Spanier oder Italiener sagt nicht einfach so, dass eine Frau alles darf.

          Natürlich sind Komplimente über Schönheit bei uns eher ein Tabu, aber so eine biererntste Pampigkeit halte ich nicht für eine angemessene Reaktion darauf. Es ist ja nicht so, dass Komplimente eine Beleidigung wären.

          Und warum steigt sie überhaupt darauf ein, wenn sie es so unverschämt findet? Bei solchen „kleinen Dreistigkeiten“ bricht man eher das Gespräch einfach ab.

        • Es schickt sich nicht, Kunden sexuell konnotierte Komplimente zu machen

          *Haare zurück streich, lächel, hoffnungslos übertriebene Präsentationsgeste, weiter im Text*

        • „Es scheint also scherze vorweg gegeben zu haben und sich daraus entwickelt zu haben. Klar, wenn er vorher schon merken musste, dass sie genervt sind, dann würde ich es auch verstehen, wenn sie pampig wird. Aber anscheinend hat er vorher ein paar scherzhafte Sprüche gemacht und es hat sich entwickelt.“

          Kontext ist was für Pussys. Wie bei Tim Hunt….

        • „Neulich war ich auch mal da und er bediente gerade einen Tisch mit Schülerinnen, so um die 17-18 jahre alt. Da fing er auch an mit “na ihr hübschen, was darf es sein?” und “heiß wie ihr seid, braucht ihr doch bestimmt einen frozen Yoghurt” und verabschiedete sich mit “ich glaube ich mach mir auch erst mal was kaltes” zwinkerte und ging mit einem Lachen ab.“

          Grauenvoll. Aber das Mädels so was albernes, entmündigendes und peinliches gut finden bestärkt mich in meinem Entschluss, sie nicht ernst zu nehmen.

        • „Und warum steigt sie überhaupt darauf ein, wenn sie es so unverschämt findet? “

          Guckst Du weiter oben bei DMJ.
          Ich zitier: „Sie müsse ihn sofort aggressiv darauf ansprechen, wie unverzeihlich das war und wenn er sich auf das Gespräch einlasse, habe er sich “unterworfen”.“

        • Ergänzung: Gespräch abbrechen geht also für eine überzeugte Feministin nicht.

        • „Ein Freund von mir hat ein trendiges hippes Snack/Cafe. Die Bedienungen sind meist Studenten (m/W) und gutaussehend.“

          Kenn ich übrigens, diese Art von Cafe. Mach ich im Allgemeinen einen großen Bogen drum, weil es eine einzigste Ansammlung peinlichster Heterosexualität ist.

        • „Grauenvoll.“

          Sehe ich auch so. Der Kerl klingt wie frisch aus einem 70-er Jahre-Softporno. Und selbst bei der Reaktion der Mädels gebe ich dir recht. Wobei es durchaus auch sein könnte, dass C. da etwas falsch verstanden hat, und sie sich über den Kellner lustig gemacht haben.

        • Ich verstehe diese Distanzlosigkeit grundsätzlich nicht. Bin ich einfach zu alt? Zu meiner Zeit war man höflich und hat gerne auch geflirtet, aber im Kontext der Situation. Ich würde ein solches Verhalten auch in einer Homobar nicht akzeptieren.

        • Dann bin ich wohl auch zu alt (oder auch verbiestert). Denn so ein prolliger Umgangston stößt mich auch ziemlich ab. Daran kann ich auch nichts Unverfängliches oder Witziges erkennen …

        • “heiß wie ihr seid, braucht ihr doch bestimmt einen frozen Yoghurt”

          Das ist auch für meinen Geschmack ziemlich schmierig und peinlich.

          Aber wenn die Mädels das super finden, dann muss man halt diesen Kundinnenwunsch bedienen.

        • @nick

          Es ist schriftlich etwas schwer darzustellen, aber es liegt alles an der Art wie man es sagt. Wenn es locker und spassig rüberkommt und nicht so als wollte er was von ihnen, sondern macht etwas spass, indem er pseudo-flirtet, dann ist es nicht schmierig. Es ist einfach eine spasshafte Übertreibung und etwas honig um den Mund schmieren. Es muss eben mit der passenden Leichtigkeit kommen.

        • Es ist schriftlich etwas schwer darzustellen, aber es liegt alles an der Art wie man es sagt.

          Ja, das ist ein grundsätzliches Problem. Das Verbale ist eben nur ein kleiner Teil bei so einer Kommunikation und jeder, der sowas liest, phantasiert sich zwangsläufig das Nonverbale dazu.

          Ich würde aber meinen, dass eine Bedienung erstmal mit Distanz auf unbekannte Kundschaft zugehen sollte.

          Aber das Konzept eines „trendigen hippen Snack/Cafe“ ist eben oft einfach ganz anders. Da gehört die fehlende Distanz dazu.

          Wenn man solche Lokalitäten aufsucht, dann kann man einfach nicht erwarten, dass die Bedienung sich so benimmt, als ob sie im Adlon wäre.

      • es fehlt ihr die Kreativität und Klasse.

        vulgo: es fehlt ihr die soziale Kompetenz, mit solchen Situationen umzugehen.

        Entweder man kriegt es hin, die Situation mit einem „nicht-pampigen“ Spruch zu meistern oder man beendet das Gespräch.

        Pampigkeit (nicht zu verwechseln mit der „Berliner Schnauze“, die ist nicht bierernst) halte ich nun mal nicht für angemessen für den „Affront“ eines vielleicht nicht ganz geglückten Komplimentes.

        Wobei ich immer noch denke, dass der Nudelverkäufer es ironisch meinte. Vermutlich als Reaktion auf etwas, was er selbst etwas unverschämt fand.

      • Das vorherige Scherzen hatte ich auch überlesen. – Das macht die Situation jetzt natürlich noch uneinschätzbarer.
        Zumal ja auch der Spruch recht speziell ist und sich auf irgendwas beziehen muss, was nicht mit zitiert wurde.
        Wäre er Antwort auf den Satz „Dürfte ich Sie bitten, mir langsam mal mein Essen zu geben?“, wäre er völlig daneben, wäre er Antwort auf etwa ebenfalls Scherzhaftes, könnte er sogar ganz okay sein.

        Wie gesagt – hier fehlen wieder mal die Details, als dass man die Story wirklich beurteilen könnte. Momentan ist meiner Ansicht nach von „Sie ist völlig unmöglich“ bis „Er ist ein Schmierlappen“ alles möglich.

  4. Wie man unschwer erkennen kann ist es für Feministinnen von Vorteil, wenn sie rein auf ihr Äusseres reduziert werden. Solche „inneren“ Werte werden bei normal funktionierenden Männern nämlich einen Brechreiz auslösen. In einer Welt ohne Objektifizierung würden Feministinnen den einzigen Vorteil verlieren, den sie gesellschaftlich haben, nämlich, dass sie Frauen und dadurch für Männer grundsätzlich attraktiv sind.

    Das ist auch das Problem von fetten/alten Feministinnen; die haben einfach nur ihre inneren Werte über das eigene Fleisch gestülpt und kriegen keinen Bonus aufgrund ihres Aussehens. Folgerichtig mag die auch niemand.

