„Gib Frauen beim Flirten keine direkten Antworten, es sei denn diese ist Nein“

Ich höre, wie bereits mehrfach erwähnt, gerade mal wieder in die „Interviews mit Dating Gurus“ Reihe von David DeAngelo rein, in der er verschiedenste Experten rund ums Thema Flirten und Pickup befragt.

Ein Konzept von David DeAngelo, welches er dabei immer wieder mal anspricht ist:

Never give a woman a direct answer, unless it’s no

Gib Frauen beim Flirten keine direkten Antworten, es sei denn diese ist Nein

Dabei geht es darum, dass man nicht mehr versucht, ein reines Sachgespräch zu führen, bei der man Informationen mitteilt und selbst welche erhält, sondern ein weitere Ebene zu eröffnen, in der es um die persönliche Beziehung geht. Und dabei soll dieser Grundsatz ein Leitfaden sein, nicht etwas, was man sklavisch verfolgt. Es geht darum eine spielerische Kommunikation zu eröffnen, die etwas herausfordernder ist, bei der sie etwas mehr investiert in die Sache, sich mehr einbringen muss.

Denn reine Sachgespräche können schnell langweilig sein:

Sie: Was machst du so beruflich?

Er: Ich bin  Sachbearbeiter bei X. Und du?

Sie: Ich studiere Y. Wie ist der Job so?

Er: *Erzählt tatsächlich wie die Arbeit eines Sachbearbeiters ist* Und bei dir?

Sie: *Erzählt wie spannend ihr Studium ist*

Solche Geschichten können gut zum kennen lernen sein. Und wenn man den anderen eh interessant findet, dann kann daraus sicherlich auch die ewige Liebe entstehen (immerhin hat sie ihn angesprochen). Aber jeder erzählt dabei die Punkte, die er bei jedem kennen lernen erzählt und keinen von beiden interessiert das, was der andere sagt und das, was man selbst sagt wirklich. Es ist nicht spannend von seiner Arbeit zu erzählen und abseits der bloßen Fakten kommt keine Spannung zwischen den beiden auf. Man könnte das gleiche Gespräch auch mit einem neuen Kollegen führen oder auf dem Geburtstag seiner Oma mit seinem Platznachbarn, der besten Freundin der Oma. Man hat es auch schon tausendmal geführt, es ist langweilig und nichts, an das man sich erinnert.

Was David DeAngelo meint ist eher das folgende Gespräch:

 

Sie: Was machst du so beruflich?

Er: Rate mal / Was machst du beruflich, wo bist du geboren, was ist dein Lieblingseis, das ist doch langweilig. Komm, frag was interessantes! /Ich betreibe eine Lachsfarm in Norwegen

Sie: Na komm gib mir einen Tipp / ähh… *interessantere Frage* / Äh… ja also was denn zum Beispiel?/in Norwegen? Wie bist du denn da hingekommen?

Er:  Na gut *fürstliche Pose einnehmen mit hohem Kinn und stolzen Blick in die Ferne*(muss nichts mit dem Beruf zu tun haben)/Ah, ich sehe ich habe dich nicht unterschätzt, zu deiner Frage…/Würdest du lieber Fliegen können oder lieber keine Schmerzen haben? /Wenn du jeden Job der welt haben könntest, was würdest du dann machen?/*irgendwas zu abenteuerliches über Norwegen verbunden mit dem Plan, sie auf der (nicht existenten) Fischfarm anzustellen und dort das Lachskartell aufzumischen, verbunden mit Decknamen für beide (Björn und Sigurd)

Das muss man natürlich an die Situation und die jeweilige Frau anpassen, aber wenn man derjenige ist, mit dem sie ein kleines Rollenspiel gestartet hat, in dem sie Lachse in Norwegen züchtete und man einige schräge Szenarien durchgespielt hat, dann hat sie bereits Spaß gehabt, wurde herausgefordert, hat etwas besonderes erlebt und das Gefühl das es mit einem nicht wie mit den anderen allen ist.

Ernst werden kann man dann früh genug in der Komfortphase, wenn es erforderlich ist. Häufig ist es aber auch gar nicht so wichtig, es hat Zeit, wenn man sich ansonsten gut versteht.

Es geht darum, dass man Spannungen aufbaut und sie auch das Gefühl hat, dass sie etwas dafür machen muss, Informationen zu erhalten, dass sie sich herausgefordert fühlt, dass man erkennt, dass es nicht darum geht, Sachgespräche zu führen, sondern man etwas davon wegkommt.

Es ist keine feste Regel, die man bei seiner Chefin anwendet oder auch nur bei einem Date auf Teufel komm heraus durchzieht. Sondern die man als Grundlage sehen soll, um das Gespräch spannender zu machen. Es ist tatsächlich immer wieder überraschend, wie viel dynamischer ein Gespräch dadurch werden kann, gerade wenn man sich nicht zu ernst nimmt. Wer es schafft, in so einem Gespräch in einer vollkommen fiktiven Welt eine gemeinsame Zukunftsvision zu finden, vom Eisverkäufer am Strand bis zu Superschurke, der hat etwas, auf das man immer gut zurückkommen kann und es erlaubt einem auch fiktiv eine andere Rolle einzunehmen, zB die eines Partners („Okay, wir brennen zusammen durch und verkaufen Eis in Y, zuerst schlafen wir direkt am Strand, ich hatle die Strandhunde fern und du brätst einen frisch gefangenen Fisch, den wir im Sonnenuntergang am Meer essen, während wir dem Liebesspiel der Touristen lauschen. Wir werden nicht viel haben, außer uns, aber das sollte reichen!“)

 

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26 Gedanken zu “„Gib Frauen beim Flirten keine direkten Antworten, es sei denn diese ist Nein“

  1. Gott Leute, wie ihr euch für Frauen verbiegt. Dabei gibt es etwas viel besseres, sie bringt sich selbst in das Gespräch ein, ist aktiv ohne das der Mann was dazu tun muss. Nur dann ist sie die richtige, auch für reinen Sex, ansonsten ihr ein ganz klares nein mitteilen und ihr sagen, das ihr keine Lust habt ihr einen schönen Abend zu machen während sie nur da sitzt und passiv ist. Es gibt nichts langweiligeres als passive Frauen

    • „Gott Leute, wie ihr euch für Frauen verbiegt.“

      Das macht unheimlich viel Spaß! Vor allem ists eine schöne Abwechselung von den standardgesprächen des Alltags.

      Die verrücktesten und lustigsten Gespräche führe ich beim flirten, wenn ich mich und meinen Gesprächspartner überhaupt nicht ernstnehme.

      Für eine sachkommunikation kann ich zu einer Prostitutierten gehen: „was machst du? Wie viel?“ Es geht um das besondere!

      • @chris
        Gegen lustige Gespräche habe ich nichts. Diese standard dinger kann man am Anfang machen, das passt schon. Nur es schwingt bei Pick up immer etwas gezwunges mit. Mach dies mach das um Frauen zu gefallen. NO. Sei du selbst, verbieg dich nicht für Frauen. Wenn sie dich so nicht mag, wie du bist, dann ist sie es auch nicht wert. Darum geht es mir. Und achte immer darauf, was die Frau dir zu bieten hat. (ediert: Hatten wir darüber nicht geredet?)

        • @imion

          „Mach dies mach das um Frauen zu gefallen. NO. Sei du selbst, verbieg dich nicht für Frauen“

          Ich sehe da eine Vielzahl von wegen, bei denen man Pickup machen kann und sich nicht verbiegt.
          Und auch viele Wege, wo ein bestimmtes Verhalten nicht aus einem Selbst kommt sondern man einfach keine anderen Möglichkeiten kennt.

          Die Leute führen die langweiligeren gespräche ja nicht, weil sie einfach unbedingt wissen wollen, wo der andere herkommt oder was er macht, sondern weil sie Interesse haben. Es ist nicht Kern ihrer Perönlichkeit langweilige Sachgespräche zu führen, es ist nur der einzige weg wie sie kommunizieren können.

          Wenn man den Gedanken, dass man einer Frau nicht direkt antwortet, nicht mit seiner Persönlichkeit vereinbaren kann, dann sollte man es nicht tun. Aber das ist wohl bei den wenigsten der Fall. Also sollte man es ausprobieren, schauen, ob es für einen funktioniert und wenn nicht, dann lässt man es eben wieder.

          Zu viele Leute benutzen „da würde ich mich ja verbiegen“ als Entschuldigung um in ihrem Trott bleiben zu können und vielleicht auch als Entschuldigung um scheitern zu dürfen.

          Wenn Frauen dir nichts zu bieten haben, dann schließe dich eben MGTOW an, aber dann hör auf rumzuheulen. Anderen haben sie eben was zu bieten, was vielleicht auch daran liegt, dass sie selbst etwas für die Frauen zu bieten haben, was über Geld hinaus geht

  2. Trotz einiger durchaus positiver Effekte der PU-Szene beispielsweise in Bezug auf Minderwertigkeitskomplexe und Selbstbewußtsein unterliegt ihr vor allen eine Grundeinstellung: Die Objektifizierung von Frauen. Da können die Protagonisten noch so schön von gegenseitigen Respekt, Vertrauen und Toleranz faseln, aber wenn man sich genauer anschaut, welche Denkschemata tatsächlich übermittelt werden, dann bricht diese Fassade sehr schnell in sich zusammen.

    Unabhängig davon ist es natürlich keineswegs falsch, wenn man jemand kennenlernen möchte, das Gespräch möglichst interessant zu gestalten.

    Es sei mir kurz gestattet Neil Strauss zu zitieren: „Wenn ich mein jüngeres Aufreißer-Ich treffen würde, würde ich ihn nicht mögen. Ich musste zwar er werden, um mein heutiges Ich zu erreichen, aber der Weg war oberflächlich… Die drei wichtigsten Dinge in einer Beziehung sind Ehrlichkeit, Vertrauen und Respekt, und wenn du sie nicht hast, hast du keine Liebe. Ein guter Freund sagte mir, man sollte seinen Schatz erst ein Jahr daten, dann ein Jahr zusammen leben, und dann ein Jahr verlobt sein, bevor man heiratet. Das ist vernünftig.“ (siehe http://www.smh.com.au/lifestyle/celebrity/regrets-of-a-pickup-artist-20110328-1ccv9.html)

    • „Die Objektifizierung von Frauen.“

      Du hast da das falsche Wort erwischt. Das müsste „Objektivierung“ sein. Also das Erkennen, wie sie wirklich sind, nicht welche Märchen sie gerne erzählen.

    • „Trotz einiger durchaus positiver Effekte der PU-Szene beispielsweise in Bezug auf Minderwertigkeitskomplexe und Selbstbewußtsein unterliegt ihr vor allen eine Grundeinstellung: Die Objektifizierung von Frauen“

      Inwiefern? Was du mit Pickup machst, Sex mit vielen verschiedenen Frauen oder die Suche nach der einen ist erst einmal deine Sache.
      Objektifiert jeder, der mit vielen Frauen schlafen will Frauen? Oder weil Tipps für Frauen an sich gemacht werden?
      Ab wann ist denn ein Flirttipp kein Objektifizieren?

      „Da können die Protagonisten noch so schön von gegenseitigen Respekt, Vertrauen und Toleranz faseln, aber wenn man sich genauer anschaut, welche Denkschemata tatsächlich übermittelt werden, dann bricht diese Fassade sehr schnell in sich zusammen.“

      Welches Denkschema meinst du denn konkret?
      Ich sehe zB nicht, was an dem bekanntesten Modell von Mystery per se verwerflich ist:
      https://allesevolution.wordpress.com/2012/07/02/pickup-mystery-und-das-3m-modell/

      „Unabhängig davon ist es natürlich keineswegs falsch, wenn man jemand kennenlernen möchte, das Gespräch möglichst interessant zu gestalten.“

      Das würde ich auch sagen.

      „Es sei mir kurz gestattet Neil Strauss zu zitieren: “Wenn ich mein jüngeres Aufreißer-Ich treffen würde, würde ich ihn nicht mögen. Ich musste zwar er werden, um mein heutiges Ich zu erreichen, aber der Weg war oberflächlich…“

      Klar, Style und Co haben natürlich auch hardcore Pickup betrieben, mit 7 mal die Woche weggehen und da bestimmte Schemata entwicklen und verfeinern. Das wäre auch nicht mein Ding.
      Wenn man es so angeht, dann wird es auch zwangsläufig oberflächlicher. Man will ja eh nichts langes, im Prinzip reicht ein guter Körper.

      „Die drei wichtigsten Dinge in einer Beziehung sind Ehrlichkeit, Vertrauen und Respekt, und wenn du sie nicht hast, hast du keine Liebe.“

      Das sind ja auch so floskeln. Diplomatie und Spass miteinander, Rücksichtnahme aufeinander, aber auch gegenseitige Anziehung und entsprechende Gemeinsamkeiten sind auch wichtig. Ehrlichkeit miteinander bildet natürlich eine Grundlage, aber einfach mal die Klappe halten oder eine „weiße Lüge“ zu nutzen kann auch passend und diplomatischer sein.

      „Ein guter Freund sagte mir, man sollte seinen Schatz erst ein Jahr daten, dann ein Jahr zusammen leben, und dann ein Jahr verlobt sein, bevor man heiratet. Das ist vernünftig.”

      das scheint auch eher was für den amerikanischen Markt zu sein, wer heiratet denn hier nach einem Jahr Beziehung? Ein Jahr verlobt sein bringt aus meiner Sicht auch nichts.

  3. Hm, das scheint mir jetzt auch etwas fragwürdig.
    Wenn jemand mir eine so einfache und nicht allzu intime Frage so beantwortet, wäre mein Eindruck davon, dass er mir etwas verbirgt bzw. mich nicht für würdig erachtet, etwas über ihn zu wissen.
    Bin ja für Scherze und Spinnereien zu Imaginationen äußerst aufgeschlossen, aber das wäre meines Erachtens ein denkbar schlechter Einstieg dafür.

    • @DMJ

      Es ist natürlich wie immer, es kommt auf den Fall und die Anwendung an.
      Mit dem richtigen Tonfall vorgetragen merkt sie, dass es ein Spiel ist. Es hilft natürlich auch, wenn man nicht tatsächlich einen Job hat, den man lieber versteckt.

  4. Die Frage nach dem Beruf zeigt i.A. wirkliches Interesse.
    Wenn dann so eine alberne Antwort wie „norwegische Lachsfarm“ kommt, kann das eher nach hinten los gehen.
    Denn die meisten Männer (insbesondere die, die PU nötig haben) bringen das wohl nicht hinreichend witzig und locker rüber.
    Viel besser wäre eine humorvolle Bemerkung über den tatsächlichen Beruf.

    • „Die Frage nach dem Beruf zeigt i.A. wirkliches Interesse.“

      Das kann durchaus sein. Es kann aber auch bei einer Party so ein Satz sein, weil man die Stille zu laut fand und einem sonst eben nichts einfällt.

      „Wenn dann so eine alberne Antwort wie “norwegische Lachsfarm” kommt, kann das eher nach hinten los gehen.“

      Stimmt, das ist schon die etwas riskantere Variante. Man muss vorher schon den richtigen Ton dafür gesetzt haben oder man muss es eben wieder abbrechen, wenn man merkt, dass es bei ihr nicht klappt. Es klappt ganz gut bei den leicht naiveren Mädchen, die das total faszinierend finden. Ich erinnere mich an eine Studentin, die einen Kaffeebecher umschmiss und bei der ich den Witz machte, dass dieser Unibereich auch auf einem alten indianerfriedhof stehen würde und daher so etwas schnell passiert. Sie fragte dazu interessiert nach.

      „Denn die meisten Männer (insbesondere die, die PU nötig haben) bringen das wohl nicht hinreichend witzig und locker rüber.
      Viel besser wäre eine humorvolle Bemerkung über den tatsächlichen Beruf.“

      Es ist ganz gut, wenn sie schon ein gewisses Interesse signalisiert hat (IOIs) und weiß, dass man etwas mit ihr spielt. Dann ist es klar, dass man sie nur etwas auf den Arm nehmen möchte und sie etwas zappeln lässt. Aber es sollte letztendlich auch nur ein Beispiel sein, wie man generell etwas aus dem normalen Gesprächesverlauf ausbrechen kann und etwas dafür sensibilisieren, dass man nicht einfach nur Informationen austauscht, sondern in eine Interaktion eintritt, bei der die „Beziehungsebene“ etwas mehr ausgebaut ist als die Sachebene.

    • „Die Frage nach dem Beruf zeigt i.A. wirkliches Interesse.“
      Wenn diese so gemeint ist, dann spricht doch nichts dagegen, dieses als spielerischen Ausgangspunkt eines Flirtaktes zu benutzen.

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