Social Justice Warriors

Ein interessanter Artikel behandelt die „Social Justice Warriors“ und was sie so unangenehm macht:

Why is it that I find myself so often agreeing with a socially just cause, but none of its proponents?

Eventually, I arrived at an answer: the social justice warrior. That walking campus cliché dedicated to rooting out today’s noxious isms and phobias—wherever they exist, and wherever they don’t.

You might object here to the absurdity of making a nuanced argument on the basis of a simplistic trope about an entire, diverse class of people, and, of course, you would be right. But that’s exactly the error I find the social justice warrior makes.

Contra their professed credo of openness, allyship, and solidarity, the social justice warrior’s complaints often hinge on a simplistic assumption of a person’s identity from their race, gender, or sexual orientation.

Heard of a white person doing public service in Africa? Quickly diagnose a case of white savior complex. Does a student like the music, culture, and customs of another nation? Call cultural appropriation. Know of any group that doesn’t mirror America’s demographic distribution exactly? Decry the institution as systemically oppressive.

Too much of what I read and see is exactly this kind of unthinking rejection, one that emerges from a philosophy of activism for activism’s sake. On campuses, this often takes the form of student activists seeking out any evidence of real, nationally salient injustices on their own campuses, seizing on—and often misrepresenting—any shred that they may find, and presenting this as evidence of a pervasive, all-encompassing system of oppression.

Die Kritik wäre also, dass Social Justice Warriors oft einem sehr einfachen Gruppendenken anhängen, bei dem der einzelne seine Identität von eben dieser Gruppe ableitet. Der Wunsch der Gruppe als Außenstehender zu helfen kann dann, wenn man deren Opferstellung und seine eigene Schuld daran nicht hinreichend akzeptiert, als belehrend oder eben wie im Text als „Helferkomplex“ abgetan werden. Wenn man bestimmte Verhaltensweisen der Gruppe übernehmen will, dann ist das eine kulturelle Aneignung und wenn eine Institution nicht alle Gruppen der Gesellschaft in dem passenden Verhältnis enthält, dann ist es systematische Unterdrückung.

Das Problem ist dabei, dass bestimmte auch durchaus tatsächliche Ungleichgewichte genommen werden und diese ohne weitere Prüfung als Beweis dafür gesehen werden, dass man in einem allgegenwärtigen System der Unterdrückung lebt.

Das lässt sich gut mit der These vereinbaren, dass es in diesem Bereichen, und eben auch im Feminismus, im wesentlichen um Identitätspolitik, eben IDPOL ,geht. Man bildet gezielt einfache Gruppenidentitäten aus, errichtet zudem ein einfache Gut-Böse-Schema und entsprechende Sündenböcke und hat eine sehr einfache Darstellung der Welt, in der man mit der passenden Übertreibung de Folgen und Zustände mit dem Kampf gegen diese darstellen kann, dass man ein guter Mensch ist.

To a hammer, everything looks a nail, and to the social justice warrior, every elite looks like an oppressor.  This impulse toward seeking the bad from anything good, to protesting progress for not being immediate utopia, leads to the most disturbing trend of the social justice warrior: a near-constant assumption of bad faith.

 

In diesem Bereich kann aufgrund der Annahme, dass „Oben“ bedeutet, dass man einem nicht zustehende Privilegien genutzt hat, auch nur Unterdrückung bzw. Profitieren von der Unterdrückung als Grund angesehen werden.

I fear that this trend will remain resilient, for this brand of activism is a philosophy set on inoculating itself from criticism. Criticism from a member of a historically privileged class or race can be dismissed out of hand for their lack of “checking their privilege,” and even a critic who isn’t is still subject to being “called out.” One can’t protest these declarations, for to do so would only further the alleged oppression—they can only admit their fault and submit their auto-de-fé for deviating from the orthodoxy.

Die Selbstimmunisierung gegen Kritik ist in der Tat eines der größten Probleme in dem Bereich. Die häufig dort zu hörende Phrase „Kritik an meiner Ansicht, dass X Unterdrückung ist, ist ein Beleg dafür, dass diese Unterdrückung besteht, sonst müsste man ja nicht so kritisch reagieren“ ist ein Ausdruck davon, es gibt derer aber sehr viele, beispielsweise die Ansicht, dass Kritik aus der „privilegierten Gruppe“ per se unbeachtlich ist und eben auch, dass jede Abweichung eine Verbündung mit dem Feind ist.

Social Justice Warriors können also durchaus für eine gute Sache kämpfen, sie übertreiben es aber einfach sehr stark und überhöhen die dortige Ungerechtigkeit und deren Umfang um aus dem Kampf gegen diesen so größeren Feind ihre Identität aufzubauen.

Diese Form des Aktivismus bedient damit ein Gruppendenken und das Denken, dass man zu den „Guten“ gehört und gegen die „Bösen“ kämpft.
Ein Kommentator fasst das noch einmal wie folgt zusammen:

Social Justice Warriors are far less about the cause, than about the relevancy that supporting „the cause“ gives them. Without something to validate their lives, give purpose to their days, and make them feel special, SJWs would be just like everyone else, a situation too dire to bear.

Even if their actions end up hurting the very people they purport to be „helping“, the SJW’s cause is too important to allow little things like consequences to get in the way!!

Der Social Justice Warrior zeichnet sich dadurch aus für das Gute zu kämpfen und zieht daraus einen Selbstwert. Um so härter er gegen das Böse kämpft und um so unbarmherziger er sich diesem Kampf widmen kann, zumindest in der Darstellung nach Außen, um so mehr kann er sich damit auszeichnen. Da es ein Wettlauf um diese Anerkennung ist, ist es auch nicht wichtig, wirklich etwas zu ändern, sich an Fällen, die eine gewisse Aufmerksamkeit im direkten Umfeld haben als besonders kompromislos  zu zeigen. Was bei einem „race to the bottom“ gut funktioniert, indem man aufzeigt, dass man mehr Ungerechtigkeiten sieht als andere Mitglieder der eigenen Gruppe.