Evolutionäre Theoriewoche: Das egoistische Gen (1. Tag)

Dieser Beitrag ist Teil der evolutionären Theoriewoche

Das heutige Thema ist

Das egoistische Gen

Dabei handelt es sich um eine der von Kritikern wohl am häufigsten falsch verstandenen Theorien, die nicht eine Selektion auf Egoismus beinhaltet, sondern die Weitergabe von Genen in den Mittelpunkt setzt.

Dazu aus einem Artikel:

  • Evolution erfolgt über Mutation von Genen und deren Selektion
  • Eine Mutation, die nicht über Fortpflanzung weitergegeben wird, kann sich evolutionär nicht auswirken.
  • Jede Veränderung einer Spezies kann nur über die Veränderung von Einzelwesen dieser Spezies erfolgen und nur von Generation zu Generation, eine Spezies an sich kann sich nicht verändern bzw. nur als Summe der Änderungen innerhalb der Einzelwesen von Generation zu Generation
  • eine Gruppenselektion findet nicht statt. Ein Gen kann langfristig nur selektiert werden, wenn es dem Einzelwesen Vorteile bringt (“egoistisches Gen”), Vorteile für das einzelne Wesen können allerdings auch Vorteile der Gruppe sein, wenn diese auf das Einzelwesen zurückschlagen und diesem mehr bringen als sie das Einzelwesen kosten. Ansonsten droht eine Freeriderproblematik, da sich deren Gene durchsetzen.

Und aus der Wikipedia:

Dawkins geht von der Überlegung aus, dass in der Evolutionsforschung eine Zeit lang Arten als Einheit der Selektion angesehen wurden (Arterhaltung). So heißt es in älteren Dokumentationen oft: Tiere „opfern sich zum Wohl der Art“. Inzwischen geht die allgemeine Tendenz jedoch eher in die Richtung, einzelne Individuen und ihre Konkurrenz um Ressourcen in den Vordergrund zu stellen. Dawkins denkt diesen Ansatz radikal weiter: Warum sollten nicht die Genabschnitte einzelner Chromosomen selbst mit den gleichen Genabschnitten anderer Chromosomen miteinander „im Wettstreit stehen“? Denn zumindest Lebewesen, die sich sexuell vermehren, können ja nicht als ganze Individuen in die nächste Generation weitergegeben werden, sondern nur eine mehr oder weniger willkürliche Auswahl ihrer Gene. Insofern besteht eine Konkurrenz der Gene um ihre Verteilung in der nächsten Generation, an den jeweils entsprechenden Stellen im Chromosomensatz.

Besonders allele Gene stehen in direkter Konkurrenz, also solche, die an der gleichen Stelle im Genom sitzen können und die gleiche Aufgabe erfüllen, sich aber darin voneinander unterscheiden können, wie sie diese Aufgabe erfüllen. Gene müssen deshalb immer „egoistisch“ sein, das heißt in diesem Zusammenhang ihre Verbreitung auf Kosten von anderen Genen vergrößern (wobei der „Egoismus“ der Gene sich freilich nur als anschauliches Bild versteht – Gene haben weder Gefühle noch Absichten). Es lässt sich nur auf die Vergangenheit schauend erklären: Ist ein Allel heute noch vorhanden, folgt daraus, dass es sich egoistisch (hier im Sinne von darwinistisch evolutionär) gegen andere durchgesetzt hat. Andere Allele, mögen sie noch so funktionell für ihre Träger gewesen sein, sind unterlegen und verschwunden – entweder aufgrund ihrer eigenen evolutionären Unterlegenheit oder jener der sie begleitenden Allele.

Wer nicht versteht, dass die Weitergabe und die Selektion bestimmter Gene der entscheidende Punkt innerhalb der Evolutionsbiologie ist, der hat die gesamte Theorie aus meiner Sicht nicht verstanden. Deswegen sollen diese Theorien den Anfangspunkt bilden.

Mit „Genmathematik“ meine ich eben genau dieses Abstellen auf das Gen und den Verweis darauf, dass sich etwas durchsetzt, wenn dadurch die dafür verantwortlichen Gene zahlreicher werden. Das spielt insbesondere bei Verwandtenselektion aber auch bei Konzepten wie „Vaterschaftssicherheit“ für das Verständnis eine Rolle.

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90 Gedanken zu “Evolutionäre Theoriewoche: Das egoistische Gen (1. Tag)

  1. Das Konzept des „selfish gene“ stammt ja aus dem gleichnamigen Buch von Richard Dawkins und ist mittlerweile schon fast 40 Jahre alt.

    Dawkins hat diese anthropomorphisierende Metapher für den Charakter von Genen schon lange bereut, da sie irreführend ist.

    Seine Hoffnung, die Menschheit könne sich quasi in ihrem Handeln durch Entwicklung einer befreienden Intelligenz von den evolutionären Zwängen ihrer genetischen Bestimmtheit emanzipieren, gilt mehr als illusionäre Hoffnung, denn als empirisch belegbar.

    Dass Dawkins Buch andererseits von Seiten der biologieskeptischen Geisteswissenschaftler unter Beschuß kam, versteht sich von selbst.

    Schließlich ging es für sie um´s ganze. Um das Konzept des „Altruismus“, um den „freien Willen“ und um das Ausmaß biologischer Determinierung menschlichen Seins.

    Als Hilfsargument wurde hierbei immer wieder die äußerst komplexe Informationsverarbeitung zwischen Gen – Individuum – Umwelt bemüht, die ein kausales Primat des Gens ausschließe.

    Soziale Empirie wurde hierbei ausgeblendet.

    Die zunehmende Aufarbeitung neurobiologischer Informationswege belegt dieses Primat aber ein ums andere mal.

    Der Masterplan ist nicht der, den wir uns aufgrund unserer speziesspezifischen Imaginationskraft am liebsten vorstellen.

    Dass es keine genetisch bedingte Gruppenselektion gibt, entspricht übrigens nicht dem aktuellen Forschungsstand.

    „“Cultural evolutionary theory, however, has suffered from an overemphasis on the experiences and behaviors of individuals at the expense of acknowledging complex group organization…Many important behaviors related to the success and function of human societies are only properly defined at the level of groups“

    http://www.zoology.ubc.ca/~doebeli/reprints/smaldino2014.pdf

        • @ratloser

          https://en.wikipedia.org/wiki/Group_selection

          In 1994 David Sloan Wilson and Elliott Sober argued that the case against group selection had been overstated. They considered whether groups can have functional organization in the same way as individuals, and consequently whether groups can be „vehicles“ for selection. Groups that cooperate better might survive and reproduce more than those that did not. Resurrected in this way, Wilson & Sober’s new group selection is called multilevel selection theory.[19]

          Wilson compared the layers of competition and evolution to nested sets of Russian matryoshka dolls.[14] The lowest level is the genes, next come the cells, then the organism level and finally the groups. The different levels function cohesively to maximize fitness, or reproductive success. The theory asserts that selection for the group level, involving competition between groups, must outweigh the individual level, involving individuals competing within a group, for a group-beneficiating trait to spread.[20] MLS theory focuses on the phenotype because it looks at the levels that selection directly acts upon.[14] For humans, social norms can be argued to reduce individual level variation and competition, thus shifting selection to the group level. Wilson ties the MLS theory regarding humans to another theory, gene-culture coevolution, by acknowledging that culture seems to characterize a group-level mechanism for human groups to adapt to environmental changes.[20]

          MLS theory can be used to evaluate the balance between group selection and individual selection in specific cases.[20] An experiment by William Muir compared egg productivity in hens, showing that a hyper-aggressive strain had been produced through individual selection, leading to many fatal attacks after only six generations; by implication,it could be argued that group selection must have been acting to prevent this in real life.[21] Group selection has most often been postulated in humans and, notably, eusocial Hymenoptera that make cooperation a driving force of their adaptations over time and have a unique system of inheritance involving haplodiploidy that allows the colony to function as an individual while only the queen reproduces.[22]

          Wilson & Sober’s work revived interest in multilevel selection. In a 2005 article,[23] E. O. Wilson argued that kin selection could no longer be thought of as underlying the evolution of extreme sociality, for two reasons. First, he suggested, the argument that haplodiploid inheritance (as in the Hymenoptera) creates a strong selection pressure towards nonreproductive castes is mathematically flawed.[24] Second, eusociality no longer seems to be confined to the hymenopterans; increasing numbers of highly social taxa have been found in the years since Wilson’s foundational text on sociobiology was published in 1975,[25] including a variety of insect species, as well as two rodent species (the naked mole-rat and the Damaraland mole rat). Wilson suggests the equation for Hamilton’s rule:[26]

          rb > c
          (where b represents the benefit to the recipient of altruism, c the cost to the altruist, and r their degree of relatedness) should be replaced by the more general equation

          rbk + be > c
          in which bk is the benefit to kin (b in the original equation) and be is the benefit accruing to the group as a whole. He then argues that, in the present state of the evidence in relation to social insects, it appears that be>rbk, so that altruism needs to be explained in terms of selection at the colony level rather than at the kin level. However, kin selection and group selection are not distinct processes, and the effects of multi-level selection are already accounted for in Hamilton’s rule, rb>c,[27] provided that an expanded definition of r, not requiring Hamilton’s original assumption of direct genealogical relatedness, is used, as proposed by E. O. Wilson himself.[28]

          Das Hühner Experiment hatte mir Roslin auch mal entgegen gehalten:

          https://allesevolution.wordpress.com/2012/01/05/grundregeln-der-evolution/#comment-27751

          so ist es. Es braucht eine höhere Selektionsebene oberhalb der Individuen, um zu verhindern, dass Egoisten überhand nehmen.

          Im Übrigen gibt es etliche Laborversuche, die Gruppenselektion in ihrer Wirksamkeit belegen, etwa das Hühnerzuchtexperiment von David Muir.

          In einer Versuchslinie wählte er immer nur die Henne mit der höchsten Legeleistung aus einem Käfig mit mehreren Hennen aus und machte sie zur Urmutter der nächsten Generation.

          In einer parallelen Versuchslinie wählte er alle Hennnen aus dem Käfig mit der höchsten Legeleistung aus.

          Nach 6 Generationen war die Käfigselektion erfogreich – Legeleistung um 160 % höher als in der Ausgangspopulation.

          Im anderen Fall (Auswahl nur der besten Henne) war die Legeleistung gesunken.

          Er hatte einen Käfig voller psychopathischer Chicks vor sich, die sich gegenseitig halb zu Tode pickten und ihr bestes taten, um die Konkurrenz am Eier legen zu hindern.