  5. Ihre sozial imkompetente Reaktion auf ein harmloses Kompliment und das reflektorische Nachsinnen über ihre infantil-konkretistische „Schlagfertigkeit“ (Ich ärgere mich fast ein bisschen, dass ich nicht darauf bestanden habe, in die Kasse zu greifen. Genau – weil für flirtende Männer dasselbe gilt wie für Feen, die einem 3 Wünsche anbieten: sie müssen sich genau beim Wort nehmen lassen, alles andere wäre unfair! Ehrlich, gibt es einen erwachsenen Menschen ohne Asperger-Syndrom, der diesen Konkretismus schlagfertig nennt?) zeigen ja schnell, dass sie nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte ist und wahrscheinlich abgesehen von ihrem Äußeren (wenn überhaupt…) nicht viel zu „respektieren“ da ist. Man braucht sich eigentlich über so jemanden nicht weiter lustig machen.

    Aber das hier ist symptomatisch, das lassen ja auch Sheera (erst kürzlich) und andere immer wieder verlauten:
    Ich habe mich stark gefühlt. Seitdem ich mich mit Feminismus beschäftige, verstehe ich, was mir geschieht. Warum es geschieht. Und dass es nicht in Ordnung ist.

    Nun, genau das gilt eben für jede Verschwörungstheorie oder Ideologie. Sie bietet einem selbstwertdienliche Attributionsmuster an, die kurzfristig als „empowernd“ erlebt werden, und aber das eigentliche Ziel („Ich möchte ernst genommen werden“ sic!) in immer weitere Ferne rücken lassen. Und damit eben auch einen stabilen, gesunden Selbstwert, der unabhängig von Opfernarrativen und globalen Feindbildern Bestand hat.

    • „wahrscheinlich abgesehen von ihrem Äußeren (wenn überhaupt…) nicht viel zu “respektieren” da ist.“

      Sie hat ja Fotos online:

      (die mittlere)

      Der Artikel zu ihrem Antrag zum Skaterprojekt ist auch geil:

      https://selbstgestimmt.wordpress.com/2015/06/29/feministische-projekte-scheitern-nicht-an-der-idee-sondern-an-mannlichen-entscheidungstragern/

      Ich sitze grade an einer Bewerbung für einen Ideenwettbewerb. Ich reiche mein feministisches Projekt “About a Board” ein, um über den Wettbewerb in ein Netzwerk mit Beratungen und Workshops zu kommen. Eigentlich habe ich keine Zeit, jetzt hier auf dem Blog zu schreiben. Denn morgen ist Abgabe und ich habe noch nicht mal das Konzept fertig.

      Doch ich bin grade genervt. Ich weiß nicht, wer in der Jury sitzt. Aber mit Sicherheit sind es fünfzig bis über fünfzig Prozent Männer. Ich weiß nicht, ob sie ein Verständnis für feministische Fragen haben. Doch ich muss vom Worst-Case ausgehen. Deshalb versuche ich mich grade in einen Mann reinzudenken und in zwei Sätzen zu erklären, wo Frauen denn gesellschaftlich Rollenbildern entsprechen müssen und warum es unbedingt einer speziellen Frauenförderung bedarf.

      Ehrlich, ich habe keine Lust, weißen Heteromachomännern zu erklären, wie ich als Mädchen erzogen wurde und wie ich mich als Frau fühle. Machomännern zu erklären, weshalb es den Feminismus geben muss. Schon allein, dass mehrheitlich in entscheidungstragenden Positionen Männer sitzen. Würden da nur Frauen sitzen, müsste ich denen nichts erklären. Oder mich zumindest nicht rechtfertigen.

      Ich sitze also hier vor meiner schönen Idee, ein paar Menschen das Leben schöner zu machen. Aber wie soll ich bei wichtigen Entscheidungen mit dieser Idee weiterkommen, wenn da Männer sitzen und wenn da Männer nicht verstehen, wo eigentlich das Problem sein soll? Wo kein Problem ist, braucht es auch kein Projekt. Wenn da Männer sitzen, die gar nicht erst wollen, dass Frauen eigenständig handeln und denken. Wenn da Männer sitzen, die sich in ihrer Männlichkeit bedroht fühlen. Projektförderung? Abgelehnt!

      • Sie hat ja Fotos online:

        Oh, ich fürchte sie hat die Ironie des Nudelverkäufers nicht verstanden.

        • Ja, sie kann froh sein, dass überhaupt ein Mann mit ihr redet. Aber vermutlich war er auch nicht der hübscheste 🙂

        • @adrian

          „Ja, sie kann froh sein, dass überhaupt ein Mann mit ihr redet“

          Da sie lesbisch ist ist sie wahrscheinlich ähnlich froh wie du, wenn überhaupt eine Frau mit dir flirtet.
          (und natürlich ist sie in Therapie, wie einem anderen Beitrag zu entnehmen ist. Irgendwie ist Feminismus da relativ „normativ“)

          „Aber vermutlich war er auch nicht der hübscheste :)“

          Oder er wollte einfach nur sex. oder beides

        • „Da sie lesbisch ist ist sie wahrscheinlich ähnlich froh wie du, wenn überhaupt eine Frau mit dir flirtet.“

          Hä?

        • @adrian

          Ich vermute mal ihre Sicht ist, dass es ihr egal ist, ob er mit ihr redet,über die Bedienung hinaus, weil sie eh an Frauen interessiert ist. Eher wird sie hier wohl heteronormativität vermuten

        • Was hat das mit mir zu tun?

        • @adrian

          Nur indirekt etwas, da ihr beide homosexuell seid. Ich nehme an, dass es dir daher wenig ausmachen würde, wenn Frauen dich nicht anmachen?

        • Ach so meinst Du das. Natürlich nicht. Es wäre mir egal.

        • Ich vermute, dass sie sich die Geschichte ausgedacht hat.

          Als Lehrstück für all die dummen Hascherl, die noch nicht die Lila Pille gschluckt haben und meinen, von benevolentem Sexismus profitieren zu können.


        • (und natürlich ist sie in Therapie, wie einem anderen Beitrag zu entnehmen ist. Irgendwie ist Feminismus da relativ “normativ”)

          Warum bloß bemerken immer noch vergleichsweise so alarmierend wenige heterosexuelle Frauen ohne mental health issues, dass sie vom Patriarchat unterdrückt werden und Feminismus brauchen?

          Aber wie soll ich bei wichtigen Entscheidungen mit dieser Idee weiterkommen, wenn da Männer sitzen und wenn da Männer nicht verstehen, wo eigentlich das Problem sein soll?

          Ja, eine absolute Zumutung sich überhaupt mit Pimmelträgern auseinandersetzen zu müssen. Dabei wäre es doch so einfach, die einfach vorhandenen Ressourcen an die zu verteilen, die sie brauchen (nämlich Frauen*).

        • „Wobei ich immer noch denke, dass der Nudelverkäufer es ironisch meinte. Vermutlich als Reaktion auf etwas, was er selbst etwas unverschämt fand.“
          „Sie hat ja Fotos online:

          Oh, ich fürchte sie hat die Ironie des Nudelverkäufers nicht verstanden.“

          Wieso bitte?
          Nach den Fotos würde ich schon sagen, dass sie hübsch ist (v.a. natürlich im vgl zu den anderen Tussen auf dem unteren Bild)
          Das ist schließlich kein Profifoto aus einem Fotoshoosting, sondern ein alltags Schnappschuss. Selbst Supermodels oder Frauen, die man so gemeinhin als die „schönsten Frauen der Welt“ bezeichnet sehen auf alltäglichen Papparazzi-Fotos kaum besser aus. Ich denke, da ist unsere Wahrnehmung von Fotos etwas versch(r)oben. In einem professionellen Shooting eines Topfotografen könnte sie umwerfend aussehen.

