„Sich selbst einen Wert zuweisen“ und „Grenzen setzen“

Wie bereits in anderen Beiträgen angeführt höre ich gerade noch einmal die Interview-Reihe „Interviews mit Dating Gurus“, bei der David DeAngelo diverse Personen, Männer und Frauen, interviewt, die etwas zum Thema „Dating“ beitragen können.

Dabei ging es in einigen Interviews um zwei Punkte, die meiner Meinung nach bei vielen Männern etwas zu kurz kommen, die nicht so erfolgreich im Flirten sind.

1. Sich selbst einen Wert zuweisen

Der erste ist, sich selbst einen Wert beimessen. Das bedeutet, dass man davon ausgeht, dass man selbst einen Wert hat und dieser ausreichen muss, damit die Frau an einem interessiert ist. Das man es also nicht nötig hat, sie mit Drinks oder Geschenken zu kaufen und das man sich selbst auch vorbehält, sich nicht unter seinem eigenen Wert zu verkaufen. Das man es nicht nötig hat, dass man um ihre Gunst bettelt. sondern dann lieber jemanden nimmt, der den eigenen Wert zu schätzen weiß.

Zu viele Männer stellen eine Frau aufs Podest, sie versuchen sie mit außerhalb ihrer Person liegenden Umständen zu überzeugen, dass sie etwas wert sind, was quasi darauf hinausläuft, für die Frau zu zahlen.

So funktioniert unser internes Wertsystem aber nicht. Auch nicht bei Männern. Wenn uns jemand bezahlt, damit wir sein Freund sind, würden einige vielleicht ein paar mal mit ihm weggehen, aber wir würden ihn deswegen nicht als Freund ansehen. Im Gegenteil: Wenn wir das Gefühl hätten, dass er uns kaufen will, dann würde ihn das in unseren Augen abwerten.

Frauen geht es da nichts anders. Sie wollen keinen Partner, der meint, dass er selbst eigentlich keinen hinreichenden Wert für sie hat und Verhalten, dass das zum Ausdruck bringt, ist damit eher abtörend.

Natürlich kann das auch bedeuten, dass man an sich arbeiten muss, damit man einen höheren Wert bekommt und tatsächlich stolz auf sich sein kann, also sowohl an seinem „Inner Game“ als auch an sonstigen Faktoren.

Das bedeutet im Übrigen nicht, dass man einer Frau nichts ausgeben darf, eher ist die Frage, warum man es macht. Wenn man meint, dass man ihr was ausgeben muss, damit sie einen mag, dann ist es die falsche Einstellung. Wenn man es macht, weil man gerne großzügig ist oder weil man sie eben eingeladen hat, so wie man es dann bei einem männlichen Freund auch machen würde oder weil es kein großes Ding ist, eine ganz andere.

Aus den gleichen Gründen kann es auch einfach schlecht wirken, wenn man beständig nachfragt, ob sie einen mag und was sie nun gerade bezüglich einem selbst fühlt und was sonst noch nicht alles an Ausdrücken von Unsicherheit geäußert wird.

Hier kommen Faktoren wie Selbstbewußtsein, Status und preapproved by women herein, all dies sind klassische Zeichen von jemanden, der einen hohen Wert hat.

2. Grenzen setzen

Ein weiterer Punkt, der damit eng zusammen hängt ist, das Setzen von Grenzen. Wer mit sich machen läßt, was auch immer der andere macht, wer den anderen mit sich umspringen lässt, wie der andere will, wer beständig nach der Pfeife des anderen tanzt, der weist sich eben auch keinen hohen Wert zu.

Und daher ist es eine wichtige Lektion, dass man (wieder) lernt Grenzen zu setzen.

Man sollte sich also die interne Frage stellen: Warum sollte ich das machen?

Oder in anderer Situation: Warum sollte ich das Verhalten in dieser Weise hinnehmen?

Wer deutlich macht, dass er Verhalten, welches bestimmte Grenzen überschreitet, nicht hinnimmt, der macht damit auch deutlich, dass er eben nicht meint, einen bestimmten Wert der anderen Person ausgleichen zu müssen.

Dementsprechend weist er sich selbst einen höheren Wert zu und wird auch entsprechend wahrgenommen.

Das alles ist keine Geheimwissenschaft, es sind eigentlich eher Punkte, die jedem klar sein sollten. Gerade im Verhältnis zum anderen Geschlecht scheint es aber vielen Männern schwer zu fallen, Grenzen zu setzen, weil sie die Gunst der Frauen nicht verlieren wollen, weil sie ihre Ruhe haben wollen, weil es einfach ist, einem gewissen Nörgeln statt zu geben oder aus welchen Gründen auch immer.

„Men Going their own way“ MGTOW löst dabei aus meiner Sicht die Frage, wie man Grenzen setzt, sehr radikal, indem man schlicht nur noch seinen Weg geht und damit automatisch eine starke Grenze setzt. Da dies häufig geradezu mit einem Ausschließen von Frauen einhergeht, halte ich das für mich wenig geeignet. Das hatte ich aber auch schon in dem entsprechenden Artikel ausgeführt.

In einem Interview meinte einer der Interviewten, er hätte von einem 19jährigen Mädchen diesen nachfolgenden Spruch gehört, der ihm passend schien:

„A womens job is to try and try to take control of the men, a mens job is to never let that happen“

Dann wurde darüber diskutiert, dass beständiges Testen, ob er die Kontrolle abgibt, eben doppelt günstig sein kann: Zum einen erlangt sie die Kontrolle, zum anderen testet sie seinen Partnerwert, also inwieweit er sich durchsetzen kann. Gelingt es ihr nicht, dann hat sie immerhin einen starken Partner. Dies alles aber nicht als bewußter, sondern eher als unbewußter Vorgang.

Daraus folgt dann quasi auch eine Notwendigkeit, Grenzen zu setzen. Das muss man nicht aggressiv oder in irgendeiner Weise rücksichtslos machen. Es reicht deutlich zu machen, dass man bestimmte Grenzen setzt und dies auch aufrecht zu erhalten.