          Er hatte also immer nur die egoistischste Henne ausgewählt, die ihre Mithennen am erfolgreichsten am Eier legen hatte hindern können und deren Persönlichkeitsmerkmale hochgezüchtet mit fatalem Ergebnis.

          Es zeigt sich aber, dass das ganz stinknormale Selektion nach dem „eogistischen Gen“ war und keine weiteren Ebenen beteiligt waren:

          https://allesevolution.wordpress.com/2012/01/05/grundregeln-der-evolution/#comment-27766

          @Roslin

          Da herrschten ja vollkomen verschiedene Selektionsdrücke.

          In der “Gruppengruppe” wurden die Individuen gefördert, die andere Hühner förderten. Die Interessen des egoistischen Gens waren damit identisch mit dem Legeerfolg der Gruppe. Denn das ein Huhn weniger legt als eine hochmotiverte Gruppe sollte klar sein

          In der “Egoistengruppe” war es nicht nur das Interesse des Huhn möglichst viele Eier zu legen, sondern auch noch die anderen daran zu hindern, damit es weitergeht. Demnach bestand ein Selektionsdruck dahingehend seine Legeleistung zur Verbreitung der eigenen Gene zu erhöhen und die der anderen Abzusenken.

          Demnach sagen egoistische Gene genau dieses Ergebnis voraus.

          Vielleicht könnte man Gruppenselektion so testen.

          Es werden Gruppen miteinander verglichen, es kommen aber nicht die besten weiter, sondern die mittleren 50 %. Die besten und schlechtesten Individuen der Gruppe werden also aussortiert.

          Egoistische Gene würden nun eine Zucht auf Mittelmäßigkeit ergeben, also eine Absicherung nach unten und nach oben. Man würde also leicht oberhalb der Mitte zusammenrücken.
          Bei einer Gruppenselektion hingegen würden alle als Blog stärker nach oben rücken. Der Gruppe wäre es egal, dass sich die besten opfern müssen und die schlechtesten blockieren ja eh den Gruppensieg

          Das obere Viertel wird abgeschnitten, damit ein “Gruppenopfer” vorhanden ist und eine Benachteiligung des Einzelnen, der zu hoch hinaus will. Das Untere Viertel um die Flucht in dieses Viertel zu verhindern.

          Vielleicht auch interessant. Jeder, der mehr als 10% vom Gruppenerfolg abweicht wird aus der Gruppe entfernt, dann werden Gruppen gegeneinander und gegen solche ohne Beschränkungen getestet.

          Vielleicht wäre es sogar noch interessanter, nur die 25% der besten rauszunehmen. Nach den egoistischen Genen würde man sie nahe der Eierlegunfähigkeit züchten. Bei der Gruppenselektion wäre es aber unproblematisch

          Hast du eigentlich “The Origins of Virtue” von Matt Ridley gelesen? Dort erklärt er sehr ausführlich, dass Grosszügigkeit, Kooperation und Wohlverhalten gegenüber anderen gerade in der bei uns vorliegenden Form mit dem egoistischen Gen kompatibel sind.

          Und das ist auch meist das Ergebnis dieser „Multi Level Selektion“. Auf jeder der betrachteten Ebenen findet eine Selektion des Einzelwesens nach dem Prinzip der egoistischen Gene statt. Weswegen es eine eher nichtssagende Theorie ist

        • http://edge.org/conversation/the-false-allure-of-group-selection

          Human beings live in groups, are affected by the fortunes of their groups, and sometimes make sacrifices that benefit their groups. Does this mean that the human brain has been shaped by natural selection to promote the welfare of the group in competition with other groups, even when it damages the welfare of the person and his or her kin? If so, does the theory of natural selection have to be revamped to designate „groups“ as units of selection, analogous to the role played in the theory by genes?

          Several scientists whom I greatly respect have said so in prominent places. And they have gone on to use the theory of group selection to make eye-opening claims about the human condition.[1] They have claimed that human morailty, particularly our willingness to engage in acts of altruism, can be explained as an adaptation to group-against-group competition. As E. O. Wilson explains, „In a group, selfish individuals beat altruistic individuals. But, groups of altruistic individuals beat groups of selfish individuals.“ They have proposed that group selection can explain the mystery of religion, because a shared belief in supernatural beings can foster group cohesion. They suggest that evolution has equipped humans to solve tragedies of the commons (also known as collective action dilemmas and public goods games), in which actions that benefit the individual may harm the community; familiar examples include overfishing, highway congestion, tax evasion, and carbon emissions. And they have drawn normative moral and political conclusions from these scientific beliefs, such as that we should recognize the wisdom behind conservative values, like religiosity, patriotism, and puritanism, and that we should valorize a communitarian loyalty and sacrifice for the good of the group over an every-man-for-himself individualism.

          I am often asked whether I agree with the new group selectionists, and the questioners are always surprised when I say I do not. After all, group selection sounds like a reasonable extension of evolutionary theory and a plausible explanation of the social nature of humans. Also, the group selectionists tend to declare victory, and write as if their theory has already superseded a narrow, reductionist dogma that selection acts only at the level of genes. In this essay, I’ll explain why I think that this reasonableness is an illusion. The more carefully you think about group selection, the less sense it makes, and the more poorly it fits the facts of human psychology and history.

          Why does this matter? I’ll try to show that it has everything to do with our best scientific understanding of the evolution of life and the evolution of human nature. And though I won’t take up the various moral and political colorings of the debate here (I have discussed them elsewhere), it ultimately matters for understanding how best to deal with the collective action problems facing our species.

          The first big problem with group selection is that the term itself sows so much confusion. People invoke it to refer to many distinct phenomena, so casual users may literally not know what they are talking about. I have seen „group selection“ used as a loose synonym for the evolution of organisms that live in groups, and for any competition among groups, such as human warfare. Sometimes the term is needlessly used to refer to an individual trait that happens to be shared by the members of a group; as the evolutionary biologist George Williams noted,“a fleet herd of deer“ is really just a herd of fleet deer. And sometimes the term is used as a way of redescribing the conventional gene-level theory of natural selection in different words: subsets of genetically related or reciprocally cooperating individuals are dubbed „groups,“ and changes in the frequencies of their genes over time is dubbed „group selection.“[2] To use the term in these senses is positively confusing, and writers would be better off referring to whichever phenomenon they have in mind.

          In this essay I’ll concentrate on the sense of „group selection“ as a version of natural selection which acts on groups in the same way that it acts on individual organisms, namely, to maximize their inclusive fitness (alternatively, which acts on groups in the same way it acts on genes, namely to increase the number of copies that appear in the next generation; I will treat these formulations as equivalent). Modern advocates of group selection don’t deny that selection acts on individual organisms; they only wish to add that it acts on higher-level aggregates, particularly groups of organisms, as well. For this reason, the theory is often called „multilevel selection“ rather than „group selection.“ This all sounds admirably ecumenical and nonreductionist, but my arguments will also apply to multilevel selection. I don’t think it makes sense to conceive of groups of organisms (in particular, human societies) as sitting at the top of a fractal hierarchy with genes at the bottom, with natural selection applying to each level in parallel ways.

          First I’ll examine the idea that group selection is a viable explanation of the traits of human groups such as tribes, religions, cultures, and nations. Then I’ll turn to group selection as an explanation of the traits of individual humans, that is, the intuitions and emotions that make it possible for people to learn their culture and coexist in societies. (No one denies that such faculties exist.) Finally I’ll examine the empirical phenomena that have been claimed to show that group selection is necessary to explain human altruism.

          1. Group selection as an explanation of the traits of groups.

          Natural selection is a special explanatory concept in the sciences, worthy, in my view, of Daniel Dennett’s designation as „the best idea that anyone ever had.“ That’s because it explains one of the greatest mysteries in science, the illusion of design in the natural world. The core of natural selection is that when replicators arise and make copies of themselves, (1) their numbers will tend, under ideal conditions, to increase exponentially; (2) they will necessarily compete for finite resources; (3) some will undergo random copying errors („random“ in the sense that they do not anticipate their effects in the current environment); and (4) whichever copying errors happen to increase the rate of replication will accumulate in a lineage and predominate in the population. After many generations of replication, the replicators will show the appearance of design for effective replication, while in reality they have just accumulated the copying errors that had successful replication as their effect.

          What’s satisfying about the theory is that it is so mechanistic. The copying errors (mutations) are random (more accurately, blind to their effects). The outcome of interest is the number of copies in a finite population. The surprising outcome is a product of the cumulative effects of many generations of replication. If the copying errors were not random (that is, if Lamarck had been correct that changes in an organism arise in response to a felt need, or if creationists were right that a superior intelligence directed mutations to be beneficial to the organism), then natural selection would be otiose—the design could come from the mutation stage. If the outcome of interest were not the number of copies in a finite population, but some human-centered criterion of success (power, preeminence, influence, beauty), then natural selection would not be mechanistic: the dynamics of change in the population could not be mathematically computed from its prior state. And if it took place in a single generation, then natural selection would be banal, since it would add nothing to ordinary physical cause and effect. When a river erodes the soft rock layers on its bed and leaves behind the harder layers, or when the more volatile compounds in petroleum evaporate faster than the less volatile ones, one hardly needs to invoke the theory of natural selection. One can just say that some things are stronger, or longer-lasting, or more stable than others. Only when selection operates over multiple generations of replication, yielding a cumulative result that was not obvious from cause and effect applying to a single event, does the concept of natural selection add anything.

          The theory of natural selection applies most readily to genes because they have the right stuff to drive selection, namely making high-fidelity copies of themselves. Granted, it’s often convenient to speak about selection at the level of individuals, because it’s the fate of individuals (and their kin) in the world of cause and effect which determines the fate of their genes. Nonetheless, it’s the genes themselves that are replicated over generations and are thus the targets of selection and the ultimate beneficiaries of adaptations. Sexually reproducing organisms don’t literally replicate themselves, because their offspring are not clones but rather composites of themselves and their mates. Nor can any organism, sexual or asexual, pass onto its offspring the traits it has acquired in its lifetime. Individual bodies are simply not passed down through the generations the way that genes are. As Stephen Jay Gould put it, „You can’t take it with you, in this sense above all.“

          Now, no one „owns“ the concept of natural selection, nor can anyone police the use of the term. But its explanatory power, it seems to me, is so distinctive and important that it should not be diluted by metaphorical, poetic, fuzzy, or allusive extensions that only serve to obscure how profound the genuine version of the mechanism really is.

