Frauen darf man nicht als doof darstellen und Minions als entsorgbare Helfer

Die Minions sind kleine bösartige Helfer von Schurken, die in dem ersten Film, „Ich- einfach unverbesserlich“ die Rolle des Comic Reliefs übernommen haben und tollpatschig immer wieder dazu neigen, etwas falsch zu machen, aber dennoch ihren Herren und Meister nach Kräften zu unterstützen. Sie starben immer wieder recht sinnlos, mit ihnen wurde experimentiert, sie waren austauschbar – man möchte fast sagen „disposabel„. Das hat sie so beliebt gemacht, dass sie nunmehr einen eigenen Film bekamen.

Hier ein Bild zur Veranschaulichung:

Minions

Minions

Vereinzelt nahmen die Minions insoweit auch weibliche Rollen an, etwa als French Maid:

French Maid Minion

French Maid Minion

Tatsächlich ist den Minions kein Geschlecht zugewiesen, weder männlich noch weiblich und ich bezweifele, dass sie einen Penis haben. Man könnte sie vollkommen Asexuell lesen, bereit in jede Rolle zu schlüpfen.

Nachdem aber nunmehr die lustigen Gesellen auch mit dem eigenen Film noch positiver wurden kam von feministischer Seite die Frage auf, warum es keine weiblichen Minions geben würde.

Einer der Erschaffer antwortete dabei erfrischend ehrlich:

It seems that Hollywood’s old boys’ club extends to yellow pill-shaped henchmen for animated supervillains.

According to “Minions” creator Pierre Coffin, in fact, all the title characters in Universal’s prequel to two “Despicable Me” hits are male, voiced by male actors (including Coffin himself).

For the French animator, who co-directed the new film with Kyle Balda, the masculine-only nature of the Minions owes to their all-around cloddishness. “Seeing how dumb and stupid they often are, I just couldn’t imagine Minions being girls,” he told TheWrap.

Ich kann mir ohne weiteres vorstellen, dass er da Probleme gehabt hätte. Denn Mädchen einfach so als dumm darzustellen darf man nicht. Die einzigen Beispiele, bei denen das geht, sind vielleicht noch hübsche Frauen, bei denen man mit dem Klischee der dummen Blondine spielen kann, wobei mir da auch gerade nur Kelly Bundy einfällt.

Ein Mädchen einfach so im Weltall erfrieren zu lassen, in die Luft zu jagen oder andererweitig weh zu tun, sie als dumm darzustellen und als austauschbar, als vollkommen ununterscheidbarer Teil der Masse gesichtloser Helfer, die einfach durch den nächsten ersetzt werden, wenn einer wegfällt und bei denen in den ersten Filmen keiner eine wirkliche Beziehung zu dem anderen hat, dass passt eben nicht zu dem Klischee des Weiblichen, dass schützenswert ist, das begehrt wird, dass man nicht schlecht behandeln soll, dass nicht austauschbar ist und nicht entbehrlich, eben „disposable“.

Wie soll er auch auf diese Idee kommen?

Ich kann ihn auch aus der Sicht eines Schreibers verstehen: Weibliche Minions hätten hier die Sache komplizierter gemacht, man hätte sie ja auch innerhalb der Minions zumindest als weiblich wahrnehmen müssen, was gewisse Beziehungen untereinander erfordert, sie hätten sich weiblich verhalten müssen, man hätte viel mehr Story viel früher auf die Minions legen müssen, die eben einfach austauschbare „Igors“ sein sollen, nur in lustig.

Die Filmmacher hatten dabei extra darauf geachtet, dass sie diesmal eine weibliche Bösewichtin nehmen, Scarlett Overkill:

Scarlett Overkill

Scarlett Overkill

Aber das war natürlich nicht gut genug.

Genderama verlinkte dazu auf einen interessanten Beitrag, der einige Stimmen dazu nennt:

Like, yes I don’t like minions as much as the next person, but… the idea that a minion can’t be a female because “lol they’re all too clumsy and dumb for any of them to be girls”…. isn’t it kinda dehumanizing?
Girls can only ever be portrayed as badass/heroic/sexually appealing, and the film industry would rather exclude the gender altogether than make them clumsy silly and generally unnatractive?

aaaand…. everyones celebrating this???????

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52 Gedanken zu “Frauen darf man nicht als doof darstellen und Minions als entsorgbare Helfer

  1. Als ich das mit den doofen Mimions im Radio gehört hab, hab ich mich gefragt, wann es hier auftaucht. Die Darstellung in den Medien ist eben Mist, das weiß man auch. Über sowas rege ich mich nichtmehr auf.

  2. Neben der gönnerhaft-dämlichen These, dass besonders bescheuerte Wesen nicht als „weiblich“ dargestellt werden sollten, finde ich hier vor allem den Zusammenhang mit dem „disposable male“-Konzept interessant. Vollständige, selbstverständliche Verfügbarkeit wird als „männlich“ fantasiert. Dabei geht es, @ truth, nicht darum, sich darüber aufzuregen – sondern nur um die Frage, was solche Konzepte über verbreitete, etablierte Geschlechterfantasien aussagen können.

    Ich möchte dafür noch ein Parallelbeispiel aus der Popkultur in die Diskussion schmeißen, das einen ganz anderen Charakter hat, in dem aber ebenso eine Art „Rasse“ beschreiben wird, die sich durch totale Verfügbarkeit und durch ein fast völliges Fehlen von Individualität auszeichnet.