          „Ironie“ des Verkäufers könnte sich auf zwei Punkte beziehen: Einmal, dass sie eben so offenkundig unsexy ist, dass sie das bitteschön auch selber zu merken hätte, oder darauf, dass man sich aufgrund von Sexyness einbildet alles erlauben zu können.
          Ersteres wäre eine grobe Unverschämtheit. Die wäre so übel, dass der Verkäufer, wenn er ein Angestelter wäre, dafür gefeuert werden müsste. Implizit wäre die Aussage, du pickelige, bucklige fette Kuh hältst dich wohl für was besseres.

          Im Fall der zweite Möglichkeit wäre noch klarer als bei der ersten, dass er ihr den Versuch der Zechprellerei im Anschluss auf keinen Fall durchgehen lassen würde. Dann wäre die Antwort auf „Okay, dann nehm ich dich jetzt beim Wort“ nämlich, „Du hast mich nicht richtig verstanden“.

          Beides zeigt, dass der Nudelverkäufer die Situation anders aufgefasst hat als sie, nämlich keineswegs als „Kampf“, sondern eben spielerisc, und sich wohl auch nicht als „Verlierer“ sieht.
          Ich denke, sie überschätzt an der Stelle auch ihre Möglichkeiten – sie hat absolut nichts, um in ihrer Situation ihre Forderung in irgend einer Weise konfrontativ oder „fordernd“ durchzusetzen. Die einzige Form, ihr dies durchgehen zu lassen ist, indem der Verkäufer es als spielerisch auffasst. Alles andere würde – MÜSSTE er abblocken. Wäre es ein „Kampf“ und er würde an so einer Stelle einknicken, würde er das Gesicht verlieren. Niemand würde das als „Kampfsituation“ durchgehen lassen.

        • Passt ganz gut:

          „Wer mit sich unzufrieden ist, ist fortwährend bereit, sich dafür zu rächen: Wir anderen werden seine Opfer sein, und sei es auch nur darin, daß wir immer seinen häßlichen Anblick zu ertragen haben.“

          -Nitzsche

          Armes Mädel, sorry for her. Aber auch hier wieder die Frage nach dem Ei:

          Muss man so von Selbstzweifeln zerfressen sein um Feministin zu werden oder kommen die Selbstzweifel durch Feminismus? Das ist doch nicht mehr normal ein „Bier trinken am Späti als empauernd“ zu bezeichnen?! Was ist da denn los?

          Ich will keine feministische Welt in der ich nicht auch mal mit Dienstleistern, Personal bzw. Kunden ein persönliches Gespräch führen kann abseits der „geschäftlichen Transaktion“, wir sind Menschen, Herrgott!

          Wer keins möchte, antwortet eben schmalsilbig. Das wird schon i.d.R. verstanden, wenn nicht: Hinweisen da nervend.

          Aber erst plauschen und dann plötzlich ankacken, was ist denn das für ein Umgang?

        • @maddes

          >>“Nach den Fotos würde ich schon sagen, dass sie hübsch ist.“

          Jua geht so. Durchschnitt…

          Gerade mal so ein bisschen Klarnamen querrecherchiert, Lebenslauf ect. Warum ist so jemand unzufrieden? Warum kämpft so jemand „jeden Tag gegen Patriarchat und Neoloberalismus“. Sie hat alle Möglichkeit und nutzt die. Klar, es ist nicht einfach, aber es läuft.

          Ich verstehe es einfach nicht. Woher kommt dieser Hass?!

          Warum?

          Warum nur?

          Sowas zieht mich immer wieder runter. Da draußen sind Millionen Menschen die nicht so ein Leben führen können, die nicht das machen können, was ihnen Spaß macht. Für die Arbeit Pflicht ist und keine Selbstverwirklichung.

          Ich checke es einfach nicht.

          Man man man…

          Und dann noch in Berlin (wahrscheinlich) einen Mitbürger aus lockeren und mitmenschlicheren Kulturkreis doof anpampen.

          Schöne Zugezogene…schönen Dank auch!

          Dit is nich mein Berlin.

        • PS: Der Fairness halber, sollte sie hier mitlesen, durch Xing und die Uhrzeit hast du auch meinen Klarnamen.

          🙂

      • In einer PU Situation, was wir hier ja nicht
        wirklich haben, finde ich den Spruch
        recht gut. Mit einem kleinen Zusatz
        könnte er noch verschärft werden.
        “Wer so sexy ist, darf alles.”
        ausser bei mir.

      • Moment mal, die hat das wirklich so geschrieben? Das ist ja schon Realsatire.

        „Morgen ist Abgabe, ich habe nichts zum vorzeigen noch nicht mal ein fertiges Konzept. Aber bloggen ist jetzt viel wichtiger. Und wenn ich abgelehnt werde, dann liegt das an den ganzen Machomännern. Wenn da nur Frauen wären, dann würde ich sofort meine Förderung kriegen!“

        Und sie scheint wirklich der Meinung zu sein, daß es nur um „Ego streicheln“ geht um das Kommittee zu überzeugen. Daß sie vielleicht sowas wie gute Arbeit vorweisen sollte: Fehlanzeige. Was für ein Prinzesschen.

        Also ich fürchte ja, daß die junge Dame noch einige sehr ernüchternde Erfahrungen machen wird was weibliche Begutachterinnen angeht. Mit meiner Frau jedenfalls sollte die nicht zusammenrauschen. Meine Frau würde diese Tucke nach Strich und Faden zusammenfalten und ihren Projektantrag hochkant rauswerfen. Begründung: Arbeitsverweigerung. Note 6. Mach erstmal deine Hausaufgaben, bevor du hier unsere wertvolle Zeit verschwendest.

        Und man sollte der jungen Dame vielleicht auch mal mitteilen, daß weibliche Begutachterinnen genau wissen, wie weibliche Manipulation funktioniert. Mit „Ego streicheln“ könnte sie vielleicht noch bei Männern Erfolg haben, bei Frauen beisst die auf Granit.

        • Ja, ich find den skateboard-Artikel auch großartig. Ich meine, sie sitzt da einen Tag vor Abgabetermin und hat nicht mal das Konzept fertig (!) und überzeugt sich gerade selbst, dass der Antrag eh abgelehnt wird, weil da nicht ausschließlich Frauen im Komitee sitzen (!). Die Schritte zu verfolgen, ist interessant. Sie DENKT, dass im Komitee sicher auch Männer sitzen -> Sie DENKT, dass das sicher Hertero-Machos sein werden -> Sie DENKT, dass die kein Verständnis für feministische Projekte haben -> Sie hält sich für unfähig, ihre (konzeptlose) Idee überzeugen zu erklären -> Sie weiß bereits, dass der Antrag scheitern wird. Und Schuld daran sind natürlich nicht die eigene Inkompetenz, sondern die (eingebildeten) Hetero-Machos im Komitee …

      • Also, das ist wirklich ein schönes Lächeln auf dem oberen Foto. Und die Idee, so eine Skateboardaktion hochzuziehen ist nicht schlecht.

        Der Blogeintrag über den Antrag erinnert mich allerdings stark an „die Geschichte mit dem Hammer“ von Paul Watzlawick. Einfach mal googeln, gibt zahlreiche Quellen.