          To be sure, some extensions of natural selection to replicators other than genes are rigorous and illuminating, because they preserve the essential features of replicator dynamics. Examples include bits of code in genetic algorithms, the analogs of genes in artificial-life simulations, and, if the physicist Lee Smolin is correct, the laws and constants of entire universes.

          But other extensions are so poetical that they shed no light on the phenomenon and only obscure the real power of natural selection. There’s no end to the possibilities for pointlessly redescribing ordinary cause-and-effect sequences using the verbiage of natural selection. Cities have more old buildings made of stone than of wood because of the process of edifice selection. Cars today are equipped with steel-belted radials because they outcompeted polyester-belted tires in a process of tire selection. Touch-tone phones have prevailed over dial phones because of their competitive advantages in telephone selection. And so on. Sure, some things last longer or do better in competition than others because they have traits that help them last longer or compete more effectively. But unless the traits arose from multiple iterations of copying of random errors in a finite pool of replicators, the theory of natural selection adds nothing to ordinary cause and effect.

          What about groups? Natural selection could legitimately apply to groups if they met certain conditions: the groups made copies of themselves by budding or fissioning, the descendant groups faithfully reproduced traits of the parent group (which cannot be reduced to the traits of their individual members), except for mutations that were blind to their costs and benefits to the group; and groups competed with one another for representation in a meta-population of groups. But everyone agrees that this is not what happens in so-called „group selection.“ In every case I’ve seen, the three components that make natural selection so indispensable are absent.

          (a) The criterion of success is not the number of copies in a finite population (in this case, the meta-population of groups), but some analogue of success like size, influence, wealth, power, longevity, territory, or preeminence. An example would be the „success“ of monotheistic religions. No one claims that monotheistic religions are more fission-prone than polytheistic ones, and that as a consequence there are numerically more monotheistic belief systems among the thousands found on earth. Rather, the „success“ consists of monotheistic religions having more people, territory, wealth, might, and influence. These are impressive to a human observer, but they are not what selection, literally interpreted, brings about.

          (b) The mutations are not random. Conquerors, leaders, elites, visionaries, social entrepreneurs, and other innovators use their highly nonrandom brains to figure out tactics and institutions and norms and beliefs that are intelligently designed in response to a felt need (for example, to get their group to predominate over their rivals).

          (c) The „success“ applies to the entity itself, not to an entity at the end of a chain of descendants. It was the Roman Empire that took over most of the ancient world, not a group that splintered off from a group that splintered off from a group that splintered off from the Roman Empire, each baby Roman Empire very much like the parent Roman Empire except for a few random alterations, and the branch of progeny empires eventually outnumbering the others.

          On top of these differences, most of the groupwide traits that group selectionists try to explain are cultural rather than genetic. The trait does not arise from some gene whose effects propagate upward to affect the group as a whole, such as a genetic tendency of individuals to disperse which leads the group to have a widespread geographic distribution, or an ability of individuals to withstand stressful environments which leads the species to survive mass extinction events. Instead, they are traits that are propagated culturally, such as religious beliefs, social norms, and forms of political organization. Modern group selectionists are often explicit that it is cultural traits they are talking about, or even that they are agnostic about whether the traits they are referring to are genetic or cultural.

          What all this means is that so-called group selection, as it is invoked by many of its advocates, is not a precise implementation of the theory of natural selection, as it is, say, in genetic algorithms or artificial life simulations. Instead it is a loose metaphor, more like the struggle among kinds of tires or telephones. For this reason the term „group selection“ adds little to what we have always called „history.“ Sure, some cultures have what it takes to become more populous or powerful or widespread, including expansionist ideologies, proselytizing offensives, effective military strategies, lethal weaponry, stable government, social capital, the rule of law, and norms of tribal loyalty. But what does „natural selection“ add to the historian’s commonplace that some groups have traits that cause them to grow more populous, or wealthier, or more powerful, or to conquer more territory, than others?

          2. Group selection as an explanation of the traits of individuals.

          Let’s now turn to the traits of individuals. Is group selection necessary to explain the evolution of psychological traits adapted to group living such as tribalism, bravery, self-sacrifice, xenophobia, religion, empathy, and moralistic emotions? This section looks at theory, the next one at psychological and historical data.

          The reproductive success of humans undoubtedly depends in part on the fate of their groups. If a group is annihilated, all the people in it, together with their genes, are annihilated. If a group acquires territory or food or mates, the windfall will benefit some or all of its members. But recall the fleet herd of deer and the herd of fleet deer. If a person has innate traits that encourage him to contribute to the group’s welfare and as a result contribute to his own welfare, group selection is unnecessary; individual selection in the context of group living is adequate. Individual human traits evolved in an environment that includes other humans, just as they evolved in environments that include day-night cycles, predators, pathogens, and fruiting trees.

          Some mathematical models of „group selection“ are really just individual selection in the context of groups.[3] The modeler arbitrarily stipulates that the dividend in fitness that accrues to the individual from the fate of the group does not count as „individual fitness.“ But the tradeoff between „benefiting the self thanks to benefiting the group“ and „benefiting the self at the expense of the rest of the group“ is just one of many tradeoffs that go into gene-level selection. Others include reproductive versus somatic effort, mating versus parenting, and present versus future offspring. There’s no need to complicate the theory of natural selection with a new „level of selection“ in every case.

          It’s only when humans display traits that are disadvantageous to themselves while benefiting their group that group selection might have something to add. And this brings us to the familiar problem which led most evolutionary biologists to reject the idea of group selection in the 1960s.[4] Except in the theoretically possible but empirically unlikely circumstance in which groups bud off new groups faster than their members have babies, any genetic tendency to risk life and limb that results in a net decrease in individual inclusive fitness will be relentlessly selected against. A new mutation with this effect would not come to predominate in the population, and even if it did, it would be driven out by any immigrant or mutant that favored itself at the expense of the group.

          Let’s take the concrete example of collective aggression. Often the benefits to the self and to the group may coincide. A warrior may scare off a party of attackers and save the lives of his fellow villagers together with the lives of himself and his family. In other cases the benefits may diverge: the warrior may stay at the rear, or sneak off to the side, and let everyone else fight. In still others the outcome may be uncertain, but because selection works on probabilities, he may play the odds, say, taking a one-in-ten chance of getting killed in a raid that promises a one-in-two chance of abducting a few extra wives. We should expect selection to favor traits that maximize the individual’s expected reproductive output, given these tradeoffs.

          What we don’t expect to see is the evolution of an innate tendency among individualsto predictably sacrifice their expected interests for the interests of the group—to cheerfully volunteer to serve as a galley slave, a human shield, or cannon fodder. Take the extreme case of a gene that impelled a person to launch a suicide attack that allowed his group to prevail over an enemy. That is hardly a gene that could be selected! (I’ll put aside for now the potential benefits to the suicide warrior’s kin.) What could evolve, instead, is a tendency to manipulate others to become suicide attackers, and more generally, to promulgate norms of morality and self-sacrifice that one intends to apply in full force to everyone in the group but oneself. If one is the unlucky victim of such manipulation or coercion by others, there’s no need to call it altruism and search for an evolutionary explanation, any more than we need to explain the „altruism“ of a prey animal who benefits a predator by blundering into its sights.

          Thus we have a nice set of competing empirical predictions for any examples of group-benefiting self-sacrifice we do observe in humans. If humans were selected to benefit their groups at the expense of themselves, then self-sacrificial acts should be deliberate, spontaneous, and uncompensated, just like other adaptations such as libido, a sweet tooth, or parental love. But if humans were selected to benefit themselves and their kin in the context of group living (perhaps, but not necessarily, by also benefiting their groups), then any guaranteed self-sacrifice should be a product of manipulation by others, such as enslavement, conscription, external incentives, or psychological manipulation.

          To be sure, if we go back to group selection as an explanation of group traits, particularly cultural ones, then it’s easy to see how a group that successfully coerced or manipulated a renewable supply of its own members to launch suicide attacks might expand relative to other groups. But that would have nothing to do with its members‘ inherited psychology, in this case, their willingness to sacrifice themselves without manipulation. The same is true for less extreme sacrifices.

          3. Do Humans in Fact Have Adaptations that Benefit the Group at the Expense of the Self?

          The recent surge of interest in group selection has been motivated by two empirical phenomena. One is eusociality in insect taxa such as bees, ants, and termites, whose worker or soldier castes forgo their own reproduction and may sacrifice their lives to benefit their fellows, as when a bee dies when stinging an invader. E. O. Wilson notes that a self-sacrificing insect benefits the colony, and concludes that eusociality must be explained by selection among colonies. But most other biologists point out that the sacrificer benefits the queen (her sister or mother), who founds a new colony when she reproduces, so the simplest explanation of eusociality is that the genes promoting self-sacrifice were selected because they benefited copies of themselves inside the queen.[5] The same is true for other collectives of genetic relatives in which only a select few reproduce, such as the individuals making up a colonial organism and the cells making up a body.

          The other phenomenon is the existence of altruism and self-sacrifice among humans, such as martyrdom in warfare, costly punishment of free riders, and generosity toward strangers. Group selectionists often analogize self-sacrifice among humans to eusociality in insects, and explain both by group selection. In The Social Conquest of Earth, a book whose title alludes to the evolutionary success of humans and social insects, Wilson writes, (p. 56): „An unavoidable and perpetual war exists between honor, virtue, and duty, the products of group selection, on one side, and selfishness, cowardice, and hypocrisy, the products of individual selection, on the other side.“ In The Righteous Mind, Jonathan Haidt agrees, explaining the evolution of moral intuitions such as deference to authority, loyalty to community, and conformity to social norms by proposing that „Humans are 90 percent chimp and 10 percent bee.“

          Many questionable claims are packed into the clustering of inherent virtue, human moral intuitions, group-benefiting self-sacrifice, and the theory of group selection. One is the normative moral theory in which virtue is equated with sacrifices that benefit one’s own group in competition with other groups. If that’s what virtue consisted of, then fascism would be the ultimate virtuous ideology, and a commitment to human rights the ultimate form of selfishness. Of course, that is not what Wilson meant; he apparently wanted to contrast individual selfishness with something more altruistic, and wrote as if the only alternative to benefiting oneself is contributing to the competitive advantage of one’s group. But the dichotomy ignores another possibility: that an individual can be virtuous by benefiting other individuals (in principle, all humans, or even all sentient creatures), whether or not he enhances the competitive prowess of the group to which he belongs.