    Bei Star Trek, in der Deep Space Nine-Serie, gibt es die „Jem’Hadar“, eine eigens für den Kampf gezüchtete „Kriegerrasse“. Die Jem’Hadar sind im Kampf eben deshalb so effektiv, weil sie über ihre Funktion hinaus eigentlich keine Interessen haben. Sie opfern sich völlig bedingungslos. Wichtig ist ihnen ihre Treue zu den „Gründern“, die das „Dominion“ führen – weil sie die Gründer als ihre Götter wahrnehmen.

    Sollte es doch einmal Jem’Hadar geben, die sich nicht einfügen, dann ist schon vorgesorgt: Sie sind genetisch so konstruiert, dass sie auf die regelmäßige Zufuhr einer Droge angewiesen sind, die sie nur von ihren Herren erhalten können – die ihrerseits keine Jem’Hadar sind. Abgesehen davon werden die Jem’Hadar in Brutstätten gezüchtet und sind bereits nach drei Tagen ausgewachsen – so wie Vieh in der Massentierhaltung, das ja auch möglichst schnell zur Schlachtreife kommen soll.

    Diese Kriegerrasse nun, die ausdrücklich auf absolute Verfügbarkeit und auf eine Ent-Individualisierung hin gezüchtet wurde, auf das bereitwillige Selbst-Opfer im Kampf für die Interessen anderer: Die ist ausdrücklich rein männlich. Es gibt keine weiblichen Jem’Hadar.

    Das ist umso bemerkenswerter, als gerade die späteren Star-Trek-Serien eigentlich deutlich um politische Korrektheit in der Geschlechterdarstellung bemüht sind: Natürlich gibt es auch Raumschiffkommandantinnen (Janeway von der „Voyager“ als prominenteste), und natürlich sind auch Frauen insgesamt auch im Kampf ebenso bewandert und kompetent wie Männer.

    Beim prominentesten Kriegervolk, den Klingonen, kämpfen selbstverständlich auch Frauen. Die Klingonen allerdings sind eben nicht völlig verfügbar und ent-individualisiert, sondern haben sehr starke eigene Begriffe von Stolz, Ehre, Familienehre, persönlicher Tapferkeit etc. Individuelle Taten individueller Helden werden in Gesängen festgehalten und zelebriert.

    Wenn es aber ausdrücklich um radikale Verfügbarkeit für andere und das Verschwinden individueller Ziele geht, dann sind bei Star Trek plötzlich die Frauen verschwunden.

    Solche popkulturellen Fantasien sind m.E. schon ein Beleg dafür, wie stark und wie selbstverständlich die Vorstellung des „disposable male“ wirksam ist: Sie ist so selbstverständlich, dass die Verknüpfung von völliger Verfügbarkeit für andere und Männlichkeit kaum auffällt.

    Was wäre dagegen wohl passiert, wenn „Star Trek“ sorgfältig eine ebenso total verfügbare weibliche „Rasse“ entwickelt hätte – meinetwegen, klischeegerecht, für den Sex gezüchtet und ohne andere Interessen, schon drei Tage nach der Geburt dafür verfügbar. Natürlich wäre das als eine erheblich sexistische Geschlechterfantasie aufgefallen, und wenn diese Darstellung überhaut möglich gewesen wäre, dann wohl nur im Rahmen einer Geschichte, die die Befreiung der Frauen von dieser Verfügbarkeit erzählt.

    Zu den Jem’Hadar: http://de.memory-alpha.wikia.com/wiki/Jem'Hadar

    • Ich kann mich grad nicht erinnern, ob es weibliche Borg gab.

      Das wäre heute eine richtig schwierige Entscheidung für die Autoren: Einerseits ist der einzelne Borg unwichtige Verfügungsmasse. Andererseits assimilieren die Borg *jeden*, der irgendeinen Nutzen hat; keine weiblichen Borgs würde also bedeuten, dass weibliche Wesen zu nichts zu gebrauchen sind. Zumindest zu nichts, was für die Borg interessant ist.

      Edit: Es gab 7 of 9, ist mir eingefallen. Aber unter den weggephaserten Borgzombies in z.B. First Contact? Eher nicht.

      • Es gab weibliche Borg, wenn wahrscheinlich auch weniger. Aber das lage wahrscheinlich eher an den verfügbaren Schauspielern ^^

        • Weniger weibliche Borg ist ganz rational begründbar:
          Dass sie auf ihren Kriegszügen häufiger männlichen Gegnern begegnen, die sie assimilieren, erscheint nachvollziehbar.
          Dass es aus ökonomischen Gründen sinnvoller ist, möglichst männliche Exemplare zu assimilieren, ebenfalls, wenn die männlichen körperlich leistungsfähiger sind.

          Das mit den verfügbaren Schauspielern ist die absolute Lachnummer:
          Weibliche Schauspieler, die was werden wolle, gibt’s wie Sand am Meer, und für die ist immer ein Problem, dass es in den meisten Filmen eben tatsächlich mehr männliche Rollen gibt – an der Stelle stimmt es einfach.
          Jede Laientheatergruppe kennt das Problem.
          Ist bei den Großen genau das selbe.