        • @graublau

          „Also, das ist wirklich ein schönes Lächeln auf dem oberen Foto. Und die Idee, so eine Skateboardaktion hochzuziehen ist nicht schlecht.“

          Ja, das Foto hat sie gut ausgesucht und gegen Skateboardaktionen habe ich auch nichts. Aber sie ist nun keine Frau, bei der der Spruch, dass sie aufgrund dessen alles kann, realistisch ist.

        • „Aber sie ist nun keine Frau, bei der der Spruch, dass sie aufgrund dessen alles kann, realistisch ist.“

          Für den betreffenden Verkäufer vielleicht schon.

        • Also wenn mich in Deutschland eine Frau so anstrahlen würde, wenn ich sie bediene, dann würde ich versuchen, ihr über ein wohlgewähltes Kompliment mitzuteilen, wie sehr mich das freut. Ich wäre auch nicht so versessen, zu glauben, das würde sie wegen mir machen. Sie kann ja einfach gute Laune haben, frisch verliebt sein, einen guten Tag gehabt haben… aber einen positiven Kommentar zum Lächeln würde ich schon versuchen.

    • Ich habe mich stark gefühlt. Seitdem ich mich mit Feminismus beschäftige, verstehe ich, was mir geschieht. Warum es geschieht. Und dass es nicht in Ordnung ist.

      Genau so reden mit schöner Regelmäßigkeit auch frisch erweckte Erweckungschristen.

      • Ich würde es sogar wieder auf mein Lieblingsthema erweitern, dass es so ziemlich alle betrifft, die sich lieber unter ein Label scharen, statt sich primär als Individuum zu verstehen.

        Der arbeitslose Säufer entdeckt dank Nazis, dass er ja doch wertvoll, da Deutscher ist, der kleinkriminelle Araber dank Islamismus, dass er zu den Kämpfern Gottes gehört.
        Ebenso freut es Frauen, wenn sie dank Feminismus all ihr Scheitern dem Patriarchat ankreiden können und viele Männer, wenn sie dank Maskulismus erklären, ihr Misserfolg bei Frauen läge nur daran, dass die alle Ausbeuterinnen wären.

        Dass so ein Label einem persönlich tatsächlich helfen kann, sich als etwas besseres zu fühlen, ist wohl unbestreitbar. Aber gern schadet es der Welt insgesamt.

        • Ich würde es sogar wieder auf mein Lieblingsthema erweitern, dass es so ziemlich alle betrifft, die sich lieber unter ein Label scharen, statt sich primär als Individuum zu verstehen.

          Ja, es ist erstaunlich (.nicht.), wie oft das sich als Feministin etc. Bekennen und Identifizieren enorm wichtig ist. Und wie vehement verucht wird, das Label frei von jedem Makel zu halten.

          Wenn es um politische Ziele geht, sollten doch eigentlich konkrete Inhalte wichtiger sein als der Oberbegriff, unter dem sie firmieren.

          Ich muss mich doch nicht als Maskulist identifizieren, um etwas gegen die Entsorgungspraxis von Vätern zu haben und ich muss deshalb auch nicht ausnahmslos alles als Teufelszeug empfinden, was unter „feministische Position“ firmiert.

  6. Moment ich verstehe das nicht, mein Logikzentrum heute morgen Schwierigkeiten. Sie hat einem Sexisten die Harke gezeigt, indem sie sein sexistisches Angebot auf besserbehandlung angenommen hat und das empauert sie?

    I dont get the clou….

  7. „Seitdem ich mich mit Feminismus beschäftige, verstehe ich, was mir geschieht. Warum es geschieht.“

    Hmm, ja. Ich vermute ja eher einen hormonellen Effekt im Bereich des hier untersuchten Phänomens: http://scan.oxfordjournals.org/content/6/5/556

    „Additional analyses focusing on individual differences in attachment anxiety and avoidance across BPD and control participants indicate that these divergent effects were driven by the anxiously attached, rejection-sensitive participants. These data suggest that OXT [Oxytocin] does not uniformly facilitate trust and pro-social behavior in humans; indeed, OXT may impede trust and pro-social behavior depending on chronic interpersonal insecurities, and/or possible neurochemical differences in the OXT system.“

  8. Irgendwann wird sie darüber beschweren, dass die Leute bei der Arbeit aufhören zu lachen sobald sie den Raum betritt. Die Schlussfolgerung wird dann sein, mehr Feminismus ist nötig.

  9. Wenn sich das wirklich so ereignet hat, dann zeigt das gut, wie der Feminismus aus Frauen wirklich widerliche Ekelpakete machen kann. Primitiver geht es kaum noch.

    Und was ist es überhaupt für ein Luxusproblemchen, wenn man als Frau attraktiv ist und nicht aufs Aussehen reduziert werden will. Das ist so, als wenn ein Millionär nicht auf seine Kohle reduziert werden möchte.

    • Ich finde es ehrlich gesagt auch nicht weniger primitiv von einem Verkäufer, von dem man bloß Nudeln kaufen will und Höflichkeit und einigermaßen professionelles Verhalten verlangt, aus heiterem Himmel „sexy“ genannt zu werden. Das schickt sich einfach nicht. Ebenso wenig, wie es sich schickt, als Bankbeamter Kaugummi kauend seine Kundschaft zu duzen. Während einer geschäftlichen Abwicklung (Nudeln kaufen) will man mit Respekt und Höflichkeit behandelt und vor allem ernst genommen werden. Da sind solche Komplimente fehl am Platz.
      Mag sein, dass die besagte Bloggerin alles etwas über- bzw. falsch interpretiert, denn als typisch männliches, dem Patriarchat geschuldetes Verhalten schätze ich die pubertären Anwandlungen des Verkäufers nicht ein, aber ihre Retourkutsche finde ich nicht ganz verkehrt.

      • aus heiterem Himmel “sexy” genannt zu werden.

        Woher weißt du denn, dass es aus heiterem Himmel war?

        Die Blogbetreiberin äußert sich sehr spärlich zum Kontext: „Nein, nicht ganz. Sie bestellt, der Verkäufer fängt an zu scherzen. Bis er zu mir sagt “Wer so sexy ist, darf alles.” Er grinst triumphierend.“

        Offenkundig hat also der Verkäufer gescherzt und mindestens eine der Damen ist offenkundig irgendwie darauf eingestiegen. Und das ist schon eine Verschiebung von der öffentlichen hin zur privaten Sphäre.

        Während einer geschäftlichen Abwicklung (Nudeln kaufen) will man mit Respekt und Höflichkeit behandelt und vor allem ernst genommen werden.

        Eine Nudelbude ist aber kein Bankschalter. In der Gastronomie wird durchaus ein gewisses Maß an Privatheit erwartet und ist auch üblich.

        • Nun, ich spekuliere genauso wie du hier schon wieder und bei deinen Kommentaren oben ganz besonders („Sarkasmus“, etc.). Ich vermute, sie ist eben nicht darauf eingestiegen, oder hat die Scherze zumindest anders verstanden (denn wenn er vorher schon anzüglich gewesen wäre, wäre sie nicht erst beim „sexy“-Kommentar unfreundlich geworden), und somit kam der Kommentar für sie aus heiterem Himmel.