          Another problem with the bundling of human altruism, insect eusociality, and group selection is that insect eusociality itself is not, according to most biologists other than Wilson, explicable by group selection. But let’s provisionally grant one part of the association for the sake of the empirical tests. The gene-centered explanation of eusociality depends on the relatedness of sterile workers and soldiers to a small number of queens who are capable of passing along their genes, and of course that reproductive system is absent from human groups. Nonetheless, according to this argument, humans are like bees in contributing to the welfare of their community. Since the gene-centered theory of insect eusociality cannot apply to humans, perhaps it is unnecessary to explain bees either. In that case, the most parsimonious theory would explain both human altruism and insect eusociality with group selection.

          So for the time being we can ask, is human psychology really similar to the psychology of bees? When a bee suicidally stings an invader, presumably she does so as a primary motive, as natural as feeding on nectar or seeking a comfortable temperature. But do humans instinctively volunteer to blow themselves up or advance into machine-gun fire, as they would if they had been selected with group-beneficial adaptations? My reading of the study of cooperation by psychologists and anthropologists, and of the study of group competition by historians and political scientists, suggest that in fact human are nothing like bees.

          The huge literature on the evolution of cooperation in humans has done quite well by applying the two gene-level explanations for altruism from evolutionary biology, nepotism and reciprocity, each with a few twists entailed by the complexity of human cognition.

          Nepotistic altruism in humans consists of feelings of warmth, solidarity, and tolerance toward those who are likely to be one’s kin. It evolved because any genes that encouraged such feelings toward genetic relatives would be benefiting copies of themselves inside those relatives. (This does not, contrary to a common understanding, mean that people love their relatives because of an unconscious desire to perpetuate their genes.) A vast amount of human altruism can be explained in this way. Compared to the way people treat nonrelatives, they are far more likely to feed their relatives, nurture them, do them favors, live near them, take risks to protect them, avoid hurting them, back away from fights with them, donate organs to them, and leave them inheritances.[6]

          The cognitive twist is that the recognition of kin among humans depends on environmental cues that other humans can manipulate.[7] Thus people are also altruistic toward their adoptive relatives, and toward a variety of fictive kin such as brothers in arms, fraternities and sororities, occupational and religious brotherhoods, crime families, fatherlands, and mother countries. These faux-families may be created by metaphors, simulacra of family experiences, myths of common descent or common flesh, and other illusions of kinship. None of this wasteful ritualizing and mythologizing would be necessary if „the group“ were an elementary cognitive intuition which triggered instinctive loyalty. Instead that loyalty is instinctively triggered by those with whom we are likely to share genes, and extended to others through various manipulations.

          The other classic form of altruism is reciprocity: initiating and maintaining relationships in which two agents trade favors, each benefiting the other as long as each protects himself from being exploited. Once again, a vast amount of human cooperation is elegantly explained by this theory.[8] People are „nice,“ both in the everyday sense and the technical sense from game theory, in that they willingly confer a large benefit to a stranger at a small cost to themselves, because that has some probability of initiating a mutually beneficial long-term relationship. (It’s a common misunderstanding that reciprocal altruists never help anyone unless they are soliciting or returning a favor; the theory in fact predicts that they will sympathize with the needy.) People recognize other individuals and remember how they have treated and been treated by them. They feel gratitude to those who have helped them, anger to those who have exploited them, and contrition to those whom they have exploited if they depend on them for future cooperation.

          One cognitive twist on this formula is that humans are language-using creatures who need not discriminate reciprocators from exploiters only by direct personal experience, but can also ask around and find out their reputation for reciprocating with or exploiting others. This in turn creates incentives to establish and exaggerate one’s reputation (a feature of human psychology that has been extensively documented by social psychologists), and to attempt to see through such exaggerations in others.[9] And one way to credibly establish one’s reputation as an altruist in the probing eyes of skeptics to be an altruist, that is, to commit oneself to altruism (and, indirectly, its potential returns in the long run, at the expense of personal sacrifices in the short run).[10] A third twist is that reciprocity, like nepotism, is driven not by infallible knowledge but by probabilistic cues. This means that people may extend favors to other people with whom they will never in fact interact with again, as long as the situation is representative of ones in which they may interact with them again.[11] Because of these twists, it’s a fallacy to think that the theory of reciprocal altruism implies that generosity is a sham, and that people are nice to one another only when each one cynically calculates what’s in it for him.

          Group selection, in contrast, fails to predict that human altruism should be driven by moralistic emotions and reputation management, since these may benefit of individuals who inflate their reputations relative to their actual contributions and thus subtract from the welfare of the group. Nor is there any reason to believe that ants, bees, or termites have moralistic emotions such as sympathy, anger, and gratitude, or a motive to monitor the reputations of other bees or manage their own reputations. Group welfare would seem to work according to the rule „From each according to his ability, to each according to his need.“ Ironically, Wilson himself, before he came out as a group selectionist, rejected the idea that human altruism could be explained by going to the ants, and delivered this verdict on the Marxist maxim: „Wonderful theory; wrong species.“ Haidt, too, until recently was content to explain the moral emotions with standard theories of nepotistic and reciprocal altruism.[12]

          The only empirical phenomenon which has been directly adduced as support for group selection is a set of experimental games in which people seem to sacrifice their interests for those of a group.[13] In a laboratory version of a Public Goods game, participants are allocated a sum of money and invited to contribute as much as they want to a communal pot, which is then multiplied by the experimenter and divided evenly among them. The optimum strategy for the group is for everyone to contribute the maximum; the optimum strategy for the individual is to be a free rider and stint on his public contribution, thereby enjoying both the group dividend andhis private stash. In a typical experiment with repeated rounds of play, free riding takes over and the public contribution dwindles to zero.

          A natural conclusion is that this shows that humans are not a group-selected adaptation which capitalizes on opportunities to make sacrifices for the common good. But oddly enough, this research has been interpreted as evidence for group selection, because of the outcome of one variant of the procedure. When people are given an opportunity to punish free riders by levying a fine on them, then free riding decreases and everyone’s profit increases—no surprise there. The surprise is that people will sometimes punish free-riders even if they have to pay for the privilege, and are assured by the experimenters that everyone is anonymous and no one will meet up with their partners again. Since the punishment is costly, and cannot even be rewarded by a reputation for civic-mindedness, it has been described as „altruistic,“ and has been touted as evidence for group-selected self-sacrifice.

          It seems hard to believe that a small effect in one condition of a somewhat contrived psychology experiment would be sufficient reason to revise the modern theory of evolution, and indeed there is no reason to believe it. Subsequent experiments have shown that most of the behavior in these and similar games can be explained by an expectation of reciprocity or a concern with reputation.[14] People punish those that are most likely to exploit them, choose to interact with partners who are least likely to free-ride, and cooperate and punish more, and free-ride less, when their reputations are on the line. Any residue of pure altruism can be explained by the assumption that people’s cooperative intuitions have been shaped in a world in which neither anonymity nor one-shot encounters can be guaranteed. Consider, too, that in real societies the punishment of free riders need not be costly to the punisher. An individual or small group can cheaply injure a social parasite or sabotage his possessions, and they can be rewarded for their troubles in gratitude, esteem, or resources. After all, police, judges, and jailers don’t work for nothing.

          Finally, let’s turn to the role of altruism in the history of group-against-group conflict. Many group selectionists assume that human armed conflict has been a crucible for the evolution of self-sacrifice, like those in insect soldier castes. They write as if suicide missions, kamikaze attacks, charges into the jaws of death, and other kinds of voluntary martyrdom have long been the norm in human conflict. My reading of the history of organized violence is that this is very far from the case.

          In tribal warfare among non-state societies, men do not regularly take on high lethal risks for the good of the group. Their pitched battles are noisy spectacles with few casualties, while the real combat is done in sneaky raids and ambushes in which the attackers assume the minimum risks to themselves.[15] When attacks do involve lethal risks, men are apt to desert, stay in the rear, and find excuses to avoid fighting, unless they are mercilessly shamed or physically punished for such cowardice (see, for example, the recent meticulous study of Turkana warfare by Sarah Mathew and Robert Boyd).[16]

          What about early states? States and empires are the epitome of large-scale coordinated behavior and are often touted as examples of naturally selected groups. Yet the first complex states depended not on spontaneous cooperation but on brutal coercion. They regularly engaged in slavery, human sacrifice, sadistic punishments for victimless crimes, despotic leadership in which kings and emperors could kill with impunity, and the accumulation of large harems, with the mathematically necessity that large number of men were deprived of wives and families.[17]

          Nor has competition among modern states been an impetus for altruistic cooperation. Until the Military Revolution of the 16th century, European states tended to fill their armies with marauding thugs, pardoned criminals, and paid mercenaries, while Islamic states often had military slave castes.[18] The historically recent phenomenon of standing national armies was made possible by the ability of increasingly bureaucratized governments to impose conscription, indoctrination, and brutal discipline on their powerless young men. Even in historical instances in which men enthusiastically volunteered for military service (as they did in World War I), they were usually victims of positive illusions which led them to expect a quick victory and a low risk of dying in combat.[19] Once the illusion of quick victory was shattered, the soldiers were ordered into battle by callous commanders and goaded on by „file closers“ (soldiers ordered to shoot any comrade who failed to advance) and by the threat of execution for desertion, carried out by the thousands. In no way did they act like soldier ants, willingly marching off to doom for the benefit of the group.

          To be sure, the annals of war contain tales of true heroism—the proverbial soldier falling on the live grenade to save his brothers in arms. But note the metaphor. Studies of the mindset of soldierly duty shows that the psychology is one of fictive kinship and reciprocal obligation within a small coalition of individual men, far more than loyalty to the superordinate group they are nominally fighting for. The writer William Manchester, reminiscing about his service as a Marine in World War II, wrote of his platoonmates, „Those men on the line were my family, my home. … They had never let me down, and I couldn’t do it to them. . . . Men, I now knew, do not fight for flag or country, for the Marine Corps or glory of any other abstraction. They fight for one another.“

          What about the ultimate in individual sacrifice, suicide attacks? Military history would have unfolded very differently if this was a readily available tactic, and studies of contemporary suicide terrorists have shown that special circumstances have to be engineered to entice men into it. Scott Atran, Larry Sugiyama, Valerie Hudson, Jessica Stern, and Bradley Thayer have documented that suicide terrorists are generally recruited from the ranks of men with poor reproductive prospects, and they are attracted and egged on by some combination of peer pressure, kinship illusions, material and reputational incentives to blood relatives, and indoctrination into the theory of eternal rewards in an afterlife (the proverbial seventy-two virgins).[20] These manipulations are necessary to overcome a strong inclination not to commit suicide for the benefit of the group.