        • „Das mit den verfügbaren Schauspielern ist die absolute Lachnummer“

          Keine Ahnung. Dachte da so in die Richtung „Einmal bei Star Trek mitspielen“ als Fan

        • >>“Dass es aus ökonomischen Gründen sinnvoller ist, möglichst männliche Exemplare zu assimilieren, ebenfalls, wenn die männlichen körperlich leistungsfähiger sind.“

          Naja na klar! Gibt es denn Borg-Fortpflanzung? Die Borg assimilieren doch ein Volk nach dem anderen, was wollen die mit den Frauen wenn die weniger leisten und ihre primäre Funktionalität überflüssig ist?

          Frauen deren Gebärfähigkeit nicht von Nöten ist, machen eine Population anfällger und schwächer…

          Deshalb ist es so gut, dass viele Frauen heutzutage sich anders einbringen. Zum Beispiel als Feministinnen die sich zu (Achtung!) „wilden Horden“ zusammenrotten und unsere Gesellschaft jeden Tag ein bisschen besser machen!

          Go Grrrls!!

          🙂

          • @teardown

            „was wollen die mit den Frauen wenn die weniger leisten und ihre primäre Funktionalität überflüssig ist?“

            Wobei das angesichts der Aufgaben der Borgs vielleicht auch gar nicht der Fall wäre, da wird ja eh wild implantiert und ausgetauscht. Für „interne Aufgaben“ verbrauchen kleinere Frauen immerhin weniger Nahrung. Die Borg-Assimilierungsstrategie nach Geschlecht könnte man da sicherlich noch weiter erforschen!

        • 7of9 jemand?! Das fehlende StarTrek Wissen um die Borg ist ja schrecklich. So wird hier behauptet, dass die Borg vorallem Krieger assimilieren würden, was aber nicht der Fall ist, da die Borg in der Regel Planeten assimilieren und die Assimilationen im All mehr der Exploration neuer potentiell interessanter Rassen sind.

          Die Borkönigin ist sehr interessant, da diese als einzige im gesamten Kollektiv über einen eigenen Willen verfügt. Die Borg an sich sind allerdings geschlechtlich gemischt und die praktische Dominanz männlicher Borg in Filmen dürfte tatsächlich auf praktische Erwägungen während der Dreharbeiten zurückzuführen sein, oder weil der Zeitgeist das Massenhafte töten von Frauen kritischer sieht, als das Töten von Männern.

      • Die Jem’Hadar werden allerdings auch relativ durchgängig als „böse“ Rasse gezeichnet.
        Es gab einige wenige Episoden, in denen etwas vielschichtigkeit anklang, aber das haben die jeweiligen Jem’Hadar alle nicht überlebt.
        Umgekehrt sind weibliche Klingonen erst im StarTrek-Universum aufgetaucht, als sie nicht mehr die immer ausschließlich bösen waren – also „vielschichtig“ genug, um auch Frauen hervorzubringen. In den Kinofilmen also ab dem Film über das Friedensabkommen mit den Klingonen.
        Schon interessant, gell.

        Dagegen sind die „Wirte“ der Borg ja letztlich immer Opfer der ansonsten „unsichtbaren“ Borg. Das ist was anderes.
        Trotzdem: Die „Königin“ der Borg in dem einen Kinofilm ist auch eine „Frau“, was ich aber bei den Borg in Anführungszeichen setze.

        Aber insbesondere fällt mir zu Schoppes letztem Absatz noch was ein:
        In TNG, erste oder zweite Staffel, taucht eine Frau aus einer Spezies auf, deren ganzes Bedürfnis darauf ausgerichtet ist, für ihren Partner das zu verkörpern, was er haben möchte (also die Frauen).
        Sie kommt an Bord, weil sie zu irgendeinem Herrscher oder was gebracht werden soll, dem sie versprochen ist, weil Frauen ihrer Rasse als das Größte gelten.
        Wird an einigen kurzen Beispielen illustriert, wem sie alles an Bord nur kurz begegnet und jedesmal die perfekte Reaktion bringt. Natürlich ist sie Riker gegenüber verführerisch, Worf gegenüber kämpferisch und rebellisch…

        Dann begegnet sie Picard, der ohnehin verpflichtet ist, auf sie acht zu geben.
        Er sieht ihre Not, für jeden etwas anderes sein zu müssen, und nirgends sie selbst sein zu können…
        oder ….
        Sie ist für ihn eben das: Die arme, vielschichtige Frau, die durch die Verhältnisse unterdrückt, für jeden etwas anderes ist. Sie ist damit auch für ihn das, was er sehen will, eine komplexe, vielschichtige Figur, derer er sich annehmen kann…
        Auch Picard verdreht sie damit völlig den Kopf, so dass es ihm am Ende schwer fällt, sie wirklich her zu geben.

        Sehr geniale Episode über weibliche Verführung.
        Eine viel genialere Variante als die einfach als Sex-Sklaven gezüchtete Idee, finde ich.

        • Das ist sehr interessant und ich sehe Parralelen zwischen dieser Frau aus TNG und dem Roboter aus „Ex Machina“, wo ja auch die Frage bis zuletzt besteht, ob wirkliche Gefühle da sind, oder ob der Roboter nur perfekt auf den Tester reagiert.

          Es gibt einen relativ alten amerikanischen Film, in dem es ein Dorf gibt, wo alle echten Frauen durch Roboter ersetzt wurden, die die Aufgaben der Ehemänner perfekt erfüllen und es eine extreme (scheinbare) Harmonie gibt.