          „Eine Nudelbude ist aber kein Bankschalter. In der Gastronomie wird durchaus ein gewisses Maß an Privatheit erwartet und ist auch üblich.“

          Wirklich? Ich habe lange Zeit in einem Imbiss gearbeitet, aber eine so geartete Privatheit habe ich nicht beobachten können. Sicher, ein freundliches Duzen ist schon drin, auch die Frage, wie es einem geht, aber einer fremden Person nachzusagen, dass sie „sexy“ ist wiederum nicht. Eine Nudelbude ist kein Striplokal, ja, nicht mal eine Nachtbar.

        • @shark

          „Wirklich? Ich habe lange Zeit in einem Imbiss gearbeitet, aber eine so geartete Privatheit habe ich nicht beobachten können“

          Es kommt eben sehr auf die Art des Imbiss an und wie er verkauft werden soll.

        • Mit Anzüglichkeiten gegen Kundinnen, auch wenn sie hetero sind, wird man allgemein recht wenig verkaufen, höchstens man heißt Ryan Gosling oder so ähnlich.

        • @shark

          Das würde ich bestreiten. Man muss es nur unbekümmert genug machen, also deutlich machen, dass man einfach nur um der guten Stimmung willen macht, weil es einen Spass macht. Es ist im Endeffekt „Outcome Indifference“. Und ein gutes Gespür dafür, mit wem man es machen kann und mit wem nicht.

        • Dass du das bestreiten würdest, ändert nichts daran, dass es bei den meisten Frauen nicht gut ankommt.

        • @shark

          Es ist wie immer: Man muss Menschenkenntnis und den nötigen Charme und am besten auch noch das Aussehen haben. Solange es als Scherz rüberkommt, werden es denke ich die meisten Frauen lustig finden.

        • „Solange es als Scherz rüberkommt, werden es denke ich die meisten Frauen lustig finden.“

          Als Scherz. Als „Eigentlich finde ich dich uninteressant, aber ich sage halt mal „sexy““-Scherz, weil es grade so lustig ist? Und das finden die meisten witzig? Wage ich zu bezweifeln.
          Und an „Menschenkenntnis“ hat es dem obigen Verkäufer offensichtlich sehr gemangelt, denn sonst hätte er auf den ersten Riecher die „verbiesterte“ (um es mit breakpoints Worten zu sagen) Radikalfeministin erkannt.

        • @shark

          „Als Scherz. Als “Eigentlich finde ich dich uninteressant, aber ich sage halt mal “sexy””-Scherz, weil es grade so lustig ist? Und das finden die meisten witzig? Wage ich zu bezweifeln.“

          Nein, eher im Sinne von: Hey, warum nicht einfach etwas flirten und Komplimente machen, ohne das es wirklich etwas bedeuten muss?“
          Er benutzt ja hier auch recht eindeutig das scherzhafte Mittel der Übertreibung. Sie ist weit weg davon „so schön zu sein, dass sie alles darf“ und selbst sehr schöne Frauen dürfen nicht alles.
          Es wird also eigentlich recht deutlich, dass er ihr gar nicht zugestehen will, alles zu dürfen, sondern es als scherz sieht. Sie nimmt das wörtlich, weil sie meint, dass er für die Äußerungen bestraft werden muss

          „Menschenkenntnis“ hat es dem obigen Verkäufer offensichtlich sehr gemangelt“

          Er hat sich in dem Fall geirrt. Aber mit einer so irrationalen Wendung musster er wohl auch nicht rechnen, gerade wenn die Freundin positiv auf seine vorherigen Scherze reagiert hat und sie auch gelacht hat.
          Das man den Irrsinn des Feminismus nicht eingeplant hat, muss nicht bedeuten, dass die Menschenkenntnis schlecht ist und er sonst ein gutes Gefühl dafür hat

        • Ich vermute, sie ist eben nicht darauf eingestiegen, oder hat die Scherze zumindest anders verstanden

          Dagegen spricht, wie gesagt, der Satz „“Nur weil ich in den Augen des Verkäufers sexy bin, heißt das nicht, dass ich alles darf” (Der spricht natürlich auch gegen die Deutung als Sarkasmus, eingesehen)

          Es muss sich also um etwas gehandelt haben, was man normalerweise nicht darf. Schwer vorstellbar, dass man über so etwas verhandelt, wenn man von den Scherzen des Verkäufers genervt ist.

          Ich habe lange Zeit in einem Imbiss gearbeitet, aber eine so geartete Privatheit habe ich nicht beobachten können.

          Jeder hat eben seinen Stil. Du wirst mir nicht erzählen, dass es dir nie passiert ist dass ein Kunde jemals etwas als indiskret empunden hätte, was du gesagt hast.

          Am Bankschalter sind die Konventionen einfacher, da passiert sowas einfach nicht.

        • Ob aus heiterem Himmel oder nicht, offensichtlich fand sie sein „sexy“ höchst unpassend, und das kann ich durchaus verstehen.

          „Jeder hat eben seinen Stil. Du wirst mir nicht erzählen, dass es dir nie passiert ist dass ein Kunde jemals etwas als indiskret empunden hätte, was du gesagt hast.“

          Doch, will ich 😉 (und falls doch, dann wüsste ich nichts darüber). Ich ließ nämlich den Kunden reden und richtete mich nach ihm, wie weit er mich in seine Privatsphäre lassen möchte. Normalerweise macht man das so als jemand, der etwas verkaufen will und auf den anderen angewiesen ist.
          Wobei ich mir sexuelle Anzüglichkeiten auch nicht gefallen ließ. Ich habe nur nicht darüber gebloggt, aber durchaus Grenzen gesetzt.

        • Ob aus heiterem Himmel oder nicht, offensichtlich fand sie sein “sexy” höchst unpassend, und das kann ich durchaus verstehen.

          Nach ihren eigen Worten fand sie es unmöglich, dass sie alles dürfen soll weil sie „sexy“ ist. Ich lese da keinerlei Empörung ihrerseits über dieses Wort heraus.

          Doch, will ich 😉 (und falls doch, dann wüsste ich nichts darüber)

          Mit normaler Sozialkompetenz _beiderseits_ wird das eben recht reibungsfrei ausgehandelt. Man ist sich dessen meistens nicht bewußt.

          Es geht hier allerdings auch gar nicht um Privatheit oder gar Intimität, die Autorin macht „Patriarchale Denkmuster“ bei dem Verkäufer aus und ist stolz darauf, dass sie dieser „strukturellen Gewalt“ entgegen getreten ist.

        • Wo liest du wieder heraus, dass sie völlig einverstanden mit der Bezeichnung „sexy“ war? Ich denke, es hat sie beides aufgeregt.

          „Es geht hier allerdings auch gar nicht um Privatheit oder gar Intimität, die Autorin macht “Patriarchale Denkmuster” bei dem Verkäufer aus und ist stolz darauf, dass sie dieser “strukturellen Gewalt” entgegen getreten ist.“

          Darum sage ich ja, dass sie etwas über- bzw. falsch interpretiert. Aber dennoch kann man sich über sein Verhalten aufregen, auch ohne eine Radikalfeministin zu sein.

        • @shark 9999

          Aber dennoch kann man sich über sein Verhalten aufregen, auch ohne eine Radikalfeministin zu sein.

          Sicherlich „kann man sich“ in so ziemlich alles hineinsteigern, was vielleicht nicht völlig den eigenen Ansichten entspricht.
          Aber man kann auch gelassen bleiben und andere Auffassungen respektieren, selbst wenn man sie nicht teilt.

        • So wie du es immer tust, wenn du über Feministinnen schimpfst.

        • @shark9999
          Wenn ich schimpfen würde, hörte sich das ganz anders an.
          Aber schon bezeichnend, dass du Feministinnen gleich wieder als Opfer siehst, nur weil es jemand wagt, ihrer menschenverachtenden Ideologie Kontra zu geben.

        • ?! Dann siehst du auch den Verkäufer als Opfer, weil ich es wage, seinen plumpen Spruch zu kritisieren.

        • Ich schätze, dass es dem Verkäufer ziemlich gleichgültig wäre, was du über seinen Spruch denkst.

          Aber bitte lass‘ es doch, in meine Worte etwas hineinzuinterpretieren, was ich nicht einmal andeutungsweise gesagt habe.

        • Das kann ich nur allzu gut zurückgeben. Ich habe auch mit keinem Wort gesagt, dass Feministinnen Opfer sind, nur weil du über sie schimpfst.

        • Wo liest du wieder heraus, dass sie völlig einverstanden mit der Bezeichnung “sexy” war?

          Das ist schlicht nicht Thema des Artikels und zudem:

          ->“Nur weil ich in den Augen des Verkäufers sexy bin, heißt das nicht, dass ich alles darf.“

          Verwendet man Begriffe, an denen man sich stört so – außerhalb von Zitaten? Ich denke nicht. Es ist für mich offenkundig, dass sie sich nur daran stört, dass sie „alles darf“.

          Aber dennoch kann man sich über sein Verhalten aufregen, auch ohne eine Radikalfeministin zu sein.

          Gut, _du_ würdest dich an dem „sexy“ stören. Du hast natürlich recht, dass man als Verkäufer diesen Begriff besser meiden sollte.

        • Ich denke, dass hier sowieso eine grundfalsche Interpretation zugrunde gelegt wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach bezog der Verkäufer den Spruch „Wer so sexy ist, darf alles“ auf sich selbst, er wollte damit zum Ausdruck bringen, dass er, weil er so sexy ist, mit Frauen herumscherzen und lockere Sprüche machen darf. Das hat die Bloggerin offensichtlich völlig falsch verstanden und den Spruch irrtümlich auf sich bezogen.

          Die richtige Reaktion des Verkäufers auf das völlig unmotivierte Verhalten der Frau wäre es somit gewesen, in schallendes, verächtliches Lachen auszubrechen und zu rufen „DU darfst GAR NICHTS, denn du bist ja nicht sexy“.

      • @shark9999

        aus heiterem Himmel „sexy“ genannt zu werden

        Aus dem Text geht hervor, dass vorher schon gescherzt wurde. Es kam also nicht völlig aus dem Nichts.

        Während einer geschäftlichen Abwicklung (Nudeln kaufen) will man mit Respekt und Höflichkeit behandelt und vor allem ernst genommen werden.

        Das unterscheidet einen Verkäufer, der nicht nur Dienst nach Vorschrift macht, von einem Automaten oder Roboter, indem er nämlich mit seinen Kunden auch persönlich ein paar freundliche Worte wechselt.
        Gerade das macht ihn menschlich und sympathisch. Oder ist dir eine Essensausgabe am Fließband lieber?

        • „Aus dem Text geht hervor, dass vorher schon gescherzt wurde. Es kam also nicht völlig aus dem Nichts.“

          Siehe meine Antwort an Nick.

          „Das unterscheidet einen Verkäufer, der nicht nur Dienst nach Vorschrift macht, von einem Automaten oder Roboter, indem er nämlich mit seinen Kunden auch persönlich ein paar freundliche Worte wechselt.
          Gerade das macht ihn menschlich und sympathisch. Oder ist dir eine Essensausgabe am Fließband lieber?“

          So, Flirten und „sexy“ genannt zu werden gehört zu ein paar freundlichen Worten, die über dampfenden Nudeln gewechselt werden? Ich für meinen Teil finde, dass diese Art Gespräch ein paar unverfängliche Freundlichkeiten zwischen Verkäufer und Kunden schon übersteigt. Und ich bin offensichtlich ja nicht die Einzige. Siehe Adrians Antwort weiter oben.

        • So, Flirten und „sexy“ genannt zu werden gehört zu ein paar freundlichen Worten, die über dampfenden Nudeln gewechselt werden?

          Warum nicht? Die Welt ist schon verbiestert genug. Da muss man auf ein nett gemeintes Kompliment nicht gleich #aufschrei-mäßig reagieren.
          Auch wenn einem einzelne Formulierungen missfallen, kann man dennoch gelassen bleiben.

          So würde ich es mir verbitten, in einer Gaststätte vom Personal einfach geduzt zu werden.

        • Das einzig #Aufschrei-Mäßige an dem Blogeintrag war der Blogeintrag selbst. Ihre Reaktion war es definitiv nicht.
          Und man ist nicht gleich verbiestert, wenn man sich nicht von jedem x-beliebigen Nudelverkäufer auf so plumpe Art anflirten lassen will. Ich könnte ebenso gut sagen, dass du wegen deiner Wut über das „Du“ verbiestert bist (mich stört das eher weniger).

        • wegen deiner Wut

          Von Wut war doch überhaupt keine Rede. Das interpretierst du nur hinein. Als ob man über alles, was einem nicht gefällt, gleich wütend sein müsste.
          Man kann auch freundlich und bestimmt kommunizieren, was man nicht mag, und das war’s.

        • Naja, du „verbittest dir“, geduzt zu werden. Das klingt für mich schon wütend. Aber gut.

        • So, Flirten und “sexy” genannt zu werden gehört zu ein paar freundlichen Worten, die über dampfenden Nudeln gewechselt werden?

          Die Wortwahl „sexy“ ist natürlich potenziell unglücklich. Allerdings kann man nicht von jedem ein radikalfeministisches „Problembewußtsein“ für „Objektifizierung“ erwarten.

          _Jede_ Privatheit beinhaltet aber leider das Risiko, dass etwas als indiskret empfunden wird. Privatheit muss eben verhandelt werden. Die normale Reaktion ist dann aber ein deutlicher Rückgriff auf die in der öffentlichen Sphäre üblichen Konventionen. So teilt man dem Gegenüber mit, dass man diese Privatheit nicht wünscht.

          Man _kann_ diesen Spruch als in die Intimssphäre hineinreichend erachten, allerdings ist das, anders als du es darstellst, kein intersubjektiv gültiges Faktum. „sexy“ ist in weiten Kreisen durchaus ein gebräuchliches Synonym für „schön“.

          Dann sollen halt Feministinnen ein Feminismus-Button tragen, dann weiß jeder dass sie jeden Bezug auf ihre Weiblichkeit als anmaßenden sexistischen Übergriff in ihre Intimssphäre erachten.

        • „Die Wortwahl “sexy” ist natürlich potenziell unglücklich. Allerdings kann man nicht von jedem ein radikalfeministisches “Problembewußtsein” für “Objektifizierung” erwarten.“

          Da muss man kein „radikalfeministisches Problembewusstsein für Objektifizierung“ haben. Da reicht ein ganz normales Taktgefühl, das versichere ich dir. Die meisten Männer haben das.

          „_Jede_ Privatheit beinhaltet aber leider das Risiko, dass etwas als indiskret empfunden wird. Privatheit muss eben verhandelt werden. Die normale Reaktion ist dann aber ein deutlicher Rückgriff auf die in der öffentlichen Sphäre üblichen Konventionen. So teilt man dem Gegenüber mit, dass man diese Privatheit nicht wünscht.“

          Wie schon gesagt. Erst der Blogeintrag hat deutlich gemacht, dass obige Madame nicht normal reagiert hat. Ihre unmittelbare Reaktion war bloße Schlagfertigkeit, die man sicher auch bei ganz gewöhnlichen Frauen (und Männern) findet.

          „Man _kann_ diesen Spruch als in die Intimssphäre hineinreichend erachten, allerdings ist das, anders als du es darstellst, kein intersubjektiv gültiges Faktum. “sexy” ist in weiten Kreisen durchaus ein gebräuchliches Synonym für “schön”.“

          Mag sein. Ich glaube nicht, dass die ganz normale Haus- oder Bürofrau oder die Krankenschwester es als normal empfindet, von einem Nudelverkäufer als „sexy“ bezeichnet zu werden. Das ist einfach komisch, tut mir leid.

          „Dann sollen halt Feministinnen ein Feminismus-Button tragen, dann weiß jeder dass sie jeden Bezug auf ihre Weiblichkeit als anmaßenden sexistischen Übergriff in ihre Intimssphäre erachten.“

          Was heißt, Bezug auf die Weiblichkeit und Feminismus-Button? Ich möchte auch von einer Verkäuferin nicht so angeredet werden – es sei denn, ich frage sie in einem Dessous-Laden um ihre Meinung. Ich will auch z.B. nicht auf meine finanzielle Flüssigkeit angesprochen werden oder ähnlich Privates. Ist es heutzutage denn zu viel verlangt, in einem professionellen Umfeld (und die Nudelbude ist auch ein Geschäft) auch seine Distanz zu wahren?

        • Ich glaube nicht, dass die ganz normale Haus- oder Bürofrau oder die Krankenschwester es als normal empfindet, von einem Nudelverkäufer als “sexy” bezeichnet zu werden. Das ist einfach komisch, tut mir leid.

          Wie gesagt, schon die Autorin selbst scheint sich gar nicht an diesem konkreten Wort gestört zu haben. Es geht ihr überhaupt nicht darum, dass diese konkrete Verkäufer sich „daneben benommen“ hat:

          Etwas hat mich gebremst. Und zwar der Gedanke, dass ich hier in diesem Moment meinen Körper nutze, um an Geld ranzukommen. Es ist unglaublich praktisch, aber es behagt mir absolut nicht mehr. Lächeln, kichern und halbwegs gut aussehen, das reicht und schon öffnen sich Türen, werde ich eingeladen, bekomme sogar den Job.

          Es funktioniert. Aber es ist unangenehm. Es überschreitet eine Grenze. Es fühlt sich jedes Mal so an als würde sich gleich eine Hand auf den Arm liegen, der da nicht liegen soll. Und permanent versucht man der Hand auszuweichen und windet sich solange durch bis man durch die Tür ist.

          Lange habe ich nicht verstanden, was da passiert. Lange habe ich hingenommen, dass ich mich unwohl fühlen muss. Das war halt so. Lange habe ich hingenommen, dass ich durch mein Verhalten, durch mein Flirten, durch mein Lächeln und Augenaufschlag bekomme, was ich haben will – aber dass dabei weniger oder gar nicht zur Debatte steht, wer ich bin und welche Fähigkeiten ich habe.

          Und man kann es wohl mit einiger Berechtigung unangemessen finden, dass sie deshalb pampig zu dem Nudelverkäufer ist.

          Deine und Adrians Deutung einer Situation, die ihr selbst nicht erlebt habt finde ich da .. etwas irrelevant.

        • Ihre unmittelbare Reaktion war bloße Schlagfertigkeit, die man sicher auch bei ganz gewöhnlichen Frauen (und Männern) findet.

          Nun ja, normale Menschen erwarten nicht, dass jeder in ihren Kopf blicken kann, um zu verstehen, dass sie mit sich selber ringen. Insofern fasste sich der Nudelverkäufer wohl zurecht an den Kopf über diese unvermittelte und trotzgeladene „Schlagfertigkeit“ – vermute ich.

          Vielleicht hat er die Nudeln deshalb spendiert, weil ihm die Frauen irgendwie leid taten.

        • „Deine und Adrians Deutung einer Situation, die ihr selbst nicht erlebt habt finde ich da .. etwas irrelevant.“

          Wie gesagt mich stört nicht das „sexy“, sondern das „darf alles“. Das ist erstens eine Lüge und zweitens eine Ungerechtigkeit gegenüber anderen Kunden, die ihm als Verkäufer nicht zusteht.

        • ..veilleicht ist sie sogar kein hoffnungsloser Fall, denn immerhin weiß sie offenbar, dass sie etwas tut.

        • Wie gesagt mich stört nicht das “sexy”,

          Okay, dann stört es halt nur shark. Sie meinte, dass dich das auch gestört hätte.

          Das ist erstens eine Lüge und zweitens eine Ungerechtigkeit gegenüber anderen Kunden, die ihm als Verkäufer nicht zusteht.

          Wenn es eine „Lüge“ ist, dann kann es wohl kaum eine Ungerechtigkeit sein 🙂

          Ich lese es als leicht erkennbar nicht ernst gemeint.

        • „Sie meinte, dass dich das auch gestört hätte.“

          Es ist kein Wort, dass ich von meinem Nudelverkäufer beim Kauf von Nudeln an den Kopf geknallt haben möchte. Er kann mir gerne subtil zu verstehen geben, dass er meine Nudel gut findet, aber da gibt es halt viele Wege, um das zu tun.

          „Ich lese es als leicht erkennbar nicht ernst gemeint.“

          Das würde es nciht besser machen.

          Aber wir spekulieren hier. Wir wisse nicht, was sich ereignet hat. Die Geschichte ist vmtl. sowieso zur Hälfte ausgeschmückt und zu nem Viertel nachträglich dramaturgisiert.

        • Mich stört auch nicht nur das „sexy“, mich stört ebenfalls der ganze Satz (wobei das „sexy“ schon noch einen draufsetzt, meines Erachtens nach – „Sie sind so nett, SIe dürfen alles“ klingt doch ein wenig witziger und nicht ganz so respekt- und distanzlos).

        • “Sie sind so nett, SIe dürfen alles” klingt doch ein wenig witziger und nicht ganz so respekt- und distanzlos

          Naja, wenn sie selber („normalerweise“, vor ihrer feministischen Erweckung) ihre Reize spielen lässt um „alles zu bekommen“, dann kann sie sich kaum glaubhaft über eine fehlende Distanz beschweren. Distanz ist vor allem auch eine Frage der Gegenseitigkeit.

          Respektlos wird es nmE dann, wenn der klare Wunsch nach Distanz nicht berücksichtigt wird.

          Natürlich gibt es Konventionen, wie beispielsweise am Bankschalter. Man kann es deshalb wohl zurecht schon als respektlos empfinden, wenn der Bankangestellte privat wird.

          Bei der Imbissbude sieht es allerdings etwas anders aus, da muss man mehr verhandeln. Beispielsweise ist das „Du“ dort durchaus üblich, man Siezt halt freundlich zurück und hat das meistens damit geklärt.

          Man sollte dort nmE kleine Kommunikatiosunglücke nicht gleich als Respektlosigkeit empfinden.

        • Also, am Imbiss erwarte ich in etwa so was:

          Wer dort Political Correctness erwartet, der ist im falschen Film. Der sollte vielleicht besser zum Kempinsky gehen, dann kann er (sie) sicher sein, dass solche vermeintlichen Entgleisungen nicht passieren.

        • Sie haben „gescherzt“, und der Spruch hat sich möglicherweise auf irgend etwas bezogen, was uns die Erzählerin verschweigt oder ihr (in ihrer Verengung auf den Empörungsfaktor) entgangen ist.

          Im Rahmen eines Nudelverkaufs fallen mir da eine Menge Möglichkeiten ein, die auf irgend eine Formulierung des Verkäufers mit „dürfen sie“ hinauslaufen könnten:

          „noch’n Nachtisch vielleicht?“
          „Nee, kann ich mir nicht leisten“ (wobei offen bleibt, ob sie das nun in Bezug auf ihre Barschaft oder ihre Figur meint – bei den meisten Frauen liegt aber näher, dass sie den Bezug auf letzteres meinen)
          „Wer so sexy ist darf alles“

          Oder
          „Dann gönne ich mir heut mal die leckeren fettigen Nudeln“
          „Wer so sexy ist darf alles“

          Das wären also Fälle, wo der Spruch eine Art verkaufsfördernde Ermunterung ist, sich die unter diätischen Gesichtpunkten eher suboptimalen Produkte leisten zu dürfen.

          Grade weil der Spruch als völlig zusammenhanglos dastehende Aussage so banal platt ist, glaube ich eigentlich eher, dass es da so eine Art Zusammenhang gibt.

      • ..wenn es sowas gewesen wäre wie „Ich frage, ob ich ein Glas Leitungswasser haben darf, woraufhin der Verkäufer sagt..“ gewesen wäre, dann hätte die Autorin das wohl auch deutlich gemacht.

        Das wäre allerdings ein ganz anderer Kontext als „Nur weil ich in den Augen des Verkäufers sexy bin, heißt das nicht, dass ich alles darf“. Dieser Satz macht deutlich, dass es um etwas ging, was ein „Normalsterblicher“ eben nicht darf.

  10. Gibt es wirklich mehr über diesen Vorfall zu sagen, als dass da eine Kommunikaiton schief gegangen ist und dass die Autorin maßgeblich dazu beigetragen hat?

    Spielt es eine Rolle, ob der Grund dafür im „Patriarchat“ oder „den Stimmen im Kopf“ oder dem „Spaghettimonster“ liegt?

    Für mich bleibt lediglich das Resümee, dass diese Autorin die Punkte „Verständnis“ oder gar „Verständigung“ nicht sehr weit oben auf der Prioritätenliste hat.

    Es gibt so viele Leute in Deutschland, die dringend Bedarf an Sozialem Kompetenz Training haben, dass ich das nicht mal irgendwie besonders finden kann.

  11. Der ganze Blog von selbstgestimmt wirkt auf mich wie eine Bestätigung von Poes Law: Ist das ernstgemeint oder ist es Satire – man weiß es nicht. Ich tendiere zur Satire, da einige Dinge doch darauf hindeuten:
    – Das Layout ist vernünftig, kein typischer Crackpot-Stil – man vergleiche ihn bspw. mit Mädchenblog, Mädchenmannschaft (und dort verlinkten Blogs) oder Eso-Blogs.
    – Die Artikel sind zwar bizarr, aber nicht in der notorischen Phantasiesprache (gießkannenartig reingeschütteten Fremdwörter, Fehlgebrauch eben jener, Umdeutung bestehender Begriffe, Wortneuschöpfungen) geschrieben.
    – Es fehlen m.E. klassische Artikeltypen wie Ich-will-ich-will-ich-will-tiraden oder extrem langen Texten ohne Struktur und stringenter Argumentation.
    – Es fehlen auch Artikel, die nur GIF-Animationen bestehen.
    – Man läuft nicht jeder aktuellen Sau, die durch das – feministische – Dorf getrieben wird, hinterher.

  12. So sehr ich auch ab und zu harmlose Scherze mit Bedienungen schätze: Es gibt Grenzen.

    Das Wort „sexy“ hat da nichts zu suchen. Das ist mir zu ernst und auch zu stillos.

    • und der gleiche Satz mit „schön“? wäre das ein Problem gewesen?

      Ob Sexy stillos ist hängt meines erachtens nach ganz von dem vorherigen Gespräch ab.
      Es kann auch das harmloserer Wort sein, wenn die Frauen ansonsten nicht so schön sind.
      Dann wirkt „eine schöne Frau wie du darf alles“ vielleicht schon wieder ironisch.
      Sexy kann aber jeder sein, weil es auch ausstrahlung etc ist

      • Ich finde beide Varianten ziemlich billig – und „billig“ will sich ja nun niemand (behandelt) fühlen. Da finde ich Eleganz oder – bei der Nudelbude vielleicht passender – etwas stärker ausgedrückte Freude viel besser. Mich bezaubert es jedenfalls immer wieder, wenn mich Leute bedienen, als wäre ich etwas ganz Besonderes oder mein Besuch – etwas übertrieben ausgedrückt – die Krönung ihres Tages

        Das machen einige Leute selbst an Orten, an denen man traditionell kein Trinkgeld gibt (Bäckerei, Dönerbude). In Cafés gebe ich dann gerne Trinkgeld und komme wieder, egal ob mich ein Mann oder eine Frau bedient. Begeisterung für den Kunden, das öffnet Herz und Portemonnaie.

  13. Im Gegensatz finde ich es höchst anti-feministisch und schandhaft, jemanden wegen eines harmlosen oder andereseits so aufgefasst unstatthaften Kompliments um den gerechten Lohn zu bringen und sich trotzdem moralisch überlegen zu fühlen. Wenn der Verkäufer die Kundin als so sexy empfindet, nehm ich mal an, dass sie nicht ungeschminkt im Unisex-Leibchen und Hose, sondern äußerlich eindeutig mit körperlich „sinnlich und aufreizend“ wirkender Inszenierung sich primär als Geschlechtstypus Frau präsentierte. Dem davon beeindruckt wirkenden Verkäufer, der nur seine angelernte und in Sozialisation erworbene Pflicht als unmündiger Bewunderer weiblicher Ästhetik erfüllt, ein unpassendes Verhalten anzudichten ist wohl die Heuchelei zum feministischen Quadrat. Für sein nettes und eigentlich großzügiges Verhalten sollte man ihm wenigstens das Geld und Entschuldigung für soviel rhetorische Anmaßung und Überheblichkeit zurückgeben.

  14. Der Nudelverkäufer war vermutlich Ausländer und daher gewohnt mit Menschen normal umzugehen – also mal einen Flirt zu wagen. Er wird dabei sicherlich auch schon bemerkt haben dass das in Deutschland nicht ganz so einfach ist, weil die Menschen hier eher „verstockt“ sind. In diesem Job lernt er sicherlich viele interessante Kundinnen kennen und probiert öfter mal was geht und was nicht. Und er macht dann auch die Erfahrung, dass irgendwas geht, wenn auch nicht so leicht wie sonst gewohnt. Für den Verkäufer dürfte es also kein Problem sein die Kundin abzuhaken. Der kostenlose Snack wird dann halt unter Werbungskosten verbucht. Ich sehe da auch nicht, wo der Mann sich grämen müsste: an einem Tag kommen doch genug Kundinnen, die nicht so kompliziert sind und Spass bringen.


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