          The historical importance of compensation, coercion, and indoctrination in group-against-group competition should not come as a surprise, because the very idea that group combat selects for individual altruism deserves a closer look. Wilson’s dictum that groups of altruistic individuals beat groups of selfish individuals is true only if one classifies slaves, serfs, conscripts, and mercenaries as „altruistic.“ It’s more accurate to say that groups of individuals that are organized beat groups of selfish individuals. And effective organization for group conflict is more likely to consist of more powerful individuals incentivizing and manipulating the rest of their groups than of spontaneous individual self-sacrifice.

          And once again, it won’t work to switch levels and say that group selection is really acting on the norms and institutions of successful states. The problem is that this adds nothing to the conventional historian’s account in which societies with large tax bases, strong governments, seductive ideologies, and effective military forces expanded at the expense of their neighbors. That’s just ordinary causation, enabled by the fruits of human ingenuity, experience, and communication. The truly Darwinian mechanisms of high-fidelity replication, blind mutation, differential contribution of descendants to a population, and iteration over multiple generations have no convincing analogue.

          4. A Summary of the Trouble with Group Selection

          The idea of Group Selection has a superficial appeal because humans are indisputably adapted to group living and because some groups are indisputably larger, longer-lived, and more influential than others. This makes it easy to conclude that properties of human groups, or properties of the human mind, have been shaped by a process that is akin to natural selection acting on genes. Despite this allure, I have argued that the concept of Group Selection has no useful role to play in psychology or social science. It refers to too many things, most of which are not alternatives to the theory of gene-level selection but loose allusions to the importance of groups in human evolution. And when the concept is made more precise, it is torn by a dilemma. If it is meant to explain the cultural traits of successful groups, it adds nothing to conventional history and makes no precise use of the actual mechanism of natural selection. But if it is meant to explain the psychology of individuals, particularly an inclination for unconditional self-sacrifice to benefit a group of nonrelatives, it is dubious both in theory (since it is hard to see how it could evolve given the built-in advantage of protecting the self and one’s kin) and in practice (since there is no evidence that humans have such a trait).

          None of this prevents us from seeking to understand the evolution of social and moral intuitions, nor the dynamics of populations and networks which turn individual psychology into large-scale societal and historical phenomena. It’s just that the notion of „group selection“ is far more likely to confuse than to enlighten—especially as we try to understand the ideas and institutions that human cognition has devised to make up for the shortcomings of our evolved adaptations to group living.

        • @chris
          „Und das ist auch meist das Ergebnis dieser “Multi Level Selektion”. Auf jeder der betrachteten Ebenen findet eine Selektion des Einzelwesens nach dem Prinzip der egoistischen Gene statt. Weswegen es eine eher nichtssagende Theorie ist“

          Bingo. Die ganzen rein theoretischen Konzepte, um einen besseren Begriff als „Art“ als Evolutionseinheit hinzubekommen, haben gar nichts geholfen. Ob das nun „Fortpflanzungsgemeinschaft“ oder eben „Gruppenselektion“ oder MLsonstwas war. Ob beabsichtigt oder nicht, war dies aber praktisch immer nur ein Infallstor für obskurantistische Vorstellungen, wie „Intelligent Design“ und anderes.

          Wenn dann bitte schön einen neuen Theorieansatz, der rein molekularbiologisch-genetisch ausgerichtet ist, hier wird die „Schlacht um Darwin“, um das *beste* Gen und was es bedeuten mag, geschlagen 🙂

    • @ratloser

      „Schließlich ging es für sie um´s ganze.“

      Wie kommst du eigentlich auf diese Idee? Damit frage ich nicht danach, was diese Geisteswissenschaftler wirklich dachten, denn mir ist schon klar, daß du das nicht weißt, sondern nach den inhaltlichen Punkten, die dir Anlaß zu der Vermutung geben, es müßte für sie um’s Ganze gehen?

      • Nun wenn Biologie Erklärungen liefern kann für Altruismus, freien Willen, menschliches Sozialverhalten usw., ist ein Großteil der geisteswissenschaftlichen Erklärungen dieser Phänomene wenn nicht überflüssig so doch in Frage gestellt.

        • „Die Biologie liefert Erklärungen für den freien Willen?“

          Null, weder dafür, noch dagegen. Wäre genau deine Baustelle, wie auch „Altruismus“ und etliches mehr.
          Als „nicht existente Phänomene“ (@ratloser) würde ich das alles gar nicht ansehen, nur nicht als Probleme der (biologischen) Wissenschaft.

          (Ja, natürlich — für „Hirnforscher“ und SJWs & Genderleute stellt sich das wohl anders dar.)

      • @ elmar

        „Die Biologie liefert Erklärungen für den freien Willen?“

        Nein, natürlich nicht. Denn es gibt keinen freien Willen.

        Die Erklärung für nicht existente Phänomene obliegt der Kompetenz der Philosophie.

        😉

        • Und habt ihr euch mal überlegt, wie eucher biologisch erklärter Determinismus aussieht?

          Ist jede einzelne Handlung determiniert? Und wenn sie es nicht ist, die wird dann der Einfluß auf die Handlungen durch die Biologie ausgeübt? Und wäre die Etablierung einer generellen Tendenz nicht viel komplizierter zu bewerkstelligen, als die strikte Determination jeder einzelnen Handlung?

        • @elmar

          „Und habt ihr euch mal überlegt, wie eucher biologisch erklärter Determinismus aussieht?“

          Das wäre eigentlich eher Thema für morgen. Heute könntest du dir mal überlegen, wie Selektion auf genebene verläuft. Und welche Folgen das hat.

          „Ist jede einzelne Handlung determiniert? Und wenn sie es nicht ist, die wird dann der Einfluß auf die Handlungen durch die Biologie ausgeübt? Und wäre die Etablierung einer generellen Tendenz nicht viel komplizierter zu bewerkstelligen, als die strikte Determination jeder einzelnen Handlung?“

          Schau dir doch mal die Theorien dazu an, vollziehe sie nach und bringe dann eine Kritik.
          Da wir evolutionswoche haben:

          Bis zu welchem Grad der „menschwerdung“ bzw bei welchen Tieren gehst du denn von einem tatsächlich „freien Willen“ und bis zu welchem noch von einem „biologischen determinismus“ ein?
          Einzeller, primitiere Mehrzeller, Insekten, Fische, Echsen, Säugetiere, Primaten, Mensch?

          Wann in unserer Entwicklungsstufe haben wir den Übergang gemacht? Hatte Ardipithecus ramidus oder die Australopithecinen schon einen „freien willen“? Oder erst der Homo?
          Und wie hat sich das ausgewirkt im aufbau unseres Gehirns? Wurden bisherige Gehirnbereiche nutzlos und sind verschwunden?

          Wie ist das Gehirn entstanden?
          Da wäre auch das „egoistische Gen“ ein guter Punkt, den man sich bewußt machen sollte: Selektion auf der Genebene haben eben auch das Gehirn geschaffen. Und damit ist das Gehirn letztendlich etwas, was nur der Weitergabe von Genen dient. Nur solange dies gefördert wurde konnte eine Mutation sich durchsetzen.

        • @ elmar

          Es ist notwendig sich zu vergenwärtigen, dass Handlungen einem durch eine komplexe Interaktion von genetisch determiniertem neurobiologischen Netzwerk und Umwelt bedingten Phänotyp entsprechen.

          Eine Entscheidung, die zu einer Handlung führt, ist nicht Folge „eines Gen“´s, sondern Ausdruck einer Resonanz von externen Einflüssen auf dem Boden der individuellen neurobiologischen Verfasstheit.

          Der Resonanzkörper, die Art der möglichen Resonanz sind biologisch vorgegeben. Die tatsächliche Resonanz aber wird auch durch die externen Faktoren, deren Reizstärke, deren Reizdauer, deren Informationskomplexizität etc. etc. mitbestimmt.

          Bei freiem Willen muss man sich fragen: „frei wovon“ und „frei wozu“.

          Denkt man zum Beispiel an die Freiheit, den Willen zu allgemein ethisch empfohlener Verhaltensweise zum Ausdruck zu bringen, stößt man schnell an den Punkt, an dem diesem z.B. konträres emotionales „(Nicht)Wollen“ in die Quere kommt.

          Wir können uns nicht aussuchen, was wir wollen. Wir können nur versuchen, unser Wollen sozialverträglich zu kontrollieren…so gut es geht.

        • @ Christian

          Die bislang (evolutionär sehr kurze) Erfolgsgeschichte unserer ZNS-Evolution mit solchen Folgen wie Reflexions-, Antizipations- und Empathievermögen könnte sich übrigens langfristig auch als evolutionärer Irrweg erweisen.

        • „Die bislang (evolutionär sehr kurze) Erfolgsgeschichte unserer ZNS-Evolution mit solchen Folgen wie Reflexions-, Antizipations- und Empathievermögen könnte sich übrigens langfristig auch als evolutionärer Irrweg erweisen.“

          Es ist sehr gut möglich, dass die Menschheit sich mit Hilfe ihrer überlegenen Intelligenz selbst auslöscht, zumindest als biologische Spezies.

    • Stimmt, der reine Titel hält bis heute eine Menge Linker davon ab, sich überhaupt mit Biologie/Evolutionstheorie in Bezug auf Menschen zu befassen.

      „Biologie ist Faschsimus“ – wer hat das gesagt?

  2. Ein Gen kann langfristig nur selektiert werden, wenn es dem Einzelwesen Vorteile bringt (“egoistisches Gen”), Vorteile für das einzelne Wesen können allerdings auch Vorteile der Gruppe sein, wenn diese auf das Einzelwesen zurückschlagen und diesem mehr bringen als sie das Einzelwesen kosten. Ansonsten droht eine Freeriderproblematik, da sich deren Gene durchsetzen.

    Der Druck Richtung Gruppenzugehörigkeit ist jedenfally so groß*, dass bestimmte Individuen Eigenschaften, die der Gruppenzugehörigkeit dienen, sofern sie diese gen-seitig nicht mitbringen, zumindest eine gewisse Zeit lang verhaltensseitig simulieren.

    Das Fortbestehen von Psycho- und Soziopathen im Genpool kommt der Freeriderproblematik ziemlich nahe. ME hat wurde hier im evolutionären Prozess aufgrund widersprüchlicher Anforderung ein nur vorläufiger Kompromiss gefunden.

    *Dafür spricht z.B. dass die molekularbiologischen Vorgänge, die zu sozialem „Schmerz“ (Scham, Schuld, Abweisung,…) führen weitgehend dieselben sind, die bei körperlichem Schmerz ablaufen (über Aktivierung des AGC).