          Gerade in gehobeneren arabischen Familien ist es üblich die Tochter einer sehr guten Bildung (auch gerne im Ausland) auszusetzen, damit sie später eine interessantere Partnerin für den Mann ist.

          Aber ich hoffe, dass diese Frauenbilder (selbst hier im Forum) dann doch eher als Dystopie, denn als Utopie gesehen werden.

      • Im Polizeirevier Shoot-Out in Terminator 2 sieht man auch jede Menge Polizistinnen die bewaffnet. Kaltblütig getötet freilich werden nur Männer…

        Ich bringe diese Szene immer wieder, a) weil man sogar in ihr Frauen sieht und b) weil man im Film zuvor auch ganz viele Frauen hat dort herumwuseln sehen (als Sarah Connar verhaftet wurde).

        Aber dem Terminator laufen natürlich nur Männer über den Weg. Was soll dieser Film also vermitteln? Man kann sich au Frauen nicht verlassen? Frauen sind Kameradenschweine?

        Jaja…das weibliche. Das „andere“ Geschlecht….

        • Gerade noch mal angeschaut…man hört sogar ständig Frauenstimmen. Gekillt werden ausschließlich Männer. Ich finde diese Szene großartig. The disposible men.

        • @teardown

          Bei „pearl Harbor“ gab es ähnliches. Am Anfang bei dem Angriff schießen einige Jagdflugzeuge auf am Boden fliehende. Zuerst wird eine Gruppe von Männern gezeigt, die mit den Maschinengewehren niedergemäht wird. in einer anderen Einstellung fliehen ein paar Krankenschwestern während hinter ihnen die Maschinengewehrkugeleinschläge immer näher kommen. Kurz bevor sie sie erreichen erfolgt der schnitt zur nächsten Szene
          (ob das im Original so war oder nur in der Fernsehversion weiß ich allerdings nicht, wäre aber beides interessant)

    • @Schoppe

      Das Prinzip ist universell, man muss gar nicht so weit gehen.
      Sieh Dir mal einen Winnetou – Film, eine Karl May Verfilmung an.
      Da sieht man das klassische Muster: einige wenige Alpha Männer, die Helden, und die anderen eine mehr oder weniger anonyme Masse, die sich in den Kampfszenen abschießen, und die auch keiner zu vermissen oder zu betrauern scheint.

  3. Ab und an übertrifft Hollywood sich selbst.

    Wir dürfen dann über jene rundum gelungenen Produkte der Unterhaltungsindustrie staunen, die den Kunden mit relevanten Memen zur gesellschaftspolitischen Situation versorgen und einen begeisterten Unterhaltungstaumel beim werten Zielpublikum auslösen („Hype“), nicht wissend, dass der Oldboy’s-Club diese Produkte wohl eher zu seiner eigenen Unterhaltung geschaffen hat. Der Film „Matrix“ war ein solches Produkt, oder „Fight Club“.

    Die Minions, das sind wir. Wir, die 99 %, die allzu gerne bereit sind, dem Club der 1 % -Schurken zu dienen und die in Depressionen verfallen, wenn sie nicht geführt werden.

    Die Minions, das sind wir in der Perspektive Schurken-Elite: dumme, tollpatschige Versager, unterwürfig von Natur aus, unfähig, den Ansprüchen der Schurken-Elite gerecht zu werden, sodass man sie eigentlich nur noch disziplinieren, verfolgen und exekutieren kann.

    Ich glaube, irgendwo in Hollywood, klopft sich ein Oldboy amüsiert und lauthals lachend auf die Schenkel, als er erfährt, dass die Feministinnen die ersten sind, die „wir wollen auch dazugehören!“ rufen.

    • „Die Minions, das sind wir in der Perspektive Schurken-Elite“

      Da würde man im Feminismus wohl einwenden: gerade wenn es „wir“ sind, dann müssen es auch Frauen sein. Und sich bestärkt sehen, dass Frauen „das andere“ und nicht das wir sind

      • @ Christian

        Ich nehme an, dass die Minions als geschlechtslose Kreaturen konzipiert sind. Der „Blaumann“ verrät allerdings eine leichte Tendenz zur männlichen Festlegung, weil es bei Männern einfach deutlicher und sichtbarer ist, wie austauschbar (disposable) diese in Masse sind.

        Dass Frauen aber dann unbedingt zum dummen Sklavenheer gehören wollen, zeigt, wie gut Hollywood darin ist, subliminal zu arbeiten, sodass die eigentliche Botschaft bereitwillig akzeptiert wird.

        Dass Frauen „dazugehören“ wollen, verrät einiges über ihren Herdentrieb.

        Dass sie dazugehören wollen, zeigt, dass dieser Anspruch eigentlich schon erfüllt ist.

      • Ach ja. Wären die Minions in einer leicht weiblichen Variante dargestellt, etwa als Heerschar von bereitwilligen Maids und Zimmermädchen, dann hätte der Film wohl von vornherein auf dem Markt keine Chance gehabt und wäre als sexistisch abgelehnt worden.

        Die leicht männliche Festlegung der Minions ist ein Zugeständnis, die Einsicht, dass es zunächst einmal soziale Akzeptanz braucht, damit der Film funktioniert und ein Erfolg werden kann.

      • Es tröpfelt.

        Die vereinzelte Darstellung eines Minions als „French Maid“, wie du es im Artikel beschrieben hast, ist allerdings ein Hinweis an die Frauen: „Auch du bist gemeint“.

        Ohne ihr natürliches Bedürfnis, als einzigartige Snowflake wahrgenommen zu werden, zu verletzen.

      • Die Minions sind stark stereotypisierend. Sie werden durch ihre Rolle als „Heinzelmännchen“ bei der Arbeit des Schurken (der am Ende ja gar keiner mehr ist) definiert, Handwerkerarbeit, was nunmal männliches stereotyp ist.
        Bei Männern ist das akzeptabel. Würden da jetzt Frauen in genauso stark stereotypisierter Frauenrolle auftauchen – siehe Frenchmaid, „der“ ja untendrunter immer noch seine Latzhose anhat und das nur „überwirft“ – oha, da wär aber was los, weibliche Minions wäre dann nur solche Rollen, Putzkräfte, Köchinnen u.ä.
        DAS geht natürlich gar nicht.
        Abgesehen vom bereits richtig bemerkten Aspekt, dass man weibliche Minions nicht in der selben Weise „disposible“ zeigen könnte.

        (hm – ein kleines bisschen sowas disposible weiblich sind allerdings z.B. Feen z.B. in dem Peter Pan realfilm… geht also durchaus. Unmöglich isses nicht.)

      • @ EvoChris
        „Da würde man im Feminismus wohl einwenden: gerade wenn es “wir” sind, dann müssen es auch Frauen sein. Und sich bestärkt sehen, dass Frauen “das andere” und nicht das wir sind“

        Feministinnen wollen in erster Linie ganz unreflektiert das, was sie nicht haben – oder sind.

        Bis in die 80er bekamen profane Tiefdruckgebiete immer weibliche Namen, alphabetisch durchnumeriert. Nach dem empörten Aufschrei der Feministinnen hat man die Namensgebung geschlechtlich „wechselhaft“ gestaltet.
        Heute kann man sich sogar gegen Geld n Tief „kaufen“ 🙂

  4. Ein paar Links zum Thema (ist ja eigentlich nicht sooo neu)

    Warum Guybrush aus Monkey Island nicht weiblich sein könnte.

    Das erste Jammern einer Feministin über Strong Female Characters im Film (yawn), an das ich mich erinnern kann.

    Arne zitiert Toy Soldiers über langweilige Comics mit langweiligen Heldinnen.

    Every Frame a Painting über Jackie Chan: Which brings us to the next point. Unlike a lot of action stars who try to look invincible, Jackie gets hurt. A lot. (…) Pain humanizes hin, for no matter how skilled he is, he still gets smacked in the face. Einer der Gründe, warum Jackie quasi sein eigenes Genre ist.

  5. da fallen mir noch ein paar zukünftige aufreger ein:

    in den star wars filmen haben die roboter entweder den wert eines gegenstandes oder aber das „rollengeschlecht“ mann, siehe C-3PO und R2-D2. Auch die anderen „sprechenden“ Roboter , der Medi-droid aus TESB, der luke in diesem Tank heilt, der Folterdroide in Jabbas Palast, männliche Stimmen,

    No female droids in a galaxy far far away!!

    ach, in den prequels, da kommt dieser „hebammendroide“ vor, der hat ne weibliche stimme, aber das ist auch sexistisch wenn der einzige weibliche roboter teil der reproduktionsarbeit ist!!

    • No female droids in a galaxy far far away!!

      In Spaceballs gibt es Dotty Matrix.

      Außerdem fallen mir noch die Olympia aus „Hoffmanns Erzählungen“, sowie die Silbermaid aus „Der Dieb von Bagdad“ ein.
      Die werden halt nicht als Androiden oder Roboter bezeichnet, sondern als Puppen.

      • ja, in dem buch zum film wurde das klar. in der deutschen synchro ist die stimme definitiv männlich.

        selbst wenn, das hieße auch nur, das der einzige „weibliche“ droid in der original trilogie ein folterer ist, das würde feministinnen auch nicht unbedingt passen

  6. Leider weiß ich nicht mehr wo oder wer genau es war, weiß nur dass es eine Frau war die mal ausführlich darüber geschrieben hat wie man nur männlichen Charakteren alles antun darf und deswegen entsprechend auch so ziemlich alles sein dürfen. Womit nun mal viele Feministen zu einer eingeschränkten kreativen Freiheit von weiblichen Figuren beitragen. Stimme dem absolut zu, weil jeder Skandal über eine fiktive Frau egal wie groß oder klein dieser auch ist immer mit einem Mann nicht passiert wäre (außer natürlich er tut etwas einer Frau an oder man hätte sie über das fehlen von Frauen beschwert).