    • @zip

      „Der Druck Richtung Gruppenzugehörigkeit ist jedenfally so groß*, dass bestimmte Individuen Eigenschaften, die der Gruppenzugehörigkeit dienen, sofern sie diese gen-seitig nicht mitbringen, zumindest eine gewisse Zeit lang verhaltensseitig simulieren.“

      Das ist ja ein Vorteil für das Einzelwesen: Er wird „Gruppentauglicher“. und nur nach diesem Vorteil erfolgt die Selektion. Die Evolution der Kooperation ist nur mit dem Prisoners Dilemma zu verstehen. Kooperation bietet enorme Vorteile, ist aber einfach auszubeuten. Deswegen gibt es keine saubere Lösung, nur Maßnahmen und Gegenmaßnahmen. Eine wesentliche ist zB das Gedächtnis für das frühere Verhalten.

    • @zip

      „Der Druck Richtung Gruppenzugehörigkeit ist jedenfally so groß*, dass bestimmte Individuen Eigenschaften, die der Gruppenzugehörigkeit dienen, sofern sie diese gen-seitig nicht mitbringen, zumindest eine gewisse Zeit lang verhaltensseitig simulieren.“

      Das ist ja ein Vorteil für das Einzelwesen: Er wird „Gruppentauglicher“. und nur nach diesem Vorteil erfolgt die Selektion. Die Evolution der Kooperation ist nur mit dem Prisoners Dilemma zu verstehen. Kooperation bietet enorme Vorteile, ist aber einfach auszubeuten. Deswegen gibt es keine saubere Lösung, nur Maßnahmen und Gegenmaßnahmen. Eine wesentliche ist zB das Gedächtnis für das frühere Verhalten.
      Wichtig ist es auch die Funktion des Signallings in dem Zusammenhang zu verstehen: Es hat einen hohen Wert einen guten Ruf zu haben, weil einen Leute danach kooperation eher anbieten. Es bringt aber wenig(er) bei Fremden, die man nur einmal sieht oder wenn es keiner mitbekommt.

      • Ja, aber Psychopathie schlägt destruktiv auf die Gruppe zurück und ist für des Individuum (weil es unter hohem Aufwand simulieren muss) letztlich enorm „costly“.

        • @ zip

          Psychopathische Persönlichkeitseigenschaften können sowohl für die Gruppe als auch das Individuum in bestimmten Situationen durchaus sehr vorteilhaft sein.

        • @ ratloser

          Stimmt, Psychopathen treffen Entscheidungen unter Gesichtspunkten, zu denen ein „Normalo“ wohl nicht fähig wäre – z.B. „mitleidloses“ Opfern von Gruppenmitglieder in Situationen der Gefährdung oder Verknappung.

          Ich nehme auch an, dass Psychopathie ein costly mating signal ist. Wer soviel Aufwand betreibt, muss gute Gene haben.

          Psychos kommen jedenfalls sehr häufig in die nächste Runde.

        • @zip

          Was ist aber der Gegenmechanismus? Doch lediglich das Erkennen von Psychopathen, eine Fähigkeit die bei einzelnen selektiert worden ist.
          Und eine gewisse Abscheu gegen sie, sofern sie einem nicht zuarbeiten und den eigenen Interessen dienen

          Alles gut nach dem egoistischen Gen erklärbar.

        • Psychos kommen jedenfalls sehr häufig in die nächste Runde.

          Ist das Dein subjektiver Eindruck, oder kannst du das auch anhand von Statistiken nachweisen?

        • @ Glob

          Auf der vom Kriminalpsychologen Robert D. Hare entwickelten 40-skaligen Revised Psychopathy Checklist erreichen Gefängnisinsassen oft hohe Punktezahlen (über 25). Der Prozentsatz der Psychopathen liegt bei Inhaftierten bei etwa 20%, womit sie gegenüber der Durchschnittsbevölkerung überrepräsentiert sind (zwischen 1-3%).

          http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7782747

          Eine jüngst vorgelegte schwedische Studie über die Fertilität von Gefängnisinsassen, ‚Criminal offending as part of an alternative reproductive strategy..‘, kommt zu folgenden Ergebnissen:

          Convicted criminal offenders had more children than individuals never convicted of a criminal offense. Criminal offenders also had more reproductive partners, were less often married, more likely to get remarried if ever married, and had more often contracted a sexually transmitted disease than non-offenders. Importantly, the increased reproductive success of criminals was explained by a fertility increase from having children with several different partners. We conclude that criminality appears to be adaptive in a contemporary industrialized country, and that this association can be explained by antisocial behavior being part of an adaptive alternative reproductive strategy.

          http://www.ehbonline.org/article/S1090-5138%2814%2900077-4/abstract

          Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der Betreiber des US-amerikanischen blogs „inductivist“, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bevölkerungsdaten aller Art auszuwerten.

          Demnach haben in einer Stichprobenerhebung (n=537) männliche Gefängnisinsassen zwischen 45 u. 54 Jahren durchschnittlich 3,04 Kinder, während die vergleichbare Altersklasse der Nicht-Deliquenten eine durchschnittliche Kinderanzahl von 2,62 aufweist (MIDUS-Studie).

          http://inductivist.blogspot.co.at/2011/02/average-family-size-of-jail-inmates.html

          http://inductivist.blogspot.co.at/2011/03/more-on-jail-inmate-fertility.html

          Zuletzt sei auf die mittlerweile notorische Studie von Peter Jonason verwiesen, nach der männliche Probanden, die Persönlichkeitsmerkmale der ‚Dark Triad‘ (Machiavellismus, Narzissmus, Psychopathie) aufwiesen, mehr Erfolg beim Daten verbuchten.

          http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/per.698/abstract

          Die Evidenz ist zwar noch nicht eindeutig, aber sie wurde 2013 von britischen Forschern unterstützt:

          Women rated the high DT character as significantly more attractive.

          http://scottbarrykaufman.com/wp-content/uploads/2013/09/The-Dark-Triad-Personality.pdf

      • Der Drawback ist, dass ein Psychopath die Gruppe jede Menge Ressourcen kosten kann und somit jeden einzelnen der Gruppe in seinem Überleben gefährdet.

        Simples, fast schon stereotypes Beispiel: der irre Chef, der das Unternehmen gegen die Wand fährt.

        • „Dann übertrag das mal auf eine Gruppenselektionsebene. Wie soll eine Selektion dagegen erfolgen, die nicht allein mit dem egoistischen Gen zu erklären ist?“

          Durch den Wettbewerb der Gruppen.

        • @JC

          Das große Problem ist ja, diesen Wettbewerb in eine Selektion zu bekommen. Wie werden da Gene selektiert, wie setzt sich die Mutation durch? Und was ist der Unterschied zwischen einer Selektion nach dem egoistischen gen?

          zu Verdeutlichung der Problematik:

          https://allesevolution.wordpress.com/2012/04/17/verwandtenselektion-gruppenselektion-selektion-des-einzelwesens-in-einer-gruppe/

          Nach der Theorie der Gruppenselektion hingegen werden nicht mehr Einzelwesen, sondern Gruppen selektiert. Es kommt nach dieser Definition nicht mehr auf die Gene des Einzelwesens an, sondern darauf, dass die Gruppe insgesamt Vorteile hat, unabhängig davon, ob diese Fitness auch alle Mitglieder der Gruppe erreicht. Es soll also die Gruppe selbst eine Basis der Selektion sein, die damit über die Interessen ihrer Einzelmitglieder hinauswächst. Logisch abzugrenzen ist dies von der Individualselektion nur, wenn man eine Selektion findet, bei der einzelne Mitglieder Nachteile für die Gruppe eingehen ohne kompensierende Vorteile zu haben. Dem stehen meiner Meinung nach eine Vielzahl von Argumenten entgegen: – Das erste ist, dass eine Gruppenselektion aus Sicht der Einzelwesen keine stabile evolutionäre Strategie sein kann. Wenn ein Wesen Nachteile eingeht, die anderen zugute kommen, ohne damit seine Gene zu fördern, dann verringert sich die Anzahl seiner Gene im Genpool. Es steigt hingegen die Anzahl der Gene derer, die Vorteile mitnehmen, aber die Nachteile nicht eingehen. Die Strategien haben daher ein automatisches Freerider-Problem. Die beste Strategie für das Einzelwesen zerstört die Gruppenselektion.

          Ein Einwand ist, dass sich aber erfolgreiche Gruppen gegen unerfolgreichere Durchsetzen und die Nachteile für alle aus der Gruppe eben ausgeglichen werden, indem die erfolgreichere Gruppe die weniger erfolgreichere ausbeuetet. Aber auch hier hat man es meist damit zu tun, dass nicht hinreichend beachtet wird, dass Einzelinteressen mit Gruppeninteressen übereinstimmen können und dadurch ein Gruppeneffekt entstehen kann, der aber nichts mit Gruppenselektion zu tun hat. Nehmen wir an eine Gruppe ist aufgrund eine Selektion hierauf besonders kriegerisch und unterwirft dabei alle anderen Gruppen, die friedlicher sind. Auch eine solche Gesellschaft muss aber entstehen, was man nicht ausblenden darf. Sie wird nur dann biologisch aggressiver, wenn sich die entsprechenden Gene anreichern. Dazu muss es vorteilhaft sein, aggressiver zu sein, und dies wieder auf der Ebene des Individuums. Den Kampf der Gruppen untereinander kann man dann wieder als Selektion der Einzelwesen untereinander abbilden. Eine echte Gruppenselektion würde erfordern, dass einige die Nachteile des kämpfens auf sich nehmen, dies aber keine anderweitigen Vorteile bringt. Viele Insekten schaffen dies mit einer sterilen Kämpferkaste, allerdings haben diese den Vorteil, so eng verwandt zu sein, dass sie diesen Altruismus vollständig auf Verwandtenselektion stützen können. Bei menschlichen Kämpfern hingegen ist dies nicht der Fall. Sie kämpfen üblicherweise für Verwandte, für Luxus, für Ruhm, für ihre eigenen Interessen. Eine menschliche Gesellschaft, die ihre genetischen Kämpfer schicht opfern würde, würde deren Gene schlicht aus dem Genpool entfernen und wäre dann eine Gesellschaft ohne solche genetischen Kämpfer. – Die Abgrenzungsproblematik: Nimmt man Gruppenselektion ernst, dann müßte man auch fragen, was überhaupt eine sinnvolle Gruppe ist. Die Kleingruppe im Sinne eines Stammes? Die Großgruppe der näheren Umgebung? Die Subspezies? Die Spezies? Die Gattung? Löwen und Gazellen sind beide Säugetiere, also auch Bestandteil einer Gruppe. In der Löwen-Gazellen-Säugetier-Gruppe wäre es daher eine Form der Gruppenselektion, wenn der Löwe Vögel fressen würde. Das ist natürlich ein sehr weitgehendes Argument, aber eine logische Abgrenzung innerhalb der Theorie der Gruppenselektion zu finden, erscheint mir schwierig. Gruppenselektion hätte unsere Vorfahren dazu bringen sollen nicht das letzte Mammut zu erlegen oder auf der Osterinsel sparsamer mit dem Holz zu sein. Spieletheorie besagt hingegen, dass es dem egoistischen Gen nichts bringt, dass letzte Mammut zu verschonen, weil es sonst lediglich von einem anderen Jäger erlegt wird. Die Geschichte zeigt, dass Tiere und Menschen immer wieder auf diese Weise gegen ihre Gruppeninteressen verstoßen haben und keine Schonung zugunsten der Gruppe vorgenommen haben. Lediglich in jüngster Geschichte der Menschheit scheitn dies in Gesellschaften, die eh einen Überfluss haben, möglich zu sein, wenn auch nur sehr eingeschränkt. Zur Abgrenzung von Verwandtenselektion und Groupenselektion auch noch das folgende bei Dawkins aus “Das egoistische Gen”S. 94:

          E. O. Wilson, in his otherwise admirable Sociobiology: The New Synthesis, defines kin selection as a special case of group selection. He has a diagram which clearly shows that he thinks of it as intermediate between ‘individual selection’, and ‘group selection’ in the conventional sense—the sense that I used in Chapter 1. Now group selection—even by Wilson’s own definition—means the differential survival of groups of individuals. There is, to be sure, a sense in which a family is a special kind of group. But the whole point of Hamilton’s argument is that the distinction between family and non-family is not hard and fast, but a matter of mathematical probability. It is no part of Hamilton’s theory that animals should behave altruistically towards all ‘members of the family’, and selfishly to everybody else. There are no definite lines to be drawn between family and non-family. We do not have to decide whether, say, second cousins should count as inside the family group or outside it: we simply expect that second cousins should be 1/16 as likely to receive altruism as offspring or siblings. Kin selection is emphatically not a special case of group selection.* It is a special consequence of gene selection.

        • Eine gruppe könnte z. B. eine bestimmte Struktur aufweisen, die es Psychopathen schwerer macht, Schaden anzurichten.

        • @JC Denton

          Ja, aber Gruppen haben keine Gene. Einzelpersonen haben Gene. Natürlich kann es für die Einzelperson förderlich sein, bestimmte Gruppenstrukturen zu stützen.
          Aber was ist dann das besondere der Gruppenselektion oder der multilevelselektion?
          bzw.wie bekommt man diese Strukturen dann in die Gene? Wie muss die Selektion da aussehen?

        • @ Christian

          Der Wettbewerb der Gruppen könnte z.B. einen Stamm, dessen individuelle Mitglieder zumindest teilweise (sodass sich das auf die Gruppenformation auswirkt) Träger eines bestimmten genetischen Merkmals sind, komplett auslöschen.

          Somit ist das Gen verschwunden.

          Wäre multilevel selection.

        • @ Christian

          Wenn die Gruppe der Rothaarigen von der Gruppe der Schwarzhaarigen eliminiert wird, verschwindet auch das Gen für Rothaarigkeit.

        • Die Wirkung der Gruppenkonkurrenz auf Gene kommt auf einer Ebene zum Tragen, die die Selektion und Weitergabe der Gene auf der individuellen Ebene der Gruppenmitglieder sozusagen überstimmt (overruled).

        • Nehmen wir einmal an, wir hätten zwei Gruppen der Gattung homo in ähnlichen Habitaten.

          Die Habitate grenzen aneinander an. Sie weisen einen mittelhohen Strauch- und Baumbestand auf, in einem heißen, bzw. sehr heißen Klima.

          Die eine Gruppe in dem sehr heißen Habitat bildet Individuen aus, die nicht so großgewachsen sind die also das Genmerkmal „klein“ haben, weil es ein Vorteil ist, unter den Bäumen und Sträuchern Schatten zu finden. Die andere Gruppe bildet weiterhin das Merkmal „großgewachsen“ aus.

          Nun kommt es zu einem Klimaumschwung und der Lebensraum der Großgewachsenen wird auf einmal ziemlich kalt. Auch finden die Großen keine Nahrung mehr.

          Sie dringen daher in das Habitat der Kleinen vor. Dort konkurrieren sie nun um die Ressourcen.

          Die Sache kann auf verschiedene Weise gelöst werden.

          1. Durch Verdrängung. Die Großen töten alle Kleinen. Die Träger des „nicht großgewachsen“-Merkmals sind somit ausgestorben.

          2. Durch Vermischung. Die Frauen der Kleinen finden die Männer der Großen entzückend und umgekehrt. Sie paaren sich mit ihnen, nicht aber mit den kleinen Männer. Männer, mit dem Merkmal „nicht großgewachsen“ werden aus dem Genpool verdrängt. Für die Gruppe insgesamt erweist sich die neue Paarungsmode als Vorteil, weil sie sowohl auf Individuen zurückgreifen kann, die den Ressourcenraum der Kleinen abgrast als auch auf solche, die den Ressourcenraum der Großen nutzt.

          Der Wirkfaktor hier ist die Konkurrenz der Gruppen, und was sich für die neugebildete Gruppe als vorteilhaft erweist.

        • Die Selektion erfolgt dennoch über die Weitergabe der Gene. Eine Gruppe ist kein handelndes Subjekt und kann daher keine Gene weitergeben.
          Schläfst Du mit einer Frau oder schläft Deutschland mit einer Frau?

        • Die Gruppe ist in dem Fall ein handelndes Subjekt.

          Die Gruppe der Großen kann als handelndes Subjekt beschließen: „wir töten alle Kleinen“ oder „wir nehmen deren Frauen“.

        • *seufz* war @Adrian.

          @ Christian

          Natürlich, das ist das Fundament. Selektion und Mutation findet auf der Ebene individueller Gensätze statt.

          Langfristig erfolgt eine Selektion des einzelnen, nicht gegen gruppentabus zu verstoßen oder sich mit stärkeren gut zu stellen

          Hier beginnt eine komplexe Dynamik. In der sexuellen Selektion sind eben auch Kurzzeitstrategen erfolgreich, die gerade das nicht tun, sondern die sich gegen Gruppentabus stellen und sich mit Stärkeren anlegen.

          Multilevel Selection ist mE ein Erklärungsansatz, der es ermöglicht, die Komplexität des konfligierenden Verhältnisses zwischen Individuum und Gruppe zu reduzieren.

        • „Multilevel Selection ist mE ein Erklärungsansatz, der es ermöglicht, die Komplexität des konfligierenden Verhältnisses zwischen Individuum und Gruppe zu reduzieren.“

          Im Gegenteil, das erhöht nur die Komplexität. Fokussieren muss man sich darauf, wie das Individuum eine etwaige positive Mutation weitergibt, zum Vorteil einer Gruppe. Das heisst, wenn man im Einklang mit Darwin sein will.

          Die Gruppe in den Fokus zu nehmen hiesse das Pferd von hinten aufzuzäumen. Dieser Irrweg ist nach Darwin eigentlich unverständlich…

        • Ja, aber ein Individuum kann erfolgreich seine Gene weitergeben, obwohl sie kurzfristig sehr nachteilig für die Gruppe sind.

          Als vorteilhaft erweisen sie sich erst in der Konkurrenz mit anderen Gruppen.

          Anders: ein gewisser Prozensatz an Psychopathen ist für Gruppen verkraftbar – auch wenn er den inneren Frieden gefährdet – sofern in der Auseinandersetzung mit anderen Gruppen das gefühllose Vorgehen des Psychopathen entscheidende Vorteile bringt.

        • @zip
          „Als vorteilhaft erweisen sie sich erst in der Konkurrenz mit anderen Gruppen.“

          Kann ja alles sein, aber logisch kommst du um das Individuum als Träger und Verbreiter der „vorteilhaften Gene“ nicht drumrum. Also wofür brauchen wir irgendwelche unproduktiven Feinheiten über für eine rein theoretische Diskussion?

          „gefühllose Vorgehen des Psychopathen entscheidende Vorteile“

          Das ist so ein Beipiel von unproduktivem Herumtheoretisieren. Wo wäre denn so ein ganz konkretes Beispiel zu finden? Wie trennst du deinen „Psychopathen“ ab, bsw. von einem hirngewaschenem, ideologisierten Vertreter der Gruppe?

          Experimente damit sind (ähm) auch nicht so einfach. Warum also überhaupt die Grundsatzprobleme der Evolution ausgerechnet beim Menschen lösen wollen? Das ist extrem unpraktisch und daher alles andere als sachdienlich.

    • „Gruppenselektion kann es nicht geben, weil sich eine Gruppe nicht fortpflanzt. Das tut nur das Individuum.“

      Gruppen können sich sozial und kulturell „fortpflanzen“.

      • „Gruppen können sich sozial und kulturell “fortpflanzen”.“

        Nein, können sie nicht. Deshab schreibst Du „fortpfanzen“ ja auch in Anführungsstrichen.

        • „Nein, können sie nicht.“

          Doch, können sie. Sprache ist eine Gruppeneigentschaft, die nicht genetisch weitergegeben wird.

        • „Sprache ist eine Gruppeneigentschaft, die nicht genetisch weitergegeben wird.“

          Einem Tyrannosauris kann man keine deutsche Sprache beibringen.

        • „Einem Tyrannosauris kann man keine deutsche Sprache beibringen.“

          Bei Menschen soll das angeblich aber funktionieren, auch wenn sie nicht miteinander verwandt sind.

        • „Einem Tyrannosauris kann man keine deutsche Sprache beibringen.“

          Der frisst seine Lehrer halt schneller auf, als dass er lernt.

  3. Werde diese Woche wohl nicht allzuviel sagen, da ich mich nicht übermäßig für Evolutionstheorie begeistere, aber gerade darum begrüße ich die Themenwoche. Da kriegt man mal einen Kurzüberblick über ein paar Kernpunkte, ohne sich ewig damit beschäftigen zu müssen.

    Ich hoffe allerdings, Christian erhöht seine Google-Treffer, indem er irgendwann in der Woche auch mal Pokémons erwähnt. Und sei es nur, um zu betonen, dass deren Evolution keine solche ist. 😉

  4. Ist vielleicht ein bisschen OT, habe ich habe mal einen interessanten Beitrag im Radio gehört, wo der Sachverständige ausführte, dass es in der Natur viel mehr Kooperation gibt als Konkurrenz. Des einen Outputs ist es anderen Inputs, Tiere und Pflanzen haben oft symbiotische Beziehungen, helfen einander. Er meinte auch, dass unser Wirtschaftssystem zu sehr auf dem Gedanken der Konkurrenz aufbaut ist und die in der Natur vorkommende Zusammenarbeit vernachlässigt.

  5. Ratloser

    Seine Hoffnung, die Menschheit könne sich quasi in ihrem Handeln durch Entwicklung einer befreienden Intelligenz von den evolutionären Zwängen ihrer genetischen Bestimmtheit emanzipieren, gilt mehr als illusionäre Hoffnung, denn als empirisch belegbar.

    Das Gefährliche und Mittelalterliche an solchen Aussagen und an dem Weltbild eines Dawkins oder Evochris ist es, daß man meint, alle möglichen sozial bedingten Destruktivitäten in der menschlichen Gesellschaft auf biologische Ursachen zurückführen zu können, oder dies unreflektiert voraussetzt.

    Ich kann nur vor solchen Ideologen warnen. Die menschliche Destruktivität ist nicht biologisch bedingt, sondern entsteht immer wieder neu durch eine gewalttätige Erziehung.

    Dazu müßten sich diese Destruktivitäts-Biologisten aber einmal mit der Literatur und den Argumenten ernsthaft auseinandersetzen. Dieses Interesse ist aber nicht im geringsten zu erkennen.

    Dieser Zynismus und diese Angst vor der Wahrheit sind viel gefährlicher als beispielsweise das Leugnen der Evolutionstheorie.

    http://alice-miller.com

    Jeder, der wissen will, kann wissen.

    Sowohl bei Dawkins als auch bei Evochris zeigt es sich, daß sie geisteswissenschafltiche Analphabeten sind. Das zeigt sich auch bei Gerhard Roth.

    Unser Wille ist frei

    • „Die menschliche Destruktivität ist nicht biologisch bedingt, sondern entsteht immer wieder neu durch eine gewalttätige Erziehung.“

      Und wodurch ist die gewalttätige Erziehung bedingt? Durch den freien Willenß

    • Dazu müßten sich diese Destruktivitäts-Biologisten aber einmal mit der Literatur und den Argumenten ernsthaft auseinandersetzen. Dieses Interesse ist aber nicht im geringsten zu erkennen

      • Wurdest du als Kind geschlagen?

        Zynismus ist heilbar.

        Lies mal ein paar Texte von Alice Miller, mit welcher ich keine Affäre oder Beziehung habe.

        Im übrigen verlangt auch der Pelz nicht, daß du vor ihm niederkniest und ihm in seiner Homo-Ehe-Analyse recht gibst. Das ist billige Polemik nach Adrian-Art. Seinen Text verstanden hast du nicht.

        • „Seinen Text verstanden hast du nicht“

          Nur weil man einer Meinung nicht zustimmt, heißt das nicht, dass man sie nicht versteht.

          Im Übrigen argumentiert Miller sehr unterkomplex. Sie berücksichtigt weder biologische Faktoren von Gewalt, noch deren Komplexität und auch nicht die offensichtlich Vorteile.

    • @ James T. Kirk

      „Ich kann nur vor solchen Ideologen warnen. Die menschliche Destruktivität ist nicht biologisch bedingt, sondern entsteht immer wieder neu durch eine gewalttätige Erziehung.

      Dazu müßten sich diese Destruktivitäts-Biologisten aber einmal mit der Literatur und den Argumenten ernsthaft auseinandersetzen. Dieses Interesse ist aber nicht im geringsten zu erkennen. “

      Ich finde, die menschliche Destruktivität ist AUCH biologisch bedingt, weil Tiere und Menschen an ein faschistoides System, nämlich die Natur, angepasst sind, wo von Natur aus ein ewiger Konkurrenzkamof um Lebensraum, Nahrungsressourcen und Fortpflanzungsprivilegien vorprogrammiert ist, und wo Lebenwesen verletztlich und sterblich, und bei Verletzung/Krankheit nur begrenzt regenerationsfähig sind.

      Menschliche Destruktivität lässt sich natürlich in einem vergleichbaren Maße auch darauf zurückführen, dass Kinder körperlich und/oder seelisch misshandelt wurden.

      Wie viel Prozent jetzt woran liegt, weiß ich nicht. Und ja: Die meisten hier interessieren sich nicht besonders für die Texte von Alice Miller, oder auch von Katharina Rutschky zum Thema „schwarze Pädagogik“ und die Folgen. Ich selbst habe davon ein wenig gelesen, was man sich dazu so ergooglen kann.

      Ich glaube aber nicht, dass Menschen nur durch Misshandlung in der Kindheit schlechte Menschen werden, es ist lediglich eine der große Ursachen dafür.

      • @matthias

        „ein faschistoides System, nämlich die Natur“

        hier muss man „die Natur“ aber in Schutz nehmen, die kann nicht für alles Menschliche verantwortlich gemacht werden :mrgreen:

        „Ich glaube aber nicht, dass Menschen nur durch Misshandlung in der Kindheit schlechte Menschen werden, es ist lediglich eine der große Ursachen dafür.“

        Wichtiger noch dürfte Aufstachelung, Fanatismus und Ideologisierung sein, die ganz bestimmt auch nicht hinreichend naturwissenschaftlich zu erklären sind.

      • @Alex

        Genau das ist eben die unverbindliche Ebene, die viele Menschen bei diesem Thema betreten.

        Warum haben sich nicht wenige Menschen in einem totalitären System wie dem Dritten Reich nicht aufstacheln und manipulieren lassen?

        Die Antwort wirst du immer in deren Kindheit finden. Wer ausreichend humane Werte in der Kindheit erfahren hat, ist automatisch immun gegen Inhumanität. Das bedeutet nicht, daß die Kindheit von Regimegegnern ideal und nicht traumatisch gewesen sein muß. Aber sie war eben nicht so grausam, wie man dies bei den meisten NS-Größen nachweisen kann.

        Es wird wohl noch 100 Jahre dauern, bis die Menschheit diese Zusammenhänge wirklich begriffen hat. Bis dahin begnügt man sich weiterhin mit abstrakten unverbindlichen Erklärungen ohne Anschauung des konkreten Individuums und seiner Geschichte. 🙂

        Warum sollte die Biologie Strukturen der Verlogenheit vorgeben? Das ist unsinnig. Vielmehr liefert sie ein lebensförderliches Aggressionspotential, mit dem man sich gegen Gefahren und Unrecht wehren kann.

        Verdrängte Wut und Haß auf die Eltern können sich Ersatzobjekte suchen und mithilfe einer staatlichen Ideologie manifestieren bzw. ausbrechen.

        Dafür ist aber nicht im geringsten die Biologie verantwortlich. Sie liefert allein lebensförderliche Strukturen. Alles andere wäre auch Unsinn.

        Man hat eben nach wie vor größte Hemmungen, das Wirken der Eltern kritisch zu betrachten. Das ist eigentlich unwürdig für eine aufgeklärte Gesellschaft.

  6. „Wer nicht versteht, dass die Weitergabe und die Selektion bestimmter Gene der entscheidende Punkt innerhalb der Evolutionsbiologie ist, der hat die gesamte Theorie aus meiner Sicht nicht verstanden.“

    Das stimmt natürlich. Wichtig ist aber auch zu erwähnen, dass die Selektion am Individuum angreift. Dies ist der Kern der Darwinschen Evolutionstheorie, wobei Darwin die Vererbung der veränderten Eigenschaften als entscheidend für die Entstehung der Arten ausmachen konnte.

    Danach wusste man, dass die Gene massgeblich an der Vererbung beteiligt sind, als dass sie eine oberste Blaupause für die genetische Information liefern. Von dieser fliesst per RNA Replikation die Information in den Proteinbestand. Sowohl RNA und Protein sind an der Vererbung ebenfalls beteiligt. Sogar können Proteinkomplexe als Modulatoren der genetischen Expression vorübergehend völlig verschiedene Phänotypen vererbbar machen. Diese mögen der Zelle unterdessen dabei helfen, DNA Mutationen anzureichern. Diese bahnbrechende Entdeckung kommt aus der Prionenforschung, Susan Lindquist, die dies zeigen konnte (Nature, vor ein paar Jahren).

    Ebenso ist die RNA an Vererbungsprozessen beteiligt, wie sich schon an der Existenz von RNA Viren früh zeigte. Der RNA Stoffwechsel ist gegenüber DNA erheblich beschleunigt. RNA-Protein-Partikel regeln im hohen Masse Proteintranslation, die auf die Produktion und damit die genetische Information rückkoppeln könnte – so jedenfalls das Bild, was sich dort ergibt.
    Es ist eigentlich schon lange bekannt, dass verschiedene Arten von Vererbung ein Rolle neben der DNA, die ein wenig allen Glanz auf sich vereinigt hat, spielen.

    Neben dem Individuum ist also der Vererbungsprozess, wie er molekular im Individuum abläuft, entscheidend für das Verständnis der Evolution.

    Natürlich kann sich der hochkomplexe Mechanismus kaum zur Vorhersage der Evolution eignen, denn wenn Darwin recht hat, ist gerade das Überraschende einer Höherentwicklung charakteristisch für den Prozess. Genau das sichert das Überleben. Ironischerweise waren es politische „Darwinisten“, die genau das annahmen, die Theorie hier auf den Kopf stellend. Wären die „Kreationisten“, also die Kirchen damals, nicht so dumm gewesen, verbohrt nichts weiter als die Schöpfungsgeschichte zu lehren und hätten sich der wissenschaftlichen Sichtweise angeschlossen, wäre es kaum möglich gewesen Darwin fehlzuinterpretieren. Und er wird weiter fehlgedeutet und erstmalig sogar *völlig* negiert.

  7. Nach Simon & Garfunkel Bridge over troubled water, eine wunderbar ironische Interpretation:

    „“Hello Darwin my old friend. I’ve come to read from you again. You comfort me when I grow weary Of people saying “it’s just a theory”. Because a theory is a system of abstractions in our finite minds of the laws behind the things we find with science.““

  8. Pingback: Hinweis: Evolutionäre Theoriewoche | Alles Evolution

  9. Pingback: „Das egoistische Gen“ vs „Gruppenselektion“ | Alles Evolution

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