    Man denke nur jeweils an das bekannte Comiccover von Spiderwoman oder dem Joker mit Batgirl. Da wurden innerhalb kürzester Zeit Beispiele gefunden wo eine fast identische Darstellung mit Männern keine auch nur annähernd vergleichbare Reaktion ausgelöst hat. In dem Film Jurassic World ist das erste mal innerhalb der Reihe soweit ich mich erinnern kann eine Frau gestorben und so gleich hat ein bekannter Netzfeminst sich darüber beschwer es wäre der grausamste Tod im Film gewesen. Obwohl das völlig subjetiv ist. Gebe dir daher deinen abschließenden Sätzen völlig recht. Denke wahrscheinlich wäre die Aufregung über weibliche Minions sogar noch größer gewesen, weil sie „stereotypisch“ weibliche Merkmale gehabt hätten und es gebe auch keinen eigenen Film über sie. Ich vermute sogar ein wenig, dass diese Diskussion erst wirklich dadurch ausgelöst wurde, weil sie so eine große Beliebtheit erreicht haben. Ein Satz wie „Like, yes I don’t like minions as much as the next person, but…“ deutet zumindest für mich darauf hin (ich mag das zwar eigentlich nicht, aber jetzt wo das so populär ist, müssen auch Frauen auf besondere Weise beachtet werden).

    Eigentlich hätte man die Minions auch Henchmens oder so ähnlich nennen können. Ein Henchman definiert sich praktisch über seine Entbehrlichkeit und oft auch über Unfähigkeit. Meistens wird nur zu Comedyzwecken darauf hingewiesen, dass es eigentlich auch Menschen mit einem eigenen Leben sind: https://www.youtube.com/watch?v=Ag_AFraxj-4

    Deadpools Sidekick Bob ist eigentlich die Verkörperung eines solchen Witzes. Darum und aus ein paar anderen Gründen könnte er auch nicht weiblich sein (oder es würde „Misogynie!“ Vorwürfe ohne Ende geben).

  7. Ja, ein schönes Thema!
    only_me und Resolute Nuss haben schon ein paar Links gebracht, die ich auch bringen wollte, denn hier zeichnet sich wirklich gerade das „Galbrush Paradoxon“ ab, bei dem die geforderte Verbreitung von weiblichen Charakteren gerade dadurch gehemmt wird, dass man mit ihnen so wenig machen darf.

    Hier noch ein Artikel, der auch aufzeigt, wie manche weiblichen Videospielfiguren völlig lahm und eigenschaftslos werden, weil jeder negative Zug ja gleich zu Aufregung führen würde:

    http://www.theastronauts.com/2015/02/dying-light-damsels-distress/

    Einen anderen Einzelfall (mehr ein Verdachtsfall) zeigt die, von mir hochverehrte Vicsor:

    http://victorsopinion.blogspot.co.uk/2014/02/sonic-boom.html

    „However based on previous experiences I fear this might be the sign of a female character who has a chip on her shoulder about being a female in a group of male characters, which is when it gets annoying. After all, the goal is to put the girl on equal terms with the guys, not highlighting the difference by making it an obviously gendered issue.“

    So schaffen wir es wieder mal, dass auch ja alle unglücklich sind: Die einen, weil sie unterrepräsentiert sind, die anderen, weil sie immer die Deppenrollen kriegen.

    • >>“So schaffen wir es wieder mal, dass auch ja alle unglücklich sind: Die einen, weil sie unterrepräsentiert sind, die anderen, weil sie immer die Deppenrollen kriegen.“

      In a time without really big issues in the west, we shall create our own problems!

  8. Zunächst: Ja, ich habe den Film gesehen. Und hatte Spass. Ja, ich bin so simpel gestrickt 🙂 Endlich mal wieder ein Animationsfilm, der nicht irgendwelche Lektionen wie „Du musst nur an dich glauben“ o.ä. um jeden preis reinquetscht, und sich auf die alten Tugenden von Tom & Jerry oder Coyote & Roadrunner besinnt: Sinnlose Cartoongewalt.

    Tatsächlich ist den Minions kein Geschlecht zugewiesen, weder männlich noch weiblich und ich bezweifele, dass sie einen Penis haben. Man könnte sie vollkommen Asexuell lesen, bereit in jede Rolle zu schlüpfen.

    Keine sexuelle Attraktion, Persönlichkeit nur insoweit sie etwas _tun_, nicht dadurch, dass sie etwas _sind_, dem Projekt der „Gesellschaft“ untergeordnet und glücklich damit, extrem gute Kooperationsfähigkeit in großen Gruppen, kaum tiefere Beziehungen, extrem verzerrtes Risikoempfinden…

    …da muss man schon ein hardcore Blank-Slater sein, um da nicht recht eindeutig das archetypische Betamännchen zu sehen.

    Ebenso, wie es schwer ist, die Antagonistin NICHT als unsympatische Frau zu sehen.

    Imho ist es wenig überraschend, dass die Epöreria kocht: wenn man den Film als Kommentar auf Geschlechterverhältnisse lesen will, ist er eine durchgängige Bloßstellung der Hässlichkeit des Forderungsfeminismus. Nur DAS kann man nicht thematisieren, denn dann müsste man die Rolle der Antagonistin angreifen, und die wurde ja als „Starke Frau ™“ verkauft, das geht nicht. Also nimmt man den erbrobten Angriff darauf, dass irgendwo eine Quote nicht erfüllt ist.

    Und ich glaube natürlich nicht, dass sich da jemand bewust hingesetzt hat mit dem Ziel „lass uns mal dem Patriachat helfen und die Feministen lächerlich machen“. Ich ich denke aber, dass die Story über viele Iterationen so geworden ist, wie sie ist, weil sie so „funktioniert“. Und sie würde nicht mehr funktionieren, wären die Minions nicht die gutmütigen Betamännchen.

    Hier mal exemplarisch, was imho auffällt:

    Beim ersten Auftritt der Antagonistin inszeniert sie sich mit Aussagen, dass ja niemand geglaubt hätte, dass eine Frau Bösewicht sein könnte, als Opfer, was in einem recht Ironischen Widerspruch dazu steht, dass sie a) Bösewicht ist, und als solcher eigentlich kaum Zuspruch von der Gesellschaft erwarten kann, und b) trotzdem im Mittelpunkt der Bösewichtmesse (ja, ist halt ein Cartoon 🙂 ) ist, was die angebliche intoleranz Lügen straft.

    Es folgt ein ritualisierter Shittest, in dem sie die versammelten Bösewichte (so weit ich mich erinnere, alle Männlich, und eher „Alpha“) auffordert, sie im Kampf zu besiegen, um ihr Assistent (also: orbiter) werden zu dürfen.

    Als die drei Minions das aus Zufall gewinnen, ist sie sichtbar enttäuscht, und schickt sie auf die Selbstmordmission, sie zur Königin von England zu machen, wie sie es „schon seit sie ein kleines Mädchen ist geträumt hat“. Hierbei werden recht deutliche Anspielungen zu der Ähnlichkeit mit einer „Traumhochzeit“ gemacht.

    Auch das schaffen die Minions aus Versehen, aber die Antagonistin unterstellt ihnen, dass sie sie verraten wollen, und ist enttäuscht, weil sie es sich anders vorgestellt hat, und lässt sie foltern. Was nicht klappt, weil sich die Folter nicht von den Umständen unterscheidet, den die Minions sonst auch ausgesetzt sind.

    Es folgen eine Menge Cartoongewalt, Explosionen, etc.

    Am Ende kommt der Protagonist von Indispicable Me (Männlich), friert die Antagonistin kommentarlos mit einer Strahlenkanone ein, nimmt die Krone und geht.
    Der Kontrast zwischen der letztlich erfolglosen, ständig Leistung und Anerkennung fordernden Scarlet und dem erfolgreichen Gru, dem Anerkennung egal ist, und die Leistung einfach selber erbringt, wird dann noch dadurch unterstrichen, dass die Minions ihm Kommentarlos folgen.

  9. Diese vergiftete Diskussion macht vor Nichts halt. Vorbei sind die Tage an denen man ein künstlerisches Werk, der Bereich, in der ausschliesslich die menschliche Vorstellungskraft eine Rolle spielt, frei von Gender genießen kann.

    Ich bemitleide die aktuelle jugendliche Generation um die Leichtigkeit die wir hatten und die offensichtlich nicht mehr vorhanden ist.

    Social Justice Warriors: sie sind Plage biblischen Ausmasses!

    Wir sind aber auch selbst schuld. Ich hätte das alles ja auch ignorieren können. ^^

  10. Pingback: Galbrush Paradoxon | Alles Evolution

  11. Kleines Gedankenexperiment:

    Es gab da glaube ich, mal einen Western mit dem deutschen Titel
    „Männer die in Stiefeln sterben“

    Ich hätte da eine Ideen für einen Film „Frauen die in Stiefeln sterben“, kein Western, aber ganz was Feines, wäre aber sicher nur Underground.
    Wobei ich festgestellt habe, das in Underground, oder schon B-Movies die Darstellung von Gewalt gegen Frauen, sehr viel verbreiteter ist als im Mainstream.

    Jeder prüfe mal die Fantasien und Assoziationen, die dieser einfache worttausch bei ihm auslöst

    • Stelle mir da eher superhübsche körperlich
      fitte aber kaltblütige Agentinnen mit
      rel. kompakten aber extrem raffinierten
      Waffen.
      Der Titel: „Frauen die in Highheels sterben“

    • In Horror-Filmen werden auch vergleichsweise viele Frauen getötet und da haben hier schon welche die Theorie geäußert, das man damit zeigen will wie schrecklich und grausam es gerade in dem Film zugeht. In Actionfilmen hingegen können das 40ig-fache an Männern auf die absurdeste Weise niedergemähte werden, das ist dann eher was zum Lachen.

      • @ Matze
        mal tiefenpsychologisch gesehen, könnte es auch so motiviert sein ?:
        Vielleicht ist das in Horror und Trash Filmen aber auch so eine Art emotionales Ventil für Männer. Sozusagen, endlich mal zu sehen, das auch Frauen brutal abgeschlachtet werden, als Person völlig belanglos und entbehrlich sind. Das sozusagen als Gegenentwurf zum realen Leben, wo Männer in der emotionalen Zwangslage sind (von den paar Alphas abgesehen) immer den starken selbstbewussten Max markieren zu müssen, objektiv aber lediglich Kanonenfutter sind ?

  12. Das existiert ja nicht nur in Fiktion, auch im Realen darf man sich über misshandelte, verletzte, vergewaltigte Männer lustig machen. Siehe auch dieses Youtube-Video: „Man s Penis Cut Off. What is a Man Worth?“

    Es wird nicht passieren, dass ein Vergewaltiger in einer Comedy-Show mit dem Publikum darüber feiert, wie er eine Frau misshandelt hat und es ist schlicht unvorstellbar, dass sich eine Runde Kerle hinsetzen und über eine vergewaltigte und verstümmelte Frau feixen. Aber wenn ein paar Tussies das tun, feiert das Publikum. (Zumindest in der Runde hat eine der Gäste sowas auch mal ganz vorsichtig angemerkt, aber nur nebenbei, debattiert wird es nicht.)
    Auch passend dazu, Thunderf00t’s Sarkeesian-Parodie:

    Männliche Opfer werden nicht ernst genommen oder sind weniger wichtig. Als Boko Haram Schülerinnen entführte und versklavte waren die News monatelang voll davon und es gab Debatten bis in die UN, was man gegen dieses Verbrechen tun sollte. Und ich denke man braucht nicht darüber debattieren, was für ein Verbrechen das ist. Dass aber in der gleichen Zeit von den gleichen Terroristen Schulklassen voller Jungs abgeschlachtet und teilweise bei lebendigem Leibe in ihrer Schule verbrannt wurden, wurde ein-zwei mal in den News erwähnt und das war’s dann.
    Aber auch im Westen ist das männliche Opfer nichts wert. Wenn Nachrichten über vergwaltigte Männer auftauchen, dann feixt sich Facebook einen ab „lucky basdard lol“, „I bet he liked it“ usw. Männliche Opfer häuslicher Gewalt existieren genauso wenig in der öffentlichen Wahrnehmung.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Domestic_violence_against_men

    Patriarchy!
    Und bevor Feministinnen jetzt wieder rabulistisch aufkreischen, dass das doch nur ein Resultat des frauenfeindlichen Systems sei, unter welchem in diesem Fall eben auch mal Männer leiden müssen, sei nachgefragt, warum das dem Mainstreamfeminismus am Arsch vorbei geht, und er im Gegenteil eher noch diesen Umstand nutzt, um Männer dazu aufzurufen, für Frauen und Mädchen zu kämpfen (und nicht etwa für alle, weil equality oder sowas):

    „The HeForShe Commitment
    I am one of billions of men who believe equality for women is a basic human right that benefits us all. And I commit to taking action against gender discrimination and violence in order to build a more just and equal world.“ heforshe.org

    (Was BTW geändert wude, wie ich grade sehe, ein Jahr lang hieß der Text noch „Gender equality ist not a women’s issue, it’s a human rights issue that requires my participation…“, soviel zu Emma Watson’s viel begrüßtem (aber verlogenem) „Men suffer from genderstereotypes too“)

    Als aber eine Erin Pizzey mal was für Männer tun wollte, bekam sie Morddrohungen und eine Monika Ebeling verlor ihren Job, als sie es wagte sich auch um Männer kümmern zu wollen… und es gibt immer noch keine Männerhäuser die staatlich gefördert werden.
    Patriarchy!

    • @ mindph

      Sehr schon ausgeführt, wobei man gleichzeitig sieht, das wirkliche Gleichberechtigung das Ende unserer Kultur (und auch anderer) wäre, weil sie ja als Basis die Ungleichheit hat, also die Verfügbarkeit Verwertbarer Opfer.

      Ich erwähnte mal den Roman „The left Hand of the darkness“ (in deutsch glaube ich , unter dem Titel „Winterplanet“ erschienen, in dem Ursula LeGuin das Bild einer zwittrigen Menschheit entwirft.
      In dieser Zivilisation gibt es keinen Krieg, weil einfach die Bevölkerungsgruppe fehlt, die entbehrlich und opferbar ist, die Masse der Männer. Statt dessen tritt als Konfliktaustragung eine äußerst komplizierte raffinierte Diplomatie und Intrigenflechterei auf.

      Das auch Frauen ausgebeutet werden ist dann vielleicht nur eine sekundäre Folge, da ja auch der beste Alpha nicht 99 % der weiblichen Bevölkerung beglücken kann, so das letztendlich auch die Frauen über den Status ihres Mannes in Fänge der sich entwickelnden sozialen Differenzierung gelangen, nach Auflösung der traditionellen Horde, bzw. Stammesverbände

      • „Das auch Frauen ausgebeutet werden ist dann vielleicht nur eine sekundäre Folge…“

        Wieder was vergessen. Das sieht man daran, dass in den meisten Kulturen eine Frau ihren sozialen Status durch Heirat bzw. Bindung an einen Mann sehr viel leichter verändern, sprich verbessern kann, als umgekehrt ein Mann.

  13. Passend dazu:

    „However here I am, writing an anonymous blog, terrified at the prospect of these apparently powerless and marginalized people [Feminsten vom Schlag Sarkeesians] rallying the entire games press and thousands of their supporters to tear me down and destroy me (and my colleagues, game and the company I work for getting caught in the splash damage), and yet I’m encouraged to feel like an asshole for suggesting I feel oppressed by these people because I’m a white male who apparently has all the privilege in the universe. No one listens to me. I’ve sold games to millions of people in my career, many of those copies can arguably be directly attributed to my own work, ideas, views, but my views are not ever ever ever expressed in the gaming press. I can’t recall one instance in my 15 year career a news site asked me what I think.“

    [..]

    I still don’t hide beyond anonymity when addressing stuff that may piss off gamers, let’s put it that way. They [trolls] can throw a few insults on twitter but they can’t destroy my livelihood or throw a label on me that will follow me on google for the rest of my life, for nothing more than disagreeing with them, as I’ve seen them do with various others in the past.

    http://genderama.blogspot.de/2015/07/lesermail-feministischer-druck-auf.html

    Feministinnen haben ja keine Macht, die haben nur weiße Heteromänner! Patrairchat und so. Lachhaft